14. Juni 2015: Volksabstimmung über eugenische Selektion — Offener Brief an die Schweizer Bischöfe

Nein zur PID am 14. Juni 2015
Nein zur PID am 14. Juni 2015

(Zürich) Am 14. Juni 2015 ist das Schwei­zer Stimm­volk auf­ge­ru­fen, in einer Volks­ab­stim­mung über die Prä­im­plan­ta­ti­ons­dia­gno­stik zu ent­schei­den, die bis­her in der Schweiz ver­bo­ten ist. Der Schwei­zer Katho­lik Josef von Reding aus dem Kan­ton Aar­gau wand­te sich am 28. April in „größ­ter Sor­ge“ mit einem Offe­nen Brief an die Schwei­zer Bischö­fe.  Von Reding ver­such­te die Bischö­fe mit sei­nem Brief zu „ermu­ti­gen, ihrem Auf­trag und ihrer Beru­fung nach­zu­kom­men“, weil es „höch­ste Zeit“ ist, „dass die Bischö­fe klar Stel­lung neh­men, die Gefah­ren auf­zei­gen“ und damit dem Stimm­volk eine Ent­schei­dungs­hil­fe zur Hand geben. Am ver­gan­ge­nen Mon­tag hat die Schwei­zer Bischofs­kon­fe­renz die­sem Wunsch mit der Erklä­rung „Ja zum Men­schen, Nein zur Prä­im­plan­ta­ti­ons­dia­gno­stik“ ent­spro­chen.

Prä­im­plan­ta­ti­ons­dia­gno­stik, kurz PID genannt, meint die Unter­su­chung des in-vitro gezeug­ten Embry­os vor der Ein­pflan­zung in die Gebär­mut­ter. PID wur­de ent­wickelt, um beson­ders schwer­wie­gen­de Erb­krank­hei­ten aus­zu­schlie­ßen. Der Gen-Test dient in der Pra­xis, gesetz­li­che Ein­schrän­kun­gen hin oder her, aber längst der euge­ni­schen Selek­ti­on. Behin­der­te Kin­der sol­len auf­ge­spürt wer­den. Wer nicht der „Norm“ ent­spricht, wird ver­nich­tet. Eine staat­li­che Kon­trol­le zur Ein­hal­tung der strik­ten Beschrän­kun­gen funk­tio­niert in der Pra­xis nicht wirk­lich. Die schön for­mu­lier­ten Bestim­mun­gen sind meist nicht das Papier wert, auf dem sie geschrie­ben ste­hen. Eine effek­ti­ve Kon­trol­le scheint in man­chen Staa­ten von Regie­rung, Kran­ken­kas­sen und Gesund­heits­be­hör­den auch gar nicht gewünscht.

PID öffnet die Tore zur eugenischen Selektion

Durch PID kann bereits in die­ser Früh­pha­se das Geschlecht des Kin­des ermit­telt wer­den. Und bei Nicht­ge­fal­len aus­ge­son­dert wer­den. Aus der Pra­xis ist bekannt, daß mut­maß­lich behin­der­te Kin­der in Wirk­lich­keit kern­ge­sund zur Welt kom­men. Allein die Dia­gno­se bela­stet die Eltern und erzeugt eine Bereit­schaft zur Embryo­nen­ver­nich­tung oder, sofern der Embryo in die Gebär­mut­ter ein­ge­pflanzt wur­de, zur Abtreibung.

In der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land wur­de PID 2011 „zur Bekämp­fung von Erb­krank­hei­ten“ erlaubt. Öster­reich folg­te 2015. In der Schweiz ist PID noch ver­bo­ten, doch wird auf die Zulas­sung gedrängt. Am 14. Juni 2015 ent­schei­den die Wäh­ler über „Ände­rung der Ver­fas­sungs­be­stim­mung zur Fort­pflan­zungs­me­di­zin und Gen­tech­no­lo­gie im Human­be­reich“ (Prä­im­plan­ta­ti­ons­dia­gno­stik, PID).

