Das „geheime“ Treffen von Papst Franziskus in Caserta

Unity In Diversity. Bericht einer evangelikalen Seite über das Treffen mit Papst Franziskus
Uni­ty In Diver­si­ty. Bericht einer evan­ge­li­ka­len Sei­te über das Tref­fen mit Papst Fran­zis­kus

(Rom) Am 26. und 28. Juli ist Papst Fran­zis­kus gleich zwei Mal in Caser­ta. Am Sams­tag zu einem öffent­li­chen Besuch für die Katho­li­ken der süd­ita­lie­ni­schen Diö­ze­se. Am Mon­tag zu einem „Pri­vat­be­such“, um sei­nen „Freund“ Gio­van­ni Tra­et­ti­no, einen evan­ge­li­ka­len Pastor zu tref­fen (sie­he eige­nen Bericht Papst Fran­zis­kus zwei­mal in Caser­ta – Ein­mal für die Evan­ge­li­ka­len, ein­mal für die Katho­li­ken). Zur Fra­ge des katho­lisch-evan­ge­li­ka­len Dia­logs ver­faß­te der Jurist, Reli­gi­ons­so­zio­lo­ge und ehe­ma­li­ge OSZE-Reprä­sen­tant gegen die Dis­kri­mi­nie­rung und Ver­fol­gung der Chri­sten, Mas­si­mo Intro­vi­g­ne einen Auf­satz, der eini­ge inter­es­san­te Infor­ma­tio­nen zur histo­ri­schen Ent­wick­lung und zu aktu­el­len Aspek­ten ent­hält. Die Zwi­schen­ti­tel stam­men von der Redak­ti­on.

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Das „geheime“ Treffen von Papst Franziskus in Caserta

von Mas­si­mo Intro­vi­g­ne

1996 ver­öf­fent­lich­te ich für den Ver­lag der Mino­ri­ten Mess­ag­ge­ro Pado­va ein Buch mit dem Titel „Aspett­an­do la Pen­te­co­ste. Il quar­to ecu­me­nis­mo“ (War­ten auf Pfing­ten. Die vier­te Öku­me­ne), unter ande­rem mit einem Inter­view mit Gio­van­ni Tra­et­ti­no. Das Inter­view-Buch fand in den katho­li­schen cha­ris­ma­ti­schen Krei­sen und unter den Pro­te­stan­ten Ita­li­ens ein beacht­li­ches Echo. Dar­in mach­te ich, natür­lich in Abspra­che mit den Inter­view­ten, einen Dia­log öffent­lich bekannt, an dem ich in den vor­ge­gan­ge­nen Jah­ren teil­ge­nom­men hat­te und der abseits der Medi­en­schein­wer­fer und der „offi­zi­el­len“ Öku­me­ne zwi­schen einem maß­geb­li­chen Teil der katho­li­schen cha­ris­ma­ti­schen Welt und eini­gen pro­te­stan­ti­schen Pfingst­lern statt­ge­fun­den hat­te. Im sel­ben Jahr mach­te Pastor Tra­et­ti­no den Dia­log auch in der Zeit­schrift Cha­ris­ma, der meist­ge­le­se­nen Publi­ka­ti­on der pfingst­le­ri­schen und cha­ris­ma­ti­schen Welt der USA bekannt.

Damit begann ein lan­ger Weg, der über das Bue­nos Aires des dama­li­gen Kar­di­nals Ber­go­glio führ­te und am 28. Juli im ersten Pri­vat­be­such eines Pap­stes bei einem Pastor der Pfingst­ler sei­nen Höhe­punkt fin­det. An die­sem Tag wird sich Papst Fran­zis­kus zu einem „Pri­va­tis­si­mum“ mit Tra­et­ti­no nach Caser­ta bege­ben. Dort wird er auch zwei Tage vor­her sein und am 26. Juli einen öffent­li­chen Besuch abstat­ten, der laut Vati­ka­ni­sten ver­ein­bart wor­den sei, um nicht den Ein­druck zu ver­mit­teln, als wür­de er gegen­über den Katho­li­ken Caser­tas unhöf­lich sein. Die­se hät­ten den Ein­druck gewin­nen kön­nen, daß der Papst mit Blick auf ihre Stadt vor allem an die Pro­te­stan­ten denkt.

War­um besucht der Papst einen Pastor der Pfingst­ler und ris­kiert damit, eini­gen Katho­li­ken, aber auch eini­gen Pfingst­lern und ultra-kon­ser­va­ti­ven Pro­te­stan­ten zu miß­fal­len, die der Öku­me­ne ableh­nend gegen­über­ste­hen und im Inter­net bereits von einem „Skan­dal“ und einer „Schan­de“ und einer impli­zi­ten Aner­ken­nung der Rol­le des Pap­stes durch Tra­et­ti­no spre­chen? Um auf die­se Fra­ge ant­wor­ten zu kön­nen, ist zunächst eine Geschich­te zu erzäh­len, in der – wie ange­deu­tet – auch ich eine klei­ne Rol­le spiel­te. Vor allem aber gilt es dar­an zu erin­nern, wer die pro­te­stan­ti­schen Pfingst­ler sind.

Wer sind die protestantischen Pfingstler?

