Was sind traditionelle Katholiken?

Pius X.
Pius X.

von Father Peter Caro­ta, Diö­ze­san­prie­ster in den USA

Als tra­di­tio­nel­le Katho­li­ken […] müs­sen wir defi­nie­ren, wer wir sind und was unse­re Mis­si­on in die­sem kur­zen Leben ist. Hier sind 20 Punk­te, die vie­le unter uns tra­di­tio­nel­len Katho­li­ken ent­deckt haben, womit wir uns iden­ti­fi­zie­ren und die uns zu dem gemacht haben, was wir heu­te sind.

1. Wir sind schlicht Katho­li­ken, wel­che die ver­gra­be­nen Schät­ze Got­tes ent­deckt haben.
2. Es begann damit, über die Mes­se aller Zei­ten zu ler­nen (auch latei­ni­sche Mes­se oder triden­ti­ni­sche Mes­se genannt), als Papst Bene­dikt Summorum Pon­ti­fi­cum promulgierte.
3. Davon aus­ge­hend haben wir den gro­ßen Unter­schied zwi­schen der neu­en Mes­se (auch Novus Ordo genannt) – wel­che den mei­sten von uns aus­schließ­lich bekannt war – und der latei­ni­schen Mes­se entdeckt.
4. Wir ent­deck­ten, zu unse­rer gro­ßen Über­ra­schung, dass erst­mals in der Kir­chen­ge­schich­te das römi­sche Mess­buch dra­stisch ver­än­dert wur­de, durch Bugni­ni und das Con­ci­li­um, mit Unter­stüt­zung von Papst Paul VI., pro­mul­giert im Jah­re 1969.
5. Wir fan­den her­aus, dass die latei­ni­sche Mes­se jahr­hun­der­te­lang ein Teil der Katho­li­ken des römi­schen Ritus war und sich sehr lang­sam in win­zi­gen Schrit­ten über jene Jahr­hun­der­te ent­wickel­te, begin­nend beim Letz­ten Abend­mahl und dem Opfer Jesu am Kreuz.
6. Wir fan­den her­aus, dass vie­le Din­ge der neu­en Mes­se (das zwei­te Hoch­ge­bet, wel­ches bei­na­he aus­schließ­lich ver­wen­det wird in allen katho­li­schen Mes­sen) sowie die neu­en Rubri­ken von Bugni­ni und dem Con­ci­li­um geschaf­fen wurden.
7. Wir fan­den her­aus, dass die pro­te­stan­ti­schen Bera­ter beim Zwei­ten Vati­ka­num sehr erfolg­reich dabei waren, zu hel­fen, die neue Mes­se zusam­men­zu­stel­len und sie in die Mut­ter­spra­che zu übertragen.
8. Wir sehen deut­lich den Fokus auf das Opfer Jesu auf dem Kal­va­ri­en­berg in der latei­ni­schen Messe.
9. Wir sehen deut­lich, dass der Fokus in der neu­en Mes­se auf das Letz­te Abend­mahl gerich­tet ist und das „Tut dies zu mei­nem Gedächt­nis“, wie der Pro­te­stant Mar­tin Luther es sich wünschte.
10. Wir sehen deut­lich die pro­te­stan­ti­sche Beto­nung auf die Gemein­de und den Vor­ste­her der Ver­samm­lung gegen­über der Beto­nung in der latei­ni­schen Mes­se auf den Prie­ster, der das Opfer in per­so­na Chri­sti darbringt.
11. Wir erle­ben die men­schen­zen­trier­te Zusam­men­kunft bei der neu­en Mes­se, zu der die Leu­te kom­men, um sich gut zu füh­len, den Prie­ster anzu­schau­en, der ihnen gefällt, um zu tun, was sie wol­len, sich zu klei­den, wie sie wol­len (sexy Frau­en unan­stän­dig und Män­ner arm­se­lig mit kur­zen Hosen beklei­det), zu reden, wann sie wol­len, um die Pre­digt zu hören, die sie wol­len, und mit dem Han­dy zu spie­len, wenn sie gelang­weilt sind. Dage­gen ist es in der latei­ni­schen Mes­se sehr still, die mei­sten Leu­te klei­den sich ordent­lich und sind respekt­voll gegen­über Jesus im Taber­na­kel, sie knien zum Gebet, und die Frau­en tra­gen Schleier.
12. Wir stel­len fest, dass die Leu­te früh zur latei­ni­schen Mes­se kom­men, um zu beten, und län­ger blei­ben, um Dank zu sagen. Beim Novus Ordo kom­men eini­ge Leu­te zu spät und gehen früher.
13. Beim Novus Ordo hören wir zumeist Lie­der, die den Men­schen gefal­len (Hip Hop), mit Chö­ren, die vor­ne in der Kir­che ange­ben. Dage­gen ist der Chor bei der latei­ni­schen Mes­se ver­steckt auf der Orgel­em­po­re, ein­fach um die hei­li­ge latei­ni­sche Mes­se zu unter­stüt­zen, mit Orgel­mu­sik, gre­go­ria­ni­schem Cho­ral und ande­ren alten hei­li­gen Lie­dern – und vie­le die­ser Lie­der sind in latei­ni­scher Sprache.
