Tonga, Xai Xai, Kapverden vor Brüssel, Venedig und Turin — Die neuen Kardinäle

Die Papstwähler unter den Kardinälen im Konklave
Die Papst­wäh­ler unter den Kar­di­nä­len im Kon­kla­ve

(Madrid/Rom) Der spa­ni­sche Kir­chen­hi­sto­ri­ker und bekann­te katho­li­sche Blog­ger Fran­cis­co de la Cigo­ña ver­öf­fent­lich­te sei­ne Les­art der neu­en Kar­di­nal­s­er­he­bun­gen durch Papst Fran­zis­kus nach dem Mot­to: Sei­en wir froh, es hät­te alles schlim­mer kom­men kön­nen.

Sehr fran­zis­zeisch und daher sehr über­ra­schend hat er 20 neue Kar­di­nä­le kre­iert, fünf­zehn Wäh­ler und fünf über 80jährige.

Man denkt, daß allein die Wäh­ler wich­tig sind, dem ist aber nicht so. Die Ernen­nung von Kar­di­nä­len, die das 80. Lebens­jahr voll­endet haben, hat auch ihre Bedeu­tung. Sie reflek­tiert in erster Linie, wen die Kir­che aner­kennt und gibt Auf­schluß über die Gewich­tun­gen oder die Lau­nen eines Pap­stes. Ein Kar­di­nal kommt rang­mä­ßig vor jedem Bischof oder eme­ri­tier­ten Bischof egal wel­cher Diö­ze­se. Wür­de man vom eme­ri­tier­ten Bischof von Xai Xai spre­chen, wüß­ten die aller­mei­sten nicht ein­mal, wo das liegt. Aber ein Kar­di­nal Lan­ga, der hat Gewicht.

Nächste Kardinalserhebung erst 2017 — Ausscheiden Lehmanns wird „großer Tag für die Kirche“ sein

Papst Fran­zis­kus hat fünf Wäh­ler mehr ernannt, als von Paul VI. mit der Höchst­gren­ze von 120 fest­ge­legt wur­den. Bis März 2016 wird daher, ein plötz­li­cher Tod aus­ge­nom­men, kein Sitz im Wahl­kol­le­gi­um der Katho­li­schen Kir­che vakant wer­den. Die Kar­di­nä­le Naguib (18. März 2015), Riga­li (19. April), De Pao­lis (19. Sep­tem­ber), Abril (21. Sep­tem­ber) und Maho­ny (27. Febru­ar 2016) sind die näch­sten, die das 80. Lebens­jahr voll­enden und als Wäh­ler aus­schei­den. Ihre frei­wer­den­den Sit­ze wer­den nun von Papst Fran­zis­kus schon besetzt. Erst mit dem 80. Geburts­tag von Kar­di­nal Ter­razas am 7. März 2016 wird wie­der ein Stuhl im Kon­kla­ve vakant. Es wird also eini­ge Zeit dau­ern, bis die Ernen­nung neu­er Kar­di­nä­le mög­lich wird, wahr­schein­lich Febru­ar 2017. Bis dahin wer­den neben Kar­di­nal Ter­razas wei­te­re Kar­di­nä­le ihr Wahl­recht ver­lo­ren haben: Dias am 14. April 2016, Leh­mann am 16. Mai, was ein gro­ßer Tag für die Kir­che sein wird, Leva­da am 15. Juni, Oko­gie am 16. Juni, Tur­kot­te am 26. Juni, Orte­ga am 18. Okto­ber, Lopez Rodri­guez am 31. Okto­ber, Anto­nel­li am 18. Novem­ber und Sarr am 28. Novem­ber. Ende 2016 wer­den damit elf Sit­ze vakant sein. Außer der Papst ändert die von Paul VI. fest­ge­leg­te Zahl der Wäh­ler.

Die gute Nachricht: Keine Kardinäle Forte, Paglia, Hans Küng, Gutierrez oder Casaldaliga

Die gute Nach­richt: der Ankün­di­gung der neu­en Kar­di­nä­le folg­te eine Reak­ti­on der Erleich­te­rung. Man­che Kir­chen­ver­tre­ter trau­en Papst Fran­zis­kus off­fen­bar die schlimm­sten Ernen­nun­gen zu. Besorg­nis­er­re­gen­de Namen wie die Ita­lie­ner For­te und Paglia, der päpst­li­che Ghost­wri­ter Fer­nan­dez, oder sogar undenk­bar Namen wie Hans Küng, Gusta­vo Gut­iér­rez oder Casa­lda­li­ga gin­gen um.

