Flaute Franziskus am Buchmarkt? Bücher von Benedikt XVI. und Bücher über Franziskus

Papst-Bücher: Benedikt XVI. und Franziskus
Papst-Bücher: Bene­dikt XVI. und Fran­zis­kus

(Rom) Papst Bene­dikt XVI. war ein Papst des Buches. Papst Fran­zis­kus ist ein Papst der Gestik. Das schlägt sich auch auf dem Buch­markt nie­der. Obwohl es eine Flut von mehr oder weni­ger sub­stan­ti­el­len Büchern über Papst Fran­zis­kus gibt, ent­fal­tet er am Bücher­tisch nicht die Zug­kraft sei­nes Vor­gän­gers.

Kon­rad Höß, der Geschäfts­füh­rer des Katho­li­schen Medi­en­ver­ban­des bestä­tig­te gegen­über KNA den zurück­hal­ten­de­ren Griff der Kun­den beim Kauf von Fran­zis­kus-Büchern. Die „cha­ris­ma­ti­sche Aus­strah­lung“ des argen­ti­ni­schen Pap­stes hat­te in der Buch­bran­che eigent­lich ande­res erwar­ten las­sen.

Die Nach­fra­ge nach Papst­bü­chern war wäh­rend des Pon­ti­fi­kats von Bene­dikt XVI. „sehr groß“. Das hat sich seit­her „ein biß­chen geän­dert“, wie Höß von KNA zitiert wird. Es habe unter Fran­zis­kus nicht jenen „deut­li­chen Anstieg“ an ver­kauf­ten Büchern gege­ben, wie zum ver­gleich­ba­ren Amts­be­ginn des deut­schen Pap­stes.

Jorge Mario Bergoglio hat nie ein Buch geschrieben

Höß nennt kei­ne Grün­de für die unter­schied­li­che Wir­kung der bei­den Päp­ste auf den Buch­markt, die­se lie­gen zumin­dest teil­wei­se auf der Hand. Wäh­rend Papst Bene­dikt XVI. ein nam­haf­ter Theo­lo­ge und begna­de­ter Intel­lek­tu­el­ler war, der eine Viel­zahl von Büchern schrieb und mit der Jesus von Naza­reth-Tri­lo­gie ein Buch­vor­ha­ben noch wäh­rend sei­nes Pon­ti­fi­kats voll­ende­te, hat Jor­ge Mario Ber­go­glio nie ein Buch geschrie­ben.

Wäh­rend Papst Bene­dikt XVI. die Fähig­keit besaß, kom­ple­xe­ste Din­ge in eine all­ge­mein­ver­ständ­li­che Spra­che zu klei­den und den Men­schen zu erklä­ren, ist Papst Fran­zis­kus ein Mann der Gesten, nicht der Bücher. Die Publi­ka­ti­ons­tä­tig­keit steht in direk­ter Rela­ti­on zur Tie­fe des­sen, was man den Men­schen zu sagen hat. Die Ver­öf­fent­li­chun­gen von Jor­ge Mario Ber­go­glio beschrän­ken sich auf eini­ge Vor­wor­te zu Büchern ande­rer und zwei in Bue­nos Aires ent­stan­den­de Gesprächs­bü­cher. Eines mit sei­nem jüdi­schen Freund, Rab­bi Abra­ham Skorka in Bue­nos Aires und ein wei­te­res mit zwei Jour­na­li­sten.

Franziskus, Mann des schnellen, gesprochenen Wortes

Der mei­sten der unter Bene­dikt XVI. auf dem Bücher­tisch ange­bo­te­ten Bücher, waren sol­che, die von ihm selbst ver­faßt waren. Unter Fran­zis­kus han­delt es sich aus­nahms­los um Bücher, die über ihn geschrie­ben wur­den. Die Qua­li­tät der „Revo­lu­ti­on Franziskus“-Bücher läßt dabei häu­fig zu wün­schen übrig. Es sind in der Regel Auf­trags­wer­ke der Ver­la­ge, um sich einen Anteil am Buch­markt zum The­ma Papst zu sichern. Die Mehr­zahl der Autoren sind Jour­na­li­sten, die Tan­tie­men kas­sie­ren und sich damit in ihrem Metier einen Namen machen. Einen Anspruch auf bio­gra­phi­sche oder gar wis­sen­schaft­li­che Gründ­lich­keit erhe­ben sie erst gar nicht.

Selbst das gespro­che­ne Wort von Joseph Kar­di­nal Ratzinger/Papst Bene­dikt XVI. war druck­reif. Der deut­sche Theo­lo­ge war in jeder Auf­ga­be ein Mann des über­leg­ten, geschrie­be­nen Wor­tes.  Papst Fran­zis­kus hin­ge­gen ist ein Mann des schnel­len, gespro­che­nen Wor­tes. Aus die­sem Grund sind die schnel­len und schnellebi­gen Medi­en das Vehi­kel, auf dem die Wor­te von Fran­zis­kus ver­brei­tet wer­den. Das lang­sa­me, lang­fri­stig und zeit­los ange­leg­te Buch scheint ein weni­ger geeig­ne­tes Mit­tel sei­nes Den­kens und Han­delns.

Eine fun­dier­te Ana­ly­se von Jor­ge Mario Ber­go­gli­os Leben, Kon­tak­ten, Ideen und Ziel­set­zun­gen vor sei­ner Wahl zum Papst ist auch andert­halb Jah­re nach dem Kon­kla­ve ein uner­füll­tes Desi­de­rat.

Text: /Giuseppe Nar­di
Bild: Col­la­ge Katholisches.info

30 Kommentare

  1. Weder für ein Buch von noch für eins über Ber­go­glio wür­de ich auch nur einen Pfen­nig aus­ge­ben. Selbst wenn ich es geschenkt bekä­me, kommt mir sowas nicht in die Woh­nung. Ich muss mich über sei­ne Kar­ne­va­lia­den genug ärgern, da brau­che ich das Gefa­sel auch nicht noch gedruckt.

  2. Die­je­ni­gen, die ihn (Fran­zis­kus) für einen nütz­li­chen Weg­be­rei­ter hal­ten, lesen doch nichts über oder von ihm. Die Gläu­bi­gen haben von die­sem Papst schon längst die Nase voll. Wer soll denn dann kau­fen ?

  3. „Die Publi­ka­ti­ons­tä­tig­keit steht in direk­ter Rela­ti­on zur Tie­fe des­sen, was man den Men­schen zu sagen hat. “ Schön wärs …

  4. Die jüng­ste „Per­le“:
    „Sie begeh­ren gegen Gott auf. Und ich sage: ‚Bete wei­ter so, denn auch das ist Gebet’. Es war ein Gebet, als Jesus zu sei­nem Vater sag­te: ‚War­um hast du mich ver­las­sen!’“.

