Aufstand gegen Erzbischof: „Wer bist du, um zu urteilen?“

Erzbischof Cordileone
Erz­bi­schof Cordileone

(New York) In San Fran­cis­co erließ Erz­bi­schof Sal­va­to­re Cor­di­leo­ne eine Richt­li­nie, um die katho­li­schen Wer­te an den katho­li­schen Schu­len sicher­zu­stel­len. Was ein selbst­ver­ständ­li­cher Vor­gang sein soll­te, löste eine unge­ahn­te Wider­stands­wel­le aus, bei der von außen mas­si­ver Druck auf die Katho­li­sche Kir­che aus­zu­üben ver­sucht wird. Die Kri­ti­ker der erz­bi­schöf­li­chen Richt­li­nie fas­sen ihre Kri­tik mit einem päpst­li­chen Wort zusam­men: „Wer bist du, um zu urteilen?“

„In die­ser Stadt, die dazu bei­getra­gen hat, die Bewe­gung für die Homo-Rech­te ins Leben zu rufen“, hät­te man sich so etwas nicht vor­stel­len kön­nen, schrieb die New York Times. Gemeint war die neue von Erz­bi­schof Cor­di­leo­ne erlas­se­ne Richt­li­nie für das katho­li­sche Schul­we­sen. Dar­in steht, daß in den Schu­len des von ihm gelei­te­ten Erz­bis­tums die Lehr­kräf­te künf­tig die Grund­sät­ze der katho­li­schen Moral­leh­re zu respek­tie­ren und zu ver­tre­ten haben. Es sei daher nicht ange­mes­sen, wenn vor dem Kru­zi­fix in der Schul­klas­se den Schü­lern gesagt wer­de, daß „homo­se­xu­el­le Hand­lun­gen nicht gegen das Natur­recht ver­sto­ßen“ wür­den. Oder daß künst­li­che Ver­hü­tung nicht „in sich nega­tiv ist“. Oder daß die Stamm­zell­for­schung an mensch­li­chen Embryo­nen einen gro­ße Errun­gen­schaft der Wis­sen­schaft sei.

Richtlinien um katholisches Profil an katholischen Schulen zu garantieren

Im Klar­text tat Erz­bi­schof Cor­di­leo­ne das, was jedes Unter­neh­men macht. Es stellt betriebs­in­ter­ne Spiel­re­geln auf, an die sich die Mit­ar­bei­ter zu hal­ten haben. Spiel­re­geln, sprich Gren­zen, die schwarz auf weiß fest­ge­hal­ten wer­den und die kein Mit­ar­bei­ter eines Unter­neh­mens über­ge­hen wird, wenn er nicht sei­ne Stel­le ver­lie­ren möch­te. Was all­ge­mein als selbst­ver­ständ­lich akzep­tiert wird, auch in den USA, scheint aber für jeden zu gel­ten außer für die Katho­li­sche Kir­che. Gegen die erz­bi­schöf­li­chen Richt­li­ni­en ist gera­de­zu ein Auf­stand im Gange.

„Unse­re Gemein­schaft ist betrübt, unse­re Leh­rer sind ter­ro­ri­siert“, sagt eine fast den Trä­nen nahe Jes­si­ca Hyman, die an einem der vier Gym­na­si­en unter­rich­tet, die von den Richt­li­ni­en des Erz­bi­schofs erreicht wur­den. Die Homo-Orga­ni­sa­tio­nen mach­ten sich umge­hend empört ans Werk und ver­öf­fent­lich­ten eine Flut von Pres­se­er­klä­run­gen, mit denen sie die Hal­tung des Erz­bi­schofs ver­ur­tei­len. Dem Erz­bi­schof wird vor­ge­wor­fen, „qua­li­fi­zier­tem Per­so­nal“ die „Tür vor der Nase zuzu­schla­gen“, dar­un­ter vie­le „gläu­bi­ge katho­li­sche Homosexuelle“.

Ande­re spre­chen sogar von einem „Rein­heits­test“, der ein Rück­fall „in die 30er Jah­re in Euro­pa“ sei. Die Töne sind rauh, radi­kal und vor allem mora­li­sie­rend. Leh­rer und Schül­ler orga­ni­sie­ren Pro­te­ste, dar­un­ter einen Schwei­ge­marsch im Ker­zen­schein zur 1967–1971 erbau­ten Mari­en­ka­the­dra­le von San Fran­cis­co, deren äuße­res Erschei­nungs­bild mehr den „Charme“ eines Muse­ums für moder­ne Kunst hat, viel­leicht auch einer Bank.

