Bruno Forte: „Botschaft“ zwischen den Zeilen — Sondersekretär der Bischofssynode

Bischofs­syn­ode über die Fami­lie: In wel­che Rich­tung fährt der Zug?

(Vati­kan) Am 9. Sep­tem­ber ver­öf­fent­lich­te das Gene­ral­se­kre­ta­ri­at der Bischofs­syn­ode das Ver­zeich­nis der Syn­oden­teil­neh­mer. Dar­un­ter befin­det sich als ein­zi­ge deut­sche Audi­to­rin die Lei­te­rin der Ehe- und Fami­li­en­seel­sor­ge des Erz­bis­tums Ber­lin, Ute Eberl (sie­he eige­nen Bericht Wer sind die Teil­neh­mer der Bischofs­syn­ode zur Fami­lie?).
Die Ant­wor­ten Eberls auf die Fra­gen der Deut­schen Sek­ti­on von Radio Vati­kan las­sen wenig Gutes erah­nen. Eben­so­we­nig beru­hi­gend klin­gen die Ant­wor­ten von Erz­bi­schof Bru­no For­te auf die Fra­gen der Ita­lie­ni­schen Sek­ti­on von Radio Vati­kan. Bei­de Inter­views wur­den am Diens­tag ver­öf­fent­licht. Erz­bi­schof Bru­no For­te von Chie­ti-Vas­to (Ita­li­en) wur­de im Okto­ber des Vor­jah­res von Papst Fran­zis­kus zum Son­der­se­kre­tär der Bischofs­syn­ode ernannt.

Erz­bi­schof For­te, der über guten Zugang zu den Medi­en ver­fügt, ist bereits mehr­fach wenig vor­teil­haft auf­ge­fal­len. Zu Ostern 2011 fabu­lier­te er, das lee­re Grab des auf­er­stan­de­nen Jesus Chri­stus sei nur eine Legen­de. 2009 mach­te er sich öffent­lich über den Brief von Papst Bene­dikt XVI. an die Bischö­fe zum Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum über die Römi­sche Lit­ur­gie vor der 1970 durch­ge­führ­ten Lit­ur­gie­re­form lustig. For­te lei­ste­te bis zum Herbst 2012 hart­näcki­gen Wider­stand gegen die Auf­for­de­rung von Papst Bene­dikt XVI., die Wand­lungs­wor­te „pro mul­tis“ nicht län­ger mit „für alle“, son­dern mit „für vie­le“ zu über­set­zen.

Die nun­meh­ri­gen Ant­wor­ten des Erz­bi­schofs auf die Fra­gen von Radio Vati­kan fal­len in ein­ge­üb­ter pro­gres­si­ver Kir­chen­spra­che aus: gar­niert mit schö­nen Wor­ten die Leh­re der Kir­che ver­schwei­gen, die beab­sich­ti­gen Din­ge nie beim Namen nen­nen, aber zwi­schen den Zei­len eine Bot­schaft erken­nen las­sen. „Wer­den die Ant­wor­ten Msgr. For­tes zwi­schen den Zei­len gele­sen, sind sie erschreckend und las­sen dunk­le und unheil­vol­le Ver­än­de­run­gen erah­nen“, so die tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Inter­net­sei­te Mes­sa in Lati­no.

Für Ausarbeitung der Abstimmungsvorlagen zuständig

Vier­zehn Ehe­paa­re wer­den an der Bischofs­syn­ode teil­neh­men. Ein Ehe­paar als Exper­ten, drei­zehn als Audi­to­ren. Für die vom Papst ernann­ten Exper­ten ist Son­der­se­kre­tär Erz­bi­schof For­te zustän­dig. Er koor­di­niert die Arbeit der Exper­ten und sorgt dafür, daß die Pro­po­si­tio­nes und ande­re Tex­te aus­ge­ar­bei­tet wer­den, die den Syn­oden­vä­tern zur Abstim­mung vor­ge­legt wer­den.

Erzbischof Bruno Forte, Sondersekretär der Bischofssynode über die Familie
Erz­bi­schof Bru­no For­te, Son­der­se­kre­tär der Bischofs­syn­ode über die Fami­lie

Bru­no For­te: Spricht man über die Fami­lie sind die ersten Prot­ago­ni­sten, die Erfah­rung haben und die daher dazu bei­tra­gen kön­nen, geeig­ne­te Wege zu fin­den, um mit neu­em Schwung und neu­er Anzie­hungs­kraft das Evan­ge­li­um der Fami­lie zu ver­tre­ten, vor allem jene, die sie in erster Per­son leben wie die Paa­re, wie die Ehe­part­ner und wie die Eltern. Es han­delt sich um eine Ent­schei­dung, die auf die Fami­lie nicht nur als Adres­sat der Auf­merk­sam­keit schaut, die die Kir­che und die Syn­ode ihren Pro­ble­men zukom­men las­sen wird, son­dern auch als Sub­jekt, als unmit­tel­ba­re Prot­ago­ni­sten bei der Suche nach geeig­ne­ten Per­spek­ti­ven und Lösun­gen.

