Bischof verbietet Handkommunion in seiner Diözese

(La Paz) Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag, den 16. August gab Bischof Cri­sto­bal Bial­as­ik von Oruro in Boli­vi­en bekannt, daß in sei­ner Diö­ze­se mit sofor­ti­ger Wir­kung die Hand­kom­mu­ni­on nicht mehr erlaubt ist. Die Kom­mu­ni­ons­pen­dung wer­de nicht mehr auf die Hand der Gläu­bi­gen erfol­gen, son­dern nur mehr als Mundkommunion.

Der Bischof mach­te dar­auf auf­merk­sam, daß es in letz­ter Zeit zu Vor­fäl­len kam, wo Leu­te die kon­se­kre­tier­te Hostie auf die Hand emp­fin­gen und sich damit ent­fern­ten. Was mit dem Leib Chri­sti dann gesche­he, wis­se man nicht. Das aber sei untragbar.

Bischof Cri­sto­bal (Krzy­sz­tof) Bial­as­ik wur­de 1958 in ZbÄ…szynek (Neu-Bent­schen) gebo­ren. Er gehört den Stey­ler Mis­sio­na­ren an. 1980 leg­te er die Ewi­ge Pro­feß ab und wur­de 1985 von Erz­bi­schof Hen­ryk Kar­di­nal Gul­bi­no­wicz von Bres­lau zum Prie­ster geweiht. Papst Bene­dikt XVI. ernann­te ihn 2005 zum Bischof von Oruro. 2014 wur­de in sei­ner Diö­ze­se die höch­ste Mari­en­sta­tue der Welt (ohne Sockel) ein­ge­weiht. Sie ist dem Gna­den­bild der aller­se­lig­sten Vir­gen de la Can­del­aria del Soca­vón von Oruro nach­emp­fun­den. Ins­ge­samt erreicht die Sta­tue samt Sockel eine Höhe von 45,5 Metern und ist damit höher als die berühm­te Chri­stus­sta­tue des Cri­sto Reden­tor von Rio de Janei­ro, die seit 2007 als eines der Sie­ben Welt­wun­der gilt.

Cristobal Bialasik, Bischof von Oruro
Cri­sto­bal Bial­as­ik, Bischof von Oruro

Der Bischof rief in Erin­ne­rung, daß die Mund­kom­mu­ni­on in der Kir­che die eigent­li­che Form des Kom­mu­nion­emp­fangs ist, wäh­rend die Hand­kom­mu­ni­on erst in jüng­ster Zeit erlaubt wor­den sei, sich aber nicht bewährt habe.

Handkommunion im 17. Jahrhundert bei Calvinisten aufgekommen

Die Kir­chen­ge­schich­te, auch die jüng­ste, ist reich an Bei­spie­len, wo Ange­hö­ri­ge ande­rer Reli­gio­nen, von Ideo­lo­gien und Son­der­grup­pen wie Sata­ni­sten ver­such­ten, in den Besitz von kon­se­krier­ten Hosti­en zu gelan­gen, um sie dann zu miß­brau­chen, zu schän­den, in heid­ni­schen und göt­zen­die­ne­ri­schen Ritua­len zu verwenden.

Die Hand­kom­mu­ni­on ermög­licht zudem die Gefahr, daß der Leib Chri­sti aus der Hand rutscht und zu Boden fällt.

Msgr. Atha­na­si­us Schnei­der erin­ner­te in sei­nen Ver­öf­fent­li­chun­gen über das Aller­hei­lig­ste, daß die Pra­xis der Hand­kom­mu­ni­on, wie sie heu­te in der römisch-katho­li­schen Kir­che weit­ver­brei­tet ist, im 17. Jahr­hun­dert bei den Cal­vi­ni­sten auf­ge­kom­men ist, die nicht an die Real­prä­senz Jesu Chri­sti in der Eucha­ri­stie glau­ben. „Luther hät­te das nie getan“, so der Weih­bi­schof von Asta­na. „Bis vor rela­tiv kur­zer Zeit war es üblich, daß Luthe­ra­ner kniend die Mund­kom­mu­ni­on emp­fin­gen und noch heu­te geschieht das so in Tei­len Skandinaviens“.

