Die Prälaten, denen die ungeborenen Kinder ein lästiger Klotz am Bein ist

Bischof Galantino, handverlesener "Mann des Papstes" in Italiens Kirche
Bischof Galan­ti­no, hand­ver­le­se­ner „Mann des Pap­stes“ in Ita­li­ens Kir­che hat ber­go­glia­ni­sche Schwie­rig­kei­ten mit dem Lebens­recht unge­bo­re­ner Kin­der

(Rom) Der Gene­ral­se­kre­tär der Bischofs­kon­fe­renz Ita­li­ens distan­zier­te sich vom Lebens­schutz. Des­halb hef­tig kri­ti­siert, ver­such­te er nun eine weh­lei­di­ge Kor­rek­tur, die in Wirk­lich­keit eine Kri­tik an sei­nen Kri­ti­kern wur­de. Ein wei­te­res Signal, wie lästig man­chen Prä­la­ten der Kampf für das Leben ist, den Johan­nes Paul II. bis zum letz­ten Atem­zug  führ­te und den Bene­dikt XVI. zum nicht ver­han­del­ba­ren Grund­satz erklär­te. Doch dann kam Papst Fran­zis­kus.

Bischof Nun­zio Galan­ti­no von Cassa­no all’Jonio mach­te unter Papst Fran­zis­kus ful­mi­nant Kar­rie­re, wur­de aller­dings gleich­zei­tig auf umstrit­te­ne Wei­se bekannt. Bis zur Ent­deckung durch Papst Fran­zis­kus, war der Bischof außer­halb Kala­bri­ens völ­lig unbe­kannt. Als Bischof steht er einer alten Zwerg­diö­ze­se vor, wie es sie aus histo­ri­schen Grün­den eigent­lich nur in Ita­li­en gibt. Der neue Papst mach­te ihn Ende 2013 im Allein­gang zum Gene­ral­se­kre­tär der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz. Vor­sit­zen­der ist zwar noch Ange­lo Kar­di­nal Bag­nas­co, doch als eigent­li­cher „Mann des Pap­stes“ gilt seit­her Msgr. Galan­ti­no.

Am 12. Mai gab der Bischof ein Inter­view, in dem er sich auf befremd­li­che Art von den Lebens­schüt­zern distan­zier­te, die vor den moder­nen Tötungs­an­stal­ten Gebets­vi­gi­len durch­füh­ren und dort für den Schutz des Lebens und für ein Ende der Abtrei­bung den Rosen­kranz beten (sie­he eige­ner Bericht Ber­go­glio-Effekt: Sekre­tär der Bischofs­kon­fe­renz distan­ziert sich von Lebens­schüt­zern). Kei­ne zufäl­li­ge Aus­sa­ge, wie unter­stellt wer­den darf, son­dern ein bewuß­tes Signal an die vor­herr­schen­den Kräf­te, für die die Tötung unge­bo­re­ner Kin­der ein „Recht“ ist, an dem nicht gerüt­telt wer­den darf.

Päpstlicher Galantino

Das Inter­view sorg­te in katho­li­schen Krei­sen, vor allem aber unter Lebens­schüt­zern für inter­na­tio­na­les Auf­se­hen. Es fügt sich in eine Rei­he mit einem nicht min­der irri­tie­ren­den Inter­view, das Papst Fran­zis­kus im Sep­tem­ber 2013 der Jesui­ten­zeit­schrift La Civil­tà  Cat­to­li­ca gege­ben hat­te. Dar­in sprach das Kir­chen­ober­haupt von Katho­li­ken, die vom Lebens­recht „beses­sen“ sei­en und daß man „nicht stän­dig“ The­men wie die Abtrei­bung im Mund füh­ren kön­ne (sie­he eige­nen Bericht Und er wein­te über sei­nen Papst – Papst Fran­zis­kus schweigt zu Abtrei­bung und Homo­se­xua­li­tät, und fin­det das gut so). Die Irri­ta­tio­nen waren umso hef­ti­ger, als die Katho­li­sche Kir­che die letz­te wich­ti­ge, welt­wei­te Insti­tu­ti­on ist, die sich noch dem Abtrei­bungs­dik­tat wider­setzt, und die Päp­ste ihre Stim­me mutig gegen die Mord­or­gie erho­ben von der Enzy­kli­ka Huma­nae Vitae bis Bene­dikt XVI. Zehn Mona­te muß­ten ver­ge­hen und ein immer stär­ke­res inner­kirch­li­ches Rau­nen ein­set­zen, bis Papst Fran­zis­kus im Janu­ar 2014 erst­mals das Wort „Abtrei­bung“ in den Mund nahm (sie­he eige­nen Bericht „Das Ent­set­zen der Abtrei­bung“ – Papst Fran­zis­kus nennt erst­mals Abtrei­bung beim Namen).