Radio Vati­kan: Die Syn­ode wird neu­en Arbeits­mo­da­li­tä­ten fol­gen …

Bru­no For­te: Papst Fran­zis­kus hat mehr­fach erklärt, stark an die Wer­te der Kol­le­gia­li­tät zu glau­ben, den Rat und den Bei­trag der Bischö­fe der gan­zen Welt bei der Fin­dung einer geeig­ne­ter Linie zu den Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Gegen­wart zu för­dern und zu bean­spru­chen. Daher soll sich eine Struk­tur, die Syn­oda­le, immer mehr als Ort der effek­ti­ven Aus­übung der Kol­le­gia­li­tät cha­rak­te­ri­sie­ren. Des­halb soll die Arbeit in einer ersten Woche vor allem im 360-Grad-Dia­log zu den grund­sätz­li­chen The­men bestehen, die heu­te die Fami­lie betref­fen und auch zur Erfah­rung der Tren­nung, der Schei­dung usw. Dann in der zwei­ten Woche wird man an der Benen­nung von Vor­schlä­gen arbei­ten, die nicht nur der Kir­che eine Bot­schaft brin­gen kön­nen, son­dern auch die im Jahr bis zur ordent­li­chen Ver­samm­lung 2015 dem Hei­li­gen Vater zu unter­brei­ten­den Lösun­gen, Hin­wei­se und Über­le­gun­gen.

Radio Vati­kan: Sie wer­den der Spe­zi­al­se­kre­tär die­ser außer­or­dent­li­chen Ver­samm­lung sein: Wie haben Sie die­se Ernen­nung auf­ge­nom­men und wie wer­den Sie die­sen Auf­trag vor­an­brin­gen?

Bru­no For­te: Mit gro­ßem Ver­ant­wor­tungs­be­wußt­sein gegen­über den Erwar­tun­gen vor allem des Hei­li­gen Vaters und dann der gan­zen Kir­che, und in der tie­fen Demut zu wis­sen, daß die eigent­li­che Arbeit der Hei­li­ge Geist macht durch die Syn­oden­vä­ter in Gemein­schaft mit dem Nach­fol­ger des Petrus.

Radio Vati­kan: Ihrer Mei­nung nach, wel­ches Bild der Fami­lie geht am deut­lich­sten aus dem Instru­men­tum Labo­ris die­ser Syn­ode her­vor?

Bru­no For­te: An erster Stel­le, daß es in einem Moment, in dem man von einer Kri­se der Fami­lie spricht – vor allem unter der Jugend –, einen gro­ßen Wunsch nach Fami­lie, nach authen­ti­schen Bezie­hun­gen gibt, in denen man sich frei äußern und in denen man auch sei­nen eige­nen Lebens­weg rei­fen las­sen kann, die eige­ne For­mung, die mensch­li­che, geist­li­che und intel­lek­tu­el­le Rei­fung. Die Fami­lie wird also als wün­schens­wer­tes Gut wahr­ge­nom­men. Gleich­zei­tig aber gibt es vie­le Kri­sen­si­tua­tio­nen, vor allem in den west­li­chen Län­dern – in Nord- und Süd­ame­ri­ka, aber auch in Euro­pa – die die Insti­tu­ti­on Fami­lie betref­fen: die Zahl der Paa­re ohne Trau­schein nimmt zu, es neh­men die Situa­tio­nen der Tren­nung und der Schei­dung zu. Auf all das legt sich mit Sicher­heit der Blick der Barm­her­zig­keit Got­tes, der alle sei­ne Kin­der liebt. Dar­in lie­gen die gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen der Syn­ode: wie die­sen Blick der Barm­her­zig­keit in die pasto­ra­len Ent­schei­dun­gen der Kir­che über­set­zen.

