„Doppelgänger“ des Papstes wird neuer Erzbischof von Madrid

Erzbischof Osoro von Valencia
Erz­bi­schof Osoro von Valen­cia wird neu­er Erz­bi­schof von Madrid

(Madrid/Rom) Erz­bi­schof Car­los Osoro Sier­ra von Valen­cia wird neu­er Erz­bi­schof von Madrid. Dies hät­ten spa­ni­sche Regie­rungs­krei­se laut Spa­ni­ens Medi­en bestä­tigt. Eine offi­zi­el­le Ernen­nung durch Papst Fran­zis­kus wur­de noch nicht bekannt­ge­ge­ben. Wird Anto­nio Kar­di­nal Cañi­za­res Llove­ra, der Prä­fekt der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on zum neu­en Erz­bi­schof von Valen­cia ernannt?

Erz­bi­schof Osoro, Jahr­gang 1945, zunächst in der Pfarr­seel­sor­ge tätig, war dann Rek­tor des Prie­ster­se­mi­nars sei­ner Hei­mat­diö­ze­se San­tan­der und gleich­zei­tig Gene­ral­vi­kar der­sel­ben. Ende 1996 wur­de er von Papst Johan­nes Paul II. zum Bischof von Oren­se ernannt, 2002 zum Bischof von Ovie­do beför­dert und 2009 von Papst Bene­dikt XVI. auf den Erz­bi­schofs­stuhl von Valen­cia beru­fen.

„Bin weder ein Konservativer noch ein Progressiver“

Für spa­ni­sche Medi­en gilt Erz­bi­schof Osoro wegen einer gewis­sen Ähn­lich­keit als „Dop­pel­gän­ger“ von Papst Fran­zis­kus. Auf die Fra­ge, ob er ein „Kon­ser­va­ti­ver oder Pro­gres­si­ver“ sei, ant­wor­tet der Bischof: „Weder der eine noch der ande­re. Sicher ist, daß ein Mann der Kir­che ein Mann des Dia­logs sein muß. Wenn es fort­schritt­lich ist, der apo­sto­li­schen Suk­zes­si­on treu zu sein, Bene­dikt XVI. und vor ihm Johan­nes Paul II., ein Mann der Ein­heit mit den ande­ren Bischö­fen zu sein, die katho­li­sche Leh­re und dem Kate­chis­mus Gel­tung zu ver­schaf­fen, dann bin ich fort­schritt­lich.“ Katho­li­sche Beob­ach­ter beschrei­ben den Erz­bi­schof als „sym­pa­thisch“, „umgäng­lich“, „nicht par­tei­isch“. Er habe damit „alle Eigen­schaf­ten, die ihn für eine Kar­rie­re begün­sti­gen. Eine Aus­sa­ge über die Hal­tung und Lei­stung ist damit aber nicht ver­bun­den“, so José Fran­cis­co de la Cigo­ña.

Frage des Ritus darf nicht „ideologisch“ sein

Als Erz­bi­schof von Valen­cia zeig­te Msgr. Osoro beson­ders Auf­merk­sam­keit für die Armen. Die För­de­rung von Prie­ster­be­ru­fun­gen führ­te zu einem Anstieg der Semi­na­ri­sten­zah­len. Im ver­gan­ge­nen Stu­di­en­jahr gab es 17 Neu­ein­trit­te. Zum über­lie­fer­ten Ritus sag­te der Erz­bi­schof von Valen­cia: „Die außer­or­dent­li­che Form des Römi­schen Ritus wur­de durch die Appor­ba­ti­on des Pap­stes zur ordent­li­chen Form. Es gibt kein Pro­blem. Wo es eine Not­wen­dig­keit gibt, braucht man nur anzu­fra­gen. Man kann aber den Ritus nicht ideo­lo­gisch auf­rol­len: Pro­gres­si­ve und Kon­ser­va­ti­ve. Es gilt, die Leh­re der Kir­che anzu­er­ken­nen, die imstan­de ist, in der­sel­ben Mes­se Chri­sten unter­schied­li­cher Sen­si­bi­li­tät zu ver­ei­nen.“

Wer folgt als Erzbischof von Valencia

Seit 2014 ist Erz­bi­schof Osoro stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der Spa­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz. Die Beför­de­rung nach Madrid prä­de­sti­niert ihn in der näch­sten Amts­pe­ri­ode für den Vor­sitz in der Bischofs­kon­fe­renz. Unter­des­sen gibt es in Spa­ni­en Spe­ku­la­tio­nen, ob Anto­nio Kar­di­nal Cañi­za­res Llove­ra, der Prä­fekt der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on zum neu­en Erz­bi­schof von Valen­cia ernannt wird. Die Spe­ku­la­tio­nen um den spa­ni­schen Kuri­en­kar­di­nal hal­ten sich seit dem jüng­sten Kon­kla­ve wegen der nicht beson­ders aus­ge­präg­ten Sen­si­bi­li­tät von Papst Fran­zis­kus für die Lit­ur­gie. Bestärkt wer­den sie, weil der Papst Kar­di­nal Cani­za­res als ein­zi­gen Prä­fek­ten einer römi­schen Kon­gre­ga­ti­on noch nicht in sei­nem Amt bestä­tigt hat. Kar­di­nal Cañi­za­res stammt aus der Pro­vinz Valen­cia.

Die Kir­che denkt über lan­ge Zeit­räu­me, wes­halb auch Per­so­nal­ent­schei­dun­gen in eine bestimm­te Rich­tung nur schwer­fäl­lig kor­ri­giert wer­den kön­nen. „Es dau­er­te zu lan­ge, in Spa­ni­en den schlech­ten Mon­ti­ni-Epi­sko­pat zu erset­zen. Das­sel­be bräuch­te Argen­ti­ni­en, um den Ber­go­glio-Epi­sko­pat los­zu­wer­den.“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: antena3 (Screen­shot)

1 Kommentar

  1. Wie meint er die­sen Satz: „Die außer­or­dent­li­che Form… wur­de zur ordent­li­chen“? Eher ja wohl umge­kehrt rein recht­lich gese­hen. Dadurch, dass der Papst (Paul VI.) den neu­en Ritus appro­biert hat, wwur­de er zur ordent­li­chen Form. Die bis dahin ordent­li­che Form de fac­to auf­ge­ge­ben und de iure erst durch Summorum Pon­ti­fi­cum als außer­or­dent­li­che Form wie­der­be­lebt.

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