Aller­dings muß auch gesagt wer­den, daß die schlimm­sten Mit­glie­der des Kar­di­nals­kol­le­gi­ums aus der Zeit vor Papst Fran­zis­kus stam­men. Das gilt auch für die nun neu ernann­ten Kar­di­nä­le. Die schlimm­sten unter den Neu­en, so sagt man mir, sind der Neu­see­län­der Dew, der Por­tu­gie­se Cle­men­te und der Uru­gu­ay­er Stur­la. Der Patri­arch von Lis­sa­bon gehört dabei sogar noch zu den besten Ver­tre­tern des por­tu­gie­si­schen Epi­sko­pats, das in Sum­me medio­ker ist. Sein Vor­gän­ger, Patri­arch Poli­car­po war ein­fach nur ein fei­er­li­cher Töl­pel und man kann nur hof­fen, daß der neue Kar­di­nal sich nicht eben­so ver­hält. Stur­la von Mon­te­vi­deo scheint mir immer wie­der ein­fach nur ein Sale­sia­ner ohne Bil­dung zu sein, wie es meh­re­re von ihnen gibt, die wie durch ein Glück­spiel unver­dient auf ihre Posten gekom­men zu sein schei­nen.

Man sagt mir zudem, daß einer der bei­den neu­ernann­ten ita­lie­ni­schen Diö­ze­san­bi­schö­fe schlecht, der ande­re hin­ge­gen aus­ge­zeich­net sein soll. Als sehr gute und eben­so über­ra­schen­de Ernen­nung kann ich jene des eme­ri­tier­ten ita­lie­ni­schen Kuri­en­ver­tre­ters De Magi­stris anfüh­ren.

Schlecht ist die Ernen­nung des Kar­di­nal­ne­po­ten aus Viet­nam, der dem­nächst im Wahl­kol­le­gi­um sit­zen wird. Wir spre­chen dem Papst aber nicht das Recht auf die Lau­ne ab, einen Freund aus­zu­zeich­nen.
Aus­ge­zeich­net ist dage­gen die Erhe­bung des Mexi­ka­ners Sua­rez und gut und über­ra­schend jene des Spa­ni­ers Blazquez, der ein Mann von soli­der Ver­an­ke­rung in der Glau­bens­leh­re ist. Ich freue mich mit der Erz­diö­ze­se Val­la­do­lid. Der bis­her letz­te Erz­bi­schof, der zum Kar­di­nal kre­iert wur­de, war der 1838 gebo­re­ne José Maria Justo Cos Y Macho. Sei­ne Kar­di­nal­s­er­he­bung erfolg­te 1911 durch Papst Pius X.

Peripherismus und Insularismus — In den USA hätte wohl nur Bischof von Honolulu Chancen

Erstaun­lich ist der Peri­phe­ris­mus und der Insu­la­ris­mus des Pap­stes. Die Erhe­bung des Erz­bi­schofs von Addis Abe­ba mag ver­ständ­lich sein, eben­so jene von Ran­gun und Bang­kok. Aber die Kap­ver­di­schen Inseln, Ton­ga und Xai Xai kön­nen nur als Lau­ne bezeich­net wer­den. Aber so ist es. Die Ernann­ten sind so unbe­kannt, daß ich erst ein­mal im Päpst­li­chen Jahr­buch nach­schla­gen muß­te. Papst Fran­zis­kus mag Inseln. Bei die­ser Gele­gen­heit gleich drei. Zwei von ihnen muß man mit dem Ver­grö­ße­rungs­glas auf der Land­kar­te suchen. Bei sei­ner ersten Kar­di­nal­s­kre­ierung waren es zwei sol­cher Inseln: Hai­ti und die Antil­len.

Ich könn­te mir vor­stel­len, daß nicht weni­ge Erz­bi­schö­fe, die nicht berück­sich­tigt wur­den, sich nun fra­gen wer­den: War­um die und nicht ich? Um ehr­lich zu sein, fra­ge auch ich mich das, ohne eine ande­re Ant­wort dar­auf zu fin­den, als jene, die ich schon genannt habe. Ich neh­me an, daß es den Erz­bi­schö­fen nicht anders ergeht. Mini-Diö­ze­sen wie Ton­ga und die Kap­ver­di­schen Inseln erhal­ten über­pro­por­tio­na­les Gewicht in der Katho­li­schen Kir­che. Das Bis­tum Ton­ga ist drei­mal so groß wie Liech­ten­stein und zählt 15.000 Katho­li­ken. Gilt die Ernen­nung nicht dem Bis­tum, son­dern – wie es grund­sätz­lich sein soll­te – dem regie­ren­den Bischof? Aller­dings hat man nie etwas von ihm gehört.

Neben dem nicht roma­ni­schen Euro­pa wer­den vor allem die USA der gro­ße Abwe­sen­de bei die­sem Kon­si­sto­ri­um sein. Es wird kei­nen Kar­di­nal Cup­ich (Chi­ca­go) geben, aber eben­so­we­nig einen Kar­di­nal Cha­put (Phil­adel­phia) oder Gomez (Los Ange­les). Wahr­schein­lich hät­te noch am ehe­sten der mir unbe­kann­te Bischof von Hono­lu­lu eine Chan­ce, weil er von einer Insel kommt.

