Lebensrechtler aus der ganzen Welt in Rom — Das Rezept sind kinderreiche Familien

Kardinal George Pell: Plädoyer für die kinderreiche Familie
Kar­di­nal Geor­ge Pell: Plä­doy­er für die kin­der­rei­che Fami­lie

(Rom) Der Marsch für das Leben 2015 war eine Gele­gen­heit, die Ver­tre­ter zahl­rei­cher Lebens­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen in Rom zu ver­sam­meln. Pro Life und Pro Fami­ly sei­en Syn­ony­me, so Cor­ris­pon­den­za Roma­na. Rund um den Marsch für das Leben fan­den zahl­rei­che Ver­an­stal­tun­gen statt, dar­un­ter am ver­gan­ge­nen Sams­tag auch eine Tagung in der Aula San Pio X mit einer Lec­tio magi­stra­lis von Kar­di­nal Geor­ge Pell .

Die Lec­tio wur­de gefolgt von einer viel applau­dier­ten Rede von John-Hen­ry Westen, dem Direk­tor von Life­Si­teNews, dem welt­weit wich­tig­sten Pro-Life-Infor­ma­ti­ons­dienst. Zum Tref­fen hat­te Voice of the Fami­ly gela­den. Das Ziel ist es, die wich­tig­sten Lebens­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen und Fami­li­en­or­ga­ni­sa­tio­nen zusam­men­zu­füh­ren.

Ein­ge­lei­tet wur­de das Tref­fen von Vir­gi­nia Coda-Nun­zi­an­te, der Spre­che­rin des Orga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tees des ita­lie­ni­schen Mar­sches für das Leben. Die Mode­ra­ti­on hat­te John Sme­aton von Voice of the Fami­ly. Im Anschluß konn­ten die Anwe­sen­den den bei­den Red­nern Fra­gen stel­len.

„Wer die Familie schädigt, schädigt die Gesellschaft“

Kar­di­nal Pell stell­te die zen­tra­le Rol­le der Fami­lie in den Mit­tel­punkt sei­ner Aus­füh­run­gen. Die Fami­lie bezeich­ne­te er als „Haus­kir­che“, um den hohen erzie­he­ri­schen Wert die­ser Insti­tu­ti­on zu unter­strei­chen. „Wenn es stimmt, daß man dem Men­schen Scha­den zufügt, wenn man die Umwelt schä­digt, dann stimmt es um so mehr, daß durch Schä­di­gung der Fami­lie die Gesell­schaft geschä­digt wird“, so der Prä­fekt des Wirt­schafts­se­kre­ta­ri­ats und Mit­glied des C9-Kar­di­nal­s­rats.

Der Kar­di­nal beleg­te sei­ne Aus­sa­ge durch den Hin­weis auf eine in Eng­land durch­ge­führ­te sozio­lo­gi­sche Stu­die, die beweist, daß die Kin­der geschie­de­ner Eltern schlech­te­re schu­li­sche Lei­stun­gen erbrin­gen, signi­fi­kant häu­fi­ger Teen­ager­schwan­ger­schaf­ten auf­wei­sen und eine grö­ße­re Wahr­schein­lich­keit haben, in Armut zu enden.
Eben­so neh­me unter Geschie­de­nen die Abkehr vom prak­ti­zier­ten Glau­ben und über­haupt der Reli­gi­on zu.

Daher sei der noch heu­te wie­der­hol­te Satz falsch, so der Kar­di­nal, laut dem Kin­der es vor­zie­hen wür­den, die Kin­der von geschie­de­nen Eltern zu sein, als von Eltern, die mit­ein­an­der strei­ten.

„Ehen machen glücklicher als Zusammenleben ohne Trauschein“

Zudem wür­den Stu­di­en den gesi­cher­ten Nach­weis erbrin­gen, daß ver­hei­ra­te­te Paa­re in grö­ße­rer Har­mo­nie leben als wil­de „Ehen“, die sich immer am Abgrund der Tren­nung ent­lang bewe­gen. Glei­ches gel­te für Fami­li­en mit mehr als drei Kin­dern, die har­mo­ni­scher, zufrie­de­ner und sta­bi­ler und daher weni­ger schei­dungs­an­fäl­lig sei­en, als jene mit weni­ger Nach­wuchs.

Die tra­di­tio­nel­le Fami­lie mit einem tra­di­tio­nel­len Lebens­stil, zum Bei­spiel dem gemein­sa­mem Abend­essen, ist sta­bi­ler und läßt ihre Ange­hö­ri­gen zufrie­de­ner und glück­li­cher sein. Mit ande­ren Wor­ten, das genaue Gegen­teil der stän­dig wie­der­hol­ten Pro­pa­gan­da: „Bes­ser eine geschie­de­ne Frau als eine unglück­li­che Frau“.

Das Rezept? „Ehen schließen und kinderreiche Familien gründen“

Wie lau­te das Rezept gegen die Desta­bi­li­sie­rung der Gesell­schaft, per­sön­li­che Unzu­frie­den­heit, sozia­le Pla­gen und für Sta­bi­li­tät, Zufrie­den­heit, Har­mo­nie und Glücklick­sein? Kar­di­nal Pell faß­te die Ant­wort so zusam­men: „Wenn ihr katho­li­scher sein wollt, dann öff­net euch für eine kin­der­rei­he Fami­lie und emp­fehlt das auch euren Kin­dern“. Denn umge­kehrt wei­sen weni­ger kin­der­rei­che Fami­li­en, die vom Gesetz auf­ge­zwun­ge­ne Ein-Kind-Fami­lie wie in Chi­na, eine Nei­gung zur Trau­rig­keit und zu einem immer grö­ße­ren Ego­is­mus auf, die zur sozia­len Pla­ge wer­den.

Unter den Zuhö­rern der Lec­tio von Kar­di­nal Pell war auch Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke, der einen der bei­den Tagungs­ta­ge abschloß, an denen Pro-Life-Ver­tre­ter aus allen fünf Kon­ti­nen­ten mit­ein­an­der dis­ku­tier­ten. Das Wort ergrif­fen unter ande­ren: Mat­thew McCus­ker, Voice of the Fami­ly; Col­le­en Bay­er, Fami­ly Life Inter­na­tio­nal — Neu­se­land; Father Shen­an Boquet, Human Life Inter­na­tio­nal; Maria Madi­se, Voice of the Fami­ly; Father Linus Clo­vis. Fami­ly Life Inter­na­tio­nal; Tho­mas Ward, Natio­nal Asso­cia­ti­on of the Catho­lic Fami­lies; Mario Navar­ro da Costa,TFP-Washing­ton; aus Deutsch­land die Publi­zi­stin Gabrie­le Kuby; Rober­to de Mattei, Fon­da­zio­ne Lepan­to, Xabier Dor, SOS-Petits, José Anto­nio Ure­ta, Pro Euro­pa Cri­stia­na — Brüs­sel, Mark Scri­ber­ras, Life Net­work Mal­ta.