Jagd auf Down-Syndrom-Kinder — Vernichtung „überzähliger“ Embryos

Dabei wird PID in der Ände­rung des Ver­fas­sungs­ge­set­zes gar nicht erwähnt. Die For­mu­lie­rung, über die abge­stimmt wer­den soll, klingt auf den ersten Blick ganz harm­los, ist sie aber nicht. Galt bis­her, daß je Behand­lungs­zy­klus für eine künst­li­che Befruch­tung höch­stens drei Embry­os erzeugt wer­den durf­ten, soll­ten künf­tig auf so vie­le „wie für die künst­li­che Befruch­tung nötig sind“ erhöht wer­den kön­nen. Das sind kon­kret bis zu 12 Embry­os. Embryo bedeu­tet aber Mensch, nicht Ding. Jeder Embryo stellt einen unver­wech­sel­ba­ren, ein­ma­li­gen Mensch dar. Gleich­zei­tig soll die Auf­spü­rung von Tri­so­mie 21 (Down Syn­drom) und das Ein­frie­ren von Embry­os erlaubt wer­den. PID-Geg­ner spre­chen von einem „unzu­läs­si­gen Spiel mit Men­schen­le­ben“, das durch die Geset­zes­än­de­rung erlaubt wer­den soll.

Bei­de Kam­mern lehn­ten den Vor­schlag ab, auch die Erzeu­gung von soge­nann­ten „Ret­ter-Babies“ zu erlau­ben, die allein zum Zweck erzeugt wer­den soll­ten, Organ- oder Gewe­be­lie­fe­rant für ein Geschwi­ster  zu sein. Das Leben eines Kin­des auf Kosten eines anderen.

Die Gefahr „mit dem Leben zu spielen, es zu relativieren, gar zu banalisieren“

Der christ­de­mo­kra­ti­sche Natio­nal­rat Mar­co Roma­no sag­te gegen­über Swiss­In­fo, daß er am Beginn der Debat­te für PID gewe­sen sei. Nach einem Besuch einer Fort­pflan­zungs­kli­nik habe er jedoch sei­ne Mei­nung grund­le­gend geän­dert. In den USA wür­den 10 Pro­zent aller PID-Unter­su­chen allein zur Geschlechts­be­stim­mung die­nen. „Ich habe den Film gese­hen, den ich nicht sehen woll­te. Ich habe lan­ge mit einem Pro­fes­sor gere­det und bekam den Ein­druck, dass die Spe­zia­li­sten alles, was die Tech­nik mög­lich macht, nut­zen wol­len. Auf die Gefahr hin, mit dem Leben zu spie­len, es zu rela­ti­vie­ren, gar zu bana­li­sie­ren“, so Roma­no. Mit dem Gesetz öff­ne man die Tore zum Desi­gner-Baby, man wis­se nicht „wohin das führt“. Es sei Zeit, „Halt zu sagen“, so der Abgeordnete.

Die Schweiz brau­che mehr Kin­der, weil sie schnell alte­re. Ein Kind aber ist „ein Geschenk, sicher­lich das gröss­te, das man bekom­men kann, aber kein Recht. Dar­über kann man kei­ne Geset­ze erlas­sen. Heu­te besteht die Ten­denz, für alles Geset­ze zu haben. Wenn ich sehe, was in ande­ren Län­dern pas­siert, die Mög­lich­kei­ten, wel­che die Tech­nik bie­tet, dann macht mir das Angst“, so Roma­no gegen­über Swiss­In­fo.

