Kardinal Burke über die katholische „Männerkrise“ (Teil 1)

Kardinal Raymond Leo Burke
Kar­di­nal Ray­mond Leo Bur­ke

Mat­thew James Chri­stoff, Initia­tor von „The New Eman­ge­liz­a­ti­on“ – ein Apo­sto­lat für Män­ner, des­sen Name mit dem Begriff „New Evan­ge­liz­a­ti­on“, also Neue­van­ge­li­sie­rung, spielt – hat­te die Gele­gen­heit, mit Ray­mond Leo Kar­di­nal Bur­ke ein Inter­view zu füh­ren. Es folgt der erste Teil der deut­schen Über­set­zung.

Mat­thew James Chri­stoff: Emi­nenz, wir sind erfreut und geseg­net, hier bei Ihnen zu sein. Heu­te sind wir hier, um über den Zustand katho­li­scher Män­ner in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten zu spre­chen und dar­über, wie wir mehr Män­ner zur “New Eman­ge­liz­a­ti­on“ brin­gen kön­nen. Viel­leicht, um zu begin­nen – Wie wür­den Sie, Emi­nenz, den Zustand von Män­nern in der katho­li­schen Kir­che heu­te beschrei­ben?

Kar­di­nal Bur­ke: Ich den­ke, es hat eine gro­ße Ver­wir­rung gege­ben hin­sicht­lich der beson­de­ren Beru­fung der Män­ner in der Ehe und der Män­ner im All­ge­mei­nen in der Kir­che inner­halb der letz­ten unge­fähr 50 Jah­re. Dies liegt an einer Rei­he von Fak­to­ren, aber der radi­ka­le Femi­nis­mus, der die Kir­che und die Gesell­schaft seit den 1960er Jah­ren attackiert hat, ließ Män­ner sehr mar­gi­na­li­siert zurück.

Unglück­li­cher­wei­se hat die radi­ka­le femi­ni­sti­sche Bewe­gung die Kir­che so stark beein­flusst und sie dazu geführt, andau­ernd Frau­en­the­men anzu­spre­chen, auf Kosten des Anspre­chens von ent­schei­den­den The­men, die für Män­ner wich­tig sind. Die Wich­tig­keit des Vaters – sei es in der ehe­li­chen Ver­bin­dung oder nicht –, die Wich­tig­keit des Vater für die Kin­der, die Wich­tig­keit der Vater­schaft für Prie­ster, die ent­schei­den­de Bedeu­tung eines männ­li­chen Cha­rak­ters, die Beto­nung der beson­de­ren Gaben, die Gott den Män­nern für das Wohl der gan­zen Gesell­schaft gibt.

Die Güte und Wich­tig­keit von Män­nern wur­de sehr ver­dun­kelt, und aus allen mög­li­chen prak­ti­schen Grün­den über­haupt nicht her­vor­ge­ho­ben. Dies ist der Fall trotz der Tat­sa­che, dass es eine lan­ge Tra­di­ti­on in der Kir­che war – spe­zi­ell durch die Andacht zum hei­li­gen Joseph –, den männ­li­chen Cha­rak­ter des Man­nes zu beto­nen, der sein Leben um des Hei­mes wil­len opfert, der sich mit Rit­ter­lich­keit dar­auf vor­be­rei­tet, sei­ne Frau und sei­ne Kin­der zu ver­tei­di­gen, und der arbei­tet, um den Lebens­un­ter­halt für die Fami­lie zu lie­fern. So viel von die­ser Tra­di­ti­on, die heroi­sche Natur der Männ­lich­keit zu ver­kün­den, ist in der Kir­che von heu­te ver­lo­ren gegan­gen.

Für ein Kind ist es, wäh­rend es wächst und erwach­sen wird, sehr wich­tig, all jene tugend­haf­ten Merk­ma­le des männ­li­chen Geschlechts zu beob­ach­ten. Die gesun­de Bezie­hung mit dem Vater hilft dem Kind, sich von der inni­gen Lie­be der Mut­ter weg­zu­be­we­gen und eine Dis­zi­plin auf­zu­bau­en, sodass es eine exzes­si­ve Eigen­lie­be ver­mei­den kann. Dies stellt sicher, dass das Kind in der Lage ist, sich selbst in pas­sen­der Wei­se als eine Per­son in Bezie­hung mit ande­ren zu iden­ti­fi­zie­ren. Das ist ent­schei­dend für Jun­gen wie auch für Mäd­chen.

Die Bezie­hung eines Kin­des mit sei­nem Vater ist zen­tral für die Selbst­iden­ti­fi­zie­rung eines Kin­des, die statt­fin­det, wenn wir auf­wach­sen. Wir brau­chen die­se sehr enge und beja­hen­de Bezie­hung mit der Mut­ter, aber gleich­zei­tig ist es die Bezie­hung mit dem Vater – die von Natur aus distan­zier­ter, aber nicht weni­ger lie­be­voll ist –, wel­che unser Leben dis­zi­pli­niert. Sie lehrt das Kind, ein selbst­lo­ses Leben zu füh­ren, bereit, jene Opfer die begrü­ßen, die not­wen­dig sind, Gott und ein­an­der getreu zu sein.

Ich erin­ne­re mich an die Mit­te der 1970er-Jah­re. Jun­ge Män­ner erzähl­ten mir, dass sie sich in gewis­ser Wei­se vor der Ehe fürch­te­ten wegen der radi­ka­li­sie­ren­den und selbst­be­zo­ge­nen Ein­stel­lun­gen von Frau­en, die in die­ser Zeit her­vor­tra­ten. Die­se jun­gen Män­ner waren besorgt, dass die Schlie­ßung einer Ehe schlicht nicht funk­tio­nie­ren wür­de wegen kon­stan­ten und auf­dring­li­chen For­de­run­gen nach Rech­ten für Frau­en. Die­se Spal­tun­gen zwi­schen Frau­en und Män­nern sind seit­dem schlim­mer gewor­den.

