Wie manipuliere ich eine Bischofssynode? — Aktionsplan gegen Ehesakrament

Lorenzo Baldisseri bei seiner Kardinalskreierung
Loren­zo Bal­dis­se­ri bei sei­ner Kardinalskreierung

(Rom) Der Vati­ka­nist Mar­co Tosat­ti berich­tet einen detail­lier­ten Plan zur Mani­pu­la­ti­on der Bischofs­syn­ode im Sin­ne von Kar­di­nal Wal­ter Kas­pers „neo­barm­her­zi­ger“ Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­ner zur Kom­mu­ni­on. Die Defi­ni­ti­on geht vom zivil­recht­li­chen Aspekt aus und ist damit für die kirch­li­che Dis­kus­si­on unzu­tref­fend. Was der Staat wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­ne nen­nen kann, sind für die Kir­che Ehebrecher.

Tosat­ti nennt nicht den Namen des hoch­ran­gi­gen Kir­chen­ver­tre­ters, der den Plan in fröh­li­cher Run­de aus­plau­der­te. Es han­del­te sich nicht um Kar­di­nal Kas­per, dem eine sol­che Leicht­sin­nig­keit kaum unter­lau­fen wäre und der als ein­fa­cher Syn­oda­le auch kei­ne Ent­schei­dungs­be­fug­nis hät­te, ver­fah­rens­tech­ni­sche Manö­ver durchzuführen.

Aus dem Zusam­men­hang gele­sen und ange­sichts sei­ner frü­he­ren und jüng­sten Stel­lung­nah­men, spricht eini­ges für Kar­di­nal Loren­zo Bal­dis­se­ri, den Gene­ral­se­kre­tär der Bischofs­syn­ode. Bal­dis­se­ri gehört zu jenen Kir­chen­ver­tre­tern, die unter Papst Fran­zis­kus die steil­ste Kar­rie­re erlebt haben. Fran­zis­kus mach­te ihn zum Kar­di­nal und setz­te ihn auf einen wich­ti­gen Ver­trau­ens­po­sten. Geht man davon aus, daß Papst Fran­zis­kus selbst maß­geb­li­cher Akteur für die Auf­wei­chung des Ehe­sa­kra­men­tes ist und die Bischofs­syn­ode das zen­tra­le Instru­ment zu deren Umset­zung bil­det, dann kommt dem Gene­ral­se­kre­tär der Syn­ode eine zen­tra­le stra­te­gi­sche Rol­le zu.

Mar­co Tosat­ti ver­öf­fent­lich­te sei­nen Bericht in der Tages­zei­tung La Stam­pa vom 20. September.

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Synode: wie manövriere ich sie…

von Mar­co Tosatti

Die Bischof­syn­ode wird über vie­le Din­ge spre­chen, die Mas­sen­me­di­en aber wahr­schein­lich nur über eine ein­zi­ge: die Mög­lich­keit für kirch­lich ver­hei­ra­te­te Per­so­nen, die zivil­recht­lich geschie­den sind, deren Ehe aber kirch­lich nicht annul­liert wur­de und die den­noch ein wei­te­res Mal stan­des­amt­lich gehei­ra­tet haben, zur Kom­mu­ni­on zuge­las­sen zu wer­den. Und es gibt einen Plan, die Syn­ode zu manövrieren…

Es geschieht bereits in einer Viel­zahl von Fäl­len, in denen Prie­ster, auch „kon­ser­va­ti­ve“, die per­sön­li­che Situa­ti­on prü­fen und die Ver­ant­wor­tung auf sich neh­men, zu sagen: geh zur Kom­mu­ni­on, aber dis­kret. So ist es seit den Zei­ten Johan­nes Pauls II.

Kar­di­nal Kas­per, der bereits vor 20 Jah­ren dies­be­züg­lich sei­ne eige­ne Idee hat­te, die in den bei­den Pon­ti­fi­ka­ten von Johan­nes Paul II. und Bene­dikt XVI. nicht akzep­tiert wur­de, sah mit dem Auf­stieg Ber­go­gli­os die Gele­gen­heit gekom­men, sie erneut vor­zu­le­gen. Unge­ach­tet der Tat­sa­che, daß von Mani­la bis Ber­lin, von New York bis Afri­ka die gro­ße Mehr­heit sei­ner Kar­di­nals­kol­le­gen erneut die Leh­re der Kir­che bekräf­tig­ten, die – oje­mi­ne – auf dem Wort Jesu grün­det. Einer der weni­gen Fäl­le, in denen die Aus­sa­ge ein­deu­tig, klar und defi­ni­tiv scheint und nicht ein­mal von den pro­fes­sio­nel­len Peri­ko­pen-Zer­pflückern in Fra­ge gestellt wird…

Kurz­um, die Sache von Kas­per & Co. hat nicht den Anschein, sich sehr gut zu ent­wickeln. Doch viel­leicht gibt es einen Weg, um ihm zu hel­fen. Und um zu ver­hin­dern, daß die lästi­gen Gegen­stim­men zu laut werden.

Der erste Punkt besteht in der For­de­rung, daß die Reden­bei­trä­ge zur Syn­ode schon früh­zei­tig schrift­lich ein­ge­reicht wer­den müs­sen. Was bereits in die Tat umge­setzt wur­de. Wer bei der Syn­ode das Wort ergrei­fen will, muß­te bis zum 8. Sep­tem­ber sei­nen Text vorlegen.

Zwei­tens: Auf­merk­sam alle Bei­trä­ge lesen. Für den Fall, daß eini­ge beson­ders gepfef­fert sein soll­ten, ist unmit­tel­bar vor der gefähr­li­chen Wort­mel­dung das Wort einem ande­ren Red­ner zu ertei­len, der bereits im vor­aus auf alle oder eini­ge Punk­te ant­wor­tet, die erst in der näch­sten Rede auf­ge­wor­fen werden.