Alles nur ein Mißverständnis an dem die Medien schuld sind?

Nun beklag­te Bischof Galan­ti­no in einem neu­en Inter­view für die Monats­zeit­schrift Semp­re die hef­ti­ge Kri­tik, die ihm nach dem ersten Inter­view ent­ge­gen­schlug. Der Gene­ral­se­kre­tär der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz sah kei­ne Not­wen­dig­keit zu einer Kor­rek­tur sei­nes ersten Inter­views. Die Kri­tik bezeich­ne­te er als „Aggres­si­on, die mir in Wirk­lich­keit etwas weh­ge­tan hat“. Msgr. Galan­ti­no ist der Mei­nung, daß alles ein Miß­ver­ständ­nis gewe­sen sei, das auf eine Instru­men­ta­li­sie­rung durch die Medi­en zurück­ge­he. „Das besag­te Inter­view ist in einem spe­zi­fi­schen Kon­text ent­stan­den: dem Ein­fluß der sozia­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel. Bei die­ser Gele­gen­heit warn­te ich wach­sam zu sein, vor allem was das Fern­se­hen betrifft, wo nur Bil­der ver­wen­det wer­den, die die eige­ne Bot­schaft unter­stüt­zen. Ich nann­te das Bei­spiel derer, die dann nur die star­ren Gesich­ter derer zei­gen, die vor den Kli­ni­ken den Rosen­kranz gegen die Abtrei­bung beten.“ Dabei hand­le es sich um eine Metho­de der Medi­en, die „nicht nur den vor den Kli­ni­ken gebe­te­ten Rosen­kranz ent­kräf­ten wol­len, son­dern auch die gro­ße und außer­ge­wöhn­li­che Bewe­gung, die dahin­ter­steht“. Laut Bischof Galan­ti­no habe er war­nen wol­len, wach­sam vor sol­chen Medi­enn­stru­men­ta­li­sie­run­gen zu sein.

Von der „Böswilligkeit“ der Rosenkranzbeter

Grund für das Miß­ver­ständ­nis sei es also gewe­sen, daß sei­ne Aus­sa­ge aus dem Zusam­men­hang geris­sen wur­de. „Manch­mal lesen die Ver­tre­ter bestimm­ter unse­rer Bewe­gun­gen das Inter­view nicht voll­stän­dig, son­dern nur die Titel und Schlag­zei­len der Medi­en, die natür­lich alles Inter­es­se haben, etwas Sen­sa­tio­nel­les zu schrei­ben und Pro­ble­me zu schaf­fen. So kam es zu 10.000 Tweets und 15.000 Posts auf Face­book“ gegen Bischof Galan­ti­no, der sich von die­ser Wel­le der Kri­tik aus den eige­nen Rei­hen „beein­druckt“ zeig­te, um sie als „Bös­wil­lig­keit bestimm­ter Men­schen“ abzu­tun, die „behaup­ten den Rosen­kranz zu beten“. Es sei „besorg­nis­er­re­gend zu wis­sen, daß jemand, der den Rosen­kranz betet, anschlie­ßend imstan­de ist, sich in sol­chen Tönen und mit einer sol­chen ver­ba­len Aggres­si­on zu äußern“. Lebens­schüt­zer schüt­teln den Kopf. Bischof Galan­ti­no habe damit nur ein wei­te­res Mal unter Beweis gestellt, wenig Ahnung von der Rea­li­tät des Krie­ges, der gegen die unge­bo­re­nen Kin­der welt­weit im Gan­ge ist, und vom Lebens­schutz zu haben, über den er aller­dings redet.

