Es gibt keine Analogie zwischen der Homo-Partnerschaft und dem Schöpfungsplan Gottes zu Ehe und Familie

Googles dekorative Unterstützung der Homo-Lobby beim irischen Homo-Ehe-Referendum
Goo­g­les „deko­ra­ti­ve“ Unter­stüt­zung der Homo-Lob­by beim iri­schen Homo-Ehe-Refe­ren­dum

Eine Nie­der­la­ge für die Mensch­heit in Irland, eine Fron­de von Mar­x’i­sten gegen den Papst in Rom und ein kräf­ti­ger Wind aus dem Vati­kan, der den Kas­pe­ria­nern ins Gesicht weht.

Ein Gast­kom­men­tar von Hubert Hecker

„¢ Eine Mehr­heit von 62 Pro­zent der Abstim­men­den hat sich in Irland dafür aus­ge­spro­chen, dass auch gleich­ge­schlecht­li­che Paa­re eine zivil­recht­li­che Ehe ein­ge­hen könn­ten. Auch wenn der Anteil der Homo-Befür­wor­ter bei Berück­sich­ti­gung aller Abstim­mungs­be­rech­tig­ten auf unter 40 Pro­zent der iri­schen Wäh­ler schrumpft, wur­de das Ergeb­nis viel­fach als sen­sa­tio­nell emp­fun­den. Denn Irlands Geschich­te und Kul­tur ist seit über 1500 Jah­ren zutiefst von der katho­li­schen Tra­di­ti­on durch­drun­gen. Das iri­sche Votum rich­tet sich aber fron­tal gegen die Leh­re der Kir­che, nach der es zwi­schen Homo-Part­ner­schaf­ten einer­seits und der Ehe und Fami­lie nach Natur und Schöp­fungs­ord­nung ande­rer­seits kei­ner­lei Ana­lo­gien gibt, auch nicht im wei­te­sten Sin­ne – so das Abschluss­do­ku­ment der vati­ka­ni­schen Bischofs­syn­ode vom Okto­ber 2014. Das Befra­gungs­er­geb­nis von Irland ist jedoch nicht als Stim­mungs­ba­ro­me­ter für ande­re katho­li­sche Län­der zu lesen, nicht ein­mal in Euro­pa. Denn im ähn­lich tief­kat­ho­lisch gepräg­ten Polen wür­de eine ent­spre­chen­de Abstim­mung völ­lig anders aus­ge­hen. Selbst im lai­zi­stisch domi­nier­ten Frank­reich haben mehr als eine Mil­li­on Men­schen gegen die „Ehe für alle“ demon­striert.

Es sind also lan­des- und kir­chen­spe­zi­fi­sche Grün­de für das iri­sche Ergeb­nis zu suchen: Die iri­schen Bischö­fe haben mit ihrem unklu­gen Lavie­ren in der media­len Miss­brauchs­kam­pa­gne um 2010 viel an Auto­ri­tät ver­lo­ren. Eini­ge Ober­hir­ten Irlands schwank­ten auch dies­mal gegen­über der aktu­el­len Kam­pa­gne der Homo-Lob­by. Sie haben damit die kla­re Ori­en­tie­rung der Kir­che auf­ge­weicht und vie­le Katho­li­ken ver­un­si­chert. Eine Rol­le mag auch die tra­di­tio­nel­le Nähe Irlands zu den USA gespielt haben. Dort ver­sucht zur­zeit die Homo-Lob­by mit ihrer Ideo­lo­gie die Gesell­schaft zu über­wäl­ti­gen. Ame­ri­ka­ni­sche Stif­tun­gen haben mit vie­len Dol­lar-Mil­lio­nen in der media­len Öffent­lich­keit eine Kam­pa­gne für die Homo-Ehe betrie­ben. Schließ­lich sind auch die irri­tie­ren­den Signa­le aus dem Vati­kan zu berück­sich­ti­gen, die die Ver­un­si­che­rung der Katho­li­ken in die­ser Fra­ge ver­stärkt haben könn­ten. Das Papst-Wort „Wer bin ich, um über Homo­se­xu­el­le zu urtei­len?“ hat­te in die­ser kon­text­ver­kürz­ten Ver­si­on für Homo-Lob­by­is­mus in der Kir­che Tür und Tor auf­ge­sto­ßen. Im Abschluss­be­richt der römi­schen Bischofs­syn­ode wur­de irre­gu­lär ein Abschnitt ohne Zwei­drit­tel­mehr­heit publi­ziert, der eben­falls als Öff­nung für die Homo-Lob­by gedeu­tet wur­de.

Eigentliche Sensation zum irischen Homo-Votum kam aus Rom

Kardinalstaatssekretär Parolin mit Papst Franziskus
Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Paro­lin mit Papst Fran­zis­kus

„¢ Auf die­sem Hin­ter­grund war es die eigent­li­che Sen­sa­ti­on, was aus Rom zu dem iri­schen Homo-Votum ver­lau­te­te. Kar­di­nal-Staats­se­kre­tär Pie­tro Paro­lin, das alter ego von Papst Fran­zis­kus, hat­te drei Tage nach dem Ereig­nis die Abstim­mung in Irland zu einer „Nie­der­la­ge für die Mensch­heit“ erklärt. Der vati­ka­ni­sche Pres­se­spre­cher Pater Lom­bar­di bestä­tig­te, dass Papst und Kurie „zu jedem Wort von Paro­lin ste­hen“. Des­sen Erklä­rung lau­te­te: „Ich bin sehr betrübt über die­ses Ergeb­nis und ich den­ke, dass das nicht nur eine Nie­der­la­ge für die christ­li­chen Prin­zi­pi­en ist, son­dern eine Nie­der­la­ge für die Mensch­heit. Die Kir­che muss zwar die­se Rea­li­tät berück­sich­ti­gen, aber in dem Sin­ne, dass sie ihren Ein­satz für die Evan­ge­li­sie­rung ver­stärkt. Die Fami­lie steht für die Kir­che im Mit­tel­punkt. Wir müs­sen alles tun, um sie zu ver­tei­di­gen, zu schüt­zen und zu för­dern, weil die Zukunft der Mensch­heit und der Kir­che die Fami­lie bleibt.“ Die Stel­lung­nah­me des Kar­di­nal-Staats­se­kre­tärs ist zugleich als Wei­sung an die päpst­li­chen Lan­des-Nun­tien welt­weit zu ver­ste­hen und auch in die­ser Hin­sicht von gro­ßer Reich­wei­te.