Jeder weiß, dass Frau­en von Män­nern miss­han­delt wur­den und wer­den kön­nen. Män­ner, die Frau­en miss­han­deln, sind kei­ne wah­ren Män­ner, son­dern fal­sche Män­ner, die ihren eige­nen männ­li­chen Cha­rak­ter ver­letzt haben, indem sie Frau­en miss­han­del­ten.

Die Kri­se zwi­schen Mann und Frau wur­de sehr ver­schlim­mert durch einen voll­stän­di­gen Zusam­men­bruch der Kate­che­se in der Kir­che. Jun­ge Män­ner wuch­sen auf ohne ange­mes­se­ne Ein­wei­sung hin­sicht­lich ihres Glau­bens und des Wis­sens um ihre Beru­fung. Jun­ge Män­ner wur­den nicht gelehrt, dass sie nach dem Bild Got­tes geschaf­fen sind – Vater, Sohn und Hei­li­ger Geist. Die­se jun­gen Män­ner wur­den nicht gelehrt, all jene Tugen­den zu ken­nen, die not­wen­dig sind, um ein Mann zu sein, sowie den beson­de­ren Gaben nach­zu­kom­men, ein Mann zu sein.

Um es noch schlim­mer zu machen, gab es eine sehr sub­stanz­lo­se, ober­fläch­li­che Art des kate­che­ti­schen Ansat­zes zur Fra­ge der mensch­li­chen Sexua­li­tät wie zur Natur der ehe­li­chen Bezie­hung.

Gleich­zei­tig gab es in der Gesell­schaft eine Explo­si­on in Sachen Por­no­gra­fie, die beson­ders zer­stö­re­risch für Män­ner ist, weil sie die gan­ze Wirk­lich­keit der mensch­li­chen Sexua­li­tät schreck­lich ver­zerrt. Sie führt Män­ner und Frau­en dazu, ihre mensch­li­che Sexua­li­tät abge­son­dert zu sehen von einer Bezie­hung zwi­schen einem Mann und einer Frau in der Ehe.

In Wahr­heit ist das Geschenk sexu­el­ler Anzie­hung auf die Ehe gerich­tet, und jede Art sexu­el­ler Ver­bin­dung gehört kor­rek­ter­wei­se nur in die Ehe. Aber die gan­ze Welt der Por­no­gra­fie ver­dirbt jun­ge Leu­te dahin­ge­hend, dass sie glau­ben, ihre sexu­el­le Fähig­keit die­ne ihrer eige­nen Unter­hal­tung und Lust – und wird so zu einer zer­stö­ren­den Lust, die eine der sie­ben Tod­sün­den ist.

Das Geschenk der mensch­li­chen Sexua­li­tät ist ver­dreht in ein Mit­tel zur Selbst­be­frie­di­gung, oft auf Kosten einer ande­ren Per­son, ob in hete­ro­se­xu­el­len oder homo­se­xu­el­len Bezie­hun­gen. Ein Mann, der nicht aus­ge­stal­tet wur­de mit einer ange­mes­se­nen Iden­ti­tät als Mann und als Vater­fi­gur, wird letzt­end­lich sehr unglück­lich wer­den. Die­se schlecht aus­ge­stal­te­ten Män­ner wer­den abhän­gig von Por­no­gra­fie, sexu­el­ler Frei­zü­gig­keit, Alko­hol, Dro­gen, und der gan­zen Ska­la von Süch­ten. Zudem ist in die­sem Mix … Rede ich zu viel?

Mat­thew James Chri­stoff: (lacht) Nein, nein …

Kar­di­nal Bur­ke: Um die­se trau­ri­ge Ver­wir­rung von Män­nern in der Kul­tur zu ver­schlim­mern, hat es einen schreck­li­chen Ver­lust an häus­li­chem Leben gege­ben. Die Kul­tur ist sehr mate­ria­li­stisch und kon­sum­ori­en­tiert. Die­se Beschäf­ti­gung hat den Vater – und oft die Mut­ter – dazu geführt, Über­stun­den zu arbei­ten. Die Kon­su­men­ten­men­ta­li­tät hat auch zu der Idee geführt, dass das Leben von Kin­dern mit Akti­vi­tä­ten ange­füllt sein muss: Schu­le, Sport und Musik, und alle Arten von Akti­vi­tä­ten an jedem Tag der Woche.

All jene Din­ge sind in sich gut, aber es hat einen Ver­lust an Aus­ge­gli­chen­heit gege­ben. Das häus­li­che Leben, bei dem Kin­der ange­mes­se­ne Zeit mit den Eltern ver­brin­gen, ist für vie­le Fami­li­en ver­lo­ren gegan­gen. Fami­li­en haben auf­ge­hört, sich gemein­sa­mer Mahl­zei­ten zu erfreu­en. Ich erin­ne­re mich, wie mein Vater uns am Essen­stisch Lek­tio­nen erteil­te und Manie­ren bei­brach­te. Zeit im Gespräch mit mei­nen Eltern zu ver­brin­gen war für mein Her­an­wach­sen sehr wich­tig. Als ich ein jun­ger Prie­ster war, hat es mich trau­rig gemacht, dass Eltern und Kin­der mir erzähl­ten, dass Väter und Kin­der sel­ten mit­ein­an­der rede­ten und – wenn sie es taten – nur kurz.

Fami­li­en soll­ten zumin­dest eine Mahl­zeit pro Woche zusam­men essen, wenn die gan­ze Fami­lie bei­sam­men ist. Ein Jun­ge oder jun­ger Mann wird kaum eine kor­rek­te männ­li­che Iden­ti­tät und die männ­li­chen Tugen­den auf­bau­en, lebt er nicht mit einem Vater und einer Mut­ter, wenn er jene ein­zig­ar­ti­ge und kom­ple­men­tä­re Inter­ak­ti­on erle­ben kann zwi­schen dem Mann und der Frau im häus­li­chen Leben, in dem mensch­li­ches Leben begrüßt, geför­dert und ent­wickelt wer­den kann.

