Gründer der Befreiungstheologie im Vatikan — Wer bringt die Caritas wieder auf katholischen Kurs?

Gustavo Gutierrez, der "Vater" der marxistischen Befreiungstheologie
Gusta­vo Gut­ier­rez, der „Vater“ der mar­xi­sti­schen Befrei­ungs­theo­lo­gie

(Rom) Kar­di­nal Oscar Rodri­guez Mara­dia­ga kün­dig­te an, bei der bevor­ste­hen­den Voll­ver­samm­lung der Cari­tas Inter­na­tio­na­lis nicht mehr für den Vor­sitz zu kan­di­die­ren. Die eigent­li­che Über­ra­schung der Cari­tas-Voll­ver­samm­lung ist jedoch, daß der „Vater“ der soge­nann­ten Befrei­ungs­theo­lo­gie nach Rom ein­ge­la­den wur­de, um mit Kar­di­nal Mara­dia­ga an einer offi­zi­el­len Pres­se­kon­fe­renz teil­zu­neh­men.

Seit dem Papst­wech­sel 2013 meh­ren sich die Zei­chen einer Kurs­än­de­rung Roms gegen­über der mar­xi­sti­schen Befrei­ungs­theo­lo­gie. Soll sie nur histo­ri­siert wer­den? Hält man sie inzwi­schen für aus­rei­chend harm­los? Oder ist es ein spä­ter Sieg der kirch­li­chen 68er, die der zahn­los gewor­de­nen revo­lu­tio­nä­ren Theo­lo­gie zumin­dest einen sym­bo­li­schen Sieg sichern wol­len? Gut­ier­rez als Säu­len­hei­li­ger und Brücken­bau­er wie Che Gue­va­ra zwi­schen der kirch­li­chen und außer­kirch­li­chen Lin­ken?

Kar­di­nal Mara­dia­ga ver­läßt die Cari­tas Inter­na­tio­na­lis. Das ist die gute Nach­richt. Wer aber wird die weit in den links­li­be­ra­len Zeit­geist abge­drif­te­te Cari­tas reka­tho­li­sie­ren und wie­der auf Kurs brin­gen?

Wird Kampf Johannes Pauls II. und Kardinal Ratzingers gegen Befreiungstheologie neutralisiert?

Johan­nes Paul II. sah nach sei­ner Wahl zum Papst im Jahr 1978, zusam­men mit sei­nem Glau­bens­prä­fek­ten Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger, dem nach­ma­li­gen Papst Bene­dikt XVI., eine der wich­tig­sten Her­aus­for­de­run­gen dar­in, die soge­nann­te „Befrei­ungs­theo­lo­gie“ zu bekämp­fen. Sie erkann­ten dar­in die größ­te Gefahr für das Chri­sten­tum durch den Mar­xis­mus. Ein mar­xi­stisch dekli­nier­tes Chri­sten­tum soll­te dem Kom­mu­nis­mus in stark christ­lich gepräg­ten Län­dern zum Durch­bruch ver­hel­fen.

Doch die Zei­ten haben sich geän­dert. Gusta­vo Gut­iér­rez, der Theo­re­ti­ker der Befrei­ungs­theo­lo­gie wird unter dem argen­ti­ni­schen Pon­ti­fi­kat bereits zum zwei­ten Mal im Vati­kan emp­fan­gen wer­den. Zusam­men mit Kar­di­nal Oscar Rodri­guez Mara­dia­ga, dem schei­den­den Prä­si­den­ten der Cari­tas Inter­na­tio­na­lis, wird er über­ra­schend an einer offi­zi­el­len Pres­se­kon­fe­renz in Rom teil­neh­men.

Vom 12. bis 17. Mai tagt die XX. Gene­ral­ver­samm­lung der Cari­tas Inter­na­tio­na­lis. Die Vor­stel­lung von Pro­gramm und Ziel­set­zun­gen erfolgt auf der Pres­se­kon­fe­renz. Neben Kar­di­nal Mara­dia­ga und dem Chef­ideo­lo­gen der „Befrei­ungs­theo­lo­gie“ wer­den der Gene­ral­se­kre­tär der Cari­tas Inter­na­tio­na­lis, Michel Roy, und Hari­das Vari­kot­til, ein Land­wirt­schafts­ex­per­te der Cari­tas aus Indi­en spre­chen. Das The­ma der Jah­res­ver­samm­lung lau­tet: „Eine ein­zi­ge Mensch­heits­fa­mi­lie, Pfle­ge­rin der Schöp­fung“ .

