Einflußreichster Kritiker von Papst Franziskus unter den Vatikanisten vom Heiligen Stuhl vor die Tür gesetzt

Sandro Magister vom Heiligen Stuhl vor die Tür gesetzt
San­dro Magi­ster vom Hei­li­gen Stuhl vor die Tür gesetzt

(Rom) San­dro Magi­ster ist seit 1974 Vati­ka­nist des Wochen­ma­ga­zins L’Espresso. Seit 41 Jah­ren berich­tet er über den Hei­li­gen Stuhl und die katho­li­sche Kir­che aus erster Hand. Eine Tätig­keit, die er unter fünf Päp­sten seit Paul VI. aus­üb­te. Er berich­te­te mit bemer­kens­wer­ter Umsicht auch Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen, dar­un­ter auch Ent­hül­lun­gen. Unter kei­nem Papst wur­de er gemaß­re­gelt. Unter Papst Fran­zis­kus haben sich die Din­ge jedoch geän­dert.

Ein Ent­wurf der Öko-Enzy­kli­ka Lau­da­to Si, die vor weni­gen Tagen von der Vati­kan­drucke­rei gedruckt, doch wegen Nach­bes­se­run­gen ein­ge­stampft wer­den muß­te, wur­de von L’Es­pres­so ver­öf­fent­licht. Ita­lie­ni­sche Tages­zei­tun­gen ver­mu­te­ten sofort „kon­ser­va­ti­ve Papst­kri­ti­ker“ hin­ter der undich­ten Stel­le. Eine Behaup­tung, die auch von dem Papst nahe­ste­hen­den Stim­men im Vati­kan zu hören war. Vom Pres­se­amt des Hei­li­gen Stuhls wur­de die Ver­öf­fent­li­chung Magi­ster zur Last gelegt und brach­te ihm die schwer­wie­gend­ste der denk­ba­ren Sank­tio­nen ein. Sei­ne Akkre­di­tie­rung beim Hei­li­gen Stuhl wur­de „auf unbe­stimm­te Zeit“ aus­ge­setzt. Seit 41 Jah­ren ging Magi­ster, ein Vete­ran unter den Vati­ka­ni­sten, im Pres­se­amt des Hei­li­gen Stuhls ein und aus. Er gehört zu den längst­die­nen­den und mehr noch zu den erfah­ren­sten Vati­ka­ni­sten.

Wört­lich heißt es in der schrift­li­chen Mit­tei­lung des vati­ka­ni­schen Pres­se­am­tes:

„Ich bedauere es sehr, Ihr Federico Lombardi“

Das Schreiben des vatikanischen Presseamtes, mit dem der Vatikanist Sandro Magister ausgeschlossen wurde
Das Schrei­ben des vati­ka­ni­schen Pres­se­am­tes, mit dem der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster aus­ge­schlos­sen wur­de

„Sehr geehr­ter Dr. Magi­ster,
die von Ihnen voll­zo­ge­ne Ver­öf­fent­li­chung eines Ent­wurfs der Enzy­kli­ka des Pap­stes, für die eine Publi­ka­ti­ons­sper­re erklärt wur­de, stellt eine offen­kun­dig unkor­rek­te Initia­ti­ve dar, die Quel­le eines star­ken Unbe­ha­gens für sehr vie­le Jour­na­li­sten­kol­le­gen und einer schwer­wie­gen­den Stö­rung eines guten Funk­tio­nie­rens die­ses Pres­se­am­tes ist.

Ich tei­le Ihnen daher mit, daß Ihre Akkre­di­tie­rung bei unse­rem Pres­se­amt von mor­gen an auf unbe­stimm­te Zeit sus­pen­diert ist.

Ich bedaue­re es sehr, Ihr

Fede­r­i­co Lom­ba­di SJ

NB: Natür­lich muß die­se Sank­ti­on den Kol­le­gen des Pres­se­am­tes bekannt­ge­macht wer­den.

Zur Kennt­nis an
Dr. Lui­gi Vici­nan­za
Chef­re­dak­teur L’Espresso“

Magi­ster, der an der Katho­li­schen Uni­ver­si­tät von Mai­land Phi­lo­so­phie, Theo­lo­gie und Geschich­te stu­dier­te, war Bera­ter der Chef­re­dak­ti­on des Fern­seh­sen­ders der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz TV2000.