All die­se ver­schie­de­nen Kräf­te sind zusam­men­ge­kom­men und haben Män­ner schwer ver­wun­det.

Lei­der hat die Kir­che nicht effek­tiv auf die­se zer­stö­re­ri­schen kul­tu­rel­len Kräf­te reagiert. Statt­des­sen hat sich die Kir­che zu sehr von einem radi­ka­len Femi­nis­mus beein­flus­sen las­sen und die ernst­haf­ten Bedürf­nis­se von Män­nern igno­riert.

Mei­ne Genera­ti­on hat die vie­len Gna­den, mit denen wir in unse­rem soli­den Fami­li­en­le­ben geseg­net wur­den, sowie unse­re soli­de For­mung durch die Kir­che als selbst­ver­ständ­lich betrach­tet. Mei­ne Genera­ti­on ließ all die­sen Unsinn der sexu­el­len Ver­wir­rung, des radi­ka­len Femi­nis­mus und des Zusam­men­bruchs der Fami­lie wei­ter­lau­fen und rea­li­sier­te nicht, dass wir die näch­sten Genera­tio­nen der höchst­ge­schätz­ten Geschen­ke beraub­ten, die zu emp­fan­gen wir geseg­net waren.

Wir haben die gegen­wär­ti­gen Genera­tio­nen schwer ver­wun­det. Jun­ge Leu­te beklag­ten sich ver­bit­tert bei mir als Bischof: „War­um wur­den uns die­se Din­ge nicht bei­gebracht? War­um wur­den wir nicht kla­rer unter­rich­tet über die Mes­se, Beich­te und tra­di­tio­nel­le Andach­ten?“ Die­se Din­ge sind von Bedeu­tung, da sie das geist­li­che Leben und den Cha­rak­ter des Man­nes for­men.

Zur Beich­te und zur Sonn­tags­mes­se gehen, den Rosen­kranz abends zusam­men als Fami­lie beten, gemein­sa­me Mahl­zei­ten zu essen – all die­se Din­ge geben prak­ti­sche Füh­rung im christ­li­chen Leben. Zu ler­nen, dass es nicht männ­lich ist, vul­gär oder got­tes­lä­ster­lich zu sein, und dass ein Mann ein­la­dend und höf­lich ande­ren gegen­über ist – dies schei­nen klei­ne Din­ge zu sein, aber sie for­men den Cha­rak­ter des Man­nes. Davon ist viel ver­lo­ren gegan­gen.

Mat­thew James Chri­stoff: Emi­nenz, was war die Aus­wir­kung die­ser katho­li­schen „Män­ner­kri­se“ auf die Kir­che?

Kar­di­nal Bur­ke: Die Kir­che wird sehr femi­ni­siert. Frau­en sind selbst­ver­ständ­lich wun­der­bar. Sie ant­wor­ten sehr natür­lich auf die Ein­la­dung, in der Kir­che aktiv zu sein. Abge­se­hen vom Prie­ster ist der Altar­raum nun vol­ler Frau­en. Die Akti­vi­tä­ten in der Pfar­rei und sogar die Lit­ur­gie sind so von Frau­en beein­flusst wor­den und wur­den man­cher­orts so weib­lich, dass Män­ner sich nicht enga­gie­ren wol­len.

Män­ner zögern oft, in der Kir­che aktiv zu wer­den. Die femi­ni­sier­te Umge­bung und der Man­gel an Ein­satz auf Sei­ten der Kir­che, Män­ner ein­zu­bin­den, hat vie­le Män­ner dazu geführt, sich ein­fach aus­zu­klin­ken.

Es wur­de bei­spiels­wei­se poli­tisch inkor­rekt, über die Rit­ter des Alta­res zu reden – eine Idee, die für jun­ge Män­ner sehr attrak­tiv ist. Die Rit­ter des Alta­res beto­nen die Idee, dass jun­ge Män­ner ihren rit­ter­li­chen Dienst am Altar lei­sten, um Chri­stus in den hei­li­gen Wirk­lich­kei­ten der Kir­che zu ver­tei­di­gen. Die­se Idee ist an vie­len Orten heu­te nicht will­kom­men.

Aspek­te des kirch­li­chen Lebens, die den männ­li­chen Cha­rak­ter von Andacht und Opfer beto­nen, wur­den nicht mehr betont. Andach­ten, die Zeit und Ein­satz ver­lang­ten, wur­den schlicht auf­ge­ge­ben. Alles wur­de so ein­fach, und wenn die Din­ge ein­fach sind, so den­ken Män­ner nicht, dass sie sich loh­nen.

Es gab – und gibt wei­ter­hin – schwer­wie­gen­de lit­ur­gi­sche Miss­bräu­che, wel­che die Män­ner stö­ren.

An vie­len Orten wur­de die Mes­se sehr prie­ster­zen­triert, sie war wie eine „Prie­ster-Show“. Die­se Art von Miss­brauch führt zu einem Ver­lust des Sin­nes für das Hei­li­ge und ent­fernt so das wesent­li­che Geheim­nis aus der Mes­se. Die Rea­li­tät geht ver­lo­ren, dass Chri­stus selbst auf den Altar hin­ab­steigt, um sein Opfer auf Kal­va­ria zu ver­ge­gen­wär­ti­gen. Män­ner sind ange­zo­gen vom Geheim­nis des Opfers Chri­sti, schal­ten aber ab, wenn die Mes­se zu einer „Prie­ster-Show“ oder banal wird.