Die Pfingst­be­we­gung ist eine neue Form des Pro­te­stan­tis­mus, die Anfang des 20. Jahr­hun­derts ent­stand, nach­dem sie bereits in den Jahr­zehn­ten davor vor­be­rei­tet wur­de. Sie cha­rak­te­ri­siert sich durch ein Miß­trau­en gegen die bestehen­den pro­te­stan­ti­schen Deno­mi­na­tio­nen und Orga­ni­sa­tio­nen, die als „ver­schla­fen“ gel­ten und wenig geeig­net, zu begei­stern und zu evan­ge­li­sie­ren. Und durch eine beson­de­re Auf­merk­sam­keit für Phä­no­me­ne cha­ris­ma­ti­scher Art. Im beson­de­ren ent­deck­ten die Pfingst­ler — rich­ti­ger­wei­se müß­te man von einer Wie­der­ent­deckung spre­chen, da es nicht an vor­her­ge­hen­den sowohl pro­te­stan­ti­schen als auch katho­li­schen Bei­spie­len fehl­te – die „Gabe des Zun­gen­re­dens“ oder Glos­so­la­lie, die nicht dar­in besteht, frem­de Spra­chen zu spre­chen, son­dern Lau­te und Wor­te von sich zu geben, die kei­ner bekann­ten Spra­che ent­spre­chen und die Teil des Gebets wer­den. Für die Pfingst­ler ist die Gabe des Zun­gen­re­dens der Beweis, daß der Gläu­bi­ge die „Geist­tau­fe“ emp­fan­gen hat, die kein Sakra­ment ist, aber eine über­zeu­gen­de und mit­rei­ßen­de Erfah­rung der Begeg­nung mit Chri­stus im Geist.

Es ist nicht über­trie­ben, wenn man fest­stellt, daß die pro­te­stan­ti­sche Pfingst­be­we­gung ein phä­no­me­na­les Wachs­tum erleb­te. Aus weni­gen Tau­send Anhän­gern in weni­gen Orten der USA und Groß­bri­tan­ni­ens Anfang des 20. Jahr­hun­derts wer­den ihre Anhän­ger heu­te auf mehr als 600 Mil­lio­nen geschätzt und damit fast ein Drit­tel aller mehr als zwei Mil­li­ar­den Chri­sten welt­weit, bzw. fast drei Vier­tel der ins­ge­samt 800 Mil­lio­nen Pro­te­stan­ten. Aus Pro­test gegen die orga­ni­sier­ten Gemein­schaf­ten ent­stan­den, haben auch die Pfingst­ler, wie in sol­chen Fäl­len immer in der Geschich­te des Chri­sten­tums, Deno­mi­na­tio­nen ent­wickelt. Eini­ge davon sind sehr groß, wie die Assem­blies of God, die welt­weit 35 Mil­lio­nen Gläu­bi­ge zäh­len und in Ita­li­en mit mehr als tau­send ört­li­chen Gemein­schaf­ten und 150.000 Gläu­bi­gen ver­tre­ten sind. Sie ver­tre­ten etwa die Hälf­te der pro­te­stan­ti­schen Pfingst­be­we­gung in Ita­li­en, die ins­ge­samt 313.000 Gläu­bi­ge zählt.

Die Evangelical Church of Reconcilation von Giovanni Traettino

Sowohl in der Welt als auch in Ita­li­en folg­te auf die erste Pflingstler-Wel­le, in der gro­ße Deno­mi­na­tio­nen ent­stan­den, eine zwei­te Wel­le, die es vor­zieht, sich in klei­nen Gemein­schaf­ten zu orga­ni­sie­ren, die sich even­tu­ell in Dach­ver­bän­den zusam­men­schlie­ßen, aber jede Grup­pe eine weit­ge­hen­de Auto­no­mie behält. In Ita­li­en gehört etwas mehr als die Hälf­te der pro­te­stan­ti­schen Pfingst­ler zu die­sem zwei­ten Bereich. Dazu gehört auch die Evan­ge­li­cal Church of Recon­ci­lia­ti­on (Evan­ge­li­sche Ver­söh­nungs­kir­che), die aus dem Zusam­men­schluß der Movi­men­to Evan­ge­li­co Inter­na­zio­na­le Fiumi di Poten­za (Evan­ge­lisch-inter­na­tio­na­le Bewe­gung Fiumi di Poten­za) und dem Cen­tro Ita­lia­no di Com­u­nio­ne e Restau­ra­zio­ne (Ita­lie­ni­sches Zen­trum Gemein­schaft und Wie­der­her­stel­lung) her­vor­ging und die Anfang der 80er Jah­re von Gio­van­ni Tra­et­ti­no, einem bap­ti­sti­schen Pastor gegrün­det wur­de. Nach einer poli­ti­schen Erfah­rung in der dama­li­gen Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei Ita­li­ens (PCI) kam er in Kon­takt mit dem Pro­te­stan­tis­mus und schließ­lich in Eng­land mit der Pfingst­be­we­gung wo er 1977 die „Geist­tau­fe“ erhielt.

Am Anfang der Begeg­nung der bei­den genann­ten Pfingst­ler­grup­pen ste­hen cha­ris­ma­ti­sche Phä­no­me­ne der Dales Bible Weeks in Eng­land, wo unter ande­rem 1977 eini­ge Teil­neh­mer (vor allem Kin­der) behaup­te­ten, Engel über der gro­ßen Hal­le flie­gen gese­hen zu haben, in der die Ver­samm­lun­gen statt­fan­den. 1978 nahm dar­an auch Geoff­rey Allen, ein eng­li­scher Mis­sio­nar angli­ka­ni­scher Her­kunft teil, der seit 1971 in Ita­li­en wirk­te. Er soll­te eine zen­tra­le Rol­le bei der Ent­ste­hung der Evan­ge­li­cal Church of Recon­ci­lia­ti­on spie­len, mit der er auch heu­te noch zusam­men­ar­bei­tet. Die Gemein­schaft von Pastor Tra­et­ti­no zählt heu­te in Ita­li­en 25 klei­ne Gemein­schaf­ten und rund tau­send Gläu­bi­ge.

