Muslimische Gewalt-Expansion versus christliche Friedensmission — Islam und Gewalt (10)

DschihadMus­li­mi­sche Gewalt­tä­tig­kei­ten sind in Koran und Hadith ange­legt. Moham­meds eige­ne Feld­zü­ge und sei­ne reli­giö­se Recht­fer­ti­gung von Beu­te­krie­gen führ­ten zu einer Explo­si­on von Gewalt bei den Ara­ber-Stäm­men und spä­ter isla­mi­sier­ten Völ­ker. Die Aus­brei­tung des Islam mit Feu­er und Schwert steht im Gegen­satz zum Lern­pro­zess der christ­li­chen Mis­sio­na­re im Früh­mit­tel­al­ter, die aggres­si­ve Hei­den­völ­ker durch die Chri­stia­ni­sie­rung zivi­li­sier­ten.

Ein Gast­bei­trag von Hubert Hecker.

Bis vor kur­zem waren sich Mus­lim­ver­bän­de und deut­sche Poli­ti­ker dar­in einig, dass ‚der Islam’ mit dem gewalt­tä­ti­gen Isla­mis­mus nichts zu tun hät­te. Die welt­weit agie­ren­den Isla­mis­mus-Grup­pen wür­den eine Per­ver­si­on der Reli­gi­on Moham­meds betrei­ben, da ‚der Islam’ des Koran eine lupen­rei­ne Frie­dens­re­li­gi­on wäre. Selbst Papst Fran­zis­kus stell­te dem ‚authen­tisch inter­pre­tier­ten „wah­ren“ Islam’ einen Per­sil­schein für Gewalt­lo­sig­keit aus.

Lächer­li­che Abwehr-Argu­men­ta­ti­on von isla­mi­scher Gewalt

Sol­che Argu­men­ta­tio­nen sind unge­fähr so über­zeu­gend wie die frü­he­ren Beteue­run­gen zum mar­xi­stisch-leni­ni­sti­schen Sozia­lis­mus. Bis vor zwan­zig Jah­ren behaup­te­ten Mar­xi­sten, der Kom­mu­nis­mus wäre dem Wesen nach eine rei­ne Frie­dens­macht. Auch die SS 20 Rake­ten und die Ber­li­ner Mau­er dien­ten aus­schließ­lich der Frie­dens­si­che­rung, wäh­rend die aggres­si­ven Tota­li­ta­ris­men von Mao tse Dong und Pol Pot mit dem eigent­li­che Kom­mu­nis­mus nichts zu tun hät­ten.

Inzwi­schen hat Kanz­le­rin Mer­kel eine vor­sich­ti­ge Kor­rek­tur ein­ge­lei­tet. Sie hält es für eine „berech­tig­te Fra­ge“, was die isla­mi­schen Gewalt­tä­ter mit dem Islam zu tun hät­ten. Eben­so sei zu klä­ren, ob „die Gewalt­tä­tig­keit im Islam ange­legt“ sei.

Gleich­zei­tig wider­spricht sie ihrer offe­nen Fra­ge­stel­lung nach der Gewalt im Islam, indem sie die for­mel­haf­te Ant­wort gibt, dass es „für Gewalt im Namen einer Reli­gi­on kei­ner­lei Recht­fer­ti­gung“ gebe – auch nicht im Islam. Schließ­lich will sie die Fra­ge, ob Gewalt und Krieg im Koran pro­pa­giert wür­den, allein auf die mus­li­mi­sche Geist­lich­keit abschie­ben.