Die unge­zü­gel­ten lit­ur­gi­schen Expe­ri­men­te nach dem Zwei­ten Vati­ka­num – das mei­ste davon nicht durch das Zwei­te Vati­ka­num gebil­ligt – ent­klei­de­te den Ritus der Mes­se in wei­ten Tei­len sei­ner sorg­fäl­ti­gen Arti­ku­la­ti­on der hei­li­gen Geheim­nis­se, die über Jahr­hun­der­te hin­weg ent­wickelt wor­den war. Die Mes­se schien etwas sehr ver­trau­tes zu wer­den, auf­ge­führt von Men­schen. Der pro­fun­de über­na­tür­li­che Sinn des hei­li­gen Geheim­nis­ses wur­de ver­dun­kelt.

Der Ver­lust des Hei­li­gen führ­te zu einem Ver­lust der Teil­nah­me von Frau­en und Män­nern. Aber ich den­ke, dass ins­be­son­de­re Män­ner wegen des Ver­lu­stes des Hei­li­gen abge­schal­tet haben. Es scheint ein­deu­tig, dass vie­le Män­ner nicht zu einer tie­fe­ren lit­ur­gi­schen Spi­ri­tua­li­tät hin­ge­zo­gen sind. Heu­te sind vie­le Män­ner nicht zum Altar­dienst hin­ge­zo­gen.

Jun­ge Män­ner und Män­ner ant­wor­ten auf Stren­ge, Prä­zi­si­on und Vor­züg­lich­keit. Als ich lern­te, ein Mess­die­ner zu sein, dau­er­te die Aus­bil­dung meh­re­re Wochen, und man muss­te das Stu­fen­ge­bet aus­wen­dig ler­nen. Es war ein stren­ger und sorg­fäl­tig aus­ge­führ­ter Dienst. Plötz­lich, im Zuge des Zwei­ten Vati­ka­nums, wur­de die Fei­er der Lit­ur­gie vie­ler­orts sehr nach­läs­sig. Sie wur­de weni­ger attrak­tiv für jun­ge Män­ner, denn sie war schlu­de­rig.

Die Ein­füh­rung von Mess­die­ne­rin­nen führ­te auch bei vie­len Jun­gen dazu, den Altar­dienst auf­zu­ge­ben. Jun­ge Bur­schen wol­len nichts mit Mäd­chen zu tun haben. Das ist ganz natür­lich. Die Mäd­chen waren auch sehr gut beim Altar­dienst. Also trie­ben vie­le Jun­gen im Lau­fe der Zeit weg. Ich möch­te beto­nen, dass die Pra­xis, aus­schließ­lich Jun­gen als Mess­die­ner zu haben, nichts mit Ungleich­heit von Frau­en in der Kir­che zu tun hat.

Ich den­ke, dass dies zu einem Ver­lust an Prie­ster­be­ru­fun­gen bei­getra­gen hat. Es bedarf einer gewis­sen männ­li­chen Dis­zi­plin, als Mini­strant an der Sei­te des Prie­sters zu die­nen, und vie­le Prie­ster haben ihre ersten tie­fen Erfah­run­gen der Lit­ur­gie als Mess­die­ner. Wenn wir jun­ge Män­ner nicht anlei­ten, Mess­die­ner zu sein, und ihnen so das Erleb­nis geben, Gott in der Lit­ur­gie zu die­nen, soll­ten wir nicht über­rascht sein, dass die Zahl der Beru­fun­gen dra­ma­tisch gefal­len ist.

Über­set­zung: Katholisches.info/b360s
Bild: Newemangelization.com

13 Kommentare

  1. Kar­di­nal Bur­ke spricht ein­mal mehr Klar­text. Die Ver­weib­li­chung der Kir­che und der damit ver­bun­de­ne Ver­lust des Hei­li­gen in der hl. Lit­ur­gie ( Stich­wort Eigen­bau­lit­ur­gien) haben vie­ler­orts zur Ver­dun­stung der katho­li­schen Iden­ti­tät geführt.

    Wir erin­nern uns; in der Jesui­ten­zeit­schrift „Civil­ta‘ Cat­to­li­ca“ wur­de eine Aus­sa­ge von Papst Fran­zis­kus wiedergegeben.…über die Rol­le der Frau in der Kir­che:
    -„Die Räu­me einer 
    e i n s c h n e i d e n d e 
    weib­li­chen Prä­senz in der Kir­che müs­sen wei­ter wer­den.
    Die katho­li­sche Kir­che steht heu­te vor der Her­aus­for­de­rung,
    über den „spe­zi­fi­schen Platz der Frau“ nach­zu­den­ken.
    Das gilt 
    gera­de auch dort,
    wo in den ver­schie­de­nen Berei­chen der Kir­che Auto­ri­tät aus­ge­übt wird“

    Hw Sie­be­rer beschreibt das ver­dreh­te „weib­li­che Wir­ken“ gera­de auch in der theo­lo­gi­schen Aus­bil­dung:
    -
    „Ganz wich­tig sind in die­sem Zusam­men­hang auch 
    Psy­cho-Tan­ten und Onkels
    mit einem gewal­ti­gen Arse­nal an Tän­zen, Räu­cher­stäb­chen und Eigen­bau­lit­ur­gien. 
    Händ­chen­hal­tend bewe­gen wir uns nun im Kreis, 
    spü­ren ganz tief in uns hin­ein, 
    las­sen den Taber­na­kel ein­fach mal Taber­na­kel sein
    und wen­den uns lie­ber den bun­ten Tüchern, Glas­per­len und Klang­scha­len 
    in unse­rer Mit­te zu, die uns vom 
    Zeit­al­ter des abso­lu­ten Rela­ti­vis­mus kün­den. 
    Das Tran­szen­den­te ist so viel­fäl­tig und bunt, 
    also kann ruhig auch ein­mal 
    der Mensch ins Zen­trum gerückt wer­den, 
    ein­ge­rahmt von den froh­locken­den Rufen der Göt­ter, 
    die im auf­er­stan­de­nen Pan­the­on mal wie­der so rich­tig Par­ty machen.

