„Nicht irgendeine Forderung …“ Der Unterschied zwischen Orthodoxen und Piusbruderschaft?

Unterschiedliche Bedingungen
Unter­schied­li­che Bedin­gun­gen

(Istan­bul) „Nicht irgend­ei­ne For­de­rung außer das Bekennt­nis zum Glau­ben des ersten Jahr­tau­sends“ for­de­re er von den Ortho­do­xen zur Wie­der­her­stel­lung der vol­len Ein­heit zwi­schen Ost und West, ver­si­cher­te Papst Fran­zis­kus am gest­ri­gen Sonn­tag in Istanbul.Wie steht es damit aber gegen­über der Pius­bru­der­schaft?

In sei­ner Anspra­che nach der „Gött­li­chen Lit­ur­gie“ in der Part­ri­ar­chal­kir­che St. Georg in Kon­stant­no­pel sag­te Papst Fran­zis­kus:

„Jedem von euch möch­te ich ver­si­chern, dass die katho­li­sche Kir­che, um das ersehn­te Ziel der vol­len Ein­heit zu errei­chen, nicht beab­sich­tigt, irgend­ei­ne For­de­rung auf­zu­er­le­gen als die, den gemein­sa­men Glau­ben zu beken­nen, und dass wir bereit sind, im Licht der Leh­re der Schrift und der Erfah­rung des ersten Jahr­tau­sends gemein­sam die Bedin­gun­gen zu suchen, um mit die­sen die not­wen­di­ge Ein­heit der Kir­che unter den gegen­wär­ti­gen Umstän­den zu gewähr­lei­sten: Das Ein­zi­ge, was die katho­li­sche Kir­che wünscht und ich als Bischof von Rom, „der Kir­che, die den Vor­sitz in der Lie­be führt“, anstre­be, ist die Gemein­schaft mit den ortho­do­xen Kir­chen.“

Warum wird Piusbruderschaft mit anderem Maß gemessen?

Secretum meum mihi frag­te sich dazu, war­um sich Rom aber nicht eben­so gegen­über der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. ver­hält. Gegen­über der Pius­bru­der­schaft hei­ße es nicht: „Jedem von euch möch­te ich ver­si­chern, daß Rom um das ersehn­te Ziel der vol­len Ein­heit zu errei­chen, nicht beab­sich­tigt, irgend­ei­ne For­de­rung auf­zu­er­le­gen als die, den gemein­sa­men Glau­ben zu beken­nen …“

Daß die Pius­bru­der­schaft den Glau­ben „des ersten Jahr­tau­sends“ der Kir­che bekennt, wur­de noch von kei­nem Theo­lo­gen oder Kir­chen­ver­tre­ter in der bis­he­ri­gen Dis­kus­si­on bestrit­ten. Den­noch wer­den der Pius­bru­der­schaft Bedin­gun­gen auf­er­legt, die zur kano­ni­schen Aner­ken­nung als Vor­lei­stung zu erbrin­gen sind. Im Früh­jahr 2012 schien es, als hät­ten sich Rom und Eco­ne ver­stän­digt. Zumin­dest war dies der Ein­druck, den der Gene­ral­obe­re der Pius­bru­der­schaft, Bischof Ber­nard Fel­lay gewon­nen hat­te. Als die erziel­te Über­ein­kunft jedoch außer­halb der direkt mit den Gesprä­chen betrau­ten Gesprächs­part­nern den zustän­di­gen kirch­li­chen Gre­mi­en vor­ge­legt wer­den muß­te, wur­de sie im Mai 2012 zu Fall gebracht.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Secretum meum mihi (Screen­shot)

25 Kommentare

  1. Also nur der „Glau­be des ersten Jahr­tau­sends“ als Grund­la­ge zur Ein­heit !?
    D.h. ins­be­son­de­re die nach dem Schis­ma von 1054 nicht uner­heb­li­chen theo­lo­gi­schen Dif­fe­ren­zen sind „Klei­nig­kei­ten“ ?
    Schau­en wir sie näher an;
    so folgt die latei­ni­sche Kir­che bez. dem 
    „filio­QUE“
    der Leh­re des hl. Augu­sti­nus
    ( die im Gegen­satz zur fal­schen sub-ordi­nier­ten Aus­le­gung der Ost­kir­che 
    die RICHTIGE ko-ordi­nier­te Aus­le­gung bekennt ), 
    die RICHTIGERWEISE besagt, 
    dass die Zeu­gung des ein­ge­bo­re­nen Soh­nes Got­tes IN EWIGKEIT 
    kei­ne „Zeit­rei­hen­fol­ge“ beim Her­vor­ge­hen des Hei­li­gen Gei­stes zulas­se und somit der Hei­li­ge Geist vom Vater 
    UND
    vom Soh­ne aus­ge­he.
    Des­wei­te­ren auch wei­te­re ost­kirch­li­chen Abir­run­gen:

