Macht das Konzil alle Päpste heilig?

Johannes Paul I.
Johan­nes Paul I.

(Vati­kan) Wer Zwei­fel heg­te, daß es tat­säch­lich einen Unter­schied zwi­schen der Zeit vor und nach dem jüng­sten Kon­zil gibt, wird von der Kir­che indi­rekt, aber hoch­of­fi­zi­ell wider­legt. Im Gegen­satz zur Zeit vor dem Kon­zil, in der es — aus­ge­nom­men die früh­christ­li­che Ver­fol­gungs­zeit — ver­hält­nis­mä­ßig weni­ge Päp­ste gab, die zu den Altä­ren erho­ben wur­den, schei­nen aus­nahms­los alle Päp­ste seit dem Kon­zil im Stand der Hei­lig­keit zu ste­hen. Am kom­men­den 19. Okto­ber fin­det die Selig­spre­chung von Paul VI. (1963–1978) statt. Laut dem ehe­ma­li­gen Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Tar­ci­sio Ber­to­ne, könn­te auch die Selig­spre­chung von Papst Johan­nes Paul I. (1978) unmit­tel­bar bevor­ste­hen. Damit wären alle vier letz­ten, ver­stor­be­nen Päp­ste Hei­li­ge oder Seli­ge. Anders aus­ge­drückt: alle Päp­ste seit dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Konzil.

Laut Kar­di­nal Ber­to­ne könn­te das Selig­spre­chungs­ver­fah­ren für den Kurz­zeit­papst Albi­no Lucia­ni, der 1978 nur für 33 Tage auf dem Stuhl Petri saß, im Sep­tem­ber vor dem ent­schei­den­den Durch­bruch ste­hen. Dies sag­te der Pur­pur­trä­ger, der unter Papst Bene­dikt XVI. das Amt des Kar­di­nal­staats­se­kre­tärs beklei­de­te, in sei­ner Pre­digt wäh­rend einer Hei­li­gen Mes­se in der Kathe­dra­le von Bel­lu­no, der Geburts­stadt von Johan­nes Paul I.

Wird Seligsprechung von Johannes Paul I. im September entschieden?

Im Sep­tem­ber wer­de, so Kar­di­nal Ber­to­ne, die Cau­sa des Vor­gän­gers von Papst Johan­nes Paul II. auf der Tages­ord­nung der Hei­lig­spre­chungs­kon­gre­ga­ti­on ste­hen. Soll­te die­se der Selig­spre­chung zustim­men, scheint es wahr­schein­lich, daß Papst Fran­zis­kus bereits in den dar­auf fol­gen­den Tagen das Selig­spre­chungs­de­kret unter­zeich­nen wird.

Bischof Enri­co Dal Covo­lo, Rek­tor der Late­ran­uni­ver­si­tät und Postu­la­tor im Selig­spre­chungs­ver­fah­ren, hat­te am 2. Juli 2013 bekannt­ge­ge­ben, daß die Posi­tio am 17. Okto­ber des­sel­ben Jah­res dem Prä­fek­ten der Hei­lig­spre­chungs­kon­gre­ga­ti­on, Kar­di­nal Ange­lo Amato über­ge­ben wird. Nicht bekannt ist, wie weit die Unter­su­chun­gen zur Bestä­ti­gung des für die Selig­spre­chung vor­ge­schrie­be­nen Wun­ders fort­ge­schrit­ten sind, das auf die Für­spra­che von Papst Albi­no Lucia­ni gesche­hen sein soll.

Am ver­gan­ge­nen 27. April erfolg­te durch Papst Fran­zis­kus die Hei­lig­spre­chung von zwei Päp­sten, Johan­nes XXIII. (1958–1963) und Johan­nes Paul II. (1978–2005). Wäh­rend für den pol­ni­schen Papst vor­schrifts­ge­mäß das Hei­lig­spre­chungs­ver­fah­ren ein­ge­hal­ten und zwei Wun­der aner­kannt wur­den, erfolg­te die Hei­lig­spre­chung von Ange­lo Ron­cal­li durch eine unge­wöhn­li­che Dis­pens von Papst Fran­zis­kus wun­der­los. Papst Ron­cal­li berief das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil ein.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Infovaticana

22 Kommentare

  1. Ruhig Blut, nicht alle wer­den hei­lig gespro­chen. Wenn Bene­dikt mal stirbt, wird er schon wegen dem außer­or­dent­li­chen Ritus nicht hei­lig gespro­chen. Fran­zis­kus aber auf jeden Fall!

