Haben wir es schon bemerkt? Wir sind mitten im Vaticanum III

Hat das Dritte Vatikanische Konzil bereits begonnen, ohne Einberufung und Versammlung, sondern diesmal gleich über die Medien??
Hat das Drit­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil bereits begon­nen, ohne Ein­be­ru­fung und Ver­samm­lung, son­dern dies­mal gleich über die Medi­en??

(Mai­land) Nach eini­ger Zeit des Schwei­gens mel­det sich der katho­li­sche Publi­zist Ales­san­dro Gnoc­chi wie­der zu Wort. Mit dem Rechts­phi­lo­so­phen Mario Palma­ro bil­de­te er ein kon­ge­nia­les publi­zi­sti­sches Duo. Eine Zusam­men­ar­beit, die durch den all­zu­frü­hen Tod Palma­ros im ver­gan­ge­nen März ein abrup­tes Ende fand. Palma­ro war inner­halb weni­ger Mona­te der ana­ly­tisch prä­zi­se­ste und wort­ge­wal­tig­ste Kri­ti­ker des Pon­ti­fi­kats von Papst Fran­zis­kus gewor­den. Das Duo Palmaro&Gnocchi wei­ger­te sich, den wohl­mei­nen­den Rat­schlä­gen und Bei­spie­len zu fol­gen und einer öffent­li­chen Kri­tik des Pap­stes das Schwei­gen vor­zu­zie­hen. Seit eini­gen Wochen betreut Ales­san­dro Gnoc­chi, nun im Allein­gang, eine stän­di­ge Kolum­ne für die Inter­net­sei­te Ris­cos­sa Cri­stia­na. Sein jüng­ster Kom­men­tar wur­de gleich­zei­tig auch von der Tages­zei­tung Il Foglio ver­öf­fent­licht, die bereits der Kri­tik Palma­ros und Gnoc­chis an Papst Fran­zis­kus ein Forum bot.

Ales­san­dro Gnoc­chis jüng­ster Text ist eine Reak­ti­on auf das erneu­te Inter­view, das Papst Fran­zis­kus dem Athe­isten frei­mau­re­ri­scher Tra­di­ti­on Euge­nio Scal­fa­ri gewähr­te. Mit dem Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus wur­de La Repub­bli­ca, das lin­ke und noto­risch kir­chen­feind­li­che Flagg­schiff unter Ita­li­ens Tages­zei­tun­gen zu einer Art offi­ziö­sem Sprach­rohr des Pap­stes. Es scheint, daß sich das eigent­li­che, authen­ti­sche Lehr­amt des argen­ti­ni­schen Pap­stes mehr in den welt­li­chen Medi­en äußert als in den offi­zi­el­len, vom Vati­kan mit vor­be­rei­te­ten Erklä­run­gen. Hat das Drit­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil bereits begon­nen, ohne Ein­be­ru­fung und Ver­samm­lung, son­dern dies­mal gleich über die Medi­en?

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Haben wir es schon bemerkt? Wir sind mitten im Vaticanum III

von Ales­san­dro Gnoc­chi

(Rom) Gott sei Dank gibt es noch manch guten Chri­sten, der den Toll­küh­nen im Auge behält, der frü­her oder spä­ter ver­su­chen wird, ihm den Glau­ben unter der Nase zu ver­än­dern. Bewaff­net mit der Stein­schleu­der, Glau­bens­leh­re und Evan­ge­li­um legt er sich hin­ter der Mau­er der näch­sten Syn­ode über die Fami­lie auf die Lau­er, um her­aus­zu­fin­den, ob homo­se­xu­el­les Ver­hal­ten, Zusam­men­le­ben, wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­ne und so wei­ter in der Ver­welt­li­chung, zum gän­gi­gen Wech­sel­geld in den Doku­men­ten der Hei­li­gen Römi­schen Kir­che wer­den. Oder er durch­kämmt getarnt die deso­la­ten exi­sten­ti­el­len Rän­der in der Erwar­tung, dort eini­ge lehr­amt­li­che Sei­ten sezie­ren zu kön­nen, in denen schwarz auf weiß fest­ge­hal­ten wird, daß end­gül­tig alles anders ist. Aber abge­se­hen davon, daß er sich mit ver­al­te­ten und unver­stan­de­nen Waf­fen aus­ge­rü­stet hat, hat er an den fal­schen Orten Stel­lung bezo­gen.

