In Schweden gibt es ein Problem Islam, aber niemand darf es aussprechen

Malmö: 30 Sprengstoffattentate seit Jahresbeginn und das "Nicht-Problem" Islam
Mal­mö: 30 Spreng­stoff­at­ten­ta­te seit Jah­res­be­ginn und das „Nicht-Pro­blem“ Islam

(Stock­holm) Noch immer den­ken ande­re Euro­pä­er bei Schwe­den nicht an Kon­flik­te und inne­re Unru­hen. Ganz im Gegen­teil. Ein Irr­tum. In Mal­mö, der dritt­größ­ten Stadt des skan­di­na­vi­schen Lan­des explo­die­ren Hand­gra­na­ten, wie in kei­ner ande­ren Stadt Euro­pas. Bis­her gab es, wie durch ein Wun­der, kei­ne Toten. Doch die Angst geht um. In der Bevöl­ke­rung herrscht gro­ße Ver­un­si­che­rung. Das hohe Gut siche­rer Stra­ßen auch für Frau­en und Mäd­chen ist in Schwe­dens Städ­ten Ver­gan­gen­heit. Die schwe­di­sche Poli­tik und die mei­nungs­bil­den­den Krei­se des Lan­des haben die­sen Zustand erst mög­lich gemacht, daß die viel­ge­rühm­te Poli­tik der „Groß­zü­gig­keit“ und „Offen­heit“ die Lebens­qua­li­tät der Men­schen zuse­hends verschlechtert.

Wer trainiert in Malmö für den „Ernstfall“?

Die Zahl der Atten­ta­te wird immer grö­ßer: 30 Explo­sio­nen waren es es allein seit Jah­res­be­ginn 2015. 2014 gab es 24 Fäl­le von Hand­gra­na­ten­ein­satz durch Unbe­kann­te. Das jüng­ste Atten­tat erfolg­te am 10. August. Eine Auto­bus­hal­te­stel­le wur­de mit­ten in der Nacht in die Luft gesprengt. Kein Toter, kein Ver­letz­ter, aber Dut­zen­de Fen­ster­schei­ben, die im Umkreis zu Bruch gin­gen und viel Angst.

In Mal­mö gehö­ren Bom­ben­an­schlä­ge und Gewalt inzwi­schen zum All­tag. Die Zie­le der Anschlä­ge schei­nen zufäl­lig gewählt: Park­ga­ra­gen, Park­plät­ze, leer­ste­hen­de Büro­ge­bäu­de, offe­ne Stra­ßen. Es scheint, als wür­de jemand für den „Ernst­fall“ trainieren.

Die Poli­zei ver­folgt offi­zi­ell vor allem die Spur des ille­ga­len Waf­fen­han­dels. Alle sicher­ge­stell­ten Spreng­sät­ze stam­men vom Bal­kan. Die Häu­fung der Fäl­le begann mit der gleich­zei­tig fest­ge­stell­ten Zunah­me ille­ga­ler Waf­fen­lie­fe­run­gen von Däne­mark nach Schwe­den. Mal­mö ist das Tor, das Schwe­den mit Mit­tel­eu­ro­pa ver­bin­det. Der Groß­teil aller Waren, die ins Land kom­men, muß hier durch.

Offizielle Erklärung: Waffenschieber und Rechtsextreme

Nur ein Atten­tat in die­sem Jahr ließ als Motiv einen ras­si­sti­schen oder reli­giö­sen Hin­ter­grund erken­nen. Ein Spreng­satz wur­de gegen ein isla­mi­sches Bet­haus geschleu­dert, in dem Rama­dan gefei­ert wur­de. Auch in die­sem Fall gab es weder Tote noch Ver­letz­te. Die schwe­di­sche Pres­se stürz­te sich auf die­sen Fall und laste­te ihn der extre­men Rech­ten an. Der Medi­en­te­nor lau­te­te: Wenn auch viel­leicht nicht alle die­se Mikro-Atten­ta­te der extre­men Rech­ten ange­la­stet wer­den könn­ten, wür­de die um sich grei­fen­de Unsi­cher­heit vor allem der poli­ti­schen Rech­te nüt­zen. In man­chen Berich­ten schwingt eine kaum zu über­hö­ren­de Unter­stel­lung mit. Gemeint sind die Schwe­den­de­mo­kra­ten, die bei den Reichs­tags­wah­len 2014 mit über 12 Pro­zent ihren Stim­men­an­teil mehr als ver­dop­peln konn­ten. Sie for­dern als ein­zi­ge Reichs­tags­par­tei ein Ende der schran­ken­lo­sen Zuwanderung.

