Mütter von Priestern brechen Lanze für den Zölibat

Zölibat: Brief von Müttern von Priestern an Papst Franziskus
Zöli­bat: Müt­ter von Prie­stern schrei­ben an Papst Fran­zis­kus

(Rom) Müt­ter von Prie­stern haben eine Lan­ze für den Zöli­bat gebro­chen. Sie haben einen Brief an Papst Fran­zis­kus geschrie­ben und ihn dar­in ersucht, für den prie­ster­li­chen Zöli­bat zu kämp­fen. Der Brief der Müt­ter von Prie­stern und Semi­na­ri­sten und geist­li­chen Müt­tern ist eine Ant­wort auf das Schrei­ben von 26 Frau­en vom ver­gan­ge­nen Mai, die sich als Gelieb­te von Prie­stern bezeich­ne­ten und vom Papst eine Auf­he­bung des Zöli­bats for­der­ten.

Die 26 Frau­en, die sich als Kon­ku­bi­nen und Gelieb­ten von Prie­stern zu erken­nen gaben, berich­te­ten von ihren „Lei­den“ durch ihre Lie­be für Män­ner, die sie nicht hei­ra­ten dür­fen. Sie for­der­ten den Papst daher auf, den Zöli­bat auf­zu­he­ben.

Priester „hat nur eine Braut: die Kirche“

Mütter von Priestern brechen Lanze für den Zölibat
Müt­ter von Prie­stern bre­chen Lan­ze für den Zöli­bat

Nur eine Woche vor Bekannt­wer­den die­ser neu­en Pole­mik gegen den Prie­ster­z­ö­li­bat, der per­sön­li­ches Fehl­ver­hal­ten aus­klam­me­re und „Schuld“ nur in struk­tu­rel­len Fra­gen zu erken­nen glaubt, hat­te Papst Fran­zis­kus die Prie­ster zur „erneu­er­ten Treue“ auf­ge­for­dert. Denn der Prie­ster habe nur „eine ein­zi­ge Braut: die Kir­che“.

Der Brief der Gelieb­ten von Prie­stern, war dem Papst zu die­sem Zeit­punkt bereits bekannt. Beob­ach­ter deu­te­te die­sel­be Wort­wahl als absicht­lich, um deren For­de­rung zurück­zu­wei­sen. Eine Zurück­wei­sung der indi­rek­ten Art, wie sie Papst Fran­zis­kus vor­zieht, wenn er heik­le oder umstrit­te­ne The­men anspricht.

Zweideutige päpstliche Signale?

Papst Fran­zis­kus wäre nicht er, wenn er zu die­ser Fra­ge nicht auch zwei­deu­ti­ge Signa­le aus­ge­sen­det hät­te. So beim jüng­sten Inter­view, das er  im ver­gan­ge­nen Juli dem Athe­isten Euge­nio Scal­fa­ri gewähr­te. Auf die Fra­ge nach einer Zöli­bats­auf­he­bung habe der Papst geant­wor­tet: „Die Lösun­gen wer­de ich fin­den“. Der Kon­junk­tiv ist zwin­gend, da inzwi­schen bekannt ist, daß Scal­fa­ri die Ant­wor­ten selbst for­mu­liert und daher — offen­sicht­lich absicht­lich — die Fra­ge offen­bleibt, was Papst Fran­zis­kus genau gesagt hat. Beim jüng­sten Inter­view „spiel­te“ Scal­fa­ri zudem mit geöff­ne­ten, aber nicht geschlos­se­nen Anfüh­rungs­zei­chen, die eine genaue Iden­ti­fi­zie­rung der dem Papst zuzu­schrei­ben­den Aus­sa­gen zusätz­lich erschwert (sie­he Auch Kar­di­nä­le unter Pädo­phi­len? „Fin­de Lösung“ zur Zöli­bats­ab­schaf­fung? – Neu­es bizar­res Papst-Inter­view mit Scal­fa­ri).

Tat­sa­che ist hin­ge­gen, daß sich im Kreis der „Papst­ma­cher“ beim Kon­kla­ve Ver­fech­ter einer Zöli­bats­auf­he­bung befin­den. Zu ihnen zählt der bra­si­lia­ni­sche Kar­di­nal und ehe­ma­li­ge römi­sche Kuri­en­prä­fekt, Clau­dio Hum­mes aus dem Fran­zis­ka­ner­or­den (sie­he Die Gei­stes­welt eines „Papst­ma­chers“: Homo-Ehe, Zöli­bat und Frau­en­prie­ster­tum). Tat­sa­che ist auch, daß die inner­kirch­li­chen Geg­ner des Zöli­bats Druck auf Papst Fran­zis­kus aus­üben (sie­he Mis­si­ons­bi­schof Kräut­ler: Um Prie­ster­be­ru­fun­gen beten? „Da mache ich nicht mit“)

