Papst entscheidet über Medjugorje — Glaubenskongregation legt Franziskus Dekret zur Unterschrift vor

Medjugorje: Die Entscheidung liegt dem Papst in Form eines Dekrets vor
Med­jug­or­je: Die Ent­schei­dung liegt dem Papst in Form eines Dekrets vor

(Rom) Med­jug­or­je wird eine Gebets­stät­te. Die angeb­li­chen Mari­en­er­schei­nun­gen wer­den nicht aner­kannt. Das ist das Ergeb­nis der Voll­ver­samm­lung der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, die in Rom tag­te. Sie hat­te dabei über den Abschluß­be­richt der inter­na­tio­na­len Unter­su­chungs­kom­mis­si­on zum Phä­no­men Med­jug­or­je zu befin­den. Um Fana­tis­mus und über­stei­ger­tem Erschei­nungs­glau­ben unter den Gläu­bi­gen ent­ge­gen­zu­wir­ken, wird es wahr­schein­lich ein klei­nes „Aber“ geben.

Genau am 34. Jah­res­tag nach­dem zum ersten Mal die Got­tes­mut­ter Maria im damals armen her­ze­go­wi­ni­schen Berg­dorf sechs Kin­dern erschie­nen sein soll, ver­sam­mel­te sich in Rom die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on. Es war der 24. Juni 1981, als sich den Kin­dern laut deren Anga­ben die „Köni­gin des Frie­dens“ gezeigt habe.

Ausformuliertes Dekret liegt auf dem Schreibtisch des Papstes

Zusam­men mit den Richt­li­ni­en­emp­feh­lun­gen der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on liegt nun das gesam­te Dos­sier Med­jug­or­je, das alle bis­he­ri­gen Unter­su­chun­gen doku­men­tiert, auf dem Schreib­tisch von Papst Fran­zis­kus. Es liegt nun an ihm, ob er den Emp­feh­lun­gen der Unter­su­chungs­kom­mis­si­on und den Emp­feh­lun­gen der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on fol­gen wird. Die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on hat bereits ein Dekret ver­faßt. Papst Fran­zis­kus muß nun ent­schei­den, ob und wann er die­ses Dekret unter­zeich­net und ver­öf­fent­li­chen läßt.

Laut Anga­ben der ita­lie­ni­schen Tages­zei­tung Il Giorna­le sieht das Dekret die Aner­ken­nung Med­jug­or­jes als Gebets­stät­te vor, aber nicht mehr. Die Auf­for­de­rung lau­tet: den katho­li­schen Bal­kan­ort zum Gebet zu besu­chen, aber den Kon­takt zu den angeb­li­chen Sehern zu mei­den. Ein aus­drück­li­ches Ver­bot unter­sagt die Teil­nah­me an Ver­an­stal­tun­gen, bei denen angeb­lich die Got­tes­mut­ter erschei­nen soll. Drei Seher behaup­ten, daß ihnen die Aller­se­lig­ste Jung­frau jeden Tag erscheine.

Keine Übernatürlichkeit feststellbar

Vicka Ivankovic während einer "Erscheinung", zu der sich eine große Volksmenge versammelte
Vicka Ivan­ko­vic wäh­rend einer „Erschei­nung“, zu der sich eine gro­ße Volks­men­ge versammelte

Die­ses Ver­bot, so Il Giorna­le unter Beru­fung auf vati­ka­ni­sche Quel­len, die­ne vor allem dazu, „Fana­tis­men und unkri­ti­sche Begei­ste­rung für die Seher zu ver­mei­den“. Die Gläu­bi­gen, so der Text des Dekrets, sol­len nach Med­jug­or­je gehen, um zu beten, nicht um die Seher zu tref­fen, oder sich mit angeb­li­chen Bot­schaf­ten zu beschäftigen.

Die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, so die ita­lie­ni­sche Tages­zei­tung, folgt dem Urteil der inter­na­tio­na­len Unter­su­chungs­kom­mis­si­on und kann im Phä­no­men Med­jug­or­je kei­ne Über­na­tür­lich­keit der Ereig­nis­se fest­stel­len. Gleich­zei­tig wird unter Beru­fung auf das Kir­chen­recht kei­ne defi­ni­ti­ve Ent­schei­dung emp­foh­len, weil das Phä­no­men noch nicht abge­schlos­sen ist und damit ein end­gü­ti­ges Urteil nicht mög­lich ist.