Inzwi­schen sind die Orte, an denen man kämpft, um den Glau­ben und die Leh­re zu ret­ten, nicht mehr jene, die tra­di­tio­nell dafür vor­ge­se­hen waren. Die erneu­ern­den und ver­welt­li­chen­den Katho­li­ken wis­sen genau, daß das Geheim­nis der Macht in jenem Satz des Romans „Der Gat­to­par­do“ ((Roman von Giu­sep­pe Toma­si di Lam­pe­du­sa, Erst­ver­öf­fent­li­chung 1958, erste deut­sche Aus­ga­be unter dem Titel „Der Leo­pard“ 1959)) ver­bor­gen ist, den Tank­red Fal­co­na­ri aus­spricht: „Wenn wir wol­len, daß alles bleibt, wie es ist, muß sich alles ändern“. Sie aber, höh­nisch kle­ri­kal, haben ihn auf unbe­greif­li­che Wei­se umge­dreht: „Wenn wir wol­len, daß sich alles ändert, muß alles blei­ben, wie es ist“. Dort wo die Dog­ma­tik nicht kann, kommt die Pasto­ral ins Spiel, sodaß die Pra­xis die Theo­rie schluckt, ohne daß irgend jemand etwas aus­zu­set­zen hät­te: alles ändert sich, wäh­rend alles unver­än­dert bleibt.

In den 40er Jah­ren des vori­gen Jahr­hun­derts hat­te Erne­sto Bonaiuti, der Fürst der Moder­ni­sten, bereits die Theo­rie dazu gelie­fert:

„Bis­her woll­te man Rom ohne Rom oder sogar gegen Rom refor­mie­ren. Man muß Rom mit Rom refor­mie­ren, indem man die Reform durch die Hän­de jener gehen läßt, die refor­miert wer­den sol­len. Das ist die wirk­li­che und unfehl­ba­re, aller­dings schwie­ri­ge Metho­de. Hoc opus, hic labor. […] Der äuße­re Kult wird fort­be­stehen wie die Hier­ar­chie, aber die Kir­che, da Lehr­mei­ste­rin der Sakra­men­te und ihrer Ord­nung, wird die Hier­ar­chie und den Kult gemäß der Zeit ändern: sie wird jene ein­fa­cher und libe­ra­ler machen und die­sen spi­ri­tu­el­ler; und so wird sie schritt­wei­se ein ortho­do­xer Pro­te­stan­tis­mus und nicht ein gewalt­tä­ti­ger, aggres­si­ver, revo­lu­tio­nä­rer und unge­hor­sa­mer.“

Und nun, da die Ope­ra­ti­on auf fast unum­kehr­ba­re Wei­se voll­zo­gen ist, füh­len sich die guten Chri­sten, bewaff­net mit Stein­schleu­der, Glau­bens­leh­re und Evan­ge­li­um des­ori­en­tiert und gehen auf die Jagd nach dem Geg­ner, dort, wo sich die­ser nie fin­den las­sen wird. Sie sind über­zeugt, daß wie zur Zeit der lie­ben alten Häre­si­en die Dok­trin auf der Ebe­ne der Dok­trin, die Grund­sät­ze auf der Ebe­ne der Grund­sät­ze und die Dog­men auf der Ebe­ne der Dog­men ver­tei­digt wer­den müs­sen, weil sie wei­ter­hin Denk­ka­te­go­rien und Metho­den anwen­den, die still­schwei­gend bereits seit dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil über Bord gewor­fen wur­den.

Das ist aber noch nichts, denn inzwi­schen ist auch die Zeit des legen­dä­ren Kon­zils vor­bei. Noch kein Papst hat es so sel­ten zitiert wie Fran­zis­kus, den die Her­me­neu­tik des Bruchs so gut wie über­haupt nicht inter­es­siert und noch weni­ger die Erneue­rung in der Kon­ti­nui­tät. Die katho­li­sche Welt befin­det sich bereits mit­ten im Drit­ten Vati­ka­num, das über die Medi­en ein­be­ru­fen und zele­briert wird. Die römi­sche Loca­ti­on wur­de durch die glo­ba­le Aula ersetzt, was einen Mar­shall McLu­han nicht wenig in Unru­he ver­setzt hät­te, der imstan­de war, den Fürst der Welt als gro­ßen Elek­tro­nik-Inge­nieur zu bezeich­nen. Die Vor­be­rei­tungs­sche­ma­ta wur­den von den Mas­sen­me­di­en redi­giert und ver­brei­tet und die Dis­kus­si­on steht bereit­wil­lig auch für den arm­se­lig­sten welt­li­chen Luft­hauch offen. Und Schritt um Schritt wer­den jene Cano­nes redi­giert wer­den, vor denen das Zwei­te Vati­ka­num noch aus Furcht vor der Moder­ne zurück­schreck­te. Laut den Vor­ga­ben des kle­ri­kal-inno­va­to­ri­schen Gat­to­par­dis­mus wird aber die Ver­än­de­rung durch die gro­ße Illu­si­on mas­kiert, daß alles immer gleich blei­ben wird. Aus die­sem Grund wird es die Welt sein, die den in der Kir­che statt­fin­den­den Wan­del mit­teilt, was die­se offi­zi­ell nicht bestä­ti­gen wird.

