Der Krieg führt über die Liturgie – Gedanken zum siebten Jahrestag von Summorum Pontificum

Heilige Liturgie
Hei­li­ge Lit­ur­gie

„Der Krieg wird über die Lit­ur­gie aus­ge­tra­gen! Und es ist rich­tig, daß der Krieg dort aus­ge­tra­gen wird, weil die Lit­ur­gie der Lebens­nerv der Kir­che ist“ schreibt die tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Inter­net­sei­te Chie­sa e Post­con­ci­lio (CeP) zum sieb­ten Jah­res­tag des Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum, das Papst Bene­dikt XVI. am 7. Juli 2007 erließ. Wer dies nicht ver­ste­he, ob Prie­ster oder Laie, tra­ge zur wei­te­ren Schä­di­gung der Tra­di­ti­on bei, so CeP. Es gebe immer wie­der tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne „Brü­der im Glau­ben“, die abwie­gelnd mei­nen, die Lit­ur­gie sei nicht alles. „Die Lit­ur­gie mag nicht ‚alles’ sein, aber sie ist die Quel­le und der Höhe­punkt des Glau­bens! Von ihr geht alles aus und in ihr fließt alles zusam­men“, so CeP.

In den aktu­el­len Nebeln, von denen die Kir­che umhüllt ist und die den kla­ren Blick ver­stel­len, sei jeder Teil des eige­nen Ego dem Gebet und der Lit­ur­gie zu wid­men, um das eige­ne See­len­heil zu erlan­gen, aber auch um wah­re Demut und Bewah­rung vor jeder Ver­füh­rung zur Selbst­ge­nüg­sam­keit und einer kirch­li­chen Do-it-yours­elf-Men­ta­li­tät zu errei­chen. Das gel­te in beson­de­rer Wei­se für die Lit­ur­gie.

Liturgie in der Priesterausbildung sträflich vernachlässigt

„Der Krieg wird über die Lit­ur­gie aus­ge­tra­gen“ auch, weil die Lit­ur­gie in der Prie­ster­aus­bil­dung an vie­len Semi­na­ren seit län­ge­rem und noch immer sträf­lich ver­nach­läs­sigt wird. Oder bes­ser gesagt: Regel­recht falsch gelehrt wird. Für vie­le Prie­ster, die in die­ser lit­ur­gisch dür­ren Zeit aus­ge­bil­det wur­den, ist es ein ver­brei­te­ter All­ge­mein­platz, daß das lit­ur­gi­sche Han­deln aus­schließ­lich auf die Gemein­schaft und nicht auf Gott aus­ge­rich­tet ist. Man­che mögen sich selbst zu die­ser irri­gen und gera­de­zu got­tes­lä­ster­li­chen Mei­nung durch­ge­run­gen haben. Vie­le müs­sen jedoch an den Semi­na­ren falsch pro­gram­miert wor­den sein. Der Drei­fal­ti­ge Gott wird zu einer Art Notar redu­ziert, der die Gül­tig­keit der Gemein­schafts­fei­er mit Stem­pel und Sie­gel bestä­tigt, zu dem man jedoch, auf Distanz bleibt, weil er eigent­lich mehr ein nöti­ges Übel ist, wie es eben Nota­re sind. In vie­len Din­gen könn­te man eigent­lich auch ohne sie aus­kom­men.

Überstimmung bei nicht verhandelbaren Grundsätzen, nicht aber bei Liturgie

Zu eini­gen der nicht ver­han­del­ba­ren Grund­sät­ze, wie sie Papst Bene­dikt XVI. wort­mäch­tig defi­nier­te, gibt es zwi­schen der Tra­di­ti­on und beträcht­li­chen Tei­len der Kir­che Über­ein­stim­mung und damit auch die Vor­aus­set­zun­gen für ein gemein­sa­mes Han­deln. Die­se Über­ein­stim­mung gibt es aber nicht im Bereich der Lit­ur­gie. Tei­le der Kir­che folg­ten dem deut­schen Papst und bega­ben sich tat­säch­lich auf eine für sie über­ra­schen­de Ent­deckungs­rei­se, die zur Auf­spü­rung und zur Frei­le­gung der Hei­li­gen Lit­ur­gie führ­te. Wei­te Tei­le, vor allem in den alten, christ­li­chen Natio­nen Euro­pas blie­ben distan­ziert. Das lit­ur­gi­sche „Leit­mo­tiv“ der „moder­nen“ Prie­ster­aus­bil­dung scheint es zu sein, aus dem Prie­ster, sobald er die Kir­che betritt, den Hauptani­ma­teur der Gemein­schaft zu machen, auf den sich die Auf­merk­sam­keit der Gläu­bi­gen kon­zen­triert. Die Hei­li­ge Hand­lung wird dadurch zu einer stän­di­gen Suche nach Sen­sa­tio­nel­lem, Ori­gi­nel­lem am besten mit Aha-Effekt umfunk­tio­niert, die den Prie­ster zum stän­dig unter Druck ste­hen­den Enter­tai­ner macht, der sich kon­ti­nu­ier­lich Neu­es ein­fal­len las­sen muß, um die Gemein­schaft bei Lau­ne zu hal­ten. Davon kön­nen auch from­me, neu­ri­tu­el­le Prie­ster befal­len sein, die sich einem Mysti­zis­mus oder einer Wun­der- und Erschei­nungs­sucht hin­ge­ben, aber letzt­lich als Per­son im Mit­tel­punkt ste­hen.