Radio Vati­kan: Für den 28. Sep­tem­ber wur­de ein Gebets­tag für die Syn­ode ange­setzt. Das erin­nert uns auch an die geist­li­che Bedeu­tung die­ser Ver­samm­lung …

Bru­no For­te: Gera­de die Tat­sa­che, daß Papst Fran­zis­kus auch die­se Mobi­li­sie­rung im Gebet woll­te, läßt uns begrei­fen, wie sehr ihm die­se Syn­ode am Her­zen liegt, wie sehr er ins Licht rückt, daß der Haupt­ak­teur der Syn­ode der Hei­li­ge Geist sein muß, der die Väter erleuch­ten und ihnen hel­fen muß, zu glaub­wür­di­gen und zuver­läs­si­gen Vor­schlä­gen für das Wohl der Kir­che und der Fami­lie zu gelan­gen.

Radio Vati­kan: Die­se außer­or­dent­li­che Syn­ode ist nur die erste Etap­pe eines Weges, der 2015 endet. Wel­ches sind Ihre Wün­sche für die­se bei­den syn­oda­len Ver­samm­lun­gen?

Bru­no For­te: Mein grund­sätz­li­cher Wunsch ist, daß sich Wege fin­den las­sen, um sowohl den glück­li­chen und eini­gen Fami­li­en, den ver­letz­ten Fami­li­en als auch den Geschie­de­nen und Wie­der­ver­hei­ra­te­ten das Evan­ge­li­um, und damit die Fro­he Bot­schaft der Lie­be Got­tes und sei­ner Barm­her­zig­keit zu zei­gen. Die Kir­che ist nichts ande­res als das Instru­ment, das im Heu­te und in der Zeit das Geschenk der unend­li­chen Barm­her­zig­keit, die uns in Jesus Chri­stus gemacht wur­de, anzu­wen­den. Die­se Ver­mitt­lung zwi­schen dem Heil und der Geschich­te ist die Her­aus­for­de­rung, der wir uns stel­len müs­sen und die sicher nicht leicht ist, aber der Herr wird uns mit Sicher­heit sei­ne Hil­fe nicht feh­len las­sen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Radio Vatikan/Wikicommons

18 Kommentare

  1. Mir bleibt die Spucke weg, ob sol­chen Geschwa­fels, es geht im Grun­de genom­men doch nur dar­um, das man mit demo­kra­ti­schen Mit­teln den Hei­li­gen Wil­len Got­tes unse­res Herrn leug­nen will, um eine anti­christ­li­che See­len­ver­der­ben­de Barm­her­zig­keit und Näch­sten­lie­be umzu­set­zen.

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

    • Tat­säch­lich bleibt einem da die Spucke weg, und man muss sich fra­gen, in wel­cher Dis­po­si­ti­on Erz­bi­schof For­te & Gleich­ge­sinn­te das Prie­ster- und spä­ter das Bischofs­amt ange­nom­men haben.

      Denn wer nimmt schon auf­grund einer „Legen­de“ nicht nur Armut und Gehor­sam, son­dern auch den Ver­zicht auf eine Ehe­frau und eige­ne Nach­kom­men aus­drück­lich in Kauf?

    • Von Ihm selbst.
      Die Aus­sa­gen Unse­res Herrn Jesu Chri­sti in den Evan­ge­li­en betr. das Schei­dungs­ver­bot, den schon gei­stig began­ge­ne Ehe­bruch durch Blicke usw. las­sen an Deut­lich­keit nichts zu wün­schen übrig.
      (Es sei Sie möch­ten jetzt die Gött­lich­keit Jesu Chri­sti anzwei­feln resp. die Tri­ni­tät ver­leug­nen).
      Was sehr vie­le Moder­ni­sten stört bzw. womit sie beson­ders hadern:
      Die Wor­te Unse­res Herrn in den Evan­ge­li­en sind häu­fig sehr hart und scharf- die Lek­tü­re der Logien­quel­le ist auf die­sem Gebiet beson­ders illu­stra­tiv.
      Das paßt sicher nicht gut zu der seich­ten Alles-ist Lie­be-und-gut-und- Eier­ku­chen­men­ta­li­tät, die vie­le moder­ni­sti­sche Gre­mi­en und Grup­pen seit fast 50 Jah­ren durch­setzt, und die in Kon­fron­ta­ti­on mit dem Bösen (mas­si­ve Miß­brauchs­skan­da­le, Ver­nich­tung der ori­en­ta­li­schen Chri­sten­heit) nur lee­res Bla­bla pro­du­ziert statt tat­kräf­ti­ge Hil­fe.