Vor 50 Jah­ren, in der geo­lo­gi­schen Ära des Zwei­ten Vati­ka­nums dach­te man noch, daß das Anathe­ma sit in weni­gen, kur­zen, kla­ren Zei­len im Namen und für Gott aus der Zita­del­le den Blitz gegen den Irr­tum und die Häre­sie zu schleu­dern hat. Aus die­sem Grund hiel­ten sich die Kon­zils­vä­ter davon fern: Der Waf­fen­still­stand mit der Welt ver­lang­te Unsi­cher­heit, Zwei­fel, Zwei­deu­tig­kei­ten, die ent­spre­chend im Sin­ne von Dia­log und Nach­gie­big­keit inter­pre­tier­bar waren, aber gewiß kei­ne aus­drück­li­che Erklä­rung.

Nun, da die Umar­mung mit der Moder­ne, per­so­ni­fi­ziert durch das Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus, in- und außer­halb der Kir­che offen­kun­dig und beju­belt ist, gibt es kei­ne Beden­ken mehr. Das Anathe­ma sit kommt wie­der in Mode, nun aber im Namen und für die Welt, und – der Natur der Medi­en fol­gend, in denen das Ereig­nis Sub­stanz annimmt, fin­det es sich nicht mehr als Schluß­fol­ge­rung von Kon­sti­tu­tio­nen und Dekre­ten, son­dern auf den Titel­sei­ten der Tages­zei­tun­gen.
Vom „Wer bin ich, um zu urtei­len?“, das zur Fra­ge der Homo­se­xua­li­tät aus­ge­spro­chen wur­de und das auf Goog­le in 0,28 Sekun­den 940.000 Ergeb­nis­se ergibt, bis zur Exkom­mu­ni­ka­ti­on der Mafio­si auf der Ebe­ne von Siba­ri, die bei der ita­lie­ni­schen Goog­le-Suche in 0,38 Sekun­den 412.000 Ergeb­nis­se lie­fert (selbst bei der deut­schen Suche in 0,21 Sekun­den sat­te 23.900 Ergeb­nis­se), kann man sich leicht eine Vor­stel­lung machen, wel­che Kanons der päpst­li­chen Nar­ra­ti­on die Welt destil­liert.

Es ist aber unschwer vor­her­seh­bar, daß das Schuß­feld sich bald auch auf den Bereich intra muros aus­deh­nen wird und die ersten, die fal­len wer­den, wie vie­le Päpst­li­chen Zua­ven bei der Ver­tei­di­gung des Kir­chen­staa­tes, wer­den die guten Chri­sten sein, die mit Schleu­der, Glau­bens­leh­re und Evan­ge­li­um den Glau­ben bewa­chen. Um zu wis­sen, ob man noch katho­lisch ist, wird man so jeden hei­li­gen Tag die Titel­sei­te der Repub­bli­ca lesen müs­sen.

Erst­ver­öf­fent­li­chung: Ris­cos­sa Christiana/Il Foglio
Einleitung/Übersetzung: /Giuseppe Nar­di
Bild: Ris­cos­sa Chri­stia­na

26 Kommentare

  1. Hat es eigent­lich einen tie­fe­ren Sinn, dass Gott Mario Palma­ro so früh­zei­tig abbe­ru­fen hat?

    Woll­te Er die Kri­tik am Papst nicht mehr?

    Sehr ver­wir­rend. Ich hät­te doch gedacht, dass ein Gegen­pol — und sei es nur ein Laie — zu den revo­lu­tio­nä­ren Ver­än­de­run­gen sinn­voll ist.