    Wer das alles noch nicht so rich­tig ver­stan­den hat 
    oder tief­gei­stig Erwor­be­nes wei­ter ver­dich­ten möch­te, 
    der erhält dann auch noch hoch­wich­ti­ge Lese­tipps,
    bevor­zugt von femi­ni­sti­schen Theo­lo­gIn­nen 
    („Gott, mei­ne Freun­din” „Chri­sta statt Chri­stu­s” „Die Apo­stelin Juni­a­s” 
    und ähn­li­che High­lights).“
    -

    Es ist nicht über­trie­ben davon zu reden, 
    dass mit dem Ein­drin­gen der Frau 
    in den Altar­raum ( rund um den „Altar­tisch / Volks­al­tar“ )
    die katho­li­sche Iden­ti­tät­na­he­zu ver­lo­ren gegan­gen ist.

    Wenn erstaunt es noch, 
    dass es sich zum Prie­ster­tum beru­fen füh­len­de Män­ner 
    zu der hl. Mes­se der Jahr­hun­der­te 
    — der Alten Mes­se — 
    und somit zu Prie­ster­se­mi­na­ri­en der Tra­di­ti­on zieht !

    Ungach­tet der bis­lang mehr als genug über­wie­gend ver­hee­ren­den „weib­li­cher Impul­se“ setz­te Papst Fran­zis­kus noch Eines drauf und mass­re­gel­te in Mani­la die feh­len­de Frau­en­prä­senz. Fol­gen­de Mel­dung wird aktu­ell genüss­lich in frei­gei­stig ange­hauch­ten Medi­en aus­ge­brei­tet:
    -
    „Papst Fran­zis­kus hat sich bei sei­nem Besuch einer Uni­ver­si­tät in Mani­la über den 
    Man­gel an Frau­en in der offi­zi­el­len Dele­ga­ti­on beschwert.
    Meh­re­re jun­ge Leu­te durf­ten dem Papst Anlie­gen vor­tra­gen, 
    aber dar­un­ter war nur ein Mäd­chen, 
    die zwölf­jäh­ri­ge Gly­zel­le Palo­mar, die als Stra­ßen­kind auf­wuchs. 
    „Das ist zu wenig“, 
    sag­te der Papst in der phil­ip­pi­ni­schen Haupt­stadt.“ Frau­en haben viel zu sagen“
    „Wir sind oft zu ‚macho‘ und las­sen den Frau­en kei­nen Raum. 
    Aber sie sehen die Din­ge mit ande­rem Blick und kön­nen Fra­gen stel­len, 
    die wir Män­ner noch nicht ein­mal ver­ste­hen. 
    Also, wenn der näch­ste Papst kommt: 
    *bit­te mehr Frau­en und Mäd­chen!“ 
    Denn Frau­en hät­ten in der heu­ti­gen Gesell­schaft viel zu sagen. “
    -

  2. Wie ich schon an ande­rer Stel­le sag­te, ist an die­sem State­ment vie­les ver­zerrt, über­trie­ben und selbst­mit­lei­dig.

    Was der Kar­di­nal von den armen Män­nern berich­tet, erdul­den Frau­en oft klag­los seit Men­schen­ge­den­ken — und kein Hahn hat danach gekräht!
    Z.B. wirft er den Frau­en vor, die armen Män­ner durch ihre Selbst­be­zo­gen­heit vor der Ehe zurück­wei­chen zu las­sen. Wenn ich an mei­ne Jugend den­ke, muss ich sagen — da hängt wohl etwas ziem­lich schief in der Argu­men­ta­ti­on, denn in den 70ern waren es v.a. Män­ner, die nicht hei­ra­ten woll­ten, zwar Sex haben woll­ten, aber wehe, man äußer­te, dass man eine Ehe anstrebt…

    Viel­mehr waren bei­de Geschlech­ter im Prin­zip damals in einer men­ta­len Ver­fas­sung ange­langt, die nur noch selbst­be­zo­gen war.

    Viel­leicht kann auch nur ein Ame­ri­ka­ner so lebens- und geschichts­fern argu­men­tie­ren: die Euro­pä­er sind v.a. durch die Krie­ge in der geschlecht­li­chen Rei­fung end­gül­tig total zer­stört wor­den. Dar­über ist soviel geforscht und geschrie­ben wor­den, dass ich es nun hier nicht wie­der­ho­len will. Die Frau wur­de durch die Krie­ge in die Män­ner­do­mä­nen ein­ge­setzt. In den 50ern ver­such­te man, sie wie­der auf „Frau­chen“ zu trim­men, was aber nach der tie­fen Trau­ma­ti­sie­rung des gan­zen Vol­kes miss­lang.
    Zu tief und offen­kun­dig die Ver­lo­gen­heit, die Dop­pel­mo­ral, die kaput­te männ­li­che Psy­che. Kein Hahn hat nach dem Mann gekräht, als er es war, der zuerst ent­glei­ste. Außer ein paar Chri­sten, die schon im 19. Jh die­se Per­ver­tie­rung und Hure­rei des Man­nes beklag­ten und bekämpf­ten, die wun­den Punk­te anzeig­ten … es kam ja nicht von Unge­fähr, dass der Mann zum Jahr­hun­dert­wech­sel Todes­sehn­sucht hat­te und daher begei­stert in den Krieg zog… — und das alles lan­ge bevor sich eine Frau auch nur reg­te. Wer sich ein­mal ansieht, was im geho­ben Bür­ger­tum alles ablief, wird das bestä­ti­gen müs­sen. Als dann Mil­lio­nen an Män­nern durch die Welt­krie­ge aus­fie­len, die Frau­en allei­ne dastan­den, brach in der Frau der blan­ke Über­le­bens­trieb her­vor und die Gewiss­heit: auf den Mann kannst du nicht nie­mals mehr ver­las­sen.

    Auch geist­lich war es der Mann, der ver­sag­te — bereits im 19. Jh. Die­se Ten­denz kam dann im Vati­ca­num II zum vol­len Durch­bruch: es waren aus­schließ­lich Män­ner, die die ver­häng­nis­vol­len Ent­schei­dun­gen tra­fen.