  2. Ja, wie ich schon in einem ande­ren Bei­trag anmerk­te. Egal was dabei her­aus­kommt, es wird dem Hei­li­gen Geist zuge­schrie­ben, als wäre alles was dabei her­aus­kommt Got­tes Hei­li­ger Wil­le. Geschick­ter Schach­zug der bestimmt bei einer Mehr­heit ankommt.
    Fast nur noch redet und hört man von der Barm­her­zig­keit und der Lie­be Got­tes. Nie von Sei­ner Gerech­tig­keit. Man bekommt den Ein­druck, als wür­de Gott alles mal so und mal so sehen, je nach­dem wie die Per­son lebt und glaubt. Was wird der Mass­stab für die Barm­her­zig­keit sein?
    Wir sol­len Vor­bil­der im Glau­ben sein. Wie soll das in Zukunft aus­se­hen, wenn am Ende doch jeder machen kann was er meint, es sei der Wil­le Got­tes und was er per­sön­lich meint von Got­tes Barm­her­zig­keit zu Leb­zei­ten „ver­dient“ zu haben?
    In einer aktu­el­len Bot­schaft sag­te Jesus:“ 3 von 4 wer­den mich ver­ra­ten.“ Er mein­te das ganz all­ge­mein, nicht nur auf den Kle­rus bezo­gen.

  3. Hier scheint mir ein ande­rer Geist die Arbeit zu machen, einer der sich in Rom gut aus­kennt. (Er war schon beim 2. Vati­ca­num dort) Wer zulässt das die Leh­re vom Ehe­sa­kra­ment ver­wäs­sert und die Bedin­gun­gen für die Zulas­sung zur Hl. Eucha­ri­stie ( hier beson­ders die Frei­heit von der Tod­sün­de) abschaf­fen will, darf sich auf den Hei­li­gen Geist nicht beru­fen. Die­ser Geist ist eher.…“ ein Teil von jener Kraft , der stets das Böse will und stets das Gute schafft.“ Das heißt ‚der das Böse in Geschenk­pa­pier ein­packt, das die böse Absicht zu ver­hül­len. „Es ist der Geist der stets ver­neint“ — Der gött­li­che Geist der Wahr­heit hat den hl. Pau­lus inspi­riert, als die­ser die Wor­te schrieb: „Wer unwür­dig (den Leib des Herrn) isst und ( sein Blut) trinkt, der isst und trinkt sich das Gericht…!“ (1Kor,29) oder, um es mit dem Hl. Tho­mas von Aquin zu sagen: „Gute kom­men, Böse kom­men doch nicht jedem will es from­men, Leben bringt’s und Todes­bann! Bösen Tod und Guten Leben, Sieh das glei­che ward gege­ben, doch nicht glei­ches man gewann! Des­halb, wer im Okto­ber den Hei­li­gen Geist sucht soll­te nicht nach Rom gehen!

  4. In einer aktu­el­len Bot­schaft hören wir das. Wer es denn hören will. „Ihr zeigt Respekt­lo­sig­keit gegen­über der Insti­tu­ti­on der Ehe und macht euch nichts aus dem Miss­brauch die­ses Höchst­hei­li­gen Sakra­men­tes. Ihr belei­digt Gott außer­dem, wenn ihr fort­fahrt, Sei­nen Segen für Ver­mäh­lun­gen erlan­gen zu wol­len, wenn Er die­se nicht aner­kennt noch sie aner­ken­nen kann. Doch ihr fahrt fort, Ihn zu belei­di­gen.“

  5. Erz­bi­schof Forte’s ( „for­te“ heisst denn auch in der Musik soviel wie „laut und kräf­tig“) „Zwi­schen den Zei­len Kon­zert“ quillt gleich­sam über von einer „bedin­gungs­lo­sen“ Barm­her­zig­keit Christi.…so wird denn heu­te auch ger­ne die im hl. Evan­ge­li­um geschil­der­te Ver­ge­bung Chri­sti für die Ehe­bre­che­rin unter Aus­las­sung des die Bedin­gung für die zuteil wer­den­de Barm­her­zig­keit auf­zei­gen­den Sat­zes; „Gehe und sün­di­ge nicht mehr“ vor­ge­tra­gen; Reue und der Wil­le zur Umkehr / zur Abkehr von der Sün­de sind unab­ding­ba­re Bedin­gun­gen.

    An die­ser Stel­le daher die dies­be­züg­li­che Leh­re der Kir­che im Kurz­über­blick:

    Eine vom Staat voll­zo­ge­ne Schei­dung einer kirch­lich gül­tig geschlos­se­nen Ehe wird von der Kir­che
    nicht aner­kannt.
    Somit ver­blei­ben die „staat­lich geschie­de­nen“ Ehe­part­ner kirch­lich
    immer noch im Bun­de der Ehe.