Papstworte als Totschlaginstrument gegen katholische Kirche

Antikatholischer Protest vor Kathedrale gegen Erzbischof Cordileone
Pro­test vor Kathe­dra­le gegen Erz­bi­schof Cordileone

Bei der anti­bi­schöf­li­chen Demon­stra­ti­on wur­den Tafeln mit der Auf­schrift „Wer bin ich, um zu urtei­len?“ mit­ge­tra­gen. Der berühmt-berüch­tig­te Satz von Papst Fran­zis­kus wird heu­te in allen Vari­an­ten als Tot­schlag­keu­le gegen die kirch­li­che Hier­ar­chie oder nach Belie­ben gegen die katho­li­sche Leh­re ein­ge­setzt. Ein Leh­rer der Sac­red Heart Cathe­dral Pre­pa­ra­to­ry, der auch mit einer Ker­ze in der Hand zur Kathe­dra­le zog, erklär­te den Medi­en allen Ern­stes „für den Erz­bi­schof zu beten, damit sich sein Herz ändere“.

Der Erz­bi­schof sah sich als Ange­klag­ter an den Pran­ger gestellt und mit dem Vor­wurf kon­fron­tiert, Mei­nun­gen auf­zwin­gen, Leh­rer ein­schüch­tern oder gar ent­las­sen zu wol­len. „Hier will nie­mand irgend­wen ent­las­sen“, kon­ter­te Msgr. Cor­di­leo­ne. Die Richt­li­ni­en sol­len den katho­li­schen Schu­len ein erkenn­ba­res katho­li­sches Pro­fil geben. Alle dar­in genann­ten Punk­te „sind dem Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che ent­nom­men und ent­hal­ten daher nichts Neu­es“, so der Erzbischof.

„Junge Generation starkem antikatholischem Druck ausgesetzt“

Der Erz­bi­schof von San Fran­cis­co ist schon seit Jah­ren der Buh­mann von Homo-Ver­bän­den und Lin­ken. Noch immer wird ihm sei­ne Ableh­nung der „Homo-Ehe“ vor­ge­hal­ten, obwohl VIPs und Dut­zen­de Intel­lek­tu­el­le an ihn appel­liert hat­ten, sei­nen Stand­punkt zu über­den­ken. Vor­ge­wor­fen wird Erz­bi­schof Cor­di­leo­ne auch, daß er im ver­gan­ge­nen Jahr am Marsch für das Leben in Washing­ton teilnahm.

Der Erz­bi­schof sag­te über die neue Richt­li­nie, daß es „wich­tig ist, den Leh­rern zu hel­fen, ihren Stu­den­ten gül­ti­ge Sicht­wei­sen zu ver­mit­teln“ zu The­men, zu denen es Ver­wir­rung geben könn­te. „Die jun­gen Genera­tio­nen ste­hen heu­te unter dem star­ken Druck jener, die sie in bestimm­te Stan­dards pres­sen wol­len, die dem wider­spre­chen, was wir glauben.“

Davon lie­ßen sich eini­ge lin­ke Lokal­po­li­ti­ker nicht beein­drucken, die öffent­lich von Erz­bi­schof Cor­di­leo­ne die sofor­ti­ge Rück­nah­me „der dis­kri­mi­nie­ren­den Bestim­mun­gen“ for­der­ten. Der dia­lek­tisch akro­ba­ti­sche Vor­wurf gegen den Erz­bi­schof lau­tet: „Die Reli­gi­on als Tro­ja­ni­sches Pferd zu miß­brau­chen, um unse­re Mit­bür­ger ihrer Grund­rech­te zu berauben“.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Crisis/Archdiocese of San Francisco