Die Süd­deut­sche Zei­tung mit ihrem Vati­kan-Kor­re­spon­den­ten hat als ein­zi­ges deut­sches Leit­me­di­um die Bedeu­tung des Paro­lin-Wor­tes rich­tig ein­ge­schätzt mit der Zwi­schen­über­schrift: „Die Stim­mung im Vati­kan scheint umge­schla­gen zu sein“. Dar­un­ter bemerkt der Jour­na­list: „Da man anneh­men muss, dass Paro­lin vor­ab mit dem Chef gere­det hat­te, fra­gen sich man­che ita­lie­ni­sche Vati­ka­no­lo­gen: Hört man da etwa auch den Papst reden? Nimmt der Vati­kan mit dem dezi­dier­ten Auf­tritt Paro­lins alle ver­meint­li­chen (!) Signa­le der Öff­nung zurück, die zu Beginn des Pon­ti­fi­kats von Jor­ge Mario Ber­go­glio auch auf die­sem Gebiet zu sehen waren und die Bischof­syn­ode im kom­men­den Herbst hät­ten beein­flus­sen kön­nen?“ Der SPIEGEL schreibt nichts von die­sem Stim­mungs­um­schwung im Vati­kan, sonst hät­te er sei­ne gan­ze Titel­sto­ry über den „ent­fes­sel­ten“ Papst in der Pfingst­aus­ga­be schred­dern kön­nen.

Was der SZ-Jour­na­list vor­sich­tig als Fra­ge for­mu­liert, dar­in sind sich vie­le Vati­ka­ni­sten ziem­lich sicher. Der Papst hat in eini­gen Per­so­nal­ent­schei­dun­gen der letz­ten Mona­te sowie in zahl­rei­chen öffent­li­chen Äuße­run­gen deut­lich gemacht, dass sich im Vati­kan „der Wind gedreht hat“, wie es Gui­do Horst schon im April-Edi­to­ri­al des Vati­can Maga­zins aus­drück­te. Der Wind wehe nun kräf­tig gegen die Kas­per-Frak­ti­on, die die kirch­li­che Leh­re zu Ehe und Sexua­li­tät auf­wei­chen woll­te. Als Wen­de­punkt für den päpst­li­chen Wind­rich­tungs­wech­sel gilt die über­heb­li­che Äuße­rung von Kar­di­nal Marx vom 29. 2. 2015 zu einer deut­schen Son­der­pa­sto­ral in die­sen Fra­gen. Zugleich hat­te der DBK-Vor­sit­zen­de eine unver­hoh­le­ne Schis­ma-Dro­hung aus­ge­spro­chen als Druck­mit­tel, um von der bevor­ste­hen­den Bischofs­syn­ode die von ihm und Kar­di­nal Kas­per for­mu­lier­te „Öff­nung“ zur Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner zur Kom­mu­ni­on und zur Aner­ken­nung der Homo­se­xua­li­tät zu erzwin­gen.

Vatikanischer Gegenwind wird Kardinal Marx nicht verborgen geblieben sein

Gegenwind für Marx'isten und Kasperianer
Gegen­wind für Mar­x’i­sten und Kas­pe­ria­ner

„¢ Die­ser vati­ka­ni­sche Gegen­wind wird Kar­di­nal Marx nicht ver­bor­gen geblie­ben sein. Daher begann er vor eini­ger Zeit mit einem neu­en Stra­te­gie-Ansatz zur Durch­set­zung sei­ner For­de­run­gen. Am Pfingst­sonn­tag benutz­te er die Pfingst­pre­digt, um die Kir­che als schö­ne neue bun­te Wohl­fühl­ge­mein­schaft zu tri­via­li­sie­ren. Aus­drück­lich will Marx die Homo­se­xu­el­len und Par­tei-Grü­nen in den Rei­hen der neu­en deut­schen Regen­bo­gen­kir­che sehen. Noch am glei­chen Tag düste er nach Rom, um am Pfingst­mon­tag eine Ver­samm­lung von ultra­li­be­ra­len Bischö­fen und Theo­lo­gen zu lei­ten. Das Tref­fen war wie eine abge­schot­te­te Geheim­kon­fe­renz orga­ni­siert. Ein­ge­la­den hat­ten die Vor­sit­zen­den der natio­na­len Bischofs­kon­fe­ren­zen von Deutsch­land, Frank­reich und der Schweiz. Man kann aber davon aus­ge­hen, dass Marx der Initia­tor die­ser Räu­ber­syn­ode war, um Netz­wer­ke und Stra­te­gien gegen die bibel- und lehr­amts­treu­en Stim­men der kom­men­den Bischofs­ver­samm­lung zu schmie­den. Der refe­rie­ren­de Theo­lo­ge Eber­hard Schocken­hoff sowie wei­te­re moder­ni­sti­sche Theo­lo­gen aus dem Drei-Län­der-Block sind dafür bekannt, dass sie die Ori­en­tie­rung in mora­li­schen Fra­gen von Lehr­amt und Leh­re der Kir­che weg­rücken und in das Belie­ben von Mil­lio­nen indi­vi­du­el­len Gewis­sens­ent­schei­dun­gen ver­la­gern wol­len. Das bestä­tig­te der Vati­ka­nist der FAZ, Jörg Bre­mer, der mit eini­gen weni­gen hand­ver­le­se­nen Jour­na­li­sten zu dem Tref­fen ein­ge­la­den war. In der von ihm über­mit­tel­ten Ver­si­on erin­nern die For­de­run­gen der Theo­lo­gen an den Kata­log der kir­chen­fer­ne Grup­pe ‚Wir sind Kir­che‘: Abschwö­rung von der angeb­lich „kör­per­feind­li­chen Theo­lo­gie“ der Ver­gan­gen­heit und Offen­heit für eine neue Theo­lo­gie jeg­li­cher Lie­be. Das soll hei­ßen: „Jede (!) Sexua­li­tät“ sei „als kost­ba­re Gabe Got­tes zum Aus­druck der Lie­be“ zu wür­di­gen. Der Satz stellt den größt­mög­li­chen Gegen­satz zur Leh­re der Kir­che dar, nach der nur die Ein­bin­dung in ehe­li­che Lie­be, Treue und Offen­heit für Kin­der die Sexua­li­tät mensch­lich sub­li­mie­ren kann. Im übri­gen las­sen sol­che For­mu­lie­run­gen auf dem Geheim­tref­fen Asso­zia­tio­nen an die Illu­mi­na­ti im gleich­na­mi­gen Roman von Dan Brown auf­kom­men, bei denen alle Varia­tio­nen schwü­ler Sexua­li­tät als mysti­scher Got­tes­dienst sti­li­siert wur­de.