Unter den zahl­rei­chen Teil­neh­mern sei­en noch genannt: John Jal­sevac, Life­Si­teNews (Kana­da); Sarah Flood Beau­brun, Car­ri­be­an Cen­ter for Fami­ly and Human Rights; Greg Clo­vis, Fami­ly Life Inter­na­tio­nal (Groß­bri­tan­ni­en); Reg­gie Litt­le­john, Women’s Rights Without Fron­tiers (USA); Joseph Mea­ney, HLI Inter­na­tio­nal; Hil­ary White, Life­Si­teNews; Ruben Navar­ro, Alli­an­ce Defen­ding Free­dom Inter­na­tio­nal (Schweiz); Ray­mond de Sou­za, Sac­red Heart Insti­tu­te; Jean­ne Smits (Frank­reich); Gré­gor Pup­pinck, Euro­pean Cent­re for Law and Jus­ti­ce (Frank­reich); Moni­ka Rod­man Mon­tana­ro, Rachel’s Viney­ard; Bog­dan Stanciu, Pro Vita (Rumä­ni­en); Alex­an­dra Nada­ne, Stu­den­ti pen­tru Via­ta (Rumä­ni­en); Vero­ni­ca Iani, proEdu­ca­tie Euro­pa (Rumä­ni­en); Geor­ges Mar­tin, Frank­reich); David Pren­tis, Cou­p­le to Cou­p­le League (Tsche­chi­sche Repu­blik); Kata­ri­na Nzo­ban­do­ra (Slo­we­ni­en); Michiel Hem­minga, Civi­tas Chri­stia­na (Nie­der­lan­de); Declan Waters, Holy Love Infor­ma­ti­on Cent­re (Irland); Car­mel Waters, Holy Love Infor­ma­ti­on Cent­re (Irland); Jen­ny­fer Guar­ni­zo, Pro Euro­pa (USA); Joseph DeCa­ria, Cam­pai­gn Life Coali­ti­on (Kana­da); Anne Last­man, Vic­tims of Abor­ti­on (Austra­li­en); Hugo Bos, Civi­tas Chri­stia­na (Nie­der­lan­de).

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ris­pon­den­za Roma­na

20 Kommentare

  1. Da die Ehe und Fami­lie von Gott stam­men, sind sie mit Sicher­heit auch der Zustand, in dem der Mensch natür­li­cher­wei­se am glück­lich­sten sein dürf­te — so ist er geschaf­fen. Ursprüng­lich…

    Wenn da nicht das klei­ne Wört­chen „aber“ wäre…

    Zwi­schen die­ser ursprüng­lich glück­li­chen Anla­ge und uns liegt der Sün­den­fall.

    Es ist daher die gan­ze For­mu­lie­rung des Kar­di­nals falsch: die Ehe und Fami­lie ist kein REZEPT und erst recht kein Heil­mit­tel!

    Ich fin­de es gera­de­zu tra­gisch, dass wir nun in unse­rer Not mit der­art unbe­darf­ten und absur­den Vor­schlä­gen, vor denen noch vor 100 Jah­ren in jeder seriö­sen Ehe­li­te­ra­tur gewarnt wur­de, von Kar­di­nä­len beglückt wer­den und nicht ein­mal mehr mer­ken, dass das blan­ker Unsinn ist!

    Wie oft gedach­ten Men­schen ihre Pro­ble­me durch eine Ehe­schlie­ßung zu lösen! Ich habe in mei­nem Umfeld sogar eini­ge erlebt, die genau das taten: sie sind inzwi­schen alle geschei­tert, trotz eini­ger Kin­der.

    Die Fami­lie ist kein „Rezept“, um Insta­bi­li­tät zu hei­len.
    Eben­so dach­ten frü­her vie­le, ein Homo­se­xu­el­ler müss­te nur erst verehi­ra­tet wer­den, und dann wür­de er schon mer­ken, wie­viel bes­ser es mit einer Frau ist.
    Das ging alles schief!

    „Wie lau­te das Rezept gegen die Desta­bi­li­sie­rung der Gesell­schaft, per­sön­li­che Unzu­frie­den­heit, sozia­le Pla­gen und für Sta­bi­li­tät, Zufrie­den­heit, Har­mo­nie und Glücklick­sein? Kar­di­nal Pell faß­te die Ant­wort so zusam­men: „Wenn ihr katho­li­scher sein wollt, dann öff­net euch für eine kin­der­rei­he Fami­lie und emp­fehlt das auch euren Kin­dern“. “

    Ich kann nur drin­gend jedem ver­nünf­ti­gen Men­schen von so einer Dumm­heit abra­ten!

    Das ist nicht katho­lisch, son­dern natu­ra­li­stisch!

    Das Rezept gegen unse­re Insta­bi­li­tät und Trau­rig­keit ist nicht die Ehe und mög­lichst vie­le Kin­der (wie viel Leid gab es frü­her in den kin­der­rei­chen Fami­li­en nicht eben­so wie in den moder­nen Bruch- und Klein­fa­mi­li­en!)!

    Das Heil­mit­tel heißt JESUS. Er ist der Ret­ter und Hei­land aus aller Not.
    Ohne Ihn kön­nen wir nichts tun. NICHTS. Auch nicht hei­ra­ten.
    Und des­we­gen geht die Hei­lung von unse­rer Umkehr aus.
    Und des­we­gen gelang im Chri­sten­tum etwas, was sonst nir­gends gelang: der Zöli­bat als die höhe­re Lebens­form in tota­ler Hin­ga­be an den Herrn.

    Sol­che Aktio­nen sind gut gemeint, aber lei­der Zei­chen tota­ler reli­giö­ser Dege­ne­ra­ti­on!

    So ver­füh­re­risch es ist, im Schwin­den der Ehe die Ehe als Heil­mit­tel zu pro­pa­gie­ren: das ist falsch!
    Ohne Umkehr und Buße, ohne Hin­ga­be an Jesus wird das alles nur das Cha­os und die Ent­täu­schung ver­grö­ßern!

    Sym­pto­ma­tisch für die­se Kar­di­nals­pro­pa­gan­da auch:
    Der Kar­di­nal führt nur Sta­ti­sti­ken an, Stu­di­en­ergeb­nis­se.
    Er geht das Pro­blem an wie ein Poli­ti­ker — nicht wie ein Geist­li­cher.
    Ver­äu­ßer­licht und ohne spi­ri­tu­el­le Tie­fe.