Anthropozentrischer Umbau der Liturgie ist Werk von Priestern

Wo die Gemein­schaft das alles gar nicht will, wird sie von eif­ri­gen Ani­ma­ti­ons-Prie­stern zwangs­be­glückt. Wo die Prie­ster schwach oder durch Erfin­dungs­druck irgend­wann aus­ge­laugt sind, fül­len Pfarr­as­si­sten­ten, Gemein­de­re­fe­ren­ten und ande­re Lai­en die Rol­le aus, die einen unstill­ba­ren Drang ver­spü­ren, sich im Altar­raum zu tum­meln. Wo der Prie­ster oder sei­ne lai­ka­len Hilfs­trup­pen in den Vor­der­grund tre­ten, tritt Gott in den Hin­ter­grund. Er wird ver­drängt oder zieht sich zurück.

Die Lai­en geben meist nur wider, was sie vom Kle­rus sehen und emp­fan­gen. Eine nicht sel­ten lei­der unan­ge­neh­me Aus­nah­me bil­den an theo­lo­gi­schen Fakul­tä­ten aus­ge­bil­de­te Lai­en­theo­lo­gen, die in der Kir­che eine Anstel­lung gefun­den haben oder Pfarr­ge­mein­de­rä­te in Pfarr­so­wjets ver­wan­deln. In der Lit­ur­gie liegt die Haupt­ver­ant­wor­tung bei den Prie­stern. Es ist eine Tat­sa­che, daß vie­le Prie­ster der Über­zeu­gung sind, daß die Hei­li­ge Mes­se für die Gemein­schaft gefei­ert wird und nicht vom Prie­ster im Namen der Gemein­schaft für Gott. „Die Theo­zen­trik durch die Anthro­po­zen­trik zu erset­zen, ist so als wür­de man die Theo­lo­gie und die Lit­ur­gie ihrer Klei­der berau­ben und nackt zurück­las­sen“, so CeP.

Missionarischer Eifer und Alter Ritus

Wahr ist aller­dings auch, was ein Prie­ster schrieb, der sich an den „Rän­dern“ für die Umset­zung des Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum in sei­ner Pfar­rei bemüht: Nicht sel­ten sind gera­de auch soge­nann­te „Tra­di­tio­na­li­sten“ die größ­ten Fein­de eines mis­sio­na­ri­schen Impul­ses im Alten Ritus. Der über­lie­fer­te Ritus ist kein Schre­ber­gar­ten, kein Rück­zugs­punkt und kei­ne nach außen abge­schlos­se­ne Festung, um mög­lichst den Rest der Welt von sich fern­zu­hal­ten. Dort wo im Alten Ritus ein mis­sio­na­ri­scher Geist herrscht, wie man ihn im pasto­ral-lit­ur­gi­schen Han­deln der Pius­bru­der­schaft erlebt, nimmt die Zahl der Gläu­bi­gen deut­lich zu. Die Pius­bru­der­schaft ist in ihrem erfolg­rei­chen mis­sio­na­ri­schen Han­deln jedoch gehemmt durch ihren unge­klär­ten kir­chen­recht­li­chen Sta­tus. Die Petrus­bru­der­schaft, um einen Ver­gleich mit einer Eccle­sia Dei-Gemein­schaft zu zie­hen, ver­fügt über einen kla­ren kano­ni­schen Sta­tus und über das nöti­ge mis­sio­na­ri­sche Poten­ti­al. Sie ent­fal­tet es jedoch kaum aus Sor­ge, bei zu star­ker öffent­li­cher Sicht­bar­keit von den Diö­ze­san­lei­tun­gen aus den Diö­ze­sen gewor­fen zu wer­den. Die Tat­sa­che, daß es in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und in Öster­reich kei­ne ein­zi­ge Per­so­nal­pfar­rei im Alten Ritus gibt, spricht eine deut­li­che Spra­che.

Werke der Barmherzigkeit gegen pauperistisches Klima

CeP erin­nert in die­sem Zusam­men­hang an die Tat­sa­che, daß die evan­ge­li­sche Armut als Teil der Evan­ge­li­schen Räte nicht an erster Stel­le die mate­ri­el­le Armut meint. Die­se ist nicht zu ver­nach­läs­si­gen und wur­de von der Kir­che durch die leib­li­chen Wer­ke der Näch­sten­lie­be immer gelehrt und gelebt. Die evan­ge­li­sche Armut meint vor allem die Armut in Geist, das sich selbst vor dem Herrn als unge­nü­gend und daher Sei­ner Hil­fe bedürf­tig zu erken­nen und Ihn um die­se Hil­fe zu bit­ten.

Die Wer­ke der Barm­her­zig­keit waren in der Kir­che immer gegen­wär­tig und leben­dig und sie haben nichts mit Pau­per­is­mus und Gut­men­schen­tum zu tun. Die Kir­che unter­schei­det die leib­li­chen und die geist­li­chen Wer­ke der Barm­her­zig­keit. Jeweils sie­ben. Gelehrt wer­den sie schon lan­ge nicht mehr, wes­halb vor allem jün­ge­re Katho­li­ken kaum davon wis­sen. In dem selt­sam pau­per­i­sti­schen Kli­ma unse­rer Tage soll­te umso mehr an die Wer­ke der Barm­her­zig­keit erin­nert wer­den.