Nationales Komitee „Nein zur PID“

Um die Wäh­ler zu infor­mie­ren und auf­zu­klä­ren, hat sich das über­par­tei­li­che Natio­na­le Komi­tee „NEIN zur PID“ gebil­det. Umfra­gen spre­chen davon, daß die Ent­schei­dung knapp aus­fal­len könn­te. Rund 16 Pro­zent der Wäh­ler­schaft sind noch unent­schlos­sen. Auf sie ver­sucht das Komi­tee ein­zu­wir­ken mit einem zwei­fa­chen Nein:
„¢ Nein zu einer geziel­ten Selek­ti­on von Men­schen im Labor
„¢ Nein zu einer gren­zen­lo­sen Fortpflanzungsmedizin
Dem Komi­tee gehö­ren Abge­ord­ne­te der Schwei­ze­ri­schen Volks­par­tei (SVP), der Christ­li­chen Volks­par­tei (CVP), der Sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Par­tei der Schweiz (SP), der Evan­ge­li­schen Volks­par­tei (EVP) und der Eid­ge­nös­sisch-Demo­kra­ti­schen Uni­on (EDU) an.

Christdemokraten werben für eugenische Selektion
Christ­de­mo­kra­ten wer­ben für euge­ni­sche Selektion

Versagen der Christlichen Volkspartei (CVP)

Wäh­rend mit der natio­nal­kon­ser­va­ti­ven SVP die stärk­ste Par­tei der Schweiz die Wäh­ler auf­for­dert, am 14. Juni gegen die Ein­füh­rung der PID zu stim­men, ver­sagt die christ­de­mo­kra­ti­sche Christ­li­che Volks­par­tei (CVP) in der Fra­ge wie zuvor bereits Tei­le von CDU/CSU und ÖVP. Die CVP ruft die Wäh­ler zu einem „Ja zu einer aus­ge­wo­ge­nen Fort­pflan­zungs­me­di­zin“ auf. Die bei­den Par­la­ments­kam­mern, der Stän­de­rat und der Natio­nal­rat folg­ten der Vor­la­ge des Bun­des­rats (Bun­des­re­gie­rung). Am 12. Dezem­ber 2014 erfolg­te die letz­te Zustim­mung. Da es sich um eine Ände­rung der Bun­des­ver­fas­sung han­delt, muß sie dem Stimm­volk zur Abstim­mung vor­ge­legt werden.

Für ein Ja zur PID spre­chen sich zudem die lin­ke Par­tei der Grü­nen (GPS) und die libe­ra­len Par­tei­en FDP, BDP und GPS aus. Die Sozi­al­de­mo­kra­ten (SP) stel­len die Ent­schei­dung den Wäh­lern frei und geben kei­ne Emp­feh­lung ab.

Soll­te die Mehr­heit des Stimm­vol­kes und der Stän­de für die Geset­zes­än­de­rung stim­men, haben Lebens­schüt­zer bereits ein Refe­ren­dum gegen das bereits beschlos­se­ne Fort­pflan­zungs­ge­setz angekündigt.

Die Bischö­fe haben dazu auf­ge­ru­fen, am 14. Juni Nein zur PID zu sagen. Wir doku­men­tie­ren den­noch den Offe­nen Brief von Josef von Red­nig als nach­ah­mens­wer­tes Zei­chen und als Auf­ruf an das Schwei­zer Stimm­volk, in einem Monat mit dem Stimm­zet­tel die euge­ni­sche Selek­ti­on abzulehnen.

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Offener Brief
An die Hochwürdigen Herren Bischöfe der Schweiz

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Sehr geehr­te Bischöfe,

ich wen­de mich an Sie in gröss­ter Sorge!

Den Mut und die Idee, Ihnen zu schrei­ben kam mir am Sonn­tag, beim Hören des Evan­ge­li­ums und der Pre­digt über den Guten Hir­ten. Ausser­dem bin ich über­zeugt, dass nur Ihr Gebet das Schlimm­ste von unse­rem Volk abwen­den kann! Nur Sie als Hir­te, wie einst Moses mit aus­ge­brei­te­ten Armen kön­nen bei Gott, dem all­mäch­ti­gen Vater, sei­nem Sohn und dem Hei­li­gen Geist, erfle­hen, dass das Gesetz über die Prä­im­plan­ta­ti­o­nons­dia­gno­stik, über das am 14. Juni das Schwei­zer­volk abstimmt, abge­lehnt wird!