  2. Wenn der näch­ste Papst eben­falls so kon­zils­ver­liebt sein wird wie der der­zei­ti­ge, Gott möge uns davor behü­ten, wird Herr Ber­go­glio in noch kür­ze­rer Zeit als Johan­nes Paul II, viel­leicht dann kom­plett wun­der­los und ohne vor­he­ri­ge See­lig­spre­chung, 100-pro­zen­tig hei­lig­ge­spro­chen wer­den. Dass alle Päp­ste seit dem Kon­zil hei­lig­ge­spro­chen wer­den, glau­be ich nicht, denn ich den­ke, dass Bene­dikt XVI der gegen­wär­ti­gen Kon­zils­kir­che nicht „gefällt“.
    Per Mari­am ad Christum.

    • Dass Bene­dikt XVI der gegen­wär­ti­gen ‚Kon­zils­kir­che‚ nicht „gefällt“ den­ke ich ist nicht zutref­fend, hat er doch offen­kun­dig mit sei­nem Rück­tritt sehr vie­len einen ‚Gefal­len‚ getan. So war end­lich der Weg frei für einen, der das Papst­amt und die Kir­che wei­ter demon­tiert und zwar so radi­kal wie es offen­bar erwünscht ist. Papst Bene­dikt hat immer­hin noch Wider­stand gelei­stet und woll­te eini­ges restau­rie­ren, z.B. Liturgie.
      Außer­dem, Papst Franz wird nicht müde dies zu dekla­mie­ren, hat Papst Bene­dikt die „Insti­tu­ti­on des eme­ri­tier­ten Pap­stes“ eta­bliert und auch die­se Idee „gefällt“.

      War­ten wir getrost ab, was der Him­mel dazu zu sagen hat.

    • Viel­leicht erlebt der Hw. Herr Dr. Ratz­in­ger sei­ne Hei­lig­spre­chung noch und ist dabei am Peters­platz anwesend!

  3. Und Pius XII. wird es wohl auch nicht schaffen!
    Wenn ich der Auf­stel­lung bei „heiligenlexikon.de“ fol­ge, so hat Johan­nes Paul II. von 1978–2004 ins­ge­samt 1316 Selig- und 483 Hei­lig­spre­chun­gen voll­zo­gen. Vie­le davon waren Glau­bens­zeu­gen in den tota­li­tä­ren Syste­men des 20. Jh’s. Doch wer ist uns über 1800 im Gedächt­nis geblieben?
    Der Ruf in höch­ster Not wird wei­ter­hin „Jesus! Maria!“ sein und bleiben.

  4. Ja die Kon­zils­kir­che hat Pro­ble­me die immer grö­ßer wer­den, am Ende wer­den sie noch Päp­ste hei­lig­spre­chen die noch gar nicht gebo­ren sind.
    Paul VI ist ein gro­ßer Wun­der­tä­ter. Er hat die Ver­bren­nung von Katho­li­ken frei­ge­ge­ben. Sie brau­chen am jüng­sten Tag gar nicht mehr leib­lich auf­er­ste­hen. Also ich lege gro­ßen Wert dar­auf das erst das Fege­feu­er mich erwärmt. Die ande­ren mono­the­isti­schen Reli­gio­nen amü­sie­ren sich schon über uns.
    „Seg­ne uns Maria“
    Per Mari­am ad Christum.

  5. Vor­aus­set­zung für Hei­lig­spre­chun­gen sind: ent­we­der das Mar­ty­ri­um oder der Nach­weis des heroi­schen Tugend­gra­des inklu­si­ve Wunder.

    Was hat denn Mon­ti­ni an die­ser Stel­le auf­zu­wei­sen, wenn nicht das kras­se Gegenteil?
    Und Lucia­ni, der kei­ne Zeit hat­te, hier etwas zu leben und zu zeigen?