Den Ver­stand gebrau­chen statt Muf­tis fra­gen, Frau Mer­kel

Frau Mer­kel müss­te doch wis­sen, dass es im Islam kein offi­zi­el­les Lehr­amt für alle Mus­li­me gibt. Jeder Islam-Gläu­bi­ge kann sich selbst einen Reim auf den Koran machen. Dar­über hin­aus gibt es in jedem isla­mi­schen Land natio­na­le Lehr-Auto­ri­tä­ten. Der amtie­ren­de Groß­muf­ti Sau­di-Ara­bi­ens, Abd al-Aziz bin Abdul­lah Al asch-Schaich, ober­ster Islam-Leh­rer der sau­di­schen Staats­re­li­gi­on, hat in zahl­rei­chen Fat­was (Leh­rent­schei­dun­gen) fest­ge­legt: Zum Islam gehö­re auf ewig der (gewalt­tä­ti­ge) Dschi­had, außer­dem die Skla­ven­hal­tung von Nicht-Mus­li­men, die Todes­stra­fe bei Kon­ver­sio­nen, die Hand-Ampu­ta­ti­on bei Dieb­stahl sowie hohe Haft­stra­fen und tau­send Peit­schen­hie­be für die öffent­li­che For­de­rung nach Mei­nungs- und Reli­gi­ons­frei­heit. (Nach römi­schem Straf­recht waren nur 39 Peit­schen­hie­be erlaubt.)

Es ist ein gei­sti­ges Armuts­zeug­nis von der Kanz­le­rin und ihrem gro­ßen Bera­ter­stab, wenn sie die Ant­wort auf die Fra­ge nach Islam und Gewalt allein von den meist unauf­ge­klär­ten Islam-Pre­di­gern erwar­ten. Nach einer viel­ge­prie­se­nen euro­päi­schen Auf­klä­rungs­ma­xi­me soll­ten Mer­kel und Co. doch lie­ber ihre eige­ne Ver­stan­des- und Lese­kom­pe­tenz gebrau­chen statt auf den geist­li­chen Hori­zont von Muf­tis zu ver­trau­en.

Allein 200 Tötungs-Impe­ra­ti­ve im Koran

Die Wor­te des Pro­phe­ten Moham­meds im Koran und sei­ne Taten in der Hadith sind die ver­bind­li­chen Grund­schrif­ten des Islam. Dar­in kön­nen und soll­ten Mer­kel und jeder lese­kun­di­ge Bür­ger sich kun­dig machen über den unüber­seh­ba­ren Ansatz von Gewalt und Krieg in Moham­meds Reli­gi­on. Allein die ersten neun Kampf-Suren ent­hal­ten 27 Stel­len zu Gewalt und Krieg, Tötun­gen und Ent­haup­tun­gen.

In zahl­rei­chen Auf­sät­zen von Islam-Wis­sen­schaft­lern wer­den die „Schwert-Suren“ des Koran erör­tert. Sogar auf der Sei­te des Bun­des­kanz­ler­amts könn­te sich Mer­kel bei einem Kom­men­tar vom 20. 12. 2012 infor­mie­ren: „Im Koran wird über 200 Mal das Wort ‚Töten’ im Impe­ra­tiv ver­wen­det. (…) Suren, die zum Mord gegen­über ‚Ungläu­bi­gen’ auf­ru­fen.“

Moham­meds Recht­fer­ti­gung von Gewalt und Krieg im Namen Allahs

Noch deut­li­cher wird der inhä­ren­te Gewalt­an­satz des Islam in der Hadith-Lebens­be­schrei­bung des Pro­phe­ten. Bis zu sei­nem Tode hat­te Moham­med fast alle Stäm­me der ara­bi­schen Halb­in­sel durch Feld­zü­ge und Erpres­sung, Gewalt­an­dro­hung und Ver­trä­ge zum Islam bekriegt und bekehrt. Dabei hat­te der pro­phe­ti­sche Kriegs­herr zu einem Burg­frie­den unter den ara­bi­schen Stäm­men auf­ge­ru­fen, um ihre aggres­si­ven Raub- und Beu­te­zü­ge nach außen zu len­ken. Die­se Kriegs­zü­ge wur­den nun­mehr als Unter­wer­fung der Ungläu­bi­gen unter das Gesetz Allahs gerecht­fer­tigt – und sogar als Dschi­had gebo­ten.