Bei Papst in Ungnade seit Enthüllung der Homo-Vergangenheit des Franziskus-Vertrauten Battista Ricca

Es ist bekannt, daß Magi­ster unter den nam­haf­ten Vati­ka­ni­sten eine beson­ders kri­ti­sche Posi­ti­on gegen­über dem Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus ver­tritt. Beim argen­ti­ni­schen Papst fiel Magi­ster bereits im Juni 2013 in Ungna­de, als er die Ernen­nung von Msgr. Bat­ti­sta Ric­ca, dem Direk­tor des Gäste­hau­ses San­ta Mar­ta zum Haus­prä­la­ten der Vati­kan­bank IOR kri­ti­sier­te. Magi­ster ent­hüll­te dabei die homo­se­xu­el­le Ver­gan­gen­heit des ehe­ma­li­gen Vati­kan-Diplo­ma­ten. Doch Papst Fran­zis­kus nahm sei­ne Ent­schei­dung nicht zurück. Ganz im Gegen­teil.

Die Magi­ster-Ent­hül­lun­gen ver­an­laß­ten Jour­na­li­sten auf dem Rück­flug vom Welt­ju­gend­tag in Rio de Janei­ro dem Papst Fra­gen zum Fall Ric­ca zu stel­len. Papst Fran­zis­kus ant­wor­te­te mit der berühmt-berüch­tig­ten Gegen­fra­ge: „Wer bin ich, um zu urtei­len?“ Ein Satz, der seit­her völ­lig los­ge­löst vom Fall Ric­ca ver­all­ge­mei­nernd als Aner­ken­nung homo­se­xu­el­ler und ande­rer gegen die kirch­li­che Moral­leh­re ver­sto­ßen­der Hand­lungs­wei­sen ver­brei­tet wird. Obwohl Poli­ti­ker mit dem Satz die Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ recht­fer­tig­ten, sah Papst Fran­zis­kus in bald zwei Jah­ren kei­ne Not­wen­dig­keit, die Aus­sa­ge zu kor­ri­gie­ren.

„Denen da drinnen“ ein rotes Tuch

Für Magi­ster bedeu­te­te es, daß er seit dem Juni 2013 von bestimm­ten Prä­la­ten des Vati­kans, beson­ders dem eng­sten Ver­trau­ten­kreis von Papst Fran­zis­kus geschnit­ten wur­de. San­dro Magi­ster galt „denen da drin­nen“, gemeint ist das Gäste­haus San­ta Mar­ta mit der päpst­li­chen Entou­ra­ge, als rotes Tuch. Vie­le Wider­sprü­che des der­zei­ti­gen Pon­ti­fi­kats wur­den durch sei­ne exzel­len­ten Infor­ma­tio­nen und sei­ne schar­fen Ana­ly­sen auf brei­ter Ebe­ne sicht­bar. Er ent­hüll­te die Rol­le eines Regis­seurs, die der Papst selbst bei den umstrit­te­nen Machen­schaf­ten rund um die Bischofs­syn­ode 2014 inne­hat­te.

Er kri­ti­sier­te die umstrit­te­nen Papst-Inter­views mit dem Athe­isten Euge­nio Scal­fa­ri, wäh­rend ande­re Vati­ka­ni­sten ihnen blin­den Bei­fall zoll­ten oder mit Ver­ren­kun­gen zu „erklä­ren“ ver­such­ten. Eine Kri­tik, die Magi­ster übte, obwohl Scal­fa­ri selbst von 1963–1968 Chef­re­dak­teur des Espres­so war. Das war zwar bevor Magi­ster für das Blatt zu arbei­ten begann, doch ist Scal­fa­ri bis zum heu­ti­gen Tag die graue Emi­nenz in der Ver­lags­grup­pe. Das Wochen­ma­ga­zin L’Es­pres­so und die Tages­zei­tung La Repub­bli­ca gehö­ren zur sel­ben Medi­en­grup­pe. Auch haus­in­tern mach­te sich der Pro­fi­jour­na­list mit sei­ner Kri­tik nicht nur Freun­de.

Umge­kehrt wur­de Magi­ster wegen sei­ner nüch­ter­nen Hal­tung, die ihn vor einer fal­schen Apo­lo­ge­tik fei­te, zum Adres­sa­ten für unzäh­li­ge Infor­ma­tio­nen, die ihm von papst­kri­ti­schen Prä­la­ten zuge­spielt wur­den.

Wie sich die Sank­ti­on auf Magi­ster Arbeit aus­wir­ken wird, muß sich erst zei­gen. Zunächst ist abzu­war­ten, wie sein Arbeit­ge­ber reagiert. In der Chef­re­dak­ti­on oder auf der Her­aus­ge­ber- und Eigen­tü­mer­ebe­ne könn­te sich die Mei­nung durch­set­zen, daß ein Vati­ka­nist ohne Akkre­di­tie­rung ein Wider­spruch ist. Bei L’Es­pres­so, dem ita­lie­ni­schen Gegen­stück zum deut­schen Spie­gel ist eine sol­che Sicht­wei­se nicht zwin­gend.

