Die echte Zeit des Festes unterbricht die berufliche Arbeit, sie ist heilig

A GeneralaudienzLie­be Brü­der und Schwe­stern,

ein Aspekt, der den Rhyth­mus des Lebens in der Fami­lie beson­ders bestimmt, ist das Fest. Der Fest­tag ist eine Erfin­dung Got­tes, wie wir es schon im ersten Schöp­fungs­be­richt hören: „Gott seg­ne­te den sieb­ten Tag und erklär­te ihn für hei­lig; denn an ihm ruh­te Gott, nach­dem er das gan­ze Werk der Schöp­fung voll­endet hat­te“ (Gen 2,3). Der Herr selbst lehrt uns, wie wich­tig es ist, eine Zeit dafür zu wid­men, das Werk der Arbeit zu betrach­ten und zu genie­ßen, lie­be­voll und dank­bar auf die Fami­lie, Kin­der und Freun­de zu schau­en, auf das Haus und die Gemein­schaft, die uns umgibt.

Die ech­te Zeit des Festes unter­bricht die beruf­li­che Arbeit, sie ist hei­lig und erin­nert uns dar­an, dass wir nach dem Abbild Got­tes geschaf­fen sind. Wir dür­fen kei­ne Skla­ven der Arbeit sein. Die Pro­fit­be­ses­sen­heit und Lei­stungs­ori­en­tie­rung gefähr­den heu­te oft den Rhyth­mus des mensch­li­chen Lebens. Die Zeit der Erho­lung, vor allem am Sonn­tag, dient unse­rem Wohl. Sie darf ihrer­seits nicht durch die Ideo­lo­gie des Kon­sums zu einem Geschäft ver­kom­men, so dass uns der Drank zu kon­su­mie­ren am Ende müder zurück­lässt als vor­her. Die Zeit des Festes ist hei­lig, weil in ihr Gott auf beson­de­re Wei­se wohnt. Der Sonn­tag und die Feste ste­hen unter dem Zei­chen der Eucha­ri­stie, der Gegen­wart Chri­sti in unse­rer Gemein­schaft. Von ihm her erhält alles im Leben sei­nen vol­len Sinn. Die Fami­lie besitzt eine beson­de­re Kom­pe­tenz, den ech­ten Wert des Fei­erns und des Sonn­tags zu ver­ste­hen und auf­recht­zu­er­hal­ten. Der Sonn­tag ist ein kost­ba­res Geschenk Got­tes an die Men­schen. Wir dür­fen ihn nicht kaputt machen!

Sehr herz­lich grü­ße ich die Pil­ger deut­scher Spra­che, die an die­ser Audi­enz teil­neh­men. Tun wir alles, um den Sonn­tag und die Fei­er­ta­ge in unse­ren Fami­li­en gut zu leben und so die Gemein­schaft unter uns und mit dem Herrn zu ver­tie­fen! Ich wün­sche euch einen schö­nen Urlaub und einen guten Auf­ent­halt in Rom. Von Her­zen seg­ne ich euch alle.

9 Kommentare

  1. An Josef Pie­per und sei­ne Theo­rie des Festes bezie­hungs­wei­se an Pfr. Dr. Gui­do Rod­heudt, der dar­über pro­mo­viert hat, muss­te ich beim Lesen auch den­ken. Oder auch an Dies Domi­ni von Johan­nes Paul II. Auch Papst Fran­zis­kus kann sich, wenn er will, gedie­gen und qua­li­tät­voll äußern. Möge er es öfter wol­len.

    • Mit­un­ter sagt er auch Brauch­ba­res. Es ist so wie mit dem Rich­ter Adam im Zer­bro­che­nen Krug Wis­sen­schaft (hier Glau­be) und Unver­nunft sind wie ein Teig inein­an­der ver­rührt (sinn­ge­mä­ßes Zitat).

  2. Es ist gut, wenn dar­an erin­nert wird, dass der Sonn­tag und Fei­er­tag hei­lig ist und ent­spre­chend
    gehei­ligt wird. Das 3. Gebot Got­tes sagt es ganz deut­lich, es ist ein Got­tes­ge­setz. Lei­der hat man
    auch das ver­ges­sen und bie­tet “ ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge und Fei­er­ta­ge an.“ Der Sonn­tag ge-
    hört der Fami­lie, so der Slo­gan einer Gewerk­schaft. Nein, der Sonn­tag gehört Gott und er soll­te
    mit einem Kirch­gang begin­nen.

  3. „Der Herr selbst lehrt uns, wie wich­tig es ist, eine Zeit dafür zu wid­men, das Werk der Arbeit zu betrach­ten und zu genie­ßen (…)“

    Schön, aber wo kann man dies nach­le­sen?

    „And they made a calf in tho­se days, and offe­red a sacri­fice to the idol and were rejoi­cing in the works of their hands.“ Acts 7:41

    • Car­lo @ Man muss nicht alles schwarz auf weiß nach­le­sen kön­nen. Die Ant­wort ist :
      Das 3. Gebot, du sollst den Sabath ( Sonn­tag ) hei­li­gen und was man dar­aus macht.
      ( Das hier soll kei­ne Beleh­rung sein ).

      Gott befoh­len !

      • Dem möch­te ich mich aus­drück­lich anschlie­ßen. Das ist auch all­ge­mein fest­zu­stel­len, dass zum Teil unbe­kann­te Autoren bemüht wer­den, um etwas zu begrün­den, was kei­ner beson­de­ren Begrün­dung bedarf.

  4. Ich kann mich nur wun­dern, was mei­ne geehr­ten Vor­kom­men­ta­to­ren über das „drit­te Gebot“ schrei­ben. Denn erstens geht es hier nicht um das drit­te, son­dern um das vier­te Gebot, und zwei­tens hat die­ses Gebot nicht den Sonn­tag, son­dern den Sab­bat zum Inhalt. Den mei­sten Katho­li­ken fal­len die­se Unter­schie­de gar nicht auf, und wem sie auf­fal­len, der hält sie für uner­heb­lich und denkt erst gar nicht drü­ber nach.

    • Der Papst spricht vom sieb­ten Tag, das ist der Sonn­tag. Das mit dem sab­bath ist damit neben der Sache. Dann könn­ten wir, da wir den Sab­bath (Sams­tag) nicht hei­li­gen, gar kei­nen Tag hei­li­gen. Was soll das ? Nicht alles unnö­tig ver­kom­pli­zie­ren, wenn man sei­ne Weis­heit schon hier aus­zub rei­ten gedenkt.

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