Wie mit der Befreiungstheologie umgehen?

Nach Papstempfang sprach Gutierrez von einem "wichtigen Schritt zur totalen Rehabilitierung der Befreiungstheologie"
Nach Papst­emp­fang sprach Gut­ier­rez von einem „wich­ti­gen Schritt zur tota­len Reha­bi­li­tie­rung der Befrei­ungs­theo­lo­gie“

Die erste Ein­la­dung erfolg­te im Sep­tem­ber 2013. Betrie­ben wor­den sei sie vom heu­ti­gen Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler. Anlaß war die Vor­stel­lung von Mül­lers Buch An der Sei­te der Armen. Theo­lo­gie der Befrei­ung im Sankt Ulrich Ver­lag, das er zusam­men mit Gut­ier­rez geschrie­ben hat. Bereits damals wur­de von „Signa­len einer Rich­tungs­än­de­rung“ gespro­chen, laut der die Befrei­ungs­theo­lo­gie als „eine Stim­me im Plu­ra­lis­mus der Theo­lo­gien“ gese­hen und aner­kannt wer­den sol­le (sie­he Reha­bi­li­tiert Kir­che die Befrei­ungs­theo­lo­gie ohne Mar­xis­mus?).

Gut­ier­rez gilt als „Vater“ oder „Grün­der“ der Befrei­ungs­theo­lo­gie, doch läßt sich kein direk­ter Zusam­men­hang mit dem Mar­xis­mus fest­stel­len, den hin­ge­gen die mei­sten sei­ner Anhän­ger her­stell­ten. Gut­ier­rez gelang es daher, eine ambi­va­len­te Posi­ti­on ein­zu­neh­men, die eine offe­ne Ver­ur­tei­lung durch Rom ver­hin­der­te und ihn den­noch gleich­zei­tig eine Sym­bol­ge­stalt der mar­xi­sti­schen Befrei­ungs­theo­lo­gie sein ließ.

Mül­ler wur­de 2013 von lin­ker Sei­te vor­ge­wor­fen, eine „Histo­ri­sie­rung“ der Befrei­ungs­theo­lo­gie zu betrei­ben: Die Befrei­ungs­theo­lo­gie als eine von zahl­rei­chen ideo­lo­gi­schen und häre­ti­schen Ver­ir­run­gen im Lau­fe der Kir­chen­ge­schich­te, die abge­hakt in die Muse­ums­vi­tri­ne gestellt und in ihrer geläu­ter­ten Form inte­griert wird.

Das sei eine „nai­ve“, sozi­al­ro­man­ti­sche euro­päi­sche Sicht der Din­ge, kon­ter­te noch im Sep­tem­ber 2013 Erz­bi­schof Luis Kar­di­nal Cipria­ni Thor­ne von Lima in Peru. Peru ist das Hei­mat­land von Gusta­vo Gut­ier­rez. Kar­di­nal Cipria­ni Thor­ne weiß, wovon er spricht. Zu Radio RPP sag­te der perua­ni­sche Kar­di­nal damals kurz ange­bun­den: Glau­bens­prä­fekt Mül­ler sei „ein guter Deut­scher, ein guter Theo­lo­ge, ein biß­chen naiv“ (sie­he Kar­di­nal Cipria­ni: „Mül­ler ist ein biß­chen naiv“ – Impul­si­ve Cle­lia Luro: Haben sich Befrei­ungs­theo­lo­gen wirk­lich geän­dert?)

