Waldenser weisen Vergebungsbitte des Papstes zurück: „Wir können nicht vergeben“

Waldenser-Synode Keine Vergebung für Katholiken
Wal­den­ser-Syn­ode: Kei­ne Ver­ge­bung für Katho­li­ken

(Turin) Papst Fran­zis­kus hat­te den Wal­densern bei sei­nem Turin-Besuch im ver­gan­ge­nen Juni die Hand gereicht. Dabei voll­zog er umstrit­te­ne Gesten, um sei­ne Absicht zu unter­strei­chen und bat die Wal­den­ser um Ver­ge­bung für ihnen von Katho­li­ken ange­ta­nes Unrecht. Nun gaben die Wal­den­ser dem Papst eine Ant­wort. Eine eigens ein­be­ru­fe­ne Wal­den­ser-Syn­ode, die noch bis Frei­tag bei Turin tagt, wies die aus­ge­streck­te Hand des Pap­stes zurück und erklär­te, kei­ne Ver­ge­bung gewäh­ren zu kön­nen. Vati­can Insi­der spricht von einer erstaun­li­chen „Käl­te“ gegen­über dem Papst.

Von April bis Juni 2015 war das Grab­tuch von Turin öffent­lich aus­ge­stellt. Zwei Mil­lio­nen Gläu­bi­ge nütz­ten die Gele­gen­heit zu einer Wall­fahrt nach Turin, dar­un­ter auch Papst Fran­zis­kus. Nach dem Besuch des Grab­tu­ches stat­te­te Fran­zis­kus am 22. Juni als erster Papst auch einem Wal­denser­tem­pel einen Besuch ab (sie­he Papst­kuß für Wal­denser­bi­bel – Papst Fran­zis­kus, Don Bos­co und die Wal­den­ser).

Papst Franziskus bat Waldenser im Juni um Vergebung für katholisches Unrecht

Das Ver­hält­nis zwi­schen Wal­densern und Katho­li­ken war in der Geschich­te sehr kon­flikt­be­la­den. Auf bei­den Sei­ten kam es vor allem im Mit­tel­al­ter und der frü­hen Neu­zeit zu Greu­el­ta­ten. Noch Mit­te des 19. Jahr­hun­derts trach­te­ten Wal­den­ser dem hei­li­gen Johan­nes Bos­co nach sei­nem Leben.

Papst Fran­zis­kus setz­te dage­gen einen ein­sei­ti­gen ersten Schritt zur Ver­söh­nung und bat die Wal­den­ser für das von Katho­li­ken began­ge­ne Unrecht um Ver­ge­bung. Wört­lich sag­te der Papst: „Von Sei­ten der katho­li­schen Kir­che bit­te ich Euch um Ver­ge­bung für die unchrist­li­chen, ja sogar unmensch­li­chen Ein­stel­lun­gen und Hand­lun­gen, die wir in der Geschich­te gegen Euch hat­ten. Im Namen des Herrn Jesus Chri­stus, ver­gebt uns!“

Der Mode­ra­tor der Wal­denser­ta­fel, Pastor Euge­nio Ber­nar­di­ni, ant­wor­te­te dar­auf: „Der Papst hat eine Mau­er über­wun­den, die vor acht Jahr­hun­der­ten errich­tet wur­de, als unse­re Kir­che von der römi­schen Kir­che der Häre­sie beschul­digt und exkom­mu­ni­ziert wur­de.“ Der Papst wider­sprach nicht.

Um sei­ne Bereit­schaft zu unter­strei­chen, küß­te der Papst eine Wal­denser­bi­bel, die ihm von Wal­denser­pa­sto­ren über­reicht wur­de. Eine Geste, die auf katho­li­scher Sei­te eini­ge Kri­tik aus­lö­ste.