Drit­tens: Wenn ein Bei­trag gera­de­zu pro­ble­ma­tisch erscheint, soll er unter Ver­weis, daß aus Zeit­man­gel nicht allen das Wort erteilt wer­den kön­ne, abge­lehnt wer­den. Natür­lich mit dem Hin­weis, daß er ja schrift­lich ange­nom­men und damit Teil der Syn­oden­ak­ten sei und man ihn natür­lich bei der Abfas­sung des Schluß­do­ku­ments berück­sich­tigt werde.

In der Tat wird nicht so sehr die Syn­ode von Bedeu­tung sein, son­dern weit mehr die Zusam­men­fas­sung, die im klei­nen Kreis aus­ge­ar­bei­tet und als „Nach­syn­oda­les Apo­sto­li­sches Schrei­ben“ die Unter­schrift des Pap­stes tra­gen wird. Es ist sehr wahr­schein­lich, daß es sich dabei nicht um einen kla­ren und end­gül­ti­gen Text han­deln wird, son­dern um eine „fluk­tu­ie­ren­de“ Inter­pre­ta­ti­on, so daß jeder, das her­aus­le­sen wird kön­nen, was er her­aus­le­sen will.

Beschei­de­ne Anmer­kung eines armen Chro­ni­sten: Aber wenn einer einen so aus­ge­ar­bei­te­ten und aus­ge­klü­gel­ten Plan hat, war­um redet er dann ganz offen vor per­fek­ten Unbe­kann­ten bei einem pom­pö­sen Abend­essen davon?

Einleitung/Übersetzung: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Asianews

27 Kommentare

  1. Wie weit weg ist das doch von der Gemein­de, von der uns die Evan­ge­li­en, die Apo­stel­ge­schich­te und die übri­gen Schrif­ten des Neu­en Testa­ments berich­ten, wie unver­ein­bar mit der apo­sto­li­schen Gemein­de­zucht, und wie ent­ge­gen­ge­setzt der rei­nen, flecken­lo­sen Braut Jesu Christi.

    • Gar nicht weit! Denn schon damals gab es Streit, Spal­tung, Miss­gunst und unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen: 1. Kor. 1,10f.

    • Die apo­sto­li­schen Zeug­nis­se berich­ten nicht von der „Gemein­de“ (Vor­sicht: pro­te­stan­ti­scher Kampf­be­griff!), son­dern von der Hl. KIRCHE!

      • Tra­di­ti­ons­treu­er,
        das Neue Testa­ment spricht von der „ekkle­sia“. Ein grie­chi­sches Wort, Sub­stan­tiv, das abge­lei­tet ist von dem Verb ek-kaleîn = herausrufen.
        Ekkle­sia ist die Gemein­de Got­tes des HERRN, die Er aus der Mensch­heit her­aus­ge­ru­fen hat und auch heu­te noch her­aus­ruft, damit sie Ihn allein anbe­te, Ihm allein gehor­che und Ihm allein diene.
        Die Kir­che Chri­sti und der Apo­stel war kei­ne Kir­che, die aus 90 % oder 99 % Ungläu­bi­gen bestand.

      • @ Leo Lämmlein

        Irgend­wie klingt das ver­spannt — wie stel­len Sie sich das real denn vor? Dass Gott alle­zeit ein paar hand­ver­le­se­ne Leu­te „her­aus­ruft“, die ein­mü­tig in der Leh­re bis ans der Ende der Zei­ten ver­har­ren, unbe­irrt, ohne Trübung?

        Fragt sich dann, woher die denn die­se Ein­mü­tig­keit in der „Leh­re“ haben? Und wer wacht dar­über? Gott selbst auf cha­ris­ma­ti­sche Wei­se? (Denn eine Alter­na­ti­ve zum Lehr­sy­stem der Kir­che gibt es ja nicht, die man sich vor­stel­len kann!)

        Die­ser Wahn von den Hand­ver­le­se­nen ist spä­te­stens seit der Refor­ma­ti­on in immer neu­en Auf­güs­sen erfolg­los gewähnt wor­den: wir haben unge­zähl­te Deno­mi­na­tio­nen, die alle­samt voein­an­der in ent­schei­de­nen Lehr­aus­sa­gen abwei­chen, und jede der­sel­ben lan­det nach spä­te­sten zwei genera­tio­nen ent­we­der im sel­ben Sumpf wie die „Gemein­den“ ihn schon auf­wie­sen, die sie zwecks Hand­ver­le­sung bereits ver­las­sen hat­ten, oder aber die Sache engt sich zu einer beton­köp­fi­gen Sek­te, die nur durch Welt­flucht oder sui­zi­da­len Abschluss noch ein paar Atem­zü­ge lang über­lebt, um dann drauf­zu­ge­hen, dabei aber vie­le See­len zer­stört und nicht sel­ten ein­her­geht mit schlimm­sten Sün­den in einem System per­fek­te­ster Ver­bor­gen­heit und Verlogenheit.

        Allei­ne die­se histo­ri­schen Ver­läu­fe und die Nicht­exi­stenz einer sol­cher Gemein­de der Rei­nen müss­te Sie doch alar­mie­ren und auf­wecken aus sol­chen Verstiegenheiten.

        Und was fan­gen Sie mit der bibli­schen Pro­phe­tie an, die eben doch einen Abfall vor­her­sagt und nicht ewi­ge unge­trüb­te Rein­heit irgend­wo in einer abge­schlos­se­nen „Gemein­de“, die durch ein qua­si-eso­te­ri­sches Band ver­bun­den ist?

