Rabbi Gopstein: „Kirchen niederbrennen“ — Bischöfe: „Katholiken des Heiligen Landes haben Angst“

Rabbi Benzi Gopstein, als er bei anderer Gelegenheit in Polizeigewahrsam genommen wurde
Rab­bi Ben­zi Gop­stein, als er bei ande­rer Gele­gen­heit in Poli­zei­ge­wahr­sam genom­men wur­de

(Jeru­sa­lem) Nach­dem der extre­mi­sti­sche Rab­bi Ben-Zion „Ben­zi“ Gop­stein öffent­lich dazu auf­ge­for­dert hat­te, den „Göt­zen­kult“ zu been­den und in „Eretz Isra­el“ die Kir­chen nie­der­zu­bren­nen, ver­faß­ten die katho­li­schen Bischö­fe einen Brief an die israe­li­sche Regie­rung, mit dem sie „wirk­li­chen Schutz“ für die Chri­sten und die christ­li­chen Kult­stät­ten for­dern.

Ein Bericht von Joshua Lapi­de, Asia­news

Die Ver­samm­lung der katho­li­schen Ordi­na­rii im Hei­li­gen Land appel­lier­te an die israe­li­sche Regie­rung, den „Haß“ und „die rea­le Bedro­hung reli­giö­ser Gebäu­de“ zu stop­pen. Für Rab­bi Gop­stein ent­spricht das Nie­der­bren­nen von „Göt­zen­kult­stät­ten“ dem Gesetz Isra­els. Die Leha­va-Ver­ei­ni­gung ist unter dem Vor­sitz von Rab­bi Gop­stein eine ras­si­sti­sche, anti-ara­bi­sche Orga­ni­sa­ti­on.

Rab­bi Gop­stein for­der­te vor weni­gen Tagen öffent­lich dazu auf, Kir­chen und Moscheen nie­der­zu­bren­nen, weil das dem jüdi­schen „Gesetz ent­spricht“.

„Katholische Gemeinschaft des Heiligen Landes hat Angst“

Die Ver­samm­lung der katho­li­schen Ordi­na­rii des Hei­li­gen Lan­des, dazu gehö­ren die Bischö­fe Isra­els, der Palä­sti­nen­si­schen Auto­no­mie­ge­bie­te, Jor­da­ni­ens und Zyperns, die am 7. August tag­te, ver­öf­fent­lich­te einen Brief, in dem sie bekräf­ti­ge, daß „die katho­li­sche Gemein­schaft des Hei­li­gen Lan­des Angst hat und sich bedroht fühlt“. Sie ver­ur­teil­te die Aus­sa­gen von Rab­bi Gop­stein und for­der­te die israe­li­sche Regie­rung auf, „den christ­li­chen Bür­gern des Lan­des und deren Kult­stät­ten wirk­li­chen Schutz zu garan­tie­ren“.

Die Erklä­rung bezieht sich auf eine Aus­sa­ge von Rab­bi Ben­zi Gop­stein, den Vor­sit­zen­den der extre­mi­sti­schen Grup­pe Leha­va. Wäh­rend einer Tagung ant­wor­te­te Gop­stein auf die Fra­ge eines Stu­den­ten einer Jeschi­wa von Jeru­sa­lem, einer Hoch­schu­le für das Tora- und Tal­mud-Stu­di­um. Der Stu­dent frag­te den Rab­bi, „ob er für das Nie­der­bren­nen von Kir­chen im Land Isra­el“ sei. Gop­stein ant­wor­te­te: „Hat Rambam [Rab­bi Mosche Ben Mai­mon, genannt Moses Mai­mo­n­i­des (um 1135–1204) gilt als einer der bedeu­tend­sten jüdi­schen Gelehr­ten aller Zei­ten] fest­ge­legt oder nicht, [die Anbe­tung der Göt­zen] zu zer­stö­ren? Die Göt­zen­an­be­tung muß zer­stört wer­den. Das ist ein kla­res Ja. Wo ist das Pro­blem?“

Als der Mode­ra­tor der Tagung Gop­stein dar­auf auf­merk­sam mach­te, daß die Dis­kus­si­on in Ton und Bild auf­ge­zeich­net wur­de und daß die Poli­zei ihn ver­haf­ten könn­te, ant­wor­te­te der Rab­bi: „Das ist das Letz­te, was mich besorgt. Wenn es die Wahr­heit ist, bin ich bereit für 50 Jah­re ins Gefäng­nis zu gehen.“

Aussagen Gopsteins „nach einer Reihe von Vandalenakten gegen heilige Stätten“

Rabbi Ben-Zion "Benzi" Gopstein in eindeutiger Pose
Rab­bi Ben-Zion „Ben­zi“ Gop­stein in ein­deu­ti­ger Pose

In ihrem Schrei­ben an die israe­li­sche Regie­rung erin­nern die katho­li­schen Bischö­fe dar­an, daß Gop­steins Aus­sa­gen „nach einer Rei­he von Van­da­len­ak­ten gegen hei­li­ge Stät­ten in Isra­el“ gemacht wur­den.

Der jüng­ste Angriff war ein Brand­an­schlag auf die Brot­ver­meh­rungs­kir­che in Tabgha am See Gene­za­reth. Zuvor gab es bereits Brand­an­schlä­ge auf Kir­chen und christ­li­che Ein­rich­tun­gen in Jeru­sa­lem und Naza­reth sowie eine Rei­he anti­christ­li­cher Schmier­schrif­ten.

Die Bischö­fe schrei­ben, daß die Aus­sa­gen Gop­steins „zu Haß auf­ru­fen und die Last einer rea­len Bedro­hung auf die reli­giö­sen christ­li­chen Gebäu­de die­ses Lan­des legen“.

Der Ver­samm­lung der Ordi­na­rii des Hei­li­gen Lan­des gehö­ren rund 20 Patri­ar­chen, Erz­bi­schö­fe und Bischö­fe, ein­schließ­lich des fran­zis­ka­ni­schen Kustos des Hei­li­gen Lan­des an.

Rab­bi Gop­stein ant­wor­te­te den katho­li­schen Bischö­fen auf Face­book. Für ihn steht der Vati­kan hin­ter dem Schrei­ben, den er für die­se „Ein­mi­schung“ in eine Halakhi­ca-Dis­kus­si­on kri­ti­sier­te. „Es wird Zeit, den Vati­kan dar­an zu erin­nern, daß die Zeit der Zen­sur, als er jüdi­sche Bücher zen­su­rier­te, zu Ende ist. Hän­de weg vom Torat Ysra­el“ [dem Gesetz Isra­els].

