Neuer „Außenminister“ im Vatikan? — Weitere Umbesetzungen durch Papst Franziskus

Vatikanischer Außenminister Dominque Mamberti
Vati­ka­ni­scher Außen­mi­ni­ster Domin­que Mam­ber­ti

(Vati­kan) Papst Fran­zis­kus berei­tet den Umbau des vati­ka­ni­schen „Außen­mi­ni­ste­ri­ums“ vor. Der bis­he­ri­ge „Außen­mi­ni­ster“ des Hei­li­gen Stuhls, der fran­zö­si­sche Kuri­en­erz­bi­schof Domi­ni­que Mam­ber­ti soll ent­las­sen wer­den. Wäh­rend die Gesamt­re­form der Römi­schen Kurie noch in den Ster­nen steht, läßt Papst Fran­zis­kus wei­te­re Köp­fe der Kurie Bene­dikts XVI. rol­len. Vor weni­gen Tagen traf es den Kuri­en­prä­fek­ten Kar­di­nal Cañi­za­res , nun auch den Sekre­tär der Kle­rus­kon­gre­ga­ti­on. Der Prä­fekt der­sel­ben, Kar­di­nal Mau­ro Pia­cen­za, muß­te bereits vor einem Jahr sei­nen Platz räu­men.

Mit­te Sep­tem­ber tagt erneut der C8-Kar­di­nal­s­rat, den Papst Fran­zis­kus als Bera­ter­gre­mi­um für die Kuri­en­re­form und die Lei­tung der Welt­kir­che errich­te­te. Aus dem C8-Rat wur­de Anfang Juli mit dem fünf­ten Tref­fen ein C9-Rat, dem seit­her auch Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Pie­tro Paro­lin ange­hört. Einen for­mel­len Akt für die Mit­glied­schaft des Kar­di­nal­staats­se­kre­tärs in die­sem Gre­mi­um gibt es bis­her nicht, wor­auf der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster auf­merk­sam macht.

Es wird sich um das sech­ste Tref­fen die­ses Gre­mi­ums han­deln. Das sieb­te Tref­fen folgt vom 9.–11. Dezem­ber und das ach­te Tref­fen vom 9.–11. Febru­ar 2015. Die Arbeit des Kar­di­nal­s­rats scheint sich nach wie vor in der Vor­pha­se zu befin­den. „Es gibt kei­ne Ent­wür­fe einer neu­en apo­sto­li­schen Kon­sti­tu­ti­on“, erklär­te Vati­kan­spre­cher Pater Fede­r­i­co Lom­bar­di am Ende des fünf­ten Tref­fens. „Es braucht Zeit.“

„Kleiner Ratzinger“ nach Valencia befördert

Benedikt XVI. und der "Kleine Ratzinger" Antonio Kardinal Cañizares
Bene­dikt XVI. und der „Klei­ne Ratz­in­ger“ Anto­nio Kar­di­nal Cañi­za­res

Der „regie­ren­de Bischof von Rom“ (San­dro Magi­ster) gab bereits bald nach sei­ner Wahl zu ver­ste­hen, daß er nicht die Kuri­en­re­form abzu­war­ten geden­ke, um Per­so­nal­ent­schei­dun­gen vor­zu­neh­men. Am 28. August erfolg­te die seit Mona­ten erwar­te­te Ent­fer­nung des spa­ni­schen Kar­di­nals Cañi­za­res Llove­ra aus der Römi­schen Kurie. Kar­di­nal Cañi­za­res war unter Papst Bene­dikt XVI. Prä­fekt der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on gewor­den und unter­stütz­te des­sen „Reform der Lit­ur­gie­re­form“. Ein Nah­ver­hält­nis zum Kir­chen­ver­ständ­nis des deut­schen Pap­stes, das er mit Kar­di­nal Mau­ro Pia­cen­za teil­te. Zu nahe für den neu­en Papst Fran­zis­kus. Die­ser „beför­der­te“ den „klei­nen Ratz­in­ger“, wie der Kar­di­nal wegen sei­nes Kör­per­wuch­ses, inhalt­lich aller­dings nicht immer zutref­fend genannt wird, zurück in sei­ne Hei­mat und ernann­te ihn zum Erz­bi­schof von Valen­cia, immer­hin „eine der leben­dig­sten Diö­ze­sen der ibe­ri­schen Halb­in­sel“, so San­dro Magi­ster.

