Kardinal Kasper und seine unrealistische „realistische Theologie der Ehe“

Kardinal Kaspers Plädoyer für "Einzelfallösungen"
Kar­di­nal Kas­pers Plä­doy­er für „Ein­zel­fallösun­gen“

(Frei­burg im Breis­gau) Wal­ter Kar­di­nal Kas­per, Wort­füh­rer der „neu­en Barm­her­zig­keit“ bemüht sich, sei­ne Anhän­ger auf Kurs zu hal­ten, da es beacht­li­chen inner­kirch­li­chen Wider­stand gegen sei­nen „Öff­nungs­kurs“ gibt. Ein­mal mehr erwei­sen sich Jesui­ten als sei­ne Hel­fers­hel­fer. Sein neu­es „Plä­doy­er für Ein­zel­lö­sun­gen“ kann der Kar­di­nal über die Jesui­ten­zeit­schrift „Stim­men der Zeit“ der Welt ver­kün­den. Der Titel sei­nes Auf­sat­zes lau­tet: „Noch­mals: Zulas­sung von wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen zu den Sakra­men­ten? Ein dor­ni­ges und kom­ple­xes Pro­blem“.

Den neu­en Text habe er geschrie­ben, so Kas­per, um „zahl­rei­che Miß­ver­ständ­nis­se“ klar­zu­stel­len, die nach sei­nem Vor­trag vor dem Kar­di­nals­kon­si­sto­ri­um im Febru­ar 2014 ent­stan­den sei­en. Damals hat­te Papst Fran­zis­kus ihm eine Mono­pol­stel­lung ein­ge­räumt, um die Zulas­sung „wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner“, nach kirch­li­chem Ver­ständ­nis im Dau­er­zu­stand des Ehe­bruchs Leben­de, zur Kom­mu­ni­on zu fordern.

Wenn der Brandstifter „Feuer“ ruft

Seit­her ist die gan­ze Kir­che von die­sem Brand gebannt, den Kas­per mit Zustim­mung des Pap­stes leg­te. Wäh­rend die einen ihn zu löschen ver­su­chen, bla­sen ande­re, wie Kas­per, hin­ein, um ihn noch mehr zu ent­fa­chen. Kas­per schreibt dazu in Selbst­be­schei­dung: „Es war dar­um zu erwar­ten, dass die Fra­ge im Vor­feld und wäh­rend der Außer­or­dent­li­chen Bischofs­syn­ode 2014 neu auf­ge­flammt ist“. Eine ziem­lich ver­we­ge­ne, wenn nicht zyni­sche Bemer­kung aus dem Mund des Brandstifters.

Der deut­sche Kar­di­nal betont in sei­nem Plä­doy­er in den „Stim­men der Zeit“ die „Ein­zel­fallösung“. Gleich­zei­tig nimmt er für sich in Anspruch, eine „rea­li­sti­sche Theo­lo­gie der Ehe“ zu ver­tre­ten, die er der gan­zen Kir­che emp­fiehlt. Eine sol­che müs­se das Schei­tern berück­sich­ti­gen und eben­so auch die Vergebung.

Nach einer Buß­zeit sol­le den Betrof­fe­nen unter kla­ren Vor­aus­set­zun­gen die Zulas­sung zum Kom­mu­nion­emp­fang gewährt wer­den. Als Bedin­gun­gen nennt Kas­per „ein ehr­li­ches Urteil des Betrof­fe­nen über sei­ne per­sön­li­che Situa­ti­on“ und ein posi­ti­ves Gut­ach­ten des Beicht­va­ters. Der jewei­li­ge Orts­bi­schof sol­le die Ober­auf­sicht über die­se Buß­pha­se haben.

Kaspers Lösung als „höhere Gerechtigkeit“?

Walter Kasper in den Stimmen der Zeit
Wal­ter Kas­per in den „Stim­men der Zeit“

Kas­per betont, daß er kei­ne Aus­nah­men vom gel­ten­den Kir­chen­recht for­der­te, son­dern „eine ange­mes­se­ne und barm­her­zi­ge Anwen­dung des Rechts“. Der Kar­di­nal spricht in die­sem Zusam­men­hang für sei­nen Vor­schlag sogar von einer „höhe­ren Gerech­tig­keit“, die zur Anwen­dung gelan­ge. Mit ande­ren Wor­ten atte­stiert er, daß die gel­ten­de Pra­xis weder „ange­mes­sen“ noch „barm­her­zig“ ist, obwohl das Recht sol­ches zulie­ße. Schuld an der Nicht­zu­las­sung wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner zur Kom­mu­ni­on sei also die Hart­her­zig­keit der Kir­che, laut dem ehe­ma­li­gen Vor­sit­zen­den des Päpst­li­chen Rats zur För­de­rung der Ein­heit der Chri­sten.

Drei­stig­keit kann man dem deut­schen Kar­di­nal jeden­falls nicht abspre­chen, wenn er trotz die­ses „Plä­doy­ers“ im sel­ben Atem­zug schreibt: „Grund­le­gend ist das Wort Jesu, dass der Mensch nicht tren­nen darf, was Gott ver­bun­den hat. Es fin­det sich in allen drei syn­op­ti­schen Evan­ge­li­en (Mt 5,32; 19,9; Mk 10,9; Lk 16,18). Es wird auch vom Apo­stel Pau­lus bezeugt (1 Kor 7,10 f.) […] So wenig wie damals dür­fen wir heu­te das Wort Jesu durch Anpas­sung an die Situa­ti­on entschärfen.“

Meister der Dialektik

Doch als Mei­ster der Dia­lek­tik weiß Kas­per einen Aus­weg, denn das Wort Jesu dür­fe man „nicht fun­da­men­ta­li­stisch aus­le­gen“. In einem Satz zer­legt der Kar­di­nal den soeben als authen­tisch aner­kann­ten Auf­trag Jesu und bezich­tigt sei­ne Geg­ner, die Ver­tei­di­ger des Ehe­sa­kra­ments, des Fun­da­men­ta­lis­mus, eine der schlimm­sten Voka­beln, die von der poli­ti­schen Kor­rekt­heit als Tot­schlag­in­stru­ment ein­ge­setzt wird.