Befreiungstheologie hat Kirche „großen Schaden“ zugefügt

Die Befrei­ungs­theo­lo­gie habe der Kir­che „gro­ßen Scha­den zuge­fügt“. Dar­an ände­re auch der Hin­weis, daß Gut­ier­rez als Per­son nie von der Kir­che ver­ur­teilt wor­den sei, nichts. Zwei sei­ner Bücher, dar­un­ter das ent­schei­den­de Buch: „Theo­lo­gie der Befrei­ung“ wur­den von der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on unter Kar­di­nal Ratz­in­ger bean­stan­det.

Zur Fra­ge, ob sich Gut­ier­rez wirk­lich „geän­dert“ habe, gab sich Kar­di­nal Cipria­ni Thor­ne wort­karg und skep­tisch. Die Befrei­ungs­theo­lo­gie habe „grund­le­gen­de Glau­bens­wahr­hei­ten ver­tauscht“ und damit ver­dun­kelt. Sie woll­te die Men­schen im Namen Chri­sti zu Marx füh­ren. Ein Chri­stus mit dem Aus­se­hen von Karl Marx sei jedoch eine völ­li­ge Ent­stel­lung der Wahr­heit.

Jorge Mario Bergoglio: Befreiungstheologie oder Volkstheologie

Das Ver­hält­nis von Papst Fran­zis­kus zur Befrei­ungs­theo­lo­gie ist unge­klärt. Einer­seits stell­te er sich sei­nen Mit­brü­dern im Jesui­ten­or­den in den Weg, die in den 70er Jah­ren das Kreuz mit der Kalasch­ni­kow ein­tausch­ten und sich dem kom­mu­ni­sti­schen Gue­ril­la­kampf anschlos­sen. Ande­rer­seits wird er als Ver­tre­ter einer „Volks­theo­lo­gie“ genannt, die als „argen­ti­ni­sche Schu­le“ der Befrei­ungs­theo­lo­gie gilt. Der Histo­ri­ker Rober­to de Mattei unter­nahm weni­ge Wochen nach dem Kon­kla­ve einen ersten Ver­such, der Fra­ge nach­zu­ge­hen, was Papst Franz­i­kus mit dem „Volk der Armen“ meint (sie­he Der Ver­zicht von Bene­dikt und die Wahl von Fran­zis­kus. Wer ist der Papst?).

Gut­ier­rez wur­de im Sep­tem­ber 2013 vom Papst kurz in Pri­vat­au­di­enz emp­fan­gen. Dar­über gibt es kei­ne offi­zi­el­le Ver­laut­ba­rung. Die Kehrt­wen­de Roms war nach dem Papst­wech­sel so über­ra­schend, daß Beob­ach­ter sich schwer taten mit der Ein­ord­nung der Ereig­nis­se.

Im Novem­ber 2013 öff­ne­te sogar die römi­sche Jesui­ten­zeit­schrift Civil­tà  Cat­to­li­ca ihre Sei­ten der Befrei­ungs­theo­lo­gie. Der argen­ti­ni­sche Jesu­it Pater Scan­no­ne ver­faß­te den Bei­trag. Ein Schritt, der ohne Ein­wil­li­gung des Vati­kans nicht statt­fin­den hät­te kön­nen. Chef­re­dak­teur Pater Anto­nio Spa­daro SJ gehört zum eng­sten Ver­trau­ten­kreis des Pap­stes.

„Scan­no­ne wie­der­holt in sei­nem Bei­trag Die Phi­lo­so­phie der Befrei­ung (La Civil­tà  Cat­to­li­ca, Heft 3920 vom 19. Okto­ber 2013, S. 105–120) alle typi­schen Kli­schees die­ser irri­gen phi­lo­so­phisch-theo­lo­gisch-poli­ti­schen Rich­tung. Er erhebt dabei den Anspruch, die Rich­tig­keit, die Wesens­merk­ma­le, die Geschich­te und schließ­lich auch die „aktu­el­le Gül­tig­keit“ der Befrei­ungs­phi­lo­so­phie dar­zu­le­gen. Für den Jesui­ten ist die argen­ti­ni­sche Befrei­ungs­phi­lo­so­phie, oder ‚Argen­ti­ni­sche Schu­le‘ der Befrei­ungs­theo­lo­gie, eine „Phi­lo­so­phie der Pra­xis“, die vor dem Hin­ter­grund der ‚der­zei­ti­gen Über­win­dung der Meta­phy­sik der Sub­stanz und des Sub­jekts‘ (S. 113) anzu­sie­deln ist. Ihr Kenn­zei­chen sei die „ethisch-histo­ri­sche und theo­re­ti­sche Opti­on für die Opfer der Unge­rech­tig­keit und der Gewalt“.