Welche Zuständigkeiten werden der Gottesdienstkongregation bleiben?

Offi­zi­ell heißt es, Papst Fran­zis­kus habe die Ver­set­zung nicht oktroy­iert, son­dern ledig­lich dem Wunsch des Kar­di­nals ent­spro­chen, „den Geruch der Scha­fe“ anneh­men zu wol­len. Daß Kar­di­nal Cañi­za­res, wenn schon, „lie­ber Madrid als Valen­cia bevor­zugt hät­te, ist eine ande­re Geschich­te“, so Magi­ster.

Ein Nach­fol­ger für Cañi­za­res als Prä­fekt der wich­ti­gen Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung wur­de noch nicht ernannt. Für San­dro Magi­ster erscheint es als „unwahr­schein­lich“, daß Papst Fran­zis­kus bei der Nach­fol­ge­fra­ge einen „Bruch“ mit Bene­dikt XVI. suchen wird. Viel­mehr wer­de zu sehen sein, wel­che Zustän­dig­kei­ten der Papst der Kon­gre­ga­ti­on belas­sen und wel­che er hin­ge­gen den Bischofs­kon­fe­ren­zen über­tra­gen wer­de, etwa die Zustän­dig­keit für die Über­prü­fung und Über­ar­bei­tung der lit­ur­gi­schen Bücher.

Auch Sekretär der Kleruskongregation zurück nach Spanien befördert

Celso Morga Iruzubieta: Sekretär der Kleruskongregation wird Erzbischof-Koadjutor in Spanien
Cel­so Mor­ga Iru­zu­bie­ta: Sekre­tär der Kle­rus­kon­gre­ga­ti­on wird Erz­bi­schof-Koad­ju­tor in Spa­ni­en

Laut spa­ni­schen Medi­en­be­rich­ten steht die Rück­kehr eines wei­te­ren hohen Prä­la­ten nach Spa­ni­en bevor, der der­zeit eine füh­ren­de Posi­ti­on an der Römi­schen Kurie inne­hat. Es han­delt sich um Kuri­en­erz­bi­schof Cel­so Mor­ga Iru­zu­bie­ta. Der Prie­ster des Opus Dei ist seit 2010 Sekre­tär der Kle­rus­kon­gre­ga­ti­on. Nun soll er Erz­bi­schof-Koad­ju­tor im Erz­bis­tum Meri­da-Bada­joz in der Extre­ma­du­ra wer­den.

Damit voll­endet Papst Fran­zis­kus das repu­li­sti, das „Ver­sto­ßen“ aus einem der wich­tig­sten Dikaste­ri­en der Römi­schen Kurie. Die Kle­rus­kon­gre­ga­ti­on befaßt sich unter ande­rem mit den Streit­fäl­len zwi­schen Prie­stern und Bischö­fen, mit den Dis­pen­sen von den prie­ster­li­chen Pflich­ten (aus­ge­nom­men die delic­ta gra­vio­ra), mit der Ver­äu­ße­rung von Kir­chen­be­sitz ab einem gewis­sen Wert. Nach dem Wil­len Bene­dikts XVI. unter­ste­hen ihr auch die Prie­ster­se­mi­na­re. Vor allem geht es auch um das Prie­ster­bild und damit um das Selbst­ver­ständ­nis der Prie­ster. Die erfolg­rei­che Ver­hin­de­rung der Ernen­nung des hei­li­gen Pfar­rers von Ars zum Prie­ster­pa­tron, die Bene­dikt XVI. vor­neh­men woll­te, ist noch leb­haft in Erin­ne­rung.