Nach dem Bericht des eben­falls ein­ge­la­de­nen Repor­ters der ita­lie­ni­schen Zei­tung „La Repub­bli­ca“ hät­ten die erleuch­te­ten Refe­ren­ten mit Rück­griff auf Freud und Fromm die Sexua­li­tät als Kitt jeder dau­er­haf­ten Bezie­hung aus­ge­malt. Soso, die­se alten Kamel­len sol­len die neue­sten Erkennt­nis­se von Anthro­po­lo­gie und Sozio­lo­gie sein, die die Kir­che in ihrer Sexua­li­täts­leh­re unbe­dingt berück­sich­ti­gen müss­te. Die Sire­nen-Gesän­ge auf die mensch­li­che Sexua­li­tät rei­men sich meist auf das Rot­licht-Chan­son der Schla­ger-Päp­stin Zarah Lean­der, wonach ero­ti­sche Lie­be nie­mals Sün­de sein kön­ne.

For­mu­lie­run­gen über belie­bi­ge Sexua­li­tät, die den ehe­li­chen oder hete­ro­se­xu­el­len Bezug strikt ver­mei­den, waren sicher­lich auch als Signa­le an die Homo­lob­by gedacht. Posi­ti­ve Akzep­tanz zu Homo­se­xu­el­len, ins­be­son­de­re auch zu den „Wer­ten einer festen Part­ner­schaft“ sind die Ziel­punk­te sol­cher Refe­ra­te. Die for­mel­haf­te „Abgren­zung zur Ehe“ wirkt dabei wie ein Demen­ti, das die Anglei­chung von Homo­part­ner­schaft an die Ehe eher indi­rekt bestä­tigt.

Räubersynode einer Bischofsfraktion in der Gregoriana

„¢ Es könn­te durch­aus sein, dass die­se Räu­ber­syn­ode einer Bischofs­frak­ti­on in der päpst­li­chen Uni­ver­si­tät Gre­go­ria­na von Papst und Kurie als eine fre­che Fron­de ange­se­hen wird. Kar­di­nal Marx wür­de damit erneut die kuria­len Krei­se um Fran­zis­kus gegen sich auf­brin­gen. Denn neben der inhalt­li­chen Kon­fron­ta­ti­on gegen das Lehr­amt der Kir­che ver­stößt die Kon­fe­renz auch gegen kirch­li­che Regeln und Vor­ga­ben: Zum einen haben die drei Vor­sit­zen­den der natio­na­len Bischof­kon­fe­ren­zen ihre Ämter miss­braucht zu einem lehr­amt­li­chen Dolch­stoß, zu dem sie weder von der jewei­li­gen Bischofs­ver­samm­lung beauf­tragt noch von ihrem Amt befugt sind. Des Wei­te­ren unter­lau­fen sie mit ihrem „geschlos­se­nen“ Tref­fen die Regel einer „offe­nen Dis­kus­si­on über Ehe und Fami­lie“, die Papst Fran­zis­kus zu Anfang der Bischofs­syn­ode aus­ge­ge­ben hat­te. Auf die­se bei­den Regel­ver­stö­ße hat Man­fred Spie­ker hin­ge­wie­sen. Schließ­lich hat­te Kar­di­nal Marx eine Grup­pe von Top-Jour­na­li­sten der Leit­me­di­en ein­ge­la­den, die im Sin­ne der Kon­fe­renz-Stoß­rich­tung media­len Druck auf die Fami­li­en­syn­ode im Okto­ber auf­bau­en soll­ten.

Die unglaub­li­che Chuz­pe der kirch­li­chen Mar­x’i­sten aber bestand dar­in, dass die drei Bischofs­kon­fe­renz­vor­sit­zen­den ihre gezielt anti-römi­sche Bera­tung nicht im Bereich ihrer Län­der abhiel­ten – also etwa in Straß­burg, Kon­stanz oder Fri­bourg, son­dern in einer römisch-päpst­li­chen Uni­ver­si­tät, gewis­ser­ma­ßen direkt vor oder auf der Nase des Pap­stes tanz­ten. Dazu kam, dass am glei­chen Ter­min der Ordent­li­che Rat der Bischofs­syn­ode tag­te, und zwar unter dem Vor­sitz des Pap­stes. Der bekun­de­te mit sei­nem Prä­si­di­um den Wil­len, der kom­men­den Bischofs­ver­samm­lung sei­ne Impul­se für die Festi­gung und För­de­rung von Ehe und Fami­lie zu wei­sen, die er in sei­nen Fami­li­en-Kate­che­sen der letz­ten Mona­te auf­ge­zeigt hat­te. Zu die­ser Rats­ta­gung der Bischofs­syn­ode war die Moder­ni­sten-Kon­fe­renz eine Art Gegen­ver­an­stal­tung der Kas­pe­ria­ner.