Ein Schönheitsfehler als willkommener Anlaß?

Der Zorn der ande­ren Vati­ka­ni­sten über Magi­sters Allein­gang ist beacht­lich. Den­noch sind eini­ge der Über­zeu­gung, daß Magi­sters Invol­vie­rung jeman­dem im Vati­kan nicht so unge­le­gen kam. Vati­kan­spre­cher Lom­bar­di begrün­de­te die Sank­ti­on mit der objek­ti­ven Gewiß­heit, daß Magi­ster die Ver­öf­fent­li­chungs­sper­re durch­bro­chen habe. Genau dies bestritt Magi­ster gegen­über Asso­cia­ted Press. Der Her­aus­ge­ber des Espres­so habe die Ver­öf­fent­li­chung ent­schie­den. Er, Magi­ster, habe ledig­lich einen kur­zen Vor­spann ver­faßt, der ihm not­wen­dig schien. Auf die Ent­schei­dung zur Ver­öf­fent­li­chung habe er kei­nen Ein­fluß gehabt.

Magi­ster ist nicht der erste Jour­na­list, dem die Akkre­di­tie­rung ent­zo­gen wur­de. Den­noch han­delt es sich um eine äußerst sel­ten gebrauch­te Sank­ti­on. Um so mehr ver­stärkt sich der Ein­druck, der Vor­fall habe jeman­dem die will­kom­me­ne Gele­gen­heit gebo­ten, den ein­fluß­reich­sten Kri­ti­ker von Papst Fran­zis­kus unter den Vati­ka­ni­sten vor aller Augen abzu­stra­fen. Daß Papst Fran­zis­kus nach­tra­gend ist, ist hin­läng­lich bekannt. Der Ent­zug der Akkre­di­tie­rung beim Pres­se­amt des Hei­li­gen Stuhls ent­zieht einem Vati­ka­ni­sten gera­de­zu den Boden unter sei­ner Arbeit. Ein Schritt, soviel steht fest, der auch für Magi­ster über­ra­schend kam.

„Der neue Des­po­tis­mus im Vati­kan for­dert ein wei­te­res Opfer“ kom­men­tier­te Chie­sa e post­con­ci­lio den Raus­wurf Magi­sters, der als „unbe­stech­lich und wirk­lich ein Katho­lik“ beschrie­ben wird. „Die neue Barm­her­zig­keit in Akti­on grenzt auch in die­sem Fall, wäre es nicht so besorg­nis­er­re­gend, an Lächer­lich­keit“, so die tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne römi­sche Inter­net­sei­te.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Info­Va­ti­ca­na

21 Kommentare

  1. Die Vor­ab­ver­öf­fent­li­chung eines wich­ti­gen Doku­ments mit Sperr­frist ist kaum bestreit­bar eine schwe­re Indis­kre­ti­on und Unkor­rekt­heit gegen den Ver­fas­ser. Hät­te San­dro Magi­ster die Fin­ger von dem Vor­spann gelas­sen, hät­te er nicht bestraft wer­den kön­nen. Wie­weit er als abhän­gig beschäf­tig­ter Jour­na­list dazu berech­tigt war bzw. es sich lei­sten konn­te, ist eine ande­re Fra­ge. Für das Publi­kum ist das Leak mög­li­cher­wei­se von Vor­teil, weil ein Ver­gleich der Abwei­chun­gen bei­der Fas­sun­gen auf­schluss­reich ist.

  2. Gera­de lese ich auf kath.net, dass das Wochen­ma­ga­zin «L’Es­pres­so» im glei­chen Ver­lag erscheint wie die links­li­be­ra­le und kir­chen­kri­ti­sche Tages­zei­tung «La Repub­bli­ca» (Scal­fa­ri…).

    Nun dürf­te ziem­lich klar sein, wer die Vor­ab-Ver­öf­fent­li­chung beschlos­sen hat. Man hat Herrn Magi­ster offen­sicht­lich eine Fal­le gestellt.

  3. Wenn sich San­dro Magi­ster auch nicht kor­rekt ver­hal­ten hat, so möch­te ich doch eines bemer­ken.
    Wie wir uns noch erin­nern, gab Papst Fran­zis­kus im Sep­tem­ber 2013 Euge­nio Scal­fa­ri ein Inter­view.