    • Quel­le der aktu­el­len Fran­zis­kus-Per­le: http://kath.net/news/47741
      .
      @ zeit­schnur, wofern Sie hier mit­le­sen…
      Will Ihnen kurz auf Ihren frü­he­ren Kom­men­tar ant­wor­ten.
      „Das, wel­ches zurück­hält“ bzw. „der, wel­cher zurück­hält“ (τὸ κατέχον / ὁ κατέχων) ist der Hei­li­ge Geist. Er setzt dem Aus­ufern des Bösen Gren­zen. Vor der Wie­der­kunft des Herrn wird der/das Katéchon weg­ge­hen und damit alles, was sich der schran­ken­lo­sen Aus­wir­kung der Bos­heit in der Mensch­heits­ge­schich­te ent­ge­gen­setz­te. Dann wird aber auch der Zorn Got­tes über die gott­lo­se Mensch­heit her­ein­bre­chen, wie nie zuvor. Der Hei­li­ge Geist wohnt in jedem wah­ren Chri­sten, gemäß der Ver­hei­ßung des Herrn in Joh 14,23. Die­se Stel­le ist eines der Argu­men­te dafür, dass der Herr Sei­ne Braut, die hei­li­ge Gemein­de (Kir­che), vor dem Zorn beschüt­zen und in die Ent­rückung neh­men wird, wovon Pau­lus in sei­nem 1. Brief an die­sel­be Gemein­de gespro­chen hat­te (1. Thes­sa­lo­ni­cher­brief 4,17).
      Sie sagen, es gab nie­mals die ein­mü­ti­ge Gemein­de. Aber was ist es denn, wenn in der Apo­stel­ge­schich­te von der Jeru­sa­le­mer Gemein­de bezeugt wird: „Die Gemein­de der Gläu­bi­gen war ein Herz und eine See­le.“ (Apg 4,32)? Ist das kei­ne Ein­mü­tig­keit? Nicht alles, was mög­lich ist, ist wirk­lich, aber alles, was wirk­lich ist oder war, ist doch mög­lich, oder?
      Sie schrei­ben von der Eucha­ri­stie als dem Zurück­hal­ten­den. Die­se mag mit­ge­meint sein, und das wider­spricht nicht der Deu­tung vom Hei­li­gen Geist als dem katechon, Er ist es ja, der die eucha­ri­sti­schen Gaben hei­ligt. Aber auch die Sakra­men­te sind Mit­tel, um die G l ä u b i g e n z u h e i l i g e n. Um die Hei­li­gung der Gläu­bi­gen, um die Schaf­fung eines hei­li­gen könig­li­chen und prie­ster­li­chen Vol­kes geht es in erster Linie und letz­ten Endes, denn wie der Apo­stel schreibt: „Jagt … nach der Hei­li­gung, ohne die nie­mand den Herrn sehen wird“ (Hebr 12,14) – ein gewich­ti­ges Wort.
      Was macht Sie so sicher, dass Chri­stus­gläu­bi­ge, die nach der Bibel leben, sich nicht hei­li­gen kön­nen? Hat nicht der Herr selbst gesagt, dass wir in sei­nem Wort blei­ben sol­len, und hat er nicht zum Vater gebe­tet, er möge uns in der Wahr­heit hei­li­gen?
      Und dann haben wir auf auf dem Stuhl des hei­li­gen Petrus einen Papst sit­zen, der Gott lästert, wie wie­der ein­mal sub­til mit sei­ner letz­ten Per­le. Und die­ser Mann ist gemäß römi­scher Leh­re „immer­wäh­ren­des und sicht­ba­res Prin­zip und Fun­da­ment der Glau­bens­ein­heit und der Gemein­schaft“ (Lumen Gen­ti­um, 18; anknüp­fend an I. Vat. Kon­zil, Pastor æternus, Denz. 1821).
      Gemäß dem Neu­en Testa­ment „ist EIN Gott und EIN Mitt­ler zwi­schen Gott und den Men­schen, näm­lich der Mensch Chri­stus Jesus, (1 Tim 2,5).
      Wird hier nicht ein zwei­ter Mitt­ler zwi­schen Gott und die Men­schen gestellt, ent­ge­gen dem kla­ren Wort Got­tes?
      Wie schaf­fen Sie es, die hei­li­ge Eucha­ri­stie in geist­li­cher Ein­heit und Gemein­schaft mit Papst Fran­zis­kus zu emp­fan­gen?

      • Das katechon wur­de in katho­li­scher Tra­di­ti­on immer auf das Römi­sche Reich gedeu­tet. Schon von Ter­tul­li­an, dann von Hie­ro­ny­mus, im Mit­tel­al­ter stand die­se Aus­le­gung in der „glos­sa ord­ni­na­ria´“, dem all­ge­mein benut­zen Bibel­kom­men­tar. Das Römi­sche Reich dau­er­te bis 1806, sein Unter­gang fiel zusam­men mit der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on. Mit die­ser war die Peri­ode von der Kon­stan­ti­ni­schen Wen­de an been­det, die Zeit des christ­li­chen Mit­tel­al­ters (mag auch da nicht alles voll­kom­men gewe­sen sein). Es spricht alles dafür, dass damit die „1000jährige Fes­se­lung des Satans“, von der die Offen­ba­rung spricht, been­det war. „Wenn die 1000 Jah­re voll­endet sind, wird der Satan los­ge­las­sen wer­den auf sei­nem Gefäng­nis“ Das haben wir in den letz­ten 200 Jah­ren erlebt. Jetzt fehlt nur noch der Schluss­akt.

      • @ Leo Lämm­lein

        Ich wei­ge­re mich, die Eucha­ri­stie in Gemein­schaft mit die­sem Haus­be­set­zer und sei­ner Meu­te zu emp­fan­gen. Des­halb höre ich aber nicht auf, die Eucha­ri­stie zu emp­fan­gen.
        Und es ist nicht plau­si­bel, dass der Katechon der Hei­li­ge Geist sein müs­se.
        Es wird immer gesagt, er sei das „römi­sche Reich“, gewis­ser­ma­ßen als Kor­sett, das etwas anson­sten Zer­fal­len­des noch hielt.
        Da aber die Kir­che sich um die Katechon-Fra­ge nicht beson­ders geküm­mert hat, muss man das erst mal offen­las­sen, ob es wirk­lich das römi­sche Reich ist. Immer­hin war das römi­sche Reich ein paar Jahr­hun­der­te doch selbst Inbe­griff des Anti­christ­li­chen, ist also eine äußerst schil­lern­de Gestalt. Leh­rer wie Ter­tul­li­an haben teil­wei­se Häre­ti­sches ver­kün­det. Hie­ro­ny­mus ist ja an sich nicht mit Auto­ri­tät ver­se­hen gewe­sen, die­ses Rät­sel zu lösen. Gera­de die frü­hen Leh­rer könn­ten den K. auch regel­recht ver­kannt haben — ein­fach weil sie kei­ne Ahnung hat­ten, was ein­mal sein wür­de und wie es dann aussieht…Warum die Idee im MA so gro­ße Beliebt­heit erhielt, mag wie­der auf ganz ande­re Grün­de zurück­ge­führt wer­den. Auch im MA war die­ses „römi­sche Reich“ all­zu oft drauf und dran, die Kir­che zu fres­sen oder zu unter­wer­fen. Da steckt für mich also zuviel Wir­res drin. In der neue­sten Zeit hat mei­nes Wis­sens Carl Schmitt die Katechon-Gestalt wie­der belebt, aber das müss­te ich mal lesen.
        Man konn­te mit dem „Römer­reich“ aber auch die Kir­che selbst mei­nen, also das Papst­tum, von dem her auch das Mess­op­fer gefei­ert wer­den soll­te. Die­ser Deu­tung nei­ge ich zu. Viel­leicht gehört das aber auch alles mit hin­ein, und das Bei­sei­te­rücken des Papst­tums und des Mess­op­fers ist die­ser besag­te fina­le Akt, der dann auch dem homo ini­qui­ta­tis den Weg frei macht, sich in den Tem­pel Got­tes zu set­zen.