    • Mei­ne Güte, hier geht es um Men­schen, die längst kapiert haben, dass Jesus Chri­stus allein der Ret­ter und Erlö­ser ist, und die eine Ermu­ti­gung wol­len!
      Wie kann man aus die­ser Aus­sa­ge :
      „Wie lau­te das Rezept gegen die Desta­bi­li­sie­rung der Gesell­schaft, per­sön­li­che Unzu­frie­den­heit, sozia­le Pla­gen und für Sta­bi­li­tät, Zufrie­den­heit, Har­mo­nie und Glücklick­sein? Kar­di­nal Pell faß­te die Ant­wort so zusam­men: „Wenn ihr katho­li­scher sein wollt, dann öff­net euch für eine kin­der­rei­he Fami­lie und emp­fehlt das auch euren Kin­dern“. Denn umge­kehrt wei­sen weni­ger kin­der­rei­che Fami­li­en, die vom Gesetz auf­ge­zwun­ge­ne Ein-Kind-Fami­lie wie in Chi­na, eine Nei­gung zur Trau­rig­keit und zu einem immer grö­ße­ren Ego­is­mus auf, die zur sozia­len Pla­ge wer­den.“ nur her­aus­le­sen, dass Kar­di­nal Pell Kin­der krie­gen als Heil­mit­tel sieht?

      • Wie man das „her­aus­le­sen“ kann?

        Indem man die Wor­te des Kar­di­nals wört­lich nimmt und unter die Lupe der ver­nünf­ti­gen und bibli­schen Ana­ly­se legt:

        Ein „Rezept gegen“ ist durch­aus als „Heil­mit­tel“ zu inter­pre­tie­ren.
        Kin­der­reich­tum ist eine GNADE — kein „Rezept“ gegen etwas

  2. Per­sön­li­ches Zeug­nis: Mei­ne Eltern haben jung gehei­ra­tet, und ich bin in einer kin­der­rei­chen Fami­lie auf­ge­wach­sen.

    Etwas bes­se­res kann einem nicht pas­sie­ren (für die Zweif­ler: ja, Aus­nah­men gibt es natür­lich, die — wie immer — nur die Regel bestä­ti­gen).

    In einer kin­der­rei­chen Fami­lie gibt es immer jeman­den, der aus­hilft, falls z.B. ein Eltern­teil ver­hin­dert ist, kön­nen die älte­ren Geschwi­ster ein­sprin­gen; es gibt bei vie­len Geschwi­stern ein­fach einen so star­ken Zusam­men­halt, und so viel mensch­li­che Res­sour­cen, dass es prak­tisch unmög­lich ist, nicht gesund auf­zu­wach­sen.

    Unter Geschwi­stern das mit­ein­an­der zu ler­nen (tei­len, sich ver­söh­nen etc.) ist zudem die beste Lebens­schu­le!

    Gläu­bi­ge, kin­der­rei­che Fami­li­en! Wenn alle Staa­ten auf die­sem Fun­da­ment stün­den, wür­den sie nur so vor Gesund­heit strot­zen!

    (Unse­re lieb­ste Got­tes­mut­ter soll ja auch so etwas emp­foh­len haben, an einem wun­der­ba­ren Erschei­nungs­ort, an den lei­der nicht alle glau­ben kön­nen, zu ihrem eige­nen Scha­den.)

    • @polos
      Das ist eine tol­le Sache, was Sie da erklä­ren. Ich war lei­der Ein­zel­kind und habe mich immer nach Geschwi­stern gesehnt. Die Kin­der haben es am Besten, wenn die Eltern kei­nes bevor­zu­gen und alle gleich behan­deln und in glei­cher Stär­ke lie­ben. Das ist das Wich­tig­ste ! Ich ken­ne in mei­nem Freun­des­kreis auch Groß­fa­mi­li­en, wo es schief gegan­gen ist, weil sehr viel Eifer­sucht inner­halb der Geschwi­ster ent­stand. Das ist bit­ter ! Gene­rell bin ich auch für Fami­lie mit vie­len Kin­dern.
      Die Tra­gö­die hier im Westen ist die, dass die mei­sten Fami­li­en bela­stet sind wir hier durch die jahr­zehn­te­lan­ge Ver­hü­tung und Abtrei­bung zu wenig Kin­der haben. Es hat zum Teil auch poli­ti­sche und kul­tur­ge­sell­schaft­li­che Ursa­chen. Aka­de­mi­ke­rin­nen hät­ten mehr unter­stützt wer­den müs­sen und die Auf­tei­lung von Beruf und Fami­lie hät­te bes­ser koor­di­niert wer­den müs­sen u.v.m. Das sogen ‚Vaterschaftsjahr‘/v.d.Leyen-Modell ist in mei­nen Augen geschei­tert. Da müs­sen bes­se­re Lösun­gen gefun­den wer­den.

      • Kor­rek­tur, der Satz muss hei­ßen: Die Tra­gö­die hier im Westen ist die, dass die mei­sten Fami­li­en bela­stet sind und wir hier durch die jahr­zehn­te­lan­ge Ver­hü­tung und Abtrei­bung zu wenig Kin­der haben.

    • Eine Zweif­le­rin bin ich, obwohl auch ich mit Geschwi­stern auf­ge­wach­sen bin. Ich habe aber auch erlebt, in der Ver­wand­schaft, wie Fami­li­en durch ideo­lo­gi­sche Aus­rich­tun­gen, ja auch durch reli­giö­se Unter­schie­de fast oder ganz zer­bre­chen konn­ten.

      Die Welt war frü­her nicht „gesund“, bloß weil es kin­der­rei­che Fami­li­en gab.

      Schau­en Sie sich den Islam an: alles kin­der­rei­che Fami­li­en.
      Sind die­se Gesell­schaf­ten „gesund“?

      Ihre Argu­men­te sind psy­cho­so­zia­ler Natur und sicher nicht falsch, aber eben ein­sei­tig.
      Es ist wie es Tho­mas v. A. von der Mon­ar­chie sagt: sie kann die beste Herr­schafts­form sein, wenn der König ein selbst­lo­ser, die­nen­der und gerech­ter Mensch ist. Ist er es nicht, ist es gera­de die Mon­ar­chie, die die größ­te Höl­le auf Erden schaf­fen kann (als „Tyran­nis“).