Die Ent­fer­nung der Num­mer Zwei der Kon­gre­ga­ti­on folgt auf jene der Num­mer Eins, Kar­di­nal Mau­ro Pia­cen­za, die Papst Fran­zis­kus bereits im Sep­tem­ber 2013 vor­ge­nom­men hat­te. Bei­de waren von Papst Bene­dikt XVI. beru­fen wor­den. Kar­di­nal Pia­cen­za stammt noch aus der Genue­ser Schu­le von Kar­di­nal Giu­sep­pe Siri. Auf ihn folg­te der Diplo­mat Benia­mi­no Stel­la. Für die Semi­na­re ernann­te Fran­zis­kus einen zusätz­li­chen bei­geord­ne­ten Sekre­tär, den Sino-Mexi­ka­ner Kuri­en­erz­bi­schof Jor­ge Car­los Patron Wong. Zudem fand im zurück­lie­gen­den Jahr ein so star­ker Aus­tausch von Mit­ar­bei­tern in die­sem Dikaste­ri­um statt, daß römi­sche Beob­ach­ter von einem nie dage­we­se­nen Prä­ze­denz­fall spre­chen.

„Außenminister“ Mamberti vor der Ablösung

Im neu­en kuria­len Orga­ni­gramm von Papst Fran­zis­kus steht eine wei­te­re Umbe­set­zung bevor. Kuri­en­erz­bi­schof Domi­ni­que Mam­ber­ti, Lei­ter der Sek­ti­on für die Bezie­hun­gen mit den Staa­ten im Staats­se­kre­ta­ri­at und damit „Außen­mi­ni­ster“ des Hei­li­gen Stuhls soll abge­löst wer­den. Grün­de für die Maß­nah­me sind der­zeit nicht bekannt. Über eine Ände­rung des Kur­ses in den Bezie­hun­gen zu den Staa­ten und inter­na­tio­na­len Gre­mi­en kann besten­falls spe­ku­liert wer­den.

„Es wird inter­es­sant, zu sehen, ob der Papst in die­sem Fall dem unge­schrie­be­nen Gesetz folgt, daß der vati­ka­ni­sche ‘Außen­mi­ni­ster’ am Ende sei­nes Dien­stes mit der Kar­di­nal­s­wür­de bedacht wird“, so San­dro Magi­ster. Den Vor­gän­gern Mam­ber­tis wur­de die­se Ehre zu Teil, von Gio­van­ni Lajo­lo, Jean-Lou­is Tau­ran, Ange­lo Soda­no, Achil­le Sil­ve­stri­ni, Agosti­no Casa­ro­li bis Anto­nio Samorਠusw.

Nachtragender Bergoglio

Jean-Louis Bruguà¨s, Archivar und Bibliothekar der Heiligen Katholischen Kirche
Jean-Lou­is Bruguà¨s, Archi­var und Biblio­the­kar der Hei­li­gen Katho­li­schen Kir­che, aber nicht Kar­di­nal

Oder wird Papst Fran­zis­kus Mam­ber­ti das Kar­di­nal­spur­pur ver­wei­gern, wie er es — trotz unge­schrie­be­nem Gesetz — dem Archi­var und Biblio­the­kar der Hei­li­gen Römi­schen Kir­che, Kuri­en­erz­bi­schof Jean-Lou­is Bruguà¨s ver­wei­ger­te? Der fran­zö­si­sche Domi­ni­ka­ner Bruguà¨s hat­te als Sekre­tär der Bil­dungs­kon­gre­ga­ti­on (2007–2012) Schar­müt­zel mit dem Rek­tor der Katho­li­schen Uni­ver­si­tät von Bue­nos Aires, Vic­tor Manu­el Fernán­dez aus­zu­tra­gen. Fernán­dez gilt als „Zieh­sohn“ Jor­ge Mario Ber­go­gli­os, der ihn — kaum zum Papst gewählt — völ­lig unüb­lich umge­hend zum Erz­bi­schof beför­der­te, wäh­rend er Pater Bruguà¨s des­sen Kri­tik an Fernán­dez nach­trägt.

Papst Fran­zis­kus stützt sich bei sei­nen Ernen­nun­gen auf­fal­lend auf das Diplo­ma­ti­sche Corps des Vati­kans. Aus die­sem Grund scheint es sehr wahr­schein­lich, daß der Nach­fol­ger Mam­ber­tis aus den Rei­hen der Diplo­ma­ten kom­men wird. Es dürf­te sich zudem um einen von Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Paro­lin geschätz­ten Nun­ti­us han­deln.

