Aufstand der arabischen Christen gegen orthodoxen Patriarchen Jerusalems

Arabische Christen gegen den griechisch-orthodoxen Patriarchen
Ara­bi­sche Chri­sten gegen den grie­chisch-ortho­do­xen Patri­ar­chen

(Jeru­sa­lem) Wegen der lau­fen­den israe­li­schen Mili­tär­ak­ti­on ist es zum offe­nen Kon­flikt zwi­schen den grie­chisch-ortho­do­xen Gläu­bi­gen des Hei­li­gen Lan­des mit ihrem Patri­ar­chen von Jeru­sa­lem gekom­men. Die ara­bi­schen Chri­sten grie­chisch-ortho­do­xen Glau­bens wer­fen Patri­arch Theo­phi­los III. von Jeru­sa­lem vor, eine zu nach­sich­ti­ge Posi­ti­on für die „israe­li­schen Täter“ ein­zu­neh­men, die einen „Geno­zid­krieg“ füh­ren, wie sie sagen. Der inter­ne Kon­flikt in der Ortho­do­xen Kir­che von Jeru­sa­lem kann auch öku­me­ni­sche Rück­wir­kun­gen haben. Patri­arch Theo­phi­los III. ist vom kom­men­den 15.–23. Sep­tem­ber Gast­ge­ber der näch­sten Voll­ver­samm­lung der Kom­mis­si­on für den theo­lo­gi­schen Dia­log zwi­schen der Katho­li­schen und der Ortho­do­xen Kir­che. Das The­ma der Ver­samm­lung ist der päpst­li­che Pri­mat.

Die Voll­ver­samm­lung soll in der jor­da­ni­schen Haupt­stadt Amman statt­fin­den, die zum Juris­dik­ti­ons­be­reich des Jeru­sa­le­mer Patri­ar­chats gehört. Der Ort wur­de gewählt, um einen ruhi­gen und siche­ren Ver­lauf zu garan­tie­ren, wäh­rend rings­um in der gesam­ten Regi­on Kon­flik­te toben. Gera­de in Amman ist nun unter den ein­hei­mi­schen ortho­do­xen Chri­sten der Kon­flikt mit dem Patri­ar­chen aus­ge­bro­chen, der das gesam­te Patri­ar­chat betrifft.

Arabische Christen gegen griechischen Episkopat

Theophilos III.
Theo­phi­los III., seit 2005 grie­chisch-ortho­do­xer Patri­arch von Jeru­sa­lem

Ver­gan­ge­ne Woche wur­de in der Haupt­stadt des hasche­mi­ti­schen König­reichs von ortho­do­xen Chri­sten eine Bewe­gung zur „Erneue­rung des Patri­ar­chats“ gegrün­det. Mehr als 700 Ver­tre­ter der ara­bi­schen grie­chisch-ortho­do­xen Chri­sten des Hei­li­gen Lan­des und der angren­zen­den Gebie­te hat­ten sich dazu in Amman ver­sam­melt, ange­führt von den weni­gen ara­bi­schen Bischö­fen und Archi­man­dri­ten des Patri­ar­chats. Die ara­bi­schen Chri­sten kri­ti­sie­ren einen Nie­der­gang des Patri­ar­chats und geben dafür dem fast nur aus Grie­chen bestehen­den Epi­sko­pat die Schuld. Die Grie­chen kämen von aus­wärts und zeig­ten zu wenig Ver­ständ­nis für die Anlie­gen der ein­hei­mi­schen ara­bi­schen Chri­sten im Hei­li­gen Land. Im Patri­ar­chat von Jeru­sa­lem ist die Bestel­lung der Patri­ar­chen und der mei­sten Bischö­fe fest in der Hand der grie­chi­schen Mönchs­kon­gre­ga­ti­on von St. Micha­el.

Der ein­zi­ge ara­bi­sche Bischof, Atal­lah Han­na und die ara­bi­schen Archi­man­dri­ten bekla­gen gemein­sam mit den ara­bi­schen Prie­stern und Gläu­bi­gen „eine ras­si­sti­sche Vor­herr­schaft über die Kir­che von Jeru­sa­lem“ und einen Nie­der­gang der­sel­ben aus Man­gel an seel­sorg­li­cher Betreu­ung der Gläu­bi­gen, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu einem dra­sti­schen Rück­gang der ortho­do­xen Chri­sten geführt habe. Eine Dezi­mie­rung durch Aus­wan­de­rung oder Abwan­de­rung zu ande­ren christ­li­chen Kir­chen des Hei­li­gen Lan­des.

Die Unter­zeich­ner des Mani­fests von Amman pro­te­stie­ren gegen die „Ver­schleu­de­rung“ der Schät­ze, die der Kir­che durch ver­gan­ge­ne Genera­tio­nen von Gläu­bi­gen geschenkt wur­den. Sie kri­ti­sie­ren den deso­la­ten Zustand der Schu­len des Patri­ar­chats und die Kor­rup­ti­on in der Güter­ver­wal­tung.

Israelisch-palästinensischer Krieg verschärft innerorthodoxen Konflikt

Der älte­re inter­ne Kon­flikt zwi­schen grie­chi­schem Epi­sko­pat und ara­bi­schen Gläu­bi­gen wird durch den israe­lisch-palä­sti­nen­si­schen Kon­flikt noch ver­schärft. „Unser Volk wird durch die israe­li­sche Armee aus­ge­löscht“, heißt es im Mani­fest, „wäh­rend ein Prie­ster uns über­re­den will, die Wehr­pflicht in der zio­ni­sti­schen Besat­zungs­ar­mee zu akzep­tie­ren und das mit der Unter­stüt­zung und dem Segen des Patri­ar­chen, der die Lei­den sei­nes Vol­kes nie berück­sich­tigt hat“.