    Die­ser äusser­te sich spä­ter vor Jour­na­li­sten so:
    „Eini­ge Din­ge, die der Papst mir gesagt hat, habe ich nicht berich­tet und eini­ge Din­ge, die ich ihm in den Mund gelegt habe, hat er nicht gesagt“. Der Papst aber, so Scal­fa­ri, woll­te, daß das Inter­view so ver­öf­fent­licht wird.
    https://www.katholisches.info/2013/11/22/hintergruende-zum-papst-interview-scalfari-die-antworten-des-papstes-habe-ich-selbst-formuliert/

    Trotz die­ser Aus­sa­ge bekam Scal­fa­ri ein zwei­tes Inter­view.
    https://www.katholisches.info/2014/07/16/mit-zweitem-scalfari-papst-interview-tauch-auch-erstes-wieder-auf/

    Das Inter­view wur­de ‑zusam­men mit Inter­views ande­rer Gesprächs­part­ner- sogar als Buch her­aus­ge­ge­ben.

    San­dro Magi­ster hat einen Text ver­öf­fent­licht, der noch nicht frei­ge­ge­ben war und was er nicht hät­te tun sol­len.
    Er hat aber nichts weg­ge­las­sen und nichts hin­zu­ge­fügt, er hat nicht gelo­gen.
    Euge­nio Scal­fa­ri ‑mit Gesprächs­in­hal­ten nach­weis­lich sehr locker umge­hend- wird geehrt.

    Der Vor­fall um San­dro Magi­ster erin­nert mich ein biss­chen an Edward Snow­den, dem wir doch eini­ges zu ver­dan­ken haben.

    • Ihre Gegen­über­stel­lung des päpst­li­chen bzw. vati­ka­ni­schen Ver­hal­tens gegen Scal­fa­ri und gegen Magi­ster ist sehr tref­fend. Der Athe­ist, der es mit der Wahr­heit nicht genau nimmt, hat freie Hand, wird hofiert und gehät­schelt, der gläu­bi­ge Katho­lik wird gede­mü­tigt und bestraft. Hach, genau so habe ich mir die Kir­che und ihr sicht­ba­res Ober­haupt immer gewünscht.

  4. Die­se Ent­schei­dung ist nach­voll­zieh­bar und abso­lut kor­rekt. Auch Herr Magi­ster hat nun mal kei­ne Nar­ren­frei­heit und da war es an der Zeit, ihm die Gren­zen auf­zu­zei­gen. Ich habe in einem ande­ren Thread hier schon bemän­gelt, dass ich per­sön­lich es als pro­ble­ma­tisch anse­he, den Spe­ku­la­tio­nen eines Jour­na­li­sten, auch wenn er lang­jäh­ri­ger Vati­ka­nist ist, Raum zu geben.

    Sei­ner voll­kom­men fal­sche Behaup­tung von vor eini­ger Zeit, die Enzy­kli­ka sei ein­ge­stampft wor­den und somit weg vom Fen­ster, fol­gen jetzt Revi­die­run­gen, dass bis zuletzt an der Enzy­kli­ka rum­ge­ba­stelt wür­de. Hof­fen wir mal, dass sei­ne Infor­ma­tio­nen dies­mal aktu­el­ler sind und vor­al­lem der Wahr­heit ent­spre­chen.

    Dass er kei­nen Ein­fluss auf die Ver­öf­fent­li­chung gehabt haben will — naja! Er ist seit 41 Jah­ren Vati­ka­nist, genießt Anse­hen und ist in der katho­li­schen Medi­en­welt über Ita­li­en hin­aus eine bekann­te Per­sön­lich­keit. Und er will kei­nen Ein­fluss haben, was aus sei­nem Res­sort ver­öf­fent­licht wird? Also bit­te! Man möge uns doch nicht für dumm ver­kau­fen.