    Mit der Logik könn­te dann eigent­lich jeder hei­lig­ge­spro­chen werden.
    Ich schla­ge eine Gene­ral­hei­lig­spre­chung aller Gläu­bi­gen )mit Dis­pens von der über­hol­ten Wun­der­for­de­rung) vor, die schon gestor­ben sind. Nach­dem Höl­le und Fege­feu­er abge­schafft wur­den, dürf­te das ja auch schlüs­sig sein.

    Fragt sich dann nur wo die­se Altä­re eigent­lich ste­hen, zu denen wir alle erho­ben werden?!

    • Hey, ich habe die Idee eher gehabt und ste­he schon in Ver­hand­lun­gen mit eini­gen hohen Vatikan-Funktionären.
      Das wird der Ren­ner der Zukunft:
      „Hei­li­gen­han­del! Sei ein Hei­li­ger, (natür­lich erst im Him­mel, hier auf Erden kannst du die Sau rauslassen.)“
      Der Ablass­han­del war dage­gen nur ein lau­es Lüft­chen und, wie es heu­te so schön zeit­gei­stig heißt, fin­ste­res Mittelalter.
      Möch­ten Sie eine Hei­li­gen­an­teils­ak­tie erwerben?

      • Das kön­nen Sie auf Ebay stel­len. Erst mal als Auk­ti­on. Fan­gen Sie bei 1,00 € an, um Käu­fer zu interessieren…

        Wer sich ein­kauft, erhält ein Abzei­chen „sanc­tus futu­rus“ oder „sanc­ta futu­ra“, oder gen­der­neu­tral „sanc­tum futu­rum“ (nein, das ist kein Akku­sa­tiv!): so ein Regen­bo­gen­teil mit Tanz­kreuz wie auf dem neu­en Got­tes­lob. Das darf er auf sei­ne Kla­mot­ten auf­nä­hen. oder noch bes­ser ein Tat­too, am besten in die Stirn ein­ge­brannt. Sehr cool.

    • Gene­ral­hei­lig­spre­chung aller Gläubigen
      Der erste Schritt ist bereits getan. Das Sün­den­be­wusst­sein ist geschwun­den, das Beichtsa­kra­ment über­flüs­sig geworden.
      Braucht man nur noch die Sün­de abschaf­fen (Scal­fa­ri über PFI.) dann gibt es nur noch Hei­li­ge. Schö­ne neue Welt. (Iro­nie aus)

    • wo die­se Altä­re ste­hen werden,zu denen wir alle erho­ben werden…vielleicht,diese zeit­ge­mä­sse Altäre,…stellen wir(wer wir?ja,wir,die lehr­amts­treue Katholiken…)an die gan­zen Landstriche,die nach dem fina­lem Abbau der Boden­schät­ze der Erde,der gan­zen Schöpfung,bleiben.…an end­lo­sen lee­ren Flächen,die sich lange,oder nie?erholen.…wo gehen die See­len der Afrikaner,der Palestinesen,bald,der Russen…wo gehen die hin?wenn es kei­ne Höl­le mehr gibt,ja,früher unter der Erde,ja,da wird aber nach den Schät­zen gesucht.…Sind die Mas­sen der Ermor­de­ter Famillien,der Menschen,auch Martyrer,nein.…sagen wir.Folgen wir dem,z.B.Bergoglio,oder einem Friedensnobelpreissträger.…im Licht des Regenbogens.…Für die Altäre,Mahltische, die­se Zet­ge­mä­sse „Heiligen“,da,wird es genug Platz geben,…Die Ablasszettel,dann,als Pla­stik­kar­te ‚mit einem Chip,verroten nicht so schnell,ein geeig­ne­tes Automat,konnten wir neben die „Altäre„stellen .…..und,es bleibt doch ewig,Vater unser im Himmel.….die Heilsgeschichte.…dadurch,die Hoffnung,Liebe,der Glaube,der stär­ker ist,als der Tod.…Dein Wil­le geschehe.…