Priestermütter reagieren auf „falsche Opferrolle“ von Konkubinen

Ein­deu­tig für den Zöli­bat haben nun Müt­ter von Prie­stern und Semi­na­ri­sten Stel­lung genom­men. Sie haben sich  gegen eine „fal­sche Opfer­rol­le“ von Prie­ster­kon­ku­bi­nen und eine fälsch­lich behaup­te­te „Dis­kri­mi­nie­rung“ zu Wort gemel­det. Die Frau­en und Müt­ter wol­len mit ihrem Brief, Papst Fran­zis­kus in sei­ner Bekräf­ti­gung des prie­ster­li­chen Zöli­bats unter­stüt­zen und „Zeug­nis“ able­gen für die Bedeu­tung des Zöli­bats „auf dem Weg zur Hei­lig­keit“ für ihre Söh­ne, Brü­der und geist­li­chen Söh­ne. Die Unter­zeich­ner stam­men aus Spa­ni­en „und ande­ren Län­dern“. Die Idee sei als „Reak­ti­on“ auf den Kon­ku­bi­nen­brief ent­stan­den, der auch von eini­gen Spa­nie­rin­nen unter­zeich­net wor­den war. Mit ihrem Schrei­ben wol­len die Müt­ter gegen eine „ein­sei­ti­ge“ Dar­stel­lung des Zöli­bats Stel­lung neh­men.

Info­va­ti­ca­na ver­öf­fent­lich­te den Brief der Prie­ster­müt­ter voll­stän­dig.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Info­va­ti­ca­na

25 Kommentare

  1. Der Brief der Prie­ster­müt­ter ist eine sehr gute Sache und hoch­not­wen­dig.

    Im übri­gen soll­te außer­dem bedacht wer­den, wel­che Aus­wir­kun­gen es hat, daß oft­mals der (Krawatten)Priester in der Öffent­lich­keit gar nicht als sol­cher erkenn­bar ist. Wie kann eine jun­ge Frau wis­sen, daß sie mit die­sem Mann nicht flir­ten soll­te? Es war bis­her für das Mäd­chen eine War­nung und für den Prie­ster ein gewis­ser Schutz, ganz abge­se­hen davon, daß er als erkenn­ba­rer Prie­ster anders mit den Men­schen ins Gespräch kom­men kann.

  2. Prin­zi­pi­ell gut und wich­tig, aller­dings ist die Argu­men­ta­ti­on, wie sie hier resü­miert wird, angreif­bar: „„Zeug­nis“ able­gen für die Bedeu­tung des Zöli­bats „auf dem Weg zur Hei­lig­keit“ für ihre Söh­ne, Brü­der und geist­li­chen Söh­ne…“ -
    Da wird natür­lich die ande­re Sei­te mit Recht sagen: War­um kann man nicht auch ver­hei­ra­tet hei­lig wer­den?
    Was mir fehlt ist das Bekennt­nis dazu, dass der Prie­ster ja nicht für sich selbst den Zöli­bat braucht, son­dern dass wir den Prie­ster als Zöli­ba­tär brau­chen. In der vor­lie­gen­den Argu­men­ta­ti­on wird lei­der die selbst­be­zo­ge­ne Sicht des Prie­sters nicht ver­las­sen. Scha­de.

    Nie­mand lebt sich sel­ber oder der eige­nen Hei­lig­keit.

    Ehe­frau bin ich nicht für mich, son­dern für den Mann. Mut­ter bin ich nicht für mich, son­dern für das Kind. Prie­ster ist einer nicht für sich, son­dern für die Kir­che. So wird ein Schuh draus.

    Die­se Kon­ku­bi­nen der Prie­ster sind gna­den­lo­se Ego­istin­nen: wenn sie den Mann wirk­lich lie­ben wür­den — und die Prie­ster soll­ten viel mehr geliebt wer­den von uns allen — wür­den sie alles tun, um ihn in sei­nem zöli­ba­tä­ren Prie­ster­tum zu stär­ken, zu beja­hen und gera­de des­we­gen ganz beson­ders zu ach­ten. Even­tu­el­le emo­tio­na­le Ver­ir­run­gen — na und? Das betrifft nicht nur Prie­ster — mit denen muss jeder Christ geord­net umge­hen! Ich ver­ste­he nicht, war­um man das der­ma­ßen über­be­wer­tet! Er hat doch ein Ver­spre­chen gege­ben und das muss er durch­hal­ten. Nichts ande­res ficht auch der Ver­hei­ra­te­te lebens­lang durch. Punkt.