Thomas von Aquin: Kommunionspendung dem Priester vorbehalten

Der hei­li­ge Tho­mas von Aquin bekräf­tig­te in sei­ner Sum­ma Teo­lo­giae, daß die Spen­dung des Lei­bes Chri­sti an die Gläu­bi­gen aus drei Grün­den dem Prie­ster vor­be­hal­ten ist.

Respon­deo dicen­dum quod ad sacer­do­tem per­ti­net dis­pen­sa­tio cor­po­ris Chri­sti, prop­ter tria.

Pri­mo qui­dem quia, sicut dic­tum est, ipse con­se­crat in per­so­na Chri­sti. Ipse autem Chri­stus, sicut con­se­cra­vit cor­pus suum in cena, ita et ali­is sumen­dum dedit. Unde, sicut ad sacer­do­tem per­ti­net con­se­cra­tio cor­po­ris Chri­sti, ita ad eum per­ti­net dispensatio.

Secun­do, quia sacer­dos con­sti­tui­tur medi­us inter Deum et popu­lum. Unde, sicut ad eum per­ti­net dona popu­li Deo offer­re, ita ad eum per­ti­net dona sanc­ti­fi­ca­ta divini­tus popu­lo tradere.

Ter­tio quia, in rever­en­ti­am hui­us sacra­men­ti, a nul­la re con­tingi­tur nisi con­se­cra­ta, unde et cor­po­ra­le et calix con­se­cran­tur, simi­li­ter et manus sacer­dotis, ad tan­gen­dum hoc sacra­men­tum. Unde nul­li alii tan­ge­re licet, nisi in neces­si­ta­te puta si cade­ret in ter­ram, vel in ali­quo alio neces­si­ta­tis casu.

Erstens, weil der Prie­ster in der Per­son Chri­sti han­delt. So wie Chri­stus sich beim Letz­ten Abend­mahl selbst den Jün­gern gege­ben hat, so soll der Prie­ster, der an sei­ner statt han­delt, den Gläu­bi­gen die Kom­mu­ni­on geben.

Zwei­tens, weil der Prie­ster von Chri­stus beauf­tragt in der Mit­te zwi­schen Gott und dem Volk steht. So wie er die Gaben des Vol­kes Gott dar­bringt, so bringt er auch dem Volk die hei­li­gen Gaben Gottes.

Drit­tens, weil aus Ehr­furcht das Sakra­ment nur berüh­ren darf, wer selbst geweiht oder kon­se­kriert ist. Des­halb sind Kor­po­ra­le, Pate­ne und Kelch geweiht und eben­so die Hän­de des Prie­sters beson­ders geweiht und gesalbt, damit sie die­ses Sakra­ment berüh­ren kön­nen. Dar­um ist es ande­ren nur in einer Not­si­tua­ti­on, erlaubt, etwa wenn das Sakra­ment zu Boden fällt, es zu berühren.

Der größ­te Miß­brauch des Altarsa­kra­ments, so Adel­an­te la Fe, erfol­ge heu­te durch eine unwür­di­ge Zele­bra­ti­on des hei­li­gen Meß­op­fers und durch den unwür­di­gen Emp­fang der hei­li­gen Kom­mu­ni­on im Stand einer Tod­sün­de. Die Hand­kom­mu­ni­on wider­spre­che den Fest­stel­lun­gen des hei­li­gen Tho­mas von Aquin und öff­ne auf unn­nö­ti­ge Wei­se dem sakri­le­gi­schen Miß­brauch der kon­se­krier­ten Hostie Tür und Tor.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: InfoVaticana

20 Kommentare

  1. Die „Hand­kom­mu­ni­on“ wur­de gleich­sam hand­streich­ar­tig ein­ge­führt und anschlie­ssend durch ein gleich­sam erzwun­ge­nes „Indult“ (Befrei­ung vom gel­ten­den Recht) wei­ter ver­brei­tet. Den­noch ist und bleibt die knien­de Mund­kom­mu­ni­on wei­ter­hin die gel­ten­de Norm !
    Ein kur­zer kir­chen­ge­schicht­li­cher Abriss:

    Die Kir­chen­ge­schich­te unter­schei­det z.b. zwi­schen den
    Kon­zi­li­en des Altertums
    sowie des
    Hochmittelalters.
    Let­ze­re waren denn auch erst jene, die von den Päp­sten ein­be­ru­fen wur­den ! Erste­re von Kaisern.