Kardinal Kaspers Resümee: Die Kirche müsse vor der Homo-Lobby kapitulieren

Kardinal Kasper: Schrittmacher in Sachen Kirche und Homosexualität
Kar­di­nal Kas­per: Kir­che soll vor Homo-Lob­by kapi­tu­lie­ren

„¢ Aber wo war der deut­sche Kar­di­nal Kas­per selbst, der zu Beginn der Bischofs­kon­fe­renz im Okto­ber 2014 die Debat­te um Öff­nung der Kir­che für Wie­der­ver­hei­ra­te­te und Homo­se­xu­el­le ange­sto­ßen hat­te? Nach­dem der eme­ri­tier­te Prä­lat eini­ge Mona­te medi­al unter­ge­taucht war, ent­wickelt er in den Tagen nach Pfing­sten hek­ti­sche Medi­en­prä­senz. Am Mitt­woch ver­kün­de­te er über eine ita­lie­ni­sche Tages­zei­tung, dass sich die kom­men­de Bischofs­syn­ode „ganz zen­tral“ mit gleich­ge­schlecht­li­chen Paa­ren beschäf­ti­gen müs­se, um ins­be­son­de­re alle Dis­kri­mi­nie­run­gen gegen Homo­se­xu­el­le abzu­bau­en. Die­sen unge­be­te­nen Rat­schlag dürf­ten Papst und Syn­oden­rat schnell abge­tan haben, denn das The­ma der Bischofs­syn­ode lau­tet bekannt­lich: Die Beru­fung und Sen­dung der Fami­lie in Kir­che und Welt im Kon­text der Evan­ge­li­sie­rung.

Auch bei dem monat­li­chen Tref­fen vom Freun­des­kreis Papst Fran­zis­kus spiel­te sich Kar­di­nal Kas­per wie­der als Schritt­ma­cher zum The­ma Homo­se­xua­li­tät auf. Sein Resü­mee: Die Kir­che müs­se vor der Homo-Lob­by kapi­tu­lie­ren, weil sie einen „ideo­lo­gi­schen Krieg“ dage­gen nicht gewin­nen kön­ne. Die ande­ren hät­ten „gigan­ti­sche öko­no­mi­sche Mit­tel und die Mas­sen­me­di­en auf ihrer Sei­te“. Daher müs­se die Kir­che „in der Spra­che abrü­sten“, um mit der säku­la­ri­sier­ten Welt in Dia­log zu tre­ten. Auch mit die­sem defä­ti­sti­schen Vor­schlag zeig­te der Kuri­en­kar­di­nal a. D., dass er eigent­lich nichts mehr zu sagen hat.

Deutsche Konfrontationsstimmen: Deckers verdreht hämisch Parolin-Worte

Hämische Verdrehung von Kardinal Parolins-Worten
Hämi­sche Ver­dre­hung von Kar­di­nal Paro­lins-Wor­ten

„¢ Aus Deutsch­land sind noch zwei wei­te­re Kon­fron­ta­ti­ons­stim­men zu der ein­gangs erwähn­ten Erklä­rung des vati­ka­ni­schen Staats­se­kre­tärs nach­zu­tra­gen:

- Dem kir­chen­po­li­ti­schen Laut­spre­cher der FAZ, Dani­el Deckers, hat das „mar­ki­ge“ Paro­lin-Wort von der „Nie­der­la­ge der Mensch­heit“ gar nicht gefal­len. Und von Neue­van­ge­li­sie­rung will er in sei­nem Leit­kom­men­tar der Aus­ga­be vom 28. 5. erst recht nichts wis­sen. Statt­des­sen stimmt er in den Bischof-Bode-Refrain der „Kluft zwi­schen Leh­re und Leben“ ein, um sich dann auf die Sei­te der demo­kra­ti­schen Gläu­bi­gen-Mehr­heit zu schla­gen. Denn die mei­sten Katho­li­ken wür­den sich sowie­so nur noch „ihrem Gewis­sen ver­pflich­tet“ füh­len. Gleich­wohl wür­den sie Wert legen auf ein „infor­mier­tes Gewis­sen“, das in der „Aus­ein­an­der­set­zung mit den Wei­sun­gen des Lehr­am­tes“ geschult sei. Das Gegen­teil liegt aber offen zuta­ge: Gera­de in Fra­gen von Sexua­li­tät und Ehe, Schei­dung und Wie­der­ver­hei­ra­tung sind die Mei­nun­gen der Betrof­fe­nen eher auf die Nor­ma­ti­vi­tät des Fak­ti­schen fest­ge­legt oder durch die „Lebens­rea­li­tät“ ihres sozio­lo­gi­schen Milieu geprägt. Das bestä­tigt Deckers selbst mit sei­ner The­se vom Zwie­spalt zwi­schen Leben und Leh­re. Auch an der Erklä­rung der ober­sten deut­schen Lai­en- und Gre­mi­en-Katho­li­ken könn­te der Jour­na­list erken­nen, dass sich das ZdK-Ple­num bei der Auf­stel­lung der bekann­ten Zeit­geist­for­de­run­gen weder mit dem „bibli­schen Men­schen­bild“ noch mit den lehr­amt­li­chen Posi­tio­nen ernst­haft aus­ein­an­der­ge­setzt hat. Schließ­lich gibt der pro­mo­vier­te Theo­lo­ge Deckers Bele­ge dafür, dass er selbst die Dis­kus­si­on zu den anste­hen­den Fra­gen nicht auf dem not­wen­di­gen Niveau von theo­lo­gi­scher Dik­ti­on und Argu­men­ta­ti­on führt: Nach sei­ner all­zu pla­ka­ti­ven Gegen­über­stel­lung geht die „Hoch­schät­zung der Ehe und die Wert­schät­zung der Fami­lie“ in den bischöf­lich-vati­ka­ni­schen Doku­men­ten ein­her mit der „unter­schieds­lo­sen Abwer­tung ande­rer Lebens­for­men“. Auf die­sem Hin­ter­grund ver­dreht Deckers das Paro­lin-Wort von der „Nie­der­la­ge der Mensch­heit“ hämisch zu einer „Nie­der­la­ge der Kir­che“. Obwohl Papst Fran­zis­kus nach Lom­bar­dis Wor­ten hin­ter jedem Wort des Staats­se­kre­tärs steht, glaubt der FAZ-Mann, den Papst für sei­ne abfäl­li­gen Inter­pre­ta­tio­nen zu Lehr­amt und Kurie ver­ein­nah­men zu kön­nen.