Ein­deu­tig scheint hin­ge­gen der päpst­li­che Wil­len, die Kar­di­nal­s­wür­de von Vene­dig und Turin abzu­zie­hen. Die Ernen­nung der Bischö­fe von Perugia, Anco­na-Osi­mo und Agri­gen­to spricht eine kla­re Spra­che.

Sie­ben von 20 neu­en Kar­di­nä­len kom­men aus Euro­pa. Das ist immer noch ein Drit­tel. Und den­noch sind eigent­lich nur die roma­ni­schen Süd­staa­ten Ita­li­en, Spa­ni­en und Por­tu­gal durch Diö­ze­san­bi­schö­fe berück­sich­tigt wor­den. Frank­reich bekam einen Kuri­en­ver­tre­ter und der deut­sche Sprach­raum einen über 80jährigen Diplo­ma­ten außer Dienst.

Einige Anwärter werden zu „hoffnungslosen Fällen“

Mir scheint, daß der Erz­bi­schof von Brüs­sel-Mecheln, was die Kar­di­nal­s­wür­de anbe­langt, zum „hoff­nungs­lo­sen Fall“ gewor­den ist. Glei­ches gilt wohl auch für Patri­arch Moraglia von Vene­dig und Erz­bi­schof Nosiglia von Turin. Kap­ver­di­sche Inseln, Ton­ga und Xai Xai ste­hen über Brüs­sel, Vene­dig und Turin.

Latein­ame­ri­ka bekommt Kar­di­nä­le für Mexi­ko, Pana­ma und Uru­gu­ay sowie Trost­pfla­ster für Kolum­bi­en und Argen­ti­ni­en. Der pri­vi­le­gier­te Kon­ti­nent scheint Asi­en mit Viet­nam, Thai­land und Bir­ma. Die japa­ni­sche Katho­li­zi­tät fehlt hin­ge­gen noch und dabei dürf­te es auch blei­ben. Doch der wirk­li­che Auf­stei­ger ist Ozea­ni­en mit der Ver­lei­hung von gleich zwei Kar­di­nal­s­wür­den an Neu­see­land und Ton­ga. An Afri­ka gehen drei pur­pur­ne Biret­te: Äthio­pi­en, Kap­ver­di­sche Inseln und Mosam­bik.

Die Ordens­ge­mein­schaf­ten erhal­ten mit vier Erhe­bun­gen ein Fünf­tel der neu­en Kar­di­nal­s­wür­den. Zwei Sale­sia­ner, ein Mis­sio­nar und ein Augu­sti­ner, wobei mir die Bevor­zu­gung der Sale­sia­ner unbe­rech­tigt scheint.

Noch eine Kurio­si­tät wei­sen die Kar­di­nal­s­er­he­bun­gen von Papst Fran­zis­kus auf. Das Alter der Ernann­ten wird in neue Höhen getrie­ben. Im Febru­ar 2014 kre­ierte er den 99jährigen Loris Capo­vil­la zum Kar­di­nal, weil er der Sekre­tär von Johan­nes XXIII. war. Im Febru­ar 2015 wird er mit dem eme­ri­tier­ten Erz­bi­schof von Maniza­les in Kolum­bi­en einen 95-Jäh­ri­gen zum Kar­di­nal erhe­ben. Immer­hin hin­ter Capo­vil­la und Can­est­ri auf Anhieb das dritt­äl­te­ste Mit­glied des Kar­di­nals­kol­le­gi­ums.

Erstaun­lich auch, daß sich unter den Neu­ernann­ten meh­re­re fin­den, die unmit­tel­bar vor ihrer Eme­ri­tie­rung ste­hen, die ihre Erhe­bung fak­tisch aus­schlie­ßen wür­de, wäh­rend sie so noch min­de­stens fünf Jah­re Papst­wäh­ler sind. Zu ihnen gehö­ren der Erz­bi­schof von Hanoi (76), Erz­bi­schof von Anco­na-Osi­mo (75) und der Erz­bi­schof von More­lia (75).