Mit Aus­nah­me der bei­den Fran­zo­sen Erz­bi­schof Mam­ber­ti und Kar­di­nal Tau­ran sowie dem Polen Wlod­zi­mierz Czacki Ende des 19. Jahr­hun­derts, stamm­ten alle „Außen­mi­ni­ster“ des Vati­kans aus Ita­li­en. Da der­zeit sowohl der Kar­di­nal­staats­se­kre­tär als auch sein Sub­sti­tut, der Sar­de Kuri­en­erz­bi­schof Gio­van­ni Ange­lo Becciu aus Ita­li­en stam­men, scheint es unwahr­schein­lich, daß auch die drit­te hohe Posi­ti­on im Staats­se­kre­ta­ri­at von einem Ita­lie­ner besetzt wird. „Unwahr­schein­lich, aber nicht unmög­lich“, so San­dro Magi­ster.

Text: Set­ti­mo Cielo/Giuseppe Nar­di
Bild: Set­ti­mo Cielo/Wikicommons

16 Kommentare

  1. Ob uns nun Ber­go­gli­os Per­so­nal­po­li­tik gefällt oder nicht: Er hat wie jeder sei­ner Vor­gän­ger natür­lich die Macht und das Recht zu schal­ten und zu wal­ten wie er will. Nur haben wir es bei Ber­go­glio mit jeman­den zu tun, des­sen Into­le­ranz und Ableh­nung der Tra­di­ti­on tabu­la rasa macht. Ich bin fest über­zeugt, dass der Argen­ti­ni­er bewußt ver­sucht, dem tra­di­tio­nel­len Flü­gel in der Kir­che die Luft abzu­schnü­ren. Denn er weiß genau, dass jeder treue Katho­lik uner­bitt­lich und immer wie­der die harm­lo­se Mas­ke von sei­nem Gesicht reißt und damit die gan­ze Tra­gik der Ber­go­glio­ni­schen Kir­chen­zer­trüm­me­rung auf­zeigt. Das stört einen Macht­men­schen wie ihn ganz gewal­tig. Das soll­te aber einen treu­en Katho­li­ken nicht im gering­sten stö­ren. Denn wir sind alle ein­mal nur einem ver­ant­wort­lich: näm­lich Gott. Und bei die­sem Orts­ter­min hat Ber­go­glio abso­lut nichts ver­lo­ren. Er wird sich mit sei­nen spei­chel­lecken­den Krie­chern und Wen­de­häl­sen auch ver­ant­wor­ten müs­sen. Und dann wird man ja sehen, wer rich­tig gele­gen hat.

    • Sehr geehr­ter Ram­pol­la,
      in Ihrer Argu­men­ta­ti­on haben Sie einen gewal­ti­gen Argu­men­ta­ti­ons­feh­ler: Es ist ein Glau­bens­dog­ma, dass wir uns zur einen, HEILIGEN und katho­li­schen Kir­che beken­nen. Die Kir­che als Mysti­scher Leib Chri­sti kann nur hei­lig sein und begeht kei­ne Sün­dem und Feh­ler. Das was Sie mei­nen, ist die Ver­ein­nah­mung der Kir­che durch fehl­ge­lei­te­te Men­schen, die die Kir­che miß­braucht haben. Und das geschieht aus­nahms­los immer dann, wenn mei­ne per­sön­li­chen Ansich­ten über den Glau­ben der Kir­che gestellt wer­den, auch per­sön­li­che Ansich­ten, Vor­stel­lun­gen usw. Gera­de des­halb ist die ein­zi­ge Leit­li­nie, die zu Chri­stus führt, die unver­fälsch­te Glau­bens­leh­re. Denn nur die­se hei­li­ge Kir­che führt zum Kern der Hei­lig­keit, näm­lich zu Gott. Sich die­sem hei­li­gen myste­ri­um zu beu­gen, erfor­dert Demut und die hat nicht jeder, wenn­gleich so man­cher gera­de dies den Men­schen auf­schwät­zen will.

    • Die Kir­che ist die Gemein­schaft der Sün­der die Chri­stus sel­ber gesucht, geru­fen, und gefun­den hat, und die sich rufen und fin­den lie­sen!
      So ein­fach ist die Sache, und was Chri­stus von denen hält, die sel­ber immer in der Über­zeu­gung doch soooo viel bes­ser zu sein, die Sün­den der Vor­fah­ren ven­ti­lie­ren, das lässt sich in der Schrift, kon­kret im Mat­thä­us­evan­ge­li­um 23. Kapi­tel nach­le­sen.
      Um es kurz zu machen, er hält gar nix davon.