  6. Als Kind dach­te ich, dass alle Päp­ste waren Hei­li­gen. Ich hielt auch die Prie­ster als Hei­li­gen. Es waren bestimm­te Prie­ster die mich öfter baten für sie zu beten. Dabei dach­te ich; wie kann so ein hei­li­ger Mann mich bit­ten für ihn zu beten. Ein beson­de­ren Prie­ster war sehr ernst damit. Er bat mich wirk­lich von Her­zen für mein Gebet; so tat ich als Kind. Erst viel spä­ter begriff ich was die Prie­ster mein­ten, sie brauch mehr Gebet als unser einer.
    Nun wei­ße ich dass es ist leich­ter für ein Haus­frau und Putz­frau­en Hei­li­ge zu sein als einen Papst.:
    „Wem viel gege­ben ist von ihm wird auch viel ver­langt.“ Die Päp­ste haben viel Ver­ant­wor­tung. Wir müs­sen viel für die ver­stor­be­nen Päp­ste beten anstatt sie zu Kano­ni­sie­ren. Wir tun ihnen nicht gutes wenn wir sie Hei­li­gen machen, aber in Wirk­lich­keit schmor­ren sie im Fegfeuer.

  7. „Wer Zwei­fel heg­te, daß es tat­säch­lich einen Unter­schied zwi­schen der Zeit vor und nach dem jüng­sten Kon­zil gibt“, wird von der Kir­che indi­rekt, aber höchst offi­zi­ell“ b e s t ä t i g t statt wider­legt, wage ich Ihren Satz zu ver­än­dern, Herr Nar­di. Wobei ich davon aus­ge­he, dass Sie es so gemeint haben könnten.

    Weil die katho­li­sche Kir­che vor dem 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil in lan­gen Jahr­hun­der­ten vor­her höchst sel­ten Päp­ste hei­lig­sprach. Zwi­schen Pius V. und Pius X., den letz­ten hei­lig­ge­spro­che­nen Päp­sten vor dem 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil, lie­gen meh­re­re Jahrhunderte.
    Wobei die vie­len Päp­ste dazwi­schen ein unta­de­li­ges Leben führ­ten, die Kir­che glau­bens­treu und sicher durch tief­grei­fen­de Ver­än­de­run­gen — die agno­sti­sche bis athe­isti­sche Phi­lo­so­phie der Neu­zeit, tief­grei­fen­de poli­ti­sche Ver­än­de­run­gen — regier­ten. Viel­leicht gab es Aus­nah­men, die mir jetzt nicht ein­fal­len, aber ins­ge­samt trifft es zu.
    Sie hat­ten gegen Fein­de der Kir­che zu kämp­fen, sie unter­la­gen auch, muss­ten Nie­der­la­gen hin­neh­men, sie bewahr­ten und ver­tei­dig­ten jedoch den Glau­ben, lie­ßen einen Glau­bens­syn­kre­tis­mus, der den Glau­ben zer­stört, nicht zu.
    Unter den Kon­zils- und Nach­kon­zil­späp­sten erlitt die katho­li­sche Kir­che einen Glau­bens­plu­ra­lis­mus, der ihr so wesens­fremd ist, dass er sie zer­stört. Er wür­de sie voll­stän­dig zer­stö­ren, wäre ihr nicht von unse­rem Herrn zuge­sagt, „dass die Pfor­ten der Höl­le sie nicht über­wäl­ti­gen.“ Natür­lich wäre es zu ein­fach, zu undif­fe­ren­ziert, die Päp­ste ganz allein für den unglaub­li­chen Nie­der­gang, der unmit­tel­bar nach dem 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil ein­setz­te, ver­ant­wort­lich zu machen. Aber sie haben ihn ein­deu­tig mit zu verantworten.
    Die „Jubel­ka­tho­li­ken“ von der „Tages­post“, dem „Vati­can- Maga­zin“ und ähn­li­chen Postil­len müss­ten sich doch wun­dern, dass eine sol­che Häu­fung von Papst­hei­lig­spre­chun­gen, die eine abso­lu­te Aus­nah­me bil­den mit Blick auf die ver­gan­ge­nen Jahr­hun­der­te, zu einer Zeit statt­fin­det, in der der Glau­be unter Häre­si­en fast erstickt.
    Die­se Päp­ste könn­ten allein des­halb nicht selig- und hei­lig­ge­spro­chen wer­den, selbst wenn ihr Lebens­wan­del und ihr geist­li­ches Leben auf­fal­lend fromm und frucht­bar gewe­sen wäre.
    Doch die­se unsin­ni­gen, infla­tio­nä­ren Papst-Selig­spre­chun­gen-Hei­lig­spre­chun­gen haben inzwi­schen einen unschätz­ba­ren Vor­teil: Statt die Kon­zil­s­epo­che hei­lig­zu­spre­chen, was gewollt ist, wird sie gerich­tet. Die­se Selig-Hei­lig­spre­chun­gen sind nur noch absurd.
    Sie sind so bizarr, dass die Beur­tei­lung der Kon­zil­s­epo­che zu einer Ver­ur­tei­lung füh­ren wird. Den Kon­zils­vä­tern des näch­sten Kon­zils wird nichts ande­res übrig­blei­ben, als die­se grau­en­haf­te kir­chen­ge­schicht­li­che Epo­che zu ver­ur­tei­len. Es wird wahr­schein­lich noch lan­ge dau­ern, doch das näch­ste dog­ma­ti­sche Kon­zil wird kommen.
    (Mit „Jubel­ka­tho­li­ken“ mei­ne ich nicht die nor­ma­len Gläu­bi­gen, die schmäh­lich vom Papst und den Bischö­fen im Stich gelas­sen wer­den. Son­dern die Jour­na­li­sten von der „Tages­post“, dem „Vati­can-Maga­zin“ und ähn­li­chen Postillen…).