Lehava (Flamme), eine rassistische Organisation im Geist von Rabbi Meir Kahane

Die Ver­ei­ni­gung Leha­va, der Gop­stein vor­steht, kämpft, nach eige­nen Anga­ben, gegen den jüdi­schen Iden­ti­täts­ver­lust und wider­setzt sich vor allem jüdisch-ara­bi­schen Misch­ehen. Sie ori­en­tiert sich an der Leh­re von Rab­bi Meir Kaha­ne, den Grün­der der ras­si­sti­schen, anti-ara­bi­schen Kach-Bewe­gung. Gop­stein war Kaha­nes Schü­ler. Der Nef­fe von Meir Kaha­ne, Meir Ettin­ger, ist einer der drei jüdi­schen Extre­mi­sten, die sich nach dem Brand­an­schlag auf das Haus einer palä­sti­nen­si­schen Fami­lie in Duma bei Nab­lus und auf die Brot­ver­meh­rungs­kir­che in Tabgha in prä­ven­ti­vem Poli­zei­ge­wahr­sam befin­den.

Das Atten­tat in Duma for­der­te zwei Tote und zwei Ver­letz­te. Bei dem Atten­tat kam ein 18 Mona­te altes Kind ums Leben. Inzwi­schen ist auch des­sen Vater an den Fol­gen der Brand­ver­let­zun­gen gestor­ben.

Leha­va heißt auf hebrä­isch „Flam­me“, ist jedoch auch ein Akro­nym für Orga­ni­sa­ti­on zur „Ver­hin­de­rung der Assi­mi­la­ti­on im Hei­li­gen Land“. 1990 war Gop­stein unter dem Ver­dacht ver­haf­tet wor­den, an der Ermor­dung eines ara­bi­schen Ehe­paa­res betei­ligt gewe­sen zu sein. Dabei habe es sich um einen Rache­akt für die Ermor­dung von Rab­bi Meir Kaha­ne gehan­delt. Gop­stein konn­te jedoch kei­ne Schuld nach­ge­wie­sen wer­den.

Text: Asianews/Joshua Lapi­de
Bild: Asia­news

26 Kommentare

  1. Die haben auch allen Grund dazu Angst zu haben, weil sich Rom für sie über­haupt nicht inter­es­siert, es inter­es­siert sich nur für gute Bezie­hun­gen zu Isra­el

  2. Der Vor­hang hebt sich zum letz­ten Akt.
    Die Umar­mun­gen des Ober-Dia­bo­lo zei­gen über­all Wir­kung, dar­an erkennt man, wes Gei­stes (oder Ungei­stes) Kind er ist.

  3. Ein heu­te ver­stor­be­ner jüdi­scher Gelehr­ter, und Über­le­ben­der von Ber­gen-Bel­sen Pr.Dr. Isra­el Shahak (1933–2001) hat­te die­se Ent­wick­lung genau vor­her­ge­se­hen. In sei­nem Anfang der 90er Jah­re erschie­ne­nen Buch „Jüdi­sche Geschich­te, jüdi­sche Reli­gi­on, der Ein­fluss von 3000 Jah­ren“ (Lühe Ver­lag) setz­te er sich mit dem ver­häng­nis­vol­len Ein­fluss des baby­lo­ni­schen Tal­muds, einer nach­christ­li­chen Gesetz-und Über­lie­fe­rungs­samm­lung die bis 500 NC ver­fasst wur­de, auf das jüdi­sche Den­ken aus­ein­an­der. Anhand von Bei­spie­len leg­te er dar, wie die­ses Werk alle Nicht­ju­den als Min­der­wer­tig dar­stell­te, unter ande­rem den Wucher gegen Sie ermög­lich­te, sämt­li­che Not­hil­fe für sie unter­sag­te, und sie mit Tie­ren ver­glich, denen man ausser im jüdi­schen Eigen­in­ter­es­se kei­ne Mit­mensch­lich­keit zugu­te kom­men las­sen soll­te. Das mit­tel­al­ter­li­che Juden­tum war sehr stark von die­sem Den­ken geprägt, was auch eine Steil­vor­la­ge für die Selbst­ab­schot­tung der Juden, der Ghet­toi­sie­rung, den Anti­se­mi­tis­mus war. Ab der Renais­sance und vor allem der Auf­klä­rung gab es jüdi­sche Den­ker, bei­spiels­wei­se der Phi­lo­soph Baruch Spi­no­za im 17.Jahrhundert und Moses Men­dels­sohn im 18.Jahrhundert, zur Zeit Fried­richs des Gro­ssen und der Auf­klä­rung, die die­ses Den­ken zu über­win­den such­ten. Men­dels­sohn bei­spiels­wei­se war Begrün­der der Has­las­ka Bewe­gung, des Reform­ju­den­tums. Man muss auch den Ein­fluss der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on berück­sich­ti­gen. Als Napo­le­on in Frank­reich den „israe­li­ti­schen“ Glau­ben orga­ni­sier­te hat­te er, im Vor­feld den jüdi­schen Hono­ra­tio­ren und Rab­bi­nern, Erklä­run­gen abver­langt, sich vom Tal­mu­di­schen Den­ken los­zu­sa­gen. Juden soll­ten fort­an gleich­be­rech­tig­te Bür­ger sein, nicht weni­ger aber auch nicht mehr! Shahak legt in sei­nem Buch aller­dings dar, wie die Grün­dung des Staa­tes Isra­els 1948 und vor allem die Beset­zung ganz Palä­sti­nas 1967 im Juden­tum in Isra­el aber auch in der gan­zen Welt ein Rück­fall ins tal­mu­di­sche Den­ken, ein Aus­er­wählt­heits­wahn gegen­über den Palä­sti­nen­sern, aber auch gegen­über allen ande­ren Völ­kern in der Welt aus­ge­löst hat. Die­ses Den­ken bleibt nicht auf Isra­el beschränkt. In Ame­ri­ka bei­spiels­wei­se, der zweit­gröss­ten jüdi­sche Gemein­de der Welt nach Isra­el, (New-York ist mit zwei Mil­lio­nen Juden die gröss­te jüdi­sche Stadt der Welt) gibt es eine ziem­lich gro­sse Anzahl von Misch­ehen. Wenn in die­sen Misch­ehen die Frau eine Chri­stin ist, und der Mann Jude sind nach dem Tal­mud die Kin­der kei­ne Juden. Die Rab­bi­ner der glei­chen extre­mi­sti­schen jüdi­schen Bewe­gun­gen, die die­se Anschlä­ge ver­übt haben, ver­dam­men die Misch­ehen in Ame­ri­ka mit den Wor­ten das jüdi­sche Volk hät­te dadurch genau­so­viel Men­schen wie im Holo­caust ver­lo­ren. Ein „christ­li­ches“ Kind aus einer Misch­ehe ist für sie nicht mehr Wert als ein Toter!