- Der Esse­ner Gene­ral­vi­kar Klaus Pfef­fer fühl­te sich in einem Dom­ra­dio-Inter­view beru­fen, die For­mu­lie­rung des vati­ka­ni­schen Staats­se­kre­tärs als „völ­lig unan­ge­mes­sen“ abzu­kan­zeln. Aller­dings scheint er die Erklä­rung Paro­lins mit ihrem Ziel­punkt auf Neue­van­ge­li­sie­rung gar nicht rich­tig gele­sen und ver­stan­den zu haben, wenn er sie als „sehr bra­chia­le Art und Wei­se von Distanz und Abwehr“ ansieht. Des Wei­te­ren unter­schätzt er die Logik und Trag­wei­te der Vor­stö­ße zur Anglei­chung von Homo-Part­ner­schaft und Ehe. Es ist blau­äu­gig zu mei­nen, die The­sen über die „Wer­te“ und Wert­schät­zun­gen der Homo-Part­ner­schaf­ten wür­de auf den Cha­rak­ter und die Güter der sakra­men­ta­len Ehe kei­ner­lei ver­än­dern­den Ein­fluss haben — auch nicht im Ver­ständ­nis der Men­schen.

Auf rationale Erwägungen reagiert Homo-Lobby mit Hasskampagnen

Nächste Demo für alle am 21. Juni 2015 in Stuttgart
Näch­ste Demo für alle am 21. Juni 2015 in Stutt­gart

„¢ Prä­lat Pfef­fer glaubt, dass man in regel­mä­ßi­gen Gesprä­chen eine tole­ran­te Dia­log­kul­tur mit Homo­se­xu­el­len-Ver­tre­tern auf­bau­en kön­ne. In klei­nen Gesprächs­zir­keln mögen homo­se­xu­el­le Gesprächs­part­ner die­sen Ein­druck ver­mit­teln. Aber sol­che Erfah­run­gen täu­schen dar­über hin­weg, dass die mäch­ti­gen Orga­ni­sa­tio­nen der Homo-Lob­by etwas völ­lig ande­res als einen herr­schafts­frei­en Argu­men­ten-Aus­tausch anstre­ben. Die Ver­bän­de der Schwu­len und Les­ben über­zie­hen die Öffent­lich­keit seit Jah­ren mit einer gna­den­lo­sen Stra­te­gie der Stig­ma­ti­sie­rung, Ein­schüch­te­rung und Über­wäl­ti­gung. Dazu kön­nen sie sich auf poten­te Geld­ge­ber und domi­nan­ten Medi­en­ein­fluss stüt­zen. Zu die­sen offen­lie­gen­den Kam­pa­gnen soll­te auch Ord­na­ri­ats­rat Pfef­fer sei­ne Augen nicht ver­schlie­ßen:

Als der dama­li­ge Kuri­en-Kar­di­nal Joseph Ratz­in­ger 2003 sei­ne ratio­na­len „Erwä­gun­gen“ zu homo­se­xu­el­len Lebens­ge­mein­schaf­ten vor­trug, reagier­ten die Homo­se­xu­el­len-Orga­ni­sa­tio­nen kei­nes­wegs mit argu­men­ta­ti­ver Dis­kurs-Kul­tur, son­dern mit einer Hass­kam­pa­gne gegen die Kir­che und Kir­chen­leh­re. Nach­dem Ratz­in­ger zum Papst gewählt war, wur­de er auf dem Por­tal des Schwu­len- und Les­ben-Ver­ban­des in Bild und Text als „Hass­pre­di­ger“ beschimpft. Seit­her hat die Homo-Lob­by ihre Brand­mar­kungs-Stra­te­gie gegen Anders­den­ken­de ver­schärft. Über die Ein­for­de­rung von Tole­ranz gegen­über Homo­se­xu­el­len sind die Homo-Ver­bän­de längst hin­aus­ge­gan­gen. Sie for­dern bedin­gungs­lo­se Akzep­tanz ihrer Posi­tio­nen und Inter­es­sen. Alle ent­ge­gen­ste­hen­den Mei­nun­gen wer­den viel­fach als „homo­phob“ abge­stem­pelt. Selbst Argu­men­te gegen die Ein­füh­rung der Homo-Ehe brand­markt die Homo-Lob­by als ‚grup­pen­be­zo­ge­ne Men­schen­feind­lich­keit’. Immer mehr Anders­den­ken­de wer­den zur öffent­li­chen Beschimp­fung an den media­len Pran­ger gestellt. Das muss­ten kürz­lich die 2.400 Demon­stran­ten in Stutt­gart erfah­ren, die unter dem Mot­to: „Ehe und Fami­lie vor — Stoppt Gen­der-Ideo­lo­gie und Sexua­li­sie­rung unse­rer Kin­der!“ ihr Grund­recht auf Mei­nungs­frei­heit wahr­nah­men. Unter dem Ein­fluss der Homo-Lob­by wur­de die Demo in fast allen Medi­en-Kanä­len wahr­heits­wid­rig als Auf­marsch der Homo­pho­bie hin­ge­bo­gen, auch von öffent­lich-recht­li­chen Anstal­ten wie dem SWR. Eine NDR-Repor­ta­ge beschimpf­te die Teil­neh­mer mehr­fach als „homo­pho­be Arsch­lö­cher“. Sol­che Belei­di­gun­gen Anders­den­ken­der gehen ein­her mit einer aggres­si­ven Pole­mik gegen die „tra­di­tio­nel­le Ehe und Fami­lie“. „Nur Vater – Mut­ter – Kind im Jah­re 2015?“ war das abfäl­li­ge Resü­mee der NDR-Sen­dung „Extra 3“. Das ehe­ba­sier­te Fami­li­en­mo­dell wäre doch nichts ande­res als ein „Fake“ der bun­ten Regen­bo­gen­fa­mi­lie der LSBT­TIQ-Com­mu­ni­ty, also von Les­ben, Schwu­len, Bise­xu­el­len, Trans­gen­dern, Trans­se­xu­el­len, Inter­se­xu­el­len und ande­re Quee­ru­lan­ten.