    - Chri­stus als Haupt von versch. „Natio­nal­kir­chen“
    — die hl. Wand­lung als „meta­bo­le“; der Leib Chri­sti als „Ver­ei­ni­gung“ mit Brot und Wein
    ( dage­gen die wah­re katho­li­sche Trans­sub­stan­ta­ti­ons-Leh­re 
    der völ­li­gen Wesens­ver­wand­lung in Leib und Blut Chri­sti in nur noch Gestalt von Brot und Wein ! )
    – das Fege­feu­er als läu­tern­de Stra­fe lehnt die Ost­kir­che ab
    – das Dog­ma der unbe­fleck­ten Emp­fäng­nis der aller­se­lig­sten Jung­frau und Got­tes­mut­ter Maria 
    wur­de nicht ange­nom­men; eige­ne Defi­ni­ti­on der Erb­sün­den­leh­re
    – Die Ehe gilt als nicht unbe­dingt unauf­lös­lich
    – Das „end­gül­ti­ge Gericht“ sieht die Ost­kir­che erst nach der Auf­er­ste­hung
    (röm. katho­li­sche Leh­re besagt, das beson­de­re
    – end­gül­ti­ge– 
    Gericht folgt unmit­tel­bar nach dem irdi­schen Tode)
    -

    • Hin­zu­fü­gen soll­te man auch das in „muni­ficen­tis­si­mus Deus“ von 1950 klar ver­kün­de­te Dog­ma von der Leib­li­chen Auf­nah­me der Jun­frau und Got­tes­mut­ter Mari­ens in den Him­mel, die Fra­ge nach dem „Lim­bus“ der unge­tauf­ten Kin­der, die Hoheit über den Ritus nach „Media­tor dei“ iVm „Quo Pri­mum“, die Zahl der Bibli­schen Bücher (Apo­ka­lyp­sis Ioan­nou??), die Prä­de­fi­ni­ti­on des Prie­ster­tums, die Fra­ge nach den For­mae Sacra­men­torum, ins­be­son­de­re der Ver­ba Testa­men­ti, die in der Ortho­do­xen Dog­ma­tik NICHT klar gere­gel­te Fra­gen nach den Zwei Wil­len unse­res Herrn und Got­tes JESUS CHRISTUS (Mono­the­letis­mus-Streit!), die voll­um­fäng­li­che Aner­ken­nung der Kon­zi­li­en der Römisch-Katho­li­schen Kir­che bis zum I. Vati­ka­num. Dazu gehö­ren dann etwa die Fra­gen nach der Recht­fer­ti­gung, der Erkenn­bar­keit Got­tes aus der Natur her­aus, die Stel­lung der Orden gegen­über den Bis­tü­mern, etc…pp.pp.

  2. In dem Zuge­ständ­nis des Pap­stes liegt ein Pro­blem für die römisch-katho­li­sche Kir­che. Nach Auf­fas­sung der Ortho­do­xen, aber auch wich­ti­ger katho­li­scher Kir­chen­hi­sto­ri­ker, gab es im 1. Jahr­tau­send kei­nen uni­ver­sel­len Juris­dik­ti­ons­pri­mat des Pap­stes. Viel­mehr kann man die juris­dik­tio­nel­le Struk­tur als Pentarchie bezeich­nen (= fünf Patri­ar­cha­te: dar­un­ter der Patri­arch des Westens, der jedoch kei­ne unmit­tel­ba­re Juris­dik­ti­ons­ge­walt über die öst­li­chen Patri­ar­cha­te inne­hat­te). Die spä­te­re Aus­ge­stal­tung des päpst­li­chen Pri­ma­tes mit glo­ba­ler (uni­ver­sa­ler) Zustän­dig­keit für die Gesamt­kir­che stün­de dazu in offe­nem Gegen­satz. Auf die­sen Umstand hat auch ein Kon­zils­va­ter hin­ge­wie­sen: der Byzan­ti­nist und Bene­dik­ti­ner­abt Johan­nes Maria Hoeck. Nähe­res dazu hier: http://epub.ub.uni-muenchen.de/5254/1/5254.pdf

  3. Durch „nostra aeta­te“ bekennt ja die nach­kon­zi­lia­re Kir­che ja nicht mal selbst den über­lie­fer­ten Glau­ben des 1. Jahr­tau­sends.

