Erzbischof Cupich: Katholiken müssen „Barmherzigkeit gegenüber nicht-traditionellen Familien“ zeigen

Blase Cupich
Bla­se Cupich

(New York) Er gilt als pro­gres­si­ver „Außen­sei­ter“ im ame­ri­ka­ni­schen Epi­sko­pat. Die Rede ist von Msgr. Bla­se Cup­ich, den Papst Fran­zis­kus im Sep­tem­ber 2014 zum neu­en Erz­bi­schof von Chi­ca­go ernann­te. Eine Ent­schei­dung, die die Miß­bil­li­gung des zeit­gleich eme­ri­tier­ten Chi­ca­go­er Ober­hir­ten, Fran­cis Kar­di­nal Geor­ge, fand.

Noch fehlt die offi­zi­el­le Bestä­ti­gung durch Rom, doch soll Erz­bi­schof Cup­ich einer der von Papst Fran­zis­kus per­sön­lich ernann­ten Syn­oda­len für die Bischofs­syn­ode über die Fami­lie sein. Die Ame­ri­ka­ni­sche Bischofs­kon­fe­renz hat­te Cup­ich nicht für einen der Syn­oden­sit­ze gewählt. Papst Fran­zis­kus scheint jedoch Wert auf eine Gegen­po­si­ti­on zur Mehr­heits­mei­nung der Bischofs­kon­fe­renz zu legen.

Der Erz­bi­schof for­der­te nun die Katho­li­ken sei­nes Bis­tums auf, „Ver­än­de­run­gen anzu­neh­men“. Zudem müß­ten Katho­li­ken „Barm­her­zig­keit gegen­über nicht-tra­di­tio­nel­len Fami­li­en“ zeigen.

Zumin­dest eine unglück­li­che For­mu­lie­rung, wie es in den USA heißt. Es han­delt sich um die Bot­schaft von Erz­bi­schof Cup­ich anläß­lich der Ver­lei­hung des Pal­li­ums an ihn, die am 23. August erfolgte.

„Gefähr­det sind nicht außer­fa­mi­liä­re Lebens­for­men, gefähr­det ist die Fami­lie. Sie braucht Schutz und Wor­te der Ermu­ti­gung, anstatt den Ein­druck zu erwecken, als habe die Fami­lie der­zeit eine Bring­schuld gegen­über außer­fa­mi­liä­ren Lebens­for­men“, so Fran­cis­co Fer­nan­dez de la Cigoña.

Bekannt­lich änder­te Papst Fran­zis­kus den Pal­li­en-Ritus. Anders als zuletzt üblich, ist es nicht mehr der Papst, der in einer fei­er­li­chen Zere­mo­nie den neu­ernann­ten Metro­po­li­ten das Pal­li­um auf­legt. Die Über­ga­be erfolgt 2015 erst­mals in der Kathe­dral­kir­che des jewei­li­gen Metro­po­li­ten durch den zustän­di­gen Apo­sto­li­schen Nuntius.

Was bis­her als Form zur Stär­kung der Ver­bun­den­heit mit Rom und der Treue zum Papst gese­hen wur­de, soll nun der Dezen­tra­li­sie­rung und der Auf­wer­tung der Orts­kir­che dienen.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Vati­can Insider

6 Kommentare

  1. Vor lau­ter Barm­her­zig­keit schaf­fen wir den Glau­ben noch ab. Barm­her­zig­keit ist ein ergän­zen­der Moment und nicht die Allein­stel­lung. Es ist schlimm, immer wie­der die All­se­lig­ma­chung der Barm­her­zig­keit ver­neh­men zu müs­sen. Man stel­le sich vor, aus lau­ter Barm­her­zig­keit gibt man einem Medi­zin­kan­di­da­ten die Befug­nis, ope­rie­ren zu dür­fen, obwohl er nicht die Anfor­de­run­gen hier­zu gezeigt hat. Auf dem OP-Tisch schreit dann der Pati­ent: Barm­her­zig­keit, die braucht er dann wirklich.

  2. „Neue Barm­her­zig­keit“ durch Belas­sen­wol­len im Zustand der Sünde ?
    Pater Biff­art von der Petrus-Bru­der­schaft hat eine Pre­digt die­ser The­am­tik gewidmet;hier eine Zusammenfassung:
    -
    „Heu­te wird bedau­er­li­cher­wei­se zunehmend
    — um den Bei­fall der Men­schen zu erheischen -
    ein „Evan­ge­li­um light“ vermittelt.
    Die­ses kennt die Auf­for­de­rung Christi
    zur Reue, Bus­se und Umkehr nicht mehr.
    Doch sind gera­de Letz­te­re über­haupt erst die Bedin­gun­gen für die dann uner­mess­li­che Barm­her­zig­keit Christi.