      So auch die Fami­lie — sie gibt zwar Halt, übt aber auch Zwän­ge aus, die unge­sund und töd­lich sein kön­nen.
      Die Mis­si­on unter Juden und noch mehr den Mus­li­men ist auf­grund des fast kran­ken­haf­ten Sip­pen- und Fami­li­en­den­kens nahe­zu unmög­lich.

      Hin­zu kommt, dass nicht jedem ver­gönnt ist, „jung“ zu hei­ra­ten — schließ­lich muss auch das sich alles erst fin­den, nicht wahr? Nie­mand kann das erzwin­gen, bloß weil er nun in sich den Krampf erzeugt bekommt, das sei das katho­li­sche Ide­al…

      Ich ken­ne unzäh­li­ge Katho­li­ken, die ein­fach nicht so schnell oder über­haupt nie einen pas­sen­den Ehe­parn­ter fin­den… Sol­che Appel­le krän­ken die­se Men­schen zutiefst und wer­ten ihre Lebens­form ab.

      Was fan­gen wir mit die­sen Men­schen an?
      Lie­gen die nun alle falsch?

      Jesus hat ein­deu­tig vor­aus­ge­se­hen, dass um sei­net­wil­len das „Schwert“ zwi­schen Mut­ter und Toch­ter, Vater und Sohn kom­men wür­de.
      Und: Wer die Fami­lie nicht ver­lässt, ist sein nicht wert.
      Wer sie aber ver­lässt, erhält geist­li­che Geschwi­ster schon hier und jetzt.
      Das ist der grö­ße­re Wert.

      Die Fami­lie an sich selbst ist natür­lich und inso­fern rich­tig und gut, aber unter Sün­de kann sie gut oder schlecht sein.

      An Got­tes Segen ist alles gele­gen — sowohl im Ehe­stand, auch dann, wenn man eben nur ein Kind erhält, oder auch kei­nes (das kann man doch nicht erzwin­gen!), als auch im allein­ste­hen­den oder zöli­ba­tä­ren Stand.

      Dann und nur dann wird die Gesell­schaft … sagen wir: gesün­der.

      • @zeitschnur:

        > Schau­en Sie sich den Islam an: alles kin­der­rei­che Fami­li­en.
        > Sind die­se Gesell­schaf­ten „gesund“?

        Ja, des­halb schrieb ich ja auch „Gläu­bi­ge, kin­der­rei­che Fami­li­en!“.

        Und ich mein­te damit „christ­lich gläu­bi­ge“ Fami­li­en.

        Weil sie den Islam erwäh­nen: Ken­nen sie isla­mi­sche Fami­li­en, ganz per­sön­lich? „Gesell­schaf­ten“ gibt es nicht als Wirk­lich­keit, denn das ist bereits ein abstrak­ter Aus­druck, der zwar gut in Bücher passt, aber mit der kon­kre­ten Wirk­lich­keit nichts zu tun hat.

        Es gibt nur kon­kre­te Fami­li­en. Ich habe vie­le isla­mi­sche Fami­li­en in mei­nem Umfeld beob­ach­tet: Oh, was gibt es da nicht alles zu benei­den bei die­sen rei­chen Kul­tu­ren… (auch wenn sie einen weni­ger rei­chen Glau­ben haben).

        Eine gute, christ­li­che, kin­der­rei­che Fami­lie ist der beste Abwehr­me­cha­nis­mus gegen alle tota­li­tä­ren Regime, gegen alle obszö­nen neu­en Gen­der-Theo­rien, gegen alle Indok­tri­nie­rung in den Schu­len, weil ein­fach wah­re Eltern für ihre (vor allem klei­nen) Kin­der die ein­zi­ge glaub­wür­di­ge, weil wahr­haft lie­ben­de Auto­ri­tät dar­stel­len.

        Natür­lich wis­sen alle anti­christ­li­chen Personen/Vereine/Blutsbrüderschaften davon bescheid, und bekämp­fen des­halb die Fami­lie (vor allem wenn kin­der­reich) wie das aller­größ­te Übel unse­rer Zeit…

      • @ polos

        Na gut — gläu­bi­ge Fami­li­en. Neh­men wir an, dass sich in ihnen ein Ide­al spie­geln könn­te. Das will ich kei­nes­wegs abstrei­ten.

        Zu Ihrer Fra­ge: ja, ich ken­ne per­sön­lich isla­mi­sche Fami­li­en! Dazu könn­te man viel sagen, aber auch bei ihnen wer­den je mehr Kin­der in die Welt gebo­ren, je reli­giö­ser sie sind. Die assi­mi­lier­ten isla­mi­schen Fami­li­en, die ich ken­ne, haben auch nur zwei oder ein Kind…

        Ich den­ke, dass Sie hier eini­ges unter­schät­zen bzw. völ­lig ein­sei­tig ein­schät­zen könn­ten: die Nazis för­der­ten Kin­der­reich­tum. Jede Frau, die vier und mehr Kin­der hat­te, bekam ein Mut­ter­kreuz. Der radi­ka­le Islam för­dert den Kin­der­reich­tum eben­falls — aber gewiss nicht wegen der Vor­zü­ge, die Sie im Auge haben. Ich muss nicht erklä­ren, wofür die­se vie­len Kin­der bestimmt sind. Sie sind ein rein mate­ria­li­sti­scher, stra­te­gi­scher Ein­satz für ideo­lo­gi­sche Zwecke.
        „Hopp Mari­an­nele, hoch das Bein, die Lie­be winkt“, sang man spöt­tisch schon vor 100 Jah­ren. „Der Kai­ser braucht Sol­da­ten!“ Oder spä­ter noch ein­deu­ti­ger und bru­ta­ler: „Fah­ne hoch, Röcke hoch, der Füh­rer braucht Sol­da­ten!“
        Der alge­ri­sche Prä­si­dent tön­te vor Jahr­zehn­ten, der Islam wer­de mit den Becken der Frau­en sie­gen.
        So macht man aus der Frau eine Waf­fen­fa­brik, aus dem Kind Muni­ti­on.
        Die Ehe bedeu­te­te für einen gro­ßen Teil der Frau­en noch vor nicht lan­ger Zeit den siche­ren Tod beim sound­so­viel­ten Kind! Und die Kin­der bekam man, weil sie halt kamen, und von 10 Kin­dern begrub man 8 in den ersten 5 Jah­ren. Aber man brauch­te sie als Absi­che­rung für sich selbst…

        Mir ist schon oft auf­ge­fal­len, dass die Wahr­neh­mung in kon­ser­va­ti­ven Krei­sen total ein­sei­tig gewor­den ist, was das The­ma betrifft (auch damals der Faux­pas der Eva Her­mann bei J.B. Ker­ner hat damit zu tun).