  4. Man muss kein Hell­se­her sein um vor­aus zu sagen, dass sich die Gewalt und der Hass wei­ter
    stei­gern wird, beson­ders auf die Chri­sten im Hei­li­gen Land. Das Erwa­chen von Gewalt ist eine
    Ket­ten­re­ak­ti­on die auch klei­ne­re Grup­pie­run­gen auf den Plan ruft. Durch die radi­ka­len Isla­mi­sten
    als Vor­bild, will sich die eine oder ande­re Grup­pie­rung Gel­tung ver­schaf­fen. Eine ande­re Fra­ge
    stellt sich : Was hat der Papst-Besuch in Isra­el und die soge­nann­ten “ Frie­dens­ge­be­te “ gebracht.
    Man weiß doch, dass gera­de nach dem Frie­dens­ge­bet, der Kampf der Isla­mi­sten im Nahen Os-
    ten erst rich­tig begann. Trotz­dem könn­te Papst Fran­zis­kus öffent­lich und nach­drück­lich bei der
    israe­li­schen Regie­rung inter­ve­nie­ren.

  5. Das ist ein extre­mi­sti­scher Rab­bi, der nicht stell­ver­tre­tend für die Juden in Isra­el gese­hen wer­den kann. Schlim­mist das den­noch. In ande­ren Fäl­len kämen stünd­lich bei uns Son­der­mel­dun­gen.

  6. Trotz alle­dem hal­te ich es für wich­tig im Auge zu behal­ten, dass Deutsch­land seit Kon­rad Ade­nau­er Isra­el unter­stützt hat und es auch ande­re Leu­te inner­halb des Juden­tums gibt, die so etwas nicht wol­len, und die Chri­sten akzep­tie­ren und respek­tie­ren. Dar­über hin­aus kommt hin­zu, dass Gott Vater noch in sei­ner Vor­se­hung einen Plan mit Isra­el hat. Zur Bestim­mung Isra­els und der Juden — hier die Bibel­stel­len: Jesa­ja 11, 10–12, Sach­ar­ja 12, 1–10, Jere­mia 30–32 (bes. 30, 3 + 31, 8) und Eze­chi­el 36, 24–28.
    Schon Papst Johan­nes Paul II. und auch Papst Bene­dikt XVI. haben am Kotel (Kla­ge­mau­er) gebe­tet und inten­si­ve Bemü­hun­gen getä­tigt für ein bes­se­res Mit­ein­an­der von Katho­li­ken und Juden. Ich ken­ne eini­ge jüdi­sche Mit­bür­ger und habe auch Freun­de in Isra­el, und möch­te sagen, dass sie nicht von einem ableh­nen­den Den­ken oder Han­deln beein­flusst sind.

  7. Hier sieht sich das alles ein biss­chen anders an: http://www.israelnetz.com/gesellschaft/detailansicht/aktuell/wirbel-um-aufruf-zu-brandanschlaegen-92974/

    „Gegen­über „Kikar Haschab­bat“ bestritt der „Lehava“-Vorsitzende, dass er zum Ver­bren­nen von Kir­chen auf­ge­ru­fen habe: „Es gab eine hala­chi­sche Dis­kus­si­on über die Gebo­te zum Göt­zen­dienst.“ Rabi­no­witsch habe Din­ge get­wit­tert, die nur teil­wei­se stimm­ten. „Ich habe gesagt, dass man nach der Hal­acha Göt­zen­dienst aus unse­rem Land aus­rot­ten muss. Ich habe nicht gesagt, dass ich das tun wer­de und ich habe nicht gesagt, dass ich dafür im Gefäng­nis sit­zen wür­de.“

    Zum Anzün­den von Got­tes­häu­sern merk­te Gop­stein in dem Gespräch an: „Ich sage nur, dass man nach der Hal­acha Göt­zen­dienst aus dem Land Isra­el aus­rot­ten muss. Wann und wie? Das ist eine ande­re Fra­ge.“ Er ergänz­te: „Ich habe betont, dass ich kei­ne Kir­chen ver­bren­ne und es auch nicht tun wer­de.“

    Irgend­wie kenn eich die­se mar­tia­li­schen Töne doch irgend­wo her? Eigent­lich müss­te die­se Rab­bi den Tra­dis doch gefal­len — wenn er nicht gera­de ein Jude wäre, stimmt er doch in vie­len Hal­tun­gen mit ihnen über­ein…

    • Was Rab­bi Gop­stein nun gesagt, nicht so gesagt oder nur gemeint hat, kön­nen wir als Nicht-dabei-Gewe­se­ne, nicht exakt wis­sen.
      Aber ich bit­te Sie, zeit­schnur, brin­gen Sie doch die oben beschrie­be­ne Situa­ti­on nicht mit „Tra­dis“ hier­zu­lan­de in Ver­bin­dung. Bei­des hat nichts mit­ein­an­der zu tun.
      War­um soll­te Gop­stein ihnen denn gefal­len?
      Haben in letz­ter Zeit die Tra­dis zum Nie­der­bren­nen von Syn­ago­gen oder Moscheen auf­ge­ru­fen?
      Ich erin­ne­re mich aber, dass vor weni­gen Jah­ren eine Frei­bur­ger Anti­fa-Grup­pe in einem Pam­phlet und sich damit öffent­lich dem Wunsch hin­gab, das Frei­bur­ger Mün­ster möge bren­nen. Es wur­de damals Anzei­ge erstat­tet, aber das Gericht wer­te­te die­ser öffent­lich gemach­ten Äuße­rung kei­ne beson­de­re Bedeu­tung zu und sah von einer Straf­ver­fol­gung ab.

      Brin­gen Sie bit­te nicht Natio­nal­so­zia­li­sten von damals und Tra­dis von heu­te in einen Zusam­men­hang. Dies wäre nicht fair!
      Dass es dane­ben die Grup­pe der poli­ti­schen Rechts­ex­tre­men gibt, stimmt lei­der.
      Aber den Begriff „Tra­dis“ ver­ste­he ich so, dass die­se sich der Tra­di­ti­on ver­bun­den füh­len, auch im reli­giö­sen Bereich.
      „Tra­di“ mutier­te inzwi­schen zum bösen Schimpf­wort, genau wie etwa kon­ser­va­tiv, rechts, rechts-popu­li­stisch usw.
      Sie wis­sen, man gebraucht die­se Beschrei­bun­gen ger­ne als Waf­fe. Gibt es z.B. kei­nen Links-Popu­lis­mus?
      Auch vie­le ande­re Begrif­fe, die ein­mal einen posi­ti­ven Inhalt hat­ten und guten Gewis­sens gebraucht wer­den konn­ten, sind einem tota­len Bedeu­tungs­wan­del unter­zo­gen wor­den oder haben sich zumin­dest nega­tiv ent­wickelt.
      Die Spra­che hat dar­an kei­ne Schuld!