    • Wir wol­len doch nicht den Sinn des­sen, was Mar­cel­lus mein­te, her­um­dre­hen. Was Sie mei­nen, ver­ste­he ich nun wirk­lich nicht. mit ande­ren „Reli­gio­nen“ haben wir doch nichts hier­bei zu schaf­fen.

  2. In den Bot­schaf­ten, die manch einer noch „ver­teu­felt“ haben soll­te wur­den wir aber schon lan­ge davor gewarnt. So hieß es z.B… Er (= „Papst“ F.) wird Bene­dikts „Leu­te“ abset­zen. (Den genau­en Wort­laut kann ich jetzt nicht zitie­ren. Müss­te erst genau nach­se­hen.)
    Jeden­falls ent­fal­tet es sich immer mehr vor unse­ren Augen. Wir wären töricht, die­se Weg­wei­sun­gen aus­zu­schla­gen! Soll­te ich irgend­et­was nicht ver­ste­hen, muss ich den VATER um Erkennt­nis bit­ten!
    Die wür­di­ge Mes­se, die Sakra­men­te, Gebet, Rosen­kranz, Beich­te wer­den selbst­ver­ständ­lich das Wich­tig­ste blei­ben. Aber — las­sen wir uns doch füh­ren!!
    Kei­ner muss — aber jeder darf und hat es selbst in der Hand!

  3. Es steht in der Schrift, dass jeder nur für sei­ne eige­ne Schuld grad­ste­hen muss.
    Naja und wenn ich mich da so umgucke, dann hat da unse­re Zeit wirk­lich und wahr­haf­tig genug mit zu tun.
    Ich sag es ja wirk­lich ungern, aber Zei­ten die für die die Ehe ein schlech­ter Witz ist, und in denen Abtrei­bun­gen von Kran­ken­kas­sen bezahlt und das Ver­wei­gern sel­bi­ger unwi­der­spro­chen als böse und rück­stän­dig titu­liert wer­den, Zei­ten in´denen das Ver­hin­dern von Nach­wuchs als ober­cool und modern udn klas­se gilt, sol­che Zei­ten soll­ten grad die Klap­pe hal­ten, was die Sün­den der Ver­gan­gen­heit angeht.
    Im übri­gen, wenn jemand so rich­tig frei von eige­nen Sün­den ist, dass er da rich­tig Kapa­zi­tä­ten frei hat, ist es ihm ja unbe­nom­men zu süh­nen, was er meint, was des Süh­nens nötig ist.

  4. Rei­ne Defi­ni­ti­ons­sa­che. An der hei­li­gen Kir­che, die eben nicht ein anzu­stre­ben­des Ide­al ist, son­dern ganz real von Chri­stus auf Petrus den Fels gegrün­det wur­de, gibt es nichts zu refor­mie­ren, weil ich mir damit anma­ßen wür­de, den Hei­li­gen Geist selbst refor­mie­ren zu wol­len. Wenn Sie Kir­che aller­dings im Sin­ne von mensch­li­cher Orga­ni­sa­ti­on defi­nie­ren, dann gibt es selbst­ver­ständ­lich immer und zu allen Zei­ten viel zu ver­bes­sern. Das Erste ist aller­dings sicher kei­ne groß­ar­ti­ge Reform am Orga­ni­sa­ti­ons­mo­dell „Kir­che“, son­dern das per­sön­li­che Ein­ge­ständ­nis eines Jeden, dass er Sün­der ist und immer der Umkehr, der Reue und der Buße bedarf. Erst wenn man das begreift, kann man mit dazu bei­tra­gen, dass der Geist Chri­sti mehr und mehr real und gegen­wär­tig wird. Eine sol­che Ein­sicht aber wird zwangs­läu­fig dazu füh­ren, dass mei­ne Auf­ga­be als Katho­lik nicht ein eupho­ri­sches Reform­ge­schwätz über alles und jedes sein kann, son­dern das kräf­ti­ge Fegen zunächst ein­mal vor mei­ner Haus­tür. Im novus ordo Evan­ge­li­um des heu­ti­gen Sonn­tags sagt das Jesus auch ganz glas­klar als Auf­ga­be und Ver­pflich­tung: Wenn ich sehe, dass ein Bru­der in die Irre geht, dann soll ich- zwar in aller Lie­be, aber den­noch klar und deut­lich- ver­su­chen, ihn vom Irr­weg abzu­brin­gen. Und ein Irr­weg ist ein Abwei­chen von den Gebo­ten Got­tes. Die gan­zen Ver­nied­li­chun­gen und Rela­ti­vie­run­gen Ber­go­gli­os mögen gut gemeint sein, haben aber nichts­de­sto­trotz ver­hee­ren­de Wir­kun­gen. Ein Bei­spiel gefäl­lig? Heu­te erzählt mir nach der Mes­se ein Kirch­gän­ger ganz begei­stert, dass der römi­sche Bischof es bald erlau­ben wer­de, dass man sich schei­den und wie­der­ver­hei­ra­ten kann. Das stimmt zwar nicht, aber das pau­sen­lo­se Gequat­sche und Dahin­ge­re­de Ber­go­gli­os führt zu sol­chen Vor­stel­lun­gen. Und das sind die Früch­te, an denen man erken­nen kann, ob etwas gut ist oder nicht.