    • Sie schrei­ben:
      „Die­se Kon­ku­bi­nen der Prie­ster sind gna­den­lo­se Ego­istin­nen: wenn sie den Mann wirk­lich lie­ben wür­den – und die Prie­ster soll­ten viel mehr geliebt wer­den von uns allen – wür­den sie alles tun, um ihn in sei­nem zöli­ba­tä­ren Prie­ster­tum zu stär­ken, zu beja­hen und gera­de des­we­gen ganz beson­ders zu ach­ten. Even­tu­el­le emo­tio­na­le Ver­ir­run­gen – na und?“

      Nein, dazu sind sind die­se Frau­en nicht bereit. Sie sind, wie Sie schon erwähn­ten, ego­istisch und den­ken nur an sich.
      Sie brin­gen einen Prie­ster in Bedräng­nis, sei­ne inne­re Not neh­men sie in Kauf.
      Viel­leicht tut es sogar ihrem Ego gut, wenn sie ihn strau­cheln sehen.
      Eine Frau, die einen Prie­ster wirk­lich liebt, nimmt ihre eige­nen Bedürf­nis­se zurück, auch wenn es weh tut.
      Dass ein Prie­ster in einen Zwie­spalt gera­ten kann, kann ich nach­voll­zie­hen.
      Weiß er sich beru­fen, wird er zu Chri­stus zurück­keh­ren kön­nen.
      Wenn nicht, soll­ten wir ihn, so glau­be ich, zie­hen las­sen.
      Ob und wie Papst Fran­zis­kus auf den Brief der Müt­ter reagiert, dar­auf darf man gespannt sein.

      • Das scheint ein neu­er „Sport“ zu sein, sich einen Prie­ster angeln zu wol­len. Wer das Zöli­bat bricht, das er als Ver­spre­chen gege­ben hat, hat viel Kre­dit ver­spielt, um es freund­lich zu for­mu­lie­ren.

      • Wich­tig wäre hier, mal ganz neu über die Lie­be nach­zu­den­ken. Was ist denn so abwe­gig dar­an, dass man ohne jeden sexu­el­len Anspruch liebt? Das ist doch sowie­so der christ­li­che Nor­mal­fall.
        Uns Chri­sten ist doch über­na­tür­li­che Lie­be zuein­an­der ver­spro­chen — ich fin­de das viel viel schö­ner als Sex und vor allem haben dar­in Eifer­sucht, Besitz­gier auf die Per­son und Macht über den ande­ren kei­ner­lei Raum. Der ande­re gehört ganz und gar IHM und ich darf den­je­ni­gen ken­nen und lie­ben und mich selbst als ein eben­so frei­es Königs­kind sehen. Das ist schön!
        Der Prie­ster (und Ordens­leu­te, prin­zi­pell auf lan­ge Sicht aber auch Ehe­leu­te) stellt das dar — das ist ein Geschenk, das man nicht hoch genug schät­zen kann.

      • Ralph, ich den­ke, es gibt Ladies, die legen es gera­de­zu dar­auf an, einen Prie­ster in Kon­flik­te zu stür­zen.
        Wür­den sie wahr­haf­tig lie­ben und spü­ren, dass er nicht für sie, son­dern im Grun­de für den Herrn leben möch­te, wür­den sie nicht klam­mern, son­dern los­las­sen.
        Weil sie zu erken­nen fähig wären: Ein wah­rer Prie­ster gehört nicht ihnen.

    • Dass auch die­ser Text nicht voll­kom­men ist, mag man doch mit Mil­de nach­se­hen. Er ist eben ehr­lich und neu­deutsch gesagt „authen­tisch“.

  3. Ber­go­glio wird das Schrei­ben die­ser Frau­en ziem­lich kalt las­sen. Er hat sein Pro­gramm abzu­ar­bei­ten, das er von sei­nen (Logen?)-Oberen auf­ge­tra­gen bekam, und dazu gehört nun mal die Zer­stö­rung der Kir­che von innen her. Die Zer­stö­rung der Hei­lig­keit der Ehe, die auf der Agen­da der kom­men­den Bischofs­syn­ode steht, kor­re­spon­diert kon­se­quen­ter­wei­se mit der Zer­stö­rung des Hei­li­gen Zöli­ba­tes, da sich bei­de bedin­gen und ergän­zen: Aus hei­li­gen Fami­li­en kom­men hei­li­ge Prie­ster­be­ru­fun­gen, hei­li­ge Prie­ster stüt­zen um Hei­lig­keit rin­gen­de Fami­li­en. Stürzt das eine, fällt das ande­re, das wuß­ten die Fein­de der Kir­che seit jeher, denen der Popu­list Berg­ro­glio um jeden Preis zu gefal­len sucht. Für die Abschaf­fung des Zöli­ba­tes kann er sich des fre­ne­ti­schen Bei­falls der Höl­le sicher sein, und sei­ne Höl­len­prie­ster wer­den die­sel­ben schmut­zi­gen „Ehen“ füh­ren, wie der Groß­teil unse­rer heu­ti­gen wohl­stands­ver­wahr­lo­sten Spaß­ka­tho­li­ken.