        Es heißt, das Geheim­nis des Bösen wir­ke „schon jetzt“. Wenn etwas wirkt, gibt es kei­ne „ast­rei­ne“ Ein­mü­tig­keit, auch wenn es mal sol­che Momen­te geben mag. Zumal Jesus aus­drück­lich das ver­früh­te Aus­rei­ßen des Unkrau­tes sogar unter­sagt hat — man könn­te dabei den guten Samen aus­rei­ßen. Das heißt: der gute Same muss mit dem bösen gemein­sam auf­wach­sen. Erst am Ende wird das geschie­den.
        Das heißt natür­lich nicht, dass man alles lau­fen las­sen kann, und die Kir­che hat ja stets unter Anathem gesetzt und exkom­mu­ni­ziert — oft zu Unrecht und muss­te es zurück­neh­men (den­ken wir an Jean­ne d’Arc). Das ließ sich also nie „rein“ und gerecht durch­zie­hen. Mal ließ man alles ver­wil­dern, mal zer­trat man in der Kir­che Got­tes Hei­li­ge. Es gab immer schon alles. Aber heu­te explo­diert es, und wir ste­hen kurz davor, dass es kei­ne gül­ti­gen Sakra­men­te mehr gibt.
        Dann — aber nur dann!!! — wird ein Mensch sich auch ohne sie hei­li­gen kön­nen kraft der Gna­de Got­tes. Wer die Sakra­men­te aber ver­wei­gert, weil er schließ­lich die Bibel hat (Wie soll man sich da kon­kret „selbst“ hei­li­gen?), wird das nicht kön­nen.
        Dass der Katechon nicht der Hl. Geist sein dürf­te, ergibt sich aus der Logik: ER ist aus­ge­gos­sen, aber doch immer schon nur über die Sei­nen.

      • zeit­schnur
        Wie soll das Römi­sche Reich das bzw. d e r (!; masc.) Katechon sein, wenn im Neu­en Testa­ment Rom die kon­zen­trier­te Macht der Gott­lo­sig­keit ist? Das scheint mir eine opti­mi­sti­sche Aus­le­gung von Kir­chen­vä­tern und Theo­lo­gen aus der Retro­spek­ti­ve des spä­te­ren, chri­stia­ni­sier­ten Staats­we­sens zu sein. Der Zusam­men­hang der Brief­stel­le legt zudem nahe, dass die Thes­sa­lo­ni­cher wuss­ten, was gemeint war, wohl aus frü­he­ren Beleh­run­gen des Apo­stels. Damit soll kei­nes­wegs her­un­ter­ge­spielt wer­den, dass christ­li­che Geset­ze, eine christ­lich gepräg­te Staats­ver­fas­sung das Böse ein­däm­men kön­nen. Aber woher kom­men christ­li­che Geset­ze? was ist ihre gei­sti­ge Ursa­che? Christ­li­chen Geset­zen lie­gen, zumin­dest ursprüng­lich, Ein­sich­ten und Wil­lens­ent­schei­dun­gen gläu­bi­ger christ­li­cher Poli­ti­ker zugrun­de. Was aber ist Glau­be? Glau­be ist ein vom H e i l i g e n G e i s t bewirk­tes Über­zeugt­sein von der Wahr­heit der gött­li­chen Offen­ba­rung, ins­be­son­de­re des Evan­ge­li­ums, und Ver­trau­en auf die Ver­hei­ßun­gen Got­tes in Jesus Chri­stus. Und wo im Hei­li­gen Römi­schen Reich –infol­ge auch der Ver­derbt­heit der Hier­ar­chie und der Für­sten– der Glau­be schließ­lich ver­lo­ren­ging, da wur­de das Reich zu einer ent­leer­ten Struk­tur und konn­te schließ­lich von Bona­par­te, fast ohne Auf­se­hen zu erre­gen, besei­tigt wer­den, indem er Franz II. nötig­te, die Kro­ne nie­der­zu­le­gen.
        Gewiss wirk­te das Geheim­nis der Bos­heit schon zur Zeit des Apo­stels, aber dar­aus folgt doch nicht, dass es gedul­de­ter Teil der Gemein­de Got­tes war oder sein darf. Und was das viel­zi­tier­te Gleich­nis vom Unkraut auf dem Acker angeht, so über­se­hen Sie, dass Jesus selbst aus­drück­lich sagt, dass der Acker die W e l t ist! Wer sagt denn, der Acker sei die Kir­che? Die­se fal­sche Aus­le­gung stammt von Augu­sti­nus und wird seit­her eif­rig wie­der­holt und auch ich habe sie oft genug in Pre­dig­ten gehört.
        Nach katho­li­schem Kir­chen­recht ist mei­ne Not­wehr-Lösung inak­zep­ta­bel, aber auch Ihre Hal­tung oder Ver­hal­ten ist mE uner­laubt. Sie emp­fan­gen die Kom­mu­ni­on, nach­dem im Mess­ka­non aus­drück­lich gebe­tet wur­de „una cum papa nostro Fran­cis­co“ und erklä­ren den­noch: „Ich wei­ge­re mich, die Eucha­ri­stie in Gemein­schaft mit die­sem Haus­be­set­zer und sei­ner Meu­te zu emp­fan­gen“. Machen Sie beim Kom­mu­nion­emp­fang eine reser­va­tio men­ta­lis? Wenn ja, mit wel­chem Recht? Wenn nein, emp­fan­gen Sie die Kom­mu­ni­on von Prie­stern, die nicht in Ein­heit mit dem Papst ste­hen? Dann wie­der die Fra­ge: mit wel­chem Recht?
        Wie der Christ ohne Sakra­men­te gehei­ligt wird, kön­nen Sie aus der Hei­li­gen Schrift vor allem des Neu­en Testa­ments erfah­ren. (Wobei es eine Fra­ge ist, ob der Sakra­men­ta­lis­mus biblisch ist.) Das steht dort ziem­lich klar geschrie­ben, wir müs­sen es nur zur Kennt­nis neh­men und vor allem tun.