    • Sie schrei­ben hier Unrich­ti­ges:
      Wie­so die „Behaup­tung“ v. Hr. San­dro Magi­ster, die Enzy­kli­ka sei ein­ge­stampft wor­den, voll­kom­men falsch sei, ist mir unklar.
      Wahr ist dage­gen daß schon seit über einem Jahr bekannt ist daß an einer Enzy­kli­ka gear­bei­tet wur­de, und seit inzwi­schen schon 7 Mona­ten daß sie über Öko­lo­gie han­deln wur­de;
      genau­so wahr ist, daß Vic­tor Manu­el Fer­nan­dez von der UCA (Uni­ver­si­tad Catho­li­ca Argen­ti­na), gut befreun­det mit P. Fran­zis­kus, den Löwen­teil hier­an geschrie­ben hat (wie vor vie­len Jah­ren die Dekla­ra­ti­on v. Apa­re­ci­da);
      Am Ende des Jah­res 2014 wur­de V. Manu­el Fer­nan­dez des­halb übri­gens extra „durch­leuch­tet“ v. tra­di­ti­ons­freund­li­chen Krei­sen, wobei eine Unmen­ge an theo­lo­gi­schen Unsinn und Schockie­ren­des zuta­ge kam (z.B. das Buch „Sana­me con tu boca. El arte de besar“ (Hei­le mich mit dei­nem Mund.Die Kunst des Küs­sens)) ;
      es paßt übri­gens wun­der­bar zu dem gewal­ti­gen Sit­ten­ver­fall des Kle­rus an der Rio de la Pla­ta, wo Mario Bat­ti­sta Ric­ca sich her­um­trieb.
      Manu­el Fer­nan­dez ist übri­gens nicht sehr beschei­den und demü­tig:
      der Vati­ca­nist-Kir­chen­jour­na­list der Cor­rie­re del­la Sera muß­te 2x zu V. Manu­el Fer­nan­dez in Argen­ti­ni­en flie­gen um die­sen hier­zu zu inter­view­en;
      die­se erste Fas­sung hät­te schon Ende April publi­ziert wer­den sol­len, bekam jedoch von der Kon­gre­ga­ti­on der Glau­bens­leh­re kein fiat und muß­te hals­über­kopf zurück­ge­zo­gen wer­den. (Das ist dann wohl das „theo­lo­gi­sche Struk­tu­rie­ren die­ses Pon­ti­fi­kats“).
      Inzwi­schen fan­den noch Besu­che von Ban-Ki-Moon (UN) und eines Adep­ten für Bevöl­ke­rungs­zu­wachs­be­schrän­kung statt.
      Sum­ma sum­ma­rum: es gibt offen­sicht­lich sehr vie­le Vor­ab­fas­sun­gen von die­ser Enzy­kli­ka und es gibt sehr vie­le Per­so­nen die davon auch wis­sen.
      Qua Geheim­hal­tung ist dies tech­nisch Stüm­pe­rei hoch drei.
      Das ist nun wirk­lich kei­ne „Spe­ku­la­ti­on“ son­dern mei­ne per­sön­li­che tech­ni­sche Mei­nung, lei­der in die­sem Pon­ti­fi­kat stets wie­der bestä­tigt.
      Was übri­gens Öko­lo­gie betrifft:
      wer es fer­tig bringt mit einem alten Renault 4 in den Peters­dom hin­ein­zu­fah­ren und die Kunst­schät­ze dort mit den Aus­puff­ga­sen zu gefähr­den (ich habe vor lan­ger Zeit sel­ber einen Renault 4 gefah­ren), ist ein Kunst­ba­nau­se und ver­steht von Öko­lo­gie nichts.

      • Ja und? Was hat das mit dem Post von @roesler zu tun?

        Von den Ent­glei­sun­gen des San­dro Magi­ster, die @roesler kon­kret benennt, sind sie über katho­li­schen Klatsch über den oder jenen enge­ren oder wei­te­ren Freund und Mit­ar­bei­ter F.s punkt­ge­nau bei Ihrem pri­va­ten alten R4 gelan­det. Jetzt sind wir bestens infor­miert!

        Cha­peau bas!

      • @ Adri­en Antoi­ne
        Am 13. Mai konn­ten wir hier lesen
        https://www.katholisches.info/2015/05/13/die-versenkte-oeko-enzyklika-papst-franziskus-und-seine-baustellen/

        Dar­in hieß es:
        Die ange­kün­dig­te und seit Wochen fer­tig­ge­stell­te Öko-Enzy­kli­ka wur­de laut dem Vati­ka­ni­sten San­dro Magi­ster zurück­ge­zo­gen und ein­ge­stampft. Grund dafür sei, so der Vati­ka­nist, daß Papst Fran­zis­kus sich wohl bewußt wur­de, daß der der­zei­ti­ge Text kei­ne Chan­ce hät­te, die Prü­fung durch die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on unter Lei­tung von Kar­di­nal­prä­fekt Ger­hard Mül­ler zu bestehen. Kar­di­nal Mül­ler dürf­te dem Papst zu ver­ste­hen gege­ben haben, daß der Ent­wurf unan­nehm­bar ist.

        Weder wur­de die Vor­la­ge ein­ge­stampft, noch ist davon aus­zu­ge­hen, dass ein völ­lig neue Enzy­kli­ka ver­fasst wur­de. Außer­dem kann ich mir nur schwer vor­stel­len, dass Papst Fran­zis­kus „Angst“ vor einem Urteil von Kar­di­nal Mül­ler hat.

        Da ledig­lich die ersten sechs sowie in Ansät­zen die vier Zei­len etwas mit dem The­ma Magi­ster und der Enzy­kli­ka zu tun hat­ten, ist mei­ne Ant­wort dem­entspre­chend kurz. Ledig­lich eine Fra­ge haben Sie bei mir auf­ge­wor­den: Wer ist der „Kunst­ba­nau­se“, wie Sie es nen­nen, der mit einem alten R4 in den Peters­dom „hin­ein­ge­fah­ren“ ist., wie Sie behaup­ten?
        Habe dazu nichts gele­sen und auch im Inter­net nichts fin­den kön­nen. Erhel­len Sie hier doch bit­te ein wenig das Dun­kel.