Die Rede ist von Gabri­el Nad­daf, einem grie­chisch-ortho­do­xen Prie­ster, der in der Gegend von Naza­reth wirkt. Nad­daf ist die kirch­li­che Haupt­fi­gur einer von israe­li­schen poli­ti­schen Krei­sen gespon­ser­ten Kam­pa­gne, die Wehr­pflicht auf die ara­bi­sche Bevöl­ke­rung Isra­els aus­zu­deh­nen.

Patri­arch Theo­phi­los III. wird zudem vor­ge­wor­fen, einen „Offi­zier der Besat­zungs­ar­mee“ aus­ge­zeich­net zu haben, „wäh­rend unser Volk – Frau­en, Kin­der, Alte – von deren Artil­le­rie unter Beschuß genom­men wer­den.“

Arabische orthodoxe Christen des Heiligen Landes proben den Aufstand
Ortho­do­xe ara­bi­sche Chri­sten des Hei­li­gen Lan­des pro­ben den Auf­stand

Manifest von Amman

Im Mani­fest von Amman beto­nen die ortho­do­xen Chri­sten ihr Ara­ber­tum und den Wil­len zur „Ver­tei­di­gung unse­rer Nati­on“. Sie for­dern ein kirch­li­ches Erwa­chen, das „die Leh­ren der Väter, die Cano­nes der Kir­che und ihre Spi­ri­tua­li­tät sowohl in ihrer pasto­ra­len als auch patrio­ti­schen Dimen­si­on bewahrt“. In acht kon­kre­ten Punk­ten for­dern sie ein Ende des Aus­ver­kaufs des kirch­li­chen Besit­zes, eine geän­der­te Zusam­men­set­zung des Hei­li­gen Syn­od durch Auf­nah­me von Ara­bern, die Schaf­fung eines Wahl­kör­pers, dem auch ein­hei­mi­sche Prie­ster und Lai­en ange­hö­ren, die auch an der Ver­wal­tung der Kir­che betei­ligt wer­den sol­len.

Das Mani­fest endet mit dem Bemü­hen um poli­ti­sche Rücken­deckung für ihre Initia­ti­ve, indem die Unter­zeich­ner eine Erge­ben­heits­er­klä­rung für König Abdul­lah II. von Jor­da­ni­en abge­ben und beto­nen, daß das hasche­mi­ti­sche König­reich Schutz­macht der „mos­le­mi­schen und christ­li­chen hei­li­gen Stät­ten von Jeru­sa­lem“ ist. Zudem bit­ten sie Palä­sti­nen­ser­prä­si­dent Mahmoud Abbas um Unter­stüt­zung.

Zum Zeit­punkt der Aus­ru­fung des Staa­tes Isra­el waren 30 Pro­zent der Ein­woh­ner des Hei­li­gen Lan­des Chri­sten. Heu­te sind es weni­ger als drei Pro­zent.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wikicommons/Vatican Insider/Asianews

29 Kommentare

  1. Die Chri­sten im Nahen Osten wer­den immer weni­ger, weil sie unter sanf­tem Druck zwangs­is­la­mi­siert wer­den, auch Jas­sir Ara­fat war ursprüng­lich Christ!
    Das ist doch dum­mes Zeug, die Schuld dar­an den Israe­lis in die Schu­he zu schie­ben!

    • Alles, was da oben berich­tet wird, offen­bart die Ver­wor­ren­heit der Situa­ti­on. Wer weiß, wel­che Kräf­te dahin­ter ste­hen!? Dass aber Isra­el nicht der allei­ni­ge „Böse“ ist, glaubt ohne­hin kein ver­nünf­ti­ger Mensch. Die Ver­schwö­rung­plat­te von der all­mäch­ti­gen Kon­nek­ti­on zwsi­chen den teuf­l­si­chen USA und dem noch teuf­li­sche­ren Isra­el und dem aller­ärm­sten, ach so geschun­de­nen, und ach so unschul­di­gen Arb­ab­er­tum ist ein ech­ter gei­sti­ger und geist­li­cher Defekt — allein die Ara­f­at­bio­gra­fie zeigt uns einen Ara­ber, der lan­ge vor der Grün­dung Isra­els bereits in übel­ste Machen­schaf­ten ver­wickelt war. und die­se Machen­schaf­ten legen immer wie­der die Ver­wir­rung des Pan­ara­bis­mus mit dem Faschis­mus, den Nazis und in lan­ger Fol­ge mit dem Isla­mis­mus offen.

      Wer also als Christ gegen Isra­el schimpft, ist nicht ganz bei Trost — denn es gilt, was der Apo­stel schrieb (Römer 11):