In die Pra­xis über­tra­gen bedeu­tet das, daß die Kir­che stren­ger gegen Auf­trit­te der Seher vor­ge­hen wird, wie sich dies in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, seit Kar­di­nal Mül­ler an der Spit­ze der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on steht, bereits abge­zeich­ne­te. Nicht bekannt ist noch, ob die Gebets­stät­te Med­jug­or­je direkt dem Hei­li­gen Stuhl unter­stellt wird und damit der Vati­kan direk­te Ein­griffs­mög­lich­kei­ten vor Ort hät­te. Er wür­de dann über die Ein­set­zung des Gebets­stät­ten­lei­ters ent­schei­den und könn­te Auf­trit­te von Sehern und die Bekannt­ga­be von „Bot­schaf­ten“ in der Gebets­stät­te und an allen dazu­ge­hö­ren­den Orten unterbinden.

Ob Wiens Erz­bi­schof, Kar­di­nal Chri­stoph Schön­born, der rang­höch­ste akti­ve Ver­fech­ter der Echt­heit der „Erschei­nun­gen“ von Med­jug­or­je, wei­ter­hin im Ste­phans­dom Seher auf­tre­ten las­sen wird, die dort „Bot­schaf­ten“ emp­fan­gen, ist nicht bekannt. Kar­di­nal Schön­born hat als Mit­glied der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on an der Voll­ver­samm­lung vor zwei Tagen teil­ge­nom­men. Für den 25. Sep­tem­ber 2015 ist jeden­falls ein sol­ches Tref­fen im Ste­phans­dom ange­kün­digt. In die­sem Jahr mit der „Sehe­rin“ Mari­ja Pavlovic-Lunetti.

Seher geben sich gelassen — Spannung unter Medjugorje-Anhängern jedoch groß

Vicka Ivan­ko­vic ließ über Don Miche­le Baro­ne, einen der eif­rig­sten Med­jug­or­je-Pil­ger, Il Giorna­le wis­sen, daß sie „gelas­sen und ruhig erwar­te, was die Posi­ti­on des Pap­stes sein wird. Ich ste­he in vol­lem Gehor­sam zur Kir­che und die Got­tes­mut­ter hat mir gesagt, unbe­sorgt zu sein.“

Gestern erhiel­ten die „Seher“, laut eige­nen Anga­ben, die neue „Jah­res­bot­schaft“ der Jung­frau, die ihnen jedes Jahr am 25. Juni, in Erin­ne­rung an den ersten Erschei­nungs­tag vor 34 Jah­ren mit­ge­teilt werde.

Unter­des­sen war­ten Mil­lio­nen Gläu­bi­ge welt­weit auf die Ent­schei­dung des Pap­stes. Genau die­ser Umstand, so heißt es in Rom, wer­de eine „salo­mo­ni­sche“ Lösung zur Fol­ge haben. Eine Aner­ken­nung der „Erschei­nun­gen“ wer­de es nicht geben. Die „Seher“ sol­len unter stren­ge­re Auf­sicht gestellt und in Kir­chen kon­se­quen­ter das Ver­bot durch­ge­setzt wer­den, die Echt­heit der „Erschei­nun­gen“ zu behaup­ten. Damit wird die Ableh­nung wie bereits seit den 1980er Jah­ren bestä­tigt. Unter Ver­weis dar­auf, daß die „Erschei­nun­gen“ noch andau­ern, wer­de man aber einen klei­nen Spalt offen­las­sen. Fest steht damit nur eines: daß Med­jug­or­je wohl nie einen Platz neben La Salet­te, Lour­des und Fati­ma in der Rei­he aner­kann­ter Erschei­nun­gen erhal­ten wird.

Das Nein zu Medjugorje, könnte wie ein pädagogisches Jein klingen

Die Seherkinder von Medjugorje in den 1980er Jahren
Die „Seher­kin­der“ von Med­jug­or­je in den 1980er Jahren

Dar­in sei ein päd­ago­gi­scher Aspekt zu sehen, um jene Mil­lio­nen, die an Med­jug­or­je glau­ben, nicht zu sehr vor den Kopf zu sto­ßen. Auf den zahl­rei­chen Med­jug­or­je-Sei­ten im Inter­net ist die Span­nung zu lesen, mit der die Ent­schei­dung Roms unter den Med­jug­or­je-Anhän­gern erwar­tet wird. „Wenn der Papst Med­jug­or­je ablehnt, wird es einen Auf­stand der Gläu­bi­gen geben“, schrei­ben dort vie­le. Man­che mei­nen es, weil sie Angst vor einer Ableh­nung haben, bei ande­ren klingt es mehr nach einer Dro­hung gegen Rom.