Es muß nicht viel gesagt wer­den, um die Absur­di­tät von Pater Scan­no­nes Absicht zu bewei­sen. Es geht offen­sicht­lich um den Ver­such, wahr­schein­lich unter fälsch­li­cher Aus­nut­zung der ‚Öff­nun­gen‘ von Papst Fran­zis­kus, wie­der eine mate­ria­li­sti­sche Sicht­wei­se in Umlauf zu brin­gen. Jene Sicht­wei­se, die von sich behaup­te­te, Theo­lo­gie ‚von unten‘ zu machen. Eine Theo­lo­gie, die nicht vom Wil­len Got­tes aus­geht, son­dern von den angeb­li­chen Not­wen­dig­kei­ten des Vol­kes und der Armen“, erwi­der­te damals der Histo­ri­ker Rober­to de Mattei (sie­he Was macht 2013 die „Befrei­ungs­phi­lo­so­phie (-theo­lo­gie“) in der Civil­tà  Cat­to­li­ca?)

 Clodovis Boff: „Rahners ‚anonymes Christentum‘ war die große Ausrede“ um beim Marxismus zu enden

Seit Mül­lers Ein­la­dung für Gut­ier­rez wird mit ver­hal­te­nem Inter­es­se dar­über dis­ku­tiert, ob eine Häu­tung der Befrei­ungs­theo­lo­gie durch Rei­ni­gung vom Mar­xis­mus mög­lich sei und ob sie dann über­haupt noch exi­stie­re. Eine kla­re Absa­ge an die Befrei­ungs­theo­lo­gie erteilt Clo­do­vis Boff, Bru­der des bekann­te­ren Leo­nar­do Boff. Bei­de waren lei­den­schaft­li­che Anhän­ger des mar­xi­sti­schen Chri­sten­tums. Der Ser­vi­te Clo­do­vis Boff distan­zier­te sich dann von die­ser Ideo­lo­gie, als er erkann­te, daß sie von Chri­stus weg­führt.

„Im hege­mo­ni­schen Dis­kurs der Befrei­ungs­theo­lo­gie habe ich aber gemerkt, daß der Glau­be an Chri­stus nur mehr im Hin­ter­grund auf­tauch­te. Das ‚anony­me Chri­sten­tum‘ von Karl Rah­ner war eine gro­ße Aus­re­de, um Chri­stus, das Gebet, die Sakra­men­te und die Mis­si­on zu ver­nach­läs­si­gen, indem man sich nur mehr auf die Ver­än­de­rung der Sozi­al­struk­tu­ren kon­zen­trier­te.“

Heu­te ruft er sei­nen dama­li­gen Kampf­ge­fähr­ten zu: „Wir hät­ten auf Ratz­in­ger hören sol­len“. Clo­do­vis Boff bestä­tigt, daß Glau­bens­prä­fekt Joseph Ratz­in­ger mit sei­ner Ver­ur­tei­lung der „Teo­lo­gia de la Libe­r­aci­on“ Anfang der 80er Jah­re den ursprüng­li­chen Kern, den Ein­satz für die Armen des Glau­bens wegen, mit gro­ßem Ein­satz und Ein­füh­lungs­ver­mö­gen ver­tei­dig­te und mit gutem Grund die mar­xi­sti­sche Schlag­sei­te bekämpf­te (sie­he Bru­der von Leo­nar­do Boff: „Wir hät­ten auf Ratz­in­ger hören sol­len“).