Waldenser: radikalisierte Pauperisten, die Calvinisten wurden

Papst Franziskus küßt Waldenserbibel in derem Haupttempel in Turin
Papst Fran­zis­kus küßt Wal­denser­bi­bel in derem Haupt­tem­pel in Turin

Die Wal­den­ser waren im spä­ten 12. Jahr­hun­dert als pau­per­i­sti­sche Bewe­gung enstan­den. Ihr Grün­der, Petrus Val­des, war ein Zeit­ge­nos­se des hei­li­gen Franz von Assi­si. Die bei­den Bewe­gun­gen des Petrus Val­des und des Poverel­lo von Assi­si gin­gen jedoch unter­schied­li­che Wege. Wäh­rend der hei­li­ge Franz von Assi­si die Katho­li­sche Kir­che erneu­er­te, führ­te der Weg von Petrus Val­des aus der Kir­che hin­aus.

Im 16. Jahr­hun­dert über­nah­men die Wal­den­ser die cal­vi­ni­sti­sche Leh­re und gel­ten seit­her fak­tisch als ita­lie­ni­sche Cal­vi­ni­sten. Seit dem 18. Jahr­hun­dert besteht, wegen der gemein­sa­men Feind­schaft gegen die katho­li­sche Kir­che, eine enge Ver­net­zung zwi­schen Wal­densern und Frei­mau­re­rei. Im 19. Jahr­hun­dert gab es in libe­ra­len Krei­sen des füh­ren­den ita­lie­ni­schen Bür­ger­tums eine „Los von Rom“-Bewegung hin zu den Wal­densern. Die­se Bewe­gung war zah­len­mä­ßig nicht groß, ver­schärf­te aber noch ein­mal die Front­stel­lung. Nach Schät­zun­gen geht in etwa die Hälf­te der heu­te rund 45.000 ita­lie­ni­schen Wal­den­ser auf die­se jün­ge­re Über­tritts­be­we­gung zurück. 1979 schlos­sen sich die Wal­den­ser in Ita­li­en mit den Metho­di­sten zusam­men.

Eigens Waldenser-Synode einberufen, um dem Papst Anwort zu geben

Die aus­ge­streck­te Hand des Pap­stes löste inner­halb der wal­den­si­schen Gemein­schaft hef­ti­ge Dis­kus­sio­nen aus. Schließ­lich wur­de eigens eine Wal­den­ser-Syn­ode ein­be­ru­fen, um dem Papst auf sei­ne Ver­ge­bungs­bit­te zu ant­wor­ten. Die Syn­ode tagt noch bis kom­men­den Frei­tag in Tor­re Pel­li­ce bei Turin. Die Ant­wort steht nun fest und ist nega­tiv aus­ge­fal­len. „Wir sind bewegt, aber wir kön­nen nicht ver­ge­ben“. Mit die­sen Wor­ten läßt sich die Ent­schei­dung der Wal­den­ser-Syn­ode zusam­men­fas­sen.

In einem offi­zi­el­len Brief an den Papst erklärt die Syn­ode: „Lie­ber Bru­der in Chri­stus Jesus, die Syn­ode der evan­ge­li­schen Wal­dens­er­kir­che nimmt mit tie­fem Respekt und nicht ohne Rüh­rung Ihre im Namen Ihrer Kir­che geäu­ßer­te Bit­te um Ver­ge­bung ent­ge­gen für das, was Sie ‚die unchrist­li­chen, ja sogar unmensch­li­chen Ein­stel­lun­gen und Hand­lun­gen‘ genannt haben, die in der Ver­gan­gen­heit gegen unse­re Müt­ter und Väter ein­ge­nom­men wur­den.“ Doch dann folgt ein gro­ßes „Aber“ der Wal­den­ser: „Die­se neue Situa­ti­on erlaubt es uns nicht, an die Stel­le jener zu tre­ten, die mit ihrem Blut oder ande­ren Lei­den ihren evan­ge­li­schen Glau­ben bezeugt haben, und für sie zu ver­ge­ben“.

Die­se Bot­schaft, mit der die aus­ge­streck­te Hand des Pap­stes zurück­ge­wie­sen wird, wur­de am Mon­tag von den 180 ver­sam­mel­ten Wal­den­ser-Syn­oda­len beschlos­sen.