Papst Fran­zis­kus scheint sich mit der The­se vom „Miß­ver­ständ­nis“ jeden­falls zufrie­den­ge­ge­ben zu haben. Am ver­gan­ge­nen 21. Juni stat­te­te er Bischof Galan­ti­no und des­sen Mini-Diö­ze­se in Kala­bri­en einen Besuch ab. Eine Ehrer­wei­sung, die von Beob­ach­tern ein­hel­lig als Signal an die ita­lie­ni­schen Bischö­fe ver­stan­den wur­de, in Bischof Galan­ti­no den neu­en mäch­ti­gen Mann in Ita­li­ens Kir­che zu sehen (sie­he eige­nen Bericht Eine Fra­ge der Prio­ri­tä­ten? – Fron­leich­nams­pro­zes­si­on ohne Papst Fran­zis­kus).

Was genau hatte der Generalsekretär am 12. Mai gesagt?

Quo­ti­dia­no Nazio­na­le: In den ver­gan­ge­nen Jah­ren setz­te sich die Bischof­kon­fe­renz für die nicht ver­han­del­ba­ren Wer­te (Leben, Fami­lie, Erzie­hung) ein. Dem Papst liegt die­ser Begriff nicht am Her­zen. Auch Ihnen nicht?

Bischof Galan­ti­no: Den­ken wir an die Hei­lig­keit des Lebens. In der Ver­gan­gen­heit haben wir uns aus­schließ­lich auf ein Nein zur Abtrei­bung und zur Eutha­na­sie kon­zen­triert. Das geht so nicht, dazwi­schen geht es um die Exi­stenz, die sich ent­wickelt. Ich iden­ti­fi­zie­re mich nicht mit den regungs­lo­sen Gesich­tern jener, die vor den Kli­ni­ken den Rosen­kranz beten, die Schwan­ger­schafts­ab­brü­che durch­füh­ren, son­dern mit jenen Jun­gen, die die­se Metho­de ableh­nen und für mehr Lebens­qua­li­tät für die Men­schen, für ihr Recht auf Gesund­heit und Arbeit kämp­fen.

Im neu­en Inter­view spricht Bischof Galan­ti­no vom „Ein­fluß der Medi­en“ und „Instru­men­ta­li­sie­run­gen durch die Medi­en“. Im Orgi­nal fin­det sich nichts der­glei­chen, son­dern eine gan­ze prä­zi­se Fra­ge, auf die der Bischof eben­so ein­deu­tig wie irri­tie­rend ant­wor­tet.

Bischof Galan­ti­no ver­sucht ein altes Spiel, das die Schuld immer den Jour­na­li­sten zuschie­ben will. Ein Ver­such, der oft gelingt, im kon­kre­ten Fall aber nicht, da der Bischof bis heu­te sei­ne dama­li­ge Aus­sa­ge weder demen­tier­te noch von der Tages­zei­tung eine Rich­tig­stel­lung for­der­te. Eine inhalt­li­che Kor­rek­tur sei­ner Posi­ti­on wäre dem „Mann des Pap­stes“ in der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz bes­ser zu Gesicht gestan­den. Vor allem wäre es inhalt­lich die ein­zig rich­ti­ge Ant­wort auf Zwei­fel und Kri­tik. Lebens­recht­ler gehen daher davon aus, daß Bischof Gala­ti­no damals genau das sagen woll­te, was im Inter­view auch zu lesen ist: Eine Disk­tan­zie­rung von der Lebens­rechts­sze­ne, die von man­chen Prä­la­ten nur mehr als lästi­ger Klotz am Bein gese­hen wird, der ein Arran­ge­ment mit dem Zeit­geist behin­dert.

Manch­mal sind die Ver­su­che, ein Loch zu stop­fen schlim­mer als das Loch selbst.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ris­pon­den­za Roma­na

11 Kommentare

  1. War­um Bischof Galan­ti­no bald Vor­sit­zen­der der ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz wer­den könn­te, dürf­te an der Per­son des jet­zi­gen Vor­sit­zen­den lie­gen.

    Der ( noch) Vor­sit­zen­de der ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz und Erz­bi­schof von Genua — Kar­di­nal Bag­nas­co — gilt 
    als sehr kon­ser­va­tiv und unnach­gie­big bei der Ver­ur­tei­lung der mör­de­ri­schen Abtrei­bung
    — er spricht rich­ti­ger­wei­se von einem Mas­sa­ker ! -
    sowie der sog. „Homo-Ehe“
    — „das Sakra­ment der Ehe zwi­schen Mann und Frau ist nicht ver­han­del­bar“ !.