      „25 Damit ihr euch nicht auf eige­ne Ein­sicht ver­lasst, Brü­der, sollt ihr die­ses Geheim­nis wis­sen: Ver­stockung liegt auf einem Teil Isra­els, bis die Hei­den in vol­ler Zahl das Heil erlangt haben;
      26 dann wird ganz Isra­el geret­tet wer­den, wie es in der Schrift heißt: Der Ret­ter wird aus Zion kom­men, er wird alle Gott­lo­sig­keit von Jakob ent­fer­nen.
      27 Das ist der Bund, den ich ihnen gewäh­re, wenn ich ihre Sün­den weg­neh­me.
      28 Vom Evan­ge­li­um her gese­hen sind sie Fein­de Got­tes, und das um euret­wil­len; von ihrer Erwäh­lung her gese­hen sind sie von Gott geliebt, und das um der Väter wil­len.
      29 Denn unwi­der­ruf­lich sind Gna­de und Beru­fung, die Gott gewährt.
      30 Und wie ihr einst Gott unge­hor­sam wart, jetzt aber infol­ge ihres Unge­hor­sams Erbar­men gefun­den habt,
      31 so sind sie infol­ge des Erbar­mens, das ihr gefun­den habt, unge­hor­sam gewor­den, damit jetzt auch sie Erbar­men fin­den.
      32 Gott hat alle in den Unge­hor­sam ein­ge­schlos­sen, um sich aller zu erbar­men.
      33 O Tie­fe des Reich­tums, der Weis­heit und der Erkennt­nis Got­tes! Wie uner­gründ­lich sind sei­ne Ent­schei­dun­gen, wie uner­forsch­lich sei­ne Wege!1
      34 Denn wer hat die Gedan­ken des Herrn erkannt? Oder wer ist sein Rat­ge­ber gewe­sen?
      35 Wer hat ihm etwas gege­ben, sodass Gott ihm etwas zurück­ge­ben müss­te?
      36 Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die gan­ze Schöp­fung. Ihm sei Ehre in Ewig­keit! Amen.

      Auch hier im Forum wird immer wie­der der Inhalt die­ses Schrift­wor­tes bestrit­ten. Vie­le haben hier schon behaup­tet, es bestün­de kein Bund mehr zwi­schen dem alten Isra­el und Gott. es ist brand­ge­fähr­lich, so etwas zu sagen, weil es direkt die Lie­be und Treue Got­tes leug­net, denn ER ließ SEINEN Apo­stel etwas ande­res sagen:

      „Das ist der Bund, den ich ihnen gewäh­re, wenn ich ihre Sün­den weg­neh­me.
      Vom Evan­ge­li­um her gese­hen sind sie Fein­de Got­tes, und das um euret­wil­len; von ihrer Erwäh­lung her gese­hen sind sie von Gott geliebt, und das um der Väter wil­len.“

      Wer die­sen Bund Got­tes mit dem ver­stock­ten Volk bestrei­tet, der beraubt sich auto­ma­tisch sei­nes eige­nen Heils. Und das ist auch der Grund für den Nie­der­gang der ori­en­ta­li­schen Chri­sten — das und nur das!

      • „Wer die­sen Bund Got­tes mit dem ver­stock­ten Volk bestrei­tet, der beraubt sich auto­ma­tisch sei­nes eige­nen Heils. Und das ist auch der Grund für den Nie­der­gang der ori­en­ta­li­schen Chri­sten – das und nur das!“

        Viel­leicht soll­ten Sie ein biss­chen Ver­ständ­nis für die voll­kom­men unmög­li­che Situa­ti­on der Chri­sten im Nahen Osten auf­brin­gen.

        Sie sind nicht zu benei­den. Von uns im Westen kön­nen sie nichts erwar­ten, denn wir Euro­pä­er haben die Par­tei der Mus­li­me ergrif­fen und von den Ame­ri­ka­nern ist eben­falls nach der dop­pel­ten Plei­te in Irak und Afgha­ni­stan nichts Gutes zu erwar­ten.

        Die Christ­li­che Min­der­heit im nahen Osten ist ganz allein auf sich gestellt.

        Haben wir Erbar­men mit ihnen !

      • Das ist zwar rich­tig, was Sie für die aktu­el­le Gegen­wart schrei­ben, wenn man nicht danach fragt, wie die Chri­sten eigent­lich ins­ge­samt seit Jahr­hun­der­ten in die­se Lage kom­men konn­ten, aber die gespal­te­ne Hal­tung der Chri­sten ist auch haus­ge­macht.
        Nach­dem ich die Geschich­te des Chri­sten­tums unter dem Islam gele­sen habe, muss­te ich da umden­ken — die Chri­sten haben sich all­zu oft, weil sie unter­ein­an­der nicht klar kamen, lie­ber Mus­li­men anver­traut als zum Bei­spiel Rom, von weni­gen abge­se­hen, und es scheint nicht anders gewor­den zu sein…und nun hat sich lei­der auch Rom von Rom gelöst…jetzt ist es zu spät…

      • Die Wor­te des Apo­stels wur­den in den 50er Jah­ren des ersten Jahr­hun­derts, also vor der Zer­stö­rung des Tem­pels, bezug­neh­mend auf das alt­te­sta­ment­li­che Bun­des­volk, dem in der Tat die Ver­hei­ßung galt und dem auch wei­ter­hin die Ein­la­dung gilt, in den Neu­en Bund ein­zu­tre­ten, da sie ja die Erst­be­ru­fe­nen sind, geschrie­ben. Die Wor­te des hl. Pau­lus sind aber unter kei­nen Umstän­den auf das durch und durch anti­christ­li­che Tal­mud­ju­den­tum anzu­wen­den, das sich ja bekannt­lich nach der Zer­stö­rung des Tem­pels erst im 2. Jh. nach Chri­stus her­aus­bil­de­te und somit jün­ger ist als die katho­li­sche Kir­che. Am aller­we­nig­sten ist der pseu­do­bi­bli­sche Macht­an­spruch des Zio­nis­mus, wie er lei­der auch von pro­te­stan­ti­schen Sek­tie­rern vor allem in den USA ver­tre­ten wird, für einen Katho­li­ken annehm­bar. Ein wah­rer Katho­lik kann in der Tat nie­mals ein Ras­sen­an­ti­se­mit im Sin­ne des Natio­nal­so­zia­lis­mus sein, er muß aber ein Anti­ju­da­ist im Sin­ne einer kla­ren Front­stel­lung gegen die erklär­ten und geschwo­re­nen Fein­de des gött­li­chen Hei­lands sein, anson­sten begä­be er sich auf den seit dem Pasto­ral­kon­zil vor­ge­zeich­ne­ten Weg der Apost­asie, der mit dem Greuel­dienst Ber­go­gli­os am Hoch­hei­li­gen Pfingst­fest einen erneu­ten Höhe­punkt gefun­den hat. Man lese nach beim hl. Kir­chen­leh­rer Johan­nes Chryso­sto­mus: Ein wah­rer Christ kann nie­mals mit den Tod­fein­den Chri­sti fra­ter­ni­sie­ren, er muß viel­mehr ihren Machen­schaf­ten ent­ge­gen­tre­ten und um ihre Bekeh­rung beten!