15 Kommentare

  1. „Bei der anti­bi­schöf­li­chen Demon­stra­ti­on wur­den Tafeln mit der Auf­schrift „Wer bin ich, um zu urtei­len?“ mit­ge­tra­gen. Der berühmt-berüch­tig­te Satz von Papst Fran­zis­kus wird heu­te in allen Vari­an­ten als Tot­schlag­keu­le gegen die kirch­li­che Hier­ar­chie oder nach Belie­ben gegen die katho­li­sche Leh­re eingesetzt.“
    Ja das war es dann wohl. Sie benut­zen die­se Wor­te Ber­go­gli­os um jeden in die Schran­ken zu wei­sen der es wagt auf ihre Sün­den hin­zu­wei­sen. Die­se Wor­te sind der Gene­ral­schlüs­sel der auf­müp­fi­gen Her­de gegen jeden Bischof und Prie­ster der noch nicht nach ihrer Pfei­fe tanzt. Die­ses Spiel ist durch.
    „Ein Leh­rer der Sac­red Heart Cathe­dral Pre­pa­ra­to­ry, der auch mit einer Ker­ze in der Hand zur Kathe­dra­le zog, erklär­te den Medi­en allen Ern­stes „für den Erz­bi­schof zu beten, damit sich sein Herz ändere“.“
    Das ist ein inter­es­san­tes Phänomen.
    In einer Zeit wo alles umge­kehrt wird ist es nicht aus­ge­schlos­sen das die Scha­fe sich auf die Hin­ter­läu­fe set­zen und zu Gott beten er möge ihren Hir­ten ver­zei­hen das er so schlecht über die Wöl­fe spre­che die doch so freund­lich und ver­ständ­nis­voll zu ihnen sind. Nichts ist mehr unmöglich.
    Per Mari­am ad Christum.

  2. Hei­li­ge Maria Mut­ter Got­tes brei­te Dei­nen schuet­zen­den Man­tel ueber die­sen Bischof!

  3. Dann ist die Saat die­ses berühmt-berüch­tig­ten Papst­wor­tes doch wohl aufgegangen!

    Das Bild vom Tro­ja­ni­schen Pferd ist in der Tat dia­lek­ti­sche Akro­ba­tik. Dar­auf muß man erst mal kom­men! Es ist doch wohl so, daß welt­weit den Gläu­bi­gen und Kon­ser­va­ti­ven in Kir­che und Gesell­schaft nach jah­re­lan­ger ver­geb­li­cher Bela­ge­rung trick­reich die Tro­ja­ner ins Haus geschickt. wer­den. Und nun das! Ich schlie­ße mich Shu­ca an: „Nichts ist mehr unmöglich“

  4. Viel­leicht hat ja die Kir­che selbst ein Tro­ja­ni­sches Pferd im Stall. Ist sein Name FRANZISKUS ?

  5. Erz­bi­schof Cor­di­leo­ne hat hier an einem sehr wich­ti­gen Ort ein ein­deu­ti­ges Zei­chen von katho­li­scher Glau­bens­leh­re gesetzt:
    in San Fran­cis­co, berücht in der gan­zen USA als Prot­ago­nist bei der Gay-Trans-Gen­de­r­eman­zi­pa­ti­on, inzwi­schen auch dik­ta­to­ri­al mit sehr viel Medi­en­mob­bing durchgedrückt;
    bei sehr lau­ten moder­ni­sti­schen Min­der­hei­ten in der katho­li­schen Kir­che, die laut­kehls reagie­ren und demonstrieren;
    und unter inzwi­schen lan­des­wei­tem Inter­es­se (The New York Times liegt im Osten der USA).
    Erz­bi­schof Cor­di­leo­ne ist äusserst mutig, sehr wei­se und katho­lisch bis ins Mark;
    unter­stützt wird er sehr tüch­tig von den Pro­Li­fe- und Pro­Fa­mi­lia-Ver­bän­den und von den bun­des­wei­ten tra­di­ti­ons­freund­li­chen Bewe­gun­gen und Gruppen;
    sein tap­fe­rer Kampf wird auf­merk­sam durch die gro­ße und schnell wach­sen­de evan­ge­li­ka­le Bewe­gun­gen und Grup­pen in den USA beobachtet.
    Ein Schwer­punkt des gay­freund­li­chen Pro­tests dort gegen die katho­li­sche Hal­tung v. Erz­bi­schof Cor­di­leo­ne ist übri­gens die San­ta Cla­ra-Uni­ver­si­tät, geführt und patro­niert von den Jesuiten;
    ein Jesui­ten­pa­ter dort ist füh­rend in dem lau­ten Pro­test gg. Erz­bi­schof Cordileone.
    Pikan­ter­wei­se haben sich gera­de in die­ser Jesui­ten­pro­vinz „Cali­for­nia“ und in den Kom­mu­ni­tä­ten dort gewal­ti­ge Miß­brauch­skan­da­le abge­spielt mit hor­ren­den Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen (es waren die abso­lu­te Rekord­zah­lun­gen in den USA);
    der Jesui­ten­or­den dort hat sehr schwe­re per­so­nel­le Ein­bü­ße erlit­ten und wei­test­ge­hend jede Glaub­wür­dig­keit verloren.
    Die­se Ver­hee­run­gen sind dort vor Ort sehr gut und sehr breit bekannt.
    Das erklärt auch das Schwei­gen vie­ler moder­ni­sti­schen Hir­ten, zutiefst fru­striert über das Fias­ko der eige­nen Über­zeu­gun­gen, das mora­li­sche und finan­zi­el­le Bank­rott, die Angst anzu­ecken ( des­halb: Neue­van­ge­li­sie­rung null, wie aus den vie­len Bis­tums­web­sites zu sehen) und zugleich mit Neid ggb. einen Tap­fe­ren der offen für den katho­li­schen Glau­ben kämpft.
    Pra­emia pro validis!