  4. Davon ist er selbst wohl schon viel wei­ter weg nach dem Vati­ka­num 2 als die rus­si­sche und byzan­ti­ni­sche Ortho­do­xie um deren Kir­chen­spal­tung man heu­te im Homo- und Inter­re­li­gio­si­täts — und Litu­ri­ge­ver­wü­stungs­zeit­al­ter schon fast froh sein muss.

  5. Sehr ver­nünf­ti­ges Ange­bot von Papst Fran­zis­kus. Aber ist er dazu befugt?
    Und war­um dann nicht gleich zum ursprüng­li­chen, apo­sto­li­schen Glau­ben der Kir­che zurück­keh­ren?
    Schließ­lich ermahn­ten die Apo­stel die Gläu­bi­gen, „für den ein für alle­mal den Hei­li­gen über­lie­fer­ten Glau­ben zu kämp­fen“ (Judas­brief, V. 3), und der sah damals, wenn man ehr­lich ist, doch ein wenig anders aus als heu­te, näm­lich ein­fach, klar und anspruchs­voll. Bezüg­lich des dama­li­gen Glau­bens, wie er im Neu­en Testa­ment fest­ge­hal­ten ist, kön­nen wir abso­lut sicher sein, dass er ret­tend ist. Bezüg­lich vie­ler Din­ge, die seit­her dazu­ka­men, ist das frag­lich.

  6. Die Fra­ge ist fol­gen­de:

    wie kön­nen die Ortho­do­xen mit den katho­li­schen Dog­men seit dem Schis­ma umge­hen, das müs­sen sie zuerst pan­or­tho­dox klä­ren. Wenn sie erwar­ten, wir müss­ten sie auf­ge­ben ‑was aus katho­li­scher Sicht unmög­lich ist — ist kei­ne Ein­heit mög­lich.

    Aber das Haupt­pro­blem ist das Papst­tum. Es geht um Macht und Ein­fuss. Die sog. theo­lo­gi­schen Fra­gen sind nur vor­ge­scho­ben. Die Fra­ge ist auch — wel­che Rol­le hat ein Papst in einer ver­ein­ten Kir­che? Muss die Bischofs­kon­gre­ga­ti­on in Rom über Bischofs­er­nen­nun­gen in Sibi­ri­en ent­schei­den?

    Zum jet­zi­gen Zeit­punkt brau­chen die ortho­do­xen Lan­des­kir­chen Rom eher. Die­se pro­vin­zi­el­le Eng­si­tri­nig­keit wird auf Dau­er schief­ge­hen — sie­he Ver­hält­nis Staat-Kir­che!

  7. Papst Fran­zis­kus hat mal wie­der isla­mi­sche Ter­ro­ri­sten und christ­li­che Fun­da­men­ta­li­sten auf eine Ebe­ne gestellt: „Dabei nahm er u.a. Mus­li­me vor pau­scha­len Ver­däch­ti­gun­gen in Schutz: ‚Ich glau­be auf­rich­tig, dass man nicht sagen kann, dass alle Mus­li­me Ter­ro­ri­sten sind‘, sag­te er wäh­rend des Flu­ges von Istan­bul nach Rom. Dies sei eben­so falsch wie die Aus­sa­ge, dass alle Chri­sten Fun­da­men­ta­li­sten sei­en.“ http://kath.net/news/48507
    Wie­der ein­mal. Erst unlängst hat­te er gedroht, dass Chri­sten mit „fun­da­men­ta­li­sti­schen“ Ansich­ten Gewalt­tä­ter sei­en.
    Was für eine N i e d e r t r a c h t.
    Die­ser Papst wird nicht mit der Wim­per zucken, wenn ech­te (nicht­re­la­ti­vi­sti­sche) Chri­sten, die am Glau­ben an Jesus Chri­stus und an den Gebo­ten fest­hal­ten, von den Regie­run­gen mit Buß­gel­dern oder Gefäng­nis oder Tod bestraft wer­den.