    • @Marcellus
      „Ein Bei­spiel gefäl­lig? Heu­te erzählt mir nach der Mes­se ein Kirch­gän­ger ganz begei­stert, dass der römi­sche Bischof es bald erlau­ben wer­de, dass man sich schei­den und wie­der­ver­hei­ra­ten kann.“
      Das denkt nicht nur ein Kirch­gän­ger, damit rech­nen schon sehr vie­le. Die Ehe­an­nul­lie­rungs­or­gie beson­ders im deutsch­spra­chi­gen Raum läßt die Luft für das Sakra­ment der Ehe immer enger wer­den.
      Aber erst wenn sie die Jung­frau­en­schaft der aller­se­lig­sten Jung­frau vehe­ment bestrei­ten tun haben sie die Sei­ten gewech­selt ohne es zu mer­ken. Ich habe das schon unter Katho­li­ken erlebt und es kommt immer völ­lig über­ra­schend.
      Per Mari­am ad Chri­stum.

  5. Die Kir­che wird sich spal­ten und das ist nicht mei­ne Mei­nung, son­dern das sind die Wor­te der aller­se­lig­sten Jung­frau und Got­tes­mut­ter Maria an verschide­ne Personen/Seher.
    Wie man auch immer dazu ste­hen mag, es sieht alles danach aus.

    Die Kir­che wer­de aber nicht unter­ge­hen und sie for­dert „uns“ auf zur Hei­lig­keit: durch den täg­li­chen und in Lie­be gebe­te­ten Rosen­kranz, Beich­te (monat­lich und sogar wöchent­lich), Buße/Fasten (3 mal wöchent­lich bei Was­ser und Brot oder ande­re Ver­zich­te), häu­fi­ger Emp­fang der hl. Eucha­ri­stie mög­lichst auf Knien und in den Mund, eucha­ri­sti­sche Anbe­tung (wo immer es gestat­tet ist) und Näch­sten­lie­be (wobei dar­un­ter sicher auch Gebet für ande­re, die Armen See­len wie auch Hin­wei­se und Ermah­nun­gen zu ver­ste­hen sind).

    Maria, sie betont es, will uns kei­ne Angst machen und will auch kei­ne Sen­sa­tio­nen.
    Sie möch­te, sagt sie, daß wir uns auf das 2. Kom­men Chri­sti vor­be­rei­ten.
    Durch Gebet kön­ne vie­les abge­mil­dert wer­den wie aller­lei Unheil (auch Krank­hei­ten- heu­te Ebo­la), Natur­ka­ta­stro­phen, Krie­ge usw.
    Bezüg­lich Deutsch­lands sagt sie, daß sich Deutsch­land seit der Refor­ma­ti­on in der Kri­se befän­de und daß Deutsch­land weit mehr als ande­re Völ­ker den „Kritizismus“/Aufklärung über­nom­men habe.