Der Pro­phet und sei­ne Nach­fol­ger (Kali­fen) gaben der tra­di­tio­nel­len ara­bi­schen Pra­xis von Über­fäl­len, Raz­zi­en und Plün­de­run­gen eine wei­te­re reli­gi­ös-phi­lo­so­phi­sche Legi­ti­ma­ti­on. Ins­be­son­de­re das Beu­te­ma­chen durch Klein­krie­ge oder Feld­zü­ge bekam eine höhe­re Berech­ti­gungs­wei­he: Da Allah die Welt für Mus­li­me geschaf­fen habe, hät­ten die Anhän­ger des wah­ren, isla­mi­schen Glau­bens auch das Recht, über das Eigen­tum der Nicht-Mus­li­me zu ver­fü­gen, wenn es ihnen durch Krieg oder Plün­de­rung in die Hän­de fie­le.

Explo­si­on von Krieg und Gewalt im Früh­is­lam

Die­se aggres­si­ve Beloh­nungs- und Beu­te-Phi­lo­so­phie führ­te bei den Ara­ber­stäm­men und spä­ter auch bei wei­te­ren isla­mi­sier­ten Völ­kern zu einer regel­rech­ten Explo­si­on von Gewalt-Ener­gien. Ab 633 n. Chr. fie­len mus­li­mi­sche Bedui­nen­stäm­me in die christ­lich-jüdi­schen Regio­nen vom Negev bis zum Liba­non ein. Sie plün­der­ten vor allem die Land­re­gio­nen, met­zel­ten Men­schen nie­der, setz­ten Fel­der in Brand, raub­ten Vieh und lie­ßen nur Rui­nen zurück. Sophro­ni­us, der dama­li­ge Patri­arch von Jeru­sa­lem, klag­te in sei­ner Weih­nachts­pre­digt von 634, dass die Sara­ze­nen durch ihr „wil­des, bar­ba­ri­sches, blut­ge­tränk­tes Schwert“ die Städ­te abrie­geln, Han­dels- und Pil­ger­zü­ge aus­rau­ben und Dör­fer ver­wü­sten. 636 muss­te er auch zer­stör­te Kir­chen und Klö­ster sowie geplün­der­te Städ­te bekla­gen.

Wäh­rend die Land­be­völ­ke­rung unter den unge­zü­gel­ten Über­fäl­len irre­gu­lä­rer Ban­den lit­ten und durch die fol­gen­den Hun­gers­nö­te und Pest­epi­de­mien dahin­ge­rafft wur­den, führ­ten die regu­lä­ren Ver­bän­de der Kali­fen Abu Bakr (+634) und Umar (+644) Städ­te­be­la­ge­run­gen sowie Feld­schlach­ten gegen byzan­ti­ni­sche und per­si­sche Hee­re durch.

In den drei­ßig Jah­ren nach Moham­meds Tod erober­ten die Kali­fen-Hee­re gro­ße Tei­le der byzan­ti­ni­schen Chri­sten­ge­bie­te von Palä­sti­na, Syri­en, Meso­po­ta­mi­en und Ägyp­ten, spä­ter ganz Nord­afri­ka. Bald dran­gen die isla­mi­schen Ban­den und Hee­re auch in das byzan­ti­ni­sche Kern­ge­biet von Klein­asi­en vor. Um 640 zog ein Ara­ber- Heer nach der Zer­stö­rung von Alep­po und Antio­chi­en nach Kili­ki­en und Kap­pa­do­zi­en wei­ter, des­sen Ein­woh­ner sie in Gefan­gen­schaft ver­schlepp­ten.