1960er Jahre: Ausweitung des charismatischen Phänomens auf Episkopale und Katholiken

Papst Franziskus mit Tony Palmer und Kenneth Copeland in Santa Marta
Papst Fran­zis­kus mit dem am 20. Juli töd­lich ver­un­glück­ten Tony Pal­mer und Ken­neth Cope­land im ver­gan­ge­nen Juni in San­ta Mar­ta

In den 60er Jah­ren kam es in den USA zu einem neu­en Phä­no­men, das sich dann über die gan­ze Welt aus­brei­te­te: Unter dem Ein­fluß pro­te­stan­ti­scher Pre­di­ger, Mis­sio­na­re und Theo­lo­gen begann sich die „Geist­tau­fe“ und die Erfah­rung der Glos­so­la­lie ab 1960 unter den Epi­sko­pa­len, dem US-ame­ri­ka­ni­schen Zweig der Angli­ka­ner aus­zu­brei­ten und ab 1967 unter den Katho­li­ken (spä­ter soll­ten auch die Ortho­do­xen fol­gen). Die­se Epi­sko­pa­len und Katho­li­ken wol­len nicht ihre reli­giö­se Iden­ti­tät wech­seln und pro­te­stan­ti­sche Pfingst­ler wer­den, son­dern eini­ge For­men des Gebets und der Spi­ri­tua­li­tät in ihre Ursprungs­iden­ti­tät inte­grie­ren. Für die Katho­li­ken ist die Begeg­nung mit den pro­te­stan­ti­schen Pfingt­lern eine Gele­gen­heit, eini­ge bereits in ihrer Tra­di­ti­on vor­han­de­ne Ele­men­te der Theo­lo­gie und der Ver­eh­rung des Hei­li­gen Gei­stes wie­der­zu­ent­decken. Aus die­sem Grund zie­hen sie es vor, „Cha­ris­ma­ti­ker“ und nicht „Pfingst­ler“ genannt zu wer­den. Sie grün­den inner­halb der Katho­li­schen Kir­che die Katho­li­sche Cha­ris­ma­ti­sche Erneue­rung, die sich in Ita­li­en Rin­no­va­men­to nel­lo Spi­ri­to (RnS, Erneue­rung im Geist) nennt. Die cha­ris­ma­ti­schen Katho­li­ken, sowohl von der Katho­li­schen Cha­ris­ma­ti­schen Erneue­rung als auch ande­ren Gemein­schaf­ten, die mit ver­schie­de­nen For­men des gemein­sa­men Lebens expe­ri­men­tie­ren, sind heu­te welt­weit mehr als 100 Mil­lio­nen.

Pfingstler ein Problem für die Ökumene?

Die Prä­senz der pro­te­stan­ti­schen Pfingst­ler stellt für die Öku­me­ne ein offen­sicht­li­ches Pro­blem dar. Die Exper­ten unter­schei­den zwei Pha­sen der älte­ren Öku­me­ne zwi­schen Pro­te­stan­ten (eine erste theo­lo­gi­sche und eine zwei­te der Mis­si­ons­zu­sam­men­ar­beit), die jedoch die Katho­li­ken aus­schloß, und eine drit­te Pha­se, die ver­sucht auch die Katho­li­sche Kir­che ein­zu­bin­den, beson­ders mit der 1948 erfolg­ten Grün­dung des Öku­me­ni­schen Rats der Kir­chen (ÖRK) oder Welt­kir­chen­rat, dem die Katho­li­ken nicht ange­hö­ren, aber mit dem sie seit den 1950er Jah­ren inten­si­ve und herz­li­che Kon­tak­te pfle­gen. Für einen katho­li­schen Öku­me­ni­ker bedeu­tet mit den Pro­te­stan­ten im Dia­log sein, ein Dia­log mit den histo­ri­schen Gemein­schaf­ten der Refor­ma­ti­on, die dem ÖRK ange­hö­ren: den Luthe­ra­nern, den Cal­vi­ni­sten usw. und den Angli­ka­nern, die tech­nisch gese­hen kei­ne Pro­te­stan­ten sind.

Seit den 70er Jah­ren sind die histo­ri­schen pro­te­stan­ti­schen Gemein­schaf­ten inner­halb der pro­te­stan­ti­schen Welt in der Min­der­heit. Ihr Anteil schwin­det seit­her rapi­de. Vor allem in den USA und der Drit­ten Welt wach­sen kon­ser­va­ti­ve Grup­pen, in deren Bereich auch die gro­ße Mehr­heit der Pfingst­ler ange­sie­delt ist, die nicht dem ÖRK ange­hö­ren und auch nicht ange­hö­ren wol­len, dem sie nicht ver­tret­ba­re pro­gres­si­ve und „libe­ra­le“ Posi­tio­nen zu theo­lo­gi­schen und mora­li­schen Fra­ge, zum Lebens­recht und zur Fami­lie vor­wer­fen. Vie­le ÖRK-Mit­glieds­ge­mein­schaf­ten akzep­tie­ren heu­te die Abtrei­bung, eini­ge auch die „Homo-Ehe“. Der ÖRK ver­tritt heu­te nicht ein­mal mehr ein Vier­tel der Pro­te­stan­ten. Ten­denz fal­lend. Die ande­ren drei Vier­tel sind „Evan­ge­li­ka­le“ und damit Kon­ser­va­ti­ve, dar­un­ter vie­le Pfingst­ler, die dem ÖRK nicht ange­hö­ren, son­dern sich eige­ne, alter­na­ti­ve Zusam­men­schlüs­se geschaf­fen haben.