Als Papst Fran­zis­kus am 6. Juni aus Sara­je­wo zurück­kehr­te, spiel­te er auf Med­jug­or­je an. Er lob­te die „aus­ge­zeich­ne­te“ Arbeit der inter­na­tio­na­len Unter­su­chungs­kom­mis­si­on, die Papst Bene­dikt XVI. unter der Lei­tung von Kar­di­nal Camil­lo Rui­ni ein­ge­rich­tet hat­te, und kün­dig­te an, daß eine Ent­schei­dung bald bekannt­ge­ge­ben wer­de. Weni­ge Tage spä­ter kri­ti­sier­te er in einer mor­gend­li­chen Pre­digt in San­ta Mar­ta, ohne Med­jug­or­je aus­drück­lich zu nen­nen, die Erschei­nungs­sucht man­cher Gläu­bi­gen. Daß die Kir­che öffent­li­che Auf­trit­te der „Seher“ künf­tig unter­bin­den will, wur­de nach Ver­bo­ten in den USA und Spa­ni­en auch durch die Absa­ge eines Tref­fens am 20. Juni in Mode­na deut­lich, wo Vicka Ivan­ko­vic auf­tre­ten sollte.

Der letzte Akt zu Medjugorje — oder auch nicht

Nun steht der letz­te Akt in einem 34 Jah­re wäh­ren­den Schau­spiel bevor: Die Ent­schei­dung des Pap­stes wird die Fra­ge klä­ren. Oder auch nicht. Klä­ren wird er die Fra­ge mit einem Nein, das aber als Jein unter den Med­jug­or­je-Gläu­bi­gen wei­ter­ge­reicht wer­den kann, wie es schon bis­her war, obwohl die zustän­di­gen kirch­li­chen Stel­len jede Über­na­tür­lich­keit zurück­ge­wie­sen haben. Die­ses „Jein“, das als ein Nein jetzt, aber kein defi­ni­ti­ves Nein in die Geschich­te ein­ge­hen wird, weil die „Erschei­nun­gen“ ja noch andau­ern. Damit wird jeder Med­jug­or­je-Anhän­ger leben kön­nen, denn es läßt ihm die Hoff­nung, daß in der Zukunft aus dem Nein ja doch noch ein Ja wer­den könn­te. Und daß dem so sein wer­de, davon wer­den vie­le von ihnen fest über­zeugt sein. Vor allem aber ver­hin­dert Papst Fran­zis­kus einen Popu­la­ri­täts­ver­lust für sei­ne Per­son und ein poten­ti­el­les Schis­ma, von dem der bekann­te katho­li­sche Publi­zist Vit­to­rio Mess­o­ri spricht: „Soll­te Papst Fran­zis­kus Nein zu Med­jug­or­je sagen, besteht die Gefahr eines Schismas“.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Timone

15 Kommentare

  1. Von einer ande­ren Sicht die­ses Gre­mi­ums bin ich auch nicht aus­ge­gan­gen. Das hat mit der Erschei­nung selbst wohl nichts zu tun, son­dern ist eher in die Rubrik „Zweck­mä­ßig­keit“ abzuschichten.

  2. Ein deut­li­ches und unwi­der­ruf­ba­res Nein ist nicht zu erwar­ten. Denn gäbe es ein voll­stän­di­ges Nein, hät­te die Theo­lo­gie sehr sehr gro­ße Pro­ble­me. Die Men­schen wür­den in Scha­ren der weit­hin fal­schen Theo­lo­gie davon­lau­fen. Der gan­ze theo­lo­gi­sche Mist der letz­ten Jahr­zehn­te könn­te nicht mehr unter den Tep­pich gekehrt wer­den. Die Theo­lo­gie wäre sicht­lich demaskiert.

    Die Volks­fröm­mig­keit, an deren Spit­ze die Mut­ter­got­tes selbst steht, wird auch dies­mal wie in all den Jahr­hun­der­ten wie­der den Sieg davontragen.
    Die Ent­schei­dung des Pap­stes wird die Kir­che ver­än­dern. Das Volk ist die vie­len Lügen der ver­kehr­ten Theo­lo­gen satt.