Gewalt und Erobe­run­gen des Früh­is­lam wer­den glo­ri­fi­ziert

Zypern wur­de 649 von mus­li­mi­schen See­räu­bern geplün­dert. Eben­so erging es den grie­chi­schen Inseln Kos, Rho­dos (672) und Kre­ta (674). Deren Bevöl­ke­rung wur­de dem Schwert aus­ge­lie­fert oder depor­tiert und ver­sklavt. Beim vor­letz­ten Ver­such der Erobe­rung von Kon­stan­ti­no­pel (717) ver­heer­ten die Kali­fen­trup­pen die Küsten- und Land­re­gio­nen um die byzan­ti­ni­sche Haupt­stadt

Zur glei­chen Zeit hat­te ein mau­risch-ara­bi­sches Heer nach Spa­ni­en über­ge­setzt und inner­halb von 20 Jah­ren fast alle christ­li­chen Gebie­te der ibe­ri­schen Halb­in­sel unter­wor­fen. Nach Osten hin erober­ten mus­li­mi­sche Hee­re West-Indi­en (heu­te Paki­stan) sowie die nörd­li­chen Step­pen­ge­bie­te der Turk-Völ­ker.

Die ersten vier Jahr­hun­der­te isla­mi­scher Erobe­run­gen der hal­ben Welt wer­den in den mus­li­mi­schen Kern­ge­mein­den als erfolg­rei­che Epo­che des Islam glo­ri­fi­ziert – nicht nur bei den Sala­fi­sten. Damit wirkt sich die Geschich­te des Früh-Islam bis heu­te als aggres­si­ons­för­dernd aus.

Isla­mi­sier­te Mili­tär-Skla­ven über­neh­men die Macht

Ab dem zehn­ten und elf­ten Jahr­hun­dert kam das isla­mi­sche Kali­fat in Bedräng­nis, also die poli­tisch-reli­giö­se Füh­rung der mus­li­mi­schen Welt­ge­mein­schaft. Wel­len von Turk-Völ­kern bedroh­ten die Rand­ge­bie­te der Zen­tral-Herr­schaft. Die Kali­fen reagier­ten dar­auf, indem sie die ober­fläch­lich isla­mi­sier­ten Stäm­me als Mili­tär-Skla­ven in Dienst nah­men. Eini­ge Genera­tio­nen spä­ter ris­sen die Füh­rer die­ser noma­di­schen Stäm­me die Macht an sich und grün­de­ten Teil­rei­che: so die tür­ki­schen Fatim­iden in Ägyp­ten, mau­ri­sche Ber­ber-Dyna­stien in Spa­ni­en, die per­si­schen Buy­iden, spä­ter die turk­me­ni­schen Sel­dschu­ken im per­sisch-byzan­ti­ni­schen Gebiet, im 12. Jahr­hun­dert die mon­go­li­schen Herr­scher und im 13. Jahr­hun­dert die kau­ka­si­schen Mame­lucken in Ägyp­ten und Indi­en.

Der Zer­fall der isla­mi­schen Zen­tral­herr­schaft ging ein­her mit dem Bedeu­tungs­auf­stieg der sun­ni­ti­schen Gelehr­ten als Reli­gi­ons-Auto­ri­tä­ten. Sie lehr­ten die strik­te Ein­hal­tung von Koran- und Scha­ria-Regeln und wur­den so zu Garan­ten der isla­mi­schen Ein­heit in der poli­ti­schen Zer­split­te­rung. Zugleich legi­ti­mier­ten sie die neu­en regio­na­len Herr­scher, wenn die nach innen für Sicher­heit sorg­ten und nach außen die Sache des Islam beför­der­ten.

Ein Erobe­rungs-Kon­zept im Rück­griff auf den Früh­is­lam

Der mus­li­mi­sche Gelehr­te Ibn Khal­dun (gest. 1403) ent­wickel­te eine ent­spre­chen­de Theo­rie von Stam­mes- und Stadt­kul­tu­ren. Der sozio­lo­gi­schen und wirt­schaft­li­chen Viel­ge­stal­tig­keit der Städ­te ent­spre­che ein schrift­ge­bun­de­nes kasu­isti­sches Rege­lungs­sy­stem. Dem urba­nen Islam fal­le daher die Glau­bens­au­to­ri­tät zu. Die Städ­ter hät­ten aber wenig Gemein­schafts­geist und poli­ti­sche Füh­rungs­kraft. Noma­di­sche Stäm­me dage­gen soll­ten mit ihrem gewach­se­nen Aggres­si­ons­po­ten­ti­al die poli­ti­sche Füh­rung über­neh­men, den mili­tä­ri­schen Schutz der mus­li­mi­schen Gemein­schaft gewähr­lei­sten und den Dschi­had nach außen tra­gen.