      • Israe­li­sche Jour­na­li­sten waren die ersten, die Rab­bi Gop­steins Skan­da­l­äu­ße­run­gen auf­grif­fen und ihn zur Rede stell­ten. Die extre­mi­sti­sche Grup­pe, der er ange­hört, steht schon län­ger unter Beob­ach­tung. Hier zum Bei­spiel die Repor­ta­ge eines Jour­na­li­sten, der zwei­ein­halb Mona­te ver­deckt bei Leha­va mit­mach­te:
        http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L‑4610561,00.html
        Was der Ver­gleich die­ses ultra­or­tho­do­xen Juden mit katho­li­schen Ultra-Tra­di­tio­na­li­sten angeht, so ist das viel­leicht ärger­lich, aber nicht zu weit her­ge­holt und nicht ganz abzu­wei­sen.
        In die­sem Forum äußer­te ein Kom­men­ta­tor kürz­lich: es sei ein Feh­ler gewe­sen, dass die katho­li­sche Kir­che Luther nicht, wie vor ihm Jan Hus, ver­brannt hat. Dadurch, so sinn­ge­mäß, wäre Deutsch­land und der Welt viel Leid erspart wor­den. Erin­nern Sie sich an die­sen Kom­men­tar?
        Nun will ich die­sem Kom­men­ta­tor nicht unter­stel­len, dass er am lieb­sten auch heu­te noch Ket­zer ver­fol­gen und ver­bren­nen wür­de. Es wür­de mich aber nicht schockie­ren, wenn er die­ser Ansicht wäre. Es ist übri­gens kein Ver­bre­chen, die­ser Ansicht zu sein, und es gehört zur Mei­nungs­frei­heit, sie äußern zu dür­fen. (Bit­te miss­ver­ste­hen Sie mich nicht: ich hal­te die­se Ein­stel­lung für unchrist­lich und falsch.) Trotz­dem wird auch die­ser Herr höchst­wahr­schein­lich nicht hin­ge­hen und eigen­mäch­tig auf Ket­zer­jagd gehen und, zum Bei­spiel, gegen die pro­te­stan­ti­sche Bischö­fin Mar­got Käß­mann Lynch­ju­stiz ver­üben, ver­ste­hen Sie?
        Um die Betrach­tung aus­zu­wei­ten. Fra­gen Sie nor­ma­le, nicht­ex­tre­mi­sti­sche Tra­di­tio­na­li­sten, ob sie bereit sind, bestimm­te Beschlüs­se ver­gan­ge­ner öku­me­ni­scher Kon­zi­li­en als falsch zu ver­ur­tei­len. Zum Bei­spiel beschloss das Vier­te Later­an­kon­zil v. 1215 Maß­nah­men gegen die Juden, wie das Ver­bot, christ­li­che Beru­fe aus­zu­üben. Ein Kanon bestimm­te, Juden müss­ten sich „ob Mann oder Weib, in allen christ­li­chen Lan­den an öffent­li­chen Orten stets durch eine beson­de­re Art der Klei­dung von der übri­gen Bevöl­ke­rung unter­schei­den…“. Als Motiv war die Ver­hin­de­rung des als Ver­bre­chen ange­se­he­nen Geschlechts­ver­kehrs zwi­schen Chri­sten und Juden ange­ge­ben, „damit nun für­der­hin im Fal­le eines so fre­vel­haf­ten Ver­kehrs kein Irr­tum vor­ge­schützt wer­den kön­ne…“. (Ob es uns gefällt oder nicht: die natio­nal­so­zi­sti­schen Juden­ver­fol­ger inspi­rier­ten sich sowohl an katho­li­schem wie an luthe­ri­schem Anti­ju­da­is­mus.)
        Nach katho­li­schem Glau­ben wer­den Kon­zils­be­schlüs­se unter dem Bei­stand des Hei­li­gen Gei­stes gefasst. Nun?
        Wie haben sich Tra­di­tio­na­li­sten auf­ge­regt über die diver­sen Ent­schul­di­gun­gen von Papst Johan­nes Paul II., beson­ders zum Jahr 2000!
        Tra­di­tio­na­li­sten wer­den wohl zuge­ben, dass die­se Kanons zeit­ge­bun­den waren, und kaum einer von ihnen wür­de sie heu­te anwen­den wol­len. Aber wer wird sie als feh­ler­haft und falsch bezeich­nen?

      • Dass moder­ner katho­li­scher Extre­mis­mus auch prak­tisch wer­den kann, zeigt die Geschich­te der Iri­schen Repu­bli­ka­ni­schen Armee.
        (Bit­te über die gram­ma­ti­schen und Recht­schrei­be­feh­ler im vori­gen Bei­trag barm­her­zig hin­weg­se­hen.)

    • Die Stim­me Isra­els: Ihre Postings wer­den immer skur­ri­ler, aber so ist es halt, wenn man die Augen vor der Rea­li­tät ver­schließt und ideo­lo­gisch ver­blen­det ist. Sie wer­den sich zwi­schen Chri­stus und dem Anti­christ mit sei­nen Hand­lan­gern ent­schei­den müs­sen, oder ste­hen Sie schon auf der ande­ren Sei­te?

    • Das ist doch uner­träg­lich. Das ist eine ganz üble bös­ar­ti­ge Unter­stel­lung. Da soll mir kei­ner in den Rücken fal­len, wenn er einen Fun­ken Glau­ben hat.

  8. Mit Tra­dis mein­te ich nicht reli­gös Fana­ti­sier­te, son­dern Men­schen, die sich der Leh­re Chri­sti ver­bun­den füh­len, die Ihm fol­gen möch­ten, die Ihn als ihren Lebens­mit­tel­punkt betrach­ten, die ‑wäre es schlimm?- noch die Lie­der und Gebe­te ihrer Kind­heit ken­nen und lie­ben, die den Wert einer hl. Mes­se ermes­sen kön­nen und die sogar die Sehn­sucht in sich spü­ren, „hei­lig“ zu wer­den. Man muss letz­te­res den Leu­ten ja nicht offen­ba­ren, es genügt, die­ses Seh­nen zu spü­ren. Dass Rea­li­tät und Ide­al soweit von­ein­an­der ent­fernt sind, wie die Son­ne von der Erde, ändert ja nichts am guten Wil­len.
    Spie­len die Din­ge, die ich oben erwähn­te, über­haupt noch eine Rol­le?
    Pas­sen sie zu einem „moder­nen“ Glau­ben?