Katholische Ökumeniker mit ideologischer Affinität zum progressiven ÖRK

Vie­le katho­li­sche Öku­me­ne-Fach­leu­te, die in einer Schu­le aus­ge­bil­det wur­den, für die der ÖRK die pro­te­stan­ti­sche Welt „war“, haben lan­ge ver­kannt, daß der „histo­ri­sche“ Pro­te­stan­tis­mus längst nur mehr eine Min­der­hei­ten­rol­le spielt und sei­ne Bedeu­tung immer gerin­ger wird. Aus die­sem Grund wei­ger­ten sie sich mit den Pfingst­lern über­haupt ins Gespräch zu kom­men und damit mit der gro­ßen Mehr­heit der Pro­te­stan­ten, die man nicht kann­te und die man „selt­sam“ befand, nicht sel­ten auch auf­grund von pro­gres­si­ven ideo­lo­gi­schen Vor­ur­tei­len, die gera­de unter katho­li­schen Öku­me­ni­kern nicht sel­ten anzu­tref­fen sind. Für sie war in Berei­chen der Theo­lo­gie und der Moral der Dia­log mit dem „fort­schritt­li­chen“ und „libe­ra­len“ ÖRK einem even­tu­el­len Dia­log mit den evan­ge­li­ka­len und pfingst­le­ri­schen „Sek­ten“ vor­zu­zie­hen, die man per defi­ni­tio­nem als reak­tio­när und rück­wärts­ge­wandt betrach­te­te oder sogar als eine Art ver­län­ger­ter Arm der Repu­bli­ka­ni­schen Par­tei der USA. Umge­kehrt heg­ten vie­le Pfingst­ler star­ke anti­ka­tho­li­sche Vor­ur­tei­le, die Relik­te des kon­ser­va­ti­ven Pro­te­stan­tis­mus waren, aus dem sie her­vor­gin­gen. Oder sie betrach­te­ten die Katho­li­sche Kir­che als Teil einer geg­ne­ri­schen pro­gres­si­ven Gala­xie von zwei­fel­haf­ter mora­li­scher und theo­lo­gi­scher Ortho­do­xie, da sie mit den „libe­ra­len“ Pro­te­stan­ten in Dia­log stand.

Johannes Paul II. stößt ersten Kontakt zu Pfingstlern an

Obwohl es nicht an pro­phe­ti­schen Gesten fehl­te, wie die Ein­la­dung an die Pfingst­ler im per­sön­li­chen Namen als Beob­ach­ter am Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil teil­zu­neh­men, hielt der Still­stand jahr­zehn­te­lang an. Die Kru­ste die­ses behaup­te­ten welt­wei­ten öku­me­ni­schen Dia­logs, an dem aber drei Vier­tel des Pro­te­stan­tis­mus nicht betei­ligt sind, beginnt in den 80er Jah­ren dank der katho­li­schen cha­ris­ma­ti­schen Erneue­rung auf­zu­bre­chen, die mit den Pfingst­lern eini­ge Gebets­for­men gemein­sam hat und die mit ihnen zu spre­chen weiß. Die ersten struk­tu­rier­ten und nen­nens­wer­ten Erfah­run­gen, die vom hei­li­gen Johan­nes Paul II. (1920–2005) per­sön­lich ange­sto­ßen und ermu­tigt wer­den, erfol­gen in Ita­li­en zwi­schen katho­li­schen cha­ris­ma­ti­schen Gemein­schaf­ten und Pasto­ren der Pfingst­be­we­gung.

Dem Tref­fen zwi­schen Matteo Cali­si, einem Ver­tre­ter der katho­li­schen cha­ris­ma­ti­schen Erneue­rung aus Bari und Pastor Gio­van­ni Tra­et­ti­no kommt dabei eine zen­tra­le Rol­le zu, da es einen Dia­log anstößt, der lang­sam, wenn auch nicht ohne Wider­stän­de sowohl in der katho­li­schen Welt als auch unter den Pfingst­lern her­an­reift. In den 90er Jah­ren wer­den erste stän­di­ge Ein­rich­tun­gen geschaf­fen, dar­un­ter die 1993 gegrün­de­te Con­sul­ta­zio­ne Caris­ma­ti­ca Ita­lia­na (Cha­ris­ma­ti­scher ita­lie­ni­scher Rat).

1994 erstes Aktionsbündnis zwischen Katholiken und Evangelikalen in den USA

Im sel­ben Jahr ent­steht in den USA das, was sich heu­te Alli­an­ce Defen­ding Free­dom (ADF) nennt, eine Grup­pe aus christ­li­chen Reli­gi­ons­füh­rern und Juri­sten, sowohl Evan­ge­li­ka­le (dar­un­ter vie­le Pfingst­ler) als auch Katho­li­ken, die sich kon­kret für die Ver­tei­di­gung der Reli­gi­ons­frei­heit, des Lebens­rechts und der Fami­lie ein­set­zen.