  2. Auf­grund der aktu­el­len betrüb­li­chen Vor­gän­ge muss man mitt­ler­wei­le davon aus­ge­hen, dass fol­gen­de Aus­sa­gen des Pap­stes im ersten Inter­view mit dem Frei­mau­rer Scal­fa­ri durch­aus so gefal­len sind:
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    „Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil hat beschlos­sen, der Zukunft mit einem moder­nen Geist ins Gesicht zu sehen und sich für die moder­ne Kul­tur zu öff­nen.
    Die Kon­zils­vä­ter wuss­ten, dass Öff­nung zur moder­nen Kul­tur reli­giö­se Öku­me­ne bedeu­te­te und Dia­log mit den Nicht­glau­ben­den.
    Seit­dem ist sehr wenig in die­se Rich­tung getan wor­den.
    Ich habe die Demut und den Ehr­geiz, es tun zu wol­len.“
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  3. In der Tat ist es so, daß das 2. Vat. Kon­zil kaum noch eine Rol­le spielt in dem Sin­ne, daß es zur inne­ren Zer­reiß­pro­be füh­ren wür­de mit Aus­nah­me derer, die noch Rück­zugs­ge­fech­te füh­ren wie bspw. Kar­di­nal Kas­per und Kon­sor­ten. In gewis­ser Wei­se hat das Kon­zil auch bei vie­len nie­mals eine sol­che Rol­le gespielt wie bei letzt­ge­nann­tem Per­so­nen­kreis. Die Men­schen, die von den Moder­ni­sten mani­pu­liert wer­den soll­ten, haben sich dem ent­zo­gen, indem sie der Kir­che den Rücken gekehrt haben. Die Moder­ni­sten pre­di­gen daher fol­ge­rich­tig den lee­ren Bän­ken.

    Ob Kon­ti­nui­tät- oder Bruch­theo­lo­gie: mit dem Abdan­ken von Papst Bene­dikt XVI. hat sich auch das 2. Vat. Kon­zil irgend­wie in die Geschichts­bü­cher ver­ab­schie­det. Jetzt kann man ganz emo­ti­ons­los das Gan­ze betrach­ten. Und das ist auch nicht schlecht so.
    Der Kampf von Papst Bene­dikt war blei­bend gut und wich­tig. Sein geist­li­ches Erbe wird die Kir­che nach­hal­tig prä­gen, obgleich es momen­tan nicht so danach aus­sieht.
    Die Fein­de der Kir­che kön­nen sich nun mit und ohne Papst Fran­zis­kus aus­to­ben- und das ist es dann auch. Man soll­te m.Er. da näm­lich zeit­lich über den aktu­el­len Tel­ler­rand hin­aus­se­hen. Die­se gan­zen Stür­me im Was­ser­glas wer­den sich wie­der legen. Man muß die­se Stür­me ernst nehmen,nicht zu ernst (sogar humor­voll in machen Fäl­len wie die lusti­gen Scal­fa­ri-Inter­views), aber sie wer­den der Kir­che Chri­sti nichts anha­ben kön­nen gemäß den Wor­ten des Herrn, daß die Pfor­ten der Höl­le sie nicht über­wäl­ti­gen wer­den.

    So wie es jetzt ist, ist es. Die Kir­che befin­det sich in gewis­ser Wei­se wie­der am Anfang wie vor knapp 2000 Jah­ren. Jeder Christ muß die Ent­schei­dung für sich tref­fen und so wird sich die Spreu vom Wei­zen tren­nen. Es wird eine neue, gerei­nig­te Kir­che geben, eine mit Glau­ben­den und nicht mehr mit Posten­jä­gern und Igno­ran­ten der Leh­re.

    • Ganz rich­tig. Es gibt die­se gerei­nig­te Kir­che schon. Man hat ver­sucht sie aus­zu­mer­zen, aber es ist nicht gelun­gen. Sie agiert an „gehei­men“ Orten, wo eine neue Genera­ti­on von Gläu­bi­gen her­an­wächst, die Jugend der Tra­di­ti­on.

    • Lie­ber Franzl!

      Die ein­zi­ge Kir­che Chri­sti, die die Pfor­te der Höl­le nicht über­wäl­ti­gen wer­den, ist eben auf Petrus gebaut…

      Fran­zis­kus ist im Petrus­amt.

      Wie lösen Sie das Pro­blem?

      Ich hel­fe Ihnen:

      Lösung A: Chri­stus hat sei­ne Kir­che im Stich gelas­sen, die Pfor­ten der Höl­le habe sie über­wäl­tigt, und Fran­zis­kus führt die Mas­sen durch eben die­se Pfor­ten zur ewi­gen Ver­damm­nis, den Mas­sen der Igno­ran­ten der Leh­re.