    Er hat den ita­lie­ni­schen Katho­li­ken auch ange­mahnt nur für jene Par­tei­en zu stim­men, die sich am stärk­sten für die Fami­lie und für den Schutz des Lebens, also gegen Abtrei­bung und Eutha­na­sie, ein­set­zen. 
    Also kei­ne Par­tei­en oder Kan­di­da­ten zu wäh­len, die sich für den Schwan­ger­schafts­ab­bruch sowie für die Schwä­chung der Ehe zwi­schen Mann und Frau ein­set­zen.

    Ausser­dem
    -
    und dies dürf­te uns auf­hor­chen las­sen 
    -
    nann­te er die Wie­der­zu­las­sung der Alten Mes­se eine
    „Wider­ge­win­nung des lit­ur­gi­schen Schat­zes“ (!)

    Hier eini­ge ein­drück­li­che Zita­te von Kar­di­nal Bag­nas­co:

    Bez. der Alten Mes­se:
    -
    „Wir haben min­de­stens zwei ein­deu­ti­ge Moti­ve, dem Papst unse­ren Dank aus­zu­drücken: 
    das erste betrifft die Instruk­ti­on Uni­ver­sae Eccle­siae, die eine kor­rek­te Anwen­dung des Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum vom 7. Juli 2007 sicher­stel­len soll. 
    Damit soll die Wie­der­ge­win­nung des voll­stän­di­gen lit­ur­gi­schen Schat­zes der uni­ver­sa­len Kir­che in jeder ein­zel­nen Diö­ze­se erfol­gen.
    Die Hebung des voll­stän­di­gen lit­ur­gi­schen Erbes der Kir­che ist nicht auf die Welt­kir­che, also die obe­re Ebe­ne beschränkt, son­dern gel­te für die gesam­te Kir­che bis hin­un­ter in die Pfar­rei­en: Nie darf die Ein­tracht zwi­schen der ein­zel­nen Orts­kir­che und der Welt­kir­che ver­letzt wer­den; 
    des­halb gilt es viel­mehr alle Kräf­te zu ver­ei­nen und der Lit­ur­gie ihre mäch­ti­ge Aus­strah­lung zurück­zu­ge­ben“ 
    -

    Bez. der Abtrei­bungs- und Homo-Lob­by, deren Kult des Todes ver­sucht, die öffent­li­che Mei­nung durch­trie­ben zu mani­pu­lie­ren:

    -
    „Wenn das domi­nie­ren­de Kri­te­ri­um die öffent­li­che Mei­nung oder Mehr­hei­ten sind, die im Gewand der Demo­kra­tie daher­kom­men — 
    und die anti­de­mo­kra­tisch und bru­tal wer­den kön­nen -
    dann ist es schwie­rig, nein zu sagen.“
    -

  2. Die nach VK II Päp­ste stan­den und ste­hen ja so und so nur mit Wör­tern zu den Unge­bo­re­nen Kin­dern. Denn anson­sten hät­ten die­se, alle Politiker/innen von Par­tei­en die „PRO MASSENMORD“ also Pro Fri­sten­lö­sung sind, mit der Exkom­mu­ni­ka­ti­on belegt. So aber wird die­sen abscheu­li­chen Trei­ben nur Taten­los zuge­schaut, denn es geht ja nur mehr um die Ein­füh­rung der Ein­heits­re­li­gi­on und den Göt­zen Mam­mon. Man den­ke nur an die Tat­sa­che das der Wie­ner Erz­bi­schof zwei Abtrei­bungs­be­für­wor­te­rin­nen mit den katho­li­schen St. Gre­go­ri­us Orden geehrt wur­den, und die­se Tat­sa­che den dama­li­gen Papst bewusst gewe­sen sein muss.

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

    • So so, der hei­li­ge Johan­nes Paul II., eben­so ein Papst des 2. Vati­can­ums, stand schluss­fol­gernd aus Ihrer Aus­sa­ge also auch „so und so nur mit Wör­tern zu den Unge­bo­re­nen Kin­dern“.
      Beruht Ihre Aus­sa­ge auf Nicht­wis­sen oder auf bewuss­tes Sagen der Unwahr­heit (= Lüge), Armin?

