„Zensur linker Medien schockierend“ — Radikalfeministin Paglia über das Schweigen zum Planned Parenthood-Skandal

Camille Paglia
Camil­le Paglia

(New York) Die US-ame­ri­ka­ni­sche “femi­ni­sti­sche Dis­si­den­tin“ Camil­le Paglia spricht im Zusam­men­hang mit dem Skan­dal um die inter­na­tio­na­le Abtrei­bungs­or­ga­ni­sa­ti­on Plan­ned Paren­t­hood von einer „schockie­ren­den Zen­sur der lin­ken Medi­en“. Die als Radi­kal­fe­mi­ni­stin bekannt­ge­wor­de­ne Paglia wur­de in jüng­ster Zeit zu einer der schärf­sten Kri­ti­ker des lin­ken und libe­ra­len Den­kens.

Paglia sorg­te 2014 für Auf­se­hen, als sie die „lin­ke Illu­si­on“ kri­ti­sier­te, zu mei­nen, „den Men­schen zu ändern, indem man die Gesell­schaft ver­än­dert“. Nun mel­de­te sie sich zum Plan­ned-Paren­t­hood-Skan­dal zu Wort: „Ich bin ange­ekelt“ vom Geschäft mit Kör­per­tei­len abge­trie­be­ner Kin­der.

Vor allem der Ver­such lin­ker Medi­en, den Skan­dal tot­zu­schwei­gen, bringt die Femi­ni­stin in Rage: „Die­se Zen­sur ist schockie­rend und wider­spricht jeder Pro­fes­sio­na­li­tät“.

Unter­des­sen wur­de von Cen­ter for Medi­cal Pro­gress (CMP) das vier­te mit ver­steck­ter Kame­ra auf­ge­zeich­ne­te Video ver­öf­fent­licht, das die welt­größ­te Abtrei­bungs­or­ga­ni­sa­ti­on schwer bela­stet. Um eine Dis­kus­si­on über die Tötung unge­bo­re­ner Kin­der zu ver­hin­dern, schrecken lin­ke und libe­ra­le Mas­sen­me­di­en nicht davor zurück, syste­ma­ti­sche Zen­sur aus­zu­üben, wie Camil­le Paglia beklagt.

„Bornierter Geist“

In einem Inter­view für das libe­ra­le Nach­rich­ten­por­tal Salon kri­ti­sier­te Paglia die ame­ri­ka­ni­sche Lin­ke [poli­tisch weit­ge­hend ident mit der Demo­kra­ti­schen Par­tei], „die meint, einen offe­nen Geist zu haben, obwohl das abso­lut nicht stimmt!“ Der Libe­ra­lis­mus „ist trau­ri­ger­wei­se eine reak­tio­nä­re Ideo­lo­gie gewor­den, die von Men­schen ver­tre­ten wird, die in ihren klei­nen, beque­men Zel­len ver­bar­ri­ka­diert sind“ und die „mei­nen, ihre Sicht der Din­ge sei die ein­zig ver­nünf­ti­ge“.

Das aktu­ell­ste Bei­spiel für die­sen „gei­sti­ge Bor­niert­heit“ sei der Fall Plan­ned Paren­t­hood. Wer sich in den ver­gan­ge­nen zwei Wochen, seit Aus­bruch des Skan­dals, nur über lin­ke Medi­en infor­mier­te, „hat nichts vom Skan­dal erfah­ren“, so Camil­le Paglia. Tages­zei­tun­gen und Fern­seh­sen­der „ver­su­chen den Fall zu ver­tu­schen“. Paglia gab zu, selbst ein­mal Mit­glied von Plan­ned Paren­t­hood gewe­sen zu sein. Sie sei heu­te aber „ange­ekelt und schockiert“ vom welt­größ­ten Abtrei­ber.

Die zentrale Bedeutung der Religion

Auch zur aktu­el­len Dis­kus­si­on in den USA über die Reli­gi­ons­frei­heit befragt, die durch das Urteil des Ober­sten Gerichts­hofs zur Lega­li­sie­rung der Homo-Ehe aus­ge­löst wur­de, sag­te Paglia, daß es „kin­disch“ sei, „sich über die Reli­gi­on lustig zu machen.“ Das täten Leu­te, die nicht erwach­sen wer­den, und das habe „etwas mit den eige­nen Eltern zu tun: Sie rebel­lie­ren noch auf irgend­ei­ne Wei­se gegen ihren Vater“.