Keine Vergebungsbitte der Waldenser für von ihnen begangenes Unrecht

In der Bot­schaft heißt es wei­ter: „Der brü­der­li­che Dia­log, den wir heu­te füh­ren, ist ein Geschenk der Barm­her­zig­keit Got­tes, der Ihrer und unse­rer Kir­che vie­le Male ver­ge­ben hat und noch ver­gibt, indem er sie zur Buße ein­lädt, zur Umkehr und zu einem neu­en Leben.“ Fak­tisch aber wur­de die Ver­ge­bungs­bit­te des Pap­stes mit einem Affront beant­wor­tet. Die Wal­den­ser zie­hen sich auf den Stand­punkt zurück, daß eine Ver­ge­bung nur von dem Betrof­fe­nen selbst aus­ge­spro­chen wer­den kön­ne. Im Umkehr­schluß wird damit auch das von katho­li­scher Sei­te in den ver­gan­ge­nen Jah­ren geüb­te Mea cul­pa in Fra­ge gestellt, da ent­spre­chend auch nur Täter um Ver­ge­bung bit­ten könn­ten, nicht aber deren direk­te oder indi­rek­te Nach­fah­ren. Die­se for­ma­li­sti­sche Posi­ti­on kann aber nicht dar­über hin­weg­täu­schen, daß die Wal­den­ser in Wirk­lich­keit kei­ne Annä­he­rung an die katho­li­sche Kir­che wün­schen. Denn die­se hät­te trotz der in der direk­ten Ver­ge­bungs­fra­ge ein­ge­nom­me­nen Hal­tung auf ande­re Wei­se zum Aus­druck gebracht wer­den kön­nen.

Die Wal­den­ser-Syn­ode fand ihrer­seits auch kein Wort einer Ver­ge­bungs­bit­te gegen­über der Katho­li­schen Kir­che und den Katho­li­ken, für das von Wal­den­ser began­ge­ne Unrecht.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can Insider/Chiesa e post­con­ci­lio

28 Kommentare

  1. Das zeigt wie klein­ka­riert und nicht-christ­lich die­se Wal­den­ser sind. Es ist eine anti-christ­li­che Ver­ei­ni­gung.
    Da hat der Papst offen­kun­dig „Per­len vor die Säue“ gewor­fen. Die­se Per­so­nen wei­sen ihn und sei­ne Öku­me­ne ab- und nicht nur sie. Es kann ein Lern­stück für Papst Fran­zis­kus und vie­le ande­re sein, in dem Sin­ne, daß es wenig Sinn macht, alle umar­men zu wol­len. Klar, das sind Wor­te in den Wind gere­det.
    Der Papst und ande­re müß­ten sich in erster Linie um die Kir­che küm­mern und sie vor den Fein­den ver­tei­di­gen. — „Aber wie das?: das Pack/das katho­li­sche Land­volk soll schau­en wie es zurecht kommt. Ein paar Strei­chel­ein­hei­ten hin und wie­der genü­gen doch. Die sol­len beten und den Mund hal­ten. Fer­tig!“

  2. Da hat sich Ber­doglio doch wie­der lächer­lich gemacht. Die gan­ze Buß­gän­ge­rei ermu­tigt nur ande­re zu neu­en Unver­schämt­hei­ten.

    • Wenn er nur sich lächer­lich macht wäre es ja nicht so schlimm denn es wür­de sich ja nichts ändern aber er macht die Kir­che lächer­lich. Wenn mei­ne Augen mich nicht täu­schen amü­sie­ren sich die Wal­den­ser köst­lich wo er ihre Bibel küsst.
      Per Mari­am ad Chri­stum.

      • Das ist ganz in mei­nem Sinn, ich habe das nicht wei­ter aus­ge­führt. er bringt die Kir­che in Ver­ruf. es geht nicht um den Ein­zel­ka­tho­li­ken Ber­go­glio.

    • Das Übel liegt nicht allen in der bla­ma­blen Ent­schul­di­gung gegen­über einer fal­schen
      reli­giö­sen Ver­ei­ni­gung, son­dern dass der Papst sünd­haf­ter Wei­se auch noch deren
      Bibel küsst und damit ihren Irr­weg aner­kennt. Soviel schein­ba­rer Demut stößt von Na-
      tur aus ab, wie jetzt die Wal­den­ser — Reak­ti­on beweißt.