    Ich kann übri­gens auch kei­ne Femi­ni­sie­rung in der Kir­che sehen — wo denn?
    Die spe­zi­fi­sche geist­li­che Beru­fung der Frau ist doch noch viel mehr pas­sé als die des Man­nes — immer­hin gibt es das Prie­ster­tum ja noch (was aber die Män­ner nicht mehr wol­len)…

    Maria? Ver­ges­sen oder ver­höhnt oder abge­wehrt als angeb­li­che Jesus-Kon­kur­renz!
    Mut­ter­schaft? Abge­wer­tet als „unter­ge­ord­ne­te Auf­ga­be“!
    Gabe der Pro­phe­tie? Ver­kitscht oder ver­lä­stert!
    Leh­re­rin­nen? dito

    Es gibt kei­ne Frau mehr — es gibt nur noch rosa und hell­blaue Pseu­do­män­ner.

    • … und was ich noch ver­ges­sen habe: das mit dem Hl. Josef ist auch so etwas: in der West­kir­che wur­de der lan­ge nicht beson­ders ver­ehrt — das kam erst so rich­tig im 19. Jh auf mit Leo XIII. Pius IX. hat ihn zwar zum Patron der Kir­che erklärt, woll­te ihn aber nicht im Mess­ka­non haben. Auch die volks­tüm­li­che Ver­eh­rung der „Hl. Fami­lie“ kam erst im 19. Jh so rich­tig groß auf. Zuvor war das nicht im Zen­trum gestan­den, wie auch die Kunst uns zeigt: man ver­ehr­te Maria mit dem Kind. Tau­sen­de von Sta­tu­en bezeu­gen das. es gab „Hl. Fami­li­en mit viel mehr Per­so­nen dabei, die „Hl. Anna selb­dritt“ (ohne Josef) oder gan­ze Fami­li­en­auf­stel­lun­gen.
      Die Ver­eh­rung der „klei­nen“ Hl. Fami­lie kann man wohl auch nur vor dem Hin­ter­grund des Ver­lu­stes der Groß­fa­mi­li­en ver­ste­hen, denn just in dem Zeit­raum kam sie über­haupt erst in die­ser Zuspit­zung „Jesus Maria Josef“ auf.

      Die Ein­fü­gung des Hl. Josef in den Mess­ka­non ist ganz jung: durch Johan­nes XXIII.
      Durch die Umdeu­tung Josefs als „Arbei­ter“ durch Pius XII. geriet sei­ne väter­li­che und keu­sche Rol­le aus dem Blick und der haus­fer­ne, abwe­sen­de, Arbei­ter-Vater, der ja wesent­lich zu den heu­ti­gen Zustän­den geführt hat, wur­de salon­fä­hig.

      Es ist nicht gut, das alles nun zurecht­zu­bür­sten für eine ideo­lo­gi­sche Restau­ra­ti­on ins — ja ins Wohin eigent­lich?

      • Omnia instaur­a­re in Chri­sto — das ist die wah­re Restau­ra­ti­on.
        Wenn unse­re gott­lo­se Zivi­li­sa­ti­on durch Selbst­zer­stö­rung, Katak­lysmen und Straf­ge­rich­te zer­schla­gen ist, dann wird das viel­leicht übrig­ge­blie­be­ne Zehn­tel der Mensch­heit wie­der nach Got­tes Gebo­ten leben. Ehe­bruch wird bestraft wer­den, die Frau­en wer­den knö­chel­lan­ge Röcke tra­gen. In der Gemein­de wer­den sie schwei­gen, und wenn sie etwas von der Leh­re nicht ver­ste­hen, wer­den sie zuhau­se ihre Män­ner fra­gen, ganz wie der hl. Apo­stel Pau­lus es von den Gläu­bi­gen ver­langt. Die Män­ner wer­den tugend­haf­te Män­ner, und die Frau­en tugend­haf­te Frau­en sein, und sie wer­den ihre Kin­der zur Tugend erzie­hen. Es wird eine lie­bens­wer­te Mensch­heit sein.

      • Aha — wo ste­hen denn in Ihrer Bibel knö­chel­lan­ge Röcke? In mei­ner seht das nichts davon…zumal Klei­dung etwas sehr Kul­tur­ab­hän­gi­ges ist, nein?
        Ihr Hori­zont endet offen­bar in der Trach­ten­mo­de in Süd­deutsch­land — schon die mit­tel­deut­schen Trach­ten dürf­ten dann „zu kurz“ sein…
        War­um plä­die­ren Sie nicht für römi­sche Togen und so, damit es erst rich­tig „biblisch“ wird.…aber dann bit­te­schön auch für Män­ner, denn das war die Klei­dung, die der Apo­stel Pau­lus trug und zwar ohne Unter­wä­sche, weil die Römer im gegen­satz zu den Ger­ma­nen die Hose (die dort auch Frau­en tru­gen) nicht kann­ten. Dabei wer­den zwar alle nie­ren­krank, aber es ist wenig­stens urchrist­lich.
        Und zu sei­ner Zeit waren Frau­en im Hei­den­tum so ver­dummt und ver­wahr­lost wor­den, dass sie selbst noch von den dümm­sten Mann zuhau­se belehrt wer­den konn­ten.
        Lei­der hat die Kir­che durch uner­müd­li­che Bil­dungs­ar­beit und Reli­gi­ons­un­ter­richt für bei­de Geschlech­ter die­se unsäg­li­chen Ver­hält­nis­se ein für alle­mal zum Ver­schwin­den gebracht — war wohl ein Feh­ler: nun kön­nen die armen Män­ner die bösen Frau­en nicht mehr beleh­ren, weil die Talen­te vom lie­ben Gott nun mal nicht nach dem Gieß­kan­nen- und schon gar nicht nach dem Geschlech­ter­prin­zip aus­ge­gos­sen wor­den sind.…

        Das erin­nert mich alles an isla­mi­sti­sche Neu-Gesell­schaf­ten: die ope­rie­ren mit dem­sel­ben Wahn­sinn. Ehe­bre­cher wrden gestein­gigt, Got­tes­lä­ste­rer ermor­det, Mäd­chen dür­fen nicht mehr zur Schu­le gehen, und es ist eine rich­tig lie­bens­wer­te Mensch­heit.