Das­sel­be Gedan­ken­spiel wie­der­holt der Kar­di­nal, wenn er das katho­li­sche Bun­des­ver­ständ­nis lobt: „Wie der Bund Got­tes in Jesus Chri­stus mit der Kir­che end­gül­tig und unauf­lös­lich ist, so auch der Ehe­bund als Real­sym­bol die­ses Bun­des“. Aller­dings nur, um im näch­sten Satz das soeben Gesag­te bis zur Unkennt­lich­keit mit den Wor­ten zu rela­ti­vie­ren: „Das ist eine groß­ar­ti­ge und über­zeu­gen­de Kon­zep­ti­on. Sie darf jedoch nicht zu einer lebens­frem­den Idea­li­sie­rung fuhren.“

„Flexible pastorale Praxis mancher Ortsgemeinden der frühen Kirche“

Jeder Fall müs­se „ver­ständ­nis­voll, dis­kret und takt­voll“ geprüft wer­den. Eine „all­ge­mei­ne Lösung des Pro­blems“ kön­ne es nicht geben, son­dern nur „Ein­zel­lö­sun­gen“. Kas­per begrün­det dies mit der Behaup­tung, die Kir­che kön­ne bei wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen gar „nicht von einer objek­ti­ven Situa­ti­on der Sün­de spre­chen, ohne die Situa­ti­on des Sün­ders in sei­ner je ein­ma­li­gen per­so­na­len Wür­de zu beden­ken“. Dem Kar­di­nal schwebt dabei die von ihm behaup­te­te „fle­xi­ble pasto­ra­le Pra­xis man­cher Orts­ge­mein­den der frü­hen Kir­che“ vor. Auch in die­sem Punkt ist er im Ver­gleich zu anfäng­li­chen Behaup­tun­gen beschei­de­ner gewor­den, ohne jedoch sei­ne Prä­mis­se zu korrigieren.

Damit ver­sucht der Kar­di­nal ver­brei­te­te Befürch­tun­gen eines grund­sätz­li­chen Pra­xis­wech­sels zu zer­streu­en, die zwangs­läu­fig eine Ände­rung der Glau­bens­leh­re nach sich zie­hen wür­de. Doch hin­ter Kas­pers neu­er Beschei­den­heit mit sei­ner Beto­nung von „Ein­zel­lö­sun­gen“ ver­birgt sich in letz­ter Kon­se­quenz und trotz der vie­len Wor­te über „Vor­aus­set­zun­gen“, „eng gefaß­te Bedin­gun­gen“, „Votum des Beicht­va­ters“ und „Ober­auf­sicht des Orts­bi­schofs“ nichts ande­res. Denn wer die Pra­xis in den Pfar­rei­en kennt, weiß, wie unrea­li­stisch Kas­pers „rea­li­sti­sche Theo­lo­gie der Ehe“ ist. So unrea­li­stisch, daß sich inner­halb kur­zer Zeit, jeden­falls in unse­ren Brei­ten, durch eine Mehr­heit des Kle­rus eine all­ge­mei­ne Lais­sez-fai­re-Pra­xis durch­set­zen wür­de, die ihrer­seits zwangs­läu­fig nega­ti­ven Ein­fluß auf die Glau­bens­leh­re hätte.

Kaspers unrealistische „realistische Theologie der Ehe“

Wie vie­le Prie­ster möch­ten dann gegen­über wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen und ander­wei­tig irre­gu­lär Zusam­men­le­ben­den, um es salopp zu sagen, zum „Spiel­ver­der­ber“ wer­den und sich vor­pro­gram­mier­te Kon­flik­te in der Pfar­rei auf­hal­sen. Von der „Über­for­de­rung“ der Orts­bi­schö­fe erst gar nicht zu spre­chen. Sie wür­den ihre „Ober­auf­sicht“ im Hand­um­dre­hen durch Zutei­lung an irgend­ein Amt ihres Ordi­na­ri­ats ver­bü­ro­kra­ti­sie­ren, was das Gegen­teil von Seel­sor­ge ist.

Viel­leicht soll­te man Kar­di­nal Kas­per statt einer „rea­li­sti­schen Theo­lo­gie der Ehe“ eine „rea­li­sti­sche Theo­lo­gie der Sün­de“ emp­feh­len, an der es in unse­ren Diö­ze­sen und Pfar­rei­en tat­säch­lich mangelt.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Wikicommons/Stimmen der Zeit (Screen­shot)

44 Kommentare

  1. Der Grund­feh­ler bei Kas­per und ande­ren Zeit­ideo­lo­gen ist doch der, dass er meint, Kir­che kön­ne hier nach Belie­ben ent­schei­den. Das ist der Kar­di­nal­feh­ler. Das steht nicht zur Dis­po­si­ti­on. So klar lie­gen die Din­ge. Das hat mit Barm­her­zig­keit nichts zu tun.

  2. Lei­der hat die Kir­che schon ver­lo­ren im Kampf gegen den Genderismus.
    Denn über die Deut­sche Bot­schaf­te­rin im Vati­kan, Anet­te Scha­van, gibt es Gerüch­te, sie sei Les­be; vor ihrem Rück­tritt als Bil­dungs­mi­ni­ste­rin ernann­te sie noch schnell 150 Pro­fes­so­ren für Genderforschung.
    Außer­dem gibt es eine Homo­se­xu­el­le Ver­bin­dung im Vati­kan, das ist all­ge­mein bekannt. Die­se ver­hin­dern eine Rück­kehr zur rea­len Familie.
    Homo­se­xua­li­tät ist ein Try and Error der Natur, doch heu­te wird uns das von der NWO als gute Norm dar­ge­stellt. Denn die gute Fami­lie ist das erste Hin­der­nis der NWO zur Unter­drückung der Mensch­heit. Und die Reli­gi­on das Zwei­te, also muss man laut der Dok­trin bei­de im Sin­ne der NWO umbauen.
    Wie es aus­zu­se­hen hat, lässt sich auf den Frei­mau­re­ri­schen Geor­gia Gui­de­stones nachlesen.
    Ver­bun­den mit dem Mas­sen­mord an 65000000000 Menschen.
    Selbst in den USA gibt es schon 800 Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger mit Mas­sen­grä­bern für 15 Mil­lio­nen Bodys, von Men­schen spre­chen die­se Unmen­schen nicht.
    Auch will die­se Grup­pe die gewach­se­nen Gesell­schaf­ten zer­stö­ren, des­halb pumpt Sie die vie­len Flücht­lin­ge nach Europa.
    Der link dazu.

    http://pressejournalismus.com/2015/02/der-nicht-mehr-ganz-so-geheime-globalisierungsplan-der-usa/