Das Gebet des Hir­ten, sein Wort, sein Tun ist essen­zi­ell für sei­ne Herde!

Gehen Sie hin­aus in die Öffent­lich­keit, kämp­fen Sie in der ÖFFENTLICHKEIT!

Wie mehr Sie von den Medi­en und den Fein­den des Lebens ange­grif­fen wer­den, umso siche­rer seid Ihr auf dem rech­ten Weg!

Wei­het Euer Volk, ganz beson­ders das gezeug­te, aber noch nicht gebo­re­ne Mensch­le­ben den Ver­ei­nig­ten Her­zen Jesu und Mari­ens! Die Ver­ei­nig­ten Her­zen Jesu und Mari­ens wer­den an sol­chen Hir­ten Wohl­ge­fal­len haben und Ihr Beten und Kämp­fen wird Früch­te tragen!

„Bit­tet und ihr wer­det emp­fan­gen… usw.“

Hoch­wür­di­ge Her­ren Bischö­fe, wei­sen Sie, leh­ren Sie dem Volk den Weg des Lebens. Zeigt dem Volk die Fol­gen einer Kul­tur des Todes!

Kehrt unser Volk nicht ab vom Kin­der­mord im Mut­ter­schoss, der vor­ge­burt­li­chen Selek­ti­on und ande­ren Greu­eln, getarnt als Fort­schritt und Wis­sen­schaft? Einer Wis­sen­schaft, bei der nicht der Hei­li­ge Geist der Inspi­ra­tor ist! Wer ande­ren eine Gru­be gräbt, fällt selbst hin­ein! Was man sät, wird man ern­ten. Ich bin ÜBERZEUGT, was wir dem Embryo antun, das wird ein­mal mit uns und unse­rem Volk gesche­hen. Dann wird man flu­chen, wo ist der barm­her­zi­ge Gott, war­um, war­um? Und ver­gisst, das haben wir gewählt, gesät! Ich bit­te Sie, sei­en Sie Hir­te und nicht Miet­ling, füh­ren Sie die Her­de! Beden­ken Sie, was Jesus lehrt in den Evan­ge­li­en, was uns die aus­er­wähl­ten Mysti­ker leh­ren, die Hei­li­ge Mut­ter Got­tes, zum Bei­spiel in La Salet­te usw.

Neh­men Sie Got­tes Wort ernst!

Lege Ihnen zwei Bei­trä­ge aus katholisches.info bei, ich bit­te Sie, die­se Arti­kel ernst zu neh­men! (Kar­di­na Brandmüller:„Wer das Dog­ma ändern will, ist ein Häre­ti­ker – auch wenn er Pur­pur trägt“ und: Wie weit wür­den Sie gehen, um ein Men­schen­le­ben zu retten?)

Vie­len Dank!

Mit freund­li­chen Grüssen
Josef von Reding

Ein­lei­tung: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Komi­tee Nein zur PID/CVP Schweiz (Screen­shots)
Video: Komi­tee Nein zur PID

3 Kommentare

  1. Wie ich neu­lich erwähn­te, lese ich zur Zeit von Ernst Jün­ger „In Stahl­ge­wit­tern“, ein Kriegs­ta­ge­buch aus dem 1. Welt­krieg. Die­ses Buch ist abso­lut scho­nungs­los und beschreibt die Vor­gän­ge im Feld mit so gro­ßer Nüch­tern­heit und Objek­ti­vi­tät, dass vie­le die­ses Buch des­we­gen als „pie­tät­los“ emp­fan­den oder als „Kriegs­ver­herr­li­chung“, was es defi­ni­tiv nicht ist.