    Ist es denn nicht zu einer Annu­lie­rung der bestehen­den Ehe ( Nich­tig­keits­er­klä­rung ) durch die Kir­che gekom­men, so gel­ten fol­gen­de Richt­li­ni­en für „staat­lich Geschie­de­ne“:

    Wenn sie eine zwei­te Ver­bin­dung mit einem ande­ren Part­ner ein­ge­hen
    ( teils auch „staat­lich wie­der ver­hei­ra­tet“ ), so sind sie ihrem sakra­men­ta­len Ehe­ver­spre­chen
    untreu gewor­den, das sie mit den Wor­ten
    „bis das der Tod euch schei­det“ bezeugt haben.

    Sie leben denn so auch im
    Stand der Sün­de und sind denn auch
    stets der näch­sten Gefahr der (schwe­ren) Sün­de durch einen unsitt­li­chen „Voll­zug“ der ausser­ehe­li­chen Ver­bin­dung aus­ge­setzt

    Blo­sses „ehe­ähn­li­ches Zusam­men­le­ben“
    ( wie „Bru­der und Schwe­ster“ ) ist inso­fern anstö­ssig, da sie so für Ande­re
    Anlass zur Sün­de wer­den
    (Ärger­nis zur Sün­de)

    Die Kir­che kann denn auch jene,
    die eine ande­re Ver­bin­dung ein­ge­gan­gen sind, nicht zu den hei­li­gen Sakra­men­ten zulas­sen, das sie durch ihr sünd­haf­tes Han­deln die Bezeu­gung der Ein­heit der Kir­che
    ver­las­sen haben.
    Ihr Lebens­wan­del steht
    im Widerpruch zu der von der Kir­che bezeug­ten Sakra­ments­ge­mein­schaft.

    So sind sie denn vom Emp­fang der hei­li­gen Sakra­men­te aus­ge­schlos­sen.

    Dies auch umso­mehr,
    als ihre inne­re Hal­tung denn auch
    nicht den Bedin­gun­gen für den Emp­fang der hei­li­gen Sakra­men­te ent­spricht
    ( kei­ne rich­ti­ge Dis­po­si­ti­on ) ,
    die eine demü­ti­ge Reue­ge­sin­nung über die began­ge­nen – v.a. schwe­ren – Sün­den mit dem Wil­len zur Umkehr vor­aus­setzt.

    Wenn ein Ehe­part­ner nach der „staat­li­chen Schei­dung“
    im Wis­sen um die Unauf­lös­lich­keit des geschlos­se­nen sakra­men­ta­len Ehe­ban­des kei­ne neue Ver­bin­dung ein­geht
    und das Leben in christ­li­cher Gesin­nung in Keu­scheit ver­bringt,
    so ist er vom Emp­fang der hei­li­gen Sakra­men­te
    nicht aus­ge­schlos­sen !

  6. Lie­ber ram­pol­la,

    klei­ne Zwi­schen­fra­ge: Ist die Wahl Ihres Forum­na­mens im vol­len Bewusst­sein um die Per­son Ihres Namens­vet­ters erfolgt? Recht pro­vo­ka­tiv, wie mir scheint.

    • @ ram­pol­la

      Sie haben bei Ihren histo­ri­schen Hin­wei­sen zwei mei­nes Erach­tens wich­ti­ge Aspek­te ver­ges­sen: Kar­di­nal Ram­pol­la war mir ziem­li­cher Sicher­heit Frei­mau­rer und an sei­ner Stel­le wur­de durch das Veto ein gewis­ser Giu­sep­pe Sar­to Papst — Pius X., der erste Papst nach ca. 400 Jah­ren, der hei­lig gespro­chen wur­de.

  7. @rampolla; zum bes­se­ren Ver­ständ­nis:
    Hw Andre­as Hirsch von der Petrus-Bru­der­schaft
    legt die unver­än­der­lich gül­ti­ge Leh­re der Kir­che in Bezug auf

    den Ehe­bruch 
    und die Nicht­zu­las­sung bzw. Wie­der­zu­las­sung zu den hl. Sakra­men­ten dar.
    -
    „Da Jesus am besten weiss, was für uns gut ist, ist sei­ne Leh­re über die Ehe ein­deu­tig.
    Er will dabei die Fami­lie schüt­zen, beson­ders Frau und Kin­der.
    Des­halb ver­bie­tet Jesus die Wie­der­hei­rat 
    und bezeich­net die­se Tod­sün­de 
    als Ehe­bruch:
    Was Gott ver­bun­den hat, das darf der Mensch nicht tren­nen (Mt 19,6)
    [.…]
    Jesus for­dert die Ehe­bre­che­rin Maria Mag­da­le­na auf, 
    nicht mehr zu sün­di­gen, 
    nach­dem Er sie vom Tod durch Stei­ni­gung ger­ret­tet hat. (Joh 7,53ff).
    Sie folgt ihm und wird eine gro­sse Büsse­rin und Hei­li­ge.
    Das ist die wah­re Barm­her­zig­keit Jesu:
    Erlö­sung der Men­schen von den Sün­den und Hil­fe­stel­lung für die Umkehr und
    für ein neu­es Leben in Sei­ner Lie­be.