  5. Wie kann es sein, dass der Her­aus­ge­ber von L’Es­pres­so nicht auf sein bestes Pferd im Stall hört und etwas ohne des­sen Zustim­mung ver­öf­fent­licht? Dass dies jetzt eine will­kom­me­ne Gele­gen­heit war, San­dro Magi­ster los­zu­wer­den, ist natür­lich auch offen­kun­dig. Was machen wir denn jetzt ohne ihn? Gibt es über­haupt jeman­den, der an ihn her­an­reicht?

  6. San­dro Magi­ster ist sei­nen Fein­den ins Mes­ser gelau­fen. Er hat Feh­ler gemacht, die hier nicht gut­zu­hei­ßen sind mit der unbe­rech­tig­ten Ver­öf­fent­li­chung. Jetzt hat­te man die lan­ge gesuch­te Hand­ha­be, ihn los­zu­wer­den. So sehe ich das.

  7. Die Enzy­kli­ka im Ent­wurf ist ein herz­lo­ser Mono­log. Was ist das für ein „Brief“ ohne Gruß und ohne Anre­de und ohne Segen? Und von wem? Die Enzy­kli­ken der Vor­gän­ger schrei­ben im Titel: von Papst sowie­so. Erst Papst Fran­zis­kus fing damit an, sich selbst mit „Hei­li­ger Vater Papst Fran­zis­kus“ zu titu­lie­ren, so bei sei­ner letz­ten Enzy­kli­ka, und dies­mal gar ist er nur der „Hei­li­ge Vater Fran­zis­kus“. Die Anre­de „Hei­li­ger Vater“ ist erst im 19. Jahr­hun­dert üblich gewor­den. In der Hei­li­gen Schrift kommt die­ser Aus­druck nur ein­mal vor, wenn der Hei­land im hohen­prie­ster­li­chen Gebet Gott Vater im Him­mel anre­det. Die­ser fei­er­li­che, erha­be­ne Aus­druck wird auf­ge­nom­men in der Messpräf­a­ti­on. Und nun nennt Fran­zis­kus demü­tig sich selbst Hei­li­ger Vater (näm­lich der gan­zen Mensch­heit, für wel­che der Text ja gedacht ist) und bringt damit zum Aus­druck: Was geht es mich an, dass Du, Naza­re­ner, den Jün­gern gesagt hast, nie­mand sol­le sich den Titel Vater bei­le­gen, denn nur einer ist der Vater, der Vater im Him­mel, „ihr alle aber seid Brü­der“, ja was geht das mich an, was Du gesagt hast, ich ver­ste­he das anders, Du meinst das, was Du sagst, nicht so, und dafür habe ich die Tra­di­ti­on und die Theo­lo­gen, die es bes­ser wis­sen als Du.

  8. Nach Pau­lus gereicht denen, die Gott lie­ben, alles zum Guten — gera­de das Schwe­re und Wider­wär­ti­ge. Möge das auch für San­dro Magi­ster gel­ten.

  9. Zu dem unge­recht­fer­tig­ten Vor­wurf v. „Spe­ku­la­tio­nen“ v. Hr. San­dro Magi­ster doch etwas Sub­stan­zi­el­les:
    Die stark his­tr­io­ni­schen Taten v. Mario Bat­ti­sta Ric­ca (öffent­lich und unge­niert Zusam­men­le­ben mit dem Schwei­zer Hr. Patrick Haa­ri in der Nun­tia­tur v. Mon­te­vi­deo) wur­den viel­fach und sehr stark moniert und beklagt bei den vati­ka­ni­schen Behör­den, wo Ric­ca jedoch stets durch einen sehr hohen Kar­di­nal geschützt wur­de.
    Eine Ver­prü­ge­lung von Ric­ca zu mit­ter­nächt­li­cher Zeit auf einem als Homo­se­xu­ellen­treff bekann­ten Bou­le­vard in Mon­te­vi­deo wur­de sowohl von dem Taxi­fah­rer als von den dor­ti­gen Poli­zei­be­hör­den akten­kun­dig gemacht (soweit zu „Spe­ku­la­tio­nen“).