    Mein Wunsch ist es, mit Gott in Kon­takt zu sein, in Sei­ner Gegen­wart leben zu dür­fen. Dann bin ich reich beschenkt!
    Die Leh­re Chri­sti ist nicht dazu da, dass ich mich woh­lig wie in war­mem Bade­was­ser füh­le, son­dern daß ich lie­be — so gut, wie es mir halt mög­lich ist. Oft genug sto­ße ich an mei­ne Gren­zen.
    Dies alles und noch viel mehr ist mei­ne Vor­stel­lung von einem Leben als Tra­di.
    So betrach­tet scheint mir das Dasein als Tra­di nichts, was zu tadeln wäre.

    Zum Schluss noch etwas per­sön­li­ches, Leo Lämm­lein:
    Lei­der erst gestern habe ich Ihre Ant­wort an mich gele­sen, in der Sie ihren Aus­tritt schil­der­ten. Ich hat­te davon nichts mehr mit­be­kom­men, da es bereits vier Tage dar­über war. Das tut mir sehr leid!
    Sie haben das sehr nach­voll­zieh­bar erzählt und ich ver­ste­he Sie auch, aber weh tut es trotz­dem. Jeder Aus­tritt schmerzt!
    Ob Sie sich damit rich­tig ent­schie­den haben oder nur einer Emo­ti­on gefolgt sind, wis­sen nur Sie allein! Oder es wird sich erst spä­ter her­aus­stel­len.
    „So vie­le Men­schen, so vie­le Wege zu Gott“, sag­te sinn­ge­mäß ein­mal Papst Bene­dikt.
    Für Ihren wei­te­ren Lebens- und Glau­bens­weg wün­sche ich Ihnen auf jeden Fall viel Gutes!

    • Nach­trag
      Mei­ne Wor­te waren an Leo Lämm­lein (vom 11.8.,12.00 Uhr) gerich­tet.
      Ich glau­be, ich habe falsch ange­klickt.

  9. @ Mari­en­zweig

    Unter „Tra­di“ ver­ste­he ich die­se Leu­te, die im besten Fall ein­fach nur glau­bens­treu (was immer das sei!) sein wol­len, und im schlim­me­sten Fall +net-Typen oder Hard­core-Reak­tio­nä­re, deren Aus­maß an Patho­lo­gie kei­ner ermes­sen kann, bevor er den ein­zel­nen Kran­ken nicht ken­nen­lernt…

    Es kann sein, Mari­en­zwieg, dass Sie das Spek­trum hier noch gar nicht ganz zur Kennt­nis genom­men haben.

    Glau­bens­treu will ich auch sein — aber, @ Mari­en­zweig, nicht um jeden Preis. Und vor allem will ich nicht mit Anti­se­mi­ten, Anti­ju­da­i­sten, Hohl-Mon­ar­chi­sten, (Deutsch- Mann-)Chauvinisten, Anti­zi­onsten, Frau­en­ver­äch­tern, Faschi­sten, Kryp­to­kom­mu­ni­sten, Deutsch­tüm­lern und ähn­li­chen zwei­fel­haf­ten Gestal­ten in eins gesetzt wer­den.

    Es ist viel­leicht ein­fach alles kom­pli­zier­ter als Sie den­ken.
    Sie sind für mich ein Licht­blick — eine Frau, die sich für den Herrn inter­es­siert.
    Glau­ben Sie aber nur nicht, dass das Gros unter den „Tra­dis“ sich des­we­gen auch so auf­rich­tig für Jesus erwärmt. Allein das Forum hier spricht für sich…
    Die sind Tra­dis aus poli­ti­schen, ästhe­ti­schen, ethi­schen und sogar ras­si­sti­schen Grün­den.
    Man muss eben immer genau hin­se­hen.
    Und für mich ist es etwas ande­res, Isra­el da zu kri­tii­sie­ren, wo es objek­tiv und ganz nor­mal kri­tik­wür­dig ist, oder gewis­ser­ma­ßen im Start­loch zu sit­zen und jauch­zend den näch­sten durch­ge­knall­ten Zio­ni­sten zu fei­ern, der „beweist“, wie furcht­bar Isra­el ist…