Die leib­li­chen Wer­ke der Barm­her­zig­keit sind:
die Hung­ri­gen spei­sen
den Dur­sti­gen zu trin­ken geben
die Nack­ten beklei­den
die Frem­den beher­ber­gen
die Kran­ken pfle­gen
die Gefan­ge­nen besu­chen
die Toten begra­ben

Die geist­li­chen Wer­ke der Barm­her­zig­keit sind:
die Unwis­sen­den leh­ren
den Zwei­feln­den recht raten
die Betrüb­ten trö­sten
die Sün­der zurecht­wei­sen
den Lästi­gen gedul­dig ertra­gen
denen, die uns belei­di­gen ger­ne ver­zei­hen
für die Leben­den und die Toten beten

Summorum Pontificum kann sich nur entfalten, wenn Messe als Opfer wiederentdeckt wird

„Die­se Wer­ke sind gut und rich­tig, aber sie nüt­zen nichts, wenn sie nicht von der Wahr­heit Got­tes aus­ge­hen, son­dern von einem huma­ni­sti­schen oder auch huma­ni­tä­ren Pau­per­is­mus, der sich nicht um die Wahr­heit küm­mert“, so CeP. Die Lit­ur­gie, in her­aus­ra­gen­der Wei­se der Alte Ritus, sei­en Ort und Zeit der pri­vi­le­gier­ten Begeg­nung mit Gott. Das Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum kann sei­ne Wir­kung nur dort ent­fal­ten, wo die Hei­li­ge Mes­se wie­der als Opfer erkannt wird. Da der Opfer­cha­rak­ter weder an Prie­ster­se­mi­na­ren noch in den Pfar­rei­en gelehrt wird, setzt dies eine Auf­klä­rung und ein mis­sio­na­ri­sches Wir­ken der Prie­ster, Gemein­schaf­ten und Grup­pen der Tra­di­ti­on vor­aus. Der letzt­li­che Durch­bruch wird auch dann gelin­gen, wenn der Papst als Stell­ver­tre­ter Chri­sti auf Erden wie­der im Alten Ritus zele­briert. Ein letz­ter Schritt, zu dem sich Papst Bene­dikt XVI. aus unbe­kann­ten Grün­den nicht durch­rin­gen konn­te. „Oder durch die Wie­der­ent­deckung der Lit­ur­gie­kon­sti­tu­ti­on Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um in den Prie­ster­se­mi­na­ren und im näch­sten Schritt in den Pfar­rei­en“, so CeP. Damit wür­de die häu­fig eben­so flos­kel­haf­te wie ideo­lo­gisch-ver­här­te­te Beru­fung auf das Kon­zil mit neu­er Ernst­haf­tig­keit erfüllt.

„Revolutionäre“ Reform wäre, wenn Papst Franziskus Studie über Frevel der Liturgiereform in Auftrag gäbe

Ein Akt wirk­lich „revo­lu­tio­nä­rer“ Reform und Rei­ni­gung wäre es, wenn Papst Fran­zis­kus eine Stu­die in Auf­trag geben wür­de, die den Zwang, die phy­si­sche und psy­chi­sche Gewalt doku­men­tiert, die das Volk Got­tes, Prie­ster und Lai­en durch das Wir­ken der lit­ur­gi­schen Revo­lu­tio­nä­re im Namen eines zumin­dest dies­be­züg­lich unschul­di­gen Kon­zils erlit­ten haben, indem zer­trüm­mert und ent­wur­zelt wur­de, was Chri­stus gepflanzt und die Väter durch zwei­tau­send Jah­re gehegt und bewahrt hat­ten. Eine Stu­die, die die Zer­stö­run­gen doku­men­tiert, das Her­aus­rei­ßen von Hoch­al­tä­ren und Beicht­stüh­len, ihre regel­rech­te Zer­schla­gung zu Brenn­holz. Ein Fre­vel, über den die Kir­che bis heu­te einen Schlei­er des Schwei­gens legt. Eine Stu­die, die doku­men­tiert, wie Theo­lo­gen und Prie­ster regel­recht vor den Augen der Gläu­bi­gen durch Erbre­chen aus­ge­sto­ßen haben, was sie bis zum Vor­tag gelehrt und ver­tre­ten haben.

Die „Unschuld“ des Kon­zils bezieht sich auf die genann­te Lit­ur­gie­kon­sti­tu­ti­on, auf die sich weder die lit­ur­gi­schen Neue­rer noch der Novus Ordo beru­fen kön­nen. Bestimm­te, auf dem Kon­zil ton­an­ge­ben­de pro­gres­si­ve Krei­se dach­ten natür­lich auch in der Fra­ge der Lit­ur­gie bereits ganz anders und nütz­ten die eupho­ri­sche Stim­mung der unmit­tel­ba­ren Nach­kriegs­zeit, um voll­ende­te Tat­sa­chen zu schaf­fen. Kon­zil hin oder Kon­zil her.

Das Motu pro­prio stellt seit der Lit­ur­gie­re­form von 1970 die erste wirk­lich wesent­li­che Zäsur in der jün­ge­ren Kir­chen­ge­schich­te dar. Dar­in liegt für die Kir­che ein unge­ahn­tes Poten­ti­al der Gesun­dung, das noch nicht ein­mal ansatz­wei­se aus­ge­schöpft wur­de.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Fides et For­ma

22 Kommentare

  1. alles rich­tig ausser der Wort­wahl „Krieg“, da spielt man doch wie­der den Geg­nern der Tra­di­ti­on in die Hànde, die uns dann Kreuz­zugs­men­ta­li­tät vor­wer­fen kön­nen (auch wenn sie selbst einen Kreuz­zug gegen alles Vor­kon­zi­lia­re füh­ren

    Wie wär’s mit „Das Wohl und Wehe hängt an der Lit­ur­gie“?