Eine wei­te­re Dschi­had-Wel­le durch aggres­si­ve Noma­den-Stäm­me

So gin­gen auch die mau­ri­schen Ber­ber­stäm­me im mus­li­mi­schen Spa­ni­en vor. Der letz­te Herr­scher im Omai­ja­den-Kali­fat, Alman­sor, rekru­tier­te zum Ende des 10. Jahr­hun­derts aus Nord­afri­ka krie­ge­ri­sche Stäm­me, mit denen er 57 Feld­zü­ge gegen christ­li­che Städ­te und Regio­nen führ­te. So ließ er Bar­ce­lo­na, Leon und Com­po­stel­la zer­stö­ren und die Bevöl­ke­rung ver­skla­ven. Ähn­lich ver­fuhr Alman­sor mit süd­fran­zö­si­schen Städ­ten. Teil­wei­se führ­ten die Ber­ber­dy­na­stien der Ziri­den, Almo­ra­vi­den und Almo­ha­den den Dschi­had gegen die „Ungläu­bi­gen“ / Chri­sten wei­ter.

Die Noma­den­stäm­me der tür­ki­schen Sel­dschu­ken hat­ten im 10. Jahr­hun­dert Per­si­en ter­ro­ri­siert und spä­ter erobert. Um 1055 wur­den sie Schutz­macht des Abba­si­den-Kali­fats von Bag­dad. Danach wand­ten sie alle Kriegs­en­er­gie gegen das byzan­ti­ni­sche Reich, indem sie Ana­to­li­en als Kern­land Byzanz’ erober­ten und mit einer Mil­li­on nach­ziehn­den Tür­ken isla­mi­sier­ten.

Das Chri­sten­tum wur­de schon früh von Ger­ma­nen­stäm­men bedroht

Schon eini­ge Jahr­hun­der­te vor dem Islam war das Chri­sten­tum eben­falls mit der Wucht aggres­si­ver Volks­stäm­me kon­fron­tiert. Zuerst das asia­ti­sche Rei­ter­volk der Hun­nen, danach die Ger­ma­nen­stäm­me der Ost- und West­go­ten, Lan­go­bar­den, Bur­gun­der, Van­da­len und schließ­lich die Fran­ken brach­ten das West­rö­mi­sche Reich zum Ein­sturz. Zugleich bedroh­ten die­se Kriegs- und Wan­der­völ­ker auch die christ­li­che Kul­tur und Ord­nung in Euro­pa.

Die äuße­re Über­nah­me des Chri­sten­tums aria­ni­scher oder katho­li­scher Kon­fes­si­on änder­te anfangs nicht viel an der Gewalt- und Kampf­be­reit­schaft die­ser Völ­ker. Dem Fran­ken­kö­nig Chlod­wig hat­te Bischof Remi­gius in sei­ner Tauf­pre­digt die Wei­sung gege­ben, dass er nun­mehr genau­so aggres­siv gegen den Hei­den­kult vor­ge­hen soll­te wie vor der Tau­fe gegen den Chri­sten­kult. Die­ser Auf­trag ent­sprach in etwa dem moham­me­da­nisch-isla­mi­schen Ansatz, die Aggres­si­on der Volks­stäm­me gegen die Regio­nen der „Ungläu­bi­gen“ zu wen­den, sie hat­te aber nichts mit der Frie­dens­mis­si­on des Chri­sten­tums gemein.

Die chri­stia­ni­sier­ten Fran­ken­stäm­me zeig­ten noch im sieb­ten und ach­ten Jahr­hun­dert, dass sie das Wesent­li­che der christ­li­chen Bot­schaft nicht ver­stan­den hat­ten – etwa in der weit­ver­brei­te­ten Mei­nung: „Wenn wir Fran­ken bei der Kreu­zi­gung dabei­ge­we­sen wären, dann hät­ten wir den Kreu­zes­tod Chri­sti mit Sicher­heit ver­hin­dert.“ Auch die früh­frän­ki­sche Stein­re­li­ef­dar­stel­lung ‚Chri­stus mit dem Speer’ lässt erah­nen, dass Fran­ken sich das Bild eines hel­di­schen Kampf-Chri­stus zurecht­ge­legt hat­ten.