    • //Die Volks­fröm­mig­keit, an deren Spit­ze die Mut­ter­got­tes selbst steht, //

      Ein heid­ni­scher deut­scher Phi­lo­soph hat ein Pro­gramm ent­wor­fen für die volks­re­vo­lu­tio­nä­re Umge­stal­tung der euro­päi­schen Gesell­schaft, ins­be­son­de­re Deutsch­lands, nach dem Tag X (d.i. der Tag im 3. Welt­krieg, an dem die erste Atom­bom­be in West­eu­ro­pa nie­der­geht und der blu­ti­ge Bür­ger­krieg beginnt). Chri­sten­tum wird dann nur noch als paga­ni­sier­tes „Son­nen­chri­sten­tum“ gedul­det wer­den. Alles, was an die pau­li­ni­sche Erlö­sungs­theo­lo­gie erin­nert, wird aus den Kir­chen ent­fernt, die­se in Stät­ten für Thing-Ver­samm­lun­gen und Hel­den­kult ver­wan­delt wer­den. Und jetzt kommt’s: Um den Chri­sten ent­ge­gen­zu­kom­men, deren Gefüh­le noch am alten Glau­ben hän­gen, wird man die Mut­ter­got­tes-Sta­tu­en ste­hen las­sen, die dann als All­mut­ter ver­ehrt wer­den darf.
      Erinn­nert das nicht dar­an, dass Papst Fran­zis­kus in sei­ner Enzy­kli­ka, wo Jesus Chri­stus kei­ne Rol­le mehr spielt, einen Abschnitt Maria als Mut­ter der Schöp­fung widmet?
      Und in dem, wie er sich rühmt, bedeu­tend­sten Mari­en­wall­fahrts­ort Nord­deutsch­lands und Nord­west­eu­ro­pas Keve­la­er wird in Kür­ze ein inter­re­li­giö­ser Friedens-„Wallfahrts„tag durch­ge­führt, aus dem eben­falls Jesus Chri­stus aus­ge­blen­det ist und nur von Maria mit ihren ver­schie­de­nen inter­re­li­giö­sen Anknüp­fungs­punk­ten die Rede ist.
      Mir erscheint das mehr als frag­wür­dig. Jeden­falls kann ich nicht erken­nen, was das noch mit dem bibli­schen Evan­ge­li­um zu tun hat.

      • Das ist traurig.Ich dachte,die Maria,Mutter Jesu,des Erlö­sers wird verehrt.Dachte,zuerst heute,diese Massenverehrung,zu verstehen,…Traurig,missbraucht wird jetzt wohl alles,was Hoff­nung sein kann,in die­ser Welt.Fast wur­de ich zu ein­fa­cher Oma,wie ich es eigent­lich bin.Maria ist Mut­ter Jesu,die Gottesmutter.Sie ist kei­ne All­mut­ter, ..Und es gibt Wunder.

      • @Leo Laemm­lein
        Es ist all­ge­mein bekannt das Katho­li­ken die zum Pro­te­stan­tis­mus über kon­ver­tie­ren mit der Mut­ter Got­tes Pro­ble­me kriegen.
        „Erinn­nert das nicht dar­an, dass Papst Fran­zis­kus in sei­ner Enzy­kli­ka, wo Jesus Chri­stus kei­ne Rol­le mehr spielt, einen Abschnitt Maria als Mut­ter der Schöp­fung widmet?“
        Sie wol­len doch nicht die­se jesui­ti­schen Witz­fi­gur die sich als Bischof von Rom ver­klei­det hat mit der Mut­ter Got­tes in Ein­klang brin­gen? Ich glau­be das sie den Ernst der Lage begrif­fen haben aber es gibt kei­nen Angriff auf den Pro­te­stan­tis­mus son­dern nur auf die hei­li­ge katho­li­sche Kir­che und dem soll­te man begeg­nen indem man immer katho­li­scher wird. Lie­ber Leo Laemm­lein wen wür­den ihre pro­te­stan­ti­chen Glau­bens­ge­nos­sen mehr ver­trau­en der Mut­ter Got­tes oder den der gesagt hat „Sei ein Sün­der und sün­di­ge kräf­tig“. Sie wer­den ver­ste­hen das ich als Mari­en­ver­eh­rer mit einen Pro­te­stan­ten wie ihnen Pro­ble­me habe.
        Per Mari­am ad Christum.