    Die Hir­ten
    haben denn die Pflicht,
    Alles zu verkünden
    — das gesam­te hl. Evangelium –
    um die See­len auf den schma­len und stei­len Weg zur Glück­se­lig­keit zu führen.

    Die gesam­te Selbstoffenbarung.
    Zu die­ser gehört
    Barmherzigkeit
    u n d
    Gerechtigkeit.

    Unser Herr und Gott Jesus Chri­stus hat Sei­nen hl. Aosteln aufgetragen,

    A l l e s

    zu leh­ren, was Er ihnen offen­bart hat.
    -
    28,19
    Dar­um geht zu allen Völ­kern und macht alle Men­schen zu mei­nen Jün­gern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geistes,
    Mt 28,20
    und
    lehrt sie, alles zu befolgen,
    was ich euch gebo­ten habe.
    Seid gewiss:
    Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
    -

    Eine dem Men­schen ver­mit­tel­te „Barm­her­zig­keit“
    mit des­sen Belas­sen­wol­len im Zustand der Sünde
    ist kei­ne Offen­ba­rung Gottes,
    viel­mehr men­schen­ge­bau­tes Mauerwerk….
    und wird somit ineinanderfallen.
    Ein „Evan­ge­li­um light“ aber
    — als Weg­wei­ser für den brei­ten und beque­men Weg im Diesseits –
    ist ohne Kraft und Gnade,
    wir­kungs­los für das Seelenleben
    und letzt­end­lich eine
    Tat von Mietlingen,
    denen der Ewig­keits­zu­stand der Seelen
    gleich­gül­tig ist..
    Mietlinge,
    die die ihnen anver­trau­te Schafe
    dem rei­ssen­den Wolf überlassen,
    dem Rän­ke­schmied Satan, dem Vater der Lüge.“
    -

  3. Fran­zis­kus der Refor­mer strahlt mit sei­ner Barm­her­zig­keit welt­weit ver­wir­ren­de Signa­le aus. Ei-
    nes davon hat jetzt Erz­bi­schof Cup­ich erreicht. Als Dank für das Pal­li­um durch den Apostoli-
    schen Noti­us ( nicht durch den Papst ! ) hat der Erz­bi­schof sofort wie gedopt in das gewünschte
    Horn des Pap­stes gesto­ssen und sei­ne Katho­li­ken auf­ge­ru­fen, ganz barm­her­zig zu sein und an-
    dere Fami­li­en­for­men anzu­er­ken­nen. Dabei spielt offen­sicht­lich die Leh­re der Kir­che kei­ne Rolle
    mehr.

  4. Bischof Cup­ich war vor­her in Spo­ka­ne (Nord­osten im Staat Washing­ton, Westen der USA).
    Die­se Diö­ze­se wur­de, wie so vie­le umlie­gen­de, durch die mas­sa­le Pädo­phi­lie­kri­se spi­ri­tu­ell zugrun­de gerich­tet, und ging finan­zi­ell bankrott.
    Inso­weit ist es die erste Pflicht von Bischof Cup­ich „sich auf Ver­än­de­run­gen ein­zu­stel­len“- näm­lich das Evan­ge­li­um Unse­res Herrn Jesus‘ Chri­stus‘ zu ver­kün­di­gen, die pädo­phi­le Augi­asstäl­le von den Mis­se­tä­tern und deren moder­ni­sti­schen Ver­tu­schern zu rei­ni­gen und pri­mär Barm­her­zig­keit ggb. die Opfer zu zeigen.
    Sehr wün­schens­wert wäre daß er die poten­zi­el­le Gefahr des Miß­brauchs aktiv-prä­ven­tiv angeht, beson­ders durch Qua­li­tät und Selek­ti­on in den Seminaren;
    die Ver­kün­di­gung der rech­ten Leh­re ist übri­gens sein erste „munus“.

    War­um man sich mit „nicht-tra­di­tio­nel­len Fami­li­en“ beschäf­tigt, wenn doch nicht lan­ge vor­her sovie­le „tra­di­tio­nel­le Fami­li­en“ durch die­sen Schund kaputt gemacht wur­den: inter­es­san­te Frage.
    Viel­leicht weiß jemand eine Antwort?

    • Das ver­ste­he, wer kann, was die­ser Bischof zusam­men­phan­ta­siert. Es gibt nur Ehen. Die­se bestehen seit alters Zeit ganz pari­tä­tisch aus Mann und Frau. Das ist die Defi­ni­ti­on. Alles Ande­re ist das Umfunk­tio­nie­ren, bekannt seit 68 des letz­ten Jahr­hun­derts (dazu braucht es kei­ne Bibel­stel­le und kein Ver­weis auf einen unbe­kann­ten Autoren).

Kommentare sind deaktiviert.