    Die Kon­zi­li­en des Altertums,
    die
    alle­samt im Ost­reich abge­hal­ten wurden 
    — so etwa Nicäa, Konstantinopel…- 
    befass­ten sich nahe­zu aus­schliess­lich mit den Erlas­sen von dog­ma­ti­schen Glau­bens­wahr­hei­ten als Reak­ti­on auf die auf­kom­men­den Härer­si­en der Aria­ner, Nestrorianer.…
    Bezüg­lich des Kom­mu­nion­emp­fan­ges fand kei­ne ein­heit­li­che Rege­lung statt, da die Anfän­ge der Kir­che durch Häre­si­en bedroht war und auf deren Bekämp­fung die Kräf­te kon­zen­triert wurden.

    Eini­ge weni­ge Prak­ti­ken waren denn auch gemäss der Ost­kir­che (!) vollzogen.…so etwa jene Form der „Hand­kom­mu­ni­on“, die selbst­re­dend kein Grei­fen nach dem ALLERHEILGSTEN war son­dern ein mög­lichst ehr­fürch­ti­ges- nach vori­ger tie­fer Ver­beu­gung oder wohl auch Knie­beu­ge — direkt zum Mund ( !) führen !

    Die­se waren aber nie­mals die „Regel“ !

    BEREITS ab dem 6. Jahr­hun­dert ging die Kir­che über — gewach­sen in der Erkennt­nis über den wirk­lich ehr­fürch­ti­gen Emp­fang des LEIBES CHRISTI, den Emp­fang der hei­li­gen Kom­mu­ni­on in den Mund zu lehren.…mit der dazu not­wen­di­gen kör­per­li­chen — demü­ti­gen — Hal­tung des Kniens !

    Eine ein­heit­li­che Rege­lung wur­de frei­lich erst durch die Kon­zi­len im Hoch­mit­tel­al­ter erlassen,
    also nach dem Schis­ma der Ost­kir­che von 1054 !
    Die latei­ni­sche Kir­che als die Hei­li­ge Mut­ter Kir­che kann­te dem­nach als gel­ten­de Regel
    allei­ne die knien­de Mundkommunion!
    Dar­an hat sich nie etwas geändert !

    Die „Hand­kom­mu­ni­on“ hät­te ohne den ein­ge­schleu­sten „Volks­al­tar“ nie­mals erzwun­gen wer­den können !

    • „Die „Hand­kom­mu­ni­on“ hät­te ohne den ein­ge­schleu­sten „Volks­al­tar“ nie­mals erzwun­gen wer­den können !“
      Das ist rich­tig und damit kei­ner mehr eine Chan­ce hat haben sie Kom­mu­ni­onbän­ke gleich mit abgesägt.
      Per Mari­am ad Christum.

  2. Wer eine sog. Sonn­tags­mes­se einer durch­schnitt­li­chen deutsch­spra­chi­gen Pfar­re gese­hen hat, wird sich über den tota­len Ver­lust der dem Aller­hei­lig­sten Altars­sa­kra­ment (so denn eine gül­ti­ge Kon­se­kra­ti­on über­haupt statt­ge­fun­den hat) geschul­de­ten Ehr­furcht nicht wun­dern. Das, was dort abge­hal­ten wird, ist besten­falls eine frei­re­li­giö­se Erbau­ungs­stun­de, oft mit dilet­tan­tisch-sozi­al­kri­ti­schem, öko­lo­gi­sti­schem oder son­sti­gem reli­gi­ons­frem­dem Einschlag.Tödlich lang­wei­lig und pein­lich in den mei­sten Fäl­len, und man braucht sich nicht zu wun­dern, daß jemand, der die gan­ze Woche über hart arbei­ten muß­te, sich dafür nicht um das Aus­schla­fen bringt. Das „Eucha­ri­stie­ver­ständ­nis“ der mei­sten, die dort betei­ligt sind, hat mit dem der römisch-katho­li­schen Kir­che jeden­falls über­haupt nichts zu tun ‑dies gilt sowohl für die Zele­bran­ten bzw. Mahl­vor­ste­her als auch für die Zuschauer.