  6. Man sieht jeden­falls deut­lich, dass jedes Wort, jede Sil­be, jede Nuan­ce aus dem Mun­de eines „Pap­stes“ oder Bischofs größ­te Bedeu­tung hat, gewis­ser­ma­ßen ein Züng­lein an der Waa­ge darstellt.

    Umso mehr muss man sich klar­ma­chen, dass die­ses Züng­lein seit über 50 Jah­ren zwar viel­leicht nur mil­li­me­ter­wei­se aus­schlug, aber das genüg­te, um gan­ze Häu­ser­fluch­ten zum Ein­stür­zen zu brin­gen. Es genüg­te, um aus dem blen­den­den Weiß des Him­mels gäh­nen­des Schwarz der Höl­le zu machen.

    Nun sind die natur­recht­li­chen Basics erreicht. Vor­her gings um hohe Theo­lo­gie und Liturgie.
    Wie @ Shu­ca den­ke auch ich: das wars dann wohl!

    • Sehr geehr­te Frau Zeitschnur.
      „Wie @ Shu­ca den­ke auch ich: das wars dann wohl!“
      Ich weiß nicht ob das rich­tig rüber gekom­men ist.
      Ich habe das tri­um­phie­rend gemeint. Ich den­ke völ­lig anders als die mei­sten Katho­li­ken. Ber­go­glio macht mei­nen Glau­ben stark und nicht schwach. Ich stel­le mich doch nicht auf einen fal­schen Bahn­steig und war­te auf einen Zug der nie kommt. Alle die­se Din­ge müs­sen gesche­hen in der Eska­la­ti­on zwi­schen Chri­stus und die­ser Welt. Wenn ich mir die­se jet­zi­ge Welt angucke und nicht in ihr leben müß­te könn­te ich Feste fei­ern Tag und Nacht. Aber da ich in ihr leben muß ist wohl bes­ser zu beten als zu feiern.
      Per Mari­am ad Christum.

      • Lie­ber Shu­ca, ich fin­de die Idee mit der Eska­la­ti­on auf die wir zulau­fen einen sehr inter­es­san­ten Gedan­ken — irgend­wann muss sich ja die Spreu vom Wei­zen tren­nen. Viel­leicht ist es gera­de unter die­sem Pon­ti­fi­kat wo dies pas­sie­ren wird! Bes­ser als wei­ter­wursch­teln wie in den letz­ten 50 Jah­ren wo kei­ner so genau weiß wo er dran ist…

      • „Ber­go­glio macht mei­nen Glau­ben stark und nicht schwach.“
        Für mich eine neue, über­ra­schen­de Vorstellung.
        Bis­her war es so, dass ich mich durch das aktu­el­le Pon­ti­fi­kat eher nie­der­ge­schla­gen und gelähmt fühlte.
        Statt­des­sen könn­te es mich im Glau­ben aber auch stär­ken, im Sin­ne von: „Jetzt erst recht!“

        Da kommt mir gera­de das bekann­te Gebet von Tere­sa von Ávila in den Sinn:
        „Nichts soll dich äng­sti­gen, nichts dich erschrecken. Alles geht vorüber. (.…)
        Solo Dios basta!“
        Es hat mir schon oft geholfen.