  3. Kas­per der alte Fuchs kann es nicht lassen.Immer wie­der fast zwang­haft und krank­haft kommt er
    mit immer glei­chen Argu­men­ten, um sein Süpp­chen “ Zulas­sung der Geschie­de­nen zur Hl Kommu-
    nion „, am Kochen zu hal­ten. Mit Rücken­deckung von Papst Fran­zis­kus und den deut­schen Bischö-
    fen, spricht er von Ein­zel­lö­sun­gen unter Ober­auf­sicht durch den Orts­bi­schof. Was soll das ? Jeder weiß doch, ist die Tür erst ein­mal einen Spalt geöff­net, wird es wie ande­re Din­ge in der Vergan-
    gen­heit zei­gen, zur Pra­xis. Das Ehe­sa­kra­ment ver­kommt zur Belie­big­keit. Eine ande­re Fra­ge ist
    doch, war­um tut die­ser Mann sich das bei sei­nem hohen Alter an ? Mor­gen schon kann er vor Gott ste­hen und wie wird er sich dann ver­tei­di­gen ? Man muss für die­sen Kar­di­nal und der Kir­che Got-
    tes beten und hof­fen, das es nicht zu einem Schis­ma kommt.

    • „Alter Fuchs“, „zwang­haft“, „krank­haft“?
      Was ist das für ein Debattenstil?
      Geht es auch sach­lich und fair?

      Ich stim­me Kas­per nicht zu (s.u.), aber ich gehe davon aus, dass er tat­säch­lich über­zeugt ist von dem, was er vorträgt.
      Das ist weder „krank­haft“, noch „zwang­haft“, noch Stra­te­gie eines „alten Fuchses“.
      Die­se Voka­blen tref­fen eher auf den­je­ni­gen zu, der nicht in der Lage ist, zivi­li­siert zu diskutieren.

      Kas­pers Ein­zel­fall­lö­sung ist in vie­lem nicht stich­hal­tig (s.u. ein Argu­ment dage­gen), weil man nicht sün­di­gend evan­ge­li­ums­ge­mäß leben kann, aber wenn man sei­ne Argu­men­ta­ti­on nach­voll­zieht, wird deut­lich, dass er das für rea­li­sier­bar hält. Er geht aller­dings nicht davon aus, dass in der Kir­che alles in Ord­nung wäre und aus 100% treu­en Ehen besteht, son­dern dass das Gegen­teil der Fall ist.

      Er ist offen­bar der Mei­nung, man kön­ne mit­hil­fe sei­ner Lösung ret­ten, was noch zu ret­ten ist in der desa­strö­sen Lage, die ja tat­säch­lich ein Fak­tum ist, das nie­mand leug­nen kann, und das nicht erst seit dem Kon­zil, son­dern schon sehr, sehr lange.

      Bereits im 19. Jh kamen deut­li­che Kla­gen auf über den insti­tu­tio­na­li­sier­ten Ehe­bruch, in dem ein Groß­teil der wohl­ha­ben­den Katho­li­ken leb­te, und dies durch die Bank, ganz beson­ders häu­fig bei den „Reak­tio­nä­ren“. Das gan­ze Gewöl­le aus Mätres­sen, miss­brauch­ten Mäg­den und unehe­li­chen Kin­dern ist satt­sam bekannt! Wir ste­hen heu­te am Ende einer lan­gen Ent­wick­lung inner­halb der Kirche.

      Die Lösung, die die Kir­chen bis­her emp­fahl, ist tat­säch­lich auch unrea­li­stisch — nicht auf theoelo­gi­scher Ebe­ne, son­dern ange­sichts der Rea­li­tät — das war auch im 19. Jh bereits ein Pro­blem: Man hät­te einen Groß­teil der Für­sten und „Bestim­mer“ aus der Kir­che wer­fen oder min­de­stens von den Sakra­men­ten aus­schlie­ßen müs­sen und war dazu zu fei­ge! Das, was man als „Kir­che“ wahr­nimmt und als „Chri­sten“, lebt beharr­lich und ohne Reue schon lan­ge in der tief­sten Tren­nung von Gott. (Die haben nicht mal aus Ver­se­hen gesün­digt, son­dern beharr­lich und dreist!)

      Daher kommt die bit­te­re Kla­ge in La Salette.

      Im Grun­de müss­te man zuge­ste­hen, dass es die Volks­kir­che und das christ­li­che Abend­land schlicht nicht mehr gibt — und dies schon lan­ge nicht mehr!

      Aber die­ses Ein­ge­ständ­nis ver­wei­gern die Pro­gres­si­ven eben­so wie die Reak­tio­nä­re aus macht­tak­ti­schen Grün­den und weil sie sich der poli­ti­schen Kon­se­quenz des­sen nicht stel­len wollen..

      • War­um ver­su­chen Sie denn, Kas­per so zwang­haft zu ver­tei­di­gen ? Ihre stän­di­gen Angrif­fe gegen die Kir­che zei­gen nur Ihre Glaubensferne.
        Was soll das Gefa­sel von der „Volks­kir­che“ ? Ist es zu schwer, zu ver­ste­hen, dass die Kir­che die kir­che des Herrn ist ?

      • Ich ver­tei­di­ge ihn nicht … aber viel­leicht schär­fen Sie erst mal Ihre Lese­kom­pe­tenz bevor Sie zur Feder grei­fen? Dann könn­te dar­aus ein zivi­li­sier­ter Dis­kurs werden…

      • zeitschnur@ Sie kön­nen es nicht las­sen. In allen Bei­trä­gen mei­nen Sie es
        bes­ser zu wis­sen, als ande­re Kom­men­ta­to­ren. Ihre Über­heb­lich­keit ist in der
        Tat schon krank­haft. Sie mei­nen vom Hl.Geist geseg­net zu sein und wollen
        Ihre ver­meint­li­che Bil­dung immer wie­der zur Schau stel­len. Dazu kommt Ihre
        Wider­sprüch­lich­keit in ein und dem­sel­ben Bericht und Ihre unkla­re Linie.
        Außer­dem muss man sich wun­dern, woher Sie die Zeit für Ihre überlangen
        Bei­trä­ge neh­men ?! Hof­fent­lich sind Sie kei­ne kirch­li­che Angestellte.