      • @ catho­li­cus

        „Damit ihr euch nicht auf eure eige­ne Ein­sicht ver­lasst …“

        Damit beginnt Pau­lus sei­ne Wor­te. Ja, auch Sie ver­las­sen sich auf Ihre eige­ne Ein­sicht, wenn Sie die­se Stel­le eigen­mäch­tig rela­ti­vie­ren. Es gilt, was geschrie­ben steht und nicht, was Sie oder ich mei­nen könn­ten:

        „Denn unwi­der­ruf­lich sind Gna­de und Beru­fung, die Gott gewährt.“

        Sie mögen sich durch die Pro­pa­gan­da für den dem Katho­li­ken not­wen­di­gen Anti­ju­da­is­mus ver­sün­di­gen — ich möch­te davor war­nen, denn das steht Ihnen nicht zu.

        „Unwi­der­ruf­lich“ heißt, dass die Erwäh­lung von Gott her nicht auf­ge­ho­ben wird — und zwar nie­mals!

        Es ist anders­her­um: die „ver­stock­ten“ Juden haben den Bund ihrer­seits inso­fern auf­ge­kün­digt, als sie Gott vor­schrei­ben woll­ten, wie ER zu han­deln habe. Das tun aber nun auch umge­kehrt Sie. es gibt kaum Schlim­me­res, als Mesnchen, die den Bund, den Gott mit ihnen ein­ging, ein­sei­tig auf­kün­di­gen — des­halb ist ja ein Glau­bens­ab­fall die schwer­ste Sün­de und des­halb hieß es ja von den ver­stock­ten Juden, sie sei­en „per­fi­de“ (treu­los).

        Es ist doch völ­lig egal, was die ver­stock­ten Juden seit­her ent­wickelt haben — das steht nicht zur Debat­te! Zur Debat­te steht, dass Gott unwi­der­ruf­lich Treue hält, auch wenn der Treue­part­ner abge­fal­len ist — und hier ist mit ihrer Untreue noch dazu unse­re Chan­ce ver­bun­den wor­den — ein „Geheim­nis“, wie Pau­lus sagt, vor dem der ech­te wah­re Katho­lik lie­ber ver­stum­men soll­te, als gro­ße Töne zu spucken und auf das abge­fal­le­ne erste Bun­des­volk zu sehen!

        Die Alle­go­rie von „Eccle­sia und Syn­ago­ge“ ist der rich­ti­ge Weg­wei­ser: http://de.wikipedia.org/wiki/Ecclesia_und_Synagoge
        Die Syn­ago­ge ist ver­bled­ne, hat eine Decke vor den Augen — um uns­ret­wil­len und wird dar­aus aber geret­tet wer­den — so sagt es der hl. Pau­lus!

        Inso­fern sind die Juden über­haupt nicht ver­gleich­bar mit den Mus­li­men. denn nur die Juden ste­hen in die­ser Geheim­nis-Rela­ti­on zur Kir­che. Alle ande­ren sind Hei­den oder förm­li­che Aposta­ten (vom einm­la erkann­ten christ­li­chen Glau­ben) oder voll­ends genui­ne Anti­chri­sten (wie der Islam)!

        Und noch was: Ich habe übri­gens an kei­ner Stel­le den Woity­la-Ber­go­glio-Kurs befür­wor­tet.
        Tut mir leid, wenn ich aus dem Freund-Feind-Sche­ma raus­fal­le und durch Postings irri­tie­re, die nicht in die gän­gien Schub­la­den pas­sen.

        Gott hat Sei­nen Bund mit Isra­el nicht auf­ge­ho­ben nach den Wor­ten des hl. Pau­lus, son­dern ledig­lich erwei­tert auf alle Men­schen. Wenn Er ihn mit Isra­el auf­ge­ho­ben hät­te, wür­de er nun allen, bloß Isra­el nicht mehr offen­ste­hen, und das ist offen­sicht­lich dum­mes Zeug!

        Der hl. Pau­lus kün­digt, nach­dem die Zahl der Hei­den voll ist, auch die Bekeh­rung Isra­els an. Das ist SEIN Bund mit Sei­nem ersten Bun­des­volk, dass die berühm­te „Decke“ vor den Augen der Juden weg­ge­nom­men wird und sie klar erken­nen, wer ihr Herr ist, wen sie ver­wor­fen haben und sie wer­den umkeh­ren und sich tau­fen las­sen und in die Kir­che ein­ge­hen.

        Nur: in wel­che Kir­che nun — hier und heu­te unter Ber­go­glio?