      • @ Leo Lämm­lein

        Sie hören mir aber nicht recht zu — nicht ich, son­dern @ Josef Stei­nin­ger behaup­tet, dass der Katechon (er, weil er als Gestalt auf­ge­fasst wur­de in der Tra­di­ti­on) das röm. Reich ist.

        Ich schrieb aus­drück­lich, dass ich davon nicht über­zeugt bin — war­um unter­le­gen Sie nun mir eine frem­de Mei­nung?

        Ich sag­te eben­so aus­drück­lich, dass ich nicht mehr bereit bin, die Hl. Kom­mu­ni­on una cum hae­re­ti­co zu emp­fan­gen. War­um unter­stel­len Sie mir also, ich wür­de das den­noch tun?

        Nir­gends steht, dass man im Fal­le eines hae­re­ti­schen Pap­stes nicht die Eucha­ri­stie­fei­er fei­ern dürf­te. Im Gegen­teil ist es ver­bo­ten, im Mess­ka­non einen Häre­ti­ker zu nen­nen. Man setz­te so auto­ma­tisch ein Minus vor die gan­ze Zele­bra­ti­on, die kei­ne katho­li­sche Mes­se mehr ist. Nur nur der blo­ßen Form nach wird hier etwas­ze­le­briert, das der Hl. Mes­se ähnelt, aber durch die Her­lei­tung von einem Häre­ti­ker wird die voll­stän­di­ge Inten­ti­on zer­stört.
        Sie fra­gen, mit wel­chem Recht?
        Mit dem Recht des Gläu­bi­gen, sich von Häre­ti­kern abzu­wen­den bzw. mit der Pflicht!

        Die ollen Kamel­len über die Sakra­men­ten­zwei­fel müs­sen wir hier nicht zum 1500sten Mal in 500 Jah­ren durch­kau­en. Sie haben mei­nes Erach­tens längst mit der Leh­re und Tra­di­ti­on gebro­chen, outen sich also selbst immer mehr als einen, der vom Glau­ben der Kir­che abfällt.

        Auf alle brenz­li­gen Rück­fra­gen, die ich Ihnen stel­le, reagie­ren Sie nicht und stel­len sich tot. Statt­des­sen machen Sie dann immer ein neu­es Fass auf.
        Ist das red­lich?
        Sie sind ins Fahr­was­ser des Pro­test­an­si­mus gera­ten. Sie ahnen nicht, dass ich mich mit die­sem The­ma sehr gut aus­ken­ne und auch sehr genau weiß, wel­chen Reich­tum Sie nun fahr­läs­sig auf­ge­ben.

        Auch Ihre Behaup­tung, der Acker im Gleich­nis vom Unkraut und vom wei­zen sei die welt — die pro­te­stan­ti­sche Pro­pa­gan­da scheint Sie inzwi­schen auch von der Schrift weg­ge­bracht zu haben, denn dort heißt es:

        „Mit dem Him­mel­reich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf sei­nen Acker säte. Wäh­rend nun die Leu­te schlie­fen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Wei­zen und ging wie­der weg…“ (Mt. 13)

        Mit dem Him­mel­reich! HIMMELREICH — ist das für Sie „die Welt“?

        Ach, mein Gott, das Cha­os wird immer grö­ßer…

      • @ zeit­schnur 1. Okto­ber 2014 um 23:43
        Doch, ich lese genau, was Sie schrei­ben, bevor ich Ihnen ant­wor­te, jedoch war ich so unhöf­lich, dem Herrn Josef Stei­nin­ger gleich mit zu ant­wor­ten. Beden­ken Sie auch, dass wir hier zwar Kon­ver­sa­ti­on trei­ben, chat­ten sozu­sa­gen, aber ursprüng­lich Arti­kel kom­men­tie­ren. Ich hof­fe, Sie ver­zei­hen mir. 😎
        Zum Gleich­nis vom Unkraut unter dem Wei­zen. Darf ich die Fra­ge umwen­den: wie genau lesen Sie? Der Herr Jesus sagt, „das Reich der Him­mel gleicht einem Men­schen, der guten Samen auf sei­nen Acker säte…“ (Mt 13,24). Er sagt nicht, dass Him­mel­reich glei­che dem Acker. Er sagt aber aus­drück­lich: „Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Men­schen. D e r A c k e r ist d i e W e l t; der gute Same sind die Kin­der des Reichs; das Unkraut aber sind die Kin­der des Bösen…“ (V. 38). Wo ist hier die Kir­che bzw. die Gemein­de? Genannt ist sie jeden­falls nicht. (Der Herr ver­heißt die Kir­che in Matth 16.) Hier ist vom Gegen­satz Him­mel­reich (Got­tes­reich) vs. Welt die Spra­che, nicht von der Kir­che. Was hier vor­ab zu klä­ren wäre, um das Gleich­nis rich­tig aus­zu­le­gen (aus­le­gen, nicht hin­ein­le­gen !), ist der Begriff des Him­mel­reichs, bzw. des Got­tes­reichs, wie es bei den ande­ren Syn­op­ti­kern heißt. Trotz­dem ist die Fra­ge berech­tigt, wo ist dann die Kir­che? Wenn Sie nun behaup­ten, dass der Acker = die Welt iden­tisch (oder mei­net­we­gen äqui­pol­lent) sei mit der Kir­che, dann steht das im Wider­spruch zur gan­zen neu­te­sta­ment­li­chen Leh­re von der Kir­che, die doch a u s d e r W e l t h e r a u s g e n o m m e n ist!
        Bedeu­ten­der ist Ihr Ein­wand aus einem ande­ren Ihrer Kom­men­ta­re von den Gemein­den der apo­ka­lyp­ti­schen Send­schrei­ben. Ich habe die­ses Argu­ment selbst schon ver­wen­det gegen­über Sek­tie­ren­den, die Kir­che nur da erken­nen wol­len, wo sie sel­ber ste­hen. Ein Grund, war­um ich auch der zweit­va­ti­ka­ni­schen Kir­che nicht das Kir­che-Sein abspre­chen mag.
        Ihre Ant­wort auf mei­ne Fra­ge nach Ihrem Kom­mu­nion­emp­fang erscheint mir gewun­den; zumin­dest ver­ste­he ich sie nicht. Sie sind natür­lich nicht ver­pflich­tet, sich über Ihre per­sön­li­chen Ange­le­gen­hei­ten zu äußern, zumal Sie nicht anonym schrei­ben. (Ich auch nicht.)
        Schluss folgt.

      • Alle die­se Mat­thä­us-Gleich­nis­se begin­nen mit der For­mel: „simi­le est regnum cae­lo­rum“ (mit dem Him­mel­reich ist es wie…)

        Auch wenn Jesus selbst spä­ter sagt, der Acker sei „mun­dus“, die Welt, geht es in dem Gleich­nis doch pri­mär um die Beschrei­bung des Him­mel­rei­ches, das hier auf Erden beginnt.