    Die Hand­kom­mu­ni­on ‑so wie sie dort de fac­to prak­ti­ziert wird- ist nur eine logi­sche Kon­se­quenz des Unglau­bens. So, wie die Betref­fen­den mit der hl. Hostie umge­hen, wür­de man nicht ein­mal ein Haus­tier behan­deln, geschwei­ge denn einen Men­schen, den man liebt . Oder behan­delt man etwa ein Haus­tier oder einen Men­schen wie irgend­ei­nen min­der­wer­ti­gen Keks? Will man also die­se Per­so­nen nicht sämt­lich für Schuf­te hal­ten, so bleibt nur, sie für Ungläu­bi­ge zu halten.

    Bevor nun irgend­je­mand mit dem „geist­rei­chen“ Ein­wand auf­war­tet, schließ­lich habe sich Chri­stus ja durch die Bin­dung sei­ner Gegen­wart an die sakra­men­ta­len Gestal­ten genau die­ser ehr­furchts­lo­sen Behand­lung aus­ge­setzt und sie sei des­we­gen gut­zu­hei­ßen oder zu tole­rie­ren, möge er sich fra­gen, ob jemand, der einem ein kost­ba­res Geschenk macht, es gut­hei­ßen würde,daß man die­ses Geschenk wie irgend­ei­nen völ­lig gleich­gül­ti­gen Gegen­stand behan­delt — und was von Men­schen zu hal­ten wäre, die ein sol­ches Ver­hal­ten tole­rie­ren würden.

    Ohne Glau­be kei­ne Ehr­furcht vor dem eucha­ri­sti­schen Gott. Ohne Ehr­furcht vor Gott kein Respekt vor Men­schen. — Das haben die Befür­wor­ter einer „ver­beul­ten Kir­che“ , die sich „nicht an Sicher­hei­ten klammert“(so Ber­go­gli­os dümm­lich-kari­ka­tu­ra­le Ver­zeich­nung von Kir­che und sen­sus fidei) anschei­nend ver­ges­sen. Und so geht die Tal­fahrt lustig wei­ter, Ber­go­glio legt soeben den fünf­ten Gang ein.

    • @fides vin­cit
      Dan­ke für den guten Bei­trag, aber auch hier stinkt der Fisch gewal­tig vom Kop­fe her.
      Wenn Papst Franz die Mes­se fei­ert, gibt es kei­ne Knie­beu­ge und die Wand­lung wird eiligst abgefertigt.
      Nach­her bei der „Kom­mu­nion­aus­tei­lung“ auf dem Peters­platz, dreht sich mir der Magen um, wenn ich sehe, wie lieb­los das „Brot“ ver­teilt wird.
      Die Hosti­en kom­men in Papp­be­cher, man kann sich des Ein­drucks nicht erweh­ren es ist den „Aus­tei­lern“ egal, wenn das mit­ge­brach­te Hünd­chen auch mal „naschen“ will.
      Wer sol­che unwür­di­gen Zustän­de dul­det, bzw. auch noch for­ciert, der darf sich ueber Zusta­en­de in den Orts­kir­chen nicht wundern.
      Ausser­dem ist es ein offe­nes Geheim­nis das die gro­sse Mehr­heit des Kle­rus nicht mehr an Real­prae­senz und Trans­sub­tia­ti­on glaubt.
      Und das ist der Kern allen Übels, es fehlt der Glau­be, die Kir­che ist eine wei­te­re Gut­men­schen-Schwatz­bu­de geworden.
      Traurig.

      • @michael:

        Viel­leicht noch etwas zur Präzisierung:

        Es ist zwei­fel­los rich­tig, daß die moder­ni­sti­schen Geist­li­chen und Lai­en nicht an die Trans­sub­stan­tia­ti­on glau­ben und das deren „Ver­ein“ eine gro­tes­ke Gut­men­schen-Schwatz­bu­de gewor­den ist.