    Das Buch führt vor Augen, was Krieg ist.
    Und die ver­lo­ge­ne Mensch­heit mit ihrem Hang zur mora­li­schen Per­ma­nen­tem­pö­rung gegen frem­de mora­li­sche Ver­ge­hen, will alles, nur DAS nicht hören!

    Eines aber ist mir klar gewor­den: Sol­da­ten sind nicht, wie das BVG urteil­te, „Mör­der“. Es ist viel schlim­mer: sie sind Opfer, wenn auch zum Töten legi­ti­mier­te Opfer. Die Gemein­schaft opfert sie, sie opfern sich selbst für … oft idio­ti­sche Interessen.

    Nichts ist ein Men­schen­le­ben wert im Krieg, defi­ni­tiv NICHTS!
    Wenn man die­ses Buch liest, ist man völ­lig des­il­lu­sio­niert. Es fällt einem wie Schup­pen von den Augen, dass die Abtrei­bungs­pra­xis nichts wei­ter als die logi­sche Kon­se­quenz die­ser Gräu­el ist.
    Man hat nur die Frau frü­her eher nicht ins Kriegs­ge­schäft hin­ein­ge­zo­gen. Ein wenig Gefühl dafür, dass die Frau wie eine „Kir­che“, wie ein Asyl für Men­schen war, hat­te man doch noch. Wenig­stens gele­gent­lich. Heu­te reißt man der Frau die Kin­der förm­lich aus dem Leib und labert ihr solan­ge das Hirn voll, bis sie zustimmt.

    Die Euge­nik ist ein Krieg, der heu­te auf­grund immer grö­ßer tech­ni­scher Mög­lich­kei­ten eska­liert — wie die Krie­ge. Solan­ge man nur Schwert und Spieß hat­te, war ein Krieg weni­ger grau­en­voll, als spä­ter, mit zuneh­men­der tech­ni­scher Per­fek­ti­on immer schlim­me­rer Waffen.

    Eine gewis­se Art der Euge­nik steck­te aller­dings schon immer in unse­rer Kul­tur: Behin­der­te und Kran­ke wur­de damals zwar nicht abge­trie­ben, aber als Leben­di­ge z.T. bru­tal aus­ge­son­dert, ver­spot­tet und abge­wer­tet. Ich möch­te an die grau­sa­mern Gut­leuthö­fe erin­nern, an die Tat­sa­che, dass man sich bei Hofe an der Behin­de­rung , die vie­le Hof­nar­ren hat­ten, ergötz­te (das ist bis heu­te noch in klei­nen Zir­kus­sen so) und sie ver­spot­te­te und miss­brauch­te. Ich möch­te erin­nern an die bru­ta­le Herz­lo­sig­keit im Umgang mit unehe­li­chen Kin­dern und die Art, wie man mit den „Dorf­dep­pen“ umsprang, die nicht sel­ten Opfer von sexu­el­len Über­grif­fen wur­den und nicht erzäh­len konn­ten, was man ihnen ange­tan hat­te. In jedem Dorf wirk­ten „Engel­ma­che­rin­nen“ und die Kir­che ließ die fal­sche Leh­re der Väter, dass der Fötus nicht von Anfang an beseelt sei, bis vor 200 Jah­ren stehen.

    Es ist wie im Krieg — ein Men­schen­le­ben ist wert­los und hat allen­falls noch funk­tio­na­len Cha­rak­ter. Funk­tio­nal für die Inter­es­sen einer Gemein­schaft oder ein­zel­ner Mäch­ti­ger, die um jeden Preis ihre Plä­ne durch­zie­hen wollen.