      • Kön­nen sie mir dann die Namen der­je­ni­gen Politiker/innen nen­nen die spä­te­stens nach Ein­füh­rung der „Fri­sten­re­ge­lung“ von PJP II mit der Beu­ge­stra­fe der Exkom­mu­ni­ka­ti­on oder mit den Ver­bot die Hei­li­gen Sakra­men­te zu emp­fan­gen belegt wur­den ??
        Nicht an ihren Wör­tern wer­den wir sie erken­nen son­dern an ihre Früch­ten.

        Also in wel­chen Staat der Erde hat PJP II oder ein ande­rer Nach VK II Papst, nach einer per­sön­li­chen Inter­ven­ti­on erreicht, das die „Fri­sten­lö­sung = End­lö­sung für unge­bo­re­ne Kin­der“ zurück­ge­zo­gen wur­de?

        Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

      • Ob es Exkom­mu­ni­ka­tio­nen gab, ent­zieht sich mei­ner Kennt­nis. Nun legen ja aber nicht Sie, son­dern der Hei­li­ge Vater fest, wel­che Taten wel­che Sank­tio­nen nach sich zie­hen. Die Exkom­mu­ni­ka­ti­on wäre sicher­lich eine Mög­lich­keit gewe­sen. Ein wenig mehr Demut steht uns allen gut an und ich ver­traue dar­auf, dass der hei­li­ge Johan­nes Paul II. auch beim The­ma Lebens­schutz stets vom Geist Got­tes beseelt war. Dar­über hin­aus bin ich mir sicher, dass er sei­nen Ein­fluss in die­sem Bereich ver­mut­lich genau­so effek­tiv ein­setz­te wie er das im Bereich der Poli­tik tat, oft im Gehei­men.

        Wie gesagt, fra­gen kön­nen wir ihn in die­sem Leben nicht mehr, wes­halb er die Befür­wor­ter und Ver­fech­ter der Fri­sten­re­ge­lung nicht exkom­mu­ni­zier­te. Eben­so wenig wie wir Pius XII. fra­gen kön­nen, wie­so er den Kriegs­trei­ber und Men­schen­ver­nich­ter Adolf Hit­ler nicht exkom­mu­ni­zier­te — der ließ Mil­lio­nen von Men­schen ermor­den, mach­te sich die Ver­nich­tung des Stamm­vol­kes unse­rer Herrn zum Ziel, ließ Hun­dert­tau­sen­de Behin­der­te, Kran­ke und ande­res in sei­nen Augen „lebens­un­wür­di­ge Leben“ töten. Pius XII. hat also den Päp­sten des Kon­zils kein Bei­spiel dahin­ge­hend gege­ben, dass das Aus­spre­chen der Exkom­mu­ni­ka­ti­on eine mög­li­che Sank­tio­nie­rung von Ver­bre­chen gegen Gott und das Leben ist. Das ist also kein Pro­blem, dass im 2. Vati­ka­num begrün­det liegt.

      • Sie dürf­ten was sei­ne Hei­lig­keit Papst PIUS XII betraf, mäch­tig falsch lie­gen die­ser hat sich nur an den Wunsch der Deut­schen Bischö­fe gehal­ten (wel­che um das Leben der ihnen anver­trau­ten Her­de fürch­te­ten), und daher wur­de die auto­ma­ti­sche Exkom­mu­ni­ka­ti­on aller Par­tei­mit­glie­der der NSDAP noch unter Papst PIUS XI auf­ge­ho­ben.

        Und nun sagen sie mir doch bit­te, in wel­chen Land wur­de die Fri­sten­re­ge­lung auf Inter­ven­ti­on von PJP II oder einen ande­ren Nach VK II Papst zurück­ge­zo­gen?? ES geht also nicht um Wör­ter son­dern um Taten!!

        Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

    • Aha, jetzt waren es also die deut­schen Bischö­fe. Die sol­len also die Ver­ant­wor­tung fafür tra­gen, dass Pius XII. die ein­zig rich­ti­ge Ent­schei­dung nicht getrof­fen hat? Auch dann nicht, als klar war, dass es die­sen „angeb­li­chen“ Schutz der Gläu­bi­gen und des Kle­rus über­haupt nicht gab, wie die Inhaf­tie­run­gen von Prie­stern und Ordens­leu­ten in den KZ’s bele­gen? Kom­pro­mis­se auf Kosten des Lebens sind nicht nur heu­te fau­le Kom­pro­mis­se, son­dern waren es schon zu Zei­ten Pius XII.