  3. Das ist trau­rig. Wenn die­se Gemein­schaft ver­här­te­te Her­zen hat, wie wol­len sie dann den Segen Got­tes haben ? Offen­sicht­lich wur­den da wohl die Basics des christ­li­chen Glau­bens nicht ver­stan­den: „Ver­gebt ande­ren, damit auch euch der Vater eure Sün­den nach­läßt.…“ u.v.m.

  4. Ersu­che ich jeman­den um Ent­schul­di­gung, habe ich kei­nen Anspruch, dass dem statt­ge­ge­ben wird. Das muss ich dann vor­be­halt­los akzep­tie­ren. Wozu sonst dar­um bit­ten?

    Wohl­ge­merkt hal­te ich nichts von unper­sön­li­chen Ent­schul­di­gungs­bit­ten.

  5. Sowohl die­ses sog. „mea cul­pa“ als auch die­se „Ver­ge­bungs­bit­te“ vor die­sen Wal­densern waren anma­ßend und voll­kom­men depla­ziert. Undenk­bar in der alten Kir­che sol­che bana­ler Unfug mit absur­den Insze­nie­run­gen, wel­che sich weder theo­lo­gisch, juri­disch noch histo­risch begrün­den las­sen.

  6. Hier­zu fällt mir nur ein:
    „Hoch­mut kommt vor dem Fall“ !
    Die­ser Hoch­mut zeich­net (fast) alle vom katho­li­schen bzw.christlichen Glau­ben abge­fal­le­nen Reli­gio­nen und Glau­bens­ge­mein­schaf­ten aus,Zufall !!??

  7. Es ist irgend­wie unsin­nig, für etwas um Ver­ge­bung zu bit­ten, das man nicht sel­ber getan hat. — Eben­so „muss“ jener ver­ge­ben, dem Unrecht wider­fah­ren ist, und er muss jenem ver­ge­ben, der ihm Unrecht tat. Die Reak­ti­on der Wal­den­ser scheint mir logisch, da hilft nichts. (Ich bin kein Wal­den­ser.)

  8. „Papst Fran­zis­kus setz­te dage­gen einen ein­sei­ti­gen ersten Schritt zur Ver­söh­nung und bat die Wal­den­ser für das von Katho­li­ken began­ge­ne Unrecht um Ver­ge­bung.“

    Eigent­lich könn­te Ber­go­glio auch die Tür­kei um Ver­ge­bung bit­ten für das Unge­mach was ihnen die spa­ni­sche Arma­da vor Lepan­to zuge­fügt hat. Und die Bewoh­ner der Ven­dee haben den Jako­bi­nern auch viel Leid zuge­fügt. Man sieht das für die moder­nen Päp­ste nach dem Kon­zil 365 Tage im Jahr gar nicht rei­chen um sich für ihre Kir­che für alles mög­li­che zu ent­schul­di­gen. Übri­gens die Bücher­küs­se­rei ist wohl so eine Spe­zia­li­tät von den Päp­sten des Fort­schritts egal was da drin steht.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

  9. Dann dürf­ten die aber auch kein Vater­un­ser mehr beten: “ und ver­gib uns unse­re Schuld,wie auch wir ver­ge­ben unsern Schul­di­gern“ -
    ergo,es sind kei­ne wah­ren Christen,sondern Sek­tie­rer.

  10. Wozu bit­tet über­haupt ein Papst Häre­ti­ker um Ver­ge­bung?

    Ein Katho­lik, der sich Häre­ti­kern gegen­über in einer Wei­se ver­hiel­te, die unmo­ra­lisch ist, täte dies nicht wegen, son­dern trotz des katho­li­schen Glau­bens. Der Papst ist aber ober­ster Leh­rer des Glau­bens. Ergo: Er könn­te allen­falls dafür um Ver­zei­hung bit­ten, daß jemand das Gegen­teil von dem­je­ni­gen getan hät­te, was er lehrt — was von einem bedenk­li­chen Gei­stes­zu­stand zeu­gen wür­de.