    • Die Jubel­ka­tho­li­ken die Sie mei­nen haben eher die Funk­ti­on von Ein­peit­schern über­nom­men. Sie trei­ben eine Ver­eh­rung des Kir­chen­ober­haup­tes an, die so gar nicht nach­voll­zieh­bar ist.

  8. Auch wenn mich die Zustän­de nur noch zur Sati­re beflü­geln kön­nen, erscheint mir doch die­se gan­ze Papst-Hei­lig­spre­che­rei sym­pto­ma­tisch für die­se post­mo­der­ne Gum­mi­mas­se, gekocht aus sozia­li­sti­schem Kol­lek­ti­vis­mus, der Vul­ga­ri­sie­rung der natür­li­chen Bil­dung und der über­na­tür­li­chen Selbst­über­schrei­tung und pri­mi­ti­vem „Anse­hen der Person“:

    Man spricht Legio­nen klei­ner und unbe­deu­ten­der Leu­te hei­lig, die vom Kir­chen­volk auf­grund der Mas­se gar nicht mehr über­schaut wer­den kön­nen — man ver­gisst sie in der Welt­kir­che so, wie sie auch ohne Hei­lig­spre­chung ver­ges­sen gewe­sen wären. Umso hel­ler „strah­len“ dann die Hier­ar­chen auch post­hum, die man hei­lig­ge­spro­chen hat. Eine gera­de­zu wider­wär­ti­ge Olig­ar­chie des selbst­er­nann­ten Gei­stes. Pfui!

    Dass aber der Hei­li­ge Geist die geist­li­chen Gaben und die Hei­lig­keit denen schenkt, die Er vor­ge­se­hen hat und die ihr Leben dran­setz­ten, das geht als Leit­bild verloren.
    Die Kir­che ver­ehrt fak­tisch nicht mehr die, die gehor­sam waren bis zum Tod wie der Herr, son­dern die, die den Weg des gering­sten Wider­stan­des gin­gen. Dar­an ändert auch die Hei­lig­spre­chung regio­na­ler Hel­den, die tota­li­tä­ren Syste­men Wider­stand lei­ste­ten, nicht viel. Das ist alles Bluff. In Wahr­heit wird die gesam­te Leh­re auch sicht­bar in die­sen Hei­lig­spre­chun­gen fei­ger und dop­pel­zün­gi­ger Päp­ste pervertiert.