      Sicher las­sen sich Exkom­munka­tio­nen wider­ru­fen. Der Tat­be­stand für die Ver­hän­gung die­ser hat sich aber bei den Nazis nicht ver­än­dert. Sol­che Schrit­te soll­ten des­halb gut über­legt sein. Inso­fern kann Pius XII. (in die­ser Ange­le­gen­heit) nicht als Vor­bild für die fol­gen­den Päp­ste gese­hen wer­den.

      Die Auf­rich­tig­keit des hei­li­gen Johan­nes Paul II. beim The­ma Lebens­schutz dar­an zu mes­sen, ob auf sein Bestre­ben die Abtrei­bungs­re­gel­gung geän­dert wur­de oder nicht, das ist ja eine selt­sa­me Milch­mäd­chen­rech­nung. Sogar Kohl als CDU-Bun­des­kanz­ler warb wäh­rend sei­ner Amts­zeit beim Hl. Vater dafür, dass es sich bei der Abtrei­bung um eine Gewis­sens­ent­schei­dung der Frau han­deln müs­se. Wenn sich sogar christ­de­mo­kra­ti­sche Poli­ti­ker in die­sem Punkt gegen den Hl. Vater stel­len, soll das bedeu­ten, der Ein­satz des Hl. Vaters sei nicht echt gewe­sen?

      Ihre Argu­men­ta­ti­ons­wei­se ange­wandt wür­de das bedeu­ten, dass dem­nach der Ein­satz von Pius XII. für den Frie­den eben­so wenig auf­rich­tig war, weil es erst nach Jah­ren gelang, den wüten­den Krieg und Mord zu stop­pen. Denn wie Sie rich­tig sagen: “ ES geht also nicht um Wör­ter son­dern um Taten!!“
      Durch sein Unter­las­sen die­ses wich­ti­gen Schrit­tes und die klar indi­zier­te Sank­tio­nie­rung durch die Exkom­mu­ni­ka­ti­on ist es bei Pius XII.bei Wor­ten geblie­ben. Eine inter­es­san­te Sicht­wei­se, die Sie da ein­ge­bracht haben. Von der Sei­te habe ich es noch gar nicht gese­hen.

  3. Die Hl. Schrift gibt auf die­se quen­geln­de Aus­sa­gen von Bischof Galan­ti­no ein kur­zes bar­sches Kom­men­tar:
    „Schluß (mit dem Gejam­me­re! Rede mir nie­mals mehr davon!“ (Deu­te­ro­no­mi­um, 3,26) oder in der sanf­te­ren geglät­te­ten Ein­heits­über­set­zung:
    „Genug!Trag mir die­se Sache nie­mals wie­der vor!“
    (So Gott zu Moses am Vor­abend des Betre­tens des West­jor­dan­land)

    Jeder mili­tä­ri­scher Kom­man­deur weiß daß man eine von Anfang an hoff­nungs­lo­se Schlacht schleu­nigst abzu­bre­chen hat.
    Die jäm­mer­li­che Erklä­run­gen und das Selbst­mit­leid v. Bischof Galan­ti­no machen die Sache noch schlim­mer.
    Jetzt sind nicht nur die Lebens­schüt­zer son­dern auch noch die neue elek­tro­ni­sche Medi­en schuld- wo die­se doch sonst so ger­ne genutzt wer­den um alle mög­li­che Unsinn (Ich denk an die vie­le Fotos von dem VIP-Emp­fang mit Büf­fet auf der Ter­ras­se des Apo­sto­li­schen Palasts anläß­lich der Hei­lig­spre­chung der 2 Päp­ste) durch die Welt zu ver­brei­ten.
    „Quos deus per­de­re vult, pri­us demen­tat „- Wen die (römische)Götter ins ver­der­ben schicken, machen sie erst ver­rückt. Eine alte latei­ni­sche Wahr­heit aber nicht vor­bei­ge­strebt.