Kardinal Maradiagas ambivalente Bilanz an der Spitze der Caritas Internationalis

Kardinal Maradiaga Caritas
Kar­di­nal Mara­dia­ga: 2007–2015 Vor­sit­zen­der der Cari­tas Inter­na­tio­na­lis

Ganz anders sein Bru­der, der ehe­ma­li­ge Fran­zis­ka­ner Leo­nar­do Boff, der nach wie vor an der Befrei­ungs­theo­lo­gie fest­hält, seit der Wahl von Papst Fran­zis­kus jedoch begei­stert ist. Unter dem argen­ti­ni­schen Papst habe sich die Kir­che von einem „Alp­traum“ zu einer „fröh­li­chen“ Kir­che ver­wan­delt (sie­he „Die größ­te Reform ist der Papst selbst“ – Leo­nar­do Boff: Vom „Alp­traum“ zu „fröh­li­cher“ Kir­che).

Kar­di­nal Oscar Mara­dia­ga, der nun Gusta­vo Gut­ier­rez nach Rom ein­lädt, gehört dem C9-Kar­di­nal­s­rat für die Kuri­en­re­form und zur Bera­tung des Pap­stes bei der Lei­tung der Welt­kir­che an. Er ver­tritt dar­in Mit­tel­ame­ri­ka. Der Hon­du­ra­ner geriet nach der von ihm unter­stütz­ten Wahl von Papst Fran­zis­kus in einen sol­chen Freu­den­tau­mel, daß er sich anfangs in zahl­rei­chen Medi­en­in­ter­views wie ein Vize-Papst gerier­te. Das Ver­hält­nis zu Glau­bens­prä­fekt Mül­ler kühl­te schnell ab, als die­ser sich dem von Mara­dia­ga wort­reich unter­stütz­ten „Öff­nungs­kurs“ zu wider­set­zen begann. Unter­des­sen ist es auch um den Erz­bi­schof von Tegu­cig­al­pa ruhi­ger gewor­den. Sein Vor­pre­schen „im Namen des Pap­stes“ war dem Papst offen­sicht­lich zu forsch. Kar­di­nal Mara­dia­ga wird in weni­gen Tagen durch einen neu­en Vor­sit­zen­der ersetzt wer­den. Wird der neue Vor­sit­zen­de das größ­te katho­li­sche Hilfs­werk wie­der auf Kurs brin­gen?

Seit 2007 lei­te­te Mara­dia­ga die Cari­tas Inter­na­tio­na­lis. 2011 wur­de er im Amt bestä­tigt. Dabei war es Papst Bene­dikt XVI., nicht Kar­di­nal Mara­dia­ga, der auf der XIX. Voll­ver­samm­lung 2011 eine Kurs­än­de­rung der Cari­tas weg von einer kon­tu­ren­lo­sen, links ange­hauch­ten Sozi­al­po­li­tik hin zu einem „ein­deu­ti­gen katho­li­schen Pro­fil“ ein­for­der­te (sie­he Cari­tas muß ein­deu­ti­ges katho­li­sches Pro­fil haben – Reform­plä­ne des Hei­li­gen Stuhls).

Von Maradiaga verteidigte Generalsekretärin wechselte direkt zur Abtreibungslobby

Damit war die Ent­las­sung der dama­li­gen Gene­ral­se­kre­tä­rin Les­ley-Ann Knight ver­bun­den, die von Kar­di­nal Mara­dia­ga gegen Bene­dikt XVI. ver­tei­digt wur­de. Les­ley-Ann Knight war ein Feind im eige­nen Haus. Nach ihrer Nicht-Bestä­ti­gung als Gene­ral­se­kre­tä­rin der Cari­tas Inter­na­tio­na­lis wech­sel­te sie direkt zur Abtrei­bungs­lob­by. Seit dem 1. Janu­ar 2013 arbei­tet sie als Gene­ral­di­rek­to­rin für The Elders im Sin­ne des rela­ti­vi­sti­schen Zeit­gei­stes (sie­he Les­ley-Anne Knights Kar­rie­re – Von Cari­tas Inter­na­tio­na­lis zur Abtrei­bungs­lob­by).