    • Das sehe ich genau­so. In dem Arti­kel sind eini­ge rich­ti­ge Gedan­ken (bes. zu dem mis­sio­na­ri­schen Auf­trag und den Wer­ken der Barm­her­zig­keit). Das Wort „Krieg“ im Zusam­men­hang mit der Lit­ur­gie ist voll­kom­men unan­ge­bracht und falsch. Sehr scha­de, dass der Arti­kel dadurch über­schat­tet wird.

  2. Das ein­zi­ge Mit­tel um eine Reform der erneu­er­ten Lit­ur­gie vor­an­zu­trei­ben ist es die Art und Wei­se wie man mit den Alten Ritus umgeht zu über­den­ken-die­ser Schritt muss zual­ler­erst von deren Lieb­ha­bern aus­ge­hen!
    1.kein star­res Fest­hal­ten an der Tra­di­ti­on nur weil sie Tra­di­ti­on ist.Offenheit und Ehr­lich­keit für Schwä­chen des alten Mis­sa­le .Eine Über­ar­bei­tung des Mis­sa­le im Lich­te von SC!
    2.Besinnung auf das Zen­trum der Lit­ur­gie-Gott-der eucha­ri­sti­sche Chri­stus, weni­ge auf das Äuße­re.
    3.Verzicht dar­auf den Alten Ritus so zu insze­nie­ren als wäre er nur in einer gewis­sen Zeit gül­tig und authentisch.D.h weni­ger Ver­stei­fen auf Barock als eine Wei­te her­stel­len vor allem mit Blick auf die authen­ti­sche mona­sti­sche Tra­di­ti­on.
    4.Beendigung der Ideo­lo­gi­sie­rung der Lit­ur­gie und der Kul­ti­vie­rung einer „tra­di­tio­na­li­sti­schen Kultur“.D.h. auf­ge­ben von all­zu engen und ein­drücken­den sozia­len Kon­ven­tio­nen. Ein Tra­di­tio­na­list darf das nicht,sollte das nicht,Jeder Tra­di­tio­na­list ist.…Ein guter Tra­di­tio­na­list ist…so und so…wählt das und das…ist für das und gegen dass…
    5.Striktes Hal­ten an die Rubri­ken von 1962 da der Vor­wurf an die Moder­nen sie machen alle was sie wol­len genau auch auf die tra­di­tio­nel­len Prie­ster zutrifft.
    6. Prin­zip „Sauerteig“.Demutvolles und dem Stan­de ent­spre­chen­des Ver­har­ren in den ört­li­che Pfarreien.Kein Her­stel­len von Parallestrukturen.Stachel im Fleisch der Pfar­rei­en sein.Aber nicht von oben her­ab urtei­len und ver­ur­tei­len.

    • Bava­ria: Habe ich sie nun Rich­tig ver­stan­den, sie wol­len mit den Punk­ten 1- 4 erreichen,das das „Hei­li­ge Mess­op­fer aller Zei­ten“ stär­ken indem sich die­ser der „Neu­en Mes­se“ anpasst? Viel­leicht ja so? https://www.facebook.com/media/set?set=a.549988751695267.87433090.544137242280418&type=1

      und unter Punkt 5 sagen sie ja auch aus das es Prie­ster gibt die sich nicht an die Rubri­ken aus den Jah­re 1962 hal­ten, also das es Prie­ster gibt die „Lit­ur­gi­schen Miss­brauch“ in der triden­ti­ni­schen Mes­se bege­hen, Bewei­se???

      Und zu Punkt 6 sei noch ange­fügt das es die „Moder­ni­sti­schen Gläu­bi­gen, Prie­ster und Bischö­fe“ sind, die in der triden­ti­ni­schen Hei­li­gen Mes­se eine Par­ral­el­struk­tur und einen Sta­chel im Fleisch der Pfar­rei­en sehen und daher die Zele­bra­ti­on der „triden­ti­ni­schen Mes­se“ in den Gemein­den ver­hin­dern.

      Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

      • Zu ihrem ersten Punkt:
        Sie machen aus extre­men Aus­nah­men die Regel!Ich rede vom Mis­sa­le von 2002 und nicht von sol­chen Affentheatern!Und damit sie kei­enrlei Mög­lich­keit haben mit so plum­pen Sachen zu kom­men: Pas­sen wir uns den ortho­do­xen an!Kommen jetzt auch Bil­der von tan­zen­den Pfar­rern?

        Ja es gibt solche.Jeder macht was er und wie er will.Der eine lässt sich nach dem Evan­ge­li­um inzen­sie­ren der ande­re pocht auf dem Con­fi­te­or zur Kom­mu­ni­on!

        Man kann immer auf die ande­ren Zeigen.Der Kampf um die Rück­kehr zu Tra­di­ti­on kann nur von unten nach oben und von innen her­aus erfolgen.Ich könn­te es mir auch vie­le leich­ter und beque­mer machen und nur zur alten mes­se gehen tu ich aber nicht da ich als laie mehr bewir­ken kann-und wenn es nur ein­zel­ne Akzen­te und Pro­vo­ka­tio­nen sind als wenn ich fromm nur zur alten Mes­se gehe.