    Die alte Profe­ten haben nie­mals gejam­mert; geklagt ja, sehr viel, sehr viel bean­stan­det, aus dem Glau­ben aus ange­klagt- aber dies hier ist nur Gequen­ge­le von jeman­den der einen gro­ßen fun­da­men­ta­len Feh­ler began­gen hat und ihn nicht ein­sieht, son­dern durch Gejam­me­re und Ver­klä­rung ver­sucht ihn schön­zu­re­den um es noch­mals wie­der­ho­len zu kön­nen.
    Das ist übri­gens gera­de das besond­res Heim­tücki­sche von ech­ter Sün­de.

  4. Bischof Galan­ti­no ist Echo von Papst Franz, wenn er äußert, daß eine Kon­zen­tra­ti­on auf ein Nein zur Abtrei­bung und zur Eutha­na­sie nicht geht.
    Schlimm wenn der bis­he­ri­ge Kampf für den Lebens­schutz der ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz mit Kar­di­nal Bag­nas­co der­ar­tig des­avou­iert wird. Auf ein­mal sind bis­her unver­han­del­ba­re Wer­te (Leben, Fami­lie, Erzie­hung) inop­por­tun, weil dem Papst die­ser Begriff nicht am Her­zen liegt.
    Er wider­spricht dem Fra­ger ob ihm das auch nicht lie­ge nicht.

    „Das geht so nicht, dazwi­schen geht es um die Exi­stenz, die sich ent­wickelt.“

    Der Bischof spricht ver­rä­te­ri­scher­wei­se von i n t e r r u z i o n e (Unterbrechen/Aussetzen), so wie es alle tun, die den Abtrei­bungs­mord beschö­ni­gen wol­len. So, als kön­ne die unter­bro­che­ne Schwan­ger­schaft irgend­wann wie­der auf­ge­nom­men wer­den. Viel­leicht, dann mit einer ande­ren Exi­stenz, die sich ent­wickelt?
    Er iden­ti­fi­ziert sich mit jenen Jun­gen, die die­se Metho­de (Abtrei­bung) ableh­nen und für mehr Lebens­qua­li­tät für die Men­schen, für ihr Recht auf Gesund­heit und Arbeit kämp­fen.

    Ich wür­de gern vom Bischof erfah­ren auf wel­che jun­gen Leu­te er sich bezieht und wel­che und wes­sen Lebens­qua­li­tät er eigent­lich meint?
    Sind für ihn ande­re Metho­den der Schwangerschafts„unterbrechung“ als die in der ‚Kli­nik‚ vor­ge­nom­me­nen akzep­ta­bler? (Pil­le vor und danach, Spi­ra­le, Abtrei­bungs­pil­le, Kon­dom etc.)
    Die Rede vom R e c h t auf …, ist nun nicht beson­ders katho­lisch. Davon spre­chen mei­stens die Agi­ta­to­ren der Lob­bies der zu kurz gekom­me­nen Genos­sen.

    „Aggres­si­on, die mir in Wirk­lich­keit etwas weh­ge­tan hat“.
    Weh­ge­tan! Die Mil­lio­nen gemor­de­ten unge­bo­re­nen Kin­der lei­den unsäg­lich, (s. DER STUMME SCHREI von Nathan­son).

    Ist der Mon­si­gno­re etwa nur ein miß­ver­stan­de­ner Nar­ziß?