      • Lie­ber Leo Lämmlein,

        Ekkle­sia ist als „Her­aus­ge­ru­fe­ne“ noch nicht not­wen­dig schon „Gemein­schaft“, sie hat nur die Kraft der Gemein­schafts­bil­dung, ist also nur der Potenz nach Gemein­schaft, oder wie Sie sagen „Gemein­de“. Um zur hl. Kir­che zu gehö­ren (grch. kyria­kon „das zum Herrn Gehö­ri­ge“) bedarf es aber der frei­en Wil­lens­ent­schei­dung und der Zustim­mung des Ein­zel­nen. Und um zum Herrn zu gehö­ren, dazu haben wir die ja schließ­lich die Gebo­te Got­tes erhal­ten, ange­fan­gen vom Deka­log. Sie zu befol­gen und unbeug­sam her­aus­zu­ru­fen (Leh­re) ist Wesens­merk­mal des Chri­sten und sei­ne Aus­zeich­nung als Gemeinschaft.

  2. Das erin­nert alles stark an die Vor­ge­hens­wei­se der Pro­gres­si­ven auf dem Vati­ca­num II.
    @ Leo Lämmlein
    Träu­men Sie sich da nicht die Zustän­de unter den Apo­steln zurecht? Das NT selbst schil­dert uns doch bein­har­te Aus­ein­an­der­set­zun­gen, die so hef­tig waren, dass der hl. Pau­lus zu den här­te­sten Wor­ten grei­fen muss­te („ihn dem Satan über­ge­ben“, „der sei ver­flucht“ etc.), ja nicht ein­mal der hl. Petrus hat­te die flecken­lo­se Weste, die Sie sich vorstellen.

    Der ein­zi­ge Unter­schied zu damals und bis vor kur­zem: das Lehr­amt konn­te die­se Ungei­ster zurück­drän­gen, auch wenn sie im Papst (Petrus) rumo­ren woll­ten (Abend­län­di­sches Schis­ma, Renais­sance-Päp­ste) — es wur­de ihnen immer ver­wehrt, eine Häre­sie zu ver­kün­den oder hals­star­rig häre­tisch zu handeln. 

    Heu­te sind die­se gesam­mel­ten Ungei­ster der Zeit ab Jesus wie los­ge­las­sen — und wenn Sie auf­merk­sa­mer Bibelleser sind, wis­sen Sie doch, dass uns genau das auch so vor­her­ge­sagt ist.

    Wie kön­nen Sie sich dann in ein Ide­al träu­men, das nach der Hl. Schrift doch gar nicht zu erwar­ten ist?
    Man wünscht sich das zwar alles so nicht — aber ich den­ke oft daran,wie der hl. Pau­lus von Anfang an sag­te, dass der Anti­chirst bereits jetzt schon in der Kir­che wir­ke, eines Tages aber offen­bar werde.
    Damit mein­te er natür­lich nicht das intak­te Lehr­amt, son­dern all die auf­ge­stau­ten häre­ti­schen Strö­mun­gen, die heu­te wie bei einem gewal­ti­gen Damm­bruch unge­hin­dert alles hin­weg­s­pü­len, was es bis­lang gehal­ten hat: das recht­mä­ßi­ge und recht­gläu­bi­ge Papst­tum, das für das rech­te und ewi­ge und gül­tig zele­brier­te Mess­op­fer stand.

    Das ist nun vorbei!
    Aber das ist doch pro­phe­zeit — in der Schrift!

    Bit­te las­sen Sie sich doch durch die Ver­wir­rung, all den Unge­hor­sam, all die Auf­ge­bla­sen­heit, den Hass und all die Fin­ster­nis, die die Katho­li­ken zur Zeit so sehr umnach­ten, nicht abbrin­gen von der wah­ren Kir­che — ich beschwö­re Sie!

    • zeit­schnur
      Gemein­de (Kir­che) gemäß der Hei­li­gen Schrift ist ein gro­ßes Thema.
      Nur ein­mal ein Punkt zum Nachdenken.
      Pau­lus schreibt an die Korinther:
      „14Beugt euch nicht mit Ungläu­bi­gen unter das glei­che Joch! Was haben denn Gerech­tig­keit und Gesetz­wid­rig­keit mit­ein­an­der zu tun? Was haben Licht und Fin­ster­nis gemein­sam? 15Was für ein Ein­klang herrscht zwi­schen Chri­stus und Beli­ar? Was hat ein Gläu­bi­ger mit einem Ungläu­bi­gen gemein­sam? 16Wie ver­trägt sich der Tem­pel Got­tes mit Göt­zen­bil­dern? Wir sind doch der Tem­pel des leben­di­gen Got­tes; denn Gott hat gespro­chen: Ich will unter ihnen woh­nen und mit ihnen gehen. / Ich wer­de ihr Gott sein / und sie wer­den mein Volk sein. 17Zieht dar­um weg aus ihrer Mit­te / und son­dert euch ab, spricht der Herr, / und fasst nichts Unrei­nes an. / Dann will ich euch auf­neh­men 18und euer Vater sein / und ihr sollt mei­ne Söh­ne und Töch­ter sein, / spricht der Herr, / der Herr­scher über die gan­ze Schöp­fung.“ (2 Kor 6,14–18; Einheitsübersetzung).
      Und das:
      „6Zu Unrecht rühmt ihr euch. Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauer­teig den gan­zen Teig durch­säu­ert? 7Schafft den alten Sauer­teig weg, damit ihr neu­er Teig seid. Ihr seid ja schon unge­säu­er­tes Brot; denn als unser Pascha­lamm ist Chri­stus geop­fert wor­den. 8Lasst uns also das Fest nicht mit dem alten Sauer­teig fei­ern, nicht mit dem Sauer­teig der Bos­heit und Schlech­tig­keit, son­dern mit den unge­säu­er­ten Bro­ten der Auf­rich­tig­keit und Wahr­heit. 9Ich habe euch in mei­nem Brief ermahnt, dass ihr nichts mit Unzüch­ti­gen zu schaf­fen haben sollt. 10Gemeint waren damit nicht alle Unzüch­ti­gen die­ser Welt oder alle Hab­gie­ri­gen und Räu­ber und Göt­zen­die­ner; sonst müss­tet ihr ja aus der Welt aus­wan­dern. 11In Wirk­lich­keit mein­te ich damit: Habt nichts zu schaf­fen mit einem, der sich Bru­der nennt und den­noch Unzucht treibt, hab­gie­rig ist, Göt­zen ver­ehrt, lästert, trinkt oder raubt; mit einem sol­chen Men­schen sollt ihr nicht ein­mal zusam­men essen. 12Ich will also nicht Außen­ste­hen­de rich­ten — ihr rich­tet ja auch nur sol­che, die zu euch gehö­ren -, 13die Außen­ste­hen­den wird Gott rich­ten. Schafft den Übel­tä­ter weg aus eurer Mit­te!“ (1 Kor 5,6–13).
      Wie ver­ein­ba­ren Sie das mit der Wirk­lich­keit der römisch-katho­li­schen Kir­che? Und zwar n i c h t nur heute!
      Wie ver­ein­ba­ren Sie das bei­spiels­wei­se mit die­ser Ver­ur­tei­lung durch das Kon­zil von Kon­stanz (1415):
      „Si Papa sit praes­ci­tus et malus, et per con­se­quens mem­brum dia­bo­li, non habet pote­statem super fide­les sibi ab ali­quo datam, nisi for­te a Cae­sa­re.“ (Den­zin­ger-Schön­met­zer 588 (1158)), d.h. „Wenn der Papst ein Vor­her­ge­wuß­ter, schlecht, und daher ein Glied Satans ist, so hat er kei­ne Voll­macht über die Gläu­bi­gen, die ihm von irgend jemand gege­ben wäre, als höch­stens vom Kai­ser“ (Neu­ner-Roos [431]) ?