Mit dem Ende des Pon­ti­fi­kats von Papst Bene­dikt XVI. blieb die Reka­tho­li­sie­rung der Cari­tas auf hal­bem Weg ste­hen. Wie tief die Cari­tas den Kar­ren in den welt­li­chen Sumpf gefah­ren hat, zeigt ihre Ein­bin­dung in poli­tisch ein­sei­ti­ge Netz­wer­ke wie das mar­xi­sti­sche Welt­so­zi­al­fo­rum (WSF). Dort wird das gan­ze Pro­gramm der gesell­schaft­po­li­ti­schen Revo­lu­ti­on ver­tre­ten: Gen­der-Ideo­lo­gie, LGBT-Agen­da, Homo­se­xua­li­sie­rung, welt­wei­te Libe­ra­li­sie­rung der Abtrei­bung und ver­schie­de­ner „repro­duk­ti­ver Tech­ni­ken“, glo­ba­le Gebur­ten­kon­trol­le, Mar­xis­mus, Femi­nis­mus und Öko­lo­gis­mus (sie­he Die Cari­tas und das mar­xi­sti­sche Welt­so­zi­al­fo­rum). Sie­he zur Cari­tas auch Die Cari­tas und die „fal­se-flag-ope­ra­ti­ons“ des öster­rei­chi­schen Rest­ka­tho­li­zis­mus oder Cari­tas: Kir­che soll bei offe­nen sünd­haf­ten Ver­hal­ten nicht auf Ver­trags­er­fül­lung bei Arbeit­neh­mern bestehen).

Kar­di­nal Mara­dia­ga wird auch die Ent­schei­dung von Papst Fran­zis­kus zuge­schrie­ben, den pro­gres­si­sti­schen Außen­sei­ter, Bischof Joseph Cup­ich zum Nach­fol­ger von Kar­di­nal Geor­ge als Erz­bi­schof von Chi­ca­go gemacht zu haben.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Info­Va­ti­ca­na

18 Kommentare

  1. „Hält man sie inzwi­schen für aus­rei­chend harm­los?“
    Ich wür­de sagen man braucht sie nicht mehr. Um den Men­schen das Para­dies auf Erden zu ver­kün­den und schmack­haft zu machen ist der Anti­christ zustän­dig und der hat mög­li­cher­wei­se ande­re Vor­stel­lun­gen von sei­nem Per­so­nal als die­se abge­half­ter­ten Berufs­re­vo­lu­tio­nä­re der nach­kon­zi­lia­ren Epo­che.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

  2. Die Befrei­ungs­theo­lo­gie vom KGB erfun­den…

    In a start­ling new inter­view, a 3‑star gene­ral and for­mer head of Com­mu­nist Romania’s secret poli­ce who defec­ted to the United Sta­tes in 1978, claims that the Theo­lo­gy of Libe­ra­ti­on was the crea­ti­on of the KGB, who expor­ted it to Latin Ame­ri­ca as a way of intro­du­cing Mar­xism into the con­ti­nent.

    http://www.breitbart.com/national-security/2015/05/02/highest-ranking-cold-war-defector-the-kgb-invented-liberation-theology/

  3. Es gibt kei­ne Befrei­ungs­theo­lo­gien, femi­ni­sti­sche Theo­lo­gien etc. Das sind alles poli­ti­sche Indok­tri­na­tio­nen, die mit der kirch­li­chen Bot­schaft nichts zu tun haben. Das ist der Punkt. Der Bei­trag trifft ins Schwar­ze.

  4. Der Herr und Erlö­ser Jesus Chri­stus schar­te 12 Apo­stel und eine unbe­kann­te Zahl von Jün­gern und Jün­ge­rin­nen um sich. Das war noch irgend­wie über­sicht­lich. Aber bereits in den ersten Jahr­hun­der­ten der christ­li­chen Heils­bot­schaft gab es vie­le Spal­tun­gen und gro­ße Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten bzw. Glau­bens­ver­schie­den­hei­ten.
    Das heißt doch: man kann so vie­le kaum unter einen Hut brin­gen. Das kann auch kein Papst. Denn es gibt ja so vie­le intel­li­gen­te Men­schen, die etwas zu sagen haben, aber nicht ger­ne oder gar nicht gehor­sam sind.
    Ja, der Herr selbst sprach vom bit­te­ren Kelch und damit mein­te er all die Spal­tun­gen und Bes­ser­wis­se­rei­en für die er umsonst das bit­te­re Lei­den auf sich nahm.