      • Lie­ber Shuca,
        zur Rich­tig­stel­lung: ich bin kein Pro­te­stant und bin nicht zum Pro­te­stan­tis­mus kon­ver­tiert und habe sol­ches auch nicht vor.
        Bei mei­ner Suche nach den Ursa­chen für die Kir­chen- und Glau­bens­kri­se bin ich mitt­ler­wei­le wei­ter zurück­ge­gan­gen als nur bis zur Refor­ma­ti­on, dem mor­gen­län­di­schen Schis­ma und den öku­me­ni­schen Konzilien.
        Die Wege began­nen sich schon in apo­sto­li­scher und früh­christ­li­cher Zeit zu trennen.
        (Bei­spiel: Wäh­rend wir hier über den Oster­ter­min nach julia­ni­schem oder gre­go­ria­ni­schem Kalen­der dis­ku­tier­ten , hat nie­mand, auch nicht nicht, dar­an gedacht, dass die­ser Kanon des 1. Kon­zils von Nizäa schon ein Abge­hen vom Brauch der Apo­stel war, die Ostern am 14. Nisan begin­gen wie die Juden. )
        Was nun Maria, die Mut­ter des Herrn, angeht, so habe ich kein Pro­blem mit ihr, son­dern mit dem, was aus ihr gemacht wur­de und wofür sie ein­ge­setzt wird.
        Der Vati­kan setzt sie in sei­nen inter­re­li­giö­sen Ver­hand­lun­gen zur Errei­chung einer Öku­me­ne der Welt­re­li­gio­nen ein. Das steht im kla­ren Gegen­satz zum Auf­trag des Herrn Jesus Chri­stus für die Welt­zeit, in der wir uns befinden.

  3. Was immer F. tut — was hat das zu sagen, wo er selbst in Sara­je­vo mit den ande­ren Reli­gi­ons­ver­tre­tern den Gott Abra­hams anrief, ohne Jesus zu erwähnen?
    Passt doch alles: die einen machen mit dem Med­ju-Rum­mel auf Welt­frie­den, die ande­ren säu­seln mehr­spra­chig in Reli­gi­ons­zun­gen Frie­dens­ge­be­te ins Nichts.

    • In sei­ner Enzy­kli­ka ruft Papst Fran­zis­kus inter­re­li­gi­ös den „all­mäch­ti­gen Gott“ an.
      Im vor­ab ver­öf­fent­lich­ten Ent­wurf hat­te er an die­ser Stel­le Gott noch als Vater angesprochen.
      Anru­fung Got­tes, je nach Oppor­tu­ni­tät, als Mit­tel einer Reli­gi­ons­po­li­tik auf UNO-Linie.

    • Med­ju-Rum­mel ist eine Unver­schämt­heit, eine Belei­di­gung aller Gläu­bi­gen. Frau Jüng­ling glaubt wohl nur ihr eige­nes Zeug. Das ist das Schlimme.

  4. Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kirche
    über „Pri­va­tof­fen­ba­run­gen“:
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    Im Lau­fe der Jahr­hun­der­te gab es soge­nann­te „Pri­va­tof­fen­ba­run­gen“, von denen eini­ge durch die kirch­li­che Auto­ri­tät aner­kannt wur­den. Sie gehö­ren jedoch nicht zum Glaubensgut.
    Sie sind nicht dazu da, die end­gül­ti­ge Offen­ba­rung Chri­sti zu „ver­voll­komm­nen“ oder zu „ver­voll­stän­di­gen“, son­dern sol­len hel­fen, in einem bestimm­ten Zeit­al­ter tie­fer aus ihr zu leben. Unter der Lei­tung des Lehr­am­tes der Kir­che weiß der Glau­bens­sinn der Gläu­bi­gen zu unter­schei­den und wahr­zu­neh­men, was in sol­chen Offen­ba­run­gen ein ech­ter Ruf Chri­sti oder sei­ner Hei­li­gen an die Kir­che ist.

    Der christ­li­che Glau­be kann kei­ne „Offen­ba­run­gen“ anneh­men, die vor­ge­ben, die Offen­ba­rung, die in Chri­stus voll­endet ist, zu über­tref­fen oder zu berichtigen,wie das bei gewis­sen nicht­christ­li­chen Reli­gio­nen und oft auch bei gewis­sen neue­ren Sek­ten der Fall ist, die auf sol­chen „Offen­ba­run­gen“ gründen.
    -

    Kri­te­ri­en für fal­sche „Erschei­nun­gen“; die­se sind durch­zo­gen mit bez. der aller­hei­lig­sten Dreifaltigkeit

    Unwürdigem.…Lächerlichem.…Ungeordnetem und Unvernünftigem.…

    So wie in „Med­jug­or­je“ !