      • Naja — Sie ver­tre­ten offen­bar nun einen „puri­ta­ni­schen Standpunkt“…ich fra­ge Sie zurück: zei­gen Sie mir die­se „pure Gemein­de“?! Haben Sie schon eine gefunden?
        Gab es je eine?

        Wenn Sie hier mit­le­sen, wis­sen Sie doch, wel­che Stand­punk­te ich ver­tre­te! Für mich ist aber ein­deu­tig, dass das Wir­ken des „homo ini­qui­ta­tis“ von Anfang an fest­zu­stel­len gewe­sen sein muss — andern­falls hät­te der hl. Pau­lus es nicht erwähnt.

        Nun ist aber die Sünd­haf­tig­keit ein Fak­tum — es gibt kei­ne „pure“ „Gemein­de“, und es gab nie eine — immer­zu muss­te man kämp­fen gegen die­ses biss­chen „Sauer­teig“, das anfing zu wuchern…

        Sie wis­sen wie ich den­ke, und Sie wis­sen, was ich hier ausfechte.
        Ich bin eine der weni­gen, die klipp und klar sagt, ein häre­tisch leh­ren­der Papst kann nicht der Papst sein — allein des­halb, weil er sich selbst unter Anathem gesetzt hat, denn er weiß, was zuvor seit Jahr­hun­der­ten unter Bann­fluch gestellt wurde…und er hat kei­ner­lei Ent­schul­di­gung, sofern man ihn über­haupt gei­stig für voll neh­men kön­nen soll.

        Den Satz von 1415 ist eine der Irr­leh­ren, die dort als einer der Sät­ze John Wycliffs zitiert wer­den und ver­wor­fen wer­den. Prü­fen Sie das selbst noch mal: http://denzinger.patristica.net/enchiridion-symbolorum.html
        Das ist also NICHT eine Leh­re der Kir­che, son­dern eine Irr­leh­re, die die Kir­che ver­wirft. Es geht dabei — wenn ich mich dun­kel erin­ne­re — doch um die Macht­an­sprü­che der welt­li­chen Mon­ar­chen, die zurück­ge­wie­sen werden.

        Es ist eine Grat­wan­de­rung, sich von Göt­zen­die­nern und Häre­ti­kern abzu­gren­zen, ande­rer­seits aber sich selbst nicht zu überheben.

        Mir ist daher nicht klar, wor­auf Sie im letz­ten Ende hin­aus­wol­len. Sie sind irgend­wie ange­nagt von pro­te­stan­ti­schen Argu­men­ta­tio­nen, weil Ihnen scheint, dass das immer­hin kon­se­quen­ter ist, als die hin­ter­tup­fi­ge katho­li­sche Selbst­auf­lö­sung. Ich kann Sie hier vor Fehl­schlüs­sen nur warnen.
        Sie wis­sen ja:
        „Wer aber aus­harrt bis an Ende…“
        Es geht nicht an, das Hand­tuch zu wer­fen, abzu­sprin­gen aus puri­ta­ni­schen Illu­sio­nen. So lan­det man am Ende in einer Sek­te und wird bit­ter enttäuscht.
        Uns ist gege­ben, wie es sein soll, und ein jeder hat die Pflicht, dem unbe­irrt zu folgen.
        Ich weiß nicht, wie Sie es hal­ten — aber ich den­ke, uns bleibt nichts als das Gebet, das ernst­haf­te, treue Gebet.
        Vie­le unter­las­sen es zugun­sten einer auf­ge­reg­ten End­los­de­bat­te, in der sie immer zer­mürb­ter wer­den. Nach wie vor blei­be ich dabei: ver­las­sen Sie nicht die katho­li­sche Kir­che bzw. unter den gege­be­nen Umstän­den den katho­li­schen Glau­ben — den ech­ten Glau­ben — und das bedeu­tet nicht, all das Schmut­zi­ge und Läster­li­che anzuerkennen.