      • @ shu­ca

        Ich hat­te Sie so ver­stan­den, dass Sie mit dem Satz „Das war dann wohl“ einen End­punkt oder Wen­de­punkt einer Ent­wick­lung andeu­ten wollen.

        Ihr Bild vom Bahn­steig gefällt mir gut. Und Sie wis­sen, dass auch ich nicht so den­ke wie die mei­sten Katho­li­ken, weder die Tra­dis und schon gar nicht die eher Amts­kirch­li­chen… ich habe des­halb auf­ge­hört, von die­ser Hier­ar­chie, die von Rom aus­geht, etwas zu erwar­ten, „war­te“ also schon längst nicht mehr an die­sem „Bahn­steig“ auf einen „Zug der nie kommt“.

        Für mich war der Wen­de­punkt letz­tes Jahr end­gül­tig mit der unse­li­gen Hei­lig­spre­chung erreicht. Dazu hat­te ich auf mei­nem Blog einen Arti­kel mit der Über­schrift geschrie­ben „Tag der Entscheidung“.

        Ich hat­te Ihren Satz hier ans Ende einer abstei­gen­den Ver­falls­ket­te gesetzt: erst hat man auf intel­le­tu­el­lem und gei­sti­gem Niveau gra­vie­ren­de „Refor­men“ ein­ge­lei­tet. Dann wur­de die Lit­ur­gie zer­stört, was aber das „Volk Got­tes“ mehr­heit­lich nicht kapiert hat. Dass nicht-katho­li­sche Per­so­nen hoher Bega­bung Paul VI. erfolg­los um den Erhalt der alten Mess­form bit­ten muss­ten (Menu­hin (Jude), Chri­stie (Angli­ka­ne­rin), Ash­ken­azy (Jude)) ist gera­de­zu ein him­mel­schrei­en­des Armuts­zeug­nis für das „Volk Got­tes“ — die Juden und Pro­te­stan­ten haben offen­bar eher gemerkt, was hier abgeht als die Katho­li­ken. Ein Trauerspiel!
        Doch alles ging sei­nen Gang und wur­de zerstört.
        Heu­te sind wir bei den natur­recht­li­chen Basics ange­kom­men, den Fra­gen nach Fami­lie und Ehe und Sexualität.
        Aller­dings führt die­se Basic-Fra­ge ein Stück­weit das Ver­trau­en der Kir­che ins „Natur­recht an sei­ne Gren­zen: das Natur­recht kennt kei­ne lebens­lan­ge mono­ga­me Ehe, son­dern durch­weg ein Schei­dungs- und Wie­der­ver­hei­ra­tungs­recht… So wur­de es noch von Moses erlaubt und konn­te sich in wei­ten Tei­len schis­ma­ti­scher Kir­chen durch­set­zen oder bei­be­hal­ten (Ortho­do­xie).

        Nun ist das The­ma damit aber an sein Ende gekom­men. Natur­recht­lich kommt man nicht wei­ter, das theo­lo­gi­sche Fun­da­ment ist dage­gen ver­lo­ren gegan­gen bzw. an dem The­ma hängt die kom­plet­te Geschlech­ter­fra­ge, die in ihrer Zer­rüt­tung aber zen­tra­les Objekt der Sün­den­fluchs und der Fluch­ord­nung ist. Folg­lich ist sie auch zen­tra­les The­ma der Heilsordnung.

        Die aller­mei­sten, v.a. bür­ger­lich kon­ser­va­tiv ein­ge­stell­ten Katho­li­ken offen­ba­ren gera­de an die­sem The­ma, wie wenig sie die Heils­ord­nung geist­lich ver­ste­hen! Der neue Mensch darf doch Chri­stus förm­lich gei­stig als Gewand anzie­hen , als Gna­den­ge­wand, unter dem zwar der alte Mensch bis­wei­len her­vor­blitzt, den­noch aber bereits , wie die Schrift sagt, „eine neue Schöp­fung“ IST.
        Gera­de gestern und heu­te aber mein­te eine Poste­rin hier, mir ein­re­den zu sol­len, wir stün­den nach wie vor in der Fluch­ord­nung. Dies ist sym­pto­ma­tisch für den Zustand der Katho­li­ken — auch der angeb­lich Kon­ser­va­ti­ven. Sie sind nicht weit weg von den Pro­gres­si­ven, weil sie mit ihnen die fal­schen Prä­mis­sen der Fluch­ord­nung tei­len und nur eine je ande­re mora­li­sche Lösung pro­pa­gie­ren, was aber mit Glau­ben nichts zu tun hat…