    „Wenn dich dein Auge zur Sün­de ver­führt, dann reiss es aus, 
    es ist bes­ser ein­äu­gig ins Him­mel­reich ein­zu­ge­hen als mit bei­den Augen
    in die ewi­ge Ver­damm­nis“ (Mk 9,47)
    Damit meint Jesus nicht die Selbst­ver­stüm­me­lung,
    son­dern 
    die Tren­nung von Lebens­si­tua­tio­nen, 
    die nicht dem Geset­ze Got­tes ent­spre­chen:
    Got­tes und Men­schen­hass, Ehe­bruch, Unzucht sowie jeg­li­ches Ver­hal­ten
    gegen die 10 Gebo­te.
    Wenn wir fal­len, sofort wie­der auf­ste­hen, beich­ten und die gefähr­li­che Situa­ti­on
    mei­den und mit gutem Vor­satz neu anfan­gen.
    Für Ehe­bre­cher mit Kin­dern ist zusätz­lich die Tren­nung im Hin­blick auf 
    die Woh­nung gefor­dert, ohne die gemein­sa­me Sor­ge für die Kin­der auf­zu­ge­ben,
    was mög­lich ist.
    Ein wei­te­res Zusam­men­le­ben bringt schwe­re Ver­su­chun­gen mit sich, 
    die zur Sün­de füh­ren sowie ein schlech­tes Vor­bild für die eige­nen Kin­der
    und ande­re Men­schen.
    Hier müs­sen wir den Ablauf der Ehe rich­tig stellen,die immer nach den 
    Geset­zen Got­tes aus­ge­rich­tet sein muss.

    Nach dem Auf­ge­ben des ehe­bre­che­ri­schen Zusam­men­le­bens und der dar­auf 
    fol­gen­den hl. Beich­te besteht wie­der die Mög­lich­keit,
    Chri­stus in der hl. Kom­mu­ni­on zu emp­fan­gen, 
    da man den ein­mal geschlos­se­nen
    Ehe und wie­der hei­lig hält.
    So wie Chri­stus Sei­ner Kir­che immer treu ist,
    so sind auch die Ehe­part­ner ange­hal­ten, ein­an­der immer treu zu sein.
    Die Eucha­ri­stie ist die sakra­men­ta­le Ver­ge­gen­wär­ti­gung des Opfers Chri­sti am Kreuz.
    Chri­stus war aus Lie­be treu — obwohl wir Men­schen untreu waren und sind — 
    und somit müs­sen auch die Ehe­part­ner treu sein und dür­fen nicht Glei­ches 
    mit Glei­chem ver­gel­ten.

    +
    Man kann nicht im Ehe­bruch leben und gleich­zei­tig zu den Sakra­men­ten gehen,
    das ist ein Wider­spruch gegen die Lie­be und damit gegen Gott.
    +
    Für die Hei­lig­keit und Unauf­lös­lich­keit der Ehe sind Johan­nes der Täu­fer,
    Bischof John Fisher und Tho­mas Morus in den Tod gegan­gen.
    Man muss Gott mehr gehor­chen als den Men­schen (Apg 5,29).
    Wir sind nicht Her­ren über die Barm­her­zig­keit Got­tes,
    die immer mit Sei­nen Geset­zen über­ein­stimmt.
    [.…]
    Nach der Umkehr und der Berei­ni­gung der den Geset­zen Got­tes 
    wider­spre­chen­den Situa­tio­nen muss und darf man zur Beich­te gehen.
    Eine Beich­te ohne Been­di­gung des Ehe­bruchs oder ande­rer sünd­haf­ter Situa­tio­nen
    wäre ungül­tig.
    In der Beich­te emp­fängt man die Ver­ge­bung der Sün­den in der Lie­be und Ver­ge­bung
    Jesu wie Maria Mag­da­le­na.
    Erst dann ist der Emp­fang Chri­sti in der hl. Kom­mu­ni­on mög­lich.“
    -