    Sie sagt auch: „Bedenkt, Mei­ne Kin­der, dass euer Vater­land in ein tra­gi­sches Spiel hin­ein­ge­zo­gen wur­de, bei dem ihr nur Mario­net­ten in den Hän­den jener seid, die für das Tier arbei­ten. Deutsch­land liegt Mir sehr am Her­zen, weil das arme Volk sehr viel gelit­ten — und immer den Mund gehal­ten hat. Mei­ne treu­en Kin­der wur­den oft ver­folgt und unter Druck gesetzt, damit die Mäch­ti­gen ihre Macht aus­üben konn­ten“.

    Sie sagt von den Deut­schen, daß in ihrem Natio­nal­cha­rak­ter 2 Haupt­feh­ler Haupt­feh­ler lägen: der Stolz und der über­mä­ßi­ge Hang zur Kri­tik. Sie sagt von den Bischö­fen, daß sie Schlä­fer sei­en und bean­stan­det, daß kei­ne ihre Erschei­nun­gen ‑und sie nennt die Orte Met­ten­buch, Mar­pin­gen, Hee­de, Herolds­bach und Mari­en­fried- aner­kannt wor­den sei­en.

    • In der Tat könn­te man die Kata­stro­phe in Rom zum Anlaß neh­men, die Erfül­lung der unzäh­li­gen Pro­phe­zei­un­gen als unmit­tel­bar bevor­ste­hend zu begrei­fen. Das Beun­ru­hi­gen­de dar­an ist, dass das Wüten Ber­go­gli­os in fast allen Vor­her­sa­gen mit dem Anti­chri­sten in einen Zusam­men­hang gebracht wird. Da wird eben vom Glau­bens­ab­fall in Rom berich­tet, von der Rela­ti­vie­rung und Pri­mi­ti­vi­sie­rung aller bis dato gül­ti­gen Wer­te. Da wird vom genia­len Schau­spie­ler gespro­chen, der vie­le täuscht. Aber sogar wirk­lich ein­fa­che Men­schen füh­len sich ange­sicht der Ber­go­glio­ni­schen Zer­stö­rungs­or­gi­en mitt­ler­wei­le sehr beun­ru­higt- und ich kann sie da auch nicht trö­sten.

      • „Der genia­le Schau­spie­ler der vie­le täuscht“ das wür­de auf Karol Woj­ti­la pas­sen der inzwi­schen als Papst Johan­nes Paul II. ver­stor­ben ist. Wenn ich ster­be wer­de ich für mich zum Gebet und nicht zum fröh­lich sein auf­ru­fen, aber ich bin ja auch nicht Papst.

    • Lie­be / Lie­ber Ram­pol­la,

      // Ist der Chri­stus einer , der die Geset­zes­treue die­ser Leu­te noch über­trump­fen will .Oder soll­te nicht eher die Erlö­sung im Vor­der­grund ste­hen ? //

      Chri­stus ist selbst das Mit­tel (der Weg) zur Erlö­sung („nie­mand kommt zum Vater Außer durch mich“).

      Zur Geset­zes­treue: Chri­stus ist nicht gekom­men das Gesetz auf­zu­he­ben, son­dern zu erfül­len!! Und er hat zur Geset­zes­treue ermahnt, ja die­se noch ver­schärft (sc. „… Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt wur­de .…, ich aber sage euch …“ und die ban­ge Fra­ge des Petrus: „Wer kann da noch geret­tet wer­den?“)

      Was die Bedeu­tung der Pha­ri­sä­er und Schrift­ge­lehr­ten betrifft, so kann man die­se wohl mehr auf die Theo­lo­gie des VKII bezie­hen. Viel­leicht lesen Sie nur mal den Arti­kel über die Sama­ri­ta­ner in der „Theo­lo­gi­schen Real­enzy­klo­pä­die“ und reflek­tie­ren die­sen mit dem Gleich­nis vom barm­her­zi­gen Sama­ri­ter und Sie wer­den fest­stel­len müs­sen, dass damals die (mosai­schen) Geset­ze bereits kor­rum­piert wur­den und die Sama­ri­ter eher mit heu­ti­gen Erz­ka­tho­li­ken kon­gru­ie­ren.