      Lösung B: Chri­stus, steht zu sei­nem Ver­spre­chen. „Tu es Petrus, et super hanc petram aedi­fi­c­abo eccle­si­am Team, et por­ta infe­ri non pra­e­valeb­unt adver­sus eam“. (Zuge­ge­ben: Man­che „Lehre­leh­rer“ schei­nen die­se Ur-Leh­re unse­res Herrn zu igno­rie­ren…)

      • Lösung C: Fran­zis­kus ist zwar in Petrus­amt, ver­nach­läs­sigt und sogar miss­braucht sei­ne Amts­au­to­ri­tät und miss­ach­tet sie (beson­ders Geschenk und Pri­vi­leg der Unfehl­bar­keit). Dann darf man ihm nicht zu hören, nicht gehor­chen, denn Gott muss man mehr gehor­chen als den Men­schen.
        Übri­gens ein Aus­to­ben des Fran­zis­kus in Petrus­amt kann der Kir­che nicht so schlimm zu beschä­di­gen, dass die Pfor­ten der Höl­le die Kir­che über­wäl­ti­gen. Es hat eini­ge gute Sei­ten für die Kir­che. Die wich­tig­ste ist Aus­klä­rung und Begren­zung des Dog­ma der Unfehl­bar­keit und Aus­til­gung von dem päpst­li­chen Auto­ri­täts­be­griff einer pri­mi­ti­ven unkri­ti­schen Papo­la­trie und blin­den Gehor­sams­pflich­tes.

      • @Dax (Ihr Nick­na­me ver­mischt gekönnt den Deut­schen Akti­en­in­dex mit dem Namen des größ­ten mit­tel­eu­ro­päi­schen Mar­ders, für sei­ne unab­läs­si­ge Grab- und Unter­mi­nie­rungs­ar­beit beson­ders bekannt):

        1. Es heißt eccle­si­am Meam (d.h. von unse­rem Herrn Jesus Chri­sti) nicht „Team“(wobei illu­stra­tiv „Tuam“ dann von Ber­go­glio bedeu­ten soll­te).
        Die Hl. Kir­che ist kein Pri­vat­ei­gen­tum des Pap­stes, eben­so­we­nig als die kirch­li­che Leh­re.
        Der Hl. Rober­tus Bel­l­ar­mi­nus hat zu dem Ver­wehr der Gläu­bi­gen gegen einen häre­ti­schen Papst alles schon gesagt.

        2. Der Herr spricht hier zu Petrus, und wohl in die­sem Sin­ne daß er die­sem von Ihm per­sön­lich aus­ge­wähl­ten Apo­stel mit einer Auf­ga­be betreut.
        Nir­gends steht geschrie­ben daß Petrus (und noch viel mehr sei­ne Nach­fol­ger) die­ses Amt und die­sen Dienst stets tüch­tig und nach bestem Kön­nen und Ver­mö­gen aus­üben wird.
        Das letz­te Lem­ma kann genau­so gut bedeu­ten, daß, was auch mit dem Pon­ti­fex pas­siert, die Hl. Kir­che nie zu Grun­de geht.
        Da ist der Ein­satz, das fran­ke Wort der klei­nen tap­fe­ren Katho­li­ken, auch und beson­ders gegen kle­ri­kal-dik­ta­to­ri­al auf­ge­leg­te Gehor­sam­keits­er­pres­sung, wich­ti­ger und not­wen­di­ger denn je- Teil der Ret­tung der Kir­che.

        (Übri­gens: hier auf dem Lap­pers­di­jck ging der Dachs weg nach­dem ein jun­ger Fuchs mit sei­ner ver­we­sen­den und ver­gra­be­ne Beu­te einen gro­ßen Gestank anrich­te­te).

      • Und ich hel­fe Ihnen:

        „Tu es Petrus, et super hanc petram aedi­fi­c­abo eccle­si­am Team, et por­ta infe­ri non pra­e­valeb­unt adver­sus eam“

        So, das neh­men wir mal gram­ma­tisch und inahl­t­lich aus­ein­an­der: Es sind zwei Haupt­sät­ze, die durch ein „et“ mit­ein­an­der ver­bun­den sind. Die­ses „et“ ist aber nicht eine Kon­junk­ti­on, die die inhal­ti­che Abhän­gig­keit des zwei­ten Haupt­sat­zes ein­lei­tet. Das wird an der Set­zung eines zwei­ten Prä­di­ka­tes („non pra­e­valeb­unt“) nach dem „et“ sicht­bar“.