        Zugrun­de legen muss man die Über­zeu­gung, dass Jesus der Erbe des Alls und der Eigen­tü­mer der Welt IST. Eigent­lich also — eigent­lich soll­te das alles Sein Reich sein. Und Er bemüht sich dar­um ja auch des­halb bis zum Tod, weil es Sein Erbe ist und IHm zulie­be doch das alles geschaf­fen wur­de!
        Inso­fern ist der Acker sowohl wie das regnum cae­lo­rum als auch wie die „Welt“.

        Nun wür­de die ein­ge­schränk­te Deu­tung nur auf die Welt unter­schla­gen, dass es die Erb­sün­de gibt. Es ist eben hier nicht ein neu­tra­ler Acker, der nun mit schlech­tem oder gutem Samen bear­bei­tet wird! Die „Welt“ ist ins­ge­samt gefal­len.
        Der gute Same sei­en die Kin­der des Rei­ches, der Unkraut­sa­me die Kin­der des Bösen.
        Wenn man vor­aus­setzt, dass die­se Welt voll­stän­dig gefal­len und erlö­sungs­be­dürf­tig ist, muss man anneh­men, dass mit dem Bösen nicht ein­fach die ohne­hin gefal­le­ne Welt gemeint sein kann, son­dern die­je­ni­gen, die gna­den­haft „besät“ wur­den und doch böse Frucht brach­ten. Wenn der Sämann Jesus auf der gan­zen Welt sät und auf der gan­zen Welt guter Same auf­geht, ist das Auf­ge­hen bösen Samens nicht im „vor­christ­li­chen Bereich“ anzu­sie­deln, son­dern im nach­christ­li­chen — also inner­halb der Kir­che oder von der Kir­che aus­ge­hend oder sich aus­drück­lich gegen sie stel­lend.
        Nach Chri­stus ist die Kir­che tat­säch­lich welt­um­fas­send und nie­mand kann mehr „neu­tral“ blei­ben oder im Vor­christ­li­chen ver­har­ren. Alles, was neu ent­stand nach Chri­stus ist ent­we­der anti­christ­lich oder gehört zum guten Samen.

        Dazu passt auch das spä­te­re Gleich­nis „Iter­um simi­le est regnum cae­lo­rum sage­nae mis­sae in mare et ex omni gene­re con­gre­gan­ti; quam, cum imple­ta esset, edu­cen­tes secus litus et seden­tes col­le­ger­unt bonos in vasa, malos autem foras miser­unt. Sic erit in con­sum­ma­tio­ne sae­cu­li: exib­unt ange­li et sepa­ra­b­unt malos de medio ius­torum et mit­tent eos in cami­num ignis; ibi erit fle­tus et stri­dor den­ti­um.“ (V. 47 ff)

        Das Him­mel­reich ist also wie ein Netz, das vie­le Fische fängt — man­che aber sind schlech­te Fische und wer­den ma Ende ins Feu­er gewor­fen. Die­ses Bild knüpft direkt an die Auf­ga­be des Men­schen­fi­schens an Petrus an.

        In die­sem Gleich­nis tritt noch deut­li­cher zuta­ge, dass hier tat­säch­lich die Rede davon ist, dass in die­sem Netz gute und schlech­te Fische sind, aber erst am Ende der Zei­ten sor­tiert wird.

        Jesus setzt einen eigen­ar­ti­gen Satz an den Schluss: „Ideo omnis scri­ba doc­tus in reg­no cae­lo­rum simi­lis est homi­ni patri fami­li­as, qui pro­fert de the­sau­ro suo nova et vete­ra“ (V. 52) — So ist jeder Schrift­ge­lehr­te im Him­mel­reich wie ein Haus­va­ter, der aus sei­nem Schatz Altes und Neu­es schöpft.“

      • Auf alle brenz­li­gen Rück­fra­gen, die ich Ihnen stel­le, reagie­ren Sie nicht und stel­len sich tot. Statt­des­sen machen Sie dann immer ein neu­es Fass auf.
        Ist das red­lich?
        Sie sind ins Fahr­was­ser des Pro­test­an­si­mus gera­ten. Sie ahnen nicht, dass ich mich mit die­sem The­ma sehr gut aus­ken­ne und auch sehr genau weiß, wel­chen Reich­tum Sie nun fahr­läs­sig auf­ge­ben.

        Schluss.
        Sie schrei­ben an mei­ne Per­son:

        //Sie haben mei­nes Erach­tens längst mit der Leh­re und Tra­di­ti­on gebro­chen, outen sich also selbst immer mehr als einen, der vom Glau­ben der Kir­che abfällt.//

        Das Haus brennt lich­ter­loh, und ich, bevor ich mit­ver­bren­ne, bin her­aus, und ste­he nun hier, nicht mit einem Möbel­wa­gen, son­dern mit Not­ruck­sack. Dar­in ist das Wort Got­tes. Das Wort „Glau­be“ kommt dar­in oft vor, weil es näm­lich von zen­tra­ler Wich­tig­keit ist, aber nir­gend­wo ist dort ein „Glau­be der Kir­che“ zu fin­den. Neh­men Sie ein­fach eine Kon­kor­danz zur Hand, oder ein Bibel­le­xi­kon, wie den guten, alten Fritz Rien­ecker, und checken Sie, was gemäß dem Wort Got­tes Glau­ben ist.
        Ein wei­te­rer Recher­che-Tipp: wie stand Jesus Chri­stus zur Tra­di­ti­on?
        Wenn ich Ihnen nicht auf alle Fra­gen ant­wor­te, muss das nicht gleich unred­lich sein. Grün­de kön­nen sein: ich habe kei­ne oder noch kei­ne Ant­wort und kann des­halb nicht ant­wor­ten, oder: ich will Ihnen nicht ant­wor­ten, weil mir die Fra­ge zu per­sön­lich oder sonst­wie pein­lich oder momen­tan zu schwie­rig ist oder was immer.
        Ich hal­te mich am Wort Got­tes fest, weil ich dar­in Licht und festen Grund fin­de. Sie mögen das als pro­te­stan­tisch eti­ket­tie­ren. Aber wel­chen Reich­tum gebe ich damit auf? Mei­nen Sie die katho­li­sche Gei­stes­welt, die in der Tat gewal­tig ist? Ich habe sie im Lau­fe mei­ner Jah­re ken­nen­ler­nen dür­fen, die des Westens wie des Ostens, und grei­fe noch immer dar­auf zurück. Habe ich mich in einem mei­ner Kom­men­ta­re davon los­ge­sagt? Habe ich irgend­wo die Mut­ter des Herrn geschmäht, oder die Hei­li­gen, oder die Sakra­men­te? Trotz­dem ist Ihr Vor­wurf selt­sam. Den­ken Sie an Pau­lus, was für einen Reich­tum er mit Freu­den auf­gab. Ken­nen Sie Phil­ip­per 3,8 nicht?: „Jesus Chri­stus, mei­nen Herrn, zu ken­nen ist etwas so unüber­biet­bar Gro­ßes, dass ich, wenn ich mich auf irgend­et­was ande­res ver­las­sen wür­de, nur ver­lie­ren könn­te. Sei­net­we­gen habe ich allem, was mir frü­her ein Gewinn zu sein schien, den Rücken gekehrt; es ist in mei­nen Augen nichts ande­res als Müll.“ (Neue Gen­fer Über­set­zung)
        In mei­nem Mor­gen­ge­bet heu­te habe ich ein Lied gesun­gen, des­sen 5. Stro­phe lau­tet: „Wir haben hier die Fül­le, seit­dem der Hei­land kam. Wir haben dort ein Erbe, so reich und wun­der­sam. Wir haben Glück, das leuch­tend und unbe­schreib­lich ist. Wir haben alles, alles in dir, Herr Jesus Christ.“ (Hed­wig von Redern).