    Ver­su­chen Sie, das zu ver­ste­hen…

    • @ Zeit­schnur,
      Sie füh­ren neun Titu­lie­run­gen an, von Katho­li­ken mit denen Sie nichts zu tun haben wol­len. Sind Sie sich denn bewusst, dass je nach­dem was man dar­un­ter ver­steht die­se Gum­mi­be­grif­fe nahe­zu auf jeden Katho­li­ken zutref­fen könn­ten?
      ‑Neh­men wir zum Bei­spiel den Anti­se­mi­ten, den Tot­schlag­be­griff über­haupt in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Im Baby­lo­ni­schen Tal­mud, einer nach­christ­li­chen rab­bi­ni­schen Gesetz-und Über­lie­fe­rungs­samm­lung steht das die Juden Göt­ter, die Nicht­ju­den mit Tie­re gleich­zu­set­zen sind; Nicht­ju­den wer­den eben­falls mit dem Tode bedroht, falls sie im Tal­mud lesen. Wenn ich also, gemäss den Leh­ren der Kir­che beto­ne ich hät­te die glei­che Wür­de vor Gott als ein Jude, bin ich also schon Anti­se­mit. Ich stel­le ja die jüdi­sche Vor­rang­stel­lung infra­ge!
      ‑Neh­men wir den Anti­ju­da­i­sten. Der Begriff kann sich auf das jüdi­sche Volk vor Chri­stus bezie­hen, oder auf das nach­christ­li­che tal­mu­di­sche Juden­tum. Es ent­spricht nun mal der katho­li­schen Leh­re, dass Jesus Lie­bes-und Heils­bot­schaft an alle Men­schen, Juden und Hei­den gerich­tet ist. Und dar­aus folgt logi­scher­wei­se, das das nach­christ­li­che tal­mu­di­sche Juden­tum als eine Irr­leh­re ange­se­hen wer­den muss. Nach Chri­stus hat­ten die Juden, dem Bei­spiel der ersten hei­li­gen Apo­stel fol­gend die Juden waren,sind zu Jesus Leh­re zu bekeh­ren und im Katho­li­zis­mus auf­zu­ge­hen. Also ist ein Katho­lik auch Anti­ju­da­ist, wenn man den Begriff auf das tal­mu­di­sche Juden­tum bezieht.
      ‑Neh­men wir den Anti­zio­ni­sten. Die im 19.Jahrhundert gebo­re­ne zio­ni­sti­sche Ideo­lo­gie ist ras­si­stisch. In Isra­el darf jeder Jude der irgend­wo auf der Welt gebo­ren wur­de, die jüdi­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit bean­tra­gen. Ein ara­bi­scher Israe­li, wenn man die­ses Oxy­mo­ron gebrau­chen kann, darf kein Land erwer­ben, wenn er Volks­ver­tre­ter wählt dür­fen die­se kei­ne Geset­ze ein­brin­gen die „den jüdi­schen Cha­rak­ter des Lan­des“ ver­än­dern sprich die Gleich­be­rech­ti­gung aller Bür­ger for­dern.
      Ausser­dem wer­den Palä­sti­nen­ser in den „Besetz­ten Gebie­ten“, nur 22% des ursprüng­li­chen Palä­sti­na über­frem­det durch Sied­ler. Der Zio­nis­mus erkennt selbst nicht die letz­ten palä­sti­nen­si­schen „Reser­va­te“ an. Folg­lich muss ein kon­se­quen­ter deut­scher Anti­ras­sist auch Anti­zio­nist sein.
      Neh­men wir den „Kryp­to­kom­mu­ni­sten“. Die­ser Begriff könn­te sehr gut auf mei­ne katho­li­sche Fami­lie pas­sen. Mein Gross­va­ter war Sozi­al­de­mo­krat und hat nach 1933 poli­ti­sches Asyl im Frank­reich bean­tragt. Im Zwei­ten Welt­krieg waren mein Gross­va­ter und mein Vater Mit­glied in der fran­zö­si­schen Wider­stands­be­we­gung, mein Onkel hat­te sich nach Afri­ka durch­ge­schla­gen und dort den gaul­li­sti­schen Trup­pen ange­schlos­sen. Er kämpf­te in Liby­en Tune­si­en und Ita­li­en.
      Sie glau­ben doch nicht dass die­se Män­ner damals ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben um gegen ein ver­meint­li­ches Her­ren­volk-die Nazis die sich als Ari­er sahen- zu kämp­fen um ein ande­res-die Zio­ni­sten, die sich als Erben der alten Hebrä­er sehen- auf den Schild zu heben?

      • Ihre Defi­ni­tio­nen sind m.E. zu einem gro­ßen Teil, ins­be­son­de­re was die Juden betrifft, ohne jede sach­li­che Grund­la­ge, teil­wei­se unwahr und bewei­sen förm­lich, was ich mei­ne.

        Wir haben das aber auf die­sem Forum schon so oft diku­tiert, dass ich den Ein­druck habe, ein ein­ge­fleisch­ter — sagen wir es neu­tral — „Juden­kri­ti­ker“ fürch­tet, bevor er vor zuviel Berüh­rung mit dem Satan Angst emp­fän­de , eher, irgend­ei­ner könn­te ihm sein nega­ti­ves Bild der Juden wider­le­gen.
        Die ewig glei­chen, angeb­li­chen Tal­mud­zi­ta­te, die ohne Sinn und Ver­stand und gera­de­zu beleh­rungs­re­si­stent auf­ge­fah­ren wer­den — das ist nicht nur wis­sen­schaft­lich, son­dern auch auf der Ebe­ne der Fak­ten und des gesun­den Men­schen­ver­stan­des eine wirk­lich bös­ar­ti­ge Ver­zer­rung der Wahr­heit, die v.a, in Pius­krei­sen gebets­müh­len­ar­tig wie­der­ge­käut wird.

        Ich sag­te ja, dass ich mit die­ser Sor­te „Tra­di“ nichts zu tun haben kann als Katho­lik.
        Ihr Schluss ist rhe­to­risch und ein Ablen­kungs­ma­nö­ver, das gleich eine wei­te­re Mega-Beschul­di­gung an die Israe­lis unter­ju­belt.
        Wäh­rend Ihre Fami­lie hel­den­haft gekämpft hat, ist ein Teil der mei­nen in die­sem Land hier ermor­det wor­den … aber las­sen Sie uns nicht die­se Din­ge als Waf­fe ein­set­zen — das ist so unwür­dig wie so vie­les im Tra­di­la­ger.

        Ihr unge­rech­tes und ein­sei­ti­ges Israel­bild müs­sen Sie ver­ant­wor­ten, aber Sie soll­ten sich ab und zu klar­ma­chen, dass es von vie­len mit sehr guten Grün­den abso­lut nicht geteilt wird…

        Dass vie­le Palä­sti­nen­ser in den Kon­flikt und den Hass ihrer Lea­der mit­hin­ein­ge­zo­gen wur­den, ist ihre ech­te Tra­gik, v.a. bei den Chri­sten. Dass es auch unter den Juden abso­lu­te Spin­ner gibt, dürf­te uns als Men­schen­ken­ner ja nicht wun­dern — wo gäbe es ein Volk ohne Extre­mi­sten?! Die mei­sten Juden sind jedoch welt­weit und in Isra­el abso­lut libe­ral, und das wis­sen Sie auch ganz genau! Blei­ben wir also sach­lich.

        Aber wer sich mit Isra­el anlegt, hat schlech­te Kar­ten. Da Gott sei­ne Bun­dess­zu­sa­gen ihnen gegen­über nicht auf­ge­kün­digt hat (so sagt uns der hl. Pau­lus!) und die Schrift uns sagt, dass sie sich noch bekeh­ren wer­den, ist jeder ver­flucht, der es wagt, die­ses Volk anzu­ta­sten.

        Machen Sie, was Sie den­ken, Sie sehen doch, dass die Unta­ten der Katho­li­ken seit Jahr­hun­der­ten kei­ne guten Früch­te her­vor­ge­bracht haben — es sei denn, Völ­ker­mor­de, Pogro­me, Ghet­toi­sie­rung und Schi­ka­ne ist für Sie eine „gute Frucht“ — ich mei­ne nur: damit will ich nichts zu schaf­fen haben. Das Dra­ma der Kir­che kann auch mit den schwe­ren Sün­den der Katho­li­ken am alten Bun­des­volk zusam­men­hän­gen. Immer­hin steht in der Hl. Schrift mehr­fach eine War­nung, es zu wagen, sie auch nur anzu­ta­sten — auch der hl. Pau­lus wie­der­holt die­se War­nung.

