„Privatbesuch“ von Papst Franziskus in evangelikaler Kirche

Papst Franziskus und Pastor Traettino
Papst Fran­zis­kus und Pastor Traettino

(Rom) Papst Fran­zis­kus will einem evan­ge­li­ka­len Freund einen Pri­vat­be­such abstat­ten. Gio­van­ni Tra­et­ti­no lebt in Caser­ta, rund 200 Kilo­me­ter süd­lich von Rom gleich hin­ter Nea­pel und ist dort evan­ge­li­ka­ler Pastor. Die bei­den haben sich 2006 bei einer öku­me­ni­schen Ver­an­stal­tung in Bue­nos Aires kennengelernt.

Papst Fran­zis­kus setzt damit sei­ne Bemü­hun­gen um die cha­ris­ma­ti­schen Pro­te­stan­ten fort. Ihnen läßt das katho­li­sche Kir­chen­ober­haupt im Rah­men sei­ner öku­me­ni­schen Bemü­hun­gen die mei­ste Auf­merk­sam­keit zukom­men. Mit den offi­zi­el­len pro­te­stan­ti­schen Gemein­schaf­ten, den Luthe­ra­nern, Cal­vi­ni­sten und Angli­ka­nern pflegt Papst Fran­zis­kus freund­li­che, insti­tu­tio­nel­le Kon­tak­te. Deut­lich anders sind sei­ne Kon­tak­te zur gro­ßen cha­ris­ma­ti­schen Pfingst­be­we­gung, die in ihren viel­fäl­ti­gen Schat­tie­run­gen heu­te welt­weit mehr

Evangelikale Pastoren beten über dem knieenden Kardinal Bergoglio
Evan­ge­li­ka­le Pasto­ren beten über dem knie­en­den Kar­di­nal Bergoglio

Anhän­ger hat als die histo­ri­schen Gemein­schaf­ten der Refor­ma­ti­on. Das Pew Forum schätz­te 2011 den Anteil der Pfingst­ler unter allen Chri­sten auf 12,5 Pro­zent. Der Löwen­an­teil lebt in Schwarz­afri­ka, Ame­ri­ka und Asi­en. In die­ser christ­li­chen Rich­tung und in die­sen Erd­tei­len scheint das katho­li­sche Kir­chen­ober­haupt die aus­sichts­reich­sten Chan­cen auf eine Ein­heit zu sehen.

Am vergangenen 19. Juni wurde Pastor Traettino vom Papst im Vatikan empfangen

Vati­kan­spre­cher Pater Fede­r­i­co Lom­bar­di beton­te, daß es sich beim Besuch um ein „rein pri­va­tes“ Ereig­nis han­delt. Pastor Tra­et­ti­no will Papst Fran­zis­kus in sei­ner Evan­ge­li­ka­len Ver­söh­nungs­kir­che will­kom­men hei­ßen, deren Grün­der und Vor­sit­zen­der er ist. Der 70jährige Tra­et­ti­no wur­de katho­lisch getauft, war aber nicht prak­ti­zie­rend. „Zu Chri­stus bekehrt“ wur­de er durch ame­ri­ka­ni­sche Bap­ti­sten­mis­sio­na­re. 1968 erfolg­te sei­ne „Ordi­nie­rung“ als Pastor. Der ehe­ma­li­ge Ita­lie­nisch­leh­rer ist ver­hei­ra­tet und Vater von vier Kin­dern. Sei­ne Anhän­ger bezeich­nen ihn als „Apo­stel“.