      • „Ja, auch Sie ver­las­sen sich auf Ihre eige­ne Ein­sicht, wenn Sie die­se Stel­le eigen­mäch­tig rela­ti­vie­ren.“

        Das hat @catholicus nicht getan. Es über­rascht mich im Gegen­teil, dass gera­de Sie, wer­te @zeitschnur, hier eigen­mäch­tig nach dem „sola scriptura“-Prinzip vor­ge­hen möch­ten, wo doch die klas­si­sche Sub­sti­tu­ti­ons­leh­re der Kir­che – durch die Jahr­hun­der­te gül­tig und wie so vie­les erst nach dem letz­ten Kon­zil ver­ne­belt – eine deut­li­che Spra­che spricht. Sie besagt, dass der Alte Bund im neu­en Bund auf­ge­ho­ben ist – auf­ge­ho­ben im Drei­sinn des Wor­tes: nega­re, con­ser­va­re, ele­va­re. Ihre Deu­tung, der Alte Bund wäre durch den Neu­en Bund „ledig­lich erwei­tert“ wor­den „auf alle Men­schen“, ist irre­füh­rend. Zwar ist Ihnen inso­fern recht­zu­ge­ben, als es eine ille­gi­ti­me Eng­füh­rung der Sub­sti­tu­ti­ons­leh­re bedeu­te­te, woll­te man – wie es z.T. auch gesche­hen ist – das jüdi­sche Volk in pau­scha­lem Sinn als von Gott „ver­wor­fen“ bezeich­nen. Dage­gen spricht in der Tat das zitier­te Pau­lus­wort, und das ist auch nicht der Sinn der Sub­sti­tu­ti­ons­leh­re. Nega­re, con­ser­va­re und ele­va­re müs­sen eben zusam­men gedacht wer­den; aber nega­re und ele­va­re dür­fen nicht bei­sei­te gescho­ben wer­den, wie es heu­te – gegen die Tra­di­ti­on der Kir­che und gegen die Hl. Schrift (vgl. etwa Hebr 8,13 und 9,14) – die Pro­gres­si­sten tun, indem sie von einem gül­ti­gen Heils­bund des tal­mu­di­schen Juden­tums spre­chen, der unab­hän­gig vom Neu­en Bund bestün­de!

        Gott hat sei­nen Heils­bund mit Isra­el in der Tat nicht wider­ru­fen, aber – und das ist wesent­lich – jener Bund ist in den neu­en Neu­en Bund auf­ge­gan­gen: es steht schon heu­te jedem Juden frei, die wah­re Reli­gi­on, den, in emi­nen­tem Sinn, auch für ihn bestimm­ten Neu­en Bund anzu­neh­men. Genau in die­sem Sinn sind die Pau­lus­wor­te von der unwi­der­ruf­li­chen Gna­de und Beru­fung Got­tes und sein amal­ga­mie­ren­des Schrift­zi­tat vom „Bund, den ich ihnen gewäh­re, wenn ich ihre Sün­den weg­neh­me“ (vgl. Jes 59,20 f, Ps 14,7 und Jer 31,31 ff), auch zu ver­ste­hen.

        Inso­fern die Juden aber den auch und gera­de für sie bestimm­ten Neu­en Bund nicht ange­nom­men haben, ste­hen sie in der Tat außer­halb des Bun­des, sind sie zu „Fein­den Got­tes“ gewor­den, wie Pau­lus schreibt. Es besteht kein Bund Got­tes mit dem tal­mu­di­schen Juden­tum mehr, nicht weil Gott sei­ne Ver­hei­ßun­gen wider­ru­fen hät­te, son­dern weil ein Teil der Juden dem Ruf Got­tes in den Neu­en Bund nicht gefolgt ist, sich außer­halb des mysti­schen Lei­bes Chri­sti gestellt hat.
        Wenn sie in den ihnen zuge­dach­ten Bund wie­der ein­tre­ten, fol­gen sie, mit Pau­lus zu reden, ihrer wah­ren „Beru­fung“; des­halb die höchst legi­ti­me Kar­frei­tags­für­bit­te und die Juden­mis­si­on der vor­kon­zi­lia­ren Kir­che – in der Kraft der Lie­be Got­tes zu den Juden, um der Erwäh­lung, „um der Väter wil­len“.

      • (Fort­set­zung)

        Nein, Gott hat sei­nen Bund mit Isra­el nicht auf­ge­ho­ben, aber der Alte Bund ist im Neu­en auf­ge­ho­ben – und inso­fern und solan­ge sich die Juden dem ihnen wie den Hei­den aus unend­li­cher Gna­de geschenk­ten Neu­en Bund ver­wei­gern, ste­hen Sie außer­halb. Sie kri­ti­sie­ren @catholicus ganz zu unrecht, geschätz­te @zeitschnur, er gibt – nomen est omen – nur die Posi­ti­on der alten, wah­ren Kir­che wie­der, die Sie anson­sten doch auch ver­tre­ten wol­len. Und des hei­li­gen Pius X. Hal­tung Herzl gegen­über steht mit den ange­führ­ten Pau­lus­wor­ten und der Leh­re der Kir­che in völ­li­gem Ein­klang.

        Die men­schen­ver­ach­ten­de Poli­tik Isra­els aktu­ell wie­der schön­zu­fär­ben, zu rela­ti­vie­ren oder halb zu über­se­hen, dafür haben wir als Katho­li­ken wahr­lich kei­nen Grund!

        „Wer die­sen Bund Got­tes mit dem ver­stock­ten Volk bestrei­tet, der beraubt sich auto­ma­tisch sei­nes eige­nen Heils. Und das ist auch der Grund für den Nie­der­gang der ori­en­ta­li­schen Chri­sten – das und nur das!“ Ver­zei­hen Sie, aber die­se Sät­ze, aus den ange­zeig­ten Grün­den, nicht als unver­fro­re­ne Unge­rech­tig­keit Glau­bens­brü­dern gegen­über zu emp­fin­den, ist mir unmög­lich!