  4. Mit die­ser son­der­ba­ren Theo­lo­gie nimmt man vie­len Gefähr­de­ten die letz­te Stütze.

  5. Wal­ter Kas­per hat sich wegen der Ehe­fra­ge (und ande­ren) ein­mal in einer Talk­show kon­tro­vers mit Dre­wer­mann aus­ein­an­der­ge­setzt: https://www.youtube.com/watch?v=R1-Hbi1bsFI

    Das war 1992.

    Wenn ich heu­te sehe, welch eine ver­hee­ren­de Rol­le Dre­wer­mann spielt(e), und wie die dap­pi­chen Leu­te ihm zuspre­chen, dann muss ich es ein ums ande­re Mal sagen: so ein Volk hat sich selbst das Urteil gesprochen.

  6. Das ober­ste US-Gericht (2/3 römisch-katho­lisch, 1/3 jüdisch) hat ent­schie­den, wie erwar­tet bzw. wie befürch­tet. Des Pap­stes gro­ßer neu­er Öko-Freund UN-Gene­ral­se­kre­tär Ban Ki Moon begrüß­te das Urteil als gro­ßen Fort­schritt der Men­schen­rech­te. Die Rich­ter haben Sinn für Tra­di­ti­on. Als Datum für die Urteils­ver­kün­dung wähl­ten sie einen Tag, an dem schon in den 90er Jah­ren zwei­mal gay­freund­li­che Urtei­le ver­kün­det wurden.
    http://apnews.myway.com/article/20150626/us–supreme_court-gay_marriage-0f817e322a.html

  7. Inzwi­schen bin ich dem im Arti­kel oben genann­ten Link zu dem Text Kas­pers in den „Stim­men der Zeit“ nach­ge­gan­gen und habe ihn gelesen.

    Der Arti­kel ist an sich sach­lich gehal­ten und trägt einen ver­nünf­ti­gen Gedan­ken­gang vor.
    Aller­dings emp­fin­de ich an gewis­sen Stel­len einen gedank­li­chen Bruch — nicht nur bei Kas­per, son­dern auch in den kirch­li­chen Vor­schlä­gen zur Bewäl­ti­gung der Situa­ti­on, auf die er sich bezieht.

    Wenn er bei­spiels­wei­se dar­auf hin­führt, dass die Bezie­hung zwi­schen Gott und Isra­el in einem per­ma­nen­ten Schei­tern Isra­els und der den­noch fort­wäh­ren­den, barm­her­zi­gen Treue Got­tes lebt und die­se Situa­ti­on auf das Bun­des­zei­chen der Ehe anwen­det — er wird in dem Moment unlo­gisch, in dem er den Aus­bruch aus dem Schei­tern (die Schei­dung UND Wie­der­ver­hei­ra­tung) damit par­al­lel setzt. 

    Hier kommt auch übri­gens die fal­sche Sub­sti­tu­ti­ons­theo­lo­gie ins Spiel: Gott hat eben nicht das alte Isra­el in dem Sinn ver­wor­fen, als er sich von ihnen getrennt und eine neue (zwei­te) „Braut“ genom­men hat­te, son­dern sei­ne untreue Braut Isra­el hat in ihrem Schei­tern vie­le treue Kin­der hin­be­kom­men (aus den Hei­den), wird aber am Ende wie­der, wenn sie sich bekehrt hat, ihren alten Rang ein­neh­men (so jeden­falls schreibt es Paulus).

    Von einem regel­rech­ten Bruch, einer Ver­sto­ßung der alten Braut und Neu­be­ginn mit einer ande­ren Braut kann also kei­ne Rede sein!

    Man sieht hier an die­ser Stel­le, dass fal­sche theo­lo­gi­sche Mei­nun­gen in einem ande­ren Zusam­men­hang ver­hee­ren­de Fol­gen für die Fra­ge der Ehe nach sich zie­hen können.

    Pro­ble­ma­tisch ist auch der älte­re theo­lo­gi­sche Ansatz von der „geist­li­chen Kom­mu­ni­on“, den er refe­riert. Zu Recht weist er dar­auf hin, dass eine gei­sti­ge Kom­mu­ni­on ja kei­ne „Alter­na­ti­ve“ zur sakra­men­ta­len Kom­mu­ni­on sein kann bzw. ein „Aus­weich­ma­nö­ver“ für Under­dogs, die der sakra­men­ta­len Form nicht wür­dig sind. Er mahnt voll­kom­men kor­rekt an, dass die gei­sti­ge Kom­mu­ni­on die sakra­men­ta­le vor­aus­setzt. Und wer zur einen wür­dig ist, muss zwangs­läu­fig auch zur ande­ren wür­dig sein.

    Die Kir­che hat also mit der Anwen­dung die­ses Kon­zep­tes tat­säch­lich einen Wider­spruch bzw. eine Absur­di­tät im Umgang mit wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen her­ge­stellt und die Betrof­fe­nen in eine noch grö­ße­re Schi­zo­phre­nie gestürzt.

    Nicht nach­voll­zieh­bar ist sein Buß­an­satz — es ist nicht logisch, dass die Buße dar­in bestehen soll, in einer Zweit­ehe nun „evan­ge­li­ums­ge­mäß“ zu leben. Das ist schlech­ter­dings unmög­lich — es sei denn, man lebt vom Vor­satz her in ihr fort­an keusch. Bei zeit­wei­sem Miss­lin­gen gilt dann das­sel­be wie für jeden ande­ren Sün­der: Reue, Beich­te, Buße, Vor­satz, nicht mehr zu sündigen.

    War­um er das offen­bar für unmög­lich hält, ver­ste­he ich nicht.
    Es ist sicher­lich nicht ein­fach, das zu leben.
    Aber die Ehe ist in der älte­ren Auf­fas­sung ohne­hin vor allem ein Buß­stand und weni­ger eine Lust- , Ver­zichts- und Wohl­fühl­in­sti­tu­ti­on. Dass das bei aller Freu­de der Gemein­schaft (die ohne­hin jen­seits der Sexua­li­tät liegt!) so ist, weiß jeder, der län­ger ver­hei­ra­tet ist.

      • Der Esel kann im Gegen­satz zur Nach­ti­gall zwar nicht sin­gen, aber dafür kann er stur auf Kreu­zun­gen ste­hen­blei­ben und vor allem um sich tre­ten. I‑A.