Irritierende Bilder aus Buenos Aires

giovanni-traettino
Gio­van­ni Traettino

Am ver­gan­ge­nen 19. Juni wur­de Tra­et­ti­no im Zuge des jähr­li­chen Pfingst­tref­fens der katho­li­schen cha­ris­ma­ti­schen Gemein­de­er­neue­rung gemein­sam mit ande­ren evan­ge­li­ka­len Pasto­ren von Papst Fran­zis­kus emp­fan­gen. Der Emp­fang fand im Gäste­haus San­ta Mar­ta statt. Tra­et­ti­nos Kon­takt nach Argen­ti­ni­en ist der evan­ge­li­ka­le Pre­di­ger Omar Cabre­ra. Über die­sen lern­te er 2006 bei einem cha­ris­ma­ti­schen Gebets­tref­fen in Bue­nos Aires den dama­li­gen Erz­bi­schof der Stadt, Jor­ge Mario Ber­go­glio ken­nen. Von jenem Gebets­tref­fen stammt das irri­tie­ren­de Bild, das Kar­di­nal Ber­go­glio zeigt, wie er auf der Büh­ne vor evan­ge­li­ka­len Pasto­ren kniet, die über ihn beten (sie­he Bild). Einer der Pasto­ren war Gio­van­ni Tra­et­ti­no. Auf dem Video (am Ende des Bei­tra­ges) ist Tra­et­ti­no von Minu­te 3:14–3:20 und 3:56–4:16 links im Bild zu sehen, wie er Ber­go­glio die Hand auflegte.

Vom sel­ben Ereig­nis stammt ein wei­te­res irri­tie­ren­des Foto, das Kar­di­nal Ber­go­glio zeigt, wie er sei­nen Kopf an die Schul­ter eines evan­ge­li­ka­len Pre­di­gers legt, der über ihn betet (sie­he Bild). Bei­de Bil­der wur­den beim „Tercer Encuen­tro Fra­ter­no de la Comu­n­ión Reno­va­da de Evan­gé­li­cos y Cató­li­cos“ am 19. Juni 2006 im Luna Park-Sta­di­on von Bue­nos Aires aufgenommen.

Papst Franziskus auf Facebook: „Haben gemeinsam gebetet und die Einheit gesucht“

„Wir erwar­te­ten uns, am Ein­gang von einem Prä­la­ten emp­fan­gen zu wer­den. Umso grö­ßer war unse­re Über­ra­schung, als uns der Papst per­sön­lich ent­ge­gen­kam. Die Umar­mung und das Lächeln waren das Prä­lu­di­um einer Begeg­nung, die der Papst als ‚bedeu­tungs­voll‘ bezeich­ne­te.“ Und wei­ter: „Es war ein infor­mel­les, sehr brü­der­li­ches Gespräch“. Mit die­sen Wor­ten schil­der­te Tra­et­ti­no das Tref­fen auf Facebook.

Die pri­va­te Begeg­nung zwi­schen dem Papst und den Pasto­ren wur­den nicht in der offi­zi­el­len Audi­enz­li­ste des Vati­kans ver­zeich­net. Bekannt wur­de es nur, weil auf der Face­book-Sei­te von Papst Fran­zis­kus von ihm fol­gen­der Ein­trag ver­öf­fent­licht wur­de: „Es gibt Spal­tun­gen zwi­schen uns, es gibt aber auch Spal­tun­gen zwi­schen Gemein­schaf­ten: evan­ge­li­sche Chri­sten, ortho­do­xe Chri­sten, katho­li­sche Chri­sten. War­um aber getrennt? Wir müs­sen ver­su­chen, die Ein­heit zu brin­gen. Ich erzäh­le euch eine Sache: heu­te, bevor ich aus dem Haus ging, war ich 40 Minu­ten mit einem evan­ge­li­schen Pastor zusam­men und wir haben zusam­men gebe­tet und die Ein­heit gesucht. Wir müs­sen unter uns Katho­li­ken beten und auch mit den ande­ren Chri­sten. Beten, daß der Herr uns die Ein­heit schenkt. Die Ein­heit zwi­schen uns. Gute Nacht!“

Traettinos evangelikal-charismatische Freikirche

Kardinal Bergoglio und ein evangelikaler Prediger
Kar­di­nal Ber­go­glio und ein evan­ge­li­ka­ler Prediger