In Sum­me: Sei­en wir froh, es hät­te schlim­mer kom­men kön­nen.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: La Cigue­ña de la Tor­re

38 Kommentare

  1. Es ist scha­de, dass die soge­nann­ten tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Katho­li­ken nun mehr kei­ne hand­fe­sten Argu­men­te mehr zu haben schei­nen. Anstatt mit der rei­nen Glau­bens­leh­re zu argu­men­tie­ren wird hier nur noch Blin­ker Hass und abgrund­tie­fe Abnei­gung gepre­digt. Sogar die Legi­ti­ma­ti­on des Pap­stes wird in Fra­ge gestellt. Sehr selt­sam. Bei Bene­dikt XVI habt ihr immer von der juris­dik­ti­on des Pap­stes gespro­chen und davon, dass er in sei­nen Ent­schei­dun­gen abso­lut frei sei. Doch sobald der Wind sich dreht und der Papst nicht mehr das macht was ein ‑gemes­sen an der Gesamt­zahl der Katho­li­ken- extremst win­zi­ger Teil der Kir­che von ihm erwar­tet, wird die­ser Papst sofort aufs übel­ste ange­grif­fen und ver­leum­det. Ein­fach nur pein­lich und unchrist­lich!

    • Ach hören Sie doch auf, Ihr Nick­na­me spricht ja schon kir­chen­po­li­ti­sche Bän­de. Gehen Sie auf ein kir­chen­feind­li­ches Pro­te­stan­ten- oder Pro­gres­si­sten­por­tal, das wer­den Sie viel Bei­fall für Ihre wir­ren The­sen krie­gen.

      • Genau das mei­ne ich! Wenn man nicht ihre The­sen ver­tritt wird man direkt in die Ecke von Gei­stes­kran­ken und ver­rück­ten gestellt.

    • Die Tra­di­ti­on ist jung lie­ber Fran­zis­ka­ner!
      In Frank­reich wer­den im kom­men­den Jahr mehr Prie­ster der Tra­di­ti­on geweiht wer­den als Prie­ster der Kon­zils­kir­che… Leu­te wie Sie Fran­zis­ka­ner ster­ben auch in Deut­land aus, Gott sei Dank!

      • Genau — Ver­kaufs­schla­ger in der Tra­di­ti­on: wer hat mehr Prie­ster­wei­hen?
        Recht hat, wer sich am besten ver­kauft?

        Der Herr muss da was falsch gemacht haben — er war jung und lan­de­te am Ende am Kreuz. Und außer Sei­ner Hei­li­gen Mut­ter und ande­ren Frau­en und einem ein­zi­gen Mann ging den Weg bis dort­hin kei­ner mit…

        Wo ste­hen wir eigent­lich mit unse­ren Urteils­kri­tie­ri­en inzwi­schen? Und wann geht „die“ Tra­di­ti­on an die Bör­se, wenn sie nicht schon ver­bor­gen dort mit­mischt, was mich nicht wun­dern wür­de…

      • @Zeitschnur: war­um sind Sie immer so agres­siv, auch wo es kei­nen Grund gibt? Irgend­wie tun Sie mir leid, ich stel­le mir Sie sehr fru­striert vor… Ich mei­ne das ernst und ehr­lich!

        Ich jeden­falls freue mich ein­fach über die vie­len Beru­fun­gen bei der FSSPX, der FSSP und ande­ren alt­ri­tu­el­len Gemein­schaf­ten vor allem in Frank­reich und den USA! In Deutsch­land könn­ten es mehr sein, dar­um soll­ten wir regel­mäig beten.

      • @Franziskaner: ich wün­sche Ihnen per­sön­lich natür­lich nicht den Tod an den Hals, wie es wei­ter unten geschrie­ben wird. Wenn es so rüber gekom­men ist tut es mir leid. Was ist aber natür­lich hof­fe, ist dass das links-grü­ne‑, WiSiKi‑, ZDK‑, wir sit­zen im StulKreis‑, wir füh­ren Dialogprozesse‑, wir bestim­men die Leh­re demokratisch‑, wir argu­men­tie­ren pasto­ral, d.h. vom Men­schen her nicht von Gott her- usw Gedan­ken­gut, das Leu­te wie Sie trans­por­tie­ren auster­ben wird!!!!

      • @ Pas­cal 13

        Die „Tra­di­ti­on“ ist nicht „jung“ — welch ein Unsinn. Und wer die Mise­re klar sieht, ist weder fru­striert noch aggres­siv, son­dern rea­li­stisch.
        Die Tra­di­ti­on ist ein Web- und Djung­le-Kon­strukt einer ideo­lo­gi­sier­ten Tra­di­ti­ons-Jugend und.…die Alten, die noch erlebt haben, was ech­te „Tra­di­ti­on“ ist, ver­ste­hen die Welt nicht mehr.

        Es soll­te Sie besorgt machen, welch hohe Zahl an Pius-Aus­stei­gern es auch unter Prie­stern gibt.…wenn sie denn die Unrei­fe der Jugend hin­ter sich gelas­sen haben und end­lich auf­wa­chen.…

        Dream on, kann ich da nur sagen.

    • @ Fran­zis­ka­ner

      Sie haben zwar recht mit der Cha­rak­te­ri­sie­rung der Dop­pel­mo­ral vie­ler Kon­ser­va­ti­ver, aber ich möch­te den­noch dar­an erin­nern, dass die Leh­re der Kir­che kei­ne Fra­ge von Mehr­hei­ten ist.