Moraltheologische Eiertänze der Marx’isten und Kaperianer sind nur eine Bestärkung für die Homo-Lobby

„¢ An den USA kann man stu­die­ren, wel­che näch­sten ideo­lo­gi­schen Kampf­schrit­te der Homo-Lob­by für die gen­der­ba­sier­te Homo­se­xua­li­sie­rung der öffent­li­chen Mei­nung auf uns zukom­men. Homo­grup­pen und ihre Publi­ka­tio­nen wür­den schon die ein­fa­chen Befür­wor­tung von Ehe und Fami­lie viel­fach als „bigott“ und „anti-schwul“ beschimp­fen, stell­te der US-Sena­tor Mar­co Rubio fest. Dass die Zitie­rung der ein­schlä­gi­gen Stel­len von Bibel, katho­li­schem Kate­chis­mus und vati­ka­ni­schen Ver­laut­ba­run­gen als „Hass­re­den“ gebrand­markt wer­den, muss­ten schon man­che bibel- und lehr­amts­treue Gläu­bi­ge erfah­ren.
Inzwi­schen haben sich die US-Ver­tre­ter des big busi­ness auf brei­ter Front in den poli­ti­schen Kampf für die „Homo-Ehe“ ein­ge­schal­tet. Die Geschäfts­füh­rer der Kaf­fee-Ket­te Star­bucks z. B. ver­ord­nen in ihren Betrie­ben Akzep­tanz aller sexu­el­len Ori­en­tie­run­gen. Aller­dings sol­len die Regeln der Tole­ranz und Viel­falt nicht für Anders­den­ken­de und Gegen­mei­nun­gen gel­ten. Die mäch­ti­gen Bos­se wol­len die Befür­wor­ter der klas­si­schen Ehe und Fami­lie sogar aus ihrem Akti­en-Pool hin­aus­drän­gen.

Ange­sichts der homo-gesteu­er­ten Pha­lanx von big busi­ness und big media bedeu­ten die blau­äu­gi­gen Zir­kel­ge­sprä­che von Prä­lat Pfef­fer oder die moral­theo­lo­gi­schen Eier­tän­ze der Mar­x’i­sten und Kas­pe­ria­ner nur eine Bestär­kung für die Homo-Lob­by. Will die Kir­che von der Über­wäl­ti­gungs­stra­te­gie der Homo-Lob­by nicht nie­der­ge­walzt wer­den, so muss sie sich auf ihre Kern­leh­re von Ehe und Fami­lie kon­zen­trie­ren. Die Chan­cen, etwa bei jun­gen Leu­ten die hohen Ehe­wer­te von unver­brüch­li­cher Lie­be und Treue sowie Offen­heit für Kin­der zu ver­an­kern, sind so schlecht nicht. Die Kir­che muss die Auf­ga­be der „Neue­van­ge­li­sie­rung“ aber auch wirk­lich anpacken — auf allen Ebe­nen: so wie der Papst in den letz­ten Mona­ten in sei­nen Fami­li­en­ka­te­che­sen alle Aspek­te des Ehe- und Fami­li­en­le­bens im Lich­te des Evan­ge­li­ums aus­ge­leuch­tet hat, so müss­ten die Bischö­fe in ihren Diö­ze­sen, die Geist­li­chen in den Pfar­rei­en und die Lai­en in ihren Ver­bän­den Ehe und Fami­li­en för­dern und stär­ken. Die kom­men­de Bischofs­syn­ode soll­te dazu den Auf­takt bil­den.

Papst Benedikt XVI. erklärte in seiner Berliner Rede vom 22. September 2011:

„Auch der Mensch hat eine Natur, die er ach­ten muss und die er nicht belie­big mani­pu­lie­ren kann. Der Mensch ist nicht nur sich selbst machen­de Frei­heit. Der Mensch macht sich nicht selbst. Er ist Geist und Wil­le, aber er ist auch Natur, und sein Wil­le ist dann recht, wenn er auf die Natur hört, sie ach­tet und sich annimmt als der, der er ist und der sich nicht selbst gemacht hat. Gera­de so und nur so voll­zieht sich wah­re mensch­li­che Frei­heit.