        Das kann aber so ein­sei­tig und wie­der­um selbst ideo­lo­gisch behaup­tet nicht stim­men: wenn das gesam­te NT den Zer­bruch vie­ler Fami­li­en im Glau­bens­kampf vor­her­sagt, wenn der hl. Pau­lus ein­deu­tig in der Fami­lie eher die welt­li­che Mühe sieht als den unge­teil­ten Dienst für die Kir­che und den Zöli­bat höher­setzt, ist es ver­fehlt, die Fami­lie als „Kampf­mit­tel“ gegen die Zer­split­te­rung der Fami­lie ein­zu­set­zen.

        Ich möch­te noch mal sagen: ich stam­me selbst aus einer grö­ße­ren Fami­lie mit Eltern, die nicht geschie­den sind und habe selbst unge­schie­den eine Fami­lie — es ist wun­der­bar!

        Aber ein „Heil­mit­tel“ ist das nicht, son­dern eine Gna­de, wenn es gelingt.

        Ich bin von mei­nen Geschwi­stern die ein­zi­ge, die immer noch nach fast 20 Jah­ren mit dem­sel­ben Mann ver­hei­ra­tet ist — obwohl wir intak­te Ver­hält­nis­se erlebt hat­ten… und so ist es doch bei so vie­len: sie stam­men doch selbst aus intak­ten Fami­li­en und schei­tern eben doch…

        Über allem aber steht wie­der­um der Satz des Pau­lus: Die Frau­en haben (oder eben Män­ner) sei­en so, als hät­ten sie keine(n)!

        Mir geht es dar­um, dass von der Fami­lie selbst kei­ne Hei­lung aus­ge­hen wird. Nur von einer ech­ten Buße und Umkehr kommt Hei­lung — dann aber für jeden Stand.

      • Ich bin eine über 20 Jäh­ri­ge Jung­frau, die auch kei­nen Mann haben will, (grund­sätz­lich aber, um Miss­ver­ständ­nis­sen vor­zu­beu­gen, ist mein Ver­lan­gen nach dem Man­ne, wie der Herr mich geschaf­fen hat!) und füh­le mich durch die­sen Appell nicht im min­de­sten gekränkt oder gar ange­grif­fen!
        Das kin­der­rei­che Fami­li­en eine Garan­tie sind, hat kei­ner behaup­tet, wenn ihr katho­li­scher wer­den wollt, nicht wenn ihr gesund wer­den wollt, sollt ihr mehr Kin­der haben, so Kar­di­nal Pell
        Dass Kin­der und Fami­li­en nur so gut sind wie die Leh­re, der sie anhän­gen, ist jedem klar, aber die Art von nar­ziss­ti­scher Aso­zi­al­heit und die Offen­heit für jede noch so schwach­sin­ni­ge Ideo­lo­gie, wie z.B. Gen­der, wäre garan­tiert nicht so schlimm, wenn es die tra­di­tio­nel­le Fami­li­en­form, mit Mut­ter und Vater und vie­len Kin­dern, noch gäbe!
        Geschwi­ster geben einem, ob man nun will oder nicht, meist noch einen gewis­sen Schliff, beson­ders wenn es mehr als 2 sind, wo nicht einer nur auf den ande­ren her­ab­schau­en kann (da kenn ich frei­lich auch eini­ge)

      • @ kathi

        Noch mal: der Kar­di­nal sprach von einem „Rezept gegen“ die Zeit­krank­hei­ten. Lesen Sie doch ein­fach bit­te genau sei­nen Text!

        Fami­lie kann etwas sehr Gutes sein. Wenn sie es aber nicht ist, kann nichts einen Men­schen nach­hal­ti­ger schä­di­gen als ungu­te Kon­stel­la­tio­nen oder Per­sön­lich­kei­ten in der Fami­lie. Gläu­bi­ge Fami­li­en sind oft nicht unpro­ble­ma­tisch…
        Auch muss man immer dazu­rech­nen, dass das alles ja nicht im luft­lee­ren Raum, son­dern hier und heu­te statt­fin­det mit sei­nen spe­zi­fi­schen Bedin­gun­gen.
        Und die Ten­denz zum Sek­tie­rer­tum und der Hutte­ri­sie­rung in Tra­di­k­rei­sen trägt wahr­lich kei­ne guten Früch­te. Es ist ein schein­ba­rer, trü­ge­ri­scher Halt.

        Nun hat uns aber der Herr nicht in sek­ten­ähn­li­che und iso­lier­te ver­bän­de emp­foh­len, son­dern in die Welt geschickt. Und damit müs­sen wir fer­tig wer­den. man kann nicht in Traum­wel­ten flüch­ten — auch nicht in from­me oder fami­liä­re.

        Eine über 20jährige Jung­frau — na schön. Das ist wirk­lich noch sehr jung. Und wenn eine Ver­lan­gen nach dem Mann hat, wird sie mit 30 oder 40 — immer noch Jung­frau — nicht mehr ganz so leicht­fer­tig sagen, sie wol­le auch kei­nen Mann.… haben Sie die 50 pas­siert, wird dann der Zug für Kin­der abge­fah­ren sein. Ich habe bis­her noch kei­ne Frau und kei­nen Mann erlebt, die oder der allei­ne blieb, dem das nicht schwer zu schaf­fen gemacht hat — es sei denn, er oder sie hat­te eine ein­deu­ti­ge Beru­fung zum Zöli­bat!
        Und dann tut so ein Kin­der­reich­tums­druck weh — dann, erst dann. Jetzt sind Sie wahr­schein­lich noch zu jung, um das zu spü­ren oder über­haupt nach­zu­voll­zie­hen. Die Zukunft liegt wie ein end­los wei­ter Raum vor Ihnen, aber der wei­te Raum wird zusam­men­schru­me­pln wie ein Luft­bal­lon…

  3. Man kann Johan­nes Paul II bei allem, was an ihm schief hing, eines nicht abspre­chen: er hat sich für die Fami­lie stark gemacht — bis hin zu der Akti­on, aus der Bera­tungs­schein-Pflicht aus­zu­stei­gen, die der Staat ein­ge­fä­delt hat­te…

    Man fragt sich wirk­lich, ob das alles für die Katz war — wenn man sich ansieht, dass es trotz aller schö­nen Fami­li­en­ap­pel­le immer wei­ter berg­ab ging.

    Alle Appel­le waren in den Wind geschrie­ben, auch wenn es viel­leicht mal dies oder jenes erfreu­li­che Gegen­bei­spiel gab.

    Es kann nur dar­an lie­gen, dass eben die ande­ren Grund­la­gen nicht stimm­ten und JP II selbst an ihrem Zer­fall gear­bei­tet hat.