      • Mir fällt zuneh­mend auf, dass Sie sich eine rein pro­te­stan­ti­sche Begriff­lich­keit zuge­legt haben: „Gemein­de“, „Gemein­de­zucht“ etc.

        Die Fra­ge ist tat­säch­lich: Wie gehe ich damit um, wenn in der Kir­che der Kle­rus bis hoch zum Papst­amt ver­lot­tert ist? Denn dann wacht ja kei­ner mehr über die Ein­hal­tung des­sen, was Sie pro­te­stan­tisch „Gemein­de­zucht“ nennen.

        Es gibt ver­schie­de­ne Ant­wor­ten dar­auf: Katha­ri­na von Sie­na hät­te gesagt, man müs­se sie trotz­dem aner­ken­nen (im Fal­le v.a. der sinn­li­chen Aus­schwei­fun­gen — Fres­se­rei, Hure­rei, Sau­fe­rei etc.) und für ihre Bekeh­rung beten, weil andern­falls der gan­ze Laden zusam­men­bricht, mehr noch zusam­men­bricht, als er schon zusam­men­ge­bro­chen ist.
        Nun muss aber auch ich geste­hen, dass es mich graust und anekelt, die Hl. Kom­mu­ni­on aus den schmut­zi­gen Hän­den eines noto­ri­schen Hurers oder Trin­kers zu erhalten.
        Und ich den­ke, auch Katha­ri­na hat gese­hen, dass sie sich kei­nen huren­den, sau­fen­den, fres­sen­den, hab­gie­ri­gen See­len­füh­rer gesucht hat…
        Ande­rer­seits ist es gera­de ihr, weil sie eine Frau war, gege­ben zu sehen, dass in der Situa­ti­on die apo­sto­li­sche Suk­zes­si­on viel­leicht infor­mell tat­säch­lich auf ihren Schul­tern als tra­gen­der, beten­der Non­ne lag, wo das for­mel­le Lehr­amt so gründ­lich ver­sag­te in den Sit­ten. Ähn­lich ist die Schau­ung A.K. Emmerichs.

        Ein ganz ande­res Pro­blem ist es aber, wenn das Lehr­amt nicht bloß hurt, frisst und säuft, mor­det und welt­li­chen Besitz errafft und son­sti­ge pri­va­te Inter­es­sen aus­lebt, son­dern die Leh­re der Kir­che aktiv und unwi­der­ruf­lich per­ver­tiert. Dann han­delt es sich nicht mehr nur um per­sön­li­che Sünd­haf­tig­keit, die zwar auch schon wider­wär­tig ist für die „Gemein­de“, aber den ein­zel­nen nicht mit hin­ein­reißt in einen Fehlglauben.
        Der „puri­ta­ni­sche“ Geist neigt m.E. eher dazu, sich zu ver­stei­gen und maßt sich an, eine von Jesus selbst gestif­te­te Ver­fasst­heit ein­fach aus­zu­he­beln und eben nicht treu zu ver­har­ren — das ist das Dilem­ma. Luther ist in schlimm­ste Häre­si­en abge­rutscht in sei­nem Wahn und noch schlim­mer teil­wei­se die ande­ren Refor­ma­tio­nen. und gera­de die Refor­ma­ti­on hat ja z.B. die Ehe­sit­ten aus­drück­lich gelockert…

        Heu­te haben wir das Pro­blem, dass der Papst samt Kle­rus die gan­ze Kir­che in den Abgrund treibt anstatt in den Him­mel führt.
        Was tun?
        Ich sage es Ihnen noch mal, auch beschwö­rend: beten und aus­har­ren! Von IHM alles, von uns nichts erwarten!
        Natür­lich gehe auch ich weg von all den Orten und Zusam­men­hän­gen, in denen die tra­dier­te Leh­re mit Füßen getre­ten wird, allein schon ver­bal und theologisch.
        Den­noch bleibt uns nichts, als auszuharren.
        Den­ken Sie in die­sem Zusamman­hang doch an das mah­nen­de Gleich­nis vom Unkraut und vom Wei­zen — die „Rein­heit“ nach außen, die Sie sich erträu­men, gibt es nicht — es gab sie schon zur Zeit Jesu nicht.
        Die Send­schrei­ben in der Apo­ka­lyp­se wei­sen uns ja auf ver­schie­de­ne „Typen“ von Kir­che hin — und ent­wer­fen das Bild einer Kir­che, in der es fau­le Früch­te und gute Früch­te gibt.
        Aber auch dort ist das Aus­har­ren der Schlachtruf!

      • Ach. Leo Lämm­lein, es berührt mich doch selbst sehr und ich bin mir gewiss, auch vie­le derer, die hier still mit­le­sen. Wie­viel Ver­zweif­lung ist verborgen!

        Bit­te fol­gen Sie nicht den dama­li­gen Apo­steln in ihrer Hal­tung vor und nach dem Tod Jesu. Jesus ging unter, sie konn­ten es nicht glau­ben, auch sie wur­den irre an der Schrift, aus der sie einen strah­len­den Sie­ger nach mensch­li­chen Vor­stel­lun­gen her­aus­ge­le­sen hat­ten. Ihnen blieb nur ihre Panik, ihre Ver­zweif­lung, ihre tota­le Verwirrung.