        Ein­fach paar Hand­grif­fe machen und wir haben das Para­dies auf Erden.

        Bra­vo — welch eine katho­li­sche Per­spek­ti­ve!

    • Wenn Sie kei­ne Femi­ni­sie­rung der Kir­che erken­nen kön­nen, so ich doch eine Effe­mi­nie­rung der­sel­ben, deutsch könn­te man sagen: Ver­wei­bi­schung, was ihr sehr zum Nach­teil aus­schlägt.
      Män­ner und Frau­en zugleich soll­ten sich an die Wei­sun­gen des hl. Pau­lus hal­ten, von denen er aus­drück­lich sagt, dass sie nicht von ihm selbst sind, son­dern vom Herrn.
      Indes unte­schlägt die ver­wei­bisch­te Kir­che die­se Wei­sun­gen zum Teil, was auch dar­an zu bemer­ken ist, dass sie nicht als got­tes­dienst­li­che Lesung auf­tau­chen und aus der Sakra­men­ten­spen­dung getilgt wur­den.

      • Kurz und knapp: Unsinn! (Ver­zei­hung)
        Sie argu­men­tie­ren wie ein pro­te­stan­ti­scher Mega­hä­re­ti­ker und wis­sen ganz genau, dass das Lehr­amt mit die­sen zum Teil sprach­lich und sach­lich sehr unkla­ren „Wei­sun­gen“ immer mode­rat umge­gan­gen ist, ihnen nicht die Bedeu­tung zuge­mes­sen hat wie Sie das nun auf­bau­schen und die fana­ti­sche Auf­fas­sung, wie Sie sie vor­tra­gen, die immer wie­der mal auf­kam, grund­sätz­lich nie­mals bestä­tigt hat.

        Nicht was Sie im Gefol­ge ultra­e­van­ge­li­ka­ler Bibel­ex­ege­se aus der Bibel her­aus­zu­le­sen ver­mei­nen ist rele­vant, son­dern ob das über­ein­stimmt mit dem Ver­ständ­nis, das die Kir­che davon hat­te. Lesen Sie dies­bezgl. „Dei fili­us“ vom Vat. I. Alles ande­re wird dort näm­lich als häre­tisch ver­wor­fen.

      • Zufäl­lig weiß ich recht gut, wie die katho­li­sche Kir­che das über die Jahr­hun­der­te aus­ge­legt hat, begin­nend mit den Kir­chen­vä­tern bis ins 20. Jahr­hun­dert, näm­lich so, wie es da geschrie­ben steht.

  3. Ich den­ke die­ses Inter­view wur­de von eini­gen Sei­ten miss­ver­stan­den. Es geht hier nicht dar­um ob Män­ner Frau­en oder Frau­en Män­ner unter­drücken oder um ähn­li­che Schuld­zu­wei­sun­gen, son­dern schlicht und ein­fach dar­um, wie die Kir­che spe­zi­ell auf Män­ner zuge­hen kann und sie zu einem from­men, katho­li­schen Lebens­stil füh­ren kann. Man spricht der­zeit soviel über frau­en­ge­rech­te Theo­lo­gie, Eman­zi­pa­ti­on der Frau in der Kir­che etc. scheint aber nicht zu bemer­ken, dass das gläu­bi­ge Volk in der Hl. Mes­se, jeden­falls in mei­ner Hei­mat, zu fast drei Vier­teln aus älte­ren Damen besteht, dass der Prie­ster im Chor­raum neben den Mini­stran­tin­nen, Lek­to­rin­nen, Lai­en­kom­mu­ni­ons­pen­de­rin­nen und der Sakri­sta­nin regel­mä­ssig das ein­zi­ge männ­li­che Wesen ist, auch die Frei­wil­li­gen­ar­beit gross­teils auf den Schul­tern der Frau­en ruht. Das mag in einem Prio­rat der Pius­bru­der­schaft anders sein, aber in den übli­chen Novus-Ordo-Mes­sen stellt dies durch­aus ein all­täg­li­ches Sze­na­rio dar. Damit spricht der Kar­di­nal auf jeden Fall durch­aus ein brand­ak­tu­el­les The­ma an, denn es soll­te ja nicht Auf­ga­be der Kir­che sein, nur die Frau­en son­dern eben zwi­schen­durch auch mal ein paar Män­ner in den Him­mel zu füh­ren.

    • Nein das nicht — da haben Sie recht, aber man kommt ja nicht zum Glau­ben, weil einem ein roter Tep­pich aus­ge­legt wird.

      Die erwähn­ten alten Frau­en stel­len ohne­hin über­all die Mehr­heit in Sachen Reli­gi­on. Sie sind auch die, die täg­lich das Rosen­kranz­ge­bet auf­recht hal­ten zum Bei­spiel. Ohne sie wäre es in fast allen Kir­chen inzwi­schen tot.
      Ich fra­ge aber in die Run­de: was bit­te­schön hält einen gut­wil­li­gen Mann davon ab, Rosen­kranz zu beten?
      Doch nicht die Tat­sa­che, dass alte Frau­en das Gebet leben­dig hal­ten!
      Gab es nicht jahr­hun­der­te­lang Rosen­kranz­bru­der­schaf­ten und glü­hen­de Beter unter Män­nern — vie­le, vie­le?
      Ich sag­te es oben: die Kata­stro­phe in der Kir­che haben nun mal nicht die Frau­en ent­schie­den oder ein­ge­führt, son­dern die Män­ner (Vat. II).
      Die Frau­en machen wie exakt das, was das Kon­zil ihnen abver­langt: täti­ge Mit­wir­kung.
      Es gab eine Zeit, in der man in der Kir­che die Prä­senz und Stär­ke der Frau­en geschätzt hat, und die Män­ner haben sich durch­aus davon mit­zie­hen las­sen.