    • Was ist eigent­lich christ­li­cher „Fun­da­men­ta­lis­mus“?
      Zitat aus einem wiki­pe­dia-Arti­kel:
      .
      „Aus­lö­ser war die zwi­schen 1910 und 1915 erschie­ne­ne Schrif­ten­se­rie The Fundamentals.[5][6] Die bei­den Brü­der Lyman (1840–1923) und Mil­ton Ste­wart (1838–1923) waren nach einer Pre­digt in der Moo­dy Memo­ri­al Church in Chi­ca­go, die gegen die zuneh­men­de Kri­tik an der Bibel unter pro­te­stan­ti­schen Geist­li­chen gerich­tet war, bewegt und woll­ten etwas dage­gen tun.[7] Von die­sen Schrif­ten wur­den über drei Mil­lio­nen Exem­pla­re ver­teilt. Autoren waren ver­schie­de­ne ame­ri­ka­ni­sche Geist­li­che und der Schwei­zer Theo­lo­ge Frédéric Bet­tex (1837–1915). In den Schrif­ten wur­den die Grund­leh­ren des Apo­sto­li­schen Glau­bens­be­kennt­nis­ses aus dem 5. Jahr­hun­dert ver­tei­digt, zu denen alle Kir­chen welt­weit über 1500 Jah­re lang gestan­den hät­ten. Die Schrif­ten grenz­ten sich zudem gegen die Evo­lu­ti­ons­theo­rie und ver­schie­de­ne Sek­ten ab. … (http://de.wikipedia.org/wiki/Christlicher_Fundamentalismus)
      .
      Und das setzt der H e i l i g e V a t e r auf eine Stu­fe mit den Mord­bren­nern des Isla­mi­schen Staats.

      • Lei­der über­rascht die­ser Papst immer wie­der mit eige­nen Defi­ni­tio­nen längst geklär­ter Begrif­fe. Alles schwam­mig. Nicht aka­de­misch. Ohne dog­ma­ti­sche Klar­heit. O, Bene­dic­te! (ich mei­ne nicht den hei­li­gen)

        Viel­leicht rech­net er nicht nur die klas­si­schen Tra­dis , son­dern auch ordi­nä­re Kon­ser­va­ti­ve zu den Fun­da­men­ta­li­sten. Wer weiß?

        Sicher­lich hat er kei­nen christ­li­chen Fun­da­men­ta­lis­mus im Visier, son­dern einen poli­ti­schen, einen par­tei­po­li­ti­schen. Er spricht auch wie ein Poli­ti­ker.

    • Leo Lemmmlein@ Kommt noch die nega­ti­ve Tat­sa­che hin­zu, dass der Papst F. einem ünge­stü­men Drang zur Thea­tra­lik und öffent­li­chen Sich-zur-schau-stel­len frönt, die bis zur heuch­le­risch wir­ken­den Unter­wür­fig­keit gegen­über dem moder­nen Zeit­geist führt. Dar­um kann und will Ber­go­glio hals­star­rig in sei­nem hoch­geu­j­bel­ten Gäste­haus wei­ter­hin herr­schen. Er hat es schon des Öfte­ren hin­aus­po­saunt: Ich kann nicht allein in einem Palast woh­nen, nein, das kann ich nicht, ich muss unter den Leu­ten sein. Nein, ich will kein gol­de­nes päpst­li­ches Brust­kreuz, nein, ich will kei­ne roten Schu­he tra­gen, nein, der Kane­val ist vor­bei… Aber er ist sich nicht zu schade,insbesondre wenn er mit aller­lei Leu­ten von Welt schwat­zen kann bis einem die Ohren wackeln!

      • Ja. Leo­ne.
        Zugleich erfährt man, dass er sich in der Kan­ti­ne der Casa Mar­ta durch­aus abschir­men lässt und kei­nes­wegs für jeden Besu­cher ansprech­bar ist. Wie wäh­le­risch er sei­ne Sprech­stun­den bzw. Sprech­mi­nu­ten ein­setzt, wis­sen wir inzwi­schen ja auch — den­ken wir an die abge­setz­ten Bischö­fe, die ver­geb­lich um sei­ne Auf­merk­sam­keit bet­tel­ten.
        Und für sein Resi­die­ren auf einer gan­zen Eta­ge der Casa Mar­ta statt im Apo­sto­li­schen Palast kön­nen zusätz­li­che, z.B. tech­ni­sche Grün­de bestim­mend sein, von denen die Öffent­lich­keit nichts weiß.