        Aber: Die genann­ten Per­so­nen sind kei­ne Katho­li­ken — und deren Gut­men­schen-Schwatz­bu­de ist nicht die Kir­che. Es han­delt sich um eine Sek­te, die sich in bru­ta­ler Wei­se eines Teils des Rechts­be­reichs der Kir­che bemäch­tigt hat. Die Kir­che bleibt natür­lich trotz­dem das, was sie immer war und sein wird: Die Säu­le und Grund­fe­ste der Wahrheit.

        Und dar­an kann auch ein pflicht­ver­ges­se­ner Papst nichts ändern. Es könn­te frei­lich man­chem so pas­sen, daß ein Mensch wie Ber­go­glio die Kir­che „ver­än­dert“. Er kann der Kir­che wohl scha­den — und tut dies in gro­ßem Aus­maß. Sub­stan­zi­ell „ver­än­dern“ kann er sie nicht — eher könn­te er ver­su­chen, die Son­ne aus­zu­lö­schen. Die Kir­che ‑die wah­re, d.h. die römisch-katho­li­sche Kir­che- ist die Stif­tung Got­tes, und nicht Men­schen­werk, wofür die Moder­ni­sten sie hal­ten. Wenn sie Men­schen­werk wäre, dann könn­te man natür­lich aus der Kir­che machen, was man will, wie es z.B. vor eini­gen Tagen Erz­bi­schof Heße for­der­te, indem er sich zu einer „ver­beul­ten Kir­che“ bekann­te, die nicht die „Kir­che der Rei­nen“ sein dür­fe. Daß die Kir­che (seit jeher) fast nur aus mehr oder weni­ger gro­ßen Sün­dern besteht ‑und trotz­dem als unver­lier­ba­res Kenn­zei­chen die Hei­lig­keit besitzt — hat Heße wohl noch nie gehört. Wie dem auch immer sei — man muß sich unbe­dingt davor hüten, auch nur ansatz­wei­se der Vor­stel­lung Raum zu geben, die Kir­che sei eine von Men­schen gemach­te Insti­tu­ti­on — denn die­se Vor­stel­lung ist eine Häresie.

  3. Mal sehen wie lan­ge sich der H. H. Bischof noch der Gunst des römi­schen Pon­ti­fex erfreut!
    Und die Fra­ge ist: Wer­den die Prie­ster das umset­zen, was da ver­langt wurde.
    In Deutsch­land, wo sol­che Fäl­le sicher auch vor­kom­men, wäre eine sol­che Instruk­tio undenkbar.

  4. popu­lus roma­nus @ Es kommt nicht dar­auf an, die Gunst des Pon­ti­fex zu haben, oder nicht zu
    haben, son­dern wie es der Bericht rich­tig wie­der­gibt, die Kir­che es über Jahr­hun­der­te hinweg
    gelehrt und prak­ti­ziert hat. Erst nach dem “ Zwei­ten Vati­ka­num “ wur­de es mög­lich, die­se Unsitte
    ein­zu­füh­ren. Der Bericht zeigt auch die Stel­lung des Prie­sters an und der Umgang mit den sakra-
    len Gegen­stän­den, ins­be­son­de­re auch der Umgang mit dem “ Heil­gen Sakra­ment „. Sie haben
    wei­ter­hin Recht, in Deutsch­land wäre die­se For­de­rung durch die Bischö­fe an die Prie­ster, Kom-
    muni­on­hel­fer, Lai­en­grup­pen und Kir­chen­volk, undenk­bar und wird es wohl lang­fri­stig bleiben.

  5. Die Fra­ge ist für mich immer, war­um man nicht schon aus rei­ner Vor­sicht die Mund­kom­mu­ni­on wählt. Man muss doch beim Ver­gleich der bei­den For­men klar erken­nen, dass die Mund­kom­mu­ni­on das gerin­ge­re Risi­ko eines sakri­le­gi­schen Emp­fangs bie­tet. War­um also wün­schen Gläu­bi­ge über­haupt den ris­kan­te­ren Emp­fang? So beschwer­lich kann es doch nicht sein, sich mal kurz auf eine gepol­ster­te Bank zu knien!?

    • Ja, eben. Nur die Hand­kom­mu­ni­on zu ver­bie­ten, macht doch kei­nen rech­ten Sinn. Die gan­ze der­zei­ti­ge Auf­füh­rung ist ver­kehrt. Das ist der Punkt.