        Es heißt also nicht „Du bist Petrus.…und so/und dar­um wer­den die Pfor­ten der H. sie nicht..“

        Es sind also zwei Haupt­sät­ze, die völ­lig legi­tim auch als jeweils ein eige­ner Satz geschrie­ben wer­den könn­ten:
        — Du bist Petrus, auf die­sen Fel­sen will ich mei­ne Kir­che bau­en.
        — Die Pfor­ten der Höl­le wer­den sie nicht über­wäl­ti­gen.

        Die Pfor­ten der Höl­le wer­den sie nicht über­wäl­ti­gen — das ist die tröst­li­che Bot­schaft. Und es ist trotz der inhalt­li­chen Ziel­rich­tung des Sat­zes auf die Wich­tig­keit des Petrusam­tes hin offen, in wel­cher umfas­sen­den Bezie­hung das zu Petrus steht: einer­seits sicher, um anzu­deu­ten, dass die Kir­che auch mensch­lich auf einen festen Grund gebaut wer­den wird, solan­ge wir in die­ser Frem­de hier leben. Ob aber die­ser mensch­li­che Grund aus­reicht, um vor den Pfor­ten der Höl­le zu bewah­ren? Es wäre gera­de­zu blas­phe­misch, das anzu­neh­men! Das steht eben nicht in dem Satz, und es kann auch gedacht wer­den, dass die Pfor­ten der Höl­le trotz allem, trotz auch der Schwä­che des Fel­sens nicht sie­gen wer­den, weil die Kir­che IHM gehört, weil ER sie als „mei­ne Kir­che“ bezeich­net.
        Dar­um und dar­um, weil ER sich mit uns ver­bun­den hat, dar­um wer­den wir nicht über­wun­den.
        Dar­um und nur dar­um, weil ER sich mit unse­rem Blut ver­bun­den hat, und weil ER Gott ist und der Böse IHM nichts anha­ben kann, dar­um und nur dar­um sind wir geschützt — im Zwei­fels­fall, im apo­ka­lyp­ti­schen Fall auch vor einem häre­ti­schen Papst, denn nir­gends wird aus­ge­schlos­sen, dass es einen sol­chen geben kann — im Gegen­teil, für das Ende der Zei­ten ist vor­her­ge­sagt, dass der Satan sich in den Tem­pel Got­tes set­zen wird.

      • Sehr geehr­ter @Dax:
        in Anleh­nung, was @Zeitschnur hier am 29.07.2014 geschrie­ben hat, möch­te ich es so sagen: Der Herr hat die Kir­che für alle Welt­zeit auf den Felsen/Petrus gebaut, auf den Simon, Sohn des Johan­nes aus Bet­sai­da. Die­ser ist der Fels und er bleibt immer Fels. Sei­ne Nach­fol­ger im Amt sind eben­falls „Fels“, aber nicht der Urfels, son­dern auf den Fels Simon Petrus irgend­wie „drauf­ge­packt“. Aus die­sem Grun­de kann es weni­ger gute „Fel­sen“ geben und gab es sie womög­lich auch schon. Trotz­dem konn­ten soz. weni­ger star­ke Nach­fol­ger Petri dem Fel­sen Petrus, der immer Grund­stein bleibt, kei­nen Scha­den zufü­gen.

        Weil die­ser gute Fels/Simon Petrus immer ist, ganz gleich wie­vie­le Nach­fol­ger und wel­cher Qua­li­tät die­se sein mögen, wer­den die Pfor­ten der Höl­le die Kir­che auch nicht über­win­den. Der durch alle Zei­ten hin­durch „leben­di­ge“ Grund­fels ist immer Petrus, der Sohn des Johan­nes.

  4. Lösung D: Solan­ge Papst Bene­dikt noch lebt, ist die­ser der vor Gott gül­ti­ge Papst. Ber­go­glio wur­de von bestimm­ten Grup­pen in das Amt gescho­ben, Bene­dikt wur­de vom Amt ver­drängt, denn er war es, der die­ses Ver­der­ben noch etwas zurück­hal­ten konn­te.