Die evan­ge­li­kal-cha­ris­ma­ti­sche Gemein­schaft Tra­et­ti­nos geht auf die 70er Jah­re des vori­gen Jahr­hun­derts zurück. Damals schlos­sen sich auf der Grund­la­ge einer gemein­sa­men cha­ris­ma­ti­schen Aus­rich­tung Pro­te­stan­ten ver­schie­de­ner Rich­tun­gen zusam­men. Die Grup­pe nann­te sich damals noch „Christ­li­che Gemein­schaft“. Caser­ta wur­de zum Zen­trum der neu­en Deno­mi­na­ti­on, die in ver­schie­de­nen ita­lie­ni­schen Städ­ten über Nie­der­las­sun­gen ver­fügt. Tra­et­ti­no bezeich­net sich selbst als „Pio­nier“ des öku­me­ni­schen Dia­logs mit den katho­li­schen Cha­ris­ma­ti­kern. Der Pastor nimmt regel­mä­ßig an den gro­ßen Pfingst­tref­fen der katho­li­schen Cha­ris­ma­ti­ker Ita­li­ens (Rin­no­va­men­to nel­lo Spi­ri­to, RnS) teil. Im ver­gan­ge­nen Juni war mit Fran­zis­kus erst­mals auch ein Papst dabei.

Katholisches Mea culpa wegen „Verfolgung“ der Pfingstbewegung

1992 wusch Tra­et­ti­no beim Pfingst­tref­fen, das damals in Bari statt­fand, einem füh­ren­der Ver­tre­ter der katho­li­schen cha­ris­ma­ti­schen Gemein­de­er­neue­rung die Füße. Matteo Cali­si, damals Vor­sit­zen­der der katho­li­schen cha­ris­ma­ti­schen Gemein­de­er­neue­rung RnS mein­te in einem Inter­view: „Mit die­ser Geste im Sta­di­on von Bari war es, als wür­de die pro­te­stan­ti­sche Welt ihren Ver­fol­gern ver­ge­ben“. 1996 wur­de beim Pfingst­tref­fen, dies­mal in Rimi­ni, von Ver­tre­tern der katho­li­schen Cha­ris­ma­ti­ker und den anwe­sen­den katho­li­schen Bischö­fen und Kar­di­nä­len ein mea cul­pa gespro­chen, mit dem sie sich für die „Ver­fol­gung“ der Pfingst­be­we­gung in Ita­li­en ent­schul­dig­ten. Tra­et­ti­no und ande­re pro­te­stan­ti­sche Pasto­ren nah­men die Ent­schul­di­gung ent­ge­gen, indem sie sich die Füße küs­sen ließen.

Etwas spä­ter wie­der­hol­te Pater Rani­e­ro Can­tala­mes­sa im ita­lie­ni­schen Fern­se­hen die Ver­ge­bungs­bit­te und erklär­te, daß die Pfingst­ler kei­ne Sek­te, son­dern „lie­be Brü­der in Chri­sto“ sind. Der Kapu­zi­ner Can­tala­mes­sa ist Pre­di­ger des Päpst­li­chen Hau­ses und einer der bekann­te­sten Ver­tre­ter der katho­li­schen Charismatiker.

Der Pri­vat­be­such in Caser­ta wird mit „gro­ßer Wahr­schein­lich­keit“ am kom­men­den 26. Juli statt­fin­den. Wegen des pri­va­ten Cha­rak­ters sei die Diö­ze­se von Caser­ta nicht in den Besuch ein­ge­bun­den, so Vati­kan­spre­cher Lombardi.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Evan­ge­li­cal Church of Reconcilation

 

20 Kommentare

  1. Wie­der eine Tat des „Pri­vat­man­nes“ Ber­go­glio, die dann als Akt des Lehr­am­tes ver­kauft wird. Ein Papst, der Pri­vat­mann sein will, kann nicht gleich­zei­tig Stell­ver­tre­ter Chri­sti sein! Die Schi­zo­phre­nie die­ser Kon­zils­jon­gleu­re offen­bart sich immer mehr: Um nicht als papa hae­re­ti­cus angreif­bar zu wer­den, geben sie vor, als „Pri­vat­per­so­nen“ zu han­deln, und ver­ges­sen dabei, daß der Glau­be auch die­se ver­pflich­tet, nicht nur die Kle­ri­ker und Amtsträger!

  2. Hof­fent­lich muß Papst Fran­zis­kus die­sen Ter­min nicht auch wegen Unpäß­lich­keit und Erschöp­fung absagen.…..und daß die Diö­ze­se und die Katho­li­ken von Caser­ta nicht in die­sen inoff­zi­el­len Besuch ein­ge­bun­den sind, wird sie sicher auch nicht irri­tie­ren. Who are they to judge?