Ins sel­be Horn blies jüngst der Jour­na­list Joa­kim Palmkvist, Autor des Buches Mafia Wars (Krie­ge des orga­ni­sier­ten Ver­bre­chens), in einem Reu­ters-Inter­view: „Die­se Angrif­fe schaf­fen ein Kli­ma des Ter­rors und sind Was­ser auf die Müh­len der extre­men Rech­ten. Das End­ergeb­nis ist es, die Men­schen auf bis­her unge­kann­tem Niveau zu erschrecken.“

25 Jahre Einwanderung: Ein Fünftel der Bewohner Malmös sind Moslems

Moslem-Demonstration in Malmö
Mos­lem-Demon­stra­ti­on in Malmö

Doch da gibt es noch etwas. Etwas wor­über in Schwe­den nie­mand öffent­lich zu spre­chen wagt. Abge­se­hen davon, daß das von Palmkvist „Mafia“ genann­te orga­ni­sier­te Ver­bre­chen, nichts mit Sizi­lia­nern, sehr wohl aber mit Aus­län­dern oder schwe­di­schen Staats­bür­gern mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund zu tun hat: Mal­mö beher­bergt die größ­te Grup­pe isla­mi­scher Ein­wan­de­rer. Sie kom­men aus den ver­schie­den­sten Län­dern und machen inzwi­schen bereits ein Fünf­tel der Bevöl­ke­rung aus. Vor 25 Jah­ren lag ihr Anteil fak­tisch noch bei Null.

Ange­sichts die­ser Fak­ten ist es nicht schwer, sich das Sze­na­rio eth­ni­scher und reli­giö­ser Span­nun­gen vor­zu­stel­len. Die Schuld wird dem orga­ni­sier­ten Ver­bre­chen der Waf­fen­schie­ber und der poli­ti­schen Rech­ten zuge­schrie­ben. Hin­ter der Chif­fre „Waf­fen­schie­ber“ ver­birgt sich jedoch die­sel­be Quel­le. Das Phä­no­men ist neu und ist unter die Fol­ge­wir­kun­gen der Mas­sen­ein­wan­de­rung zu zählen.

Schwedens Fähigkeit, das Problem Islam „unsichtbar“ wegzuretuschieren

Schwe­den hat in der Ver­gan­gen­heit bewie­sen, durch­aus geschickt zu sein, wenn es dar­um geht, das Pro­blem Islam „unsicht­bar“ zu machen. Und doch gibt es ein isla­mi­sches Pro­blem, auch wenn es das Estab­lish­ment nicht wahr­ha­ben will. In Schwe­den ist es ver­bo­ten, den eth­ni­schen oder reli­giö­sen Hin­ter­grund von Straf­tä­tern zu erwäh­nen. Sogar eth­nisch und reli­gi­ös auf­ge­schlüs­sel­te Sta­ti­sti­ken sind ver­bo­ten. Angeb­lich, um jede Form von Vor­ur­tei­len zu ver­mei­den. Sol­che staat­li­chen Ein­grif­fe in die Mei­nungs- und Pres­se­frei­heit besei­ti­gen jedoch nicht Pro­ble­me, son­dern ver­stecken sie nur. Die Vor­ur­tei­le der Ein­wan­de­rer besei­ti­gen sie schon gar nicht.

Es gibt in Schwe­den Grup­pen, wie die Schwe­den­de­mo­kra­ten, die sol­che Maß­nah­men für kon­tra­pro­duk­tiv, ja schäd­lich für das Staats­we­sen, für Ord­nung und Sicher­heit und das All­ge­mein­wohl hal­ten. Durch poli­tisch kor­rek­te Schreib‑, Rede- und Denk­ver­bo­te wür­den die Pro­ble­me nur auf­ge­scho­ben, statt sie anzu­spre­chen, um sie einer Lösung zuzu­füh­ren. Das wer­de sich ein­mal rächen. Die sozia­le Äch­tung sol­cher Mei­nun­gen ist jedoch groß. Die ande­ren Par­tei­en haben um die Schwe­den­de­mo­kra­ten einen cor­don sani­taire gezo­gen und las­sen die Öffent­lich­keit jeden Tag wis­sen, wie „unmög­lich“ und „inak­zep­ta­bel“ sie sei­en, wes­halb man sich mit der Mei­nung und Kri­tik erst gar nicht befas­sen müsse.