      Und noch etwas (viel­leicht habe ich Sie aber falsch ver­stan­den):
      // Die Gläu­bi­gen sind aber ALLE und die Umkehr muss von oben begin­nen //
      Die Gläu­bi­gen sind nicht alle, sie sind VIELE („pro mul­tis“). Und wie Pau­lus ins Gewis­sen ruft „… oder habt ihr den Glau­ben unüber­legt ange­nom­men?“ so ist zwar JEDER zum Glau­ben geru­fen, kann sich aber nicht aus der Ver­ant­wor­tung steh­len wie „… Umkehr muss von oben begin­nen“ (der in der „Hier­ar­chie“ höher ste­hen­de hat ledig­lich mehr Ver­ant­wor­tung — von ihm wird auch mehr gefor­dert wer­den („wem viel anver­traut ist, von dem wird man umso mehr for­dern“)). Nicht aber zwangs­läu­fig von oben, son­dern im Her­zen muss die Umkehr begin­nen — und da wären wir wie­der bei der Geset­zes­treue. Jeder Getauf­te ist nicht auto­ma­tisch erlöst und kommt auto­ma­tisch in den Him­mel. „Bemüht euch mit allen Kräf­ten durch die enge Tür zu gelan­gen“ — das ist Auf­ga­be! jedes Getauf­ten — um zum Herrn zu gehö­ren, „kyria­kon“ also — Kir­che!

  6. @rampolla:
    es geht dar­um zu opfern und auf­zu­op­fern. Das ist nichts Neu­es. So war es immer und wird immer sein. Der Mensch hat die Gebo­te Got­tes zu erfül­len und sonst gar nichts. Und den Rosen­kranz zu beten ist immer rich­tig, zu fasten- wie Chri­stus gefa­stet hat, auch beson­ders Näch­sten­lie­be zu üben (ein Haupt­ge­bot Chri­sti), indem ich Sie z.Bsp. streng ermah­ne.
    Wenn man Gott nicht auf den Knien bit­tet für sich und ande­re und ihm opfert, dann ist man weit von Chri­stus ent­fernt, der sich selbst geop­fert hat. Chri­stus nach­fol­gen- schon mal gehört- heißt sich opfern so wie die Mär­ty­rer zur Zeit im Irak, Syri­en, Ägyp­ten, Chi­na, Nord­ko­rea usw.
    Hören Sie damit auf, mit Chri­stus Ihren Spaß zu trei­ben- und mit sei­nen Getreu­en.

    Sie haben lei­der kei­ne Ahnung oder machen das absicht­lich und sind jeden­falls vom Ungeist/dem Teu­fel durch­drun­gen, der Ihnen das ein­gibt.

  7. @rampolla:
    Auch wenn Sie mir gewal­tig auf die Ner­ven gehen, ist es Ihnen natür­lich unbe­nom­men, Ihre Mei­nung zu äußern. Ich habe aber weder Zeit noch Lust auf Ihre teil­wei­se recht wir­ren Ein­las­sun­gen ein­zu­ge­hen. Wer­den Sie also nach Ihrer Facon selig, was auch immer Sie dar­un­ter ver­ste­hen mögen. Aber ver­su­chen Sie bit­te nicht, mit unter­schwel­li­ger Psy­cho­ana­ly­se ande­re zu bekeh­ren. Das funk­tio­niert nicht. Neh­men Sie ein­fach zur Kennt­nis, dass es genü­gend Men­schen gibt, die sich in Treue und Lie­be am unwan­del­ba­ren Lehr­amt ori­en­tie­ren und es nicht schwei­gend hin­neh­men, wenn jemand das von Chri­stus ein­ge­setz­te Petrus­amt zur fröh­li­chen Unver­bind­lich­keits­show degra­diert. Anson­sten wer­de ich nicht mehr auf Ihre Kom­men­ta­re ein­ge­hen.

  8. An alle Trau­ri­gen, ob da jetzt die Leu­te von Dr. Ratz­in­ger a la Schön­born oder die von Papst Franz­si­kus her­um­sit­zen ist auch schon egal, und wie gesagt, der nun­meh­ri­ge Herr Dr. Ratz­in­ger hät­te sein Papst­amt ja nicht weg­schmei­ßen müs­sen.

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