        Auch damals waren es tat­säch­lich die Frau­en, die über die­se Zeit ret­te­ten. Maria sowie­so, denn sie wuss­te genau, wer ihr Sohn ist und dass er auf­er­ste­hen wür­de. Aber auch die ande­ren, die IHM nahe­wa­ren, gin­gen bis zum bit­te­ren Ende mit.
        Bis zum bit­te­ren Ende!
        „Frau — dein Sohn!“ sag­te Jesus als eines Sei­ner letz­ten Worte.
        Das ist Ver­mächt­nis an Maria zuerst, aber im wei­te­ren Sinn an alle Frau­en: das ist die infor­mel­le apo­sto­li­sche Rol­le, auf die­sen Müt­tern ruht die Suk­zes­si­on von der mensch­li­chen Sei­te her, wenn sie weg­bre­chen, bre­chen auch die Prie­ster und ande­ren Män­ner weg. Und es gibt die tage, in denen wohl nur noch (bis auf eine Aus­nah­me: Johan­nes) die Frau­en aus­har­ren — das war schon damals so. (Die ande­ren Män­ner waren zufäl­lig dabei oder sogar unter Zwang, nicht freiwillig).

        Des­halb rede ich, weil ich es für das Gebot der Stun­de hal­te. Frau­en erfuh­ren die Bot­schaft vom lee­ren Grab und vom Auf­er­stan­de­nen zuerst, und sie waren es, die die Apo­stel dar­über infor­mier­ten und Zeug­nis dafür ablegten.

        Sehen Sie sich als einen die­ser ver­zwei­fel­ten Män­ner, die einen Judas unter ihren Rei­hen ver­kraf­ten muss­ten und einen Ver­leug­ner und Feig­lin­ge — bis auf Johan­nes eben. Im Grun­de war nur ein ein­zi­ger von Zwöl­fen unter dem Schutz Mari­ens standhaft.

        Es ist, als wür­de sich das alles noch mal wie­der­ho­len oder abbilden.

      • Es geht in der Fra­ge, wie Kir­che zu sein hat, nicht um mei­nen Stand­punkt, son­dern dar­um, was ihr Stif­ter, der auch ihr Haupt ist, woll­te und will. Wie es über­haupt im Chri­sten­tum dar­um geht, Got­tes Wil­len zu erken­nen und zu tun. „Wer an den Sohn glaubt, hat ewi­ges Leben; wer aber dem Sohn n i c h t g e h o r c h t, wird das Leben nicht sehen, son­dern der Zorn Got­tes bleibt auf ihm“ (Joh 3,36). Machen Sie mal die Pro­be, wer die­ses und ande­re Wor­te des Herrn ernst nimmt. Die tra­di­tio­nel­le katho­li­sche Auf­fas­sung, der Sie anhän­gen und der auch ich wie selbst­ver­ständ­lich jahr­zehn­te­lang anhing, ist, dass die Leh­re der Kir­che, die sie über sich selbst hat, besagt, was die Kir­che ist und sein soll. Das wird dann lehr­amt­lich umgrenzt und befe­stigt und belegt mit Zita­ten aus der Schrift, von Kir­chen­leh­rern, Päp­sten und Kon­zi­li­en, so dass alles schein­bar völ­lig klar und unver­än­der­lich fest­steht, nach­les­bar im Kate­chis­mus. Aber ist das wirk­lich iden­tisch mit dem, was Jesus woll­te und die Apo­stel lehr­ten? Das ist nicht schwer zu prü­fen, wenn man denn wirk­lich will. Die kirch­li­che Leh­re ist (mE) eine nach­träg­li­che Recht­fer­ti­gung des Zustands, den die Kir­che spä­te­stens ab dem 4. Jahr­hun­dert annahm, als das katho­li­sche Chri­sten­tum Staats­re­li­gi­on wur­de und die heid­ni­schen Mas­sen in sie ein­ström­ten. Übri­gens haben das auch die Refor­ma­to­ren –muta­tis mutan­dis– über­nom­men, mit ihrer auf Augu­sti­nus zurück­ge­hen­den Leh­re vom cor­pus per­mixtum. Im Neu­en Testa­ment wer­den Sie ver­ge­bens danach suchen. Prü­fen Sie es nach, und wider­le­gen Sie es womög­lich. Noch­mal: nicht um mein per­sön­li­ches Rein­heits­be­dürf­nis geht es hier zuerst. — Das mit dem Wyclif war mir schon klar, und dass es ein ver­ur­teil­ter Satz (u. zw. einer von 45 Arti­keln) war, habe ich ja geschrie­ben: „Ver­ur­tei­lung durch das Kon­zil von Kon­stanz“. Nur war wohl der Gedan­ken­sprung zu groß und war es des­halb unklar, war­um ich ihn anfüh­re. Es geht dar­um, was für eine Auto­ri­tät ein –zur ewi­gen Ver­damm­nis– „vor­her­ge­wuss­ter“ (praes­ci­tus), also ein repro­bier­ter Papst hat. Ich ken­ne den katho­li­schen Prie­ster Wyclif nicht näher, außer dass ich mal einen Film über ihn gese­hen habe und dem, was man aus wiki­pe­dia erfah­ren kann, aber aus dem ver­ur­teil­ten Satz scheint mir her­vor­zu­ge­hen, dass Wyclif einem sol­chen „Glied des Teufels“-Papst (mem­brum dia­bo­li) die gott­ge­ge­be­ne Auto­ri­tät absprach und ihm höch­stens eine dies­sei­ti­ge Macht­be­fug­nis zuge­stand. Ziem­lich aktu­ell, wenn man die Dis­kus­si­on auf die­sem Forum ver­folgt, nicht wahr? Die­se Ansicht hat das Kon­zil anathe­ma­ti­siert. Auch wenn auf dem Stuhl Petri ein, sagen wir, vom Teu­fel beses­se­ner Papst, ein Sohn des Ver­der­bens säße, wür­de er mit gött­li­cher Auto­ri­tät bin­den und lösen und wäre ihm Gehor­sam geschul­det. Und jetzt lesen Sie bit­te noch ein­mal, was Pau­lus an die Korin­ther schrieb, s.o., und was der Herr Jesus selbst dar­über sagt, wie mit einem sün­di­gen Gemein­de­mit­glied umzu­ge­hen ist. Sie verstehen?