    • Es wur­de gesagt. Das ist der Punkt. Der Igno­rant Ber­go­glio ist nicht das The­ma. Die­ses Pon­ti­fi­kat ist für mich „abge­hakt“.

  4. Ich fürch­te catho­li­cus hat Recht.
    Frü­her gab (lei­der muss man sagen gab) eini­gen Schutz vor den ego­isti­schen Begehr­lich­kei­ten and­re­re, die Sou­ta­ne, der Prie­ster­kra­gen, der Ehe­ring und auch die nicht-auf­rei­zen­de Klei­dung von Frau­en. Vie­le heu­ti­ge Frau­en ent­wür­di­gen sich selbst durch ihre häß­li­che Teil­be­klei­dung. Wie­vie­le sind Schuld an Ver­ge­wal­ti­gun­gen, an Miß­brauch??? Schutz­zäu­ne sind gefal­len, nie­mand ach­tet mehr das lebens­lan­ge Ver­spre­chen ande­rer. Mit einem abso­lut ego­isti­schen „ich will aber“ wird trot­zig gegen Gott gehan­delt, da hät­te man als Täte­rin schon an sei­nem schlech­ten Gewis­sen zu lei­den, aber sich noch in der Opfer­rol­le zu füh­len ist per­vers.
    Ihr Kon­ku­bi­nin­nen lasst euch gesagt sein, der gott­ge­weih­te Prie­ster hat eine hohe Beru­fung, ihr zieht ihn in den Abgrund des sün­di­gen Kon­ku­bi­nats, so etwas kann nie­mals Lie­be sein! Ihr Gemein­den und Fami­li­en stärkt Eure Prie­ster, ladet sie ein in die Fami­li­en, lasst nicht zu, dass sie sich ein­sam füh­len und der Ver­su­chung durch eine drän­gen­de Frau nach­ge­ben, ihr Fami­li­en erzieht eure Kin­der so, dass sie nie­mals in eine Ehe, in eine Prie­ster­be­ru­fung ein­drin­gen!

    • Naja…die Klei­dung hat noch nie vor etwas geschützt! Ver­ge­wal­tigt wur­de auch im Kar­tof­fel­sack — da machen Sie sich was vor. Wie kommt es dann, dass ver­ge­wal­tig­ten Frau­en oft noch von der Poli­zei vor­ge­wor­fen wur­de, sie hät­ten einen lan­gen Rock getra­gen und bes­ser eine häss­li­che Hose tra­gen sol­len — nee, das ist mir zu will­kür­lich. Klei­dung ist nun mal eine Sache der Kon­ven­ti­on einer Kul­tur und einer Zeit — das wan­delt sich. Wobei eine erkenn­ba­re Prie­ster­klei­dung schon rich­tig ist. Im übri­gen wun­de­re ich mich, dass Sie nicht sehen, wie sehr auch jun­ge Män­ner sich auf­rei­zend anzie­hen. Wenn Ihnen so ein Herr in der Tram mal sei­nen knacki­gen Hin­tern in Boxer­shorts ins Gesicht hielt, weil sei­ne Hose immer drü­ber glitt, dann wis­sen auch Frau­en nicht, wohin sie schau­en sol­len… Aber auch das ist kein neu­es The­ma. Gera­de im spä­ten Mit­tel­al­ter waren es v.a. die Män­ner, die sich unglaub­lich obszön anzo­gen…
      Und immer hat man sich dar­an abge­ar­bei­tet, als sei das der Dreh- und Angel­punkt. Man geriet ins ande­re Extrem, die Welt aber wan­del­te sich dadurch nicht und dann wie­der zurück in die Obszö­ni­tät…
      Dass Prie­ster das schlimm­ste Huren­le­ben leb(t)en, auch und vor allem unter der Sou­ta­ne, ist auch eine histo­ri­sche Tat­sa­che. Das war jahr­hun­der­te­lang eine rei­ne Kata­stro­phe. Bis hoch zu den Päp­sten wur­de das übel­ste Lot­ter­le­ben geführt — natür­lich alles in kor­rek­ten Gewän­dern. Ich sage nur: 14./15. Jh!

      Wie schreibt ein Pro­phet im AT: „Zer­reißt eure Her­zen — nicht eure Klei­der!“
      Ich fürch­te, auch wir wer­den dar­um nicht her­um­kom­men.

      • @Zeitschnur:

        Ich weiß sie schrei­ben ger­ne, aber hier wür­de ich der Vor­red­ne­rin vor­be­halt­los Recht geben, um die gan­ze Sache nicht unnö­tig zu ver­kom­pli­zie­ren!