      Die Leh­re der Kir­che bean­sprucht Wahr­heit und die Legi­ti­ma­ti­on durch den Hei­li­gen Geist. und der sagt nicht alle paar Jah­re das Gegen­teil von gestern, nur weil irgend­wel­che Mehr­hei­ten sich zur Zeit gera­de mal anders „füh­len“.

      Die Rich­tung Ihres Ein­spruchs ist gewis­ser­ma­ßen ver­kehrt her­um genau­so falsch wie der von dem im übri­gen rotz­fre­chen Pascal123, der Ihnen den Tod an den Hals wünscht, was Gott ver­hü­ten möge, bevor er sich für die­se Unflä­tig­keit nicht ent­schul­digt hat.

      • Pascal13 ist alles ande­re als „rotz­frech“. Er ist einer der Kom­men­ta­to­ren hier, die noch wagen, katho­lisch zu argu­men­tie­ren. Bezeich­nend, dass Leu­te, die längst vom lnks­grü­nen Weich­sprech-Zeit­geist erfaßt sind, ande­ren mit wei­ner­li­chen Knig­ge-Argu­men­ten kom­men, die noch den Geist der Kreuz­rit­ter bewahrt haben.

        Vergelt’s Gott, @Pascal13 für Ihren Man­nes­mut vor Groß­in­qui­si­to­rin­nen­thro­nen!

      • Lie­be zeit­schnur!
        Was Sie Pascal13 gegen­über Fran­zis­ka­ner zu Recht ankrei­den, ist mir selbst aber auch schon pas­siert, nur genau umge­kehrt.
        Ich bin (noch bis März 2015) in einem klei­nen Team von vier Pfarr­ge­mein­de­rä­ten plus Pfar­rer.
        So tap­fer wie mög­lich, ver­trat ich in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren abso­lut ohne Ver­bis­sen­heit ganz „nor­ma­le“ katho­li­sche Posi­tio­nen, zusam­men mit dem auch eher „kon­ser­va­ti­ven“ Pfar­rer.
        Ein sehr libe­ra­ler PGR-Kol­le­ge reagier­te auf eine sach­li­che Äusse­rung mei­ner­seits mit den Wor­ten: „Dies wird in eini­gen Jah­ren die Bio­lo­gie erle­di­gen.“
        Ich war ange­sichts die­ser auf mich gemünz­ten Aus­sa­ge unfä­hig, über­haupt nur zu reagie­ren, war ein­fach nur sprach­los, schockiert und ver­letzt.
        Wohl auch des­halb, weil der Pfar­rer nicht kor­ri­gie­rend ein­griff und ich tat­säch­lich nicht mehr die Jüng­ste bin.
        Mit die­sem Bei­spiel woll­te ich Ihnen nur zei­gen, dass die­ses ver­let­zen­de Argu­ment nicht nur einer Sei­te vor­be­hal­ten ist.
        War­um nur tun wir uns gegen­sei­tig so weh?

      • Ja, @ mari­en­zweig, war­um tun „wir“ uns gegen­sei­tig so weh?

        Weil die einen Kreuz­rit­ter-Roman­tik nach dem Ide­al­bild her­um­rü­peln­der ger­ma­ni­scher Män­ner-Hor­den für katho­lisch hal­ten (bzw. so tun — ich hal­te Tra­di­ti­ons­treu­er für einen Fake — der will die Tra­di­ti­ons­treu­en lächer­lich machen, so wie das einst +.net tat) und die ande­ren in der Manier ver­wöhn­ter Pech­ma­ri­en Men­schen, die ihnen die Erb­se unter der 100sten Marat­ze nicht weg­räu­men, unter­stel­len, einen Mord­an­schlag auf sie geplant zu haben und aus­ra­sten.

        Bei­de Sei­ten sind ach­sen­sym­me­trisch gleich und hal­ten sich für Erz­fein­de…

        Lie­be Mari­en­zweig — ich ken­ne die­ses Affen­thea­ter inzwi­schen seit Jah­ren in- und aus­wen­dig. Auch ich habe sol­che Erleb­nis­se wie Sie im „lin­ken“ Milieu gemacht bzw. unter der Kon­flikt­scheu und Stra­te­gie­sucht vie­ler an sich nicht ganz unmög­li­cher Per­so­nen in der Kir­che gelit­ten. Der abso­lu­te Abschuss sind aber tat­säch­lich in Sachen Benimm, Wahr­haf­tig­keit und Bil­dung vie­le Tra­dis. Auch das ist das Ergeb­nis lan­ger Erfah­rung. Die Sit­ten sind dort der­ma­ßen ver­lot­tert, dass man sich das nur mit dem Sek­ten­cha­rak­ter erklä­ren kann — denn nur in Sek­ten und radi­ka­len poli­ti­schen Grup­pen fin­det ein sol­cher Ver­lust an Respekt und Höf­lich­keit gegen­über einem Men­schen statt…

        Ich las­se mich ein­fach von nie­man­dem mehr täu­schen durch from­mes Gesäu­sel oder Gepol­ter — weder so her­um noch her­um.