  2. Die Situa­ti­on ist ver­wor­ren und schlimm, jedes Opfer die­ses Krie­ges ist zu betrau­ern, aber ich ste­he auf der Sei­te Isra­els, und wer die Bibel und ihre Pro­phe­zei­un­gen als wahr­haf­tes Wort Got­tes aner­kennt, kann nicht anders als zu Isra­el hal­ten, auch in sei­nem jet­zi­gen Zustand, da es Jesus als sei­nen Mes­si­as mehr­heit­lich noch nicht erkennt.
    Eine christ­li­che Sub­sti­tu­ti­ons­theo­lo­gie, die Isra­el sein Exi­stenz­recht als eige­ne Nati­on abspricht, ist unbi­blisch und falsch.
    Die Mus­li­me wol­len Isra­el ver­nich­ten, egal wel­che Zuge­ständ­nis­se man ihnen macht. 250 Mil­lio­nen Ara­ber gegen 5 Mil­lio­nen Israe­lis !
    Eigen­tums­rech­te, Besitz­ti­tel auf das Hei­li­ge Land sind in der Hei­li­gen Schrift nach­zu­le­sen (Pen­ta­teuch, Josua…).

    • Ich dan­ke Ihnen für die­ses State­ment, denn wie auch ich oben gezeigt habe, ist der tra­di­tio­na­li­sti­sche Anti­ju­da­is­mus im kras­sen Gegen­satz zum Römer­brief.

      Pau­lus sagt ja sogar, dass um uns­ret­wil­len, der Römer, der Hei­den, das sind wir hier, ein Teil Isra­els ver­stockt wur­de.
      Sie sind ver­stockt, damit wir Hei­den IHN fin­den dür­fen!
      Wir ver­dan­ken ihnen so viel!

      Damit soll natür­lich die Ver­stockung inhalt­lich nicht gerecht­fer­tigt wer­den. Ver­stockung ist Ver­stockung. Punkt.
      Aber da der Apo­stel sagt, es sei dies ein Geheim­nis und um uns­ret­wil­len, muss jeder Christ die Juden schüt­zen — sie sind Unter­pfand für uns, ver­ges­sen wir das nie!

      Und das sag­te der hei­li­ge Pau­lus!

  3. Die Chri­sten befin­den sich im Hei­li­gen Land zwi­schen 2 Mühl­stei­nen: Islam und pale­sti­nen­si­sche Volks­zu­ge­hö­rig­keit.
    Sie gehö­ren zum Volk der Pale­sti­nen­ser, aber befin­den sich gegen­über ihren isla­mi­schen Lands­leu­ten ein­deu­tig in der Min­der­heit. Gera­de aber von den Mos­lems wer­den und wur­den sie ver­drängt wie bsp. in Beth­le­hem.

    Die jet­zi­gen Erklä­run­gen sind sicher­lich nicht nur auf aktu­el­le Gege­ben­hei­ten und Pro­ble­me zurück­zu­füh­ren. Es ist ja so, daß die christ­li­chen Pale­sti­nen­ser immer­zu ihre Zuge­hö­rig­keit zum Pale­sti­nen­ser­tum ihren isla­mi­schen Lands­leu­ten gegen­über bewei­sen müs­sen vor allem in Bezug auf Isra­el, aber nicht nur. Denn in den Augen ihrer Lands­leu­te hat ein Pale­sti­nen­ser auch Mos­lem zu sein. Es ist eine Todes­fal­le. Die Chri­sten sind somit poli­tisch und gesell­schaft­lich wie zum Tode ver­ur­teilt- ihr Leben ein ein­zi­ge Het­ze. Kein Wun­der, daß schon vie­le aus­ge­wan­dert sind.

  4. Wenn Isra­el die Ver­tei­di­gung sei­nes Exi­stenz­rech­tes nicht anders als mit dem Preis eines so hohen Blut­zol­les erkau­fen kann, fin­de ich das schon sehr bedenk­lich und Isra­els unwür­dig. Weit über 1000 Tote auf palä­sti­nen­si­scher Sei­te! Die Men­schen wer­den von den Israe­lis zur Flucht auf­ge­for­dert, aber wohin sol­len sie flüch­ten? Jedes Kind, auch jedes palä­sti­nen­si­sche Kind wie jedes unge­bo­re­ne Kind hier­zu­lan­de ist ein Abbild des GÖTTLICHEN Kin­des und jedes Leid eines Kin­des in die­sem Krieg ist eines ZUVIEL. Mei­ner ganz per­sön­li­chen Mei­nung nach voll­zieht sich das Dra­ma des Staa­tes Isra­el in Ana­lo­gie zur Unkennt­nis und Ver­ken­nung Chri­sti gegen­über. Wie wei­se und pro­phe­tisch sind dage­gen die Wor­te des hei­li­gen Pap­stes Pius X., die er dem Grün­der des Zio­nis­mus, Theo­dor Herzl, gegen­über aus­ge­spro­chen hat­te. Die heu­ti­gen Päp­ste las­sen sich hin­ge­gen von zio­ni­sti­schen Inter­es­sen ver­ein­nah­men.

    • Sie wis­sen aber auch, dass die Isla­mi­sten nicht davor zurück­schrecken, mensch­li­che Schutz­schil­de auf­zu­stel­len — wie­viel Mit­leid haben sie mit ihren Kin­dern? Sie wis­sen, dass die Hamas-Müt­ter im Liba­non stolz sind auf jeden „Mär­ty­rer“?

      Und es tut mir leid — Pius X. könn­te sich hier auch geirrt haben — er ist nicht die Weis­heit selbst, und auch Hei­li­ge begin­gen mas­si­ve Feh­ler. Der hei­li­ge Pau­lus, der selbst die­sem Volk ent­stamm­te, war da wesent­lich duld­sa­mer und sei­ne Brie­fe sind im Gegen­satz zu den State­ments Pius X. Schrift­wort.