      • @ dmhg

        Lei­der schaf­fen Sie es nicht, mei­ne Argu­men­te zu ent­kräf­ten und wer­den populistisch…schade…jaja, das 8. Gebot, offen­bar endet die kon­ser­va­ti­ve Ethik nach dem 6. Gebot jäh…

      • Mit dem Kom­men­tar der Vor­red­ne­rin war schon alles gesagt. Sicher könn­te man bei jedem x‑beliebigen Kom­men­tar die Kom­ma­stel­le suchen und alles noch so phi­lo­so­phisch und im Detail kri­ti­sie­ren, aber im Wesent­li­chen ist es doch die Wahr­heit, dass sich durch die Offen­heit der weib­li­chen Klei­dung vie­les geän­dert hat im Gegen­satz zu frü­her. Man hat kei­nen Respekt mehr vor dem eige­nen Kör­per, der ein Tem­pel des Hei­li­gen Gei­stes sein soll, ent­spre­chend dem Wil­len Got­tes.
        Und dass vie­le Prie­ster sich öffent­lich nicht als sol­che zu erken­nen geben ist eben­falls pro­ble­ma­tisch. Erstens ste­hen sie damit nicht mehr zu ihrem(ewigen) Amt, zwei­tens wird poten­zi­el­len Frau­en nicht mehr signa­li­siert, dass es sich um einen Prie­ster han­delt, für den das Zöli­bat gilt.

        Kar­di­nal Schön­born, anson­sten streit­bar, hat vor eini­gen Jah­ren im Öster­rei­chi­schen Fern­se­hen gemeint, ein Drit­tel der Bevöl­ke­rung Öster­reichs lebe de fac­to zöli­ba­tär — also wie im Zöli­bat. Aber gera­de bei Prie­stern wird es dann zum Pro­blem sti­li­siert, eigent­lich unver­ständ­lich.

      • @ dhmg

        Es hat nichts mit Phi­lo­so­phie und Kom­mas zu tun, wenn ich spie­ßi­gen Hyste­rien auf die Füße hel­fen will — die Prie­ster­klei­dung ist nicht v.a. wegen dem Sex wich­tig, son­dern damit man den Prie­ster als Got­tes­mann (Seel­sor­ger, Hel­fer, Beicht­va­ter etc.) sofort erkennt. Nur des­we­gen! Ein Mann ist doch kein Frei­wild — auch dann nicht, wenn er obszön geklei­det ist, was heu­te auch sehr häu­fig ist!

        Oder geht es in Ihrer Welt so zu, dass man sofort mit einem Typen ins Bett geht, ohne ihn wenig­stens zu fra­gen, was er beruf­lich macht? Sehr katho­lisch: „O Ver­zei­hung, hät­test du ne Sou­ta­ne getra­gen, hätt ich dich nicht abge­schleppt.“

        Das ist ein gewal­ti­ger Schritt, mit jemad­nem ins Bett zu gehen, und das pas­siert nicht aus Ver­se­hen! Was für ein Men­schen­bild haben Sie? Das erin­nert mich an das Gere­de von den „unge­woll­ten Schwan­ger­schaf­ten“.

        Und auch Ihr bedau­erns­wer­ter Prie­ster im Stra­ßen­an­zug hat einen Mund und kann flir­ten­den Damen klar­ma­chen, dass er Prie­ster ist und gewis­se Gren­zen hat — so wie man das auch als Ver­hei­ra­te­ter tut.

  5. Wenn Frau­en, die mit einem Prie­ster in einer Part­ner­schaft leben, einen Brief zum Zöli­bat schrei­ben, müss­te die­ser von den zustän­di­gen kirch­li­chen Auto­ri­tä­ten beant­wor­tet wer­den, bei­spiels­wei­se von der Kle­rus­kon­gre­ga­ti­on (wenn man sich die Mühe denn machen will, jede Dis­kus­si­on läuft sich ja auch irgend­wann tot). Aber wenn sich Müt­ter von Prie­ster dar­an machen, eine Replik zu ver­fas­sen, emp­fin­de ich das schon als ziem­lich unglück­lich … als müs­se die star­ke Mut­ter ihren hei­lig­mä­ßi­gen Sohn vor den Ver­füh­run­gen durch das böse Weib beschüt­zen.
    Auch in man­chen Postings hier miss­fällt mir die­se Ten­denz … die durch­trie­be­ne Frau, die den ahnungs­lo­sen Geist­li­chen in die Sün­de hin­ein­zieht. Ver­zei­hung, aber Prie­ster sind kei­ne Bubis, son­dern erwach­se­ne Män­ner, und zu einer Bezie­hung zwi­schen Erwach­se­nen gehö­ren halt immer zwei, die dar­in ein­wil­li­gen. Die Ver­feh­lung betrifft bei­de glei­cher­ma­ßen.

    • Vol­le Zustim­mung!