Das „Nicht-Problem“ Islam und Mikael Skrà¥mo alias Abdul Samad Al-Swedi

Abdul Samad Al Swedi Mikael Skrà¥mo
Abdul Samad Al Swe­di Mika­el Skrà¥mo

Laut schwe­di­scher Regie­rung und Medi­en gibt es näm­lich kein isla­mi­sches Pro­blem. Nur im Inter­net kann man etwas hin­ter die Kulis­sen blicken. Es war der Blog­ger Torb­jörn Jer­ler­up, der im ver­gan­ge­nen Juni über Mika­el Skrà¥mo berich­te­te. Skrà¥mo ist Schwe­de und kein Ein­wan­de­rer. Er kon­ver­tier­te zum Islam und ging nach Syri­en, um für den Isla­mi­schen Staat (IS) zu kämp­fen. Skrà¥mo, der sich nun Abdul Samad Al-Swe­di nennt, ver­öf­fent­lich­te meh­re­re Auf­ru­fe im Inter­net, auch über Face­book. Anfang Juni schrieb er: „Die Mos­lems in Schwe­den wer­den immer mehr aus­ge­grenzt wer­den. Anstatt euch dar­auf zu beschrän­ken, ein T‑Shirt anzu­zie­hen und an die Orte zu gehen, die Allah am mei­sten haßt, nur um Pro­se­ly­ten zu machen, soll­tet ihr mit einer Bom­be hin­ge­hen. Ladet euch Inspi­re [die Online-Zeit­schrift von Al-Qai­da mit Anlei­tun­gen zur Orga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung von Atten­ta­ten] her­un­ter und beginnt mit dem Bau von Bom­ben. Nehmt ein­fa­ches Mate­ri­al, das ihr in jedem Ica- und Coop-Super­markt bekom­men könnt. Es ist Zeit zu zei­gen, wem die­se Welt gehört!“

Ange­sichts sol­cher Bot­schaf­ten scheint es kei­nes­wegs mehr so sicher, wie Medi­en und Poli­tik behaup­ten, daß die zahl­rei­chen Spreng­stoff­at­ten­ta­te in Schwe­den auf das Kon­to von Waf­fen­schie­bern und Rechts­ex­tre­men gehen. Wie vie­le der Atten­ta­te auf isla­mi­sche Täter zurück­ge­hen, kann nicht gesagt wer­den. Es scheint, als gäbe es eine Wei­sung des Innen­mi­ni­ste­ri­ums an die Poli­zei, zumin­dest öffent­lich kei­ne Hin­wei­se auf eine isla­mi­sche Täter­schaft auch nur anzudeuten.

„Kein anderes Land läßt so leicht Haßprediger ihre Botschaft verbreiten“

Wer Schwe­den bereist, weiß, daß es ein isla­mi­sches Pro­blem gibt. Die Fra­ge ist, ob und wann die Poli­tik bereit ist, die­ses Pro­blem beim Namen zu nen­nen. Skrà¥mo ist nicht der ein­zi­ge Haß­pre­di­ger in Schwe­den. Aje Carl­bom, Assi­stenz­pro­fes­sor für Sozia­le Anthro­po­lo­gie am Mal­mö Col­le­ge, sag­te: „Die jun­gen Akti­ven der Sala­fi­sten­grup­pen [Sun­ni­ten] betrach­ten die Welt, die sie umgibt als Ter­ri­to­ri­um, das isla­mi­siert wer­den muß“. Sie nut­zen dazu vor­erst fried­li­che Tech­ni­ken des Pro­se­ly­tis­mus. „Sie ver­brei­ten den Islam, indem sie beson­de­re Ver­kaufs­tech­ni­ken ler­nen, die auf Gesprächs­kon­trol­le und das Ver­mei­den schwie­ri­ger Situa­tio­nen abzielen.“

Der Exper­te für den Islam in Euro­pa, Hara Rafiq, Vor­sit­zen­der der Quil­liam Foun­da­ti­on erklär­te: „Schwe­den erlaubt weit mehr als ande­re Län­der, daß Haß­pre­di­ger ins Land kom­men und Reden hal­ten kön­nen, um ihre Bot­schaft zu verbreiten“.