    In der Kir­che neh­men sich zu vie­le zu wich­tig und das ist ja kein süd­ame­ri­ka­ni­sches Phä­no­men. Was die sog. Befrei­ungs­theo­lo­gie anbe­langt, so ist/war sie ein erneu­ter Ver­such, der unter ver­schie­de­nen Deck­män­tel­chen in der Geschich­te immer wie­der vor­kam. Und das heißt die Hint­an­stel­lung des Hei­li­gen Gei­stes zugun­sten einer welt­lich-mate­ria­li­sti­schen, ungei­sti­gen Sicht­wei­se des Erlö­sers Jesus Chri­stus.
    Dar­um geht es ja auch bei der Bischofs­syn­ode im Okto­ber, also um den wah­ren Geist Got­tes oder den Ungeist, der sich so ger­ne als „men­schen­freund­lich“ mas­kiert.

  5. Die argen­ti­ni­sche Schlag­rich­tung der Befrei­ungs­theo­lo­gie, dort Theo­lo­gie des Vol­kes (der Armen)genannt, hat sich mit dem Pero­nis­mus in Argen­ti­ni­en ent­wickelt.
    Scan­no­ne, ein Leh­rer von Ber­go­glio, gilt als Urver­fech­ter einer ‚Befrei­ungs­phi­lo­so­phie‚ die sich im Unter­schied zu neo­mar­xi­sti­schen Strö­mun­gen in ihrem Ansatz einer „latein­ame­ri­ka­ni­schen Phi­lo­so­phie“ vor allem auf Poten­tia­le der „Volks­weis­heit“ (sabiduría popu­lar) stützt.
    Papst Fran­zis­kus sprach wie­der­holt von einer UNFEHLBARKEIT des Vol­kes.

    Die Theo­lo­gie der Armen steht in einer gewis­sen Dif­fe­renz, aber nicht im Wider­spruch zur Befrei­ungs­theo­lo­gie, die etwa in Bra­si­li­en oder Chi­le aus einer mar­xi­stisch und sozia­li­stisch gepräg­ten Sozi­al­ana­ly­se her­aus ent­stand. In bei­den theo­lo­gi­schen Ansät­zen geht es dar­um, dass sich die bibli­sche Bot­schaft der Erlö­sung im armen Jesus von Naza­reth ereig­net hat und dass sie «gute Nach­richt» vor allem für die Armen und Not­lei­den­den ist, so die Äuße­rung der deut­schen Theo­lo­gin Eck­holt in der NZZ vor 2 Jah­ren.

    Der ehe­ma­li­ge ‚Kar­di­nal der Armen‚ wünscht sich als Papst so sehr, dass Chri­sten sich in Ver­eh­rung vor einen Armen hin­knien, soll­te die­ser eine Kir­che betre­ten.
    (Äuße­rung aus einer Video­bot­schaft von Papst Fran­zis­kus)

    Das See­len­heil der Men­schen spielt offen­sicht­lich kei­ne gro­ße Rol­le bei die­sen ‚Theo­lo­gen‚.

    • Die­se „Unfehl­bar­keit des Vol­kes“ hängt mit dem von den Pro­gres­si­sten breit­ge­tre­te­nen „sen­sus fide­li­um“ zusam­men, der angeb­lich die Marsch­rich­tung für die Leh­re der Kir­che abge­ben müs­se. Alle müs­sen mit­re­den kön­nen …

      Aber bei F. ist das auch wie­der völ­lig irr­lich­ternd ein­ge­setzt. Der Mann ist nicht mal in der Lage dazu (oder wil­lens?), ein kla­rer Pro­gres­sist zu sein.
      Der hat sich sei­ne Theo­lo­gie aus tau­send Theo­lo­gen-Nip­pes-Teil­chen zusam­men­ge­ba­stelt ohne Sinn und Ver­stand!

Kommentare sind deaktiviert.