      Das The­ma „Prie­ster­müt­ter“ ist ohne­hin ein hei­ßes Eisen — all­zu­oft hat man den Ein­druck, dass eher die Mut­ter eine Beru­fung zur Prie­ster­mut­ter hat­te als der Sohn zum Prie­ster­amt…

  6. Weni­ge Wochen vor sei­nem Tod beklag­te ein Prie­ster: „War­um wird in der Öffent­lich­keit von Nicht­be­trof­fe­nen immer wie­der der Zöli­bat dis­ku­tiert ? War­um wer­den wir Prie­ster, die ihn leben, nicht gefragt, war­um w i r zöli­ba­tär leben ?“ Stimmt genau — Wer kei­ne Ahnung vom geweih­ten Leben um des Him­mel­rei­ches wil­len hat, soll­te bes­ser den Mund hal­ten. Die kirch­lich geschlos­se­ne Ehe ist ein hei­li­ges von Gott besie­gel­tes Sakra­ment, eben­so ist das Prie­ster­tum ein hei­li­ges Sakra­ment. Bei­de dür­fen nicht von Men­schen­hand ver­än­dert oder ange­passt wer­den.
    „Denn sobald das Prie­ster­tum geän­dert wird, ändert sich not­wen­dig auch das Gesetz“.(Hebr. 7, 12)
    ..„Denn es wird bezeugt: Du bist Prie­ster auf ewig nach der Ord­nung Melchisedeks.“(Hebr.7,17)
    Ein jun­ger, from­mer, attrak­ti­ver Prie­ster wur­de von einer jun­gen Frau gefragt: „Wie machen Sie das mit dem Zöli­bat ? Was machen Sie, falls Sie sich in eine Frau ver­lie­ben und sie hei­ra­ten wol­len ?“ Der Prie­ster ent­geg­ne­te: „Ich bete sehr viel, habe Sehn­sucht nach Chri­stus und des­halb gar kein Ver­lan­gen nach einer Frau.“ Eine prie­ster­li­che Beru­fung in Ver­bin­dung mit einem Versprechen/Gelöbnis allein sind kei­ne Garan­ten für ein gutes Prie­ster­tum, son­dern ein­zig Demut und Gebet, Gebet und noch­mals Gebet führt zu guten begna­de­ten Prie­stern. Dabei ist es nicht nur wich­tig, son­dern uner­läß­lich das jeder ein­zel­ne Christ immer wie­der auf­ge­ru­fen ist, für gute, from­me und treue Arbei­ter im Wein­berg des Herrn zu beten. Feh­len­des per­sön­li­ches und feh­len­des glau­bens­ge­schwi­ster­li­ches Gebet kann den besten prie­ster­li­chen Wil­len nicht erset­zen. Prie­ster­man­gel und Abfall vom wei­he­am­t­li­chen Prie­ster­tum hän­gen — neben vie­len wei­te­ren Fak­to­ren — mit feh­len­dem Gebet zusam­men. War­um wird die ehren­vol­le Anspra­che „Hoch­wür­den“ heut­zu­ta­ge kaum mehr ver­wen­det ? War­um wird ein Prie­ster mit „Guten Tag“ begrüßt anstatt mit „Gelobt sei Jesus Chri­stus“ — so wie es vor eini­gen Jahr­zehn­ten noch guter und respekt­vol­ler Brauch war ? Heu­te heißt es besten­falls „dan­ke­schön“ — frü­her sag­te man „Ver­gelts Gott“. Prie­ster sind weder Schach­fi­gu­ren noch Mario­net­ten, irgend­wel­cher kirch­li­cher Hier­ar­chien. Prie­ster gehö­ren nicht an den Schreib­tisch in die Ver­wal­tung, wie das in Trier lei­der in meh­re­ren Fäl­len gehand­habt wird. Prie­ster sind wie der Hei­li­ge Pfar­rer von Ars in erster und aus­schließ­li­cher Linie Seel­sor­ger, die nicht coa­chen, ver­wal­ten oder mana­gen, son­dern die Sakra­men­te spen­den, Beich­te hören, die Eucha­ri­stie fei­ern und für die ihnen anver­trau­ten See­len Sor­ge tra­gen und die vor Gott eines Tages Rechen­schaft dafür able­gen wer­den müs­sen. Die ewig frucht­lo­sen Dis­kus­sio­nen über die Not­wen­dig­keit des Zöli­bats erüb­ri­gen sich, wenn man in der Kurz­ge­schich­te von Wer­ner Schur „Höl­le ohne Feu­er“ liest: „Der Auf­er­stan­de­ne hat geges­sen, aber kei­ne Wei­ber gehabt“, ant­wor­te­te das Fräu­lein.