      • @ Leo Lämm­lein

        Die Fra­ge ist, was für einen Katho­li­ken das Not­ge­päck ist. Es ist mit Sicher­heit nicht nur die Schrift, son­dern auch der gewal­ti­ge Schatz an Gebe­ten, die man selbst spricht, aber auch derer, die für einen Für­spra­che lei­sten, der Schatz an wei­ter­wir­ken­den Sakra­men­ten, die man emp­fan­gen hat­te etc., v.a. ande­ren aber die Gna­de.

        Sie sagen einer­seits, das Haus bren­ne lich­ter­loh und Sie mei­nen, sich ret­ten zu müs­sen (was ich sehr gut ver­ste­he!), ande­rer­seits sind Sie nicht bereit, die nach­kon­zi­lia­re Kir­che als Schein­kir­che zu bezeich­nen, die uns eine Apost­asie vor­führt, die es uns ver­bie­tet, sie für die wah­re Braut zu hal­ten — wür­de ich das glau­ben, müss­te ich IHM lästern. Und das will ich nicht. Aber des­halb bre­chen mit der gesam­ten katho­li­schen Tra­di­ti­on und dem Ver­such ihrer Aus­übung, den es ja noch gibt und zu einer frei­kirch­li­chen Sek­te zu ren­nen? Da hän­ge ich ein­fach ab.
        Ich sage Ihnen nur soviel: es gibt auch Hl. Mes­sen, die nicht die Gemein­schaft mit die­sen Häre­ti­kern beken­nen. Und das ist auch eine total legi­ti­me Mög­lich­keit.
        Mir ist bewusst, dass das eine insta­bi­le Ange­le­gen­heit ist, weil die abge­fah­ren­sten und per­ver­se­sten Typen sich auf der Platt­form ziem­lich unge­hin­dert aus­le­ben könn­ten. Man kann aber auch dar­um bit­ten, die rich­ti­gen Gefähr­ten zu fin­den, irgend­wie, auch wenn man manch­mal „von ihnen aus­ge­hen“ muss, und wei­ter­su­chen muss.
        Ihr Pau­lus-Zitat über­zeugt mich hin­sicht­lich des Trans­fers auf Ihre/unsere Situa­ti­on nicht.
        Der Pro­te­stan­tis­mus hat jeden­falls so vie­le Fall­stricke und wur­de theo­lo­gisch sehr gut und sehr inten­siv durch­dacht und von der katho­li­schen Kir­che begrün­det abge­wie­sen und ver­wor­fen, dass es kei­nen Grund gibt, nun aus­ge­rech­net in die­sem häre­ti­schen Lager (das ist Urteil der Kir­che — nicht mei­nes) die Ret­tung vor der nach­kon­zi­lia­ren Kir­che zu suchen.
        Ich ver­ste­he Sie, aber ich stim­me Ihnen nicht zu. Es gilt, den­noch aus­zu­har­ren — nicht in den häre­ti­schen NOM-Mes­sen, nicht im Gehor­sam unter sol­chen Typen wie die­sem Bischof, nicht una cum hae­re­ti­cis, aber den­noch im katho­li­schen Bereich.
        Sie müss­ten eigent­lich wis­sen, dass gera­de ich sehr inten­siv die Schrift stu­die­re, aber ohne eine Ori­en­tie­rung in der Aus­le­gung kommt nie­mand aus. Auch die Schrift ist Tra­di­ti­on der Kir­che und nicht umge­kehrt die Kir­che eine Tra­di­ti­on der Schrift. Das ist Ant­wort auf eine Ihrer ande­ren Fra­gen: In der Schrift muss nicht die Kir­che genau umris­sen wer­den als Fol­ge aus dem Schrift­wort, ein­fach weil sie ja schon lan­ge da war, als es kano­ni­siert wur­de! Und auch die Schrift selbst spricht von schrift­li­chen UND münd­li­chen Tra­di­tio­nen, die gehal­ten wer­den müs­sen. Man zieht sich zurück auf die regu­la fidei remo­ta — aber das ist die Schrift + (Auslegungs-)Tradition!
        Dass die Kir­che „brennt“ mag sein — aber des­we­gen gibt es kei­nen guten Grund, das zu ver­las­sen, was bis zum Kon­zil gegol­ten hat — Sie voll­zie­hen den nach­kon­zi­lia­ren Abfall dann nur noch ein­mal auf Pro­te­stan­tisch.

    • Es ist ja wirk­lich ein Gebet, das Jesus da spricht, der pro­phe­ti­sche Psalm 22.
      Das Infa­me ist, dass hier sug­ge­riert wird, die­ses Gebet des Herrn sei auf­be­geh­rend gegen Gott.
      Es gab eini­ge schlim­me Päp­ste, aber gab es jemals einen Papst, der sol­che Din­ge sag­te?

      • Dass Jesus da am Ran­de des Auf­be­geh­rens oder der Ver­zweif­lung war, davon bin ich schon über­zeugt, er hat das wohl mit dem Gebet des Psalms „abge­fan­gen“ und ist über die Auf­wal­lung Herr gewor­den. Den­ken Sie dar­an „Wir haben ja nicht einen Hohen­prie­ster, der nicht mit­füh­len könn­te mit unse­rer Schwä­che, son­dern einen, der in allem wie wir in Ver­su­chung geführt wor­den ist, aber nicht gesün­digt hat.“(Hebr 4,15) An die­ser Pre­digt des Pap­stes fin­de ich nichts aus­zu­set­zen.

      • Ich habe mir die „Per­le“ ange­se­hen — die­ses Geschreib­sel! Bedenk­lich fin­de ich, dass Ber­go­glio wie­der mal die selbst­ver­schul­de­te Fin­ster­nis unse­rer Her­zens mit Jesu Pas­si­on iden­ti­fi­ziert.
        Und das ist aus­ge­schlos­sen — allei­ne des­we­gen weil er sünd­los und Gott war.
        Er hat aber — wie wir es auch tun sol­len — mit­tels der Schrift auf jede Ver­su­chung ant­wor­ten kön­nen.
        Das setzt aber ein erleuch­te­tes Ver­ständ­nis im Hl. Geist vor­aus.
        Und davon hören wir bei F. kein Wort.
        Das Emp­fin­den der haus­ge­mach­ten Fin­ster­nis setzt er gleich mit dem Lei­den des Sünd­lo­sen an der Fin­ster­nis — und das ist wahn­sin­nig …

      • Dass die Fin­ster­nis der Men­schen immer haus­ge­macht ist, kann man nicht so pau­schal sagen, wenn ich an The­re­se von Lisieux den­ke, die war ja wirk­lich nahe an Sünd­lo­sig­keit und hat am Ende ihres Lebens eine ganz schlim­me Fin­ster­nis durch­lebt. ich glau­be nicht, das das haus­ge­macht war. Aber davon abge­se­hen. Jesus hat unse­re haus­ge­mach­te Fin­ster­nis geteilt, er hat sich sozu­sa­gen unter die Sün­der ein­ge­reiht (sie­he Tau­fe am Jor­dan).