    Ent­we­der man dient Gott ganz oder gar nicht — und dann wie Er will, mit oder ohne Fami­lie.

    Ande­rer­seits habe ich von fran­zö­si­schen Pius­lai­en gehört, es herr­sche dort ein wahn­sin­ni­ger sozia­ler Druck: wer jung und ver­hei­ra­tet ist und nicht in schnel­ler Fol­ge Nach­wuchs hat, gerät unter Ver­dacht, wird schief ange­se­hen, ange­spro­chen und maß­ge­re­gelt. Wer mit 30 noch nicht ver­hei­ra­tet ist und auch kei­ne Ordens­be­ru­fung auf­wei­sen kann, steht unter dem Druck, etwas falsch gemacht zu haben.
    Das ist das ande­re Extrem, das letzt­end­lich das genaue Gegen­teil von dem erzielt, was es meint, inten­die­ren zu sol­len.

    Die Grund­la­gen stim­men nicht mehr — weder hüben noch drü­ben. Und wir haben nie­man­den, der sie uns mit recht­mä­ßi­ger Auto­ri­tät gesund erin­nern oder fun­die­ren wür­de. Manch­mal den­ke ich, in der Kathol­sze­ne sind nur noch Wahn­sin­ni­ge, Träu­mer, Ver­leum­der, sur­rea­le Phan­ta­sten, Kramp­fer und begei­ster­te Kon­ver­ti­ten unter­wegs, die noch nicht mit­ge­kriegt haben, was hier alles läuft, unter­wegs.

    • @ Zeit­schnur — „…wer jung und ver­hei­ra­tet ist und nicht in schnel­ler Fol­ge Nach­wuchs hat, gerät unter Ver­dacht, wird schief ange­se­hen, ange­spro­chen und maß­ge­re­gelt…“

      Genau das Glei­che habe ich bei Frei­kir­chen wahr­ge­nom­men. Sowas ist schlicht­weg Mob­bing und dann wer­den Frau­en mit aka­de­mi­scher Bil­dung genau­so schräg ange­se­hen und gel­ten als suspekt. Die Aus­sa­ge eines Paters der Pius-Bru­der­schaft, Frau­en soll­ten nicht stu­die­ren, ist in mei­nen Augen kle­ri­kal-faschi­stisch.
      Mei­ne Mut­ter war Ärz­tin und mein Vater war Kriegs­ver­sehr­ter und hat zuhau­se alles gemacht. Mei­ne Mut­ter hat­te eine aka­de­mi­sche Aus­bil­dung mit der sie ihre Fami­lie ver­sorgt hat, und mei­ne Fami­lie ist eine gute Fami­lie !

      • Sie haben recht!

        Gera­de aus sol­chen Fami­li­en stam­men sehr vie­le, see­lisch kaput­te Kin­der. Sie brau­chen oft Jah­re, um end­lich einen eige­nen Weg zu fin­den, sich von ihren Krämp­fen und Ver­klem­mun­gen zu befrei­en und wirk­lich fro­he Nach­fol­ger Chri­sti zu wer­den.

        Wenn dann sol­che bedau­erns­wer­ten Kin­der sich für das Prie­ster­tum oder die Ehe beru­fen sehen, kommt nichts Geschei­tes dabei her­aus.
        Aber man nimmt lie­ber sol­che gestör­ten Gestal­ten als gebil­de­te Gei­ster — denn erste­re hat man in der Hand, letz­te­re nicht.

        Für mich ist eines klar: Wer Frau­en der­art anrem­pelt, wie Sie es auch beschrei­ben, der ist nicht im Dienst Got­tes, son­dern des Fein­des.
        Ich kann selbst ein Lied davon sin­gen…
        Die­ser Geist der Macht­gier, des Hoch­mu­tes und des bit­te­ren Nei­des auf star­ke Frau­en ist nie und nim­mer von Gott.
        Dass aber die­ser Ungeist sich in Tra­di­ti­ons­krei­sen so unge­hemmt und unge­fil­tert aus­tobt, ist ein star­kes Zei­chen dafür, was dort eigent­lich los ist.

  4. @ zeit­schnur: Lesen SIE sowohl mei­nen als auch Kar­di­nal Pells­Text mal genau­er:

    Wie lau­te das Rezept gegen die Desta­bi­li­sie­rung der Gesell­schaft, per­sön­li­che Unzu­frie­den­heit, sozia­le Pla­gen und für Sta­bi­li­tät, Zufrie­den­heit, Har­mo­nie und Glücklick­sein?

    Kar­di­nal Pell faß­te die Ant­wort so zusam­men: „Wenn ihr KATHOIISCHER sein wollt, dann öff­net euch für eine kin­der­rei­he Fami­lie und emp­fehlt das auch euren Kin­dern“. Denn umge­kehrt wei­sen weni­ger kin­der­rei­che Fami­li­en, die vom Gesetz auf­ge­zwun­ge­ne Ein-Kind-Fami­lie wie in Chi­na, eine Nei­gung zur Trau­rig­keit und zu einem immer grö­ße­ren Ego­is­mus auf, die zur sozia­len Pla­ge wer­den.

    Aus dem Kon­text ist doch klar, dass der Inter­view­er NICHT nach den Ursprung all unse­rer Pro­ble­me, was in der Tat die stän­dig tie­fer wer­den­de Kluft zwi­schen uns und unse­rem Her­ren Jesus Chri­stus ist, gefragt hat, son­dern was man als Katho­lik, oder als für den Katho­li­zis­mus offe­ner, dem die Wahr­heit über unse­ren Her­ren Jesus Chri­stus längst bekannt ist, denn gegen „die Desta­bi­li­sie­rung der Gesell­schaft, per­sön­li­che Unzu­frie­den­heit, sozia­le Pla­gen UND FÜR Sta­bi­li­tät“ und für „Zufrie­den­heit, Har­mo­nie und Glücklick­sein?“ sein tun kön­ne!