    • Lie­ber Defen­dor, hier­für gebe ich ger­ne Zeug­nis. Vor über 17 Jah­ren habe ich mich schei­den las­sen und vor 12 Jah­ren einen Athe­isten gehei­ra­tet. Ich woll­te aber unbe­dingt den Segen Got­tes. Ich dach­te damals wirk­lich, dass das mög­lich ist, weil Gott doch so barm­her­zig ist. So hat uns ein katho­li­scher, ver­hei­ra­te­ter Dia­kon den „Segen“ zu die­ser „Ehe“ gege­ben. Als es mit dem Kind nicht gleich geklappt hat, habe ich Gott ein Ver­spre­chen gege­ben. Kurz dar­auf wur­de ich schwan­ger. Mit mei­nem 2. Mann habe ich 3 gemein­sa­me Kin­der, ein Haus und 2 Kat­zen und ein Hund. Es ging uns super. Wir hat­ten kaum Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten, waren prak­tisch einer Mei­nung, leb­ten finan­zi­ell sehr gut. Nach­dem unser 2. Kind etwa 2 Jah­re alt war, erin­ner­te ich mich plötz­lich an mein Ver­spre­chen. Ich woll­te unse­re Kin­der im Glau­ben erzie­hen. Mein Mann war ganz auf­ge­bracht und er droh­te mir mit Schei­dung. Ich war zu schwach und so ver­lief all mein Vor­satz wie­der im Sand. Und dann liess mich Gott 2012 (da war das 3. Kind ein Jahr alt) für 9 lan­ge Mona­te ins schwar­ze Nichts fal­len. Es war, als wäre Gott nicht mehr da. Ich fand weder Trost im Gebet noch in der Kir­che. Doch am Ende wur­de mir auf ein­mal bewusst, dass ich ohne Gott nichts bin. Und Gott rausch­te mit all Sei­ner Lie­be in mein Herz und erwärm­te mich so sehr, dass ich nie­mals wie­der einen Augen­blick ohne Ihn leben woll­te. Ich habe mich dar­auf­hin mit Kör­per, Geist und See­le an Gott über­ge­ben. Dein Wil­le gesche­he, oh Herr, nicht mei­ner. Von einem Moment zum Näch­sten, war mein Leben ein ande­res. Ich habe damit gerech­net, und ich war auch dazu bereit, dass ich alles ver­lie­ren wür­de… Ver­lo­ren habe ich nur mei­nen Mann und die Tie­re und den Über­fluss an Geld. Das war wirk­lich eine selt­sa­me Situa­ti­on wie mein Mann gegan­gen „wur­de“. Als wäre der Teu­fel per­sön­lich Amok gelau­fen. Das eigent­lich erstaun­li­che ist aber, dass es uns gut geht. Den Kin­dern und mir. Mein Mann und ich haben kei­nen Streit, konn­ten es finan­zi­ell gut regeln und die Kin­der trau­ern kaum. Dank der tie­fen Zin­sen kann ich mit den Kin­dern im Haus blei­ben. Wir haben alles zum Leben, was wir brau­chen. Nicht mehr, aber auch nicht weni­ger.

      • Nach­trag: Es ist wun­der­bar, sich bedin­gungs­los in die Hän­de Got­tes zu über­ge­ben. Es ist nicht über­trie­ben wenn ich sage, ich kann mich getrost füh­ren las­sen. Denn von da an hat Jesus Chri­stus die Ver­ant­wor­tung über mein see­li­sches und mein leib­li­ches Wohl über­nom­men. Und ich füh­le einen tie­fen inne­ren Frie­den, der nicht von die­ser Welt ist. Kei­ne Angst, kei­ne Sor­gen, kei­ne Zwei­fel. Nur Ver­trau­en in Gott. Seit über einem Jahr führt mich Jesus da hin, wo Er mich haben möch­te. Es ist, als wür­de Er mich vor­be­rei­ten auf das, was offen­bart wur­de. Die Rei­se ist noch nicht zu Ende.
        Mit mei­nem 1. Ehe­mann habe ich mich aus­ge­spro­chen. Er hat­te all die Jah­re kei­ne neue Bezie­hung mehr. Wir haben sogleich bei­de gespürt, dass unser vor Gott geschlos­se­nes Bünd­nis nach wie vor gül­tig ist. Doch einen gemein­sa­men Weg wird es nicht geben, schon wegen der Kin­der nicht. Denn sie haben einen Vater, auch wenn wir vom Vater getrennt leben.
        Ich habe mich eben kürz­lich gefragt was ich wohl machen wür­de, wenn mein 2. Mann den Kin­dern zulie­be wie­der nach Hau­se kom­men möch­te. Und ich bin sofort zum Schluss gekom­men, dass das nicht gehen wür­de — eben wegen dem Zeug­nis für ande­re. Es wäre eine Irre­füh­rung und ein fal­sches Vor­bild.
        Satan zieht uns in ein Netz aus Lügen, das wir lei­der nicht als sol­ches erken­nen. Und wenn wir eines Tages auf­wa­chen ist es für uns Men­schen prak­tisch unmög­lich aus eige­ner Kraft raus­zu­kom­men. Für Gott, unse­ren Himm­li­schen Vater, ist jedoch nichts unmög­lich. Wir Men­schen kön­nen immer dar­auf ver­trau­en, dass Gott nie etwas tun wür­de, was unse­rem See­len­heil scha­det.