      • @ Leo Lämmlein

        Kurz auf die Nacht: was folgt aber für Sie draus — das ist mir schleierhaft.
        Der Hei­li­ge Geist hät­te dem­nach die Kir­che andert­halb Jahr­tau­sen­de lang in die Irre ren­nen las­sen — und wo sind die „eigent­li­chen“ Recht­gläu­bi­gen gewesen?

        Wie­so soll­te Gott die Kir­che 1500 Jah­re glau­ben las­sen, es müs­se einen Fels Petri geben, um dann einem gehei­men Ein­ge­weih­ten­kreis mit­zu­tei­len, das das alles Aprila­pril war?!

        Zei­gen Sie mir doch den Ort, an dem man „ein­mü­tig in der Leh­re“ sein kann und immer war — ich habe das schon oben gefragt, aber Sie geben kei­ne Ant­wort dar­auf und reden nur rein theo­re­tisch dar­über. Und wer weiß denn sicher, was „im Sin­ne Jesu“ war und ist? Sind nicht noch zu Leb­zei­ten der Apo­stel Irr­leh­rer unter­wegs gewe­sen, die alle der Mei­nung waren, dass sie wis­sen, was im Sin­ne Jesu ist, und die immer auch Anhän­ger dar­in fan­den, also nicht unplau­si­bel waren?

      • zeit­schnur
        Lei­der bin ich außer­stan­de, die Rät­sel der Kir­chen­ge­schich­te zu lösen, wie gern ich dar­über auch mehr Klar­heit hät­te. Es ist das auch nicht nötig, um an Jesus Chri­stus zu glau­ben und ihm nachzufolgen.
        Auf den Kir­chen­be­griff kommt es hier an. Ist das Wesent­li­che an der Kir­che die äuße­re Orga­ni­sa­ti­on samt Kle­rus und Lai­en, oder ist Kir­che wesent­lich die Gemein­schaft der Gläu­bi­gen aller Zei­ten und Orte? Der hl. Johan­nes Chryso­sto­mus (+ 407) erklär­te, dass die mei­sten Chri­sten sei­ner Zeit ver­dammt wür­den, und der hl. Hie­ro­ny­mus (+ 420), dass kaum einer von hun­dert Prie­stern sei­nem Stan­de gemäß lebe. Sie, geehr­te Gesprächs­part­ne­rin, ver­wei­sen dar­auf, dass schon zu Apo­stel­zei­ten fal­sche Brü­der und Irr­leh­rer die Gemein­den ver­wirr­ten, aber beden­ken Sie, dass sol­che Leu­te aus­ge­schlos­sen wur­den, des­glei­chen sol­che, die unbuß­fer­tig in Sün­de ver­harr­ten. Gera­de die Apo­stel­brie­fe bezeu­gen das. Nur dar­um konn­ten die Apo­stel die Gemein­den als „hei­lig“ anspre­chen. Zwi­schen der apo­sto­li­schen Zeit und dem 4./5. Jahr­hun­dert muss etwas Ein­schnei­den­des gesche­hen sein, ein Bruch. Denn für die Apo­stel waren alle Gemein­de­glie­der geret­tet, erlöst, auch wenn dar­un­ter fleisch­lich Gesinn­te waren und sie auf unter­schied­li­chen Stu­fen der geist­li­chen Rei­fe stan­den, aber nicht 51%, 90 % oder 99 % Ver­damm­te wie im 4. Jh.! Wie kann eine mehr­heit­lich aus Ungläu­bi­gen bestehen­de äuße­re Orga­ni­sa­ti­on Licht der Welt, Salz der Erde und Stadt auf dem Ber­ge sein? Der „Fels Petri“, den Sie anspre­chen, ist zuerst Gott selbst bzw. Sein mensch­ge­wor­de­nes Wort und der Glau­be an Ihn — lesen Sie ein­fach den Kom­men­tar des hl. Augu­sti­nus und ande­rer Väter zu Mat­thä­us 16,18 –, aber das ist ein ande­res The­ma. Ich zie­he dar­aus nicht den Schluss, dass der Hei­li­ge Geist die katho­li­sche Kir­che ganz ver­las­sen habe, aber Er ist eben nur in den wahr­haft Gläu­bi­gen gegen­wär­tig, die es zu allen Zei­ten gab, um durch sie Jesus Chri­stus zu ver­herr­li­chen, und die­se sind an der Frucht des Gei­stes zu erken­nen, wel­che da ist „Lie­be, Freu­de, Frie­de, Lang­mut, Freund­lich­keit, Güte, Treue, Sanft­mut, Selbst­be­herr­schung“, sie­he Gala­ter 5 – am besten das gan­ze Kapi­tel und den gan­zen Brief lesen. Und nun zu Ihrer Fra­ge: wel­che Gemein­de? Ich bin noch am Suchen und am Mich-Ori­en­tie­ren. Doch besu­che ich seit zwei Mona­ten eine bibli­sche Gemein­de, die vor zehn Jah­ren von Russ­land­deut­schen gegrün­det wur­de, und ob Sie’s glau­ben oder nicht, es sind lau­ter Gläu­bi­ge, die nach Hei­lig­keit stre­ben, die Pre­dig­ten sind aus­ge­zeich­net, die Leu­te haben unglaub­lich vie­le Kin­der, der Got­tes­dienst atmet den Geist der Anbe­tung, und beim Abend­mahl sehe ich mehr Ehr­furcht als beim römisch-katho­li­schen Kommunionempfang.