  8. Papst Fran­zis­kus:
    „Jedem von Ihnen möch­te ich ver­si­chern, dass die katho­li­sche Kir­che, um das ersehn­te Ziel der vol­len Ein­heit zu errei­chen, nicht beab­sich­tigt, irgend­ei­ne For­de­rung auf­zu­er­le­gen als die, den gemein­sa­men Glau­ben zu beken­nen“.
    Wenn Fran­zis­kus also den „Vor­sitz in der Lie­be“ inne­hat, dann könn­te er die­se sei­ne Lie­be bewei­sen, indem er auch der Pius­bru­der­schaft die Hand zum Mit­ein­an­der reicht, ohne „irgend­ei­ne For­de­rung auf­zu­er­le­gen“.
    Tei­len wir mit der Bru­der­schaft im Grun­de denn nicht den gemein­sa­men Glau­ben?
    Und was ist mit den Fran­zis­ka­nern der Imma­ku­la­ta?
    Papst Fran­zis­kus Lie­be wird nicht allen zuteil, sie hat nur wenig wirk­lich Ver­bin­den­des. Wer bei ihm durch den Sieb der Lie­be fällt, der muss schau­en, wo er bleibt und wie er damit umgeht.

    • Lie­be Mari­en­zweig, die­ser Papst geht äuserst wil­kür­lich mit christ­li­chen Wer­ten und deren Namen um. Er benutzt sie, z.B. die Lie­be, wie ein Prä­di­kat-Auf­kle­ber, er klatscht ihn dahin, wo es ihm passt. Sei­ne „Lie­be“, die kön­nen wir nur ver­mu­ten. Ich spre­che da für mich selbst, ich spü­re kei­ne Lie­be aus die­sem Papst „aus­strah­len“, eher habe das Gefühl, er nimmt das, was ich schwer an Lie­be erfah­ren habe, weg, nun, wah­re Lie­be kann nie­mand zer­stö­ren. Die­Lie­be Jesu Chri­sti ist ewig. Die­ser Papst, der mit die­sen Auf­kle­bern sein Gebiet mar­kiert, ist nicht ewig. Es ist nicht immer „Lie­be“, wo Lie­be drauf­steht, beson­ders, wenn ein Mar­ken­zei­chen Ber­go­glio durch­scheint.

  9. Dan­ke für Ihre Klar­stel­lun­gen @Defendor. Danach beher­ber­gen die Ost­kir­chen eine Rei­he von halb­ga­ren und unaus­dif­fe­ren­zier­ten Leh­ren. Gleich­wohl ste­hen sie uns als Katho­li­ken näher als Pro­te­stan­ten oder Evan­ge­li­ka­le- aber das ist nur unse­re Sicht. Die ortho­do­xe Sicht auf uns ist da doch etwas ver­schie­den, näm­lich sehr nega­tiv in der Regel.
    Eine ober­fläch­li­che Sicht einer Ver­ein­heit­li­chung, sprich Ver­wäs­se­rung der katho­li­schen Glau­bens­sät­ze, ist wohl das Ziel von Papst Fran­zis­kus. Nur mit Zäh­ne­knir­schen hat er die Stel­lungs­nah­men der treu­en Kar­di­nä­le auf der Okto­ber­syn­ode zur Kennt­nis genom­men wie es aus­sieht.

  10. Glück­li­cher­wei­se hal­ten die mei­sten Hier­ar­chen der ori­en­ta­li­schen ortho­do­xen Kir­chen Sicher­heits­ab­stand zu Ber­go­glio.
    Den Metro­po­li­ten von Athen, die Patri­ar­chen v. Mos­kau, Sophia, Peć und Jeru­sa­lem kann Ber­go­glio mit sei­nen Dan­aerof­fer­ten nicht beein­drucken. Man steht davon ab sich mit ihm in den Abyss zie­hen zu las­sen.

    • @J.G. Rat­kaj

      Ich wür­de für 1 Jahr frei­wil­lig noch ein­mal an mein Ruder auf der Galee­re gehen, wenn ich die­ses Schau­spiel erle­ben dürf­te: Ber­go­glio schmeißt sich einem der von Ihnen erwähn­ten Metro­po­li­ten oder Patri­ar­chen an die Brust (wie er es bei dem Patri­ar­chen von Kon­stan­ti­no­pel getan hat), wel­cher dann (schwupps) 2 Schrit­te rück­wärts geht. Sei­ne Nase, auf der F. dann lan­det, dürf­te das Rot der von ihm ver­schmäh­ten Schu­he über­tref­fen.