      • Esel sind sehr intel­li­gen­te Tiere.
        Ihr „Gesang“ ist viel­leicht nicht ganz melodisch;
        aber sie kön­nen teil­wei­se auch sprechen.
        Frau @zeitschnurs Ver­wei­sung nach dem Ste­hen auf dem Kreuz­punkt ist beson­ders treffend:
        hier den­ke ich direkt an den berühm­ten Esel von Bileam, der den Engel des Herrn mit sei­nem feu­ri­gen Schwert sieht (im Gegen­satz zu dem ver­blen­de­ten und cho­le­ri­schen Bileam) und, mit einem Stock geschla­gen und mal­trä­tiert, dann wirk­lich theo­lo­gisch Sub­stan­zi­el­les sagt.
        Ver­bum non amp­li­us addam (Horaz)
        (= „Ich möch­te kein wei­te­res Wort daranzufügen“).

    • Zu die­ser „gei­sti­gen Kommunion“:

      Das hie­ße also, dass der­je­ni­ge, der sich nicht im Stand der hei­lig­ma­chen­den Gna­de befin­det, wäh­rend des Kom­mu­ni­ons­gangs der ande­ren nicht still bit­tend an den Hei­land wen­den DARF, Er möge ihm die Ein­sicht und Kraft schen­ken, aus sei­nem Schla­mas­sel her­aus­zu­fin­den, damit er Ihn künf­tig auch sakra­men­tal emp­fan­gen dürfe? 

      Statt­des­sen soll er sich also am hin­hocken und, ja was eigent­lich tun? Sich bis zum Segen die Ear­pho­nes ein­set­zen? Oder end­los Psalm 50 beten, aber nur jaaaa nicht ein Sehn­suchts­ge­bet nach Jesus im aller­hei­lig­sten Sakra­ment? Darf der sich über­haupt vor den Taber­na­kel geschwei­ge denn eine Mon­stranz knien?

      Wel­che Umstän­de und Über­le­gun­gen auch immer dem Enste­hen die­ser „gei­sti­gen Kom­mu­ni­on“ zugrun­de lie­gen — irgend­wel­che Väter­aus­sa­gen, ein Papst oder eine Visi­on? — jeden­falls hat­te ich weder im (nach­kon­zi­lia­ren) Kom­mu­ni­on- noch Firm­un­ter­richt je etwas davon gehört! Und jeden­falls soweit ich recher­chiert habe, gibt es dazu auch kei­ne defi­nier­te Aus­sa­ge des Lehr­amts, anson­sten bit­te ich um Aufklärung. 

      Dass sich jetzt aus­ge­rech­net ein Kar­di­nal Kas­per auf ein sol­ches fast als Gedan­ken­po­li­zei anmu­ten­des Instru­ment zur Recht­fer­ti­gung stützt, des Her­ren Gebot aus­drück­lich und insti­tu­tio­na­li­siert zuwi­der­zu­han­deln, setzt der Heu­che­lei die Kro­ne auf.

      • Nein, dar­um gings nicht — es geht dar­um, dass die geist­li­che Kom­mu­ni­on eine gei­sti­ge Ver­ei­ni­gung mit Chri­stus bedeutet.

        Wenn man aber nicht im Stand der Gna­de ist und das auch weiß, dürf­te die­ser Zustand doch auch nicht gei­stig erreicht wer­den, oder? Jeden­falls nicht, bevor man bereut, beich­tet und büßt. Aber das tut ja einer, der auf sei­ner Zweit­ehe beharrt nicht… Das meint Kas­per wohl.

        Was Sie beschrei­ben ist dage­gen kei­ne „geist­li­che Kom­mu­ni­on“, son­dern eher so eine Art Not­schrei des Sünders.

        Jetzt fra­ge ich Sie, wie­vie­le Leu­te, die auf ihrer Zweit­ehe behar­ren, über­haupt die­se Ein­stel­lung haben? Ich mei­ne: dass sie einen Not­schrei an Chri­stus oder Maria abset­zen würden?

        Kön­nen Sie nicht ver­ste­hen, dass das was ande­res ist als ein „offe­ner Kanal“ hin zu Chri­stus, im äußer­sten Bemü­hen dar­um, alles zu besei­ti­gen, wovon man weiß, dass es Ihn schmerzt?

      • Ich gebe Ihnen noch ein Bei­spiel für dafür, wie ich es ver­ste­he: Ich kann geist­lich kom­mu­ni­zie­ren, wenn ich nicht Gele­gen­heit habe, an einer Hl. Mes­se leib­lich teil­zu­neh­men, indem ich mich gei­stig mit einer Fei­er, von der ich weiß, dass sie statt­fin­det, ver­bin­de und gei­stig teilnehme.

        Oder ich kann, weil ich viel­leicht doch noch etwas geges­sen hat­te, nicht an der Hl. Kom­mu­ni­on teil­neh­men, aber gei­stig sehr wohl — denn das ist davon nicht berührt.

        Hät­te ich aber gera­de heu­te Nacht mit einem ande­ren Mann als mei­nem eigent­li­chen Mann geschla­fen, kann ich doch nicht geist­lich kom­mu­ni­zie­ren, als wäre nichts geschehen.

        Ist das so abwe­gig, was ich da sage?

      • Und zu Ihrem letz­ten Abschnitt:

        Das sehen Sie natür­lich richtig.
        Aller­dings bein­nt die Heu­che­lei bereits mit dem Trost­ge­fa­sel von der „geist­li­chen Kom­mu­ni­on“, an der die wider­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen doch teil­neh­men könn­ten, die ich sowohl unter Johan­nes Paul II. als auch unter Bene­dikt XVI. immer wie­der gehört und gele­sen habe. Ich müss­te das erst raus­su­chen, bin mir aber ziem­lich sicher, dass Bene­dikt das auch aus­fürhlich schrift­lich so begrün­det hat.

      • Dan­ke für die Erklä­run­gen! Offen gestan­den ist mir dies aber zu hoch — und suspekt! Immer­hin scheint’s dazu kein ver­bind­li­ches Lehr‑, geschwei­ge denn ein Schrift­wort zu geben.

        Dass der ach so lehr­amts- und schrift­ge­treue schwä­bi­sche Kar­di­nal sich das „Trost­ge­fa­sel“ der bei­den Vor­gän­ger­päp­ste krallt, spricht defi­ni­tiv gegen die­se „geist­li­che Kom­mu­ni­on“. Wür­de mich auch wun­der neh­men, ob es von ihr aktu­ell — in NOM-Pfarr­blät­tern und Got­tes­dienst­ord­nun­gen — so viel zu lesen gibt, wo doch nicht weni­ge Sonn­tags­mes­sen in gan­zen Land­stri­chen ausfallen.