Gelun­ge­ne Enkul­tu­ra­ti­on: Aus­ma­lung und Kri­tik der Gewalt

Erst in der zwei­ten Pha­se der Fran­ken-Mis­si­on mit und nach Bischof Boni­fa­ti­us gelang eine wirk­lich christ­li­che Durch­drin­gung der ger­ma­ni­schen Kul­tur- und Gedan­ken­welt. Bei­spiel­haft ist dafür die alt­säch­si­sche Bibel­dich­tung ‚Heli­and’. Sie wur­de um 830 im Klo­ster Ful­da oder Wer­der an der Ruhr von einem bibel- und volks­kund­li­chen Mönch erstellt.

Inter­es­sant für unse­ren Zusam­men­hang ist die Behand­lung des The­mas Gewalt: Einer­seits geht der Heli­and auf die Kampf- und Gewalt­vor­stel­lun­gen der Ger­ma­nen ein, ande­rer­seits nimmt die Gewalt­kri­tik vom ‚Hei­land’ beson­ders gro­ßen Raum ein.

Zunächst malt der Text im Kapi­tel „Gefan­gen­nah­me Jesu“ den Schwert­an­griff des Petrus aus, der so zum Hel­den der Ger­ma­nen avan­cier­te:
…Da erbo­ste mäch­tig der schnel­le Degen Simon Petrus, wild walt der Mut ihm, kein Wort da sprach er, so voll Harm ward sein Herz, als sie den Herrn hier zu grei­fen begehr­ten. Blitz­schnell zog er das Schwert von der Sei­te und schlug und traf den vor­der­sten Feind mit vol­ler Kraft, dass Mal­chus ward durch der Schnei­de Schär­fe an der rech­ten Sei­te ver­sehrt mit dem Schwer­te: am Gehör ver­hau­en, das Haupt ward wund ihm, dass waf­fen­blu­tig ihm Wan­gen und Ohr barst im Gebein und Blut ent­sprang aus der Wun­de wal­lend.…

Doch genau­so ent­schie­den und aus­la­dend wird Petrus’ Schwert-Attacke von Jesus zurück­ge­wie­sen:
Da sprach der Sohn des Herrn zu Simon Petrus:   »Dein Schwert stecke, das schar­fe, in die Schei­de.   Wollt ich vor die­ser Schar wider Gewaff­ne­te mit Waf­fen kämp­fen, dann möcht ich den mäch­ti­gen Gott wohl mah­nen, daß er so man­chen Engel  von oben sen­de­te, des Kampfs so kun­di­gen .… Aber der wal­ten­de Gott hat es anders geord­net, der all­mäch­ti­ge Vater: Wir sol­len alles dul­den, was die­ses Volk uns Bit­te­res bringt. Wir sol­len uns nicht erbo­sen, nicht wider sie weh­ren, denn wer da Waf­fen­streit, grim­men Ger­kampf ger­ne üben mag, der soll von des Schwer­tes Schär­fen umkom­men, trau­ri­gen Tod ster­ben. Unser Tun soll dem Wal­ten­den nicht weh­ren.« Da ging er zu dem Wun­den, lei­te­te Leib zu Lei­be wei­se an sei­nes Haup­tes Wun­de, daß heil sofort war des Schwer­tes Biß (aus Kapi­tel 58).  

Mit sol­chen und ähn­li­chen Kate­che­sen gegen gewalt­tä­ti­ges Vor­ge­hen wur­den die wil­den Ger­ma­nen­völ­ker lang­sam chri­stia­ni­siert – und damit zivi­li­siert.