        All die­se Leu­te, sei­en sie Libe­ra­le oder Tra­dis, haben sich mit ihren bösen Wor­ten selbst das Urteil gespro­chen:

        Sag­te Jesus nicht, man töte sei­nen Bru­der, wenn man ihn einen Nar­ren nen­ne (was nichts mit kla­rer, sacli­cher Kri­tik an einer Mei­nung zu tun hat)? Und wer dem andern sogar sagt, er wün­sche sei­nen Tod her­bei, damit des­sen miss­lie­bi­ge Mei­nung nicht mehr zu hören ist, der ist kein Kind des Lichts.

        Punk­tum — so ein­fach ist das.

        Ich wün­sche Ihnen Kraft und Gesund­heit und ein lan­ges Leben und uns bei­den, dass wir nicht ver­ge­hen in die­sem schau­er­li­chen Kli­ma unter Katho­li­ken oder dabei sel­ber die Con­ten­an­ce ver­lie­ren.

      • @traditionstreuer: Kreuz­rit­ter?! Tugend?! Links­grün? Sagt mal ganz ehr­lich? Wo lebt ihr eigent­lich alle? Ich für mei­nen Teil bin weder Links noch Grün. Den­noch bin ich, als klar den­ken­der Men­schen im drit­ten Jahr­tau­send, der Auf­fas­sung dass die Kreuz­rit­ter nun wirk­lich nicht zum Frie­den der Welt bei­getra­gen haben und sie dem Chri­sten­tum mehr gescha­det als genutzt haben.
        Aber vergelt´s Gott! Wir leben zwar alle unter dem sel­ben Him­mel, haben aber nicht den sel­ben Hori­zont.…

      • @ Pascal13

        Es fehlt bei Ihnen in jeder Hin­sicht an Geist und Anstand.

        Frü­her sag­te man sol­chen Pro­le­ten und Rüpeln, dass man sich sol­che Belei­di­gun­gen ver­bit­te. In der fei­gen Anony­mi­tät, aus der Sie her­aus hecken­schüt­zen, ist das nicht mehr wir­kungs­voll mög­lich.
        Pfui.

    • @Franziskaner
      es kommt abso­lut nicht dar­auf an, was ein klei­ner Teil oder sonst­wer vom Papst erwar­tet! Es kommt dar­auf an, daß der Papst den katho­li­schen Glau­ben und die Tra­di­ti­on unter den Gläu­bi­gen, vor­al­lem aber unter Prie­stern, Bischö­fen und Kar­di­nä­len beför­dert. Und genau dies geschieht nicht! Daß dies nur ein klei­ner Teil der Gläu­bi­gen erkennt ist ganz nor­mal.

      • @ Mag­da,
        genau das ist es was wich­tig und vom nor­ma­len Gläu­bi­gen erwar­tet wird — auf Jesus sehen, auf sei­ne gelieb­te Braut, die Kir­che sehen sich vom Glau­bens­gut stär­ken und erfül­len las­sen im Leben und Ster­ben-das muss erkenn­bar, erfahr­bar sein und blei­ben. Dosto­jew­skij schreibt ein­mal in sei­nem Werk, wie er mit eini­gen Ari­sto­kra­tin­nen in einer Tee­run­de — die Plätz­chen noch im Mund-über die kom­men­de Neu­ord­nung Russ­land debat­tier­ten. Der gro­sse Dich­ter schwieg wer wird Russ­land ret­ten kön­nen?
        Ant­wort: der Küchenknecht.Wieso denn der Küchen­knecht?
        Weil der Küchen­knecht weiss wie man lebt und wie man stirbt.Dies ein­fa­chen und red­li­chen Men­schen wis­sen oft viel mehr über Gott und sei­ne Welt als vie­le gei­sti­ge Ari­sto­kra­ten mit viel Geschwur­bel und unge­ho­bel­tem Getöse.Deshab hat Ihr ruhi­ger gesun­der Kom­men­tar mich froh gemacht. Dan­ke.