      • @Zeitschnur
        „Ich hat­te Sie so ver­stan­den, dass Sie mit dem Satz „Das war dann wohl“ einen End­punkt oder Wen­de­punkt einer Ent­wick­lung andeu­ten wollen.“

        Nein ich sehe die­sen Satz als einen logi­schen Bau­stein in der Dis­har­mo­nie die­ser Welt und der mit ihr ver­bün­de­ten Kon­zils­kir­che gegen­über Chri­stus. Aber was wol­len wir denn, es läuft doch alles so wie es Gott in sei­ner unend­li­chen Weis­heit seit undenk­li­chen Zei­ten wuß­te und unter­schrie­ben hat. Ber­go­glio hat in Wahr­heit doch gar kei­ne Macht auch wenn er es sel­ber glaubt und anders sieht. Er macht das was Gott von Anfang an wuß­te. Hero­des hat die hei­li­ge Fami­lie auch ver­folgt und hat trotzt­dem über­haupt kei­ne Macht gehabt. Es gibt kein Gutes ohne das Böse denn wie soll­te sich denn das Gute sonst defi­nie­ren. Es gibt kei­ne Wahr­heit ohne die Lüge denn wie soll­te die Wahr­heit denn sonst als wahr erkannt wer­den. Wir kön­nen und dür­fen uns auch über die­sen Satz von Ber­go­glio auf­re­gen aber ändern kön­nen wir nichts. Aber er ist gra­vie­rend und passt genau in die­se jet­zi­ge Welt. Shake­speare hat­te recht „Ende gut alles gut“. Man könn­te auch sagen „Am Ende wird mein unbe­fleck­tes Herz tri­um­phie­ren“. Und nun zu Luzi­fer der es fer­tig­ge­bracht hat alles Übel die­ser Welt Gott in die Schu­he zu schie­ben und alle rufen war­um läßt Gott das zu. Er kann das Gute und die Wahr­heit nicht besie­gen aber er kann alles umdre­hen. Aus Wahr­heit wird Lüge und aus Lüge wird Wahr­heit und aus Gut wird Böse und aus Böse wird gut. Da ist er ein wirk­li­cher Mei­ster im alles auf den Kopf stel­len und zur Zeit arbei­tet er rund um die Uhr und macht kei­ne Pau­se denn er fürch­tet um sei­nen Kopf der von einem Fuß von einer wun­der­schö­nen Frau doch stark gefähr­det ist.
        Per Mari­am ad Christum.

      • @ shu­ca

        Na gut — ich stim­me Ihnen in vie­lem zu!
        Die­se Vor­stel­lung, es gebe das Gute nicht ohne das Böse…da bin ich nicht sicher, ob es so stimmt. Ich weiß nicht, ob das wirk­lich Gute es nötig hat, nur im Kon­trast gegen das Böse erkannt zu werden.

        Im Him­mel jeden­falls wer­den wir mit Gott zusam­men­sein dür­fen, der allein gut sei (wie Jesus zum rei­chen Jüng­ling sag­te). Und ich dach­te eher, dass wir dort „von Ange­sicht zu Ange­sicht schau­end“ so tief ver­eint sind in und mit Gott, dass wir die­sen Kon­trast nicht mehr brauchen…

        Aber auf die Vor­gän­ge in der Kir­che und der Welt trifft Ihre Beob­ach­tung zu: das Gute und das Böse wach­sen wie Zwil­lin­ge neben­ein­an­der auf, und das Böse ist per­ma­nen­te Berau­bung des Guten!

        Aber das Gute beraubt nicht, son­dern hat allei­ne „Sub­sanz“ — der Fuß der wun­der­schö­nen Frau ist tau­send­mal rea­ler als das Böse, das ja doch nur Raub des Guten ist!

  7. Als ich die­sen ver­häng­nis­vol­len Satz „wer bin ich usw.“ hörte,war mei­ne erste Reak­ti­on: „Schach und matt“ !!
    Mehr fällt mir auch jetzt nicht dazu ein und Euch geht es anschei­nend genau so.
    Nun kön­nen wir nur noch auf DEN hoffen,der das Schach­spiel über­wacht und die Par­tie auf sei­ne Wei­se beendet.