      • @ Car­lo

        Sie kom­men auf das, was ich mein­te: Es gibt im Stand der Tod­sün­de kei­ne unge­trüb­te „gei­sti­ge Kommunion“.

        Nicht so her­um wie kas­per es macht, wird ein Schuh drauß, son­dern andersherum.

        Dazu muss aber die kon­ser­va­ti­ve Sei­te bereit sein, die­se Idee von der gei­sti­gen Kom­mu­ni­on für Tod­sün­der fallenzulassen.

        Ob sie dazu bereit ist?

        Immer­hin haben eini­ge Gläu­bi­ge Bene­dikt und JP II zu Recht vor­ge­wor­fen, mit die­ser Idee ihr Nein zur Kom­mu­ni­on wie­der­ver­hei­ra­tet geschie­de­ner selbst zu unterlaufen…

        Dass ich mir das aber nicht aus den Fin­gern sau­ge, möch­te ich anhand wenig­stens drei­er ‑z.T. auch lehr­amt­li­cher — Links erhellen:

        http://www.die-tagespost.de/abo-leserbriefe/leserbrief/Zur-Diskussion-um-den-Umgang-der-katholischen-Kirche-mit-wiederverheirateten-Geschiedenen-Ein-Endlosthema-weil-es-so-viele-betrifft-Geistliche-Kommunion-eine-grosse-Hilfe;art632,151923

        http://www.kath.net/news/48904

        http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_14091994_rec-holy-comm-by-divorced_ge.html

        Hier wird von kon­ser­va­ti­ver Sei­te aus behaup­tet, um Kas­per & Co abzu­schmet­tern, die gei­sti­ge Kom­mu­ni­on sei ein Weg, die „Sehn­sucht“ nach der phy­si­schen Kom­mu­ni­on zu erwecken.

        Ich fin­de das absurd bzw. irre­füh­rend, denn dann muss man das anders nen­nen: die Kom­mu­ni­on mit Chri­stus ist ohne­hin letzt­end­lich v.a. eine gei­sti­ge Kom­mu­ni­on, des­halb ist es ja so schlimm, wenn man aus dem Gna­den­stand gefal­len ist und trotz­dem phy­sisch kommuniziert!

        Eine Kom­mu­ni­on zum Zwecke der Erzeu­gung der Seh­nuscht nach der Kom­mu­ni­on ist absurd.

        War­um nennt man das gan­ze dann nicht v.a. den Ver­such, Reue zu erwecken, wenn man schon vom „Erwecken“ spricht im Hin­blick dar­auf, dass man im der­zei­ti­gen Stand nicht kom­mu­ni­zie­ren kann?

        Für mich ist das eine ein­zi­ge Mogel­packung für die Betrof­fe­nen, und ich fra­ge mich, wie­so die Kir­che es umgeht, ihnen die Bri­sanz ihrer Lage deut­lich vor Augen zu füh­ren. Denn stimmt die Leh­re der Kir­che, dann sind die­se Men­schen z.Zt. getrennt von Gott und wären ver­lo­ren. Wie kann man ihnen vor­gau­keln, sie könn­ten da gei­stig kommunizieren?

      • Besten Dank für die Links! 

        Der unter kath.net gepo­ste­te Arti­kel ent­spricht so ziem­lich dem, was ich unge­stützt unter „gei­sti­ger Kom­mu­ni­on“ ver­stan­den habe resp. hät­te. Vor allem kann sich der betref­fen­de Kom­men­ta­tor, M. Gurt­ner, dabei auf das Tri­en­ter Kon­zil berufen: 

        „Das Kon­zil von Tri­ent bringt die For­men des Kom­mu­nion­emp­fangs recht gut auf einen Punkt [,] indem es drei Arten unter­schei­det: die rein sakra­men­ta­le, die gei­sti­ge, und bei­de zusam­men, d.h. ein sakra­men­ta­ler Kom­mu­nion­emp­fang, der vor­her aus­gie­big gei­stig vor­be­rei­tet wur­de. (Konz. V. Tri­ent, sess. XIII, cap. VIII).“

        Also 3 Arten — wären die alle gleich­wer­tig, wozu dann die Unterscheidung?! 

        Und des­halb sei­ne nach­voll­zieh­ba­re Fol­ge­rung: „Da die gei­sti­ge Kom­mu­ni­on in der Erweckung der Sehn­sucht nach dem Emp­fang der sakra­men­ta­len Kom­mu­ni­on besteht, kann die­se nie­mals unwür­dig sein, und steht daher allen offen. 

        Die Pra­xis der gei­sti­gen Kom­mu­ni­on ord­net auf die rech­te sakra­men­ta­le Kom­mu­ni­on hin und erweckt das Ver­lan­gen nach der Ver­bin­dung mit Chri­stus im Sakra­ment des Alta­res, ist aber von die­sem ver­schie­den. Zwar bringt auch die gei­sti­ge Kom­mu­ni­on Früch­te her­vor und stärkt das Band zwi­schen Mensch und Gott, es ist also nicht nichts, aber es bleibt doch hin­ter der sakra­men­ta­len Ver­ei­ni­gung zurück. Von daher kann nur die sakra­men­ta­le Kom­mu­ni­on als ein Kom­mu­ni­zie­ren im vol­len Sin­ne gel­ten. Doch auch bei der sakra­men­ta­len Kom­mu­ni­on gilt, dass sie nicht mecha­nisch gesche­hen darf um wirk­lich frucht­brin­gend zu sein: das äuße­re, sakra­men­ta­le Kom­mu­ni­zie­ren muss sich mit der inne­ren Hal­tung verbinden.“

        Mehr ver­wir­rend als klä­rend ist dafür der unter dem DT-Link gepo­ste­te Bei­trag. Ist es falsch, jenen Bre­mer Pfar­rer als „Wirr­kopf“ zu bezeich­nen, wenn er vom 6. Gebot sagt, dass dies „für mich nie ein mora­li­sches Gebot, son­dern immer ein sozia­les [war]“. Ziem­lich kon­fus auch, wenn er unter „wir“ mal in die Rol­le des Pfar­rers, dann der Gläu­bi­gen (s/f) und schließ­lich noch der wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen schlüpft. 

        Was ich nicht ver­ste­he, Fr. Zeit­schnur, wes­halb Sie in Kennt­nis Gurt­ners Bei­trag — wie mir scheint — die Kas­per­sche Argumentation!