      • Bava­ria, dan­ke für ihre Ant­wort, aber ich mache nicht aus extre­men Bei­spie­len die Regel, so gibt es in mei­nen Deka­nat kei­nen Ein­zi­gen Prie­ster der das noch immer gül­ti­ge deutsch­spra­chi­gen Mess­buch aus den Jah­re 1975 ein­hält, soweit mir bekannt wur­de das neu über­ar­bei­te­te deutsch­spra­chi­ge Mess­buch noch immer nicht von Sei­ten des Vati­kans appro­biert wor­den. Daher ist der lit­ur­gi­sche Miss­brauch zumin­dest in mei­nen Deka­nat die Regel und nicht die Aus­nah­me, und sogar schwer­ster lit­ur­gi­scher der den Orts­bi­schof oder den zustän­di­gen Dikaste­ri­en im Vati­kan gemel­det wur­de, zogen kei­ne Kon­se­quen­zen für den Prie­ster zur Fol­ge.

        Ja sie haben völ­lig Recht, „Der Kampf um die Rück­kehr zu Tra­di­ti­on kann nur von unten nach oben und von innen her­aus erfol­gen“ , aber wie kann die­ser erfol­gen wenn genau von Sei­ten der kirch­li­chen Obrig­keit, Prie­ster — Bischö­fen gegen die Hei­li­ge Tra­di­ti­on der Einen, Hei­li­gen, Katho­li­schen und Apo­sto­li­schen Kir­che Got­tes unse­res Herrn gehetzt und gekämpft wird?? Sie­he Fran­zis­kus der ja als Bischof von Rom den „Fran­zis­ka­nern“ die Zele­bra­ti­on des „Hei­li­gen Mess­op­fers aller Zei­ten“ ver­bo­ten hat.

        Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen.

  3. Lie­ber Bava­ria, also Lands­mann von mir:

    Mag’s ja alles auch geben, was Sie da anfüh­ren. Aber ich habe den star­ken Ver­dacht, die mei­sten Leu­te gehen in die „alte“ Mes­se, weil die „neue“ in vie­len Pfar­rei­en eine Zumu­tung und ein Lai­en­schau­spiel gewor­den ist, neu­deutsch Hap­pe­ning, mit dem lie­ben Gott irgend­wo in der Ecke.

    Ich wür­de Ihren 6 Punk­ten ent­ge­gen­hal­ten:

    1. Fest­hal­ten am Mis­sa­le von Paul VI und Offen­heit und Ehr­lich­keit für Schwä­chen von Frei­stil-Lit­ur­gie
    2. Besin­nung auf das Zen­trum der Lit­ur­gie, weni­ger auf das Sich­selbst­ein­brin­gen und ‑dar­stel­len
    3. Ver­zicht, den neu­en Ritus so zu insze­nie­ren, als wäre er nur ein net­ter Rah­men für die Gute-Nacht-Gedich­te der Pasto­ral­as­si­sten­tin
    4. Been­di­gung der Ideo­lo­gi­sie­rung, um nicht zu sagen des Reli­qui­en­kults, um das Kon­zil, des­sen omi­nö­sen Geist, die Lit­ur­gie­re­form und der „moder­ni­sti­schen Kul­tur“. Been­di­gung der Beschimp­fung von Leu­ten als „Tra­di­tio­na­li­sten“, nur weil sie nicht jedes Kas­perl­thea­ter als Messer­satz akzep­tie­ren
    5. Strik­tes Hal­ten an das Mis­sa­le von Paul VI. Wo steht dort was von Hand­kom­mu­ni­on oder Volks­al­tar ? 😉
    6. Nicht von oben her­ab urtei­len über Leu­te, die nicht jedes Kas­perl­thea­ter als Messer­satz akzep­tie­ren

    Mag ja sein, dass man­che Tra­di­tio­nel­le unter Ihre 6 Punk­te fal­len und sich für bes­se­re Katho­li­ken hal­ten, aber das stän­di­ge Nase­rümp­fen über Leu­te, die sich eine Mes­se suchen, von der sie noch ange­spro­chen wer­den, ist ja genau die glei­che Unart auf der ande­ren Sei­te des Spek­trums. Solan­ge ein Bischof wie Fürst in Stutt­gart die FSSP als Fun­da­men­ta­li­sten bezeich­nen kann, fehlt den Lit­ur­gie­re­form-Ver­fech­tern genau die Tole­ranz, die sie von ande­ren ein­for­dern…

    • Frei­stil-Lit­ur­gie fin­de ich gut for­mu­liert. Die Lit­ur­gie nach dem Zwei­ten Vati­ka­num ist falsch. Sie bedeu­tet mir auch nichts.

    • ich sehe kei­nen wider­spruch zu mei­nen postio­nen.

      aber eins dür­fen sie nicht ver­ges­sen:

      der NOM ist so wie er ist auch wegen dem Vetus Ordo!