Sicherheitstagung: 100 Dschihadisten als „Flüchtlinge“ zurückgekehrt — 60.000 schwedische Reisepässe verschwunden

Mikael Skrà¥mo  vor der Fahne des Islamischen Staates
Mika­el Skrà¥mo vor der Fah­ne des Isla­mi­schen Staates

Auf einer Tagung am ver­gan­ge­nen 8. Mai am Insti­tut für Außen­po­li­tik in Stock­holm wur­den Sicher­heits­ex­per­ten deut­li­cher: Die Rekru­tie­rung jun­ger Schwe­den durch Dschi­ha­di­sten­grup­pen schrei­tet in einem so schnel­len Tem­po vor­an, daß die Kapa­zi­tä­ten der Ord­nungs­kräf­te über­for­dert sind. Die schwe­di­sche Poli­zei kennt die Iden­ti­tät von min­de­stens 300 Per­so­nen aus Schwe­den, die sich den Dschi­ha­di­sten ange­schlos­sen haben und in deren Rei­hen in Syri­en und im Irak kämp­fen. Ein Kampf, der auch gegen die Chri­sten des Nahen Ostens geführt wird. 35 oder 40 von ihnen wur­den im Kampf getö­tet, mehr als 100 sind inzwi­schen jedoch nach Schwe­den zurück­ge­kehrt. Von eini­gen wis­se man, daß sie Befeh­le erhal­ten haben, in Schwe­den und Euro­pa Atten­ta­te durchzuführen.

Die schwe­di­schen Sicher­heits­kräf­te gaben zu, daß die Dschi­ha­di­sten auch als „Flücht­lin­ge“ getarnt nach Schwe­den zurück­ge­kehrt sind, zumal in Schwe­den 90 Pro­zent aller Per­so­nen, die einen Asyl­an­trag stel­len, stän­di­ges Auf­ent­halts­recht erhal­ten. In einer wach­sen­den Zahl von Fäl­len ver­stecken sie sich wort­wört­lich hin­ter „Kin­dern“: Allein im ver­gan­ge­nen Juni haben 1.500 Min­der­jäh­ri­ge in Schwe­den um Asyl ange­sucht. Die Min­der­jäh­ri­gen wür­den vor­aus­ge­schickt. Im näch­sten Schritt kom­men deren erwach­se­ne Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen nach. Wer da alles ins Land kom­me, ent­zie­he sich jeder Kennt­nis. Abge­se­hen davon, sei­en die „Min­der­jäh­ri­gen“ in vie­len Fäl­len gar kei­ne Min­der­jäh­ri­gen, wie die Sicher­heits­ex­per­ten auf der Tagung erklär­ten. Genannt wur­den Fäl­le von angeb­lich 16jährigen, die in Wirk­lich­keit 20jährige sind, doch Schwe­den gewährt stän­di­ge Auf­ent­halts­be­wil­li­gun­gen schnel­ler, als eine Alters­über­prü­fung mög­lich ist. Für eine nach­träg­li­che Aberken­nung bei nach­ge­wie­se­nem Betrug fehlt jeder poli­ti­sche Willen.

Der ara­bi­sche Fern­seh­sen­der Al Aan berich­te­te ver­gan­ge­nen Mai, daß der Isla­mi­sche Staat im Besitz einer gro­ßen Zahl west­li­cher Rei­se­päs­se sei, vor allem schwe­di­scher. Der schwe­di­sche Rei­se­paß ist die per­fek­te Garan­tie für eine unge­hin­der­te Rei­se­tä­tig­keit. Es gibt welt­weit nur ganz weni­ge Län­der, die stren­ge Visa­be­stim­mun­gen gegen­über Bür­gern die­ses skan­di­na­vi­schen Lan­des anwen­den. Laut Schät­zun­gen der schwe­di­schen Poli­zei feh­len der­zeit min­de­stens 60.000 Rei­se­päs­se. Nie­mand weiß, wo sie gelan­det sind. Laut Al Aan befin­det sich zumin­dest ein Teil davon in den Hän­den des Isla­mi­schen Staa­tes (IS).