1994 unter­zeich­net in den USA eine Grup­pe füh­ren­der Evan­ge­li­ka­ler und Katho­li­ken, dar­un­ter auf der einen Sei­te wie­der­um vie­le Pfingst­ler und auf der ande­ren Sei­te zum Bei­spiel der dama­li­ge Erz­bi­schof von New York, John Joseph Kar­di­nal O’Connor (1920–2000), der Bio­graph von Johan­nes Paul II., Geor­ge Weigel sowie der tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne, heu­ti­ge Kuri­en­erz­bi­schof Pater Augu­sti­ne Di Noia das Doku­ment „Evan­ge­li­cals and Catho­lics Toghe­ter“ (Evan­ge­li­ka­le und Katho­li­ken gemein­sam). Ein Doku­ment das kei­nes­wegs allen gefällt. Selbst Pastor Tra­et­ti­no kri­ti­siert es als zu „poli­tisch“ und zu „funk­tio­nal“ aus­ge­rich­tet, das mehr den Ein­druck einer Alli­anz ame­ri­ka­ni­scher Art mit Blick auf poli­ti­sche Wah­len ver­mit­tel­te. ((Im Novem­ber 1994 stan­den in den USA Prä­si­dent­schafts- und Par­la­ments­wah­len an, die zum Sieg des Demo­kra­ten Bill Clin­ton führ­ten.)) Das Zustan­de­kom­men die­ses Doku­ments zeig­te jedoch an, daß sich in der gegen­sei­ti­gen Wahr­neh­mung viel geän­dert hat­te.

Verlagerung der Kontakte unter Kardinal Bergoglio nach Lateinamerika?

Eini­ge Beob­ach­ter ver­tre­ten heu­te die Mei­nung, unter Bene­dikt XVI., dem deut­schen Papst, dem Land der Refor­ma­ti­on, habe sich die katho­li­sche Öku­me­ne wie­der nur mehr auf die histo­ri­schen Gemein­schaf­ten des Pro­te­stan­tis­mus kon­zen­triert, vor allem die Luthe­ra­ner, und daß aus die­sem Grun­de die wich­tig­sten Tref­fen zwi­schen katho­li­schen cha­ris­ma­ti­schen Gemein­schaf­ten und Pfingst­ler-Pasto­ren, die für den Dia­log offen sind, unter der Ägi­de von Kar­di­nal Ber­go­glio nach Latein­ame­ri­ka emi­grier­ten, der dort auch Tra­et­ti­no ken­nen­lern­te und des­sen Freund wur­de.

In Wirk­lich­keit wur­den auch unter Bene­dikt XVI. die Kon­tak­te zwi­schen cha­ris­ma­ti­schen Katho­li­ken und Pfingst­lern fort­ge­setzt. Ich selbst war Refe­rent auf einer sol­chen Öku­men­eta­gung 2012 in Assi­si. Es war Bene­dikt XVI., der 2011, als er wäh­rend sei­nes Deutsch­land-Besuchs die Luthe­ra­ner traf, die­sen sag­te, daß die Öku­me­ne nicht län­ger eine „neue Form des Chri­sten­tums“ „igno­rie­ren kön­ne, die mit einer unge­heu­ren mis­sio­na­ri­schen Dyna­mik sich aus­brei­tet“. Obwohl dar­in nicht nur posi­ti­ve Aspek­te zu erken­nen sind („ein Chri­sten­tum mit gerin­ger insti­tu­tio­nel­ler Dich­te, mit wenig ratio­na­lem und mit noch weni­ger dog­ma­ti­schem Gepäck, auch mit gerin­ger Sta­bi­li­tät“), stellt das „welt­wei­te Phä­no­men“ eine gesun­de Reak­ti­on gegen die „Ver­dün­nung des Glau­bens“ unter dem „Säku­la­ri­sie­rungs­druck“ dar, den eine bestimm­te pro­gres­si­ve Theo­lo­gie ver­tritt.

Fixierung des Ökumene-Dialogs auf ÖRK zu Ende

Der Dia­log zwi­schen Katho­li­ken und pro­te­stan­ti­schen Pfingst­lern zeigt noch vie­le Pro­ble­me. Im pfingst­le­ri­schen Bereich ist es zum Teil leich­ter mit den klei­ne­ren Bewe­gun­gen als mit den gro­ßen Deno­mi­na­tio­nen, und viel­leicht leich­ter mit einem unab­hän­gi­gen Pastor, der aus einer lin­ken poli­ti­schen Erfah­rung kommt, wie Tra­et­ti­no, als mit einem US-ame­ri­ka­ni­schen Reli­gi­ons­füh­rer, der ein gro­ßes Gepäck ein­sei­ti­ger poli­ti­scher Bin­dun­gen mit­schleppt, die ihn an soge­nann­te „rech­te“ Grup­pen und Stif­tun­gen bin­det, die manch­mal in Wirk­lich­keit mit mäch­ti­gen Wirt­schafts­krei­sen gekop­pelt sind, die der Katho­li­schen Kir­che häu­fig feind­lich und in mora­li­schen Fra­gen zwei­fel­haft gesinnt sind. Den­noch ist die Geste von Papst Fran­zis­kus nicht zu unter­schät­zen. Sie erin­nert vie­le katho­li­sche Berufs­ö­ku­me­ni­ker dar­an, daß die Zeit defi­ni­tiv zu Ende ist, in der der Öku­me­ni­sche Rat der Kir­chen und der pro­gres­si­ve Pro­te­stan­tis­mus der histo­ri­schen Gemein­schaf­ten der Refor­ma­ti­on als ein­zi­ger Ansprech­part­ner für den Dia­log galt, wäh­rend die gro­ße evan­ge­li­ka­le und pfingst­le­ri­sche Mehr­heit als zu kon­ser­va­tiv und reak­tio­när links lie­gen­ge­las­sen wur­de.