  3. Ich bin wirk­lich kein gro­ßer Fan unse­res der­zei­ti­gen Pap­stes, aber manch­mal den­ke ich, daß er schon fast pro­phe­ti­sche Eigen­schaf­ten an den Tag legt: Wenn wir hier so wei­ter­ma­chen wie bis­her, wer­den sich die Isla­mi­sten über ihre Glau­bens­gren­zen hin­weg eini­gen und das Feld von hin­ten aufrollen…dann gna­de uns Gott!
    Getrennt mar­schie­ren, gemein­sam schlagen…
    Ein gewis­ser Grad an Eini­gung der christ­li­chen Kon­fes­sio­nen wird ver­mut­lich der ein­zi­ge Weg sein, das Über­le­ben unse­res Glau­bens über­haupt zu sichern…außerdem wird man bei der Gele­gen­heit auch die gan­zen lästi­gen Sek­tie­rer los, die sich inner­halb der „gro­ßen“ Kir­chen ihren eige­nen Glau­ben zusam­men­ge­ba­stelt haben und damit den mei­sten ande­ren Gläu­bi­gen auf die Ner­ven gehen!

    • Nicht nur Syn­kre­ti­sten sind Häre­ti­ker, son­dern auch alle mög­li­chen Pro­te­stan­ten. Zwar mag bei den Groß­ge­mein­schaf­ten von denen wie Luthe­ra­nern, Cal­vi­ni­sten und Angli­ka­nern etwas Ein­heit­lich­keit in der Leh­re gege­ben sein, aber deren Häre­si­en in zen­tra­len Punk­ten blei­ben. Wir kön­nen nicht katho­li­scher­seits hin­ge­hen und sagen: „Ihr seid unse­re lieb­sten Geschwi­ster im Glau­ben an Chri­stus, egal, was ihr für eigen­wil­li­ge Leh­ren ver­tre­tet.“ Als Katho­li­ken müs­sen wir zumin­dest im Guten ver­su­chen, die Chri­sten in Häre­sie zum Theo­zen­tris­mus und zum Objek­ti­vis­mus, zur ein­zig wah­ren Kir­che zu füh­ren, und sie nicht in Anthro­po­zen­tris­mus und Sub­jek­ti­vis­mus leicht­fer­tig ver­har­ren lassen.

    • Wird der Islam zur Zeit nicht hoch­ge­putscht ? Das ist doch die Fra­ge. Wenn man jeden Spal­tungs­für­sten beson­de­re Ehre erweist, wird das auch nichts. Wir müs­sen unse­ren Acker pflügen.

  4. Es muss ein­mal mehr betont wer­den, dass die Bezeichnung
    „Kir­chen-Spal­tung“ 
    kei­ner­lei Berech­ti­gung hat.

    Lei­der wird heu­te „wie selbstverständlich“ 
    — zuneh­mend auch von katho­li­scher Seite ! -
    die Bezeich­nung „Kir­che “ 
    auf die pro­te­stan­ti­schen Gemein­schaf­ten angewandt.

    Dies ent­spricht nicht der Leh­re der Kirche.

    Von „Kir­chen-Spal­tung “ kann also kei­ne Rede sein.
    Mehr noch:

    Die von Luther ange­zet­tel­te und voll­ende­te sog. 
    „Refor­ma­ti­on“ war 
    über­haupt kei­ne wie auch immer angedachte 
    „Abspal­tung“
    sondern
    ein Abfall / eine Trennung 
    von der einen hei­li­gen katho­li­schen und apo­sto­li­schen Kirche, 
    der Hei­li­gen Mut­ter Kirche.