Text: Hubert Hecker
Bild: Google/anticattocomunismo/FAZ/Mil/Demo für alle (Screen­shots)

6 Kommentare

  1. Der libe­ral-pro­gres­si­ve Zir­kel rund um die Kar­di­nä­le Kas­per Marx scheint die Kir­che in eine Art NGO ( Nicht Regie­rungs Orga­ni­sa­ti­on ) krumm­bie­gen zu wol­len. Ihr „Ein­satz“ hat offen­bar zum Ziel, die „anthro­po­lo­gi­sche Wen­de“ als „kir­chen­lehr­kon­form“ anzu­prei­sen.
    Dazu Pater Mais­sen von der Petrus­bru­der­schaft:
    -
    [.…]
    „Die „anthro­po­lo­gi­sche Wen­de“,
    also die Aus­rich­tung und schlei­chen­de Ver­än­de­rung des Glau­bens 
    weg von einer Got­tes­re­li­gi­on hin zu einer Men­schen­re­li­gi­on, 
    in der eben nicht mehr Gott, son­dern der Mensch das Maß aller Din­ge ist, hat in wei­ten Tei­len bereits Fuß gefasst und nicht nur den katho­li­schen Glau­ben, son­dern das Chri­sten­tum in nahe­zu allen Aus­prä­gun­gen ent­schei­dend geschwächt. 
    Auch daher kommt jener rapi­de Schrump­fungs­pro­zeß, den das Chri­sten­tum in unse­ren west­li­chen Län­dern der­zeit durch­lau­fen muß.
    Eine Wohl­fühl­re­li­gi­on, die es jedem recht machen will, die selbst in den fun­da­men­ta­len The­men des mensch­li­chen Zusam­men­le­bens wie Ehe und Fami­lie nicht mehr ein­heit­lich das Wort Got­tes ver­kün­det, schafft sich letzt­lich selbst ab und 
    führt schlei­chend zu einer Art rechts­po­si­ti­vi­sti­schem Huma­nis­mus, der heu­te allent­hal­ben immer mehr Raum ein­nimmt und bereits das poli­ti­sche Tages­ge­schäft prägt.“
    -

  2. Das Votum des ehe­mals katho­li­schen Irland tut weh, zeigt aber auch, dass nichts von Bestand ist. Wir müs­sen damit rech­nen, dass die bür­ger­li­che Ehe zur klei­nen Mün­ze gemacht wer­den und dem­nächst nicht nur für die Homos, son­der für alle Pri­ma­ten gefor­dert wer­den wird. Tier­rechts­be­we­gun­gen und Initia­ti­ven wie „Grund­rech­te für Men­schen­af­fen“ mit dem Neu­see­län­der Peter Sin­ger und das „Gre­at Ape Pro­jekt“ unter Bei­fall der Gior­da­no-Bru­no-Stif­tung lie­gen in den Start­lö­chern. Dem­nächst wird auch der erste Mos­lem unter Hin­weis auf die vom Grund­ge­setz geschütz­te Reli­gi­ons­frei­heit die deut­sche Trau­ung mit mehr als einer Frau ein­for­dern. Sozi­al­hi­fe­recht­lich ist ja schon ent­schie­den, dass Deutsch­land auch für die Zweit­frau bezah­len muss. Armes Deutsch­land. Weit haben wir es mit einem fal­schen Tole­ranz­ver­ständ­nis gebracht.

  3. Der blo­ße Appell für die Natür­lich­keit der christ­li­chen Fami­lie ver­fehlt m. E. tat­säch­lich die Schüt­zen­grä­ben der Aus­ein­an­der­set­zung.

    1. Es genügt nicht, beim The­ma Ehe auf die „Natur“ zu ver­wei­sen. Es ist doch deut­lich erkenn­bar an der Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen Jesus und den männ­li­chen Jün­gern (Mt 19), dass der natür­li­che Mensch durch die Sün­de ein ver­kehr­tes Bild von der Ehe hat, wie sie „ursprüng­lich“ gedacht war. Dem­entspre­chend ist die natür­li­che Ehe in allen Völ­kern ein wah­res Zerr­bild der Schöp­fungs­ord­nung, wie sie vor dem Fall war. Die gut gemein­te Empö­rung from­mer Leu­te hat kei­ner­lei Chan­ce, sich durch­zu­set­zen, weil sie ver­kennt, dass die Zer­stö­rung des Geschlech­ter­ver­hält­nis­ses eine Fol­ge der Sün­de ist und bleibt, wenn nicht Umkehr und Buße vor­aus­ge­hen und ein gan­zes Leben lang durch­ge­hal­ten wer­den.

    2. Wenn also Paro­lin sagt „Die Fami­lie steht für die Kir­che im Mit­tel­punkt. Wir müs­sen alles tun, um sie zu ver­tei­di­gen, zu schüt­zen und zu för­dern, weil die Zukunft der Mensch­heit und der Kir­che die Fami­lie bleibt.“ dann mag das den bür­ger­lich-katho­li­schen Ohren schmei­cheln, ist aber theo­lo­gisch ver­kürzt und dar­um falsch!
    Nicht die Fami­lie steht im „Zen­trum der Kir­che“! Und erst recht ist sie nicht die „Zukunft der Kir­che“. Es ist doch theo­lo­gi­scher Wahn­sinn so etwas zu sagen!
    Merkt denn nie­mand der „Tra­dis“, dass das eine Irr­leh­re ist?!
    Die Zukunft der Kir­che ist … solan­ge sie auf Erden ist … allei­ne das hei­li­ge Mess­op­fer.
    Seit­dem letz­te­res zer­stört und total ver­frem­det wur­de, ist es auch mit der Fami­lie berg­ab gegan­gen.

    3. Wer glaubt, er müs­se auf eine Erlö­sung „aus dem Fleisch“ hof­fen, ist im Grun­de nicht weit ent­fernt von den Befür­wor­tern der Regenbogen-„Ehe“. Es ist dann nur noch ein Streit dar­um, wie genau man „aus dem Fleisch“ Erlö­sung erwar­tet.

    4. Wenn man in die Welt sieht, erkennt man, dass auf­grund der „Natur“ all das prak­ti­ziert wird und wur­de, was die LGTB-Frak­ti­on ein­for­dert. Die Ein­schrän­kung auf eine leben­lan­ge, unauf­lös­li­che mono­ga­me Ehe zwi­schen Mann und Frau ist aus­schließ­lich Zei­chen des Chri­sten­tums!
    Mit dem „Natur­recht“ braucht man hier erst gar nicht zu kom­men, denn das sieht eben auch ande­re For­men der Sexua­li­tät vor, wie man welt­weit und von alters her sehen kann.