  8. „Wer bist du, um zu urteilen?“

    Genau das ist hier die Fra­ge, die sich alle Kri­ti­ker von Erz­bi­schof Cor­di­leo­ne selbst gefal­len las­sen müs­sen. „Wer seid ihr, um Got­tes Wort und Sein Recht zu kri­ti­sie­ren?“ Seid ihr Tod­sün­der, Sün­der, Geschöp­fe oder etwa selbst der Schöp­fer — der drei­fal­ti­ge Gott?
    Da war vor lan­ger Zeit ein­mal jemand von den Heil­gen Engeln Got­tes, — ein Rebell — der woll­te sein wie Gott — was ist aus ihm und sei­nen „Getreu­en“ gewor­den? Sei­ne Anhän­ger wur­den zu Dämo­nen. Er selbst wur­de zum Satan, Teu­fel (Dia­bo­lus) Luzi­fer = Engel des Lichts, der Schlan­ge, dem Ver­su­cher und Ver­füh­rer, dem Ver­wir­rer, Fürst der Fin­ster­nis und als König der Lüge in die Höl­le gestürzt — die denk­bar schlech­te­ste, unrühm­lich­ste und in alle Ewig­keit wäh­ren­de „Kar­rie­re“, die man sich vor­zu­stel­len vermag.…..
    Das obi­ge unsäg­li­che Zitat lau­te­te im Orgi­nal anders: „Wer bin ich, um zu urteilen?“
    Wir dür­fen als Chri­sten nie­man­den — kei­nen Men­schen — ver­ur­tei­len, wohl aber — wie Jesus es tat und wie Kar­di­nal Bur­ke rich­tig sag­te — Sün­den, die nichts ande­res als fal­sche Hand­lun­gen sind, ver­ur­tei­len. Nicht der Sün­der wird ver­uteilt — son­dern die Sün­de! Prak­ti­zier­te Homo­se­xua­li­tät ist eine Tod­sün­de, leben und han­deln gegen die Leh­ren der katho­li­schen Kir­che und gegen die Zehn Gebo­te Got­tes, sind fal­sche Hand­lun­gen = Sünden.
    Alle Kri­ti­ker und Pro­te­stie­ren­den bewei­sen damit, das sie weder die Bibel, den katho­li­schen Glau­ben noch die Leh­ren der Kir­che ken­nen, akzep­tie­ren oder prak­ti­zie­ren. Wie­der ein­mal wird das soge­nann­te frei­mau­re­ri­sche Men­schen­recht über Got­tes­recht gestellt. Erz­bi­schof Cor­di­leo­ne hat nichts Unrech­tes getan — im Gegen­teil: er ver­kün­det und ver­tei­digt mutig das Evan­ge­li­um gegen den Main­stream selbst­er­nann­ter „Chri­sten“ und schon wie­der steht uns ein trau­ri­ges Bei­spiel des gro­ßen Abfalls von Gott vor Augen — und immer noch leug­nen zahl­rei­che „blin­de und gehör­lo­se Gläu­bi­ge ‑dar­un­ter lei­der auch frei­mau­re­ri­sche Kle­ri­ker — das das 2. Kom­men Jesu in Herr­lich­keit unmit­tel­bar bevor­steht. Blin­de kön­nen hören und Gehör­lo­se kön­nen sehen — aber wer alle sei­ne Sin­ne für Gott ver­schließt, dem ist nur noch durch fle­hent­li­ches Gebet zu helfen.
    Gott wird den größ­ten Glau­bens­ab­fall aller Zei­ten und die Ver­fol­gung, den Hass und die Aus­gren­zung Sei­ner Getreu­en nicht mehr lan­ge tole­rie­ren. Beten wir für alle Chri­sten, das sie die Gött­li­che Wahr­heit erken­nen mögen, bevor es zu spät zur Umkehr zu Gott ist und schlie­ßen wir den muti­gen und treu­en geweih­ten Die­ner Got­tes — Erz­bi­schof Cor­di­leo­ne — fest in unser Gebet um Stand­haf­tig­keit gegen Lüge, Ver­wir­rung und Unglau­ben mit ein.
    Gelobt sei Jesus Chri­stus in alle Ewig­keit — Amen!

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