      • @ Josef Stei­nin­ger

        Da bin ich mir nicht sicher, ob das stimmt…Ist die­se Fin­ster­nis nicht eher ein Aus­weis unse­res tat­säch­li­chen Zustan­des vor Gott, der uns — je wei­ter wir mög­li­cher­wei­se fort­schrei­ten — umso schmerz­li­cher auf­fällt? Anders: Je näher wir dem ewi­gen Licht des hei­li­gen Got­tes rücken, desto fin­ste­rer erschei­nen wir uns selbst?

        Jesus aller­dings kann das nicht erlebt haben, weil er nicht sünd­haft war. Aber er hat das auf sich genom­men an unse­rer Stel­le.
        Kann man aber die­se Sün­de, die er an unse­rer Stel­le trug, mit sei­nem Wesen iden­ti­fi­zie­ren? das wür­de ich kate­go­risch ableh­nen. Vor eini­gen Mona­ten sag­te F. ja — was aber nicht ganz klar war — Jesus sei für uns zum „Sün­der“ gewor­den. Die Schrift dage­gen sagt uns, er sei für uns zur „Sün­de“ gewor­den — und das ist was ande­res.
        Er hat also alle Ver­su­chun­gen und Nöte erlebt, aber sie waren nicht in sei­ne Sub­stanz ein­ge­drun­gen. Er ist Opfer — nicht Täter! Eine Fin­ster­nis, wie wir sie erle­ben müs­sen ange­sichts Got­tes, kann er daher nicht in die­sem Sinn erfah­ren haben.

      • @ Josef Stei­nin­ger,
        In sei­ner Homi­lie vom 30. Sept. in der Kapel­le von St. Mar­tha sagt Papst Fran­zis­kus:
        //Anche Gere­mia, ha ram­men­ta­to, “usa qua­si le stes­se paro­le: ‘Male­det­to il gior­no che nacqui!’”. “Ma que­sto uomo bestem­mia? Que­sta è la mia doman­da – si è chie­sto Fran­ces­co – quest’uomo che sta solo, così, in que­sto, bestemmia?” “Gesù, quan­do si lamen­ta – ‘Pad­re, per­ché mi ha abban­don­a­to!’ – bestem­mia? Il miste­ro è que­sto. Tan­te vol­te io ho sen­ti­to per­so­ne che stan­no viven­do situa­zio­ni dif­fi­ci­li, dolo­ro­se, che han­no per­so tan­to o si sen­to­no sole e abban­don­a­te e ven­go­no a lamen­tar­si e fan­no que­ste doman­de: per­ché? Per­ché? Si ribel­la­no con­tro Dio. E io dico: ‘Con­ti­nua a pre­ga­re così, per­ché anche que­sta è una pre­ghie­ra’. Era una pre­ghie­ra quan­do Gesù ha det­to a suo Pad­re: ‘Per­ché mi ha abbandonato!’”.““
        Quel­le: http://www.cercoiltuovolto.it/2014/vaticano/papa-francesco-omelia-30-settembre-2014-santa-marta/
        Der Papst fragt, ob Jere­mia lästert, blas­phe­miert („bestem­mia“). War­um fragt er das? Noch im direkt vor­an­ge­hen­den Vers hat Jere­mia gesagt: „Singt dem HERRN, lobt den HERRN!“ Wie kann dann die­ses „ver­flucht sei der Tag“ („arur ha-jom“) vom Pro­phe­ten als Blas­phe­mie, als Got­tes­lä­ste­rung gemeint sein? –
        Was kath.net im Zusam­men­hang mit dem Auf­schrei des Herrn am Kreuz als „Auf­be­geh­ren“ über­setzt, lau­tet im Ori­gi­nal­ton „ribel­lar­si“ = rebel­lie­ren.
        Fran­zis­kus bleibt sich treu. Unter dem Kreuz hat er die Mut­ter des Herrn für fähig gehal­ten, Gott Vater der Lüge zu beschul­di­gen. Hier hält er den Pro­phe­ten Jere­mia und den Herrn Jesus Chri­stus der Got­tes­lä­ste­rung und der Rebel­li­on fähig. Listi­ger­wei­se ist das nur in Fra­ge­form aus­ge­drückt. Die Fra­ge­form mag der Zuhö­rer ver­ges­sen, was hän­gen bleibt ist die unge­heu­er­li­che Unter­stel­lung. Was als „Moral“ die­ser Pre­digt hän­gen bleibt, ist: es ist ech­tes Gebet, gegen Gott zu lästern und zu rebel­lie­ren, wenn es nur auf­rich­tig ist.
        Jor­ge Ber­go­glio hat nach mei­nem Ein­druck ein tief­sit­zen­des Pro­blem mit der Got­tes­lä­ste­rung. Auf­fäl­lig bringt er die­ses The­ma zur Spra­che, und unüber­seh­bar ist das, was er selbst manch­mal sagt, Got­tes­lä­ste­rung („Jesus wur­de für uns zum Sün­der“) oder grenzt dar­an.

      • Dass Jere­mia hier rebel­liert, wird man nicht bestrei­ten kön­nen. Er wird ja auch von Gott gerügt, das steht zwar nicht hier, son­dern in Kap.15 . Dort rebel­liert er auch: „Wie ein ver­sie­gen­der Bach bist du mir gewor­den, ein unzu­ver­läs­si­ges Was­ser.“ sagt er zu Gott. Und Gott ant­wor­tet ihm sehr gnä­dig, aber mit Tadel: „Wenn du umkehrst, las­se ich dich umkeh­ren, dann darfst du wie­der vor mir ste­hen. Redest du Edles und nicht Gemei­nes, dann darfst du mir wie­der Mund sein.“ Sie ver­wei­sen dar­auf, dass Jere­mia unmit­tel­bar vor dem „Ver­flucht sei der Tag“ sagt „Singt dem Herrn, lobt den Herrn!“ Haben Sie das noch nie erlebt, dass man in reli­giö­ser Hoch­stim­mung ist und von einem Moment auf den ande­ren einen Zusam­men­bruch kriegt und men­tal total abstürzt? Ich schon, des­we­gen lie­be ich den Pro­phe­ten Jere­mia so sehr. Ich fin­de es sehr tröst­lich, dass auch ein so gro­ßer Pro­phet sei­ne Aus­fäl­le hat­te und dann wie­der auf­ste­hen konn­te.