    Mit ande­ren Worten:
    Luther’s Anma­ssung hat Mil­lio­nen von der Kirche 
    getrennt und in die Häre­sie gestürzt.
    Kei­nes­falls ist es denn so, dass nun etwa „nur ein Teil der Kir­che abge­spal­tet wäre“.
    Die pro­te­stan­ti­schen Gemein­schaf­ten sind 
    keine
    „Kir­che“ im eigent­li­chen Sinne.
    ( gem. Schrei­ben „Domi­nus Jesus“ der Glau­bes­kon­gre­ga­ti­on aus dem Jah­re 2000)

    Wei­ter kann auch kei­ner­lei Zwei­fel dar­in bestehen, dass 
    *Ein­heit und Einigkeit* 
    allei­ne durch das Band der einen hei­li­gen katho­li­schen und apo­sto­li­schen Kirche 
    besteht 
    und somit für jene von ihr Abge­fal­le­nen auch 
    allei­ne durch die Rück­kehr in den Schoss der Hei­li­gen Mut­ter Kir­che zu fin­den ist.

    • Und nicht nur das. auch viel Leid hat der Abfall durch die Glau­bens­krie­ge gebracht. das soll auch nicht ver­ges­sen wer­den. Wer den Abfall bekämp­fen will, darf sei­ne Nach­fol­ger nicht hochjubeln.

  5. Die Aus­sa­ge von Fran­zis­kus“ Ich will Evan­ge­li­ka­le nicht zum Katho­li­zis­mus bekeh­ren“ und die Auf­for­de­rung, sich nicht auf unter­schied­li­che Lehr­mei­nun­gen zu kon­zen­trie­ren, ist die Bot­schaft des Rela­ti­vis­mus. Nathan lässt die Öku­me­ne grüßen.
    Der Auf­trag Chri­sti an sei­ne Nach­fol­ger dage­gen lau­te­te :Ver­kün­det das Evan­ge­li­um und lehrt sie alles hal­ten, was ich Euch gebo­ten habe.

    • Wenn eine Insti­tu­ti­on, die frü­her über sich selbst gesagt hat, sie ist die allein selig­ma­chen­de, heu­te behaup­tet, es gäbe legi­ti­me Wege über Kon­fes­sio­nen und Reli­gio­nen außer­halb von ihr, unter­gräbt sie selbst ihre Glaub­wür­dig­keit. Dog­ma­tisch heißt es bekannt­lich, für sehr weni­ge Men­schen außer­halb der katho­li­schen Kir­che gebe es einen Weg in das Reich Got­tes, wenn sie ein mora­lisch gutes Leben geführt haben. Jetzt so zu tun, als sei der Mensch grund­sätz­lich auch außer­halb der katho­li­schen Kir­che gut auf­ge­ho­ben, ist ver­gleich­bar mit der For­de­rung, ein Kind müs­se sich selbst erzie­hen, ganz ohne Zutun der Eltern.

  6. Ich bin wirk­lich gespannt, ob wir uns in einem Kali­fat auch noch online über dog­ma­ti­sche Grund­sät­ze unter­hal­ten können!

    Mal sehen, wer dem „Kali­fen“ Abu Bakr al Baghda­di einen Kate­chis­mus über­reicht und ihn wis­sen läßt, daß es nun aber an der Zeit ist, in den Schoß der Hei­li­gen Mut­ter Kir­che zurückzukehren!

    Wenn es erst­mal so weit gekom­men ist, wer­den wir ganz ande­re Sor­gen haben, als etwa Refor­ma­ti­on, Mar­tin Luther oder Evangelikale…ich wün­sche jetzt schon mal viel Spaß und Erfolg bei der Glau­bens­ver­kün­di­gung unter den neu­en mus­li­mi­schen Machthabern!

    • Was soll das?
      Sie mei­nen, man müs­se nun mit Häre­ti­kern zusam­men­ste­hen, um mit den Mus­li­men fertigzuwerden?

      Wie groß ist ein Glau­be, der so spricht?
      Klein, sehr klein…
      Gott steht zu uns, wenn wir unbe­irrt an IHM fest­hal­ten, ohne poli­ti­sche Kal­kü­le über die Wahr­heit zu setzen.
      Hier bewie­se sich ech­ter katho­li­scher Glaube…
      …so aber wür­de auch end­lich das ersehn­te Wun­der pas­sie­ren, dass ER selbst die Geschicke ändert.
      Solan­ge wir selbst alles machen wol­len und mei­nen, wir müss­ten die Kir­che „ret­ten“, wird die Kir­che wei­ter­hin abwärts fahren.