        Gott geht auch einen jahr­tau­sen­de­lan­gen Weg, um das extrem ver­irr­te Schaf zurück­zu­ho­len!
        Da ich weiß, dass er dies gera­de vor unse­ren Augen mit sei­nem alten Bun­des­volk tut, wird mich nie­mand dazu brin­gen, etwas ande­res zu sagen.

  10. @Zeitschnur
    Eine aus­führ­li­che Wider­le­gung aller von Ihnen vor­ge­brach­ten Aspek­te wür­de den Rah­men von 3000 Zei­chen weit spren­gen, vier oder fünf DIN A4 Sei­ten wür­den dafür nicht aus­rei­chen. Daher beschrän­ke ich mich auf das Mach­ba­re, was mir beson­ders in die Augen gesprun­gen ist.
    — Sie zitie­ren Aus­sa­gen des hl. Pau­lus zugun­sten der Juden. Dabei wie­der­ho­len Sie einen Denk­feh­ler, den ich an ande­rer Stel­le zu den juden­feind­li­chen Schrif­ten Mar­tin Luthers ange­spro­chen habe, und zwar, dass die Geschich­te chro­no­lo­gisch ver­läuft. Das heisst: der Hei­li­ge leb­te und lehr­te im 1. christ­li­chen Jahr­hun­dert. Der baby­lo­ni­sche Tal­mud wur­de zwi­schen dem 1. und dem 5. Jahr­hun­dert n.Chr. ver­fasst. Gewis­se spät­tal­mu­di­sche Kom­men­ta­re, wie die Schrif­ten Moses Maïmonides zwi­schen dem 12. und dem 13. Jahr­hun­dert n.Chr.
    Der Hei­li­ge Pau­lus konn­te sich nicht zu Schrif­ten und zu einem jüdi­schen Ver­hal­ten äussern, die jen­seits sei­nes zeit­li­chen Hori­zonts lagen. Das konn­ten nur die zeit­ge­nös­si­schen Chri­sten und die Kir­che der dama­li­gen Zeit.

    - Sie spre­chen von „angeb­li­chen“ Tal­mud­zi­ta­ten: der Ver­gleich zwi­schen Nicht­ju­den und Tie­ren, den ich zitiert habe steht so im Trak­tat BABA MECIA Fol 114a 114b des Tal­muds nach der Über­tra­gung durch Laza­rus Gold­schmidt. Die Andro­hung des Todes für einen Nicht­ju­den, der sich mit der Geset­zes­leh­re befasst, steht im Trak­tat Synhédrin VII Fol 58b-59a.
    Wenn sie ausser­dem die „Wis­sen­schaft“ zitie­ren um eine Ver­zer­rung der Wahr­heit zu denun­zie­ren, so muss man fra­gen, ob es sich um wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten nach 1945 oder davor han­delt. Die wis­sen­schaft­li­chen Arbei­ten nach 1945, auch von christ­li­chen Theo­lo­gen, tra­gen Züge einer Apo­lo­ge­tik des Juden­tums. Es gibt aber durch­aus Schrif­ten jüdi­scher Intel­lek­tu­el­ler, und ich ver­wei­se auf den Jour­na­li­sten Ber­nard Laza­re, einem Ver­tei­di­ger Alfred Drey­fus zu Beginn des 20.Jahrhunderts, der im Gei­ste der Auf­klä­rung in sei­ner „Geschich­te des Anti­se­mi­tis­mus“ durch­aus die Tal­mud­leh­ren als mit­ver­ant­wort­lich für die Ableh­nung der Juden durch ihr christ­li­ches Umfeld und ihre Ghet­toi­sie­rung ansah. Und er bestritt nicht die Rich­tig­keit die­ser Tal­mud­zi­ta­te.
    Ich habe auch gele­sen, dass Sie auf das Gebiet der Meta­phy­sik gehen mit Begrif­fen wie „Satan“ oder „bös­ar­tig“. Die­ses Gebiet ver­mei­de ich ganz bewusst und ver­su­che sach­lich zu blei­ben. Das über­las­se ich Got­tes Gerech­tig­keit. Sonst wür­de man am Ende dar­über spe­ku­lie­ren, wel­cher wohl der letz­te Bestim­mungs­ort israe­li­scher Poli­ti­ker wie Tzi­pi Liv­ni und Ben­ja­min Netan­ja­hu, die die israe­li­schen Krie­ge von 2008 und 2014 in Gaza ver­ant­wor­tet haben, mit jeweils 400 und 500 getö­te­ten palä­sti­nen­si­schen Kin­dern, sein wird, um es mit den Wor­ten Dan­te Ali­ghie­r­is zu sagen: „Lasst die ihr ein­tre­tet alle Hoff­nung fah­ren“.
    Zuletzt woll­te ich Ihnen bestä­ti­gen, dass ich und mei­ne Eltern immer den gröss­ten Respekt vor unschul­di­gen Opfern des Natio­nal­so­zia­lis­mus gehabt haben, aber eben allen unschul­di­gen Opfern, ohne reli­giö­se oder poli­ti­sche Bevor­zu­gung.

    • Genau. Zeit­schnur bringt alles durch­ein­an­der, erfin­det neue Begrif­fe, die nichts besa­gen und schimpft auf die Kir­che. Was soll das in einem katho­li­schen Forum ?

    • …ich habe neu­lich schon mal genau die­se Sache aus­führ­lich dis­ku­tiert. Es han­delt sich bei die­sem Satz und noch einem über Jesus über die bei­den ein­zi­gen christnfeind­li­chen Sät­ze im gesam­ten Tal­mud.

      Auch war damals schon die Rede von der Struk­tur des Tal­muds als einem Sam­mel­werk, dar­über, dass die dort geführ­ten Debat­ten nicht ver­bind­lich sind, son­dern nur das, was al münd­li­che Tra­di­ti­on seit Moses immer im Zen­trum sol­cher Dis­kus­sio­nen steht (Misch­na).

      Man kann der Kir­che sicher viel mehr anti­jü­di­sche Saue­rei­en vor­wer­fen, die sich eine gro­ße und beschä­men­de Anzahl ihrer Glie­der erlaubt haben als umge­kehrt den Juden ent­spre­chen­des gegen die Chri­sten.