14. Dann fan­den wir her­aus, dass die neu­en Riten der Sakra­men­te der katho­li­schen Kir­che vie­le der äußerst wich­ti­gen Gebe­te (wie Exor­zis­men gegen den Teu­fel) eli­mi­niert und sie durch neue Gebe­te und Rubri­ken ersetzt haben.
15. Wir sehen den gro­ßen Unter­schied, der ent­hal­ten ist in den Wor­ten und Rubri­ken der Sakra­men­te vor dem Zwei­ten Vati­ka­num, und aus die­sem Grund las­sen wir unse­re Kin­der die Sakra­men­te im alten latei­ni­schen Ritus empfangen.
16. Wir erle­ben die ver­wäs­ser­ten Pre­dig­ten bei der neu­en Mes­se und die tie­fen geist­li­chen und prak­ti­schen Pre­dig­ten bei der latei­ni­schen Messe.
17. Wir sehen viel Gere­de über Lie­be in der Kir­che des Novus Ordo, aber wenig Lie­be für die Ret­tung von See­len aus der Hand des Teu­fel oder dem Fege­feu­er. Die Lie­be der Katho­li­ken des Novus Ordo ist sel­ten gezeigt gegen­über uns tra­di­tio­nel­len Katho­li­ken. Statt­des­sen has­sen sie uns, ver­fol­gen uns und machen es bei­na­he unmög­lich, die Sakra­men­te im alten Ritus zu haben, den Papst Bene­dikt für alle Katho­li­ken seit Summorum Pon­ti­fi­cum im Jah­re 2007 erlaubt hat.
18. Wir haben viel Gere­de über Umwelt und sozia­le Gerech­tig­keit in der Kir­che des Novus Ordo gehört, aber ohne jemals zu den Wur­zeln die­ser Pro­ble­me zu gehen, näm­lich per­sön­li­cher Sünde.
19. Wir haben gese­hen, dass die Ände­run­gen in der Kate­che­se die Früch­te pro­du­ziert hat, dass fast alle unse­rer Fami­li­en Athe­isten, Agno­sti­ker, Pro­te­stan­ten oder Frei­kirch­ler wur­den. Sie glau­ben nicht län­ger an Sün­de, hören Rock oder Hip Hop, klei­den sich unan­stän­dig, leben mit wem auch immer sie wol­len, haben über­all Kin­der, haben Abtrei­bun­gen und haben schwer­wie­gen­de Laster wie Dro­gen­miss­brauch, Alko­hol­miss­brauch und Por­no­gra­fie. Und sie sehen nicht ein, dass etwas falsch ist mit ihren eige­nen Sün­den oder mit homo­se­xu­el­lem Ver­kehr oder homo­se­xu­el­ler „Ehe“.
20. Wir tra­di­tio­nel­len Katho­li­ken glau­ben an die 2000 Jah­re katho­li­scher Leh­re, Pra­xis und Tra­di­ti­on. Wir glau­ben, dass Sün­de Sün­de ist, wie Jesus es lehr­te. Wir glau­ben an die Hei­li­ge Schrift als das tat­säch­li­che ver­bind­li­che Wort Got­tes. Wir glau­ben an den Gehor­sam gegen­über den Geset­zen Got­tes, die in unse­rem katho­li­schen Glau­ben ent­hal­ten sind. Wir glau­ben an Him­mel, Höl­le, Fege­feu­er, den Teu­fel und sei­ne Dämo­nen. Wir glau­ben, dass eine schwe­re Sün­de, die nicht bereut und gebeich­tet wur­de, uns zur ewi­gen Ver­damm­nis führt.

Dies ist mehr oder weni­ger, was wir ent­deckt haben und glau­ben. Vie­le von uns glau­ben, dass das Zwei­te Vati­ka­num ein Desa­ster war. Die Leu­te der neu­en Kir­che glau­ben, dass es das beste ist, was je in der Geschich­te der katho­li­schen Kir­che pas­siert ist, und sie wol­len es immer mehr imple­men­tie­ren oder sogar ein noch libe­ra­le­res Drit­tes Vati­ka­ni­sches Kon­zil haben.

Im Gro­ßen und Gan­zen glau­ben wir tra­di­tio­nel­len Katho­li­ken, dass die Häre­si­en des Moder­nis­mus, Säku­la­ris­mus und Pro­gres­si­vis­mus, ver­ur­teilt durch Papst Pius X., all die Pro­ble­me in der Kir­che ver­ur­sacht hat. Sie sind heu­te quick­le­ben­dig und aktiv in bei­na­he allen Tei­len der Sakra­men­te und der Hier­ar­chie der Kirche. […]

Über­set­zung: Katholisches.info/b360s
Bild: Wikicommons

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