      War­um mei­nen Sie, dass das Pro­pri­um im Mess­buch (Vor allem der Introitus) von A bis Z in kei­ner NOM mehr vor­kommt-außer wenn sie ihn mal mit Gre­go­ria­nik deko­rie­ren?
      Das liegt an der vor­kon­zil­lia­ren deutsch­spra­chi­gen Got­tes­dienst­kul­tur wel­che sogar-ent­ge­gen den wün­schen vom Hl. Papst PIUS X das Ordi­na­ri­um auf deutsch san­gen oder nur mäßi­ge Umdich­tun­gen. Und was machen die Tra­dis heu­te zum grö­ßen­teil in den Mess­or­ten (Ich rede hier von FSSP)?den glei­chen Unsinn wei­ter…
      Die Tra­dis haben von den Feh­lern der Ver­gan­gen­heit nicht gelernt.Ebenso spre­che ich hier auch über Prie­ster die eine Still­mes­se run­ter­rat­tern wie ein Robo­ter oder teil­wei­se so unwür­dig und ohne Ehr­furcht zele­bri­en dass ich sage: lie­be ne ord­net­li­che NOM mit fal­schen gesän­gen statt soet­was.

      • Sie haben ein sehr merk­wür­di­ges Ver­ständ­nis von Lit­ur­gie und dem Respekt vor dem Myste­ri­um tre­men­dum ac fasci­no­sum.
        Die gre­go­ria­ni­sche Gesän­ge „deko­rie­ren “ nicht die Hl. Mes­se, sie sind Gebet, gesun­ge­nes Gebet, nach St. Augu­stin dop­pelt wirk­sam als nor­ma­les Gebet und — wie stets wie­der von unter­schied­lich­ste Per­so­nen in unter­schied­lich­sten Zei­ten­be­merkt- mit einer eige­nen zutiefst spi­ri­tu­el­len Aus­strah­lung.
        Des­halb wur­de die Gre­go­ria­nik in den spä­ten 60er und 70er Jah­ren auch fast kom­plett aus­ge­rot­tet; eini­ge sehr nütz­li­che Ret­tungs­ak­tio­nen fan­den übri­gens nicht unter kirch­li­chen Obhut statt, son­dern staat­lich (Musik­con­ser­va­to­ri­en in Frank­reich), bei den Angli­ka­nen und Pro­te­stan­ten.
        Wenn Pater Kör­ber S.I. in einem berüch­tig­tem Kom­men­tar nach dem gemein­sa­men Gebet v.P.Franciscus mit einem Rab­bi­ner und einem Imam (wobei letz­te­re dann den letz­ten Vers 64 der 2. Sure „die Kuh“ rezi­tier­te) dann begei­stert von dem Kan­ti­lie­ren des Korans sprach und wel­chen Ein­druck dies mach­te auf die Theo­lo­gie­stu­den­ten in Rom, dann fra­ge ich mich ab war­um gera­de die Gre­go­ria­nik so behin­dert wird.
        Man hat Angst vor der Wahr­heit- genau dar­um ging es Msgr. EB Mar­cel Lef­eb­v­re; sein gro­ßes Wir­ken, sei­ne Ziel­stre­big­keit, sein gro­ßer Mut und eine gewal­ti­ge Glau­bens­treue in einer wei­test­ge­hend des­ori­en­tier­ten Zeit, stel­len sich immer mehr als bahn­bre­chend her­aus.
        Pra­emia pro vali­dis!

      • ich krieg ihren Punkt immer noch nicht ganz in mei­nen Kopf.

        kann schon sein, daß in den 50ern der usus anti­qui­or auch nicht immer ordent­lich zele­briert wur­de, dafür bin ich zu jung (1972), aber:

        Unor­dent­li­che Mes­sen hab ich bis­her immer nur im NOM erlebt bzw. eigent­lich nicht im NOM, son­dern in dem was vor Ort dar­aus gemacht wur­de. In mei­nem Hei­mat­ort (Bis­tum Regens­burg) wäre ich nie auf die Idee gekom­men, in die triden­ti­ni­sche Mes­se zu gehen, weil in der „nor­ma­len“ Mes­se kei­ne Faxen gemacht wer­den. Ich woh­ne aller­dings jetzt in Zürich, und da gilt bei den NOM Mes­sen in den staats­kir­chen­recht­li­chen Pfar­rei­en nur „ret­te sich wer kann“. Ent­we­der in die Mes­se einer fremd­spra­chi­gen Mis­si­on (z.B. eng­lisch oder spa­nisch) oder eben in die Per­so­nal­pfar­rei der FSSP — wo ich das von Ihnen Bemän­gel­te noch nie erlebt habe

        Ich geben Ihnen inso­fern recht, dass Tra­di­ti­on nur um der Tra­di­ti­on wil­len falsch ist. Aber das viel häu­fi­ge­re Pro­blem in unse­rer Zeit ist doch, dass in den „nor­ma­len“ Mes­sen Moder­ni­sie­rung um ihrer selbst wil­len oder eben Frei­stil um der Selbt­dar­stel­lung betrie­ben wird. Ver­gli­chen mit den „Mes­sen“, die mir hier in der Schweiz pas­siert sind (z.B. in extre­mis Prie­ster hält kei­ne Opfe­rung, kei­ne Wand­lung, son­dern nur selbst gestrick­te Besin­nun­gen, so gesche­hen an einem Sonn­tag in Ander­matt), kön­nen die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta eigent­lich nicht das drin­gend­ste Pro­blem in Rom sein

      • @ bava­ria

        Sie haben mit eini­gem Recht, v.a. damit, dass die „Tra­di­ti­on“ inzwi­schen zu gro­ßen Tei­len eine Art „Kunst­pro­dukt“ gewor­den ist, das ideo­lo­gisch so hoch auf­ge­la­den ist, dass ein von außen kom­men­der, halb­wegs distan­zier­ter und denk­fä­hi­ger Mensch über vie­les nur befrem­det den Kopf schüt­teln kann. Es ist ein enges Bio­top mit Stall­ge­rü­chen, mit einem Pathos, das längst den Rea­li­täts­be­zug ver­lo­ren hat…es ist gewis­ser­ma­ßen die Rück­sei­te des „Moder­nis­mus“…