  5. @magdalena
    Ich gehe davon aus und bin tief über­zeugt, , dass Sie recht haben und die Situa­ti­on rich­tig beur­tei­len. Bene­dikt stand für die Wahr­heit und ver­kün­de­te sie. Dafür schul­de ich ihm Dank und Respekt. Mit Ber­go­glio begin­nen alle mei­ne Zwei­fel. Er ver­kün­det erkenn­bar die Wahr­heit , die in der Kon­ti­nui­tät der Tra­di­ti­on liegt und auf Chri­stus selbst zurück­geht, nicht mehr.
    Unser Aller Pro­blem besteht in der Zusa­ge Chri­sti „Du bist Petrus der Fels, auf Dich wer­de ich mei­ne kir­che bau­en und die Pfor­ten der Höl­le wer­den sie nicht über­wäl­ti­gen“ Ist Ber­go­glio noch der Fels, obgleich wir ihn als sol­ches nicht mehr erken­nen kön­nen? Oder meint Jesus, als er die­se Wor­te aus­sprach weni­ger die Per­son als die ein­ma­li­ge Glau­bens­kraft des petri­ni­schen Bekennt­nis­ses, das in der Kir­che wei­ter­lebt und nicht über­wäl­tigt wird? Auf letz­te­re Ver­si­on grün­det sich trotz aller Wirr­nis der Zeit und des jet­zi­gen Pap­stes mein Glau­be.

  6. Eine sehr berech­tig­te Fra­ge, die sich mir auch ange­sichts des frü­hen Todes eines Man­nes, der bis zuletzt sehr kri­tisch das Wir­ken Sei­ner Hei­lig­keit, Papst Fran­zis­kus kom­men­tiert hat.
    Fran­zis­kus wur­de von Chri­stus zum Ober­haupt sei­ner Kir­che beru­fen. In dem heu­te jeder Laie sei­ne Mei­nung zum Besten gibt, was der Hl. Vater alles „falsch“ macht, wird das Volk Got­tes durch pri­va­te Kom­men­ta­ren wie besag­ten Herr Palma­ro beein­flusst. Schon unse­re Groß­el­tern wuss­ten, dass Gott sei­ner nicht spot­ten lässt.

  7. Das ist Ihre Inter­pre­ta­ti­on und gleich­zei­tig eine Mög­lich­keit, die Sie ins Spiel brin­gen.

  8. Nein, ich wei­che nicht aus, ich ent­schei­de nur selbst, wel­che Fra­gen ich beant­wor­te und wel­che nicht. Im Gegen­satz zum Tenor der Bei­trä­ge hier möch­te ich mir nicht anma­ssen, über mög­li­che Stra­fen Got­tes für ande­re Men­schen zu urtei­len. Ich kann aber ihren Ein­wurf, ob es sich um eine Stra­fe Got­tes gehan­delt haben könn­te, gut nach­voll­zie­hen.

    Gleich­zei­tig möch­te ich sie aber brü­der­lich dar­an erin­nern, dass wir uns wohl die Fra­ge stel­len dür­fen, uns zugleich aber nicht Spe­ku­la­tio­nen über Stra­fen Got­tes hin­ge­ben sol­len. Der Heils­plan Got­tes ori­en­tiert sich nicht an unse­rer Logik, umso mehr soll­ten wir das Ver­trau­en auf Chri­stus aus­rich­ten.

    • „Eine sehr berech­tig­te Fra­ge, die sich mir auch ange­sichts des frü­hen Todes eines Man­nes, der bis zuletzt sehr kri­tisch das Wir­ken Sei­ner Hei­lig­keit, Papst Fran­zis­kus kom­men­tiert hat“.

      Ach, und ich mein­te gele­sen zu haben, Palma­ro ver­starb „nach lan­ger, schwe­rer Krebs­krank­heit“; dass die­se erst nach dem 13.3.13 aus­ge­bro­chen war, ist mir neu.

      Wie sehr aber per­sön­li­che Abnei­gung die Sin­ne trübt, dafür steht Ihre Fra­ge bei­spiel­haft, ver­kennt sie doch in ekla­tan­ter Wei­se denn Sinn und den Zweck, wozu Katho­li­ken glau­ben, auf der Erde zu sein: in den Him­mel zu kom­men!

      Denn wie heißt es dazu in der Aller­hei­li­gen­li­ta­nei?

      A SUBITANEA ET IMPROVISA MORTE, LIBERA NOS DOMINE !

      Mario Palma­ro wur­de dies gewährt. Gna­de uns Gott, dass er uns nicht vom Hocker fal­len lässt.