    Sei­en wir doch end­lich auf­rich­tig: das ist das Den­ken, das unse­re gan­ze Lebens­rea­li­tät durch­zieht. Der Mensch wird immer und über­all funk­tio­na­len über­ge­ord­ne­ten Inter­es­sen geopfert.
    Und das nicht erst seit heute…

  2. Resoekt für das Natio­na­le Komi­tee „Nein zur PID“ und immer­hin auch für das Nein der Schwei­zer katho­li­schen Bischöfe.
    Lie­ber kämp­fen und ver­lie­ren, als nicht kämp­fen. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

    • Das ist aber kei­ne „bibli­sche“ Devi­se! Dort steht näm­lich etwas Differenziertes:

      „Und wer an einem Wett­kampf teil­nimmt, erhält den Sie­ges­kranz nur, wenn er nach den Regeln kämpft. “ (2. Tim. 2, 5)

      Und was sind die Regeln? Wir fin­den sie in Eph. 6:

      10 Und schließ­lich: Wer­det stark durch die Kraft und Macht des Herrn!
      11 Zieht die Rüstung Got­tes an, damit ihr den listi­gen Anschlä­gen des Teu­fels wider­ste­hen könnt.
      12 Denn wir haben nicht gegen Men­schen aus Fleisch und Blut zu kämp­fen, son­dern gegen die Für­sten und Gewal­ten, gegen die Beherr­scher die­ser fin­ste­ren Welt, gegen die bösen Gei­ster des himm­li­schen Bereichs.
      13 Dar­um legt die Rüstung Got­tes an, damit ihr am Tag des Unheils stand­hal­ten, alles voll­brin­gen und den Kampf bestehen könnt.
      14 Seid also stand­haft: Gür­tet euch mit Wahr­heit, zieht als Pan­zer die Gerech­tig­keit an
      15 und als Schu­he die Bereit­schaft, für das Evan­ge­li­um vom Frie­den zu kämpfen.
      16 Vor allem greift zum Schild des Glau­bens! Mit ihm könnt ihr alle feu­ri­gen Geschos­se des Bösen auslöschen.
      17 Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Gei­stes, das ist das Wort Gottes.
      18 Hört nicht auf, zu beten und zu fle­hen! Betet jeder­zeit im Geist; seid wach­sam, harrt aus und bit­tet für alle Heiligen,
      19 auch für mich: dass Gott mir das rech­te Wort schenkt, wenn es dar­auf ankommt, mit Frei­mut das Geheim­nis des Evan­ge­li­ums zu verkünden,
      20 als des­sen Gesand­ter ich im Gefäng­nis bin. Bit­tet, dass ich in sei­ner Kraft frei­mü­tig zu reden ver­mag, wie es mei­ne Pflicht ist.

      Pau­lus bit­tet dar­um, das RECHTE Wort zu fin­den in einem Kampf, der nicht gegen Fleisch und Blut geführt wird.

      Ihr Rat ist welt­lich. Mot­to: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

      Das geist­li­che Mot­to ist fei­ner: Wer nicht inne­hält, wer nicht, bevor er meint, kämp­fen zu sol­len, sich mit der geist­li­chen Aus­rü­stung rüstet, hat schon ver­lo­ren — egal wie­viel er kämpft!

      An erster Stel­le nennt Pau­lus Wahr­heit und Gerechtigkeit.
      Wahr­heit und Gerechtigkeit.
      Wahr­heit und Gerechtigkeit.

      Wer kann sei­ne Gedan­ken dar­an messen?

      Tat­sa­che ist: Mit der zuneh­men­den Tech­nik­ent­wick­lung haben wir uns schon lan­ge an eine Kul­tur des Todes gewöhnt. Das woll­te ich ja mit mei­nem Lek­tü­re-Hin­weis auf Ernst Jün­ger sagen. das 20. Jh ist ein ein­zi­ges Todes-Jahr­hun­dert: Noch nie wur­den in Krie­gen so vie­le Men­schen­le­ben weggeworfen.
      Glaub­te man im Ernst, die­ser sata­ni­sche Geist wür­de im „Frie­den“, der ja nie geschlos­sen wur­de (!), ein­fach wie­der abschwem­men wie die Ebbe?!

      Aber die Bischö­fe haben sich doch bequem in die­sem Schein­frie­den eta­bliert und mit ihnen das Kirchenvolk!

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