      In der dama­li­gen Debat­te ver­wies einer der Mit­dis­ku­tan­ten auf die You­tube-Inter­views mit Peter Schä­fer, die, wenn man sie mit nüch­ter­nem Sinn anhört, erheb­lich zur Ver­sach­li­chung der Debat­te bei­tra­gen kön­nen. Auch hier: http://www.amazon.de/Jesus-im-Talmud-Peter-Sch%C3%A4fer/dp/3161494628

      Was dem Tra­di­tio­na­lis­mus neben Bil­dung auch noch fehlt ist so etwas wie Fein­des­lie­be, die Fähig­keit, sich in die Gedan­ken­welt des „ande­ren“ zu ver­set­zen und sie nicht zu dämo­ni­sie­ren, son­dern den ande­ren, selbst wenn er irrt, in sei­ner „Blind­heit“ zu ver­ste­hen.

      Das jeden­falls hat Jesus gefor­dert — aber wel­cher Tra­di fragt denn nach Jesus?
      Lei­der hapert es da am mei­sten…

  11. @Zeitschnur
    Es sind nicht die bei­den ein­zi­gen Stel­len, es gibt im Tal­mud Dut­zen­de sol­cher Art, man kann sie aber nicht mit ihren Refe­ren­zen alle in 3000 Zei­chen benen­nen. Was mir auch wich­ti­ger erscheint ist an den Jesu Satz „an ihren Früch­ten wer­det ihr sie erken­nen“ Ev.Heil.Matthäus Kap. 7 v.16 zu erin­nern. Um sich nicht nur auf das Juden­tum zu fokus­sie­ren, neh­men wir Bei­spie­le aus allen drei mono­the­isti­schen Welt­re­li­gio­nen. Wenn bei­spiels­wei­se im 3. Buch Moses Kap. 20 v.10 steht eine Ehe­bre­che­rin sei zu stei­ni­gen, aber im Evan­ge­li­um des Hl. Johan­nes Kap. 8 v.7 Jesu sagt „Wer von euch ohne Sün­de sei wer­fe den ersten Stein“, und im Chri­sten­tum wer­den kei­ne Ehe­bre­che­rin­nen gestei­nigt, so darf man davon aus­ge­hen die Leh­re Jesu über­wiegt. Wenn im Buch einer ande­ren Welt­re­li­gi­on, dem Islam an vie­len Stel­len steht, den Ungläu­bi­gen wäre der Kopf abzu­schla­gen und, wie kürz­lich in Frank­reich gesche­hen ein mos­le­mi­scher Atten­tä­ter sei­nem Arbeit­ge­ber den Kopf abschlägt, ihn an ein Fabrik­tor hef­tet, mit isla­mi­sti­schen Paro­len und ver­sucht die Fabrik in die Luft zu jagen, so kann man auch zu dem Schluss kom­men, die­se Koran­stel­len hät­ten heu­te vol­le Gül­tig­keit. Und wenn im jüdi­schen baby­lo­ni­schen Tal­mud, Nicht­ju­den mit Tie­ren ver­gli­chen wer­den, und bei sei­ner letz­ten Offen­si­ve in Gaza 2014 Netan­ja­hu in einem Monat 2100 Palä­sti­nen­ser umbringt, dar­un­ter 500 Kin­der, kann man auch logi­scher­wei­se den­ken, dass die­se Tal­mud­stel­len zum Wert des Lebens von Nicht­ju­den heu­te unein­ge­schränkt Gül­tig­keit haben!

  12. @ Zeit­schnur: Nun blei­ben Sie mal auf dem Tep­pich und mässi­gen Sie Ihre Emo­tio­nen. Der von Ihn­nen hier zitier­te „Gott“ ist das nicht auch der­je­ni­ge, der befahl, Kin­der, Alte, Frau­en und Tie­re mit dem Schwert zu erschla­gen und an den Fel­sen erbar­mungs­los zu zer­trüm­mern? Was für ein archai­scher Stam­mes­gott. Aber es ist ja offen­sicht­lich, dass der­sel­bi­ge „Gott“ kei­nen ein­zi­gen Fin­ger gerührt hat, als ein Himm­ler und Eich­mann sein „aus­er­wähl­tes Volk ver­ga­ste. DARÜBERHINAUS grif­fe die­ser „Gott“ weder im ersten noch im zwei­ten Welt­krieg ein und er wird im drit­ten Welt­krieg auch nicht ein­grei­fen. Und war­um nicht? Weil es die­sen „Gott“ nie­mals gab, nicht gibt und nie­mals geben wird! Das sind Phan­ta­sien unge­bil­de­ter semi­ti­scher und bär­ti­ger Wüsten­no­ma­den. Papier ist gedul­dig. Und dar­über­hin­aus emp­feh­le ich Ihnen das BUCH von Jean Ame­ry (ein JUDE DER AUCH IM KZ WAR!) zu kau­fen und es zu lesen. Viel­leicht blinkt bei Ihnen dann ein wenig ein Licht­lein auf… Ame­ry beging Frei­tod, weil er genug hat­te, „Die Men­schen sind schlecht, auch Gott ist schlecht“, das sag­te Ame­ry aus. BEGREIFLICH!!!!!!

  13. Nach­trag zu dem erwähn­ten BUCH von J.Amery.Der Titel lau­tet: ‚Hand an sich legen.‘ Wo und wie es heu­te zu kau­fen ist,weis ich nicht.Bin kein Auskunftsbüro.Sorry.

    • äh…Emotionen…aha!?

      Die­ser Gott, dem Sie hier lästern — übri­gens ist er der all­mäch­ti­ge Goot, der Him­mel und Erde erschaf­fen hat — lässt auch zu, dass Sie Ihre blas­phe­mi­schen Reden sagen kön­nen und erschlägt Sie dafür nicht sofort… weil er die Men­schen liebt und unend­li­che Geduld hat.

      Übri­gens habe ich Améry sehr genau schon vor Jah­ren gele­sen — was das mit sei­nem Jude­sein bzw. dem, was hier dis­ku­tiert hat, zu tun hat, kann man wohl auch nur in einem reli­giö­sen Voll­rausch erfas­sen…

      In jedem Fall soll­ten Sie die See­len­la­ge eines gequäl­ten Men­schen — für vie­le Tra­dis ver­mut­lich auch nur eine Fik­ti­on derer, die mei­nen, es habe tat­säch­lich KZs gege­ben — nicht für Ihre Got­tes­lä­ste­run­gen aus­beu­ten.

      Der Abschuss ist Ihr zwei­tes Posting: nie­mand hat Sie um Buch­tipps gebe­ten, viel­leicht schrei­ben Sie ein­fach dem­nächst nicht mehr? Dann sind Sie auch sicher vor Lesern…

      Was das alles mit mei­nen Postings zu tun hat, kann man nur unter Hin­zu­zie­hung einer hand­le­send wahr­sa­gen­den Zigeu­ne­rin auf dem Jahr­markt ver­ste­hen.…

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