  6. Wie­der ein Bischof, der sich ein­fach so übers das Kir­chen­recht hin­weg­zu­set­zen ver­sucht. Wo kom­men wir denn da hin? Ich den­ke und hof­fe, dass Sei­ne Hei­lig­keit, Papst Fran­zis­kus Bischof Cri­sto­bal Bial­as­ik zru Ord­nung rufen wird.

    Sicher wird er dar­über not amu­sed sein, aber es kann nicht ange­hen, dass jeder sein eige­nes Süpp­chen kocht. Hof­fent­lich wird Rom schnell reagieren!

    • fren­ta @ fren­ta, fren­ta. Sie ver­ken­nen die Situa­ti­on, denn was Bischof Bial­as­ik tut, das
      dient der Ehr­furcht vor der dem Hei­li­gen Sakra­ment, der Gegen­wart Jesu, die heute
      weit­ge­hend ver­lo­ren gegan­gen ist. Es kann sein, dass Fran­zis­kus die­sen Bischof zur
      Ord­nung ruft, das wür­de zu ihm pas­sen, aber die eigent­li­chen Kar­di­nä­le und Bischö­fe die zum Teil Häre­si­en ver­kün­den, sie­he Kar­di­nal Marx, die wer­den geschont oder sogar ge-
      för­dert. Das ist die Wahrheit !

    • Da irren Sie sich aber gewal­tig frenta.Diese „Sup­pe“ schmeckt Rom.

      Hier ein Abschnitt aus INSTRUKTION

      Redemp­tio­nis sacramentum

      über eini­ge Din­ge bezüg­lich der hei­lig­sten Eucharistie,
      die ein­zu­hal­ten und zu ver­mei­den sind.

      92. Obwohl jeder Gläu­bi­ge immer das Recht hat, nach sei­ner Wahl die hei­li­ge Kom­mu­ni­on mit dem Mund zu empfangen,[178] soll in den Gebie­ten, wo es die Bischofs­kon­fe­renz erlaubt und der Apo­sto­li­sche Stuhl reko­gnos­ziert hat, auch dem­je­ni­gen die hei­li­ge Hostie aus­ge­teilt wer­den, der das Sakra­ment mit der Hand emp­fan­gen möch­te. Man soll aber sorg­fäl­tig dar­auf ach­ten, daß der Kom­mu­ni­kant die Hostie sofort vor dem Spen­der kon­su­miert, damit nie­mand mit den eucha­ri­sti­schen Gestal­ten in der Hand weg­geht. Wenn eine Gefahr der Pro­fa­nie­rung besteht, darf die hei­li­ge Kom­mu­ni­on den Gläu­bi­gen nicht auf die Hand gege­ben werden.[179]

      Somit han­delt die­ser Bischof voll und ganz im Sin­ne der Katho­li­schen Kirche.

      • Dann ist das Pro­blem aber anders gela­gert. Eine Ver­wei­ge­rung der Hand­kom­mu­ni­on ist kein Lösung des Pro­blems. Dies wird nur ger­ne vorgeschoben.

        Ich bin schon seit Jah­ren Kom­mu­ni­on­hel­fe­rin, tei­le jedes Wochen­en­de und teil­wei­se auch wäh­rend der Woche die Kom­mu­ni­on aus. Natür­lich ver­wei­ge­re ich auch nie­man­dem die Mund­kom­mu­ni­on, aber auch hier ist nicht sicher­ge­stellt, dass die Hostie nicht wie­der aus dem Mund genom­men wird, wenn der Gläu­bi­ge wie­der in die Bank zurück­ge­kehrt ist!

      • Die Wahr­schein­lich­keit, dass bei Mund­kom­mu­ni­on eine Hostie „spä­ter in der Bank“ noch ein­mal her­aus­ge­nom­men wird, ist jeden­falls im Ver­gleich zur Hand­kom­mu­ni­on schon allein aus fak­ti­schen Grün­den objek­tiv geringer.