      • @ Car­lo

        Ich stim­me Kas­per doch gar nicht zu, fin­de aber sei­nen Hin­weis den­noch nicht falsch, dass die­se „Ersatz­kom­mu­ni­on“ für die Gläu­bi­gen irre­füh­rend ist. 

        Ich habe den Satz aus dem Triden­ti­num gelesen:

        „In Bezug aber auf den Gebrauch haben unse­re Väter rich­tig und weis­lich drei Wei­sen, die­ses hei­li­ge Sakra­ment zu emp­fan­gen, unter­schie­den. Denn eini­ge, lehr­ten sie, emp­fan­gen es nur sakra­men­tal, wie die Sün­der; ande­re nur geist­li­cher wei­se, näm­lich jene, wel­che jenes vor­ge­setz­te himm­li­sche Brot im Ver­lan­gen genie­ßend, durch den leben­di­gen Glau­ben, (Gal 5,6) der in der Lie­be tätig ist, des­sel­ben Frucht und Nut­zen inne wer­den; die drit­ten end­lich (1 Kor 11,28) sakra­men­tal und geist­li­cher wei­se zugleich; die­se aber sind die­je­ni­gen, wel­che sich zuerst so prü­fen und zurü­sten, dass (unten, Kanon 11) sie mit dem hoch­zeit­li­chen Klei­de ange­tan zu die­sem gött­li­chen Tische beizutreten.“

        Nun klingt das nicht ganz klar, aber wohl so:

        1. Die bloß phy­si­sche Teil­nah­me (eines schwe­ren Sün­ders) — unwürdig
        2. Die rein gei­sti­ge Teilnahme
        3. Die Ver­bin­dung bei­der in Wür­de — des­sen, der wür­dig hinzutritt

        Die­se drei Wei­sen sind nicht alter­na­tiv for­mu­liert — das ist richtig.

        Ich habe im Römi­schen Kate­chis­mus unter dem Kapi­tel zur Eucha­ri­stie unter Abschnitt LIII nach­ge­se­hen, und da klingt es tat­säch­lich, als hand­le es sich um eine rea­le Teil­nah­me an der Hl. Kom­mu­ni­on im Geist:

        „Eini­ge emp­fan­gen aber die Eucha­ri­stie nur gei­sti­ger­wei­se; das sind jene, wel­che das vor­ge­setz­te Him­mels­brod eif­rig und sehn­lich zu essen ver­lan­gen, ent­flammt von leben­di­gem Glau­ben, der durch die Lie­be wirkt, und hier­aus schöp­fen sie, wenn auch nicht Alle, gewiss sehr gro­sse und nütz­li­che Früch­te.“ (zitiert nach der Aus­ga­be Pas­sau 1853)

        Ehr­lich gesagt wider­strebt es mir, unter die­ser Beschrei­bung Men­schen zu sub­su­mie­ren, die beharr­lich in schwe­ren Sün­den leben. Da ist die Rede von „eif­ri­gem Ver­lan­gen“, davon dass dies durch die Lie­be gewirkt sei etc. Aber wenn ich in einer schwe­ren Sün­de bin und das auch weiß, auf die­ser schwe­ren Sün­de aber behar­re, wie kann dann die Lie­be in mir das eif­ri­ge Ver­lan­gen erzeugen?

        Ich stim­me Kas­per nicht in der Mei­nung zu, dass die gei­sti­ge Kom­mu­ni­on genau das­sel­be wie die sakra­men­ta­le UND gei­sti­ge Kom­mu­ni­on ist.

        Aber das die drit­te Form in Tri­ent als die eigent­lich voll­kom­me­ne Form bezeich­net wird, eine unwür­di­ge sakra­men­ta­le Kom­mu­ni­on eben unwür­dig ist, dann ist aber eine unwür­di­ge gei­sti­ge Kom­mu­ni­on doch erst gar nicht mög­lich, weil eben sie dem­je­ni­gen, der unter Punkt 1 steht, fehlt.

        Wie soll also einem schwe­ren Sün­der, dem die Wür­dig­keit für 1. fehlt, plötz­lich die Wür­dig­keit für 2. zukommen?

        In § XLVIII heißt es, man kön­ne den Nut­zen des Sakra­ments erst dann emp­fan­gen, wenn man sie zuvor schon erlangt habe. War­um soll­te das für die gei­sti­ge Form nicht gelten?

        An einer Klä­rung der Fra­ge bin ich wirk­lich interessiert.

      • Ver­zei­hung, am Ende ist ein Wort weg­ge­rutscht. Es muss heißen: 

        „In § XLVIII heißt es, man kön­ne den Nut­zen des Sakra­ments erst dann emp­fan­gen, wenn man die Gna­de zuvor schon erlangt habe.“

      • @ Rein­hold

        Ja klar, aber wie soll das gehen, wenn man halt gei­stig kom­mu­ni­ziert und wei­ter im Ehe­bruch bleibt?

        Joseph Ratz­in­ger schrieb 1994 dies:

        „Ande­rer­seits ist es not­wen­dig, den betref­fen­den Gläu­bi­gen klar­zu­ma­chen, daß ihre Teil­nah­me am Leben der Kir­che nicht allein auf die Fra­ge des Kom­mu­nion­emp­fangs redu­ziert wer­den darf. Den Gläu­bi­gen muß gehol­fen wer­den, zu einem tie­fe­ren Ver­ständ­nis vom Wert der Teil­nah­me am eucha­ri­sti­schen Opfer Chri­sti, der geist­li­chen Kom­mu­ni­on, des Gebe­tes, der Betrach­tung des Wor­tes Got­tes, der Wer­ke der Näch­sten­lie­be und der Gerech­tig­keit zu gelangen.“

        Kann mir einer erklä­ren, was es hei­ßen soll, in der beschrie­be­nen Lage schwe­rer Sün­de, die fort­dau­ert, „zu einem tie­fe­ren Ver­ständ­nis vom Wert der Teiln­ha­me am (…) Opfer Chri­sti“, näm­lich „der gei­sti­gen Kom­mu­ni­on“ zu kommen?

        Die Fra­ge rich­tet sich an alle Leser…

    • @ Adri­en Antoine

      Auch wenn Ihr Bei­trag das ver­frem­det, was ich sag­te und die Her­ren, die mir stän­dig hin­ter­her­wie­hern, ja eben kei­ne klu­gen Ese­lin­nen (wie bei Bileam) sind, son­dern.… eben ja… Esel halt, fin­de ich Ihren Bei­trag dies­mal nicht nur intel­li­gent und wort­ge­wandt, son­dern auch amü­sant — danke!