      • noch für oben — bei den gan­zen Unter­posts- kommt man gar nicht zum Ant­wor­ten: Natür­lich haben die Kreuz­rit­ter zum Frie­den in der Welt bei­getra­gen.
        Sofern sie nicht gegen Byzanz und Albi­gen­ser zogen. Aber das war der letz­te Zug.
        Ihrer sie­ben an der Zahl. Zeit­lich begrenzt mit dem Ziel der Befrei­ung eines begrenz­ten Ter­ri­to­ri­ums.
        Dage­gen ver­gli­chen die isla­mi­sche Erobe­rung seit 622 anhal­tend, von allen Sei­ten, zeit­lich unbe­grenzt nicht auf ein bestimm­tes Ziel außer die Unter­wer­fung aller Ungläu­bi­gen und die Errich­tung eines isla­mi­schen Rei­ches…

        Im Grun­de haben wir es seit mehr als 1000 Jah­ren mit den immer­wäh­ren­den äußerst freund­li­chen Bekeh­rungs­ver­su­chen die­ser fried­li­chen Reli­gi­on zu tun (Islam heißt ja Frie­den und nicht Unter­wer­fung, und der Isla­mis­mus ist im Koran nicht fun­diert, eben­so sind alle isla­mi­schen Staa­ten die fried­lich­sten der Welt).

  2. Wo hat „der bekann­te Kir­chen­hi­sto­ri­ker“ denn sei­nen Lehr­stuhl? An wel­cher Uni­ver­si­tät ist er Pro­fes­sor? Lei­der wird das nie genannt. Mir ist noch nie eine wis­sen­schaft­li­che Schrift eines Autors die­sen Namnes in die Hän­de gera­ten.

  3. Ja und? kann ich da nur fra­gen?
    Die Kar­di­nal­s­er­he­bun­gen der Vor­gän­ger waren — von einem theo­lo­gi­schen Stand­punkt aus gese­hen — kei­nes­wegs weni­ger frag­wür­dig.

    Da wer­den x Män­ner durch­ge­zählt und mit einem ober­leh­rer­haf­ten grü­nen Häk­chen ver­se­hen oder einem roten Zei­chen.

    Man erfährt buch­stäb­lich nichts über die Betrof­fe­nen und ihre Stand­punk­te und erhält durch die­sen Text auch kei­ne Urteils­kri­te­ri­en in der Sache.
    Was will die­ser Arti­kel sagen? Manch­mal täte eine gewis­se Aus­führ­lich­keit (so wie in alten Zei­ten) um der Wahr­heit wil­len doch etwas bes­ser…

  4. Du mei­ne Güte, ist die­ses geschmäck­le­ri­sche Gefa­sel denn Wert hier zu erschei­nen?

    „Ich könn­te mir vor­stel­len, daß nicht weni­ge Erz­bi­schö­fe, die nicht berück­sich­tigt wur­den, sich nun fra­gen wer­den: War­um die und nicht ich?“

    Wenn sich ein Erz­bi­schof so etwas frägt, hät­te er sich sowie­so dis­qua­li­fi­ziert. Und das der Autor solch kar­rie­ri­sti­sches Den­ken von sich selbst auf die Bischö­fe über­trägt spricht Bän­de über sei­ne Qua­li­fi­ka­ti­on über die­ses The­ma zu schrei­ben.

    Mit sol­chen Arti­keln dis­kre­di­tiert man das Anlie­gen der Tra­di­ti­on! Halb­wis­sen und das anschei­nend auch nur vom Hören­sa­gen kön­nen kei­ne Grund­la­ge sein, die neu­en Kar­di­nä­le zu beur­tei­len. Ich kann zeit­schnur nur zustim­men: das näch­ste mal bit­te wie­der einen Arti­kel der mehr Gehalt hat als die­se seich­te Lek­tü­re, die vom Niveau nicht weit weg ist von der Bun­ten.

    • Also, ich fin­de ihr Urteil, und das von zeit­schnur und Dama­sus eben­so, unver­schämt. Der Arti­kel­schrei­ber hat doch völ­lig recht. Was haben die ernann­ten Kar­di­nä­le denn Beson­ders auf­zu­wei­sen? Bischof Leo­nard, der die bel­gi­sche Kir­che hät­te auf­rich­ten kön­nen, wür­de ihm die Unter­stüt­zung von Rom nicht ver­wei­gert, wird über­gan­gen. Der cha­ris­ma­ti­sche Patri­arch von Vene­dig eben­so. Ber­go­glio ernennt sei­ne Freun­de und belohnt die, die sich mit Papst Bene­dikt ange­legt hat­ten. Die Ame­ri­ka­ner gehen leer aus, sie hat­ten es gewagt auf der Syn­ode kri­ti­sche Töne anzu­schla­gen. Die­se Art Kir­chen-Poli­tik zu machen ist in höch­stem Maße unwür­dig. Die­ser Papst regiert mit Will­kür, nach Lau­ne und eige­nem Gut­dün­ken!

      • Moment mal, mein Lie­ber, Sie inter­pre­tie­ren in F.s Ent­schei­dun­gen etwas hin­ein, für das Sie nur spe­ku­la­ti­ve oder gerüch­te­wei­se, also kurz: sub­jek­ti­ve Grün­de anfüh­ren kön­nen.