    Es ist des­halb auch nicht rich­tig, zu glau­ben, @ Joseph B. E. Int­si­ful, einem armen Papst fie­le es ja so viel schwe­rer, hei­lig zu sein, weil ihm ach so viel auf­ge­bür­det ist, anders als einer „Haus­frau und Putz­frau“. Was ist für Sie eigent­lich eine Haus­frau? — Ihr ist nicht nur das leib­li­che Opfer, son­dern das See­len­heil eines Man­nes und eini­ger Kin­der per­sön­lich auf­er­legt — das ist die „Rück­sei­te“ des Papst­am­tes — wen soll der Papst regie­ren, wenn ihm nicht die Men­schen durch die vie­len Müt­ter gebracht wer­den…? Am Weg­fall all die­ser Müt­ter mit ihrem Amt, das aber immer ernie­digt und abqua­li­fi­ziert wur­de, und sei es unbe­wusst, wie in Ihrem Satz, solan­ge, bis die Frau­en es selbst glaub­ten, müss­te man erken­nen, dass man sich Jahr­hun­der­te lang an die­sem Amt der Müt­ter schwerst ver­sün­digt hat, indem man es nie­der­drück­te, abwer­te­te und mit­samt der Frau selbst als sozi­al und wert­haft „unter­ge­ord­net“ hin­stell­te. Man ach­tet die Hei­li­gen, die Gott aus­sucht, gering und ido­li­siert die „Chefs“…

    Hei­lig­keit ist das, wozu alle beru­fen sind. Hei­lig­keit heißt: das Kreuz auf sich neh­men, aber nicht alle stel­len sich dem Kreuz. Und das Kreuz ist das Kreuz — ob für Papst oder Haus­frau. Das Kreuz ist immer und für jeden tonnenschwer…

    Die Kir­che wuss­te immer, dass das Wort des Herrn gilt: die Ersten wer­den womög­lich vor IHM die letz­ten sein! Wir wer­den uns sehr wun­dern eines Tages, wer vor IHM strahlt und wer viel­leicht in dem Zwie­licht erkannt wer­den muss, in dem er jetzt schon steht, das wir aber wegen unse­rer Bemü­hun­gen, den­sel­ben mit unse­ren Fun­zeln mög­lichst hell zu beleuch­ten, nicht wahr­ha­ben wollen…

  9. Ein Pro­blem die­ser Hei­lig­spre­chun­gen ist doch, dass auf eine histo­ri­sche Auf­ar­bei­tung des Lebens­wer­kes der nach­kon­zi­lia­ren Päp­ste weit­ge­hend ver­zich­tet wird und Fra­gen, die den Hei­lig­mä­ßig­keit des­Le­bens­wan­del und die Leh­re der Päp­ste betref­fen, viel­fach im Inter­net oder ande­ren Medi­en ohne über­prüf­ba­ren Wahr­heits­ge­halt dis­ku­tiert weden, in Hei­lig­spre­chungs­ver­fah­ren aus­ge­klam­mert wer­den. Sed sem­per idem ali­quid hae­ret. Und, wenn dem so ist, wer­den vie­le an der Hei­lig­spre­chung zunächst in den spe­zi­el­len Fäl­len und dann aber auch all­ge­mein zwei­feln. Hier wird vom Lehr­amt Glau­ben als wahr dik­tiert, ohne, dass der Wahr­heits­ge­halt über­prüft wur­de. Auch so lässt sich das Lehr­amt ad absur­dum füh­ren. Dies zu sehen, tut jedem über­zeug­tem Katho­li­ken, der von der inne­ren Logik sei­nes Glau­bens über­zeugt war, sehr weh.

    • Sie legen den Fin­ger wahr­lich in die Wun­de @Hans! Und ich fürch­te, das ist auch die ver­bor­ge­ne Absicht hin­ter all die­sem absur­den Tun: den Zwei­fel zu näh­ren, den Zwei­fel an der Wahr­heit des Glau­bens, an der Auto­ri­tät des Lehr­am­tes und an der Logik und also Sinn­haf­tig­keit kirch­li­cher Voll­zü­ge. Böse! Diabolisch!

  10. Mit zwei leben­den Päp­sten wird das Papst­amt beschä­digt. Mit den infla­tio­nä­ren Hei­lig­spre­chun­gen wer­den die Hei­li­gen beschä­digt. Ich war­te auf den Angriff auf die „Imma­cu­la­ta Conceptio“.
    Per Mari­am ad Christum.