      Es kann den­noch — wie die klu­ge Ese­lIN es zeigt, nicht scha­den, den Zwei­wor­te­ho­ri­zont („kurz und bün­dig“) zu erwei­tern um wenig­stens eini­ge Klän­ge der Nach­ti­gall, sonst kommt an auf den Gedan­ken, der Esel sei vor allem … nei­disch, und das wäre doch sehr scha­de, fin­den Sie nicht?

      • Was soll das ? Das Bild ist ja bekannt. Was es hier soll, bleibt Frau Jüng­ling über­las­sen. Wir sind hier im Übri­gen nicht in der Zoo­lo­gi­schen Gesellschaft.

  8. Wie meint doch Kar­di­nal Kasper:
    -
    „Das ist eine groß­ar­ti­ge und über­zeu­gen­de Kon­zep­ti­on. Sie darf jedoch nicht zu einer lebens­frem­den Idea­li­sie­rung führen.“
    -

    Der Ursprung die­ser Aus­sa­ge dürf­te in sei­nem Buch „Ein­füh­rung in den Glau­ben“ ( 7. Auf­la­ge 1983, Kapi­tel 9,4 S. 148) zu fin­den sein, in dem er fol­gen­de „Neu­ig­keit“ über die Dog­men geschrie­ben hat; die­se können:
    -
    „durch­aus ein­sei­tig, ober­fläch­lich, recht­ha­be­risch, dumm und vor­ei­lig sein“
    -

  9. Da sind wir uns ja soweit einig. Die aus­führ­li­chen Aus­füh­run­gen Frau Zeit­schnurs unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung der Aus­flü­ge ins Tier­reich las­se ich ein­mal da, wo sie hin­ge­hö­ren, näm­lich außen vor.

  10. Die Fra­ge der Frau Zeit­schnur nach denen, die in der Zweit­ehe ver­har­ren, über­haupt die dort genann­te Ein­stel­lung haben, fin­de ich mehr als berech­tigt. Man tut sei­tens bestimm­ter Krei­se gera­de so, als sei dies ein Mas­sen­pro­blem. Im Übri­gen bekommt doch jeder die Kom­mu­ni­on, der sie sich vom Kom­mu­ni­on­hel­fer abholt. Die wirk­sam­keit ist eben eine ande­re Fra­ge, da ver­mag auch Kas­per nichts zu ändern.

  11. Zeit­schnur 18.41 und 18.45

    Nur zur Präzl­sie­rung grei­fe ich Ihren Gedan­ken­gang auf:

    - als Momen­tan­sün­de­rin, die die letz­te Nacht mit dem frem­den Mann geschla­fen hat, jetzt tief bereu­end und zur Beich­te ent­schlos­sen der Hl. Mes­se beiwohnt -

    die könn­te die geist­li­che Kom­mu­ni­on erwecken.

    • …ver­zei­hen Sie: das erweckt nicht eine „geist­li­che Kom­mu­ni­on“, son­dern hier erweckt die Tat­sa­che, dass die Frau nicht kom­mu­ni­zie­ren kann, weil sie in schwe­re Sübnde fiel, …schlicht und ein­fach: REUE.

      Und dann kommt der von Ihnen genann­te Pro­zess in Gang: Sie bereut das bit­ter, weil sie den Herrn betrübt hat (und ihren Mann), sieht sich getrennt von Jesus und will das unbe­dingt wie­der gut­ma­chen, beich­tet und erhält eine Buße und been­det die ehe­bre­che­ri­sche Tätig­keit sofort.

      Und dann kann sie wie­der kom­mu­ni­zie­ren, gei­stig und physisch!

      • Das ist nun ja nicht falsch. Lai­en müs­sen im Übri­gen nicht fort­lau­fend kom­mu­ni­zie­ren. Ein­mal pro Jahr ist ausreichend.

  12. Bei fre­di­us möch­te ich mich recht herz­lich bedan­ken für sei­ne Fest­stel­lun­gen zu Zeit­schnur. Ich hal­te die Mög­lich­keit, dass es sich um eine Ange­stell­te mög­li­cher­wei­se sogar der Kir­che han­deln könn­te, für gar nicht abwegig.

  13. „Drei­stig­keit kann man dem deut­schen Kar­di­nal jeden­falls nicht abspre­chen, wenn er trotz die­ses „Plä­doy­ers“ im sel­ben Atem­zug schreibt: „Grund­le­gend ist das Wort Jesu, dass der Mensch nicht tren­nen darf, was Gott ver­bun­den hat.“
    Ich fin­de das Wort „Drei­stig­keit“ beschreibt das sehr gut was hier in der Kir­che so abläuft. Es geht nur über die „Drei­stig­keit“ mit dem Kreuz auf der Brust den Wün­schen die­ser Welt zu ent­spre­chen und von ihr Bei­fall zu bekom­men. Aber das Spiel läuft ganz anders den „Undank wird die­ser Welt Lohn sein“ da ändert sich nichts.
    Per Mari­am ad Christum.

  14. Kar­di­nal Kas­per ver­ulkt die Leu­te und ist kom­plett geschei­tert. Er ist so kom­plett geschei­tert wie der € und die heid­nisch-frei­mau­re­ri­sche Brüs­se­ler EU geschei­tert sind, nach­dem der grie­chi­sche Mini­ster­prä­si­dent dan­kens­wer­ter­wei­se die Lügen-EU demas­kiert hatte.
    Kar­di­nal Kas­per, ein über­führ­ter Lüg­ner mit ras­si­stisch-impe­ria­li­sti­scher Gedan­ken­welt, ist schon lan­ge exkom­mu­ni­ziert: das hat er ja selbst gemacht.
    Es wird Zeit, daß Papst Fran­zis­kus den Stecker zieht oder ihm klar macht, sei­nen Mund zukünf­tig zu halten.
    Papst Fran­zis­kus aber hat­te ihn von Anfang an zitiert und gelobt über alle Maßen.

    • Wie Sie selbst aus­füh­ren, von Ber­doglio ist da nichts Posi­ti­ves zu erwar­ten. Man hat den Ein­druck, dass der den Kar­di­nal vor­schickt, um Reak­tio­nen zu testen.

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