      War­um ist das nicht mehr so? (Der Mensch hat sich nicht geän­dert seit­her!)

      Das Pro­blem ist, dass durch das Vat. II der leben­di­ge, tief erge­be­ne Glau­be aus­ge­löscht ist. Man denkt und lehrt seit­her, Glau­be sei „Enga­ge­ment“.
      Wäh­rend Frau­en auf­grund ihres Wesens für (sozia­les) Enga­ge­ment offen sind, sind Män­ner eher abge­neigt, sich damit all­zu­viel zu beschäf­ti­gen.

      Ver­lo­ren haben aber alle — sowohl die Frau­en als auch die Män­ner.

      • Sie haben durch­aus Recht, der Ursa­che all die­ser Pro­ble­me ist, wie auch der Kar­di­nal aus­führt, man­geln­der Glau­be, mise­ra­ble Kate­che­se, feh­len­des Sün­den­be­wusst­sein. Wir Män­ner brau­chen Gebrauchs­an­wei­sun­gen, wenn wir wis­sen: um in den Him­mel zu kom­men, um Hei­lig zu wer­den muss ich jenes tun, das ande­re unter­las­sen, dann ver­su­chen wir es auch zu tun. Aber als die Prie­ster von der Kan­zel ver­kün­det haben: „Wenn ihr nicht mögt, braucht ihr nicht mehr zur Mes­se zu kom­men, und beich­ten muss man höch­stens dann, wenn man jeman­den tot­ge­schla­gen hat.“ (was vie­ler­orts tat­säch­lich so gesche­hen ist), da sind die Män­ner eben zu Hau­se geblie­ben. Als sie ratio­nal kei­nen Sinn mehr dahin­ter sahen, den Rosen­kranz zu beten („in den Him­mel kommt ja ohne­hin jeder ausser evtl. Hit­ler und Sta­lin“), dann haben sie ihn nicht mehr gebe­tet. Mann kommt nicht zwin­gend zum Glau­ben, wenn einem der rote Tep­pich aus­ge­legt wird, man soll­te es den Leu­ten aber auch nicht unnö­tig schwer machen.

  4. =„Alles wur­de so ein­fach, und wenn die Din­ge ein­fach sind, so den­ken Män­ner nicht, dass sie sich loh­nen.“=

    =„Es scheint ein­deu­tig, dass vie­le Män­ner nicht zu einer tie­fe­ren lit­ur­gi­schen Spi­ri­tua­li­tät hin­ge­zo­gen sind.“=

    Das ist ein Wider­spruch und als sol­cher Sym­ptom für die Unfrucht­bar­keit sol­cher Ansät­ze.
    Männ­lich­keit im geist­li­chen Sin­ne (!!!), ist nach dem Apo­stel mit der „Nüch­tern­heit und Wach­sam­keit“ ver­knüpft und wird an sich Män­nern und Frau­en glei­cher­ma­ßen emp­foh­len.
    Mann­sein in einer geist­li­chen Dimen­si­on ist nichts, was man päd­ago­gisch „erzeu­gen“ kann. Hier wirkt viel zusam­men, aber was immer man anlei­ert, es muss vom mann (bzw. der Frau) wil­lent­lich ergif­fen wer­den. Ob es nicht eher da hapert? Soviel Ehr­lich­keit muss sein!

    Was uns allen fehlt ist seit dem Vati­ca­num II der Raum, in dem wir uns „leicht“ ent­wickeln kön­nen — schein­bar, schein­bar.
    Nun ist aber die Pfor­te bekannt­lich „eng“ und der Weg „schmal“. Ist es wirk­lich för­der­lich, wenn man den Mann nun bestä­tigt in sei­ner Bequem­lich­keit? Man hat dem Ärm­sten IN DER KIRCHE so vie­le Hin­der­nis­se in den Weg gestellt? Obwohl er 2 Jahr­tau­sen­de Macht hat­te und hat?

    Was sol­len da die sagen, die für IHN jedes Hin­der­nis über­wun­den haben, die Hei­li­gen, die mit ech­ten Hin­der­nis­sen kämp­fen muss­ten?

    Denn wenn wir als getauf­te katho­li­ken nicht glau­ben und uns vom Him­mel selbst nicht erzie­hen las­sen wol­len, gleich ob Mann ob Frau, sind nicht die „Ver­hält­nis­se“ schuld — so argu­men­tiert aber der Kar­di­nal und offen­bart damit sein mate­ria­li­sti­sches Den­ken durch die Hin­ter­tü­re — son­dern unser Unwil­le ist es, zumal dann, wenn wir die Schrift ken­nen, trotz Ver­lu­ste immer noch viel wis­sen über die Leh­re, im Grun­de kei­ne Aus­flucht haben.…

    Ande­res kann man über „die da drau­ßen“ sagen, die es wirk­lich nicht mehr bes­ser wis­sen, aber wir „drin­nen“?

    M.E. ver­wickelt man sich in sinn­lo­se Wider­sprü­che und Pola­ri­sie­run­gen, wenn man nicht das nennt, was eigent­li­cher Aus­lö­ser der Kri­se ist: die Mate­ria­li­sie­rung und Psy­cho­lo­gi­sie­rung des Geist­li­chen seit dem Vati­ca­num II.

    Der Kar­di­nal ist aber nicht Manns genug, die­sen Umstand auch glas­klar zu sehen und zu nen­nen. Wie soll man von einer Ver­gif­tung gesun­den, wenn man das Gift wei­ter­hin trinkt?
    Er will fest­hal­ten an die­ser Schein­kir­che und in ihr Kir­che spie­len — das wird im Fias­ko enden.

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