      • Lie­be Cleo,

        ganz herz­li­chen Dank für Ihr so per­sön­li­ches und muti­ges Zeug­nis. Ich bin gera­de in einer Situa­ti­on, in der Ihr Bericht, gera­de auch das tota­le Hin­ge­ben an Gott, ganz in mei­ne Situa­ti­on hin­ein­spricht. So wer­den Sie wei­ter­hin zum Segen durch Ihr Leben, Ihr Vor­bild! Dan­ke!

      • @Adrien Antoi­ne
        Ja, es ist war und noch viel mehr. DAS ist die Barm­her­zig­keit Got­tes. Nicht das, was im Vati­kan zur Zeit dar­aus gemacht wird…

    • Die Wahr­heit ist immer schwer anzu­neh­men. Sie tut weh, ist oft mit einem per­sön­li­chen inne­ren Kampf und viel Schmerz und Opfer ver­bun­den. Die Lüge hin­ge­gen, geht wie Öl run­ter weil sie uns in allen per­sön­li­chen Belan­gen ent­ge­gen­kommt und kaum For­de­run­gen an uns stellt.
      Gott hat jeden (!) Men­schen und jede See­le mit einer unvor­stell­ba­ren Lie­be erschaf­fen. Erschaf­fen nicht für die­ses Leben, son­dern für die Ewig­keit. Es ist, als wür­den wir hier auf Erden im Exil leben. Der heu­ti­ge Mensch resp. die heu­ti­ge See­le ist die Sel­be, wie die vor 2000 Jah­ren. Nur das Umfeld und das Aus­mass der Sün­de hat sich geän­dert. Got­tes Gebo­te mögen für vie­le Men­schen radi­kal, hart und wenig barm­her­zig sein, aber sie die­nen nur unse­rem See­len­heil.
      Wenn wir ganz ganz ehr­lich zu uns sel­ber sind, egal wie weh es tut, dann stel­len wir fest, dass ganz vie­le (wenn nicht sogar die Mei­sten) Ent­schei­dun­gen die wir tref­fen dem eige­nen Selbst die­nen. Und schon gar nicht den­ken wir dar­an zu fra­gen, was wohl der Wil­le Got­tes ist. Wür­den die mei­sten Men­schen nach dem Wil­len Got­tes (nach sei­nen Gebo­ten) leben, hät­ten wir hier auf Erden Frie­de und Har­mo­nie. Statt­des­sen wür­den jene Men­schen sofort (nega­tiv) auf­fal­len, die sich offen gegen Gott auf­leh­nen. Doch in unse­rer Zeit lebt die Mehr­heit der Men­schen in schwe­rer Sün­de. Sün­di­gen ist nor­mal. Unse­re Sin­ne, unser Gewis­sen, unse­re Moral oder Scham­haf­tig­keit wur­den in den letz­ten Jahr­zehn­ten völ­lig abge­stumpft. Wir leben in einem Netz aus Lügen und Illu­sio­nen. Und so fal­len jene (nega­tiv) auf, die sich bemü­hen nach dem Wil­len Got­tes zu leben.
      Die Nach­fol­ge Chri­sti ist ohne die Hil­fe Got­tes und das bedin­gungs­lo­se Ver­trau­en in IHN ein­fach nicht mög­lich.

  8. @Rampolla,
    Ich ver­ste­he Ihre Bemer­kung nicht.
    Was haben Sie gegen das Bibel­stu­di­um bzw. gegen die Logien­quel­le?
    Das ist doch genau „ad fon­tes“, wie es übri­gens auch von den Kon­zil­vä­tern des 2. Vati­can­ums emp­foh­len wur­de- beson­ders v. P. Hen­ri de Lub­ac SI.
    Oder mei­nen Sie daß man die häre­ti­sie­rend-abdrif­ten­de Ele­men­te in der Kir­che tat­säch­lich ent­fer­nen („aus­rei­ßen“) soll­te um den Orga­nis­mus zu sanie­ren?

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