Räu­be­ri­sche Völ­ker bedroh­ten das christ­li­che Euro­pa

In der glei­chen Epo­chen­zeit, als Turk-Völ­ker und Mon­go­len-Scha­ren die isla­mi­schen Rei­che bedräng­ten, hat­te das christ­li­che Mit­tel­eu­ro­pa unter einem neu­en Ansturm von aggres­si­ven Hei­den­völ­kern zu lei­den, ins­be­son­de­re den Ungarn und den Wikin­gern. Das Rei­ter­volk aus Ungarn ver­wü­ste­te auf ihren Raub­zü­gen öster­rei­chi­sche und süd­deut­sche Regio­nen. Die Wikin­ger aus Nor­we­gen, Däne­mark und Schwe­den bedroh­ten Irland, Eng­land und die mit­tel­eu­ro­päi­schen Küsten­re­gio­nen.

Das Chri­sten­tum zivi­li­sier­te das gewalt­tä­ti­ge See­räu­ber­volk

Pietà  von Michelangelo
Pie­tà  von Michel­an­ge­lo

Unter König Olaf Haralds­son (+1030) begann die Chri­stia­ni­sie­rung und damit die Ände­rung der heid­nisch-bar­ba­ri­schen Sit­ten. Der spä­ter hei­lig­ge­spro­che­ne König führ­te in den mei­sten nor­we­gi­schen Gau­en das soge­nann­te ‚Chri­sten­recht’ ein – „Kri­sten­ret­te“ auf nor­we­gisch:

Das Aus­set­zen von kran­ken, behin­der­ten und unge­woll­ten Kin­dern war nun­mehr ver­bo­ten, die Poly­ga­mie abge­schafft, der her­ri­sche Begat­tungs­akt als Ehe­be­ginn wur­de durch das frei­wil­li­ge und unwi­der­ruf­li­che „Ja“ der kirch­li­chen Ehe­schlie­ßung ersetzt, die übli­che Blut­ra­che gebannt, die See­räu­be­rei geäch­tet sowie Skla­ven-Han­del und ‑Behand­lung unter Ver­bot gestellt.

Statt Dra­chen­boo­te zu bau­en setz­ten die Nor­we­ger ihre Holz­hand­werk­tech­nik nun­mehr ein zum Bau der herr­li­chen Holz­bal­ken­kir­chen. Sie errich­te­ten etwa 1000 ‚Stabs­kir­chen’ – eigent­lich umge­dreh­te Boo­te mit dem Mast (Stab) als zen­tra­le Dach­stüt­ze.

Das Chri­sten­tum hat­te die bar­ba­ri­schen Gewalt­tä­tig­kei­ten eines Volks­stam­mes gezähmt und in die Bah­nen einer zivi­li­sier­ten Lebens­wei­se kana­li­siert.

Die­se Bei­spie­le mar­kie­ren einen wesent­li­chen Unter­schied zwi­schen Chri­sten­tum und Islam: Moham­med hat­te das Aggres­si­ons­po­ten­ti­al der Ara­ber­stäm­me in den Dschi­had gelenkt – einem ‚hei­li­gen Krieg’ zur gewalt­tä­ti­gen Aus­brei­tung des Islam. Die Mus­lim-Füh­rer ab dem 10. Jahr­hun­dert hat­ten die neue Wel­le von ein­drin­gen­den Noma­den­stäm­men eben­falls den Weg zu Krieg und Erobe­rung nach außen gewie­sen.

Das Chri­sten­tum dage­gen mach­te mit Mis­si­on und Leh­re die kampf­be­rei­ten Fran­ken und Sach­sen, den räu­be­ri­schen Stamm der Ungarn sowie die aggres­si­ven See­räu­ber Skan­di­na­vi­ens zu eini­ger­ma­ßen fried­li­chen und zivi­li­sier­ten Teil­neh­mern der euro­päi­schen Völ­ker­fa­mi­lie.