  11. Auf die­sem Umweg der Hei­lig­spre­chung der Kon­zils­teil­neh­mer soll die­ses Pasto­ral­kon­zil mit sei­nen tief­grei­fen­den, der kirch­li­chen Tra­di­ti­on durch­aus frem­den, schwer wie­gen­den dog­ma­ti­schen Aus­sa­gen, doch noch irgend­wie nach­träg­lich dog­ma­ti­siert wer­den. Das was sich da an Neue­rung abspiel­te zwi­schen 1962 und 1965 ist aber nichts ande­res als die schon statt­ge­fun­de­nen Auf­brü­che in den Tagen vor der Sint­flut und vor dem Feu­er­re­gen auf Sodom und Gomor­ra, wo die Stadt­obe­ren auch nicht wuss­ten wer sie sind als dass sie Sün­der hät­ten zurecht­wei­sen wol­len, und in den Tage des Turm­bau­es von Babel. Aber auch den Sün­den­fall von Adam und Eva darf man in die­sem Zusam­men­hang nicht vergessen.

  12. @wickerl
    Es besteht ein Wider­spruch zwi­schen dem Begriff „Pasto­ral­kon­zil“ und den Auf­üh­run­gen: …schwer­wie­gen­den dog­ma­ti­schen Aus­sa­gen. Bei­des geht nicht und auch eine nach­träg­li­che Dog­ma­ti­sie­rung z.b. durch die Hei­lig­spre­chung der betei­lig­ten Päp­ste ist nicht mög­lich — ohne dass das Lehr­ge­bäu­de sei­ner Fun­da­men­te beraubt wird. Als Katho­lik, der bis zum 13.03.2013 hin­ter sei­ne Kir­che gestan­den hat, begin­ne ich über den Heils­auf­trag der Pius­bru­der­schaft nach zu den­ken. Lei­der ver­su­chen die­se nicht das Vacu­um, was durch Ber­go­glio ent­stan­den ist, mit der Über­zeu­gungs­kraft des Wor­tes Got­tes zu füllen.

  13. Selbst Papst Paul VI und auch Papst Johan­nes Paul I zei­gen in ihrem Pon­ti­fi­kat- bei allem Moder­nis­mus- eine tie­fe Lie­be zur Kir­che. Wenn ich mir die­se bei­den Päp­ste betrach­te, so waren sie bei allem wenn und aber authen­tisch und jeweils auf ihre Wei­se auch fromm.
    Davon bemer­ke ich beim beju­bel­ten self­made Hei­li­gen nichts. Ober­fläch­lich­keit, Flap­sig­keit und Rela­ti­vis­mus zeich­nen den gro­ßen Demuts­apo­stel aus. Mir läuft es eis­kalt den Rücken run­ter, wenn ich ihn nuscheln höre. Ich schal­te mitt­ler­wei­le den Fern­se­her aus, weil eine unheim­li­che und bedro­hen­de Aura von ihm aus­geht. Wenn er ein­mal abtritt, wird es obso­let sein, über­haupt noch eine Hei­lig­spre­chung vor­zu­neh­men. Die Kir­che wird in einem ent­setz­li­chen Zustand sein- durch Ber­go­glio gespal­ten und ver­wü­stet. Was Jahr­hun­der­te, ja Jahr­tau­sen­de galt, wird von ihm mit einem Pin­sel­strich zer­stört. Man­che Träu­mer mein­ten am Anfang die­ses Dra­mas, es gehe doch nur um Äußer­lich­kei­ten und dar­über hin­aus pas­se kein Blatt zwi­schen S.H. Papst Bene­dikt XVI und Ber­go­glio. Das hört man nicht mehr. Ber­go­glio macht sich über die Leh­re der Kir­che her­nund nimmt für sich in Anspruch, selbst gött­li­che Geset­ze zu modi­fi­zie­ren. Das wird in einem athe­isti­schen Huma­nis­mus von des Satans Gna­den zu enden. Gott ist nur noch eine Chif­fre, die von Ber­go­glio defi­niert wird. Ob er noch an die Gegen­wart Chri­sti im Hei­lig­sten Sakra­ment glaubt?

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