Muslimische Bildungsstaatsekretärin verbietet Schülern schwedische Fahne

Doch die poli­ti­sche Eli­te des Lan­des ver­blüfft mit ihren „Gegen­maß­nah­men“. Anstatt Roß und Rei­ter zu nen­nen, eine zwin­gen­de Vor­aus­set­zung, um Lösun­gen zu fin­den, zen­su­riert die Regie­rung nicht nur Sta­ti­sti­ken mit eth­ni­schem und reli­giö­sem Hin­ter­grund von Straf­tä­tern. Das Unter­richts­mi­ni­ste­ri­um hat eine noch weit „bes­se­re“ Metho­de gefun­den, einer Radi­ka­li­sie­rung jun­ger Mos­lems vor­zu­beu­gen: ein Ver­bot, die schwe­di­sche Fah­ne in Klas­sen­zim­mern zu zeigen.

Die schwe­di­sche Fah­ne Sve­ri­ges flag­ga ent­hält das Kreuz der Kreuz­fah­rer. Ein „zu“ christ­li­ches Sym­bol, das man Mos­lems nicht zumu­ten kön­ne, schließ­lich könn­te es deren Gefüh­le ver­let­zen, wie das sozi­al­de­mo­kra­tisch geführ­te Mini­ste­ri­um ver­lau­ten ließ. Doch es kam noch erstaun­li­cher: Das Ver­bot wur­de damit begrün­det, daß es sich schließ­lich bei der schwe­di­schen Fah­ne, wohl­ge­merkt ein staat­li­ches Hoheits­zei­chen, um ein „natio­na­li­sti­sches“ Sym­bol hand­le, das aus­län­di­sche Schü­ler sich aus­ge­grenzt füh­len las­sen könnte.

Unter­richts­mi­ni­ster ist seit Okto­ber 2014 der Grü­ne Gustav Fri­do­lo­lin, für den Sekun­dar­schul­be­reich ist als Staats­se­kre­tä­rin die Sozi­al­de­mo­kra­tin Aida Had­zia­lic, selbst sun­ni­ti­sche Mus­li­min, zustän­dig. Die 1987 gebo­re­ne Bos­nia­kin kam im Alter von fünf Jah­ren wäh­rend des Jugo­sla­wi­en­krie­ges mit ihrer Fami­lie nach Schwe­den und fand bereit­wil­li­ge Auf­nah­me. Heu­te dankt sie es im Gleich­schritt mit ihrem grü­nen Mini­ster­kol­le­gen mit größt­mög­li­cher Distan­zie­rung von allem Schwe­di­schen. Die rot-grü­ne Min­der­hei­ten­re­gie­rung ist jedoch so krampf­haft bemüht, Aus­län­der­freund­lich­keit zu demon­strie­ren, daß sie selbst sol­che Akti­vi­tä­ten auf Regie­rungs­ebe­ne dul­det, die von man­chen sogar als staats­feind­lich ein­ge­stuft wer­den könnten.

„Maßnahmen“ gegen Radikalisierung moslemischer Jugendlicher

Aus der­sel­ben Ecke lie­gen auch Vor­schlä­ge vor, die schwe­di­sche Natio­nal­hym­ne zu ändern, weil ihr Text zu „natio­na­li­stisch“ und „impe­ria­li­stisch“ und über­haupt zu „schwe­disch“ sei. Die luthe­ri­sche Kir­che Schwe­dens erweist sich völ­lig unfä­hig, eine vom lin­ken Main­stream unab­hän­gi­ge Posi­ti­on zu formulieren.

Ein schwe­di­scher Schü­ler, der mit einem T‑Shirt in den Natio­nal­far­ben zur Schu­le kommt, ris­kiert nun jeden­falls einen Ver­merk im Klas­sen­re­gi­ster oder sogar einen Schul­ver­weis. Man darf mit Sicher­heit anneh­men, daß sol­che Maß­nah­men der Radi­ka­li­sie­rung mos­le­mi­scher Jugend­li­cher „ganz bestimmt“ und „erfolg­reich“ ent­ge­gen­wir­ken werden.

Text: Andre­as Becker
Bild: NBQ/Y­ou­tube/­Pi-News (Screen­shots)

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