        Den­noch neh­me ich auch in Ihrem Posting wahr, dass Sie ein „Kon­strukt“ von Tra­di­ti­on im Hin­ter­kopf zu haben scheinen.Wenn Sie von der „vor­kon­zi­lia­ren Got­tes­dien­skul­tur“ spre­chen, die den Wün­schen Pius X. nicht in allem folg­te etc. soll­te doch bedacht wer­den, dass Tra­di­ti­on nichts Star­res ist, was durch einen Papst — abwei­chend von den vori­gen Tra­di­tio­nen — „kre­iert“ wer­den darf. Es galt immer auch die Regel, dass Nor­men, die sich nicht durch­set­zen las­sen, auch nicht gel­ten kön­nen, v.a. wenn das, was ein Papst da neu kre­ieren will, auch wenn er meint, damit „Ursprüng­li­ches“ wie­der­her­zu­stel­len, oft seit Jahr­hun­der­ten sich bereits als erlaub­te Tra­di­ti­on ver­an­kert hat. Selbst „Quo pri­mum“ hat daher alles Mess­or­di­nes, die älter als 200 Jah­re sind, wei­ter­hin erlaubt! Tra­di­ti­on kann man nicht mit der Brech­stan­ge her­aus­pau­ken! Es geht tat­säch­lich zen­tral um die Hei­li­ge Mes­se Pius V., ob nun mit deut­schen Lie­dern dazu oder ohne, ob man alle Blech­blä­ser aus dem Kir­chen­raum ver­bannt hat, selbst an Hoch­fe­sten, die doch seit Ewig­kei­ten spie­len durf­ten, ob nun Frau­en plötz­lich kei­ne lit­ur­gi­schen Gesän­ge mehr sin­gen dür­fen, obwohl sie es immer taten, v.a. auch in den Klö­stern, die erwünsch­ten Kna­ben aber eben nun mal in der Zahl rein rech­ne­risch gar nicht vor­han­den sein kön­nen, wenn man zugleich auch kei­ne Kastra­ten will — das sind eben ein­fach auch Denk­feh­ler eines Hei­li­gen, die ihn mensch­lich machen, die uns vor Augen füh­ren, dass wir nur unvoll­kom­me­ne Wesen sind, und an man­chem Äußer­li­chen in den Augen Got­tes wohl doch nicht das hängt, was der bür­ger­li­che Ver­stand dar­in zu erblicken glaubt…
        Dass aber die Hei­li­ge Mes­se in Sinn und Ablauf total gestört und „abge­trie­ben“ wur­de — das ist das eigent­li­che Pro­blem. Und ich kann nicht erken­nen, dass der Novus Ordo auch nur annä­hernd dem über­lie­fer­ten Ritus ver­wandt ist.

        Übri­gens fin­de ich das Wort „Krieg“ nicht deplatz­iert, wie oben moniert wur­de. Es ist eine gro­ße Schlacht, die hier tobt, und es ist neu­te­sta­ment­lich ver­an­kert, das so zu sehen. Nur kämpft man nicht gegen Fleisch und Blut. was es nicht mil­der, son­dern noch schär­fer macht!

      • Sie ver­ste­hen mich lei­der falsch: Wie kann ich ein fal­sches Bild von der Lit­ur­gie haben wenn ich durch Gre­go­ria­nik zum Glau­ben fand?

        Gre­go­ria­nik und ande­res tra­di­tio­nel­les Lied­gut der latei­ni­schen Kir­che wur­de für die Alte Mes­se geschrieben.Für mich ist eine Novus Ordo Mes­se auf deutsch.mit moder­nen nicht­sa­gen­den Gewän­dern ein Theather.Eine Art Nostalgie.Genauso wäre es wenn wir auf­ein­mal byzan­ti­ni­sche Musik ver­wen­den wür­den.

        Und ich blei­be grund­sätz­lich bei mei­ner Kri­tik an der deutsch­spra­chi­gen Lit­ur­gie­kul­tur-vor und nach dem Kon­zil erst Recht!
        Wenn ich in einem Mess­ort (NOM) 3 mal die Woche immer die glei­chen Lie­der sin­gen muss dann könn­te ich wirk­lich mich über­ge­ben!