    Der neue aus Polen stam­men­de Nun­ti­us ent­fern­te Ric­ca dann am Ende:
    (Und jetzt wird es wit­zig): Vor weni­gen Tagen erschien auf kath.net ein klei­ner Arti­kel über 2 Non­nen (eng­lisch und neu­see­län­disch), die in Rom in einem Auf­zug einer Orga­ni­sa­ti­on eine Pan­ne erlit­ten und bei sehr hei­ßen Tem­pe­ra­tu­ren ein knap­pes Wochen­en­de lang dort aus­har­ren muß­ten.
    Zum Glück ohne grö­ße­re gesund­heit­li­che Schä­den.
    Natür­lich die übli­chen exu­ber­an­ten Gene­sungs- und Dan­kes­wor­te.

    Mario Bat­ti­sta Ric­ca erlitt ein ähn­li­ches Mal­heur in Mon­te­vi­deo in der Nun­tia­tur und wohl an einem ver­län­ger­ten Wochen­en­de;
    wenn dann die Auf­zug­mon­teu­re das Ding wie­der zum Lau­fen brach­ten und die Lift­türen auf­gin­gen, wur­de unter den Augen von vie­len Neu­gie­ri­gen Ric­ca in dem Auf­zug gefun­den in Anwe­sen­heit eines stadt­be­kann­ten sehr jun­gen Homo­phi­len.
    Das Alter, @roesler, wur­de lei­der nicht genau fest­ge­stellt.
    Das ist lei­der kei­ne Spe­ku­la­ti­on, son­dern ganz har­te Rea­li­tät.
    Ric­ca wur­de unter Ber­go­glio dann als sein per­sön­li­cher Ver­trau­ter zum Haus­prä­la­ten der Vati­kan­bank ernannt und stets im Schutz genom­men. Als Chef des domus Sanc­tae Mart­ae wird Ric­ca sicher für gut funk­tio­nie­ren­de Auf­zü­ge sor­gen!

  10. Sehr inter­es­san­ter Arti­kel hier­zu. Das brach­te wohl das Faß zum über­lau­fen…

    https://www.katholisches.info/2015/05/02/missfallensindex-der-botschafter-und-der-kardinal/

    (Rom) Der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster berich­tet über die jüng­sten Ereig­nis­se um Papst Fran­zis­kus. Er erhebt die schwer­wie­gen­de Anschul­di­gung, daß noch nie sovie­le Homo­se­xu­el­le auf füh­ren­de Posten im Vati­kan beför­dert wur­den wie unter dem argen­ti­ni­schen Papst.
    Zudem habe Kar­di­nal Mül­ler mit sei­ner Ankün­di­gung, das Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus „theo­lo­gisch struk­tu­rie­ren“ zu wol­len, „ner­vö­se Reak­tio­nen“ im direk­ten Umfeld des Pap­stes pro­vo­ziert. Der Vor­stoß wird als Ein­schrän­kung des Hand­lungs­spiel­raums des Pap­stes gese­hen, und ist vom Glau­bens­prä­fek­ten was den Inhalt von Aus­sa­gen und Doku­men­ten anbe­langt, offen­sicht­lich auch so gemeint.

  11. So what?!

    Was soll die­ses dünn­häu­ti­ge Getue im Vati­kan, wo man doch u.a. ein „Feld­la­za­rett“ sein will und dem Per­so­nal auf­gibt, den „Duft der Scha­fe“ anzu­neh­men? Wer dort anpacken muss, des­sen Weste bleibt nicht weiß! Denn sowohl in einem Laza­rett als auch in einem Stall müs­sen Prio­ri­tä­ten gesetzt und auch mal rasche, hand­fe­ste Ent­schei­de gefällt wer­den kön­nen. Jeden­falls bleibt da kein Raum für ein Geha­be, das Fran­zis­kus per­sön­lich in sei­ner unflä­ti­gen Spra­che mal „Jung­fern“ zuge­schrie­ben hat — er soll­te mal in den Spie­gel schau­en, statt Ordens­schwe­stern lächer­lich zu machen!

    Schließ­lich ist ein „akkre­di­tier­ter Jour­na­list“ eines m.W. unab­hän­gi­gen Ver­lags­hau­ses doch nicht mit einem Bot­schaf­ter oder einer son­sti­gen Diplo­ma­ten­schran­ze gleich­zu­stel­len, die das offi­zi­el­le Bin­de­glied einer aus­län­di­schen Regie­rung bil­den und des­halb beim Hl. Stuhl akkre­di­tiert wer­den!