  5. „kann im Phä­no­men Med­jug­or­je kei­ne Über­na­tür­lich­keit der Ereig­nis­se feststellen“

    “ könn­te Auf­trit­te von Sehern und die Bekannt­ga­be von „Bot­schaf­ten“ in der Gebets­stät­te und an allen dazu­ge­hö­ren­den Orten unterbinden.“

    Das ist ein kla­res und deut­li­ches „Nein“! Ob die Gebets­stät­te ohne die „Erschei­nun­gen“ über­le­ben kann, muss die Zukunft zeigen.

  6. Zitat einer Sehe­rin: „Ich ste­he in vol­lem Gehor­sam zur Kir­che und die Got­tes­mut­ter hat mir gesagt, unbe­sorgt zu sein.“

    Da ist alles drin. Momen­tan ist es ja (noch) ruhig, der Sturm über die Welt noch nicht (all­ge­mein) los­ge­bro­chen (erst vereinzelt).

    Wäh­rend der Zei­ten der 10 Geheim­nis­se wird alles klar wie Quell­was­ser sein, für bei­de Sei­ten, Befür­wor­ter und Geg­ner (zur Erin­ne­rung: Die­se Zei­ten wer­den noch wäh­rend der Regie­rung von F. statt­fin­den, so wur­de es von einer ande­ren Sehe­rin angekündigt).

    Ave Maria, gra­tia plena!

  7. Wie will man die Echt­heit der Med­jug­or­je-Erschei­nun­gen ver­läss­lich prü­fen? Aus mei­ner Sicht sind die monat­li­chen Med­jug­or­je-Bot­schaf­ten, die ich durch Zufall gele­gent­lich lese, theo­lo­gisch nicht falsch.
    Bei­spiels­wei­se die Bibel, monat­li­che Beich­te, Eucha­ri­stie, das Rosen­kranz­ge­bet und Fasten schlägt Maria in einer ihrer Bot­schaf­ten den Gläu­bi­gen vor.
    Man­che stö­ren sich am dort flo­rie­ren­den Pil­ger-Tou­ris­mus und an der Auf­merk­sam­keit die den Sehern ent­ge­gen­ge­bracht wird.
    Oder dar­an, dass von vie­len Gläu­bi­gen Wun­der berich­tet wer­den, dar­an kann man glau­ben, muss man aber natür­lich nicht.
    Aus mei­ner Sicht geht in die­ser ohne­hin schwie­ri­gen Dis­kus­si­on, ob die Erschei­nun­gen echt sind oder nicht, etwas die Sach­lich­keit ver­lo­ren. Man regt ein­an­der zu vor­schnel­len Urtei­len an, wie es bei kirch­lich nicht aner­kann­ten Pri­va­tof­fen­ba­run­gen meist der Fall ist.
    Oft schie­ne es mir daher am Ange­brach­te­sten, gar nichts dazu zu sagen, auch wenn der Arti­kel dan­kens­wer­ter­wei­se noch sach­lich geschrie­ben ist. Es gibt Fra­gen, auf die man kei­ne siche­re Ant­wort weiß, da wäre es bes­ser sich eines Urteils zu enthalten.

  8. kath.net hat am Mit­tag gemel­det, dass es laut Vati­kan­spre­cher Lom­bar­di die­sen nega­ti­ven Bescheid der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on gar nicht gibt, weil die Kon­gre­ga­ti­on zur Ange­le­gen­heit Med­jug­or­je noch gar nicht zusam­men­ge­tre­ten ist. Sie­he auch http://kath.net/news/51122.

    Wie auch immer — Sei­ne Hei­lig­keit wird hier die rich­ti­ge Ent­schei­dung tref­fen. Eine abschlie­ßen­de Ein­schät­zung wird ohne­hin noch gar nicht mög­lich sein, da die Seher ange­ben, dass die Erschei­nun­gen noch andau­ern. Ich bin gespannt, wie die­ser Sach­ver­halt bewer­tet wird. 

    Als jemand, der vie­le Male in Med­jug­or­je war und dort im Bezug auf die Eucha­ri­stie sehr geprägt wur­de, sehe ich der Erklä­rung gelas­sen entgegen.

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