    • Zu dem Zitat: „Wie machen Sie das mit dem Zöli­bat ? Was machen Sie, falls Sie sich in eine Frau ver­lie­ben und sie hei­ra­ten wol­len?“
      Wel­cher Sin­gle im Lai­en­stand muss sich von Men­schen, die er nur flüch­tig kennt, immer wie­der die­se Fra­ge anhö­ren, die sein inti­mes Leben betrifft? Wahr­schein­lich kaum einer, weil es eine Tabu-Fra­ge ist. Einem Prie­ster gegen­über wer­den die Schran­ken, die einem kon­ven­tio­nel­len Gespräch gesetzt sind über­sprun­gen und jede natür­li­che Höf­lich­keit bei­sei­te gelas­sen. Die Fra­ge ist unge­hö­rig und zeugt von Respekt­lo­sig­keit und Grob­heit. Nach dem Motto:„Jetzt bin ich ein­mal ganz frech und fra­ge sie ganz offen…“ etc. Der Respekt vor dem ande­ren (bes. vor dem Prie­ster­stand) und das Bestre­ben, pein­li­che Situa­tio­nen zu ver­mei­den, soll­te uns die­se neu­gie­ri­ge Fra­ge­rei ver­bie­ten.

      • Ach, das ist aber doch etwas ver­klemmt, nicht? War­um soll ein Prie­ster oder sonst wer, der weiß, wo er steht, auf die­se Fra­ge nicht auch auf­recht ant­wor­ten?

        Was soll das sein, die­ses „Ver­lie­ben“? Ist es die­ser illu­sio­nä­re Wahn über eine Per­son, die­ser Miss­bra­cuh eines ande­ren als Pro­jek­ti­ons­flä­che für eige­ne Wün­sche?
        Man soll­te gegen die­ses unrei­fe Gefühl in sich selbst immer ankämp­fen, weil es grund­sätz­lich den ande­ren Men­schen miss­braucht.
        Lie­be jeden­falls sucht immer das Wohl des ande­ren, das man nicht selbst set­zen kann.

      • Eine ehr­li­che Fra­ge darf eine ehr­li­che Ant­wort erwar­ten und genau das ist es, wor­an es heut­zu­ta­ge man­gelt: Prie­ster, die sich offen zu ihrer Beru­fung, näm­lich zum Beten und zu Gott beken­nen und den Men­schen dies auch sagen.
        Die­ses Gespräch ist kei­ne Fik­ti­on, son­dern hat tat­säch­lich so statt­ge­fun­den, weil die Bekann­te von mir, den Prie­ster wäh­rend eines geist­li­chen Gesprä­ches auf den Zöli­bat ansprach, nicht weil sie „fal­sche Absich­ten“ heg­te, son­dern des­halb weil sie sich dar­über freute,das der Prie­ster zuvor einen wun­der­ba­ren, sehr fei­er­li­chen und wür­di­gen Got­tes­dienst zele­briert hat­te. Weil aber damals zeit­gleich der Zöli­bat laut­stark in der Öffent­lich­keit dis­ku­tiert wur­de, woll­te sie von die­sem Prie­ster wis­sen, wie er denn mit dem Zöli­bat umge­he, weil doch „alle“ sagen : „Weg mit die­sem alten Zopf“.…Die jun­ge Frau woll­te also ledig­lich wis­sen, wie oder ob ein von der Öffent­lich­keit immer wie­der ange­pran­ger­tes zöli­ba­tä­res Leben heut­zu­ta­ge über­haupt mög­lich ist.
        Ein prie­ster­li­ches oder geweih­tes zöli­ba­tä­res Leben kann nur mit sehr viel Gebet und dem ehr­li­chen Bekennt­nis zu Gott gelin­gen. Gott darf nicht in der Kir­che ver­steckt wer­den. Es muß auch öffent­lich — in der Welt — von ihm gespro­chen wer­den. Lei­der sind wir zuneh­mend in allen Berei­chen von Welt und Kir­che von Frei­mau­rern umge­ben, wie der fol­gen­de Aus­zug beweist:

        Das Frei­mau­rer­ge­setz Nr. 24 zur Zer­stö­rung der katho­li­schen Kir­che lau­tet:
        „Redu­ziert die Beru­fun­gen zum Prie­ster dadurch, daß Lai­en die Ehr­furcht vor ihnen ver­lie­ren. Ein Skan­dal eines Prie­sters in der Öffent­lich­keit wird Tau­sen­de Beru­fun­gen ver­nich­ten. L o b t abge­fal­le­ne Prie­ster, die wegen der Lie­be zu einer Frau, alles auf­ge­ge­ben haben. Nennt sie hero­isch, hel­den­haft. Ehrt die lai­sier­ten Prie­ster als wah­re Mär­ty­rer, die so unter­drückt wur­den, daß sie es nicht län­ger ertra­gen konnten.….„Seid tole­rant gegen die Homo­se­xua­li­tät bei Prie­stern. Sagt den Men­schen daß die Prie­ster ein­sam sind“.