    • Sehr rich­tig. Ber­go­glio wirft ein­fach alles in einen Topf. Der unwür­dig­ste Ver­tre­ter der letz­ten Jahr­zehn­te auf dem Stuhl Petri oder dane­ben ?

      • Tra­gi­scher­wei­se nicht neben, son­dern auf. Das kann sich aber noch ändern — Ber­go­glio hält bekannt­lich viel von „Überr­schun­gen“. Sei­ne groß­ar­ti­ge Syn­ode, auf der etwas „frei­mü­tig dis­ku­tiert“ wer­den soll, was für kei­nen Katho­li­ken im min­de­sten dis­ku­ta­bel sein kann, ist für ihn, soweit es sei­ne Amts­in­ha­be betrifft, viel­leicht der Anfang vom Ende.

        Übri­gens: Wer im Besit­ze der zwei­ten Auf­la­ge des LThK ist, fin­det im Arti­kel „Schis­ma“ eine inter­es­san­te Bemer­kung über Puta­tiv­päp­ste. Der Autor, ein sei­ner­zeit hoch­an­ge­se­he­ner Aache­ner Prä­lat (Dr. Brosch), hält sol­che im Hin­blick auf die oft dra­ma­ti­schen Wech­sel­fäl­le der Kir­chen­ge­schich­te durch­aus für mög­lich. Nach­dem lan­ge Zeit das The­ma des Papa hae­re­ti­cus resp. schis­ma­ti­cus anschei­nend von den Theo­lo­gen für all­zu hypo­the­tisch gehal­ten wur­de ‑es wur­de kaum noch erwähnt, geschwei­ge erör­tert- ist es doch auf­fäl­lig, daß im Jah­re 1967 in einem Stan­dard­werk wie dem LThK die Mög­lich­keit von Schein­päp­sten immer­hin genannt wird. Prä­lat Brosch kann­te zwar Ber­go­glio noch nicht, aber er hat­te das begin­nen­de Cha­os der Nach­kon­zils­zeit vor Augen.

    • Der Papst könn­te auch Agno­sti­ker oder Athe­isten um Ver­zei­hung bit­ten, wenn es not­we­nig wäre. Das ist nicht von der reli­giö­sen Ein­stel­lung abhän­gig.

  11. Die­se Krie­che­rei vor Häre­ti­kern und Schis­ma­ti­kern jeg­li­cher Art ist uner­träg­lich. Die­ser Pseu­do-Papst weiß offen­sicht­lich vor lau­ter öku­me­ni­scher — Alle Men­schen sind Brü­der — Ver­blen­dung nicht mehr, wie er sei­ne schon sehr pein­li­che Dumm­hei­ten in die­se Rich­tung noch mehr top­pen kann. Quo vadis Fran­cis­cus???

  12. Wir kön­nen auch nicht das an unse­ren Eltern ver­üb­te Unrecht ver­ge­ben. Das kön­nen nur sie selbst und Gott. Ich sehe kei­nen Affront gegen unse­ren Papst.

  13. Lie­be Leu­te, kom­men wir bit­te auf den Tep­pich:

    1. Kann sich F. nicht für etwas ent­schul­di­gen, was er nicht began­gen hat. Er kann es höch­stens im Nach­hin­ein bedau­ern, dass auch Katho­li­ken Greu­el­ta­ten began­gen hat­ten.

    2. Haben die Wal­den­ser recht, wenn sie sagen, sie könn­ten nicht im Namen von Per­so­nen ver­ge­ben, die nicht mehr leben — das ist doch voll­kom­men kor­rekt! Wür­den sie sagen, sie könn­ten anstel­le Ermor­de­ter und Ver­folg­ter ver­ge­ben, wären sie Lüg­ner und Heuch­ler.

    3. Die Wal­den­ser äußern ja ihre Berüh­rung. Das ist doch in Ord­nung und auch das ein­zi­ge, was ihnen über­haupt zusteht als unbe­tei­lig­ten Nach­ge­bo­re­nen.