    Ist das nun ange­kom­men?
    Kar­di­nal Pell sagt NICHT: Wenn die Men­schen nur in einer Ehe fest zusam­men­le­ben und wie­der mehr Kin­der in die Welt set­zen ist alles gut, das ist das per­fek­te Rezept, nein son­dern eben das:„Wenn ihr KATHOIISCHER sein wollt, dann öff­net euch für eine kin­der­rei­he Fami­lie und emp­fehlt das auch euren Kin­dern“

    Und was mich betrifft: Sie ken­nen mich nicht, Sie wis­sen nicht, wie ich ein­mal dar­über gedacht habe, und wie viel ich mich mit Men­schen aus­ein­an­der­ge­setzt habe, die eben genau das beschrie­ben, was Sie beschrie­ben.
    Doch an Ihrem Text ist etwas ande­res nich viel auf­fäl­li­ger: In einem Ihrer vor­he­ri­gen Komemnta­re haben Sie die Pius­bru­der­schaft, oder nicht näher defi­nier­te kon­ser­va­ti­ve Krei­se kri­ti­siert, die Frau­en in mei­ner Posi­ti­on EXAKT vor­hal­ten, was Sie mir jetzt vor­hal­ten, näm­lich das eine Unver­hei­ra­te­te 30-Jäh­ri­ge, die in kei­nem Orden ist, nicht glück­lich sein kann!
    Hier Ihr Text (bit­te genau lesen)
    „Eine über 20jährige Jung­frau – na schön. Das ist wirk­lich noch sehr jung. Und wenn eine Ver­lan­gen nach dem Mann hat, wird sie mit 30 oder 40 – immer noch Jung­frau – nicht mehr ganz so leicht­fer­tig sagen, sie wol­le auch kei­nen Man­n…. haben Sie die 50 pas­siert, wird dann der Zug für Kin­der abge­fah­ren sein. Ich habe bis­her noch kei­ne Frau und kei­nen Mann erlebt, die oder der allei­ne blieb, dem das nicht schwer zu schaf­fen gemacht hat – es sei denn, er oder sie hat­te eine ein­deu­ti­ge Beru­fung zum Zöli­bat!
    Und dann tut so ein Kin­der­reich­tums­druck weh – dann, erst dann. Jetzt sind Sie wahr­schein­lich noch zu jung, um das zu spü­ren oder über­haupt nach­zu­voll­zie­hen. Die Zukunft liegt wie ein end­los wei­ter Raum vor Ihnen, aber der wei­te Raum wird zusam­men­schru­me­pln wie ein Luft­bal­lon…“

    • Ich fang mal von hin­ten an:
      Nir­gends sag­te ich, dass ich Sie ken­ne — aber Sie haben etwas über sich erzählt! Also ist es auch okay, sich dar­auf zu bezie­hen.
      Ich habe wei­ter nicht das gesagt, was in der FSSPX oft ver­mit­telt wird! Zöli­ba­tär leben kann man näm­lich auch außer­halb eines Ordens. Und ein Ja zu einem noch unkla­ren per­sön­li­chen Stand gibt es auch — der lau­tet aber nicht „Ich will auch kei­nen Mann“, son­dern: „Ich ver­traue auf Gott — Er weiß, wonach mein Herz sich sehnt und was für mich gut ist.“

      Ich bezog mich auf Ihre Wor­te, wo Sie sich selbst als „über 20-jäh­ri­ge Jung­frau“ outen, die trotz „Ver­lan­gens nach dem Mann“ auch „kei­nen Mann haben will“ und sich inso­fern nicht getrof­fen fühlt von sol­che Appel­len wie dem von Kar­di­nal Pell.
      Wie soll man das ver­ste­hen: als eine Beru­fung zum zöli­ba­tä­ren Leben oder als die Äuße­rung eines Wil­lens, ohne Mann zu leben?
      Wenn es aber eine Beru­fung zum zöli­ba­tä­ren Leben ist, dann ist doch alles okay?!
      Dann trifft das, was ich sag­te, doch gar nicht auf Sie zu.
      Wenn aber nicht, dann muss man dazu auch ste­hen, und damit nicht leicht­fer­tig „schwe­bend“ umge­hen, als tan­gie­re einen das alles nicht wirk­lich — daher mein Hin­weis drauf, dass sich die Ein­stel­lung ändert, wenn man älter wird.
      Es ist eine Tat­sa­che, dass für jün­ge­re Leu­te die Zukunft unstruk­tu­riert ist — also ein wei­ter und unspe­zi­fi­scher Raum. Mit zuneh­men­dem Leben aber gewinnt die­se Zukunft die Kon­tur einer spe­zi­fi­schen Ver­gan­gen­heit — und dann sieht vie­les, sehr vie­les anders aus.
      Ich sage das als über 50jährige — viel­leicht las­sen Sie das ein­fach mal ste­hen — ich sag­te das, was ich sag­te, mit Bedacht.

      Was Sie sonst vor­brin­gen zu den Wor­ten K. Pells, über­zeugt mich nicht. Man kann Wor­te nicht schie­ben wie Bau­stei­ne, bis es einem passt.
      Man muss das neh­men, was gesagt wur­de — im Geam­t­zu­sam­men­hang.

      Sie wol­len dif­fe­ren­zie­ren zwi­schen dem Rezept gegen per­sön­li­che Unzu­frie­den­heit, Desta­bi­li­sie­rung etc. bei den Katho­li­ken und den Nicht­ka­tho­li­ken.

      Das sagt nun wie­der­um der Kar­di­nal nicht! Das ist etwas, was Sie frei dazu­dich­ten.

      Er ver­knüpft ein­deu­tig die gesam­te gesell­schaft­li­che Lage mit der Zer­stö­rung der Fami­lie, weist das sogar durch Stu­di­en nach — rein welt­li­che Stu­di­en!

      „„Wenn es stimmt, daß man dem Men­schen Scha­den zufügt, wenn man die Umwelt schä­digt, dann stimmt es um so mehr, daß durch Schä­di­gung der Fami­lie die Gesell­schaft geschä­digt wird“

      Es ist also nach­ge­ra­de absurd, wenn Sie die­ses „Rezept“ für die geschä­dig­te Gesell­schaft nur für Katho­li­ken gel­ten las­sen wol­len.

      Wenn die Schä­di­gung der Fami­lie die gan­ze Gesell­schaft schä­digt, muss logi­scher­wei­se und zwin­gend deren Restau­ra­ti­on auch das „Rezept“ für alle sein — nicht nur für Katho­li­ken. Dass die Katho­li­ken den Anfang machen, kann sein — das wider­spricht aber nicht der grund­sätz­li­chen Aus­sa­ge.

      Und genau das hal­te ich so für falsch — das Rezept ist allein Chri­stus. Auch wenn kei­ner mehr hei­ra­ten soll­te, wäre es immer noch und ein­zig Chri­stus!

    • Noch ein Nach­trag:

      Wenn es „katho­lisch“ ist, für Kin­der offen zu sein — wie kann man dann recht­gläu­big katho­lisch sein und als Ver­hei­ra­te­ter dafür NICHT offen sein?

      Wie kann es von „katho­lisch“ den Kom­pa­ra­tiv geben? „Katho­li­scher“ ist also, wenn man offen ist für Kin­der­reich­tum?
      Fra­ge: Was wäre dann „am katho­lisch­sten“?