  5. Ales­san­dro Gnoc­chi äußert sich zu dem Geheim­nis anti­dog­ma­ti­scher Bischö­fe fol­gen­der­ma­ßen:

    Dear Sum­ma,
    I begin by say­ing that in respon­se to your last que­sti­on (“what can we do?”), all I can say is: not­hing. We can do not­hing becau­se we find our­sel­ves in the pre­sence of super­fi­cia­li­ty, of ver­bal diar­r­hea, of scorning other people’s intel­li­gence, or a lack of intel­li­gence in the per­son spea­king. Or even bet­ter, the­re is a bit of all of this, becau­se the qua­li­ty of the actors on the sta­ge is tru­ly very thin. But that is secon­da­ry, in so far as the see­saw game of state­ments and deni­als cor­re­sponds to a pre­cise stra­te­gy that I try to exp­lain in an image that may seem banal: it is the stra­te­gy of the pie­ce of metal wire.
    To break a pie­ce of wire, dear Sum­ma, you have to twist it con­ti­nu­al­ly in oppo­si­te direc­tions. This is the pur­po­se of all tho­se who app­ly this stra­te­gy in poli­tics, eit­her by them­sel­ves, making state­ments and then denying them, or with the com­pli­ci­ty of fake advers­a­ries who main­tain the con­tra­ry. The pur­po­se, in every case, is always the same: to break apart the orga­nism, the insti­tu­ti­on, the bonds hol­ding tog­e­ther wha­te­ver is being worked over.
    If this is serious in poli­tics, we can ima­gi­ne how serious this is in mat­ters of faith. The litt­le dance of Bishop Galan­ti­no can seem merely ridi­cu­lous and indu­ces eit­her a laugh or com­mi­se­ra­ti­on. But, in truth, whe­re does this lead except to the dis­c­re-dit of the role in which he func­tions as a bishop? To break into pie­ces that litt­le bit that still remains of the pre­sti­ge of a Church office? Becau­se it should be clear that the con­se­quence of this wret­ched mat­ter is not the splin­te­ring of the Bishop hims­elf but of his role, the office that he holds in the Church.
    The same can be said for the tra­gi­co­mic event of the inter­views bet­ween Scal­fa­ri and Pope Fran­cis. Here one must begin with what Giu­lia­no Fer­ra­ra said about this: “to err is human, but to per­se­ve­re is Bergolian.”
    Even if we sup­po­se, but only becau­se of extre­me kind­ness and for the sake of argu­ment, that in the first instance one was dealing with inex­pe­ri­ence and lack of sophi­sti­ca­ti­on, what are we to think after the second instance of giving in to the shrewd­ness of someo­ne who is hosti­le to the Church? Is it not rather that they want to show without fear that the office of the Pon­ti­fex Maxi­mus, the Vicar of Christ, sweet Christ on earth, in the light of a new “sen­ti­re cum eccel­sia”, is redu­ced to the func­tion of a qua­si-Ber­lus­co­ni, who gives inter­views and in the same inter­view denies what he has just said?
    Fort­set­zung

    • .….
      Dear Sum­ma, how much can an image be sup­por­ted in the eyes of the faith­ful when it is con­ti­nuous­ly twi­sted in oppo­si­te direc­tions, like the pie­ce of metal wire we alluded to? While we expect that soo­ner or later a snap­ping apart will be the out­co­me of this con­stant twi­sting, it has alrea­dy taken place in the rea­so­ning of tho­se nor­mal Catho­lics who try to show, (tho­se who are often seen as on the “righ­t”), that ever­ything is nor­mal, that ever­ything is func­tio­n­ing like a well-oiled clock, that ever­ything is under con­trol. And so they are cons­trai­ned to say that the inter­views with Scal­fa­ri are per­fect, and they must do ever­ything pos­si­ble to make this true and are wil­ling to behave like cir­cus ani­mals jum­ping through hoops . Then, when the inter­views disap­pe­ar from the Vati­can web­site they must say that they were not so per­fect after all becau­se the­re were some pro­ble­ma­tic and perhaps apocry­phal pas­sa­ges. Then when the inter­views reap­pe­ar, the­re they are again exp­lai­ning that the­re was so much that was Catho­lic in tho­se pages, and then when they disap­pe­ar yet again we see them intent on exp­lai­ning that perhaps the­re were pro­blems. But of cour­se it is all the fault of Scal­fa­ri, and, it goes without say­ing, the fault of the incom­pe­tence of Father Lom­bar­di.
      In this way, thanks to the guards posted at the right flank of the Church, born of the New Pen­te­cost, doc­tri­ne is beco­m­ing merely a poli­shing and buf­fing cloth to be drag­ged out at wha­te­ver time and in wha­te­ver form it is nee­ded. And in this way, by dint of demon­stra­ting with suc­cess that someo­ne is Catho­lic even though he is not Catho­lic, one fine day we will not be able to show that someo­ne who is Catho­lic is tru­ly Catho­lic.
      Tell me, Sum­ma: is it pos­si­ble to find a reme­dy for this very cle­ver mon­ta­ge? But who are we to judge?
      Sin­ce­rely,
      Ales­san­dro Gnoc­chi
      May Jesus Christ be prai­sed!
      Trans­la­ted by Father Richard G. Cipol­la

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