  9. Wer von uns wünscht sich nicht die Gna­de, vor­be­rei­tet den letz­ten Weg anzu­tre­ten?
    Im Übri­gen habe ich deut­lich gemacht, dass ich zeit­schnurs Ein­las­sung und Input, ob ich sei­nen Tod als Stra­fe Got­tes sehe, nicht als Gegen­stand öffent­li­cher Dis­kus­si­on sehe. Ich hege auch kei­ne Abnei­gung gegen Herrn Palma­ro, sei­ne Sicht­wei­sen haben das Gewicht wie die von jedem ande­ren Lai­en auch. Auch wenn Sie das mög­li­cher­wei­se nicht nach­voll­zie­hen kön­nen: für mich ist immer noch der Papst das Ober­haupt der katho­li­schen Kir­che, auch wenn ich eben­falls mit man­cher Ent­schei­dung Bauch­schmer­zen habe.

    • Was soll das eigent­lich? Sie stel­len eine Fra­ge, die aber nicht offen ihr Visier run­ter­klappt, son­dern unter einer Decke ver­bor­gen etwas andeu­tet. Ich darf auch brü­der­lich dar­an erin­nern, dass ein Christ jajaj oder nein­nein sagt und nicht von hin­ten durch die Brust ins Auge kom­men soll­te.
      Zur Erin­ne­rung zitie­re ich noch mal Ihr Pso­ting:

      „Eine sehr berech­tig­te Fra­ge, die sich mir auch ange­sichts des frü­hen Todes eines Man­nes, der bis zuletzt sehr kri­tisch das Wir­ken Sei­ner Hei­lig­keit, Papst Fran­zis­kus kom­men­tiert hat.
      Fran­zis­kus wur­de von Chri­stus zum Ober­haupt sei­ner Kir­che beru­fen. In dem heu­te jeder Laie sei­ne Mei­nung zum Besten gibt, was der Hl. Vater alles „falsch“ macht, wird das Volk Got­tes durch pri­va­te Kom­men­ta­ren wie besag­ten Herr Palma­ro beein­flusst. Schon unse­re Groß­el­tern wuss­ten, dass Gott sei­ner nicht spot­ten lässt.“

      Wel­che Fra­ge haben Sie sich denn gestellt?
      ich hat­te sie ehr­lich gesagt auf das aller­er­ste Pso­ting von Frank Bell bezo­gen, als hier noch nicht so viel stand wie jetzt, konn­te das so aus­se­hen:

      Frank Bell:
      „Hat es eigent­lich einen tie­fe­ren Sinn, dass Gott Mario Palma­ro so früh­zei­tig abbe­ru­fen hat?
      Woll­te Er die Kri­tik am Papst nicht mehr?“

      Und jetzt Ihre Ant­wort

      „Eine sehr berech­tig­te Fra­ge? etc.“

      Wie anders hät­te man das denn sonst ver­ste­hen sol­len?

  10. Den Gedan­ken, wel­chen Sie da ein­brach­ten, ist natür­lich eine Mög­lich­keit. An Ihren Spe­ku­la­tio­nen dar­über, was Stra­fe Got­tes ist oder sein könn­te, betei­li­ge ich mich aber nicht. Wie aber mehr­fach ange­führt hal­te ich es für einen inter­es­san­ten Gedan­ken­gang, den Sie da ein­brach­ten.

    Mein Post dür­fen Sie aber auch ger­ne unter Bezug­nah­me auf Frank Bells Bei­trag, wel­chen Sie nur zur Hälf­te zitier­ten, ver­ste­hen:

    Sehr ver­wir­rend. Ich hät­te doch gedacht, dass ein Gegen­pol – und sei es nur ein Laie – zu den revo­lu­tio­nä­ren Ver­än­de­run­gen sinn­voll ist.

  11. @ the_­true-life
    Was haben Sie denn nun mit Ihrer Aus­sa­ge bezweckt? Wenn zeit­schnur und ande­re in ihrer Ein­schät­zung nicht rich­tig lie­gen, dann kon­kre­ti­si­ren Sie ihre Aus­sa­ge doch ein­fach!

  12. Ich bin für das ver­ant­wort­lich was ich sage und nicht für jenes, was ande­re sich dar­aus ablei­ten oder ver­ste­hen WOLLEN. Inso­fern sehe ich mich nicht in der Pflicht, jedes Hirn­ge­spinst zu kom­men­tie­ren.
    Über die ver­schie­de­nen Got­tes­bil­der und Vor­stel­lun­gen von der Gerech­tig­keit Got­tes hier die den Tod als Stra­fe für Kri­tik an Sei­ner Hei­lig­keit, Papst Fran­zis­kus für mög­lich hal­ten, über die kann ich wirk­lich nur ver­wun­dert und auch mit einer gewis­sen Sor­ge den Kopf schüt­teln!

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