        Das Pro­blem Hand- und Mund­kom­mu­ni­on liegt zual­ler­erst dar­in, dass die Zulas­sung der Hand­kom­mu­ni­on Teil des lit­ur­gi­schen Bruchs von 1970 ist. Das schafft per se schon eine Front­stel­lung. Dahin­ter steht aber auch ein unter­schied­li­ches eucha­ri­sti­sches Ver­ständ­nis beglei­tet von der fast völ­li­gen Ent­kop­pe­lung des Kom­mu­nion­emp­fangs von der vor­he­ri­gen Beich­te. Leu­te, die wie die Ramm­ler und Leu­te­schin­der leben, gehen dann zufäl­lig (Hoch­zeit, Tau­fe) in die Kir­che und prompt zur Kom­mu­ni­on („Tun ja alle“, da will man nicht fehlen).
        Zwei­tens ent­schei­den sich seit den 70er Jah­ren (fast) alle für die Hand­kom­mu­ni­on, weil das mit der Erst­kom­mu­ni­on aner­zo­gen wird. Ich hat­te 1976 Erst­kom­mu­ni­on (immer­hin noch mit vor­he­ri­ger Erst­beich­te): uns wur­de allein die Hand­kom­mu­ni­on aner­zo­gen, etwas ande­res wur­de gar nicht the­ma­ti­siert. Von „frei­er“ Ent­schei­dung kann man­gels Infor­ma­ti­on und Sen­si­bi­li­sie­rung kaum gespro­chen werden.

        Seit Jah­ren prak­ti­zie­re ich nur knien­de Mund­kom­mu­ni­on. Ich könn­te gar nicht anders, die Ehr­furcht ver­langt es.

      • Nicht die Ver­wei­ge­rung, son­dern die Abschaf­fung der Hand­kom­mu­ni­on und der Kom­mu­ni­on­hel­fer wäre die Lösung — ganz gewiß nicht aller, aber einer gan­zen Rei­he schwer­wie­gen­ster Probleme.

        Bischof Atha­na­si­us Schnei­der hat unlängst in einem Inter­view fest­ge­stellt, daß es eine bewie­se­ne Tat­sa­che sei, daß ein Groß­teil derer, die gewohn­heits­mä­ßig die Hand­kom­mu­ni­on prak­ti­zie­ren, nicht an die Gegen­wart Chri­sti im Altars­sa­kra­ment glaube. 

        Eine inter­es­san­te Äuße­rung ver­nahm ich übri­gens aus dem Mun­de eines Moham­me­da­ners: Er sag­te, wenn er an die Gott­heit Chri­sti und die Eucha­ri­stie glau­ben wür­de, wür­de er sich vor den kon­se­krier­ten Spe­zi­es zur Erde wer­fen und nicht ein­mal wagen, den Blick zu heben. Eine bezeich­nen­de Bemer­kung — zumal sie von einem Außen­ste­hen­den kommt. Man ver­glei­che damit ein­mal das Ver­hal­ten der durch­schnitt­li­chen Hand­kom­mu­ni­kan­ten und Kom­mu­ni­on­hel­fer, aber auch der „Mahl­vor­ste­her“.

        Mir wird kei­ner weis­ma­chen, daß jemand an die Gott­heit Chri­sti und die Trans­sub­stan­tia­ti­on glaubt, und dann in der Wei­se kom­mu­ni­ziert, wie man es bei 99,9 % der Hand­kom­mu­ni­kan­ten beob­ach­ten kann.

        Lese selbst nur die alte hl. Mes­se. Wenn die hl. Kom­mu­ni­on ‑inner­halb oder außer­halb der Mes­se- aus­ge­spen­det wird, geschieht dies aus­schließ­lich in der nor­ma­len kirch­li­chen Form, d.h. als Mund­kom­mu­ni­on. Das Ver­hal­ten der Kom­mu­ni­kan­ten ist dort über­aus erbau­lich, ja ergrei­fend. Den ein­zi­gen nen­nens­wer­ten Miß­ton, an den ich mich erin­ne­re, erleb­te ich vor ca. 6 Jah­ren, als zwei Indi­vi­du­en in pro­le­ten­haf­ter Manier an die Kom­mu­ni­on­bank stie­fel­ten, die dann die Hän­de aus­streck­ten mit der pam­pi­gen Bemer­kung: „Kei­ne Mund­kom­mu­ni­on“. Sie wur­den selbst­ver­ständ­lich über­gan­gen. Aber da wur­de wie­der ein­mal deut­lich: Die­se Leu­te glau­ben in der Regel wohl an gar nichts — außer an sich selbst.