  4. Der Ter­mi­nus „vetus ordo„sollte nicht benutzt wer­den: „vetus“ bedeu­tet „alt“, zugleich auch „ver­schlis­sen“, „ver­braucht“; viel bes­ser ist der Ter­mi­nus „usus anti­qui­or“, der Brauch nach Sit­ten der Väter.
    Giu­sep­pe Nar­di hat einen sehr lesens­wer­ten Arti­kel geschrie­ben und das struk­tu­rel­le Umfeld der moder­nen Lit­ur­gi­sten sehr gut beleuch­tet.
    Sein in dem letz­ten Absatz geäu­sser­te Wunsch und Hoff­nung, daß eine Stu­die kom­men wer­de die die Kala­mi­tä­ten der desa­strö­sen Umset­zung der lit­ur­gi­schen Refor­men deut­lich zeigt und stu­diert, ist jedoch illu­so­risch.
    Man schweigt seit fünf­zig Jah­ren, man ver­drängt so gut wie es geht, alles Gesche­he­ne, man hat pani­sche Angst daß die­ses Deba­kel in allen sei­nen trau­ri­gen Details ans Licht kommt.
    Es betrifft übri­gens nicht allein die Hl. Mes­se, son­dern auch das Stun­den­ge­bet, des­sen Umset­zung in die Lan­des­spra­chen fast sofort zu gro­ßen Pro­ble­men führ­te (erst sprach­li­che und musi­ka­li­sche, dann sehr schnell zu mona­sti­schen (z.B. die deni­grie­ren­de Behand­lung der Abtei v. Font­gom­bault und auch Le Bar­roux durch Soles­mes, wobei der Rück­gang von Soles­mes ggb. das Auf­blü­hen der tra­di­tio­na­li­sti­schen Abtei­en jedem fran­zö­si­schem kirch­lich inter­es­sier­ten bekannt ist).
    Hier wur­de ein Mord­an­schlag auf das Herz der Hl. Kir­che ver­übt, der wohl miß­lang aber enor­men Scha­den anrich­te­te.
    Was lit­ur­gi­sche Zäsu­ren in der post­kon­zi­liä­ren Zeit betrifft:
    es gibt Nicht­zä­su­ren, wie 1975 als die Unta­ten von Bugni­ni im Vati­kan an höch­ster Stel­le bekannt wur­den und ‑von einer Ver­set­zung nach Iran abge­se­hen, nichts an sei­nen lit­ur­gi­schen Ver­ord­nu­gen, Uka­zen etc. ver­än­dert wur­de;
    der Name v. Bugni­ni mit dem Nihil Obstat und einem Vor­wort steht bis jetzt noch in dem Gra­dua­le Triplex, der kri­ti­schen Aus­ga­be der Gre­go­ria­ni­schen Melo­dien mit 2 Neu­men­ar­ten (Dom Eugène Car­di­ne, in der Tat Soles­mes!)
    An höch­ster Stel­le wird nichts bereut und sicher nichts zurück­ge­nom­men.
    Viel eher wer­den jun­ge Orden die sich für den Usus anti­qui­or inter­es­sie­ren, wie die Fran­zis­ka­ner und die Fran­zis­ka­ne­rin­nen der Imma­cu­la­ta, drang­sa­liert und zer­schla­gen (das ist wohl das Gegen­teil von mise­r­an­do atque eli­gen­do)
    Der novus Ordo kann nicht mit dem Usus anti­qui­or ver­bes­sert wer­den: dafür ist die Grund­la­ge- Hei­li­ges Meß­op­fer vs. Her­ren­mahl mit Tisch des Wor­tes und des Bro­tes zu unter­schied­lich.
    Aus die­sem Grund hat P. Bene­dikt XVI sich immer gegen eine Ver­mi­schung von bei­den For­men gewandt.

  5. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re hat erkannt, dass die Zer­stö­rung der über­lie­fer­ten Lit­ur­gie die katho­li­sche Kir­che zer­stört. Ihm haben wir es in erster Linie zu ver­dan­ken, dass Bene­dikt XVI. die Triden­ti­ni­sche Mes­se wie­der zu Ehren gebracht hat. Auch wenn es ihm nicht mög­lich war, ihr den Platz ein­zu­räu­men, der ihr gebührt, das Motu pro­prio „Summorum Pon­ti­fi­cum“ war ein Mei­len­stein von unschätz­ba­rem Wert. Aber n u r ein Mei­len­stein.
    Die durch­weg posi­ti­ve Ein­schät­zung von „Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um“ ist fatal. Wird die­se Lit­ur­gie­kon­sti­tu­ti­on nicht über­wun­den, ist der über­lie­fer­te römi­sche Ritus wei­ter­hin in höch­ster Gefahr, weil :
    1. Das Grund­prin­zip nicht mehr der Opfer­cha­rak­ter ist, son­dern das Pascha-Myste­ri­um. Das Pascha-Myste­ri­um hat den Opfer­cha­rak­ter nicht völ­lig ver­drängt, aber an den Rand gescho­ben. Das ist typisch für Kon­zils­do­ku­men­te: Der über­lie­fer­te Glau­be wird nicht direkt ver­leug­net, aber durch neue Grund­prin­zi­pi­en an den Rand gedrängt.
    2. Gebie­te­risch for­dert die Lit­ur­gie­kon­sti­tu­ti­on eine Reform der Lit­ur­gie. Das muss dazu füh­ren, dass sich eine Kom­mis­si­on bil­det, die theo­lo­gisch-büro­kra­ti­sche Ein­grif­fe vor­nimmt in eine Lit­ur­gie, die orga­nisch gewach­sen ist. Das gab es in der Kir­chen­ge­schich­te nie. Die soge­nann­te Triden­ti­ni­sche Mes­se gab es schon lan­ge vor dem Kon­zil von Tri­ent, sie war die Lit­ur­gie Roms, die Lit­ur­gie der Päp­ste. Wenn Pius V. sie ver­bind­lich für die gan­ze Kir­che vor­schrieb, hat er sie nicht erschaf­fen, er ist nicht ihr Autor. Der Canon der hl. Mes­se geht nach­prüf­bar auf Gre­gor den Gro­ßen zurück, auch die­ser gro­ße Papst hat ihn nicht erfun­den. Er ist noch älter.
    3. Die Lit­ur­gie­kon­sti­tu­ti­on ver­la­gert an vie­len Stel­len die Zustän­dig­keit des Pap­stes auf die Zustän­dig­