      Man sieht — die­se Rede ist hin­ten und vor­ne absurd..
      Wenn es recht­gläu­big ist (ohne Stei­ge­run­gen), für Kin­der offen zu sein, dann ist einer, der nicht offen ist für Kin­der­reich­tum, nicht katho­lisch bzw. lebt in schwe­rer Sün­de. Sagen wir es doch ein­mal unge­schminkt!
      „Gläu­bi­ge“ Ehe­paa­re, die NICHT offen sind für Kin­der­reich­tum, gibt es folg­lich nicht!

      Wenn das Volk in schwe­rer Sün­de und Glau­bens­ab­fall lebt, was tat man dann in allen Zei­ten als von Gott Beauf­trag­ter?

      Rich­tig: Man wur­de Buß­pre­di­ger!
      Was sagen denn Buß­pre­di­ger so im all­ge­mei­nen zum Volk?
      Etwa „Wer­det katho­li­scher und öff­net euch für Kin­der­reich­tum“?

      Schau­en wir ins AT. Da gab es den Pro­phe­ten Jona. Der woll­te nicht nach Nini­ve, hat­te Panik vor der Reak­ti­on der Leu­te.
      Wie­so eigent­lich?
      Weil er ihnen etwas sehr Unbe­que­mes zu sagen hat­te… dass die Stadt unter­ge­hen wür­de wegen ihrer Sün­den…
      Was sagt Jona, als er in Nini­ve ist?
      Er sagt: „Noch 40 Tage und Nini­ve ist zer­stört.“ (Jona 3, 4)
      Die Leu­te wuss­te offen­bar ohne wei­te­re Rezep­te, was er meint.

      Es gab Johan­nes den Täu­fer. Was sag­te denn er so?
      „Kehrt um, das Him­mel­reich ist nahe!“

      Was rie­fen mit­tel­al­ter­li­che Buß­pre­di­ger den Men­schen zu?
      „Kehrt um und tut Buße!“

      Von „Rezep­ten“ sprach kei­ner — es gab kei­nes außer Umkehr und Buße.
      Gegen die Sün­de gibt es kei­ne „Rezep­te“ — auch nicht in angeb­lich „gläu­bi­gen“ Fami­li­en.
      Es gibt nur: Umkehr und Buße.

      Man kann nicht „katho­li­scher“ wer­den.
      Ent­we­der man IST katho­lisch und dann wird man aus Lie­be zu Jesus von jeder Sün­de ablas­sen und täg­lich eine klei­ne Umkehr voll­zie­hen, weil man doch täg­lich wie­der zum eige­nen Schmerz in die und jene Sün­de fällt.
      Oder man ist for­mell noch irgend­wie Mit­glied der Kir­che, aber nicht mehr katho­lisch.

      • 1. Das Sie sich auf mei­ne Aus­sa­ge, dass ich eine über 20 Jäh­ri­ge Jung­frau bin, bezie­hen, ist völ­lig logisch, und das hat kei­ner kri­ti­siert!
        Wohl aber, dass Sie mei­nen, dass ich ob mei­nens jun­gen Alters die gegen­wär­ti­ge und zukünf­ti­ge Lage der Kir­che und Gesell­schaft, bzw. mei­ne eige­ne Lage nicht ein­schät­zen könn­te!
        Und auch wenn Sie sich am Wort Rezept so sehr stö­ren: Ist Ihnen nicht auf­ge­fal­len, dass der Kar­di­nal die­ses Wort über­haupt nicht ver­wen­det hat, son­dern der Inter­view­er in sei­ner Fra­ge?
        Der Kar­di­nal mag ihn nicht kor­ri­giert haben, was aber aus dem Kon­text des Inter­view­ens, wo man vie­le Ant­wor­ten mög­lichst rasch geben muss, und wo man kei­ne Zeit hat, den Inter­view­er zu kor­ri­ge­ren, sehr ver­ständ­lich ist!
        Auch wäre ver­ständ­lich, wenn der Inter­view­er sich viel­leicht nicht die gan­ze Zeit so aus­drücken kann, dass es für Außen­ste­hen­de ein­wand­frei klingt!
        Ist Ihnen außer­dem schon mal der Gedan­ke gekom­men, dass eine kin­der­rei­che, katho­lisch erzo­ge­nen Fami­lie das Ergeb­nis einer Umkehr und Buße sein kann?
        Noch gibt es eini­ge katho­li­sche Inseln, noch gibt es die Mög­lich­keit, Kin­der katho­lisch auf­wach­sen zu las­sen!
        Und was Ihre Defi­ni­ti­on von katho­lisch betrifft: So ein­fach, wie Sie sonst nicht müde wer­den zu beto­nen, ist das nicht!

  5. Nach­trag: Der Papst Ber­go­glio, auch wenn er ein fleisch­ge­wor­de­ner, Chri­sten­bluts­au­fen­der Teu­fel ist, ist katho­lisch, er hat alle Wei­hen emp­fan­gen und alle Prü­fun­gen abslo­viert, die dafür nötig sind!
    Eben­so die zahl­rei­chen, ihm höri­gen Kar­di­nä­le!
    Katho­lisch ist laut Defi­ni­ti­on erst ein­mal jeder, der kom­mu­niert und gefirmt ist!
    Das kann aber, wie jeder weiß, nicht alles sein, und so kann man wahr­haf­ti­ger, also eben doch rein KATHOLISCHER wer­den!
    Ihre Defi­ni­ti­on, dass das jeden Tag eine klei­ne Umkehr bedeu­tet, ist gold­rich­tig, war­um sol­len die jun­gen kathol­schen Fami­li­en nicht dazu ermu­tigt wer­den, jeden Tag ein klein biss­chen in die Rich­tung tra­di­tio­nel­ler Fami­lie umzu­keh­ren?
    Wovon sonst, wenn nicht von täg­li­cher Umkehr und Abgren­zung, ist die Ent­schei­dung für eine kin­der­rei­che, katho­li­sche Fami­lie, das Ergeb­nis?
    War­um sol­len Sie in die­ser Umkehr vom ego­isti­schen 68er Frauen/Mutter/Familienbild nicht ermu­tigt wer­den, und sich so für die katho­li­sche Leh­re öff­nen, und damit eben doch „katho­li­scher“ wer­den?
    Wie wür­den Sie eine täg­li­che Umkehr und sicht­ba­re Fort­schrit­te beim Rein­wach­sen in die katho­li­sche Leh­re nen­nen, wenn nicht, „katho­li­scher wer­den?“

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