    Man kann in der Reak­ti­on der Wal­den­ser tat­säch­lich eine gewis­se Red­lich­keit und Logik erken­nen. Sie erken­nen die Geste an, ver­wei­gern aber nur etwas, was ihnen nicht zustün­de zu geben. Gäben sie es, wäre es anma­ßend.

    Im übri­gen wand­ten sich die Wal­den­ser nicht aus Feind­schaft gegen die katho­li­sche Kir­che den Frei­maue­rern zu, son­dern die Wal­den­ser freu­ten sich, durch die ita­lie­ni­sche Ein­gungs­re­gie­rung end­lich vol­le Bür­ger­rech­te zu erhal­ten und unter­stütz­ten die, die sie ihnen end­lich gewähr­ten. Wäre die katho­li­sche Kir­che bzw. ihre ver­bohr­ten Adep­ten klug gewe­sen, hät­te sie die­sen Bra­ten nicht den Frei­maue­rern über­las­sen.

    Sel­ber schuld, kann man da nur sagen.

    Die Bezie­hung Don Bos­cos zu den Wal­densern bzw einer bestimm­ten Grup­pe von ihnen müss­te üeb­rhaupt erst genau­er beleiuch­tet wer­den. Mit hagio­gra­fi­schen Hor­ror­ge­schich­ten und Räu­ber­pi­sto­len kommt man da nicht wei­ter.

    • Unter Punkt 2 haben Sie etwas gesagt, was zum Nach­den­ken Anlaß gibt. Wenn das auf ande­re Fäl­le über­tra­gen wür­de, gäbe das Auf­se­hen erre­gen­de Tur­bu­len­zen.

  14. Und Ber­go­lio schämt sich nicht, dem Kriegs­trei­ber Poro­schen­ko zum Natio­nal­fei­er­tag Grü­sse zu ent­sen­den. Der­sel­be Poro­schen­ko der agres­siv hin­aus­pos­da­un­te: „Die Zei­ten des gedan­ken­lo­sen Pazi­fis­mus sind vor­bei“. Ukrai­ner und Rus­sen sind kei­ne Bru­der­völ­ker. Die­ser Olig­arch mit sei­nem Putsch­re­gime in Kiew — für so einen Kerl hat also der Papst segens­rei­che Wor­te „gespen­det“. Dies alles passt zusam­men wie ein Puz­zle­spiel.

  15. Der Papst kann bei allen mög­li­chen Zeit­ge­nos­sen oder Grup­pen usw. um Ent­schul­di­gung bit­ten, weil Katho­li­ken Tag für Tag Sün­den und Unrecht bege­hen. Man kommt wie hier eini­ge zu Recht sagen, aus dem Ent­schul­di­gen nicht mehr her­aus. Des­we­gen aber soll­te in jeder hl. Mes­se das Schuld­be­kennt­nis gespro­chen wer­den. Wo wirds gemacht? — Also so gut wie kein Prie­ster macht das außer die „Triden­ti­ni­schen“, aber die sind ja nicht gewollt.
    Da liegt doch der Hase im Pfef­fer: der Papst macht nicht, was er machen soll­te mei­ner klei­nen und unwich­ti­gen Mei­nung nach. Er muß näm­lich, das ist sei­ne Ver­pflich­tung, für eine rich­ti­ge Lit­ur­gie sor­gen mit allem, was dazu gehört.

    Zum Schluß: im Jah­re 2000 sind die Gro­ßen Ver­ge­bungs­bit­ten öffent­lich vor hun­der­ten von Mil­lio­nen Fern­seh­zu­schau­ern im Peters­dom gespro­chen wor­den und das war m.Er. — trotz aller Ein­wän­de und Wider­stän­de damals — auch gut und rich­tig und ange­mes­sen. Papst Fran­zis­kus kommt also so gese­hen zu spät.
    Die Ant­wort der „Wal­den­ser“ ist eine bit­te­re Pil­le. Man könn­te schluß­fol­gern: Papst Fran­zis­kus über­schätzt sich manch­mal. Aber er ist der Papst; er muß es wis­sen und ver­ant­wor­ten.