      • Wir leben aber nun mal nicht mehr in Zei­ten, in denen man „Hoch­wür­den“ sagt. Das hat etwas Gestelz­tes und Gekün­stel­tes. Es ist unecht und irgend­wie lächer­lich unter den gege­be­nen Umstän­den — Prie­ster, die in Sou­ta­nen her­um­ren­nen, flap­sig reden, auf Face­book posten und auf cha­ris­ma­ti­schen Events hal­le­lu­ja­ham­peln und dann wie­der die alte Mes­se zele­brie­ren — sor­ry: da wür­de sich jeder Hoch­wür­den von Anno dazu­mal im Grab umdre­hen.

        Hören wir doch end­lich auf, blo­ßen Sit­ten nach­zu­trau­ern, die man nicht mehr ohne wei­te­res zurück­ho­len kann in eine völ­lig ver­wan­del­te Lebens­welt!

        Was heu­te übri­gens nach wie vor passt, ist die Anre­de „Pater“. Das ent­spricht auch am ehe­sten dem, wor­um es geht. In ande­ren Län­dern war das auch vor 100 Jah­ren bis heu­te die gän­gi­ge Anre­de für einen Prie­ster. Man kann es sich auch schwer machen. Und die Deut­schen nei­gen zum Über­trei­ben…
        Und das „Vergelt’s Gott“ wird auch heu­te noch viel gesagt, eben­so das „Grüß Gott!“ — aber viel­leicht liegt das dar­an, dass ich im Süden lebe. Mag sein, dass es das andersw nicht mehr gibt…

        Wir leben in einer offe­nen und frei­zü­gi­gen Zeit. das ist nun mal so — es hilft nichts, dar­über stän­dig zu lamen­tie­ren. Der Pri­ster muss mit der Anfor­de­rung umge­hen, die hier und jetzt an ihn gestellt wird und nicht mit irgend­wel­chen mani­rier­ten katho­li­schen Traum­wel­ten, die dann womög­lich noch macht­gie­ri­ge Prie­ster­müt­ter wie eine Basti­on um ihn her­um auf­rich­ten.

        Stel­len wir uns end­lich der Rea­li­tät!

    • Sehr rich­tig erkannt Regi­na. Es kom­men immer nur die Prie­ster zu Wort, die gern ihr frei­wil­li­ges Zöli­bats-Ver­spre­chen bre­chen wol­len. Es wird immer gejam­mert, wie schwer sie es haben und wie sie lei­den.…. Dabei könn­ten die betrof­fe­nen Prie­ster sich von ihrem Amt ent­bin­den las­sen und zur EKD gehen. Dort herrscht ja das sexu­el­le „Para­dies“ auf Erden mit Erlaub­nis von oben.

      Die Mas­sen­me­di­en las­sen kei­ne Gele­gen­heit aus die RKK lächer­lich zu machen. Prie­ster fal­len zu sehen, ist ihnen ein Genuss. Von Prie­stern, die tol­le Arbeit lei­sten, über sich hin­aus­wach­sen, die nachts um drei geweckt wer­den, um die Ster­be­sa­kra­men­te zu spen­den, die in mate­ri­el­ler Armut leben, nein von ihnen hört man nichts. Oder höch­stens nur, wenn sie in einem drit­te Welt Land klei­nen schwar­zen Kin­dern hel­fen.

      • Dan­ke für die­se guten Gedan­ken. Dazu möch­te ich noch etwas bei­fü­gen. Wenn ein Prie­ster auf Abwe­ge gekom­men, soll­te man dar­über schwei­gen, auf die Knie fal­len und um sei­ne Bekeh­rung beten und fle­hen. Wenn genüss­lich dar­über berich­tet — etwa beim Kaf­fee­kränz­chen oder am Bier­tisch, dann kom­men alle Dämo­nen und ver­fluch­ten Gei­ster der Ver­damm­ten und zie­hen die­sen armen Men­schen noch tie­fer in den Sumpf — wenn wir aber beten und stell­ver­tre­tend süh­nen, im instän­di­gen Gebet für ihn ein­tre­ten — kom­men alle Engel und Hei­li­gen und hel­fen ihm wie­der auf und Got­tes Gna­de wird ihm Umkehr und Hin­kehr zum Herrn gewäh­ren — nicht auf Knopf­druck — das kann sehr lan­ge Zeit gehen — aber ich glau­be fest, dass da das Wort Jesu an Petrus auch hier gilt: der Satan hat ver­langt, euch zu sie­ben, wie man den Wei­zen siebt, ich habe für dich gebe­ten, dass dein Glau­be nicht wan­ke — wenn du dann bekehrt bist, stär­ke dei­ne Brü­der.

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