      Im Nah­ost­kon­flikt gibt es nicht die­ses Schwarz­weiß.

      Und ich möch­te mal wis­sen, wie Sie Ihr Exi­stenz­recht erkau­fen wür­den, wenn der Feind Ihnen kom­plett das Exi­stenz­recht abspricht. Ein sol­cher Feind erzwingt das „Ent­we­der Du oder ich“. Viel­leicht soll­ten Sie ein­fach mal die Pro­gram­me der Ter­ro­ri­sten lesen — das könn­te ernüch­tern.

      • Ihnen ist klar und deut­lich zuzu­stim­men.

        Es ist alles noch viel ein­sei­ti­ger. Auf der einen Sei­te der Kampf einer ein­deu­ti­gen und got­tes­lä­ster­li­chen Todes­kul­tur, und auf der ande­ren Sei­te, ein Volk, wel­ches ein­fach nur in Frie­den leben und gelas­sen wer­den will. Eine Demo­kra­tie, die sei­nes­glei­chen auf der Welt sucht, die in vie­len Berei­chen füh­rend ist, auch tech­no­lo­gisch.

        Es geht auch um die Fra­ge, wem gehört das Land, auf dem die Juden leben dür­fen? Es geht um alles oder nichts. Die ein­zig legi­ti­me Ant­wort steht in der feh­ler­frei­en BIBEL.

        Das Zen­trum die­ser Welt ist Jeru­sa­lem. Und Isra­el wird die­sen Kampf klar gewin­nen. Zu wel­chem Preis ver­mag ich nicht zu sagen. Die gan­ze (oder fast die gan­ze) Welt wird sich gegen Isra­el auf­leh­nen. So steht es geschrie­ben. Und die Geschich­te Isra­els, die neue­re, ist ein wei­te­res Wun­der. Von der Ent­ste­hung im letz­ten Jahr­hun­dert bis heu­te.

        Die Freun­de des Todes­kul­tes wer­den die­sen Kampf ver­lie­ren, ein­deu­tig. Hier gibt es kei­nen Raum für lau­war­me Men­schen.

      • Und der All­mäch­ti­ge Gott,möge Sein Volk,die Juden,beschützen,Sie an Sein Bund und sei­ne Gebo­te erinnern,beschützen,von vie­len Feinden,auch dem Treiben,des Staa­tes Izra­el.

    • Die unier­ten Ost­kir­chen füh­ren alle­samt katho­lisch im Namen. Zwei Teil­kir­chen unter dem Pri­mat des Pap­stes haben aktu­ell einen Patri­ar­chen von Jeru­sa­lem: die latei­ni­sche und die mel­ki­tisch grie­chisch-katho­li­sche. Alles was grie­chisch-ortho­dox genannt wird, ist nicht mit Rom uniert. Unier­te Kir­chen byzan­ti­ni­scher Tra­di­ti­on füh­ren grie­chisch-katho­lisch im Namen.

  5. ja die Chri­sten im Hei­li­gen Land sind wirk­lich zwi­schen allen Stüh­len, wie Fran­zel und Gérard sehr rich­tig fest­stell­ten.
    Mich erschreckt auch der plötz­lich auf­ge­flamm­te Anti­se­mi­tis­mus in D, wo auf online Por­ta­len Din­ge geäu­ßert wer­den, die man ein­fach das letz­te Mal in den Jah­ren vor 1945 gehört hat, um es mal vor­nehm zu for­mu­lie­ren.
    Nicht das es mich wun­dert, aber wir müs­sen bei aller Sym­pa­thie mit Isra­el, bei allem Gespür für das Geheim­nis das auf die­sem Volk lastet, den­noch fest­hal­ten, dass die Lage der Chri­sten im Hei­li­gen Land eine unmög­li­che ist.
    So tref­fen dort schon seit Jahr­hun­der­ten die Kon­fes­sio­nen auf­ein­an­der ohne, dass man irgend­wie sich zusam­men­ge­rauft hät­te, dann sind sie hin­ein­ge­wo­ben in den Kon­flikt, zu den Juden gehö­ren sie nicht zu den Mos­lems auch nicht, eine wie auch immer gear­te­te inter­na­tio­na­le Lob­by haben sie auch nicht, was sol­len sie denn machen?

      • damit haben Sie zwar abso­lut recht, und auch was die Zer­split­te­rung der ortho­do­xen Kir­chen angeht, so ist die in der Tat erschreckend.
        Man es gibt ortho­do­xe Kir­chen, die sich immer noch um die Natu­ren in Chri­stus strei­ten und 1600 Jah­re altes Unrecht nicht ver­ges­sen haben.
        Soweit ich die Lage über­blicke gibt es aktu­ell die ersten zag­haf­ten Ver­su­che in einen theo­lo­gi­schen Dia­log zu kom­men, sprich die eige­nen, im Grun­de unver­söhn­li­chen, Dog­men ver­suchs­wei­se zu erklä­ren.
        Mir scheint aber die Lage aktu­ell recht hoff­nungs­los, weil Rom zwar seit Paul VI und auch schon vor­her so um 1100 her­um immer wie­der ver­sucht hat, die Ortho­do­xen zu gewin­nen, aber es immer nur zu ein­zel­nen Teil­kir­chen geführt hat, die eben dann uniert hie­ßen und teil­wei­se sehr ver­folgt wur­den, von den ehe­ma­li­gen Brü­dern!
        Seit Paul VI scheint das Ver­hält­nis zwar prin­zi­pi­ell bes­ser gewor­den zu sein, aber mit Fran­zis­kus, fehlt ja jeder feste Bezugs­punkt an dem sich die Rück­kehr der Ortho­do­xie ori­en­tie­ren könn­te, aber das ist ein ande­res Fass.