    Wenn es jeman­den zu feu­ern gäbe, dann die hin­ter­fot­zi­gen Lea­ker des Vati­kan oder des­sen unfä­hi­gen IT-Chef, aber doch nicht den Jour­na­li­sten! Des­sen Auf­ga­be ist es, recher­chier­te und erhal­te­ne Infor­ma­tio­nen so gründ­lich auf ihren Wahr­heits­ge­halt zu prü­fen, dass sie dem RISIKO einer Vor­ver­öf­fent­li­chung weit­ge­hend Stand hal­ten. Ist doch nicht sein Pro­blem, wenn die Show­ma­ster nun — offen­sicht­lich — mit einer ollen Kamel­le an die Öffent­lich­keit tre­ten müs­sen! Das ist doch klar, aber in DIESER Bezie­hung möch­te man im Vati­kan, sekun­diert durch eini­ge Poster hier, plötz­lich über­haupt nicht „modern“, geschwei­ge denn „pro­fes­sio­nell“ sein.

    Aber eben, m.E. geht es um „Show“. Denn wäre das, was in der Enzy­kli­ka drin­steht wirk­lich für das See­len­heil der Men­schen wich­tig, könn­te dem Vati­kan das Leak völ­lig schnup­pe sein — die Wahr­heit ist doch nicht an die Fines­sen und Tricks einer — mög­li­cher­wei­se mit der UN-Pro­mi­enz abge­stimm­ten — Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie gebun­den!

  12. @carlo:
    Sehr rich­tig gese­hen.
    Im Vati­kan lie­gen die Ner­ven blank.
    Seit mehr als einem Jahr wird von einer Enzy­kli­ka von „Papst Fran­zis­kus“ gespro­chen, viel Tam­tam gemacht, wird dann ange­kün­digt („geleckt“) daß es um Öko­lo­gie geht, wur­de dann EB Vic­tor Manu­el Fer­nan­dez beauf­tragt sehr viel zu schrei­ben;
    nach­dem V. Manu­el Fer­nan­dez dann in den End­jahrs­ta­gen 2014 mit sei­nem Buch „Sana­me con tu boca. El arte de besar“ (Lumen, 1994 Bue­nos Aires) einen Voll­tref­fer erlitt, muß­te die anfäng­li­che Ver­si­on dann ganz umge­schrie­ben wer­den.
    Das ursprüng­li­che Erschei­nungs­da­tum von 28. April konn­te nicht gehal­ten wer­den.
    Inzwi­schen kur­sie­ren schon meh­re­re Ver­sio­nen in Extrak­ten.
    Beson­des ner­vös macht der Gedan­ke, daß die­se Ver­sio­nen unter­ein­an­der und mit der „end­gül­ti­gen“ ver­gli­chen wer­den könn­ten- die Gefahr daß offen­sicht­li­che ket­ze­ri­sche Gedan­ken zu Tage tre­ten konn­ten, ist zu groß.
    Und man will natür­lich eine bestimm­te Show.

    Übri­gens: @zeitschnur und @roesler sind sehr schlecht infor­miert.
    Die Fotos mit dem R4 in dem Peters­dom kann man auf vie­len Web­sites und Blog­spots sehen.
    Es war der erste Ersatz der Elek­tro­fahr­büh­ne v. Papst Bene­dikt XVI.
    Ein so kur­zes Gedächt­nis ist trau­rig.

    Wie­so man übri­gens die Aus­sa­gen von Auf­zu­gre­pa­ra­teu­ren, Taxi­un­ter­neh­mer und die offi­zi­el­le Doku­men­te der Poli­zei v. Mon­te­vi­deo als „Klatsch“ abtut, ver­ste­he ich nicht ganz.
    Ich fin­de es sehr schein­hei­lig daß man über 2 unglück­li­che Non­nen in einem kaput­ten römi­schen Auf­zug unbe­an­stan­det einen rüh­ren­den Arti­kel schrei­ben kann (cfr. kath.net) und daß ander­seits über das Mal­heur in Mon­te­vi­deo geschwie­gen wer­den soll­te.
    Das ist nicht sehr kon­se­quent.
    Denn wenn ich ein Feh­ler machen wür­de, wer ist Fran­zis­kus daß er mich ver­ur­tei­len würde?(sic)

    • @Adrien Antoi­ne

      Bezüg­lich des Renaults im Peters­dom habe ich kein kur­zes Gedächt­nis — ich habe davon noch nie etwas gehört. Eben­so habe ich auf goog­le hier­zu kei­ne Bil­der gefun­den. Da sie offen­sicht­lich ja wis­sen, auf wel­chen Sei­ten sich die­se Bil­der befin­den, posten Sie doch bit­te ent­spre­chen­de Links. Vor­ab vie­len Dank!

      • @Adrien Antoi­ne

        Ich gehe davon aus, dass Sie selbst bei besag­ten Bil­dern nicht fün­dig wer­den.

        Gleich­zei­tig fra­ge ich mich, wie­so stellt man dann sol­che Behaup­tun­gen ent­ge­gen der Wahr­heit auf und ver­stößt bereit­wil­lig gegen das 8. von Got­tes Gebo­ten?

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