    5. Wenn wir nicht erken­nen, dass die kath. Ehe tat­säch­lich nicht aus der gefal­le­nen Natur erkenn­bar ist, wird das nichts … Die Zer­rüt­tung des Ver­hält­nis­ses zwi­schen Mann und Frau und der Sexua­li­tät ist aus­drück­li­che Sün­den­fol­ge (Gen. 3, 16) — das ist nicht (!) Schöp­fungs­ord­nung oder gar gött­li­ches „Recht“. Sün­den­fol­ge wie die Zer­stö­rung der Natur hin­sicht­lich der Not­wen­dig­keit, Tie­re zu schlach­ten und einen dor­ni­gen Acker zu bear­bei­ten und am Ende selbst wie­der zu Staub zu wer­den — das ist NICHT das, was Gott woll­te!

    6. Auf­fal­lend ist aber, dass Jesus in der genann­ten Stel­le das Zer­würf­nis der Geschlech­ter als ein­zi­ge der Sün­den­fol­gen bereits in die­sem Äon wenig­stens z.T. auf­hebt. War­um? Weil in der Ehe ein Myste­ri­um ver­bor­gen ist.

    Forts.

    • Forts. 6.

      Das Myste­ri­um weicht ab von allem, was die „Natur“ vor­zu­ge­ben scheint!

      7. Päp­ste wie v.a. Leo XIII. haben immer wie­der, auch mit dem Ver­weis auf die hl. Fami­lie, die Tran­szen­denz der kath. Ehe beschrie­ben. Er hat nie mit der „Natur“ argu­men­tiert!
      Die Sexua­li­tät wur­de unter­ge­ord­net, ja, in gewis­sem Sinn sogar auch für die Ehe über­wun­den. Es kommt ja nicht von unge­fähr, dass die hl. Fami­lie jung­fräu­lich leb­te. In ihr gab es kei­ne Macht­ver­hält­nis­se mehr und kei­ne Kon­kur­renz. Ihr Ziel war, Chri­stus in die Welt zu brin­gen.

      8. Die Ehe wird nur katho­lisch sein, wenn ihr erstes Ziel ist, mit neu­en Men­schen Chri­stus in die Welt zu brin­gen, die­se neu­en Men­schen­kin­der Chri­stus zu wei­hen und mit ihnen nur das zuta­ge zu för­dern, was Gott schon von Anfang an gedacht hat.

      9. Jede „natür­li­che“ Ehe­vor­stel­lung weiß von die­sem Myste­ri­um nichts und wird unwei­ger­lich fehl­ge­hen oder irgend­wann poly­gam oder sich in die Gay-Rich­tung ent­wickeln. Man sieht es auch an den vie­len Män­nern, die trotz vor­ge­schütz­ter Fröm­mig­keit in unse­rer Kul­tur, sofern sie Geld hat­ten, eine umfang­rei­che Mätres­sen­wirt­schaft pfleg­ten. Ich habe das nie­der­schmet­ternd gera­de wie­der zur Kennt­nis neh­men müs­sen im Zusam­men­hang mit dem Wie­ner Kon­gress. Die „Reak­tio­nä­re“ waren auf gut Deutsch zu einem gro­ßen Teil Hurer, ange­fan­gen vom Zar über Met­ter­nich etc. Wie soll­te einem sol­chen „Anti­mo­der­nis­mus“, von sol­chen Wider­chri­sten im from­men Gewand vor­ge­schützt, auch Segen ver­hei­ßen gewe­sen sein? Sie haben letzt­end­lich den Abscheu vie­ler vor dem „Christ­li­chen“ über­haupt erst geweckt… (bzw. das, was christ­lich wäre, von der kon­ser­va­ti­ven Sei­te her ver­fin­stert). Die Welt muss die Chri­sten für Dop­pel­mo­ra­li­sten hal­ten…

      10. Das alles hat also eine lan­ge Geschich­te, und nicht zuletzt ist das Ver­sa­gen derer mit ursäch­lich, die vor­ge­ge­ben hat­ten, das christ­li­che Euro­pa zu „schüt­zen“ — schon seit min­de­stens 200 Jah­ren, denn sie erlaub­ten sich abscheu­li­che sexu­el­le Frei­hei­ten, und ich bin mir nicht sicher, ob die­se Her­ren, weil sie doch Für­sten waren, damals so viel Anstand hat­ten, der hl. Kom­mu­ni­on fern­zu­blei­ben… war­um sonst die Kla­gen der Got­tes­mut­ter im 19. Jh über die­se Ver­hält­nis­se?

      11. Fazit: Wenn wir nicht zuerst einen Weg ernst­haf­ter und stren­ger, nach außen erkenn­ba­rer Buße ein­schla­gen, wird uns nie­mand unser Gefa­sel über über die heh­re Ehe abneh­men! Bevor nun wie­der das typisch katho­li­sche Selbst­mit­leid aus­bricht: Nein — wir haben der Welt nicht gezeigt, was das Sakra­ment der Ehe sein soll. Jeden­falls haben unse­re Expo­nen­ten und pro­por­tio­nal mit ihnen das Volk die Ehe lan­ge genug ver­lä­stert, dass ohne die­sen Buß­akt nichts mehr zu machen sein wird!

      Den­ken wir drü­ber nach — auch Leo XIII. rief damals instän­dig und immer wie­der zu die­ser Hal­tung der Buße auf — nicht zum mora­li­schen Geschrei.

      A.K. Emme­rick bezeich­ne­te die Ehe als einen „Stand der Buße“.
      Wenn wir das nicht ver­ste­hen, wird auch die Welt nicht ver­ste­hen kön­nen, war­um LGTB sie unglück­lich machen wird.

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