      • @ Leo Lämmlein

        Ich kann rein mensch­lich Ihre Gedan­ken natür­lich gut nach­voll­zie­hen — dennoch…Sie schreiben

        „Sie, geehr­te Gesprächs­part­ne­rin, ver­wei­sen dar­auf, dass schon zu Apo­stel­zei­ten fal­sche Brü­der und Irr­leh­rer die Gemein­den ver­wirr­ten, aber beden­ken Sie, dass sol­che Leu­te aus­ge­schlos­sen wur­den, des­glei­chen sol­che, die unbuß­fer­tig in Sün­de ver­harr­ten. Gera­de die Apo­stel­brie­fe bezeu­gen das. Nur dar­um konn­ten die Apo­stel die Gemein­den als „hei­lig“ ansprechen. “

        Da steckt m.E. doch ein Denk­feh­ler drin: Wenn Sie mit die­ser Behaup­tung recht hät­ten, dann wären wir auf­grund unse­rer Wer­ke heilig.
        Das sind wir weder nach katho­li­scher, noch übri­gens auch nach pro­te­stan­ti­scher Lehre!

        Hei­lig ist die Braut Chri­sti allein des­we­gen, weil ER uns hei­lig macht auf­grund Sei­ner hei­lig­ma­chen­den Gna­de. Dass der ein­zel­ne auf dem Weg ist, hat immer zu ver­bor­ge­nen Halb­her­zi­gik­ei­ten und Ver­wei­ge­run­gen geführt. Wir wis­sen schlicht nicht, was zur Zeit der Apo­stel wirk­lich war — mit dem Aus­schluss eines Sün­ders stand ja der näch­ste schon im Lager…alles ande­re ist doch nicht rea­li­stisch gesehen!

        Was den Rest betrifft: Ein Abend­mahl mag noch so ehr­fürch­tig zele­briert wer­den — es ist kei­ne Eucha­ri­stie­fei­er. Außer­dem sagt man ja „Neue Besen keh­ren gut“. ich schät­ze, lie­ber Leo Lämm­lein, dass die Ernüch­te­rung auch dort kom­men wird. Sie wer­den bald die erste Dop­pel­bö­dig­keit auch dort ent­decken müssen.

        Ihr histo­ri­sches Urteil ist mir zu — ver­zei­hen Sie mir — ideo­lo­gisch. zwar ist die Erhe­bung zur Staats­re­li­gi­on eine Zäsur.
        Was mir nicht gefällt, das ist auch Ihr sehr leich­tes Urteil dar­über, wer letzt­end­lich ver­dammt ist und wer nicht.
        Dür­fen wir wirk­lich so reden?
        Wis­sen Sie, was auf einer Weg­strecke in den See­len vor­ging? Ich nicht.
        Sie kön­nen hart in der Sache kri­ti­sie­ren, aber doch nicht ein Urteil über den Ver­dam­mungs­grad der See­len, noch dazu mit geschätz­ten, sehr schwar­zen Pro­zent­zah­len ver­se­hen, fällen.

        Ich gehe natür­lich auch nicht mehr in die Feld‑, Wald‑, Wiesen„gottesdienste, aber war­um bei den Evan­ge­li­ka­len? war­um nicht bei den Katho­li­ken — es muss nicht immer Pius sein…

  3. „Was Gott ver­bun­den hat, das darf der Mensch nicht tren­nen.“ Nicht ein­mal, wenn er auf dem Stuhl Petri sitzt. Mehr ist zu die­sem The­ma nicht zu sagen.
    Per Mari­am ad Christum.

  4. @ Zeit­schnur

    Beim Lesen Ihrer Posts fällt immer wie­der auf, wie her­ab­las­send Sie mit ande­ren Men­schen spre­chen. Auch Ihre her­ri­sche Art scheint deut­lich auf. Für wen hal­ten Sie sich?

    • Wer­den Sie kon­kret — Sie wis­sen, dass sol­che Pau­schal­ver­dam­mun­gen einer ernst­haf­ten Dis­kus­si­on nicht wür­dig sind.
      Also: bit­te — ich warte.
      Und ver­ges­sen Sie nicht, nach­zu­wei­sen, wie Sie zu Ihrem Urteil kommen.

      • Ver­ste­he — Sie kön­nen mir objek­tiv nichts vorwerfen…

        Haben Sie eigent­lich den Arti­kel zum Kom­men­tar­be­reich gele­sen? Dar­in ist ein Auf­ruf an alle Poster, nicht per­sön­lich und nicht unsach­lich zu werden.
        Ich möch­te Sie also als Christ unter Chri­sten dar­um ersu­chen, mich anstän­dig zu behandeln:

        „Wenn es nicht recht war, was ich gesagt habe, dann wei­se es nach; wenn es aber recht war, war­um schlägst du mich?“ (Joh. 18, 23)

    • @ dario

      Kri­tik muss immer sach­be­zo­gen sein.
      Kri­tik darf nie den ande­ren per­sön­lich angreifen.
      Der Kri­ti­sier­te muss wis­sen, um was es über­haupt geht.

      Ihre Kri­tik ist nicht sachbezogen.
      Sie greift mich per­sön­lich an.
      Ich habe von Ihnen kei­ne Infor­ma­ti­on erhal­ten, wor­um es kon­kret geht. Wären Sie red­lich, müss­ten Sie mir die­je­ni­gen Sät­ze zei­gen, von denen Sie glau­ben, sie sei­ne „her­risch“ etc.
      Sie blei­ben mir das aber nach wie vor schuldig.

      • …und ach so: das war dazu mein letz­tes Wort. ich möch­te das nicht fort­se­zen, weil von Ihnen ja nichts kommt, womit ich etwas anfan­gen könnte.

        Wir haben kon­kre­te und bren­nen­de Pro­ble­me in der Kir­che — Psy­cho­krieg soll­te da unterbleiben.
        Adieu!

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