(Wei­ter­füh­ren­de Lite­ra­tur: Von Gott zu Allah? Chri­sten­tum und Islam in der libe­ra­len Fort­schritts­ge­sell­schaft, Mün­chen 2001)

Text: Hubert Hecker
Bild: Cor­sia ei Ser­vi

6 Kommentare

  1. Ich glau­be nicht, dass es eine Inter­gra­ti­on jener Mit­bür­ger in die­se „libe­ra­le Fort­schritts­ge­sell­schaft“ geben wird. Hier ein sehr guter Vor­trag von Dr. Udo Ulf­kot­te zu die­sem The­ma:

    https://www.youtube.com/watch?v=ZEHiJ6L2_nw

    Und wie ich schon in dem vor­he­ri­gen Arti­kel „Bru­ta­le Bilanz: Mehr als 70 Kir­chen wegen „Char­lie Heb­do“ in Niger zer­stört“ in die­sem Por­tal sag­te (mit link), ist die Gewalt vor allem gegen Chri­sten in der isla­mi­schen Welt immer mehr dabei zu eska­lie­ren und man ver­gießt Trä­nen, ist schockiert und tut dann beten (oder wenn man kann geht man zu den Patri***protesten). Was mich aber am mei­sten schockiert ist, dass unse­re hie­si­gen Bischö­fe sich in eine Art Vogel-Strauss-Geha­be ver­gra­ben und sogar noch die Leu­te, die etwas dage­gen tun wol­len, ver­teu­feln und stig­ma­ti­sie­ren.

  2. Sehr infor­ma­ti­ver Arti­kel, der die bei­den aus­ein­an­der­füh­ren­den Lini­en der bei­den Reli­gio­nen im Zusam­men­hang mit der Durch­drin­gung der Völ­ker mit den jewei­li­gen Leh­ren beschreibt. Ehr­lich auch die Stel­le über Bischof Remi­gius und die Tat­sa­che, dass in den ersten jahr­hun­der­ten vie­les von der Bot­schaft Chri­sti noch gar nicht ver­stan­den und umge­setzt wur­de — auch nicht von Bischö­fen oder Kir­chen­leh­rern. dass das Chri­sten­tum aber einen ech­ten Hei­lungs­pro­zess ein­ge­lei­tet hat, der hier „Zivi­li­sie­rung“ genannt wird.
    Es ist aber doch vor allem ein pro­zess, in dem die Men­schen suk­zes­si­ve unter Wir­kung des Hei­li­gen Gei­stes die Din­ge lern­ten, völ­lig anders zu sehen und all ihre Talen­te (Nor­we­gen: Dra­chen­boots­bau vs. Stabs­kir­chen­bau) nun zu stei­gern und wirk­lich zu kul­ti­vie­ren. Es kann folg­lich kein Chri­sten­tum ohne die Stei­ge­rung der Kul­tur geben! Und ich fnde es sehr gut, dass das hier aus­drück­lich dar­ge­stellt und nach­ge­wie­sen wird.

  3. Das Bil­dungs­mi­ni­ste­ri­um im United King­dom of Eng­land will in Dur­ham eine christ­li­che Schu­le schlie­ßen, weil sie ‚Mul­ti­kul­ti‘ nicht will und von der Regie­rung als reli­gi­ös intor­le­rant ein­ge­stuft wird ! Nach Mei­nung der Eltern sei­en die Schü­ler dort sicher.
    Link: https://christeninverantwortung.wordpress.com/2015/01/28/grosbritannien-will-erste-christliche-schule-wegen-religioser-intoleranz-schliesen/#more-721
    Es wird immer schlim­mer ! Offen­sicht­lich wol­len unse­re ver­we­sten west­li­chen Staats­ap­pa­ra­te alles in Islam­schu­len umwan­deln, wo die Sicher­heit unse­rer Kin­der nicht mehr gewähr­lei­stet ist. Alles soll desta­bi­li­siert, rela­ti­viert und nivel­liert wer­den, um in eine wider­gött­li­che Antiord­nung umge­wan­delt zu wer­den. Unser Herr­gott wird die­sem Trei­ben nicht mehr lan­ge zuse­hen (Offb, 17, 1), da bin ich mir sicher…

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