Alte Messe in Kirchenruine: „Wahrhaft symbolischer Ort für eine Zelebration im Jahr 2015“

Heilige Messe im überlieferten Ritus in Kirchenruine
Hei­li­ge Mes­se im über­lie­fer­ten Ritus in Kir­chen­rui­ne

(Edin­burgh) Beein­drucken­de Bil­der ver­öf­fent­lich­te die tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Inter­net­sei­te Rora­te Cae­li. Am ver­gan­ge­nen Sams­tag, den 20. Juni, zele­brier­te Mark Mor­ris, Prie­ster der Erz­diö­ze­se Glas­gow in der Kir­chen­rui­ne von Cross­ra­guel eine Hei­li­ge Mes­se im über­lie­fer­ten Ritus. Ein­ge­la­den an den unge­wöhn­li­chen Ort hat­te Una Voce Schott­land. Die Rui­nen der Abtei Cross­ra­guel lie­gen rund 50 Kilo­me­ter süd­öst­lich von Glas­gow.

Das Jahr 1244 gilt als Grün­dungs­da­tum des Bene­dik­ti­ner­klo­sters von Cross­ra­guel, das als Toch­ter­grün­dung der Abtei Pais­ley ent­stand. Der Name Cross­ra­guel weist auf ein Kreuz des Hei­li­gen Regu­lus hin, ein grie­chi­scher Mönch, der im 4. Jahr­hun­dert in Schott­land mis­sio­nier­te. Der Boden, auf dem die Abtei ent­stand, gilt daher als einer der älte­sten christ­li­chen Orte Schott­lands.

Benediktinerabtei durch schottische Reformation aufgehoben

Klosterruine Crossraguel in Schottland
Klo­ster­rui­ne Cross­ra­guel in Schott­land

1286 wur­de die Neu­grün­dung unab­hän­gig und selbst zur Abtei erho­ben, die der Clu­nia­zen­si­schen Reform­be­we­gung ange­hör­te. Im Schot­ti­schen Unab­hän­gig­keits­krieg wur­de das Klo­ster durch eng­li­sche Trup­pen schwer in Mit­lei­den­schaft gezo­gen. Die heu­te noch beein­drucken­den Klo­ster­rui­nen stam­men aus der Zeit des Wie­der­auf­baus im 14. Jahr­hun­dert. Im Zuge der Refor­ma­ti­on wur­de die Abtei durch Über­grif­fe schwer beschä­digt. 1560 wur­den alle Klö­ster auf­ge­ho­ben und das Mönch­tum unter­drückt. Eini­ge Bene­dik­ti­ner leb­ten noch in der Abtei, durf­ten aber kei­ne Novi­zen auf­neh­men. Gegen Ende des 16. Jahr­hun­derts schei­nen die letz­ten Bene­dik­ti­ner die Abtei auf­ge­ge­ben zu haben. Kir­che und Klo­ster­ge­bäu­de ver­fie­len zu Rui­nen.

„Ein wahr­haft sym­bo­li­scher Ort für eine Zele­bra­ti­on im über­lie­fer­ten Ritus im Jahr 2015“, schrieb Summorum-Pontificum.de zum außer­ge­wöhn­li­chen Ereig­nis.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Una Voce/Wikicommons

2 Kommentare

  1. Es ist nicht zu fas­sen, was die Refor­ma­ti­on im 16. Jahr­hun­dert welt­weit ange­rich­tet hat. Vie­le
    Kir­chen und Klö­ster wur­den auf­ge­ho­ben oder zer­stört, wie hier in Schott­land das Klo­ster Cross-
    raguel. Was müs­sen damals die Mön­che und Prie­ster ertra­gen haben, wur­den sie doch durch
    Kriegs­hand­lun­gen und Refor­ma­ti­on in ihrem gei­sti­gen Leben nicht nur gestört und ver­trie­ben,
    son­dern ver­lo­ren oft auch das Leben. Wenn nun an dem geschicht­li­chen Ort der Rui­nen, wie­der
    die Hl.Messe aller Zei­ten gefei­ert wor­den ist, so ist das mehr als nur Nost­al­gie, es ist ein Zei­chen
    der Ver­gäng­lich­keit, aber auch ein Zei­chen der Hl.Messe mit ihrer Ewig­keits­cha­rak­ter.

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