Die Athe­istin Paglia gibt sich über­zeugt, daß die Reli­gi­on im Zen­trum der Gesell­schaft zu ste­hen habe, denn „alle wich­ti­gen Reli­gio­nen der Welt ent­hal­ten ein kom­ple­xes System von Glau­bens­aus­sa­gen über die Natur, das Uni­ver­sum, das mensch­li­che Leben, die viel tie­fer­ge­hen als jede Sache, die der Libe­ra­lis­mus je her­vor­ge­bracht hat.“

Der Islam und die westliche Heuchelei

Auch der Fra­ge zur Hal­tung von Libe­ra­len und Lin­ken zum Islam ent­zog sich Camil­le Paglia nicht: „Ich mei­ne, daß es völ­lig heuch­le­risch ist, daß die­sel­ben Aka­de­mi­ker und Medi­en Ver­ständ­nis für den Islam for­dern, die sich gleich­zei­tig über den Glau­ben from­mer Chri­sten lustig machen und sich dar­über ver­ächt­lich äußern“. Die­ses Ver­hal­ten zei­ge, „daß wir uns kon­stant vom Erbe der abend­län­di­schen Kul­tur ent­fernt haben“.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Tem­pi

3 Kommentare

  1. Dass wir uns kon­stant vom Erbe der abend­län­di­schen Kul­tur ver­ab­schie­det haben…sagt Camil­la
    Paglia und zeigt sich ange­ekelt und schockiert über ame­ri­kas gro­ße Abtrei­bungs­lob­by Plan­ned
    Paren­t­hood. Nach­dem bekannt wor­den war, dass die­se Tötungs-Orga­ni­sa­ti­on, Han­del im gro­ßen
    Stil mit Kör­per­tei­len abge­trie­be­ner Kin­der macht, ist auch die Öffent­lich­keit in Ame­ri­ka auf­ge-
    schreckt. Die­se Gräul­ta­ten sind doch erst mög­lich gewor­den, durch die libe­ra­len Geset­ze die von
    glau­bens­lo­sen Orga­ni­sa­tio­nen, wie die UNO, for­ciert und gefor­dert wer­den und das als Men­schen-
    recht dekla­riert wird. Hier muss man auch auf uns Chri­sten hin­wei­sen, die wir nicht genug und mit
    Unter­stüt­zung der Bischö­fe, pro­te­stiert haben. Dabei wis­sen alle, das durch die Abtrei­bung Gott
    und sei­ne Schöp­fung schwer belei­digt wird. Wir alle wer­den dafür büßen müs­sen. Got­tes Gerech-
    tig­keit wird furcht­bar sein.

  2. Frau Paglia hat auch kri­ti­siert, daß die For­schung über die Ent­ste­hung der Homo­se­xua­li­tät ver­bo­ten ist:

    Les­bi­an femi­nist and uni­ver­si­ty pro­fes­sor Camil­le Paglia dis­cus­sed sexua­li­ty on the Den­nis Pra­ger show. It is note­wor­thy from the ex-gay view­point, becau­se she rei­tera­ted the same facts about the cau­sa­ti­on of homo­se­xua­li­ty as sexu­al ori­en­ta­ti­on chan­ge the­ra­pists. She star­ted out the inter­view by sta­ting “Well, it’s my point of view, sexua­li­ty is very flu­id. Sexu­al Ori­en­ta­ti­on can chan­ge accord­ing to cir­cum­stance. It’s an abso­lu­te cana­rd, as I said in the Wall Street Jour­nal inter­view, that you’re born gay. This is, there’s abso­lute­ly not a shred of evi­dence for that.” The Voice of the Voiceless tran­scri­bed some of her com­ments: “Every sin­gle gay per­son I know has some sort of dra­ma going on, back in child­hood. Some­thing was hap­pe­ning that we’re not allo­wed to ask about any­mo­re … I can see pat­terns that are simi­lar in my back­ground to that of other women I know who are les­bi­ans, but the big­gest pat­terns are in gay men. Every sin­gle gay man I know had a par­ti­cu­lar pat­tern whe­re for wha­te­ver rea­son, he was clo­ser to his mother than to his father, and the­re was some sort of distance bet­ween the mother and the father, so that she loo­ked to her son as her real equal or friend, as the real com­pa­n­ion of her soul. Some­ti­mes the­se women were dis­creet and digni­fied. Other times, they were very thea­tri­cal and in a sen­se they draf­ted their son into their own dra­ma. But now, you are not allo­wed to ask any que­sti­ons about the child­hood of gay peop­le any­mo­re. It’s cal­led ‘homo­pho­bic’. The enti­re psy­cho­lo­gy estab­lish­ment has shut its­elf down, poli­ti­cal­ly” …

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