Erst­ver­öf­fent­li­chung: Nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na
Einleitung/Übersetzung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: United in Christ/Life Today

14 Kommentare

  1. Angeb­lich soll es auch „Geheim­tref­fen“ zwi­schen Vati­kan-Kle­ri­kern und der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. geben. War­ten wir ein­mal ab, was an die­sen Gerüch­ten dran ist.

    • Das wäre nichts Neu­es. Es ist doch all­ge­mein bekannt, dass es vie­le Sym­pa­thi­san­ten der FSSPX gibt, dar­un­ter auch Kar­di­nä­le, Bischö­fe u. Prie­ster. Auch ist klar, dass es da zu Tref­fen kommt, was ja auch Pater Schmid­ber­ger im aktu­el­len Prie­ster­rund­brief gesagt hat, dass er einen „hohen Wür­den­trä­ger“ in Rom besucht hat.

      Ob es „Geheim­ge­sprä­che“ zwi­schen Rom und der FSSPX gibt, fern aller Medi­en­be­rich­te, kann ich mir schon vor­stel­len, muss aber nicht so sein.

      • Naja, so geheim kann das Tref­fen ja nicht sein, wenn Herr Schmid­ber­ger die Spe­ku­la­tio­nen in die Rich­tung sogar aktiv befeu­ert 🙂

  2. Zun­gen­re­den in unver­ständ­li­cher Spra­che ? Nein, das spricht mich nicht an. Wir haben Sprach­ver­wir­rung genug. Ich muss die ein­zel­nen Fel­der wohl nicht benen­nen. Ber­go­glio soll­te sich lie­ber mit Ande­ren tref­fen.

  3. Wenn Ber­go­glio sich mit sei­nem evan­ge­li­ka­len Freund heim­lich trifft geht es bestimmt um gro­ße Din­ge. Ich ver­mu­te mal das Refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um 2017 könn­te das gro­ßes The­ma sein. Es ist nicht ein­fach Luther öku­me­nisch hei­lig­zu­spre­chen und Katha­ri­na von Bora mit der Mut­ter Got­tes von Fati­ma auf der Wart­burg gemein­sam tan­zen zu las­sen. Mal sehen was sie sich ein­fal­len las­sen.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

  4. Robert H. Schul­ler ist der Grün­der der Cry­s­tal Cathe­dral in Gar­den Gro­ve, Oran­ge Coun­ty, Kali­for­ni­en. Mitt­ler­wei­le wird sei­ne Kir­che in drit­ter Genera­ti­on gelei­tet von sei­nem Enkel. Sie erfreut sich nach wie vor gro­ßer Beliebt­heit. Die Anfän­ge bil­de­ten in den Fünf­zi­gern des letz­ten Jahr­hun­derts eine Dri­ve-In Kir­che in Kali­for­ni­en, wo nach ame­ri­ka­ni­scher Lebens­art anonym mit dem Auto zum Got­tes­dienst vor­ge­fah­ren wer­den konn­te. Pastor Robert H. Schul­ler führ­te ein wahr­haft evan­ge­li­sches, ent­beh­rungs­rei­ches Leben und reich an per­sön­li­chen Opfern. Aber auch auf­grund sei­nes unglaub­li­ches Talents Spen­den­gel­der zu akqui­rie­ren, kam er mit den Grö­ßen Hol­ly­woods in Kon­takt und wett­ei­fer­te mit den erfolg­reich­sten Pre­di­gern des Lan­des um den Segen Got­tes, eine der Mega Church­es zu sein. Die­se Kon­kur­renz war auch der Grund, war­um sich sei­ne enge Freund­schaft mit Nor­man Vin­cent Pea­le abkühl­te, der einer der bekann­te­sten Seel­sor­ger an der berühm­ten Marb­le Col­le­gia­te Church in New York war und den Best­sel­ler „Die Kraft des posi­ti­ven Den­kens“ ver­fass­te. Pea­le war zudem Frei­mau­rer. Und hier kommt der ent­schei­den­de Punkt. Pea­le wie auch Schul­ler gehör­ten der Refor­mier­ten Kir­che von Ame­ri­ka an, waren also mit dem Cal­vi­nis­mus eng ver­traut und dar­auf auf­bau­end wirk­ten sie mit ihrem eige­nen Cha­ris­ma und zwar sehr erfolg­reich. Einer evan­ge­li­schen Frei­kir­che anzu­ge­hö­ren, der „Theo­lo­gie“ des Posi­ti­ven Den­kens anzu­hän­gen und dar­über hin­aus noch Frei­mau­rer zu sein bil­den im Pro­te­stan­tis­mus und bei den Evan­ge­li­ka­len kei­nen Gegen­satz ! Es ist zwar nicht üblich, aber nicht ver­bo­ten. Schul­ler wur­de sogar von Papst Johan­nes Paul II. in Audi­enz emp­fan­gen. Das alles muß man mit­be­den­ken, wenn ein Katho­lik so gro­ße Lob­re­den auf die Evan­ge­li­ka­len anstimmt. Fakt ist hin­ge­gen, der Pro­te­stan­tis­mus ist eine vom Tri­en­ter Kon­zil ver­ur­teil­te Irr­leh­re. Die Evan­ge­li­ka­len wären gehal­ten, umzu­keh­ren und den katho­li­schen Glau­ben anzu­neh­men. Wie­vie­le See­len sind von evan­ge­li­ka­len Sek­ten — oder soll­te ich lie­ber sagen Deno­mi­na­tio­nen — in Süd­ame­ri­ka der katho­li­schen Kir­che abge­wor­ben wor­den, viel­leicht wohl auf­grund ihrer lehr­amts­mä­ßi­gen Schwä­che ? Die Lehr­un­ter­schie­de zur katho­li­schen Kir­che sind immens, Mari­en­ver­eh­rung wird grund­weg abge­lehnt. Wel­che Gemein­sam­kei­ten sol­len denn bestehen mit den Pfingst­lern ? Sie sind selbst den evan­ge­li­kal-fun­da­men­ta­li­sti­schen Krei­sen zu schwär­me­risch. Übri­gens gehört auch der Koran-Ver­bren­ner Ter­ry Jones dann zur gro­ßen Fami­lie des Öku­me­nis­mus. Nach sei­ner Rück­kehr nach Flo­ri­da führt die von ihm gegrün­de­te Gemein­de in Köln — unter neu­er Lei­tung — Erweckungs­got­tes­dien­ste durch. Ist es aber der Hei­li­ge Geist, der die Teil­neh­mer zum Umfal­len ver­an­lasst oder eine Mischung aus christ­li­chem Glau­ben und Okkul­tis­mus ? Wel­cher Geist wur­de über Erz­bi­schof Ber­go­glio in Bue­nos Aires sei­ner­zeit her­ab­ge­ru­fen ? Ist es der Geist, der die Spra­chen ver­eint in ein Posi­ti­ves Chri­sten­tum, das sich in den „Tem­pel der Huma­ni­tät“ des Frei­mau­rer­tums gut inte­grie­ren läßt ?