    • @ Fran­zel:

      Sie schrei­ben, Papst Fran­zis­kus über­schät­ze sich „manch­mal“. Das scheint mir eine ziem­li­che Unter­trei­bung zu sein.

      Frei nach Shake­speare: „Anma­ßung, dein Name ist Ber­go­glio.“

  16. Den beson­ne­nen Über­le­gun­gen von Frau zeit­schnur füge ich eine wei­te­re hin­zu. Die Wal­den­ser beru­fen sich auf das glei­che theologische/ phi­lo­so­phi­sche Argu­ment, mit wel­chem gera­de tra­di­tio­na­li­sti­sche Katho­li­ken die vie­len Ver­ge­bungs­bit­ten Papst Johan­nes Pauls II. vor und in dem Jahr 2000 bean­stan­de­ten. Papst Fran­zis­kus tritt auch hier wie­der nur in die Fuß­spu­ren sei­ner Vor­gän­ger. Aller­dings ver­fing die­ses Ent­ge­gen­kom­men dies­mal nicht, und immer­hin war es den Wal­densern eine Syn­ode wert. Aber damit muss­te er rech­nen. Denn auch gegen­über Johan­nes Paul II. erho­ben sich Stim­men aus den Grup­pen derer, die er um Ver­ge­bung bat, weil sie sei­ne Bit­ten als unvoll­stän­dig und teil­wei­se sogar unauf­rich­tig emp­fan­den. War­um. Weil der Papst nur ein­zel­ne Katho­li­ken bzw. Grup­pen von Katho­li­ken für das ver­gan­ge­ne Schul­dig­wer­den ver­ant­wort­lich mach­te und die Ver­ant­wor­tung sei­ner Vor­gän­ger, mit ihren Wor­ten und Aktio­nen, ihren Lehr­schrei­ben und Dis­zi­pli­nar­er­läs­sen, sorg­fäl­tig her­aus­hielt. Dass Papst Johan­nes Paul II. so vor­ging, ent­spricht der inne­ren Logik der katho­li­schen Leh­re. Man soll­te sich aber nicht unnö­tig auf­re­gen, wenn Nicht­ka­tho­li­ken nicht katho­li­schen Grund­sät­zen fol­gen. Das gehört zum Risi­ko des Dia­logs. Ins­ge­samt wer­den Ver­ge­bungs­bit­ten aber posi­tiv wahr­ge­nom­men. Und wer auf­rich­tig Schuld ein­ge­steht und um Ver­ge­bung bit­tet, denkt dabei auch nicht: was bringt es mir für einen poli­ti­schen Vor­teil.

  17. Es ist ein gro­sser Unter­schied, ob ein Papst einen KORAN küsst oder eine BIBEL. Solan­ge die­se nicht gefälscht ist (wie z.B.die der Zeu­gen Jeho­vas), ehrt er damit doch nur die HEILIGE SCHRIFT.Man kann die Anti­öku­me­ne auch aus ANGST über­trei­ben!

  18. Wahr­schein­lich haben die Wal­den­ser zum ersten Mal seit ihrem Bestehen etwas Ver­nünf­ti­ges getan!

    1. Ihren Cha­rak­ter über­deut­lich gezeigt, und ihren Barm­her­zig­keits­an­spruch sel­ber lächer­lich gemacht
    2. Die Allein­heits­ideo­lo­gie die­ses fleisch­ge­wor­de­nen Teu­fels Ber­go­glio so lächer­lich gemacht, wie kei­ne treu katho­li­sche Orga­ni­sa­ti­on es jemals gekonnt hät­te!
    Wer weiß, viel­leicht sind sie, nach­dem sie all die Jah­re eine Gei­ßel für die Mensch­heit waren, nun in der End­zeit ein Nut­zen? Es wäre zu hof­fen, und nicht das erste Mal, dass die Bos­heit des Men­schen in etwas nütz­li­ches, ja Gutes ver­wan­delt wird!

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