        Das und nur das ist ange­sichts der Trag­wei­te der Behaup­tun­gen nicht nur „unver­schämt“, son­dern gefähr­lich und ver­leum­de­risch.

        Der Arti­kel ist so schwach, dass er tat­säch­lich kei­ner­lei Hil­fen bie­tet, die Vor­gän­ge zu ver­ste­hen oder sich ein Bild über die Kar­di­nä­le und ihre Posi­tio­nen zu machen.

  5. Auf die­se Zusam­men­fas­sung oder den Ori­gi­nal­ar­ti­kel bezo­gen?
    Muss einer „bekannt“ sein, um wah­res aus­zu­sa­gen?
    Ver­leiht Bekannt­heit epi­ste­mi­sche Auto­ri­tät?

    Amt und Per­son. Ob Kar­di­nal XY ein per­sön­lich from­mer lie­ber Mensch ist, inter­es­siert nicht, inso­fern er Recht­gläu­bi­ge drang­sa­liert, Häre­si­en ver­kün­digt, sei­nen Kle­rus will­kür­lich behan­delt.

    Ein Urteil über Hand­lun­gen ist immer mög­lich und Hand­lun­gen machen uns zu dem was wir sind: Lüg­ner, Ehe­bre­cher, Zöli­bats­bre­cher, Häre­ti­ker…

    Sofern einer für sich h{retische Vor­stel­lun­gen pflegt, sei ihm das gelas­sen (außer der See­len­ei­fer für ihn gebie­tet etwas ande­res). Nun ist ein häre­ti­scher Bischof was ande­res als ein häre­ti­scher Fritz.
    Ein Lai­en-Christ: hun­dert See­len, Ein Prie­ster: tau­send See­len, ein Bischof aber… und der Papst — ach las­sen wir’s…

    Wie jemand sein Amt aus­führt, ist an sei­ner Amts­aus­übung und deren Füch­ten objek­tiv ables­bar.

    Zuge­ge­ben: Das will ich dann wis­sen. Denn das ist dann der Kar­di­nal XY mit dem sich die Kir­che schmückt und der Papst ver­län­ger­te Arme ver­schafft. Mei­ne Pfar­re ZY und die dor­ti­ge Seel­sor­ge — sogar mein See­len­heil hän­gen davon ab.
    Es ist gut immer gut zu wis­sen wer da der Ehren wür­dig befun­den wird… Quo vadis?

    http://www.gaceta.es/la-cigue%C3%B1a-de-la-torre

    La Cigoña — Das ist spa­nisch: direkt, aus­ge­wo­gen, nor­mal und UNKOMPLIZIERT…

    • Nun gut das ist eine Über­set­zung, gebs zu: mein Feh­ler, und der Storch ist umge­zo­gen nach info­va­ti­ca­na.

      http://infovaticana.com/blog/cigona/

      Kle­ri­kal auto­ri­tä­res Den­ken ist nicht anti­quiert…
      Aber das ist eine ande­re Sache.

      Außer­dem der Spra­che nach zu urtei­len ist das ein Kom­men­tar.
      Wie von einem Blog­ger und unver­blüm­ten Ana­ly­ti­ker zu erwar­ten…

      Wer sei­ne Blogs ver­folgt, weiß, dass er immer sehr aus­ge­wo­gen auf die Din­ge sieht und nicht leicht­fer­tig Urtei­le abgibt.
      Er scheint gute Kon­tak­te zu haben.

  6. Die Fra­ge muss schon gestellt wer­den dür­fen, war­um kei­ne bekann­ten Beken­ner wie z.B. Atha­na­si­us Schnei­der ernannt wur­den.

    • Das ja — aber den­noch ist ein Papst in sei­nen Ernen­nun­gen frei und nie­man­dem Rechen­schaft schul­dig. Die Kir­che ist kei­ne demo­kra­ti­sche Par­tei, die Dele­gier­ten­wah­len abhält…

      (Das gilt auch dann, wenn ich die­sen Papst nicht für den Papst hal­te!)

    • die­ser Post noch zu den obi­gen Kri­ti­kern an Cigoñas Wis­sen­schaft­lich­keit, auf­grund des „Bekannt­heits­ar­gu­ment“.

      Nun ist Deutsch­land nicht die gan­ze Welt und Lite­ra­ten und die deut­sche Rezep­ti­on von Histo­ri­kern nicht das Maß aller DIn­ge.

      • Ver­zei­hung — Ihre Kri­tik an die­sem Punkt der Kri­tik ist zwar gold­rich­tig, aber der Arti­kel taugt davon unab­hän­gig aus den genann­ten Grün­den trotz­dem nichts.

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