      • Ich find’s wit­zig, Evan­ge­li­ka­le pau­schal als Häre­ti­ker zu titu­lie­ren ange­sichts der inter­kon­fes­sio­nel­len und inter­re­li­giö­sen Pan­hä­re­sie der letz­ten Päp­ste. Wer mit Häre­ti­kern und Ungläu­bi­gen an einem Joch zieht, ist sel­ber ein Häre­ti­ker oder Ungläu­bi­ger. Wie der Volks­mund sagt: Wer selbst im Glas­haus sitzt, soll nicht mit Stei­nen wer­fen. Oder ist es nicht Unglau­be, zu Allah zu beten bzw. zu einer (nach 1Joh 2: anti­christ­li­chen) mono­the­isti­schen Fik­ti­on, die mit Allah gleich­ge­setzt wird? Frei­lich, es kommt auf den Maß­stab an, mit dem man misst…

      • Die katho­li­sche Kir­che hat bis bis 50 Jah­ren die Pro­te­stan­ten — egal wel­cher Schat­tie­rung — pau­schal als Häre­ti­ker gese­hen. Blät­tern Sie doch ein­fach mal die Lehr­schrei­ben vor 1962 durch!
        Es gibt nun mal kei­ne Wahr­heit im Fal­schen — auch wenn „Split­ter“ oder „Bruch­stücke“ der Wahr­heit noch ohne Wur­zel­bin­dung, und längst am Abster­ben oder schon abge­stor­ben frei im Raum flottieren.
        Es genügt, „Mysti­ci cor­po­ris“ von Pius XII. zu lesen. Auch in die­ser Enzy­kli­ka wur­de genau die­se Posi­ti­on vertreten.

        Erlie­gen Sie in Ihrer Offen­heit für den pro­te­stan­ti­schen Glau­ben nicht der alten häre­ti­schen Illu­si­on, die im Pius-Umfeld als „Addi­tis­mus“ bezeich­net zu wer­den pflegt? Der „Addi­tis­mus“ split­tert den einen Glau­ben auf in vie­le Teil­stück­chen und sucht nun eine Sum­me der „gemein­sa­men“ Bruch­stücke zu errechnen.
        Der Addi­tis­mus liegt dem inner­christ­li­chen Öku­me­nis­mus eben­so zugrun­de wie der inter­re­li­giö­sen Illu­si­on, man bete irgend­wie ja doch zum „glei­chen Gott“, weil ja Gott schließ­lich nichts dafür kön­ne, dass die Leu­te sich was Fal­sches unter IHM vorstellen.
        Wer aber ent­ge­gen der kirch­li­chen ver­kün­di­gung, die nun fast 2000 Jah­re das rech­te Zeug­nis gege­ben hat, doch einem fal­schen Got­tes­bild anhängt, tut dies bewusst, nicht aus Ver­se­hen und setzt damit bewusst ein Got­tes­bild gegen das ande­re, betet also im Fazit den fal­schen Gott an, der nicht Gott ist.
        natür­lich gibt es immer Leu­te, die es tat­säch­lich nach so vie­len schis­ma­ti­schen oder häre­ti­schen jah­ruun­der­ten und Fami­li­en­tra­di­tio­nen nicht mehr schaf­fen, das Fal­sche zu über­win­den, man­che v.a. wegen man­geln­der Infor­ma­ti­on. Denen wird Gott gnä­dig und gerecht sein, das ist sicher so, aber damit sind die Häre­si­en ja nicht reingewaschen…

        Die­ser Öku­me­nis­mus und Syn­kre­tis­mus, der von allen Sei­ten phi­lo­so­phisch daher­schleicht ist so etwas wie eine mp3-Datei von einer kom­ple­xen wav.-Datei. Jeder weiß, dass dem mp3 die Tie­fe fehlt. und ich fürch­te, mp3 ist noch tief gegen das, was der Öku­me­nis­mus betreibt. Der ist eine mp3 auf einer 10 Jah­re lang son­nen­be­strahl­ten CD-Rom, die einen enor­men wei­te­ren Daten­ver­lust hin­ter sich hat und bald gar nicht abspiel­bar sein wird.