    • Ist dies wohl ein Ver­such die ortho­do­xe Kir­che in die Eine-Welt-Reli­gi­on hin­ein­zu­zie­hen? Und dazu ist Papst Fran­hzis­kus aus­er­wählt.

      • Ja, und das wird ihm wohl auch weit­ge­hend gelin­gen, wie er ja auch erfolg­reich die pfingst­le­ri­schen und evan­ge­li­ka­len Groß­kir­chen umgarnt.
        Vor den Ortho­do­xen gibt er sich tra­di­tio­nell katho­lisch, vor den Pen­ti­ko­s­ta­len und Evan­ge­li­ka­len gibt er sich cha­ris­ma­tisch-evan­ge­lisch-biblisch.
        Die­ses inter­re­li­giö­se Mon­strum in Akti­ons­ein­heit mit der glo­ba­li­sti­schen Eli­te, die sich alles ein­ver­leibt und nur eine ein­zi­ge Unver­träg­lich­keit hat: den einen wah­ren leben­di­gen exklu­si­ven drei­fal­ti­gen Gott der bibli­schen Offen­ba­rung, bezeich­net die Bibel als end­zeit­li­ches System „Baby­lon“.

      • Wohl wahr. Jeden­falls hat er bei den oben genann­ten Hier­ar­chen (die ein­fluß­reich­sten in der ortho­do­xen oiku­me­ne) momen­tan kei­ne Chan­ce.
        Für sei­ne „Öku­me­ne“ offen sind ledig­lich Kon­stan­ti­no­pel und Dani­el, der Patri­arch der Rumä­nen (wobei die dor­ti­ge Syn­ode auch vie­le Hier­ar­chen ent­hält, die die­sen Kurs offen miss­bil­li­gen und nicht mit­tra­gen wol­len).
        Und was man da von Bar­tho­lo­mä­us und Dani­el dann mit­un­ter im christ­li­chen Osten hält kann man sich den­ken.

      • Bis auf Buka­rest und Kon­stan­ti­no­pel wird Ber­go­glio weit­ge­hend negiert.
        Selbst die in bit­te­rer Bre­douil­le gera­te­nen rum-ortho­do­xen Kir­chen des Mitt­le­ren Ostens (Alex­an­dri­en u. Antio­chi­en) koope­rie­ren lie­ber mit der Kir­che v. Ruß­land und bau­en Koope­ra­ti­on mit Mos­kau aus.
        Kyrill v. Mos­kau hat dort wich­ti­ge Initia­ti­ven gesetzt.
        Blei­ben Ber­go­glio noch die klei­nen und finan­zi­ell dar­ben­den mono­phy­si­ti­schen alt­ori­en­ta­li­sche Kir­chen (also jene Kir­chen, wel­che sich nach Ephe­sus bzw. Chal­ce­don von der Reichs­kir­che trenn­ten und seit­dem nicht Glie­der der ortho­do­xen Oiku­me­ne sind).
        Wie gesagt inner­halb der ortho­do­xen Oiku­me­ne hat er nur mit Bar­tho­lo­mä­us und Dani­el einen wirk­li­chen „Gesprächs­part­ner“.
        Chan­cen­los ist er auch ‑um die oben genann­te Auf­li­stung zu ergän­zen- beie der autoke­pha­len Kir­che Zyperns und dem geor­gi­schen Patri­ar­chen.

  11. Es wur­de dem Bischof von Rom emp­foh­len, die Bibel zu lesen und zwar von dem Patriach der Ortho­do­xen Kir­chen. Gute Hil­fe­stel­lung für den Bischof von Rom, der die schmei­cheln­den Wor­te liebt.

  12. @Leone und Leo Laemm­lein: Da der päpst­li­che Palast ja sowie­so schon allein aus denk­mal­schüt­ze­ri­schen Grün­den erhal­ten wer­den muss, kommt durch die zusätz­li­che Bele­gung von St. Mar­ta nur noch ein Hau­fen Mehr­ko­sten zustan­de. Wirk­li­che Beschei­den­heit sieht für mich anders aus. Das erin­nert mich irgend­wie an den Seuf­zer eines indi­schen Baum­woll­mil­lio­närs, der ein För­de­rer Ghandhis war und stän­dig des­sen Marot­ten befrie­di­gen muss­te: „Es kostet mich Unsum­men, Ghandhi in Armut zu hal­ten!“

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