    • Tomas2612
      Sie schrei­ben: die Cha­ris­ma­ti­ker wären ange­hal­ten, umzu­kehen und den katho­li­schen Glau­ben anzu­neh­men. Aber wel­chen katho­li­schen Glau­ben? Das ist doch die gro­ße Schwie­rig­keit heu­te. Etwa den katho­li­schen Glau­ben von Papst Fran­zis­kus, für den Athe­isten in den Him­mel kom­men, für den der Koran eine der Bibel gleich zu ach­ten­de gött­li­che Offen­ba­rung ist und der in sei­nem ersten Scal­fa­ri-Inter­view nicht mehr den objek­ti­ven Unter­schied zwi­schen Gut und Böse (aner)kennt?

      • Sehr geehr­ter Leo,

        ich mei­ne kei­ne katho­li­schen Cha­ris­ma­ti­ker. Der Besuch der alten Mes­se (bei Gele­gen­heit) wird unver­zicht­bar sein, um die ganz per­sön­li­che „Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät“ zu erfah­ren und sich der Gemein­schaft der Hei­li­gen zu ver­ge­wis­sern. Was frü­he­ren Genera­tio­nen Seli­ge und Hei­li­ge her­vor­ge­bracht hat, kann so schlecht nicht gewe­sen sein. Die aus­schließ­li­che Mit­fei­er des NOM ver­mag den Glau­ben jedes Katho­li­ken nicht mehr hin­über zu ret­ten. Nen­nen Sie es wie Sie wol­len, aber es sind auch zu vie­le Ele­men­te aus der Psych­ia­trie hin­ein geflos­sen, dass die Prie­ster heu­te viel­fach The­ra­peu­ten glei­chen als Seel­sor­gern. Die Psych­ia­trie war doch einst ange­tre­ten, um die kirch­li­che Pasto­ral zu zer­stö­ren. Zusam­men mit dem Pro­te­stan­tis­mus und dem Frei­mau­rer­tum erle­ben wir gegen­wär­tig die Erfül­lung. Neh­men Sie sodann zum Bei­spiel den Kate­chis­mus des hei­li­gen Pap­stes Pius X. oder den Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che. Trotz der gegen­wär­ti­gen Apost­asie haben Katho­li­ken sowie­so kei­ne Alter­na­ti­ve ! Die Römi­sche katho­li­sche Kir­che bleibt die wah­re Kir­che Jesu Chri­sti. Ein Über­tritt zu einer frei­en evan­ge­li­schen Gemein­de kommt für einen Katho­li­ken immer einem Glau­bens­ab­fall gleich und ist doch eine Tod­sün­de ! Wer es nicht bes­ser weiß und vor­her ein Athe­ist war, mag sich mit den Evan­ge­li­ka­len bes­ser ste­hen. Für einen Katho­li­ken ist alles ande­re ein Rück­schritt ! Dar­um fin­de ich es per­sön­lich nicht ange­bracht, wenn jetzt der Ein­druck erweckt wird, die­se Pfingst­ler wür­den auf einer Stu­fe ste­hen. Also lie­ber kein „Gim­me Five“.

  5. Ber­go­glio und sei­ne pri­va­ten Freun­de. Man fragt sich, müs­sen es aus­ge­rech­net Pfingst­ler sein ?
    Pri­vat und geheim. was soll denn das ?