      • @ besorg­ter christ

        Die Pro­ble­ma­tik hin­sicht­lich der Ortho­do­xie ist nicht erst seit Ber­go­glio — im Prin­zip ist seit dem Vati­ca­num II hier die ganz fal­sche Rich­tung ein­ge­schla­gen wor­den.
        Die katho­li­schen Teil­kir­chen in ortho­do­xem Ter­rain wur­den seit­her von Rom weni­ger unter­stützt als die ortho­do­xen Kir­che — das hat zu schlimm­sten Schief­la­gen geführt. Haupt­sa­che Öku­me­ne — da opfert man lie­ber die eige­nen Kin­der!

  6. @zeitschnur sagt:
    31. Juli 2014 um 12:07
    Dan­ke Zeit­schnur, ich stim­me Ihnen da voll und ganz zu, wer nach allem was mit Isra­el pas­siert ist, und nach allem, was die Palä­sti­nen­ser tun, so gegen die Juden äußert, für den gilt, was bereits im Alten Testa­ment deut­lich steht:
    Er hat sich nie­der­ge­legt wie ein Löwe und wie ein jun­ger Löwe; wer will sich gegen ihn auf­leh­nen? Geseg­net sei, der dich seg­net, und ver­flucht, der dir flucht! 4.Mose, 24,9
    Stellt Euch hin­ter die Juden nach der Art des hei­li­gen Augu­sti­nus!
    Amen

      • 4. Augu­sti­nus und das Juden­tum

        In der Aus­le­gung des Alten Testa­ments stellt sich immer die Fra­ge nach der Beur­tei­lung des Juden­tums. Für Augu­sti­nus war die Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Manichä­er Faustus Anlass, sich damit zu befas­sen. In Con­tra Faustum Manichae­um (397/398) argu­men­tier­te er ins­be­son­de­re aus den Pau­lus­brie­fen, aber auch aus dem Alten Testa­ment.

        Augu­sti­nus repro­du­zier­te an vie­len Stel­len die anti­jü­di­sche Pole­mik sei­ner Zeit, bringt aber auch einen völ­lig neu­en Gedan­ken ein: Die Juden sind blei­bend Zeu­gen für die Wahr­heit des Chri­sten­tums. → Kain reprä­sen­tiert als Typus das Juden­tum, das Chri­stus getö­tet hat. Er wird aller­dings selbst nicht getö­tet, son­dern durch das Kains­zei­chen geschützt. Er geht in die Welt hin­aus als (unfrei­wil­li­ger) Zeu­ge für Chri­stus. Die Juden sind die­je­ni­gen, die die Pro­phe­ti­en über Chri­stus über­lie­fert haben, an deren Erfül­lung sie selbst nicht glau­ben (Motiv der Ver­stockung). Auf­grund die­ser Zeu­gen­funk­ti­on dür­fen sie nicht aus­ge­rot­tet wer­den (vgl. Ps 59,12 „töte sie nicht …“) und wer­den blei­bend bestehen, aller­dings als Skla­ven der Chri­sten. Die Dia­spo­ra ist Stra­fe für die Ver­ge­hen, aber gleich­zei­tig not­wen­dig, damit die Juden ihre Zeu­gen­funk­ti­on in allen Län­dern der Welt aus­üben kön­nen. Anders als gegen­über Häre­ti­kern befür­wor­te­te er gegen­über Juden kei­ne Gewalt­an­wen­dung um ihres Hei­les wil­len, da Juden vom Alten Testa­ment her eine beson­de­re Stel­lung und Beru­fung durch Gott haben. Die­se Posi­ti­on Augu­stins präg­te die wei­te­re Hal­tung der Kir­che zum Juden­tum.

        Die Juden haben es auch heu­te an sich, dass sie die lie­ben die sie has­sen (Mus­li­me) und die has­sen die sie lie­ben (Islamauf­klä­rer) wie gera­de in den letz­ten Wochen deut­lich wur­de.
        Doch es ist von unschätz­ba­rem Wert, dass unser Herr, der Vater unse­res Her­ren Jesus Chri­stus sich untrenn­bar an die Juden gebun­den hat, und der Satan es dar­um bedin­gungs­los hasst, egal wie sehr sie sich ihm anbie­dern (und das tun sie!) So sind die Juden von unschätz­ba­rem Wert, um die Gei­ster zu unter­schei­den! Und die Chan­ce, sie zu seg­nen, und dar­um den Segen des Her­ren zu emp­fan­gen, ist nach den Pro­gro­men der letz­ten Tage eben­falls bes­ser denn je, hier eine Mög­lich­keit die­sem inner­lich gege­be­nen Segen Taten fol­gen zu las­sen: http://www.israelheute.com/IsraelHelfen.aspx

  7. „Im Mani­fest von Amman beto­nen die ortho­do­xen Chri­sten ihr Ara­ber­tum“

    Es gibt in vie­len Ost­kir­chen auch eine Gegen­be­we­gung, die ihre nicht-ara­bi­sche Her­kunft betont, die sich zum Teil sehr ein­fach aus den tra­di­tio­nel­len Lit­ur­gie­spra­chen ablei­ten lässt. So sehen sich vie­le Kop­ten als Ägyp­ter, Syrisch-Ortho­do­xe als Ara­mä­er usw. Auch das Aus­sche­ren von Tei­len der Grie­chisch-Ortho­do­xen aus dem Ara­ber­tum sehe ich posi­tiv, schließ­lich ist die ara­bi­sche Spra­che und Iden­ti­tät der christ­li­chen Urbe­völ­ke­rung auch nur von den Inva­so­ren auf­ge­zwun­gen wor­den, genau wie der Islam.

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