  7. Zu vie­le Freun­de außer­halb der Kir­che hat Ber­go­glio offen­sicht­lich. Die Kir­che braucht die stär­kung nicht die Pfingst­ler mit ihren sku­ril­len Ansichten.

    • Das sehe ich genau­so. Die Kir­che müß­te sich in der jet­zi­gen Pha­se ganz und gar auf die Kon­so­li­die­rung besin­nen, statt mit Hinz und Kunz von der Häre­ti­ker-Frak­ti­on einen auf aller­be­ste Kum­pels zu machen.

  8. So wie sich das Kir­chen­volk an einen eme­ri­tier­ten Papst zu gewöh­nen hat, so sol­len wir uns auch an den pri­va­ti­sie­ren­den Papst im Amt gewöhnen.
    Papst­amt im frei­en Fall!

    • @IMEK: Papst­amt im frei­en Fall. Autsch! Scha­de, dass Napo­le­on Bona­par­te nicht mehr lebt. Der hät­te auch dem jet­zi­gen „Papst“ schon gezeigt, wo der Bart­li den Most holt. Wetten,dass Herr Ber­go­glio das lachen dann ver­geht. Autsch.

  9. Nen­nen wir doch die soge­nann­te “ Kir­chen­spal­tung“ einen ver­häng­nis­vol­len Bruch aus der einen Kirche.
    War­um spricht man heu­te nicht mehr von dem Leid die­ses Bru­ches? Man hat sich dar­an gewöhnt, dass etwas zer­bro­chen ist, was eigent­lich zusam­men­ge­hört. Ich suche Mit­strei­ter für die Ein­heit der Kir­che, weil es nur die EINE gibt. Es stimmt aber auch, dass die Ein­heit eine Frucht des Gebe­tes ist, wie Jesus vor­bild­lich den Vater bit­tet: „Lass sie eins sein!“ Ich ver­ste­he auch das diplo­ma­ti­sche Mühen um die­se Ein­heit, dadurch haben wir eine gewis­se Ruhe zwi­schen den Kon­fes­sio­nen, aber nicht die Lösung. Lasst uns die Ein­heit der Kir­che suchen und fin­den über das Gebet.

  10. Aus dem Pri­vat­be­such der Miss­brauchs­op­fer wur­den Details bekannt…
    Nach Papst Fran­zis­kus braucht man nicht unbe­dingt Mit­glied der katho­li­schen Kir­che zu sein. Haupt­sa­che man fühlt inwen­dig, dass man zu Got­tes Fami­lie gehört:

    What Fran­cis told Marie Kane
    Fran­cis recent­ly met ‚pri­va­te­ly‘ with vic­tims of cle­ri­cal sexu­al abu­se at the Vati­can. This was not­hing more than a PR stunt. (see, It’s offi­cial, it was a PR stunt!) Fran­cis‘ record on cle­ri­cal sex abu­se is not good. (see, Fran­cis caught fib­bing? Nope, tel­ling an out­right lie!) That is not what what is of con­cern to us today, rather it is what he said. One of the vic­tims, Marie Kane, gave an inter­view to RTE Radio 1 about the mee­ting with Fran­cis. At the very end of the inter­view (listen to it below) she shared this,
    „I’ll never get my faith back. I don’t think I’ll ever go back, to the church. And actual­ly the pope, I said that to him. And he said, „You know you don’t need, you don’t need to be in the church, you are part of the church, you don’t phy­si­cal­ly need to be in it, insi­de it you know to be part of God’s fami­ly like.“ So litt­le messages like that were real­ly nice, you know. He put thought into what he said to me today. It was­n’t just ans­wers off the cuff. So a very posi­ti­ve expe­ri­ence, for me.“
    Does that sound like the Vicar of Christ speaking?

    Der voll­stän­di­ge Artikel:
    http://callmejorgebergoglio.blogspot.de/2014/07/what-francis-told-marie-kane.html

  11. Beten ist immer gut. Aber es wäre mal inter­es­saant zu wis­sen, ob der Papst mit den Evan­ge­li­ka­len auch mal wenig­stens nur ein Ave Maria gebe­tet hat.
    Wer Maria bei der Öku­me­ne nach drau­ßen drängt oder ver­schweigt, meint es mit Öku­me­ne nicht ernst.

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