      • Dass das Herz eines Hin- und Her­ge­ris­se­nen im Elend schwankt zwi­schen Got­tes­lob und Rebel­li­on, erscheint mir nicht abwe­gig. Man liest da ja auch bei Hiob.
        Für mich ist aber der sprin­gen­de Punkt, dass das in frü­hen „Rei­festa­di­en“ geschieht. Tut Gott mir das, was mir gefällt, lobe ich Ihn, lie­fert Er mich einem Leid aus, rebel­lie­re ich gegen Ihn. Ja — so ist der sünd­haf­te Mensch.
        Bei Hiob geht es so weit, dass er einer­seits zu beginn den berühm­ten Satz sagt „Der Herr hats gege­ben, der Herr hats genom­men, der name des Herrn sei gelobt etc.“ (sinn­ge­mäß), spä­ter aber in immer tie­fe­re Ver­zweif­lung gerät, für die er dann aber wie­der­um Buße tun muss ganz am Schluss. Er bekennt dort, er habe den Herrn bis­lang nur vom Hören­sa­gen gekannt.

        Es wider­strebt also auch mir, Jesus oder auch Maria eine sol­che Hal­tung zu unter­stel­len. Bei­de waren sünd­los und Jesus war nicht nur das, son­dern GOTT!

        Zudem betreibt F. eine Art Rück­ori­en­tie­rung: anstatt den Men­schen zu ermu­ti­gen, im Leid nicht durch Läste­run­gen in Sün­de zu fal­len, son­dern von Gott alles Gute zu erwar­ten und Ihn dafür unbe­irrt zu loben, ermu­tigt er ja förm­lich zum Lästern und dazu, von Gott nicht das Gute zu erwar­ten.

        Also ich win­de mich hier — ver­ste­he @ Leo Lämm­li­en sehr gut an dem Punkt!

      • Das Jesus nicht rebel­liert hat, davon bin ich auch über­zeugt, aber dass er eine Auf­wal­lung dazu in sei­ner mensch­li­chen See­le am Kreuz nie­der­kämp­fen muss­te, davon eben­so. Auch am Ölberg muss­te er kämp­fen, war­um spricht er denn die völ­lig sinn­lo­se Bit­te aus, der Vater möge den Kelch an ihm vor­über­ge­hen las­sen? Ver­su­chung ist eben noch nicht Sün­de. Und dass auch Maria kämp­fen muss­te, hal­te ich auch nicht für abwe­gig.
        Was Papst Fran­zis­kus betrifft: laut dem kath.net-Artikel stellt er abschlie­ßend den Men­schen The­re­se von Lisieux als Bei­spiel vor Augen und die hat auch nicht rebel­liert, obwohl sie schwer ange­foch­ten war, sie sagt, die Gedan­ken der schlimm­sten Athe­isten sei­en ihr auf­ge­stie­gen. Außer­dem mahnt er, wegen ein biss­chen Pro­ble­men nicht gleich ein Gejam­mer anzu­stim­men: „wenn ein wenig Fin­ster­nis in die See­le ein­tritt, dann hal­ten wir uns für Mär­ty­rer und hören auf zu beten“.

      • Die Ölberg­sze­ne ist aber doch nicht ein Aus­druck der Rebel­li­on, son­dern der tie­fen Angst.
        Auf IHm lasten die pec­ca­ta mun­di wie ein ton­nen­schwe­res Gewicht und trei­ben im hier bereits gei­stig das Blut aus dem Leib.
        Unvor­stell­bar!
        Er emp­fand Angst!
        Mit Rebel­li­on hat das gar nichts zu tun.
        Auch die Kreu­zi­gungs­ru­fe sind doch Rufe aus tief­ster Not und kei­ne Rebel­li­on: De pro­fun­dis…
        Von sünd­haft-ver­su­che­ri­schen „Auf­wal­lun­gen“ berich­ten uns die Evan­ge­li­en gar nichts.
        Und die gro­ße Angst und Not, die ER emp­fand ange­sichts der schwe­ren Last und des Todes, ste­hen völ­lig außer­halb einer sünd­haf­ten Regung…

        Die Wen­dung am Schluss bei Ber­go­glio ist wie­der ein typi­sches Bei­spiel für sei­ne gei­sti­ge und cha­rak­ter­li­che Inkon­si­stenz — eigent­lich ist das alles ein undurch­sich­ti­ges, küm­mer­li­ches Qua­ken. Hät­te ich je so etwas auf der Uni damals abge­ge­ben, man hät­te das nicht mal bewer­tet, son­dern gleich zurück­ge­ge­ben.…

      • Mit der Ölberg­sze­ne haben Sie völ­lig recht, aber ich hat­te die auch nicht als Ver­su­chung zur Rebel­li­on, son­dern als Ver­such­tung, davon­zu­lau­fen, was ja leicht mög­lich gewe­sen wäre, gemeint. Dage­gen ist der Ruf „War­um hast du mich ver­las­sen“ schon erst­mal ein Vor­wurf, aber der Ansatz zur Rebel­li­on wird eben in dem Psalm sofort durch den Lob­preis Got­tes unter­drückt.

      • „Auch die Kreu­zi­gungs­ru­fe sind doch Rufe aus tief­ster Not und kei­ne Rebel­li­on.“ Je mehr ich dar­über nach­den­ke, desto mehr bin ich geneigt, Ihnen recht zu geben. Es war wohl mehr die Ver­su­chung zur Ver­zweif­lung, der Jesus hier ange­sichts der unbe­schreib­li­chen Schmer­zen aus­ge­setzt war und die er über­wun­den hat.

  5. Wir haben eine papo­la­tri­sche Bücher­schwem­me und eine fran­zis­ka­ni­sti­sche Per­len­schwem­me.

    Was die Per­len angeht, so weiß man als Per­len­züch­ter, daß beson­ders bei Mas­sen­pro­duk­ti­on eine Unzahl defek­ter Gebil­de dar­un­ter sind, die zeit­geist­ge­mäß nicht mehr aus­sor­tiert wer­den.

  6. Sagt ein Pfar­rer, nach­dem der Hund sei­ne Pre­digt gefres­sen hat: End­lich kommt auch ein­mal von mir etwas im Druck her­aus!
    Ähn­li­che Qua­li­tät liegt bei den Ber­go­glio Büchern vor. Wäre die­ser Mann nicht „Papst“, so wür­de sich kein Mensch für die­se Plat­ti­tü­den inter­es­sie­ren!

    • Naja, Bene­dikts Prä­zi­si­on und intel­lek­tu­el­le Bril­li­anz haben eben vie­le nicht ver­tra­gen, des­we­gen hat sich das letz­te Kon­kla­ve fürs theo­lo­gi­sche Kaf­fee­kränz­chen ent­schie­den 😉

      aber auch das haut die Kir­che nicht um, auch wenn’s kurz­fri­stig natür­lich nicht hilft

    • Lei­der fal­len neben den Plat­ti­tü­den, als Abfall­pro­duk­te auch Infa­mes und Blas­phe­mi­sches ab.

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