  6. Ralph
    War­um „aus­ge­rech­net Pfingst­ler?“
    Pfingst­ler sind inzwi­schen die zahl­reich­ste pro­te­stan­ti­sche Grup­pe. Ant­wort Nr. 1 lau­tet also: aus kir­chen­po­li­ti­schen Grün­den, wenn näm­lich als stra­te­gi­sches Zwi­schen­ziel –auf dem Weg zur Eine-Welt-Kir­che– die christ­li­che Öku­me­ne unter römi­scher Füh­rung auf dem Plan steht. Ant­wort Nr. 2 ist: weil der Cha­ris­ma­tis­mus ein wich­ti­ges Mit­tel zur Sub­ver­si­on der tra­di­tio­nel­len Katho­li­zi­tät ist. Wie aus nach­fol­gend ver­link­tem Arti­kel her­vor­zu­ge­hen scheint, war die Cha­ris­ma­ti­sche Erneue­rung in der katho­li­schen Kir­che kei­ne „Gras­wur­zel­be­we­gung“, son­dern wur­de der Kir­che, ähn­lich wie die lit­ur­gi­schen Refor­men, von oben auf­ge­stülpt. Schlüs­sel­fi­gu­ren: Matteo Cali­si und Papst Johan­nes Paul II.:
    http://callmejorgebergoglio.blogspot.de/2014/07/unity-through-diversity-in-novus-ordo.html
    Für den Wider­sa­cher ist der Cha­ris­ma­tis­mus ein Ein­falls­tor für dämo­ni­sche Beein­flus­sung und Beset­zung der Kir­che. Ein­fach mal auf you­tube unter „Toron­to Bles­sing“, „Cha­ris­ma­tic Move­ment expo­sed“, „Sata­nic Cha­ris­ma­tic Move­ment“ suchen und stau­nen. — All das ist unter der Über­schrift der gro­ßen end­zeit­li­chen Ver­füh­rung zu sehen.

  7. In Zei­ten wo sich Papst Franz sich sei­nen evan­ge­li­ka­len Spe­zi­al­freun­den und Kar­di­nal Koch es für erfor­der­lich hält ‚Öku­me­ne‚ mit den evan­ge­li­ka­len Pfingst­lern zu betrei­ben trifft ist es, daß ein Zusam­men­schluss ver­schie­de­ner Grup­pie­run­gen in Ita­li­en am 16. Juli eine gemein­sa­me Erklä­run­gen abge­ge­ben haben.
    Die­se sind wenig­sten erfri­schend offen in ihrer anti­ka­tho­li­schen Hal­tung.
    Neben dem übli­chen Gezwit­scher über eine „impe­ria­le“ und sich als Heils­ver­mitt­le­rin anma­ßen­de Kir­che neh­men sie selt­sa­mer­wei­se auch Anstoß an einer Kir­che die „D o g m e n“ zu den ‚ein für alle mal über­lie­fer­ten Glau­be der ‚Hei­li­gen‚ hin­zu­fü­ge.

    In Matt. 10 gibt Jesus Anwei­sung für die Mis­si­on
    5 Die­se Zwölf sand­te Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Hei­den, und betre­tet kei­ne Stadt der Samariter,6 son­dern geht zu den ver­lo­re­nen Scha­fen des Hau­ses Isra­el.
    7 Geht und ver­kün­det: Das Him­mel­reich ist nahe. 8 Heilt Kran­ke, weckt Tote auf, macht Aus­sät­zi­ge rein, treibt Dämo­nen aus! Umsonst habt ihr emp­fan­gen, umsonst sollt ihr geben.
    9 Steckt nicht Gold, Sil­ber und Kup­fer­mün­zen in euren Gürtel.10 Nehmt kei­ne Vor­rats­ta­sche mit auf den Weg, kein zwei­tes Hemd, kei­ne Schu­he, kei­nen Wan­der­stab; denn wer arbei­tet, hat ein Recht auf sei­nen Unter­halt.
    11 Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, erkun­digt euch, wer es wert ist, euch auf­zu­neh­men; bei ihm bleibt, bis ihr den Ort wie­der verlaßt.12 Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden.13 Wenn das Haus es wert ist, soll der Frie­de, den ihr ihm wünscht, bei ihm ein­keh­ren. Ist das Haus es aber nicht wert, dann soll der Frie­de zu euch zurück­keh­ren.
    14 Wenn man euch aber in einem Haus oder in einer Stadt nicht auf­nimmt und eure Wor­te nicht hören will, dann geht weg, und schüt­telt den Staub von euren Füßen.15 Amen, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom und Gomor­ra wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm erge­hen wie die­ser Stadt.

    • (Anfang kor­ri­giert da ver­un­glückt)
      In Zei­ten wo sich Papst Franz mit sei­nen evan­ge­li­ka­len Spe­zi­al­freun­den trifft
      und Kar­di­nal Koch es für erfor­der­lich hält ‚Öku­me­ne‚ mit den evan­ge­li­ka­len Pfingst­lern zu betrei­ben, hat ein Zusam­men­schluss ver­schie­de­ner ‚pfingstlerischen‚Gruppierungen in Ita­li­en am 16. Juli eine gemein­sa­me Erklä­run­gen abge­ge­ben.

  8. Die­ser Arti­kel ist einer der besten u. fun­dier­te­sten, die es zu die­sem The­ma gibt. Im Bereich des Katho­li­zis­mus gibt es nur weni­ge Autoren, die sich mit der Ent­ste­hung, den Struk­tu­ren u. dem Inhalt der ev. Frei­kir­chen aus­ken­nen, v.a. in Deutsch­land, wo sie — sta­ti­stisch gese­hen — kei­ne Rol­le spie­len. Es ist jedoch wich­tig, alle Aspek­te die­ser hete­ro­ge­nen Bewe­gung zu ken­nen, wenn man sie rich­tig beur­tei­len u. im mit ihr in Dia­log tre­ten will.
    Ich ken­ne die ev. Frei­kir­chen von innen, weil ich selbst eine Zeit­lang in evan­ge­li­ka­len, cha­ris­ma­ti­schen u. Pfingst­ge­mein­den gewe­sen bin, weil der libe­ra­le Katho­li­zis­mus nicht mehr mei­nen per­sön­li­chen Erfah­run­gen mit Gott ent­sprach u. bevor ich in Kon­takt mit dem tra­di­tio­nel­len Katho­li­zis­mus gekom­men bin, den ich vor­her nicht gekannt habe.

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