    • An fren­ta :
      Sei­en Sie unbe­sorgt, Rom wird in die­sem Fall schnell reagieren.
      Aller­dings bin ich völ­lig ande­rer Mei­nung als Sie. Aus Ehr­furcht vor dem Herrn wür­de ich nie­mals (mein Den­ken war aller­dings nicht immer so) mich als Kom­mu­ni­on­hel­fer engagieren.
      Die­se bräuch­te man zudem gar nicht wenn nur die wür­di­gen zur Kom­mu­ni­on gehen wür­den. Auch nicht bei gro­ßen Festgottesdiensten !!

      • Sie müs­sen sich ja auch nicht als Kom­mu­ni­on­hel­fer „enga­gie­ren“. Das ist nichts, wozu man gezwun­gen wird, son­dern ein beson­de­rer Dienst in der Gemein­de, den man ger­ne macht In unse­rer Pfar­rei­en­gemein­schaft wür­de es aber ohne uns Kom­mu­ni­on­hel­fe­rin­nen schlicht­weg pro­ble­ma­tisch sein. Wir haben einen Pfar­rer, der eigent­lich bereits im Ruhe­stand ist. Unser Ange­bot, dass wir die Aus­tei­lung vor­neh­men, hat er dan­kend ange­nom­men, da er gesund­heits­be­dingt schlecht zu Fuss ist. 

        In der Kapel­le des Senio­ren­zen­trums ist das zwar alles etwas kom­pak­ter, aber auch hier ist unser Dienst gern gese­hen, gera­de bei der anschlie­ßen­den Ver­tei­lung in den Zim­mern für die Bettlägerigen. 

        Was die „Wür­di­gen“ betrifft. Das soll­ten wir uns nicht anma­ßen zu beur­tei­len. Ich bin dank­bar, dass es heu­te so ist, nie­man­den bei der Kom­mu­ni­on abzu­wei­sen. Auch nicht, wenn er bei­spiels­wei­se geschie­den und wie­der­ver­hei­ra­tet ist. Papst Bene­dikt ist uns da mit gutem Bei­spiel vorangegangen.

  7. Wenn Jesus Chri­stus in den eucha­ri­sti­schen Gestal­ten wirk­lich und wahr­haft gegen­wär­tig ist, wie der katho­li­sche Glau­be lehrt, dann for­dert die gegen­wär­ti­ge, gro­ßen­teils (nicht durch­gän­gig) ehr­furchts­lo­se Pra­xis ein Gericht Got­tes her­aus. Der Apo­stel Pau­lus schrieb an die Korin­ther: Wer unwür­dig ist und trinkt, der isst und trinkt sich selbst ein Gericht, weil er den Leib des Herrn nicht unter­schei­det. Das ist dem ein­zel­nen gesagt, aber trifft es nicht die gan­ze Kir­che, wenn ihre Pra­xis dem­nach wur­de? Wäre die Kom­mu­ni­on aber ungül­tig, wie man­che Tra­di­tio­na­li­sten mei­nen, dann wäre es nicht min­der schlimm, weil dann der gan­ze Ritus ein Pseu­do­sa­kra­ment und blas­phe­misch wäre. Die Lit­ur­gie­re­form, so wie sie durch­ge­führt wur­de, hat die katho­li­sche Kir­che in eine sehr schwie­ri­ge Lage gebracht wegen des schrei­en­den Wider­spruchs zwi­schen dem objek­ti­ven eucha­ri­sti­schen Glau­ben und der eucha­ri­sti­schen Pra­xis. Die­ser Wider­spruch besteht bei Evan­ge­li­ka­len nicht, weil sie das Abend­mahl nur als Gedächt­nis bege­hen in Erfül­lung eines Auf­trags des Herrn, nicht mehr und nicht weni­ger. Wenn die katho­li­sche Kir­che eucha­ri­sti­sche Lit­ur­gie in evan­ge­li­ka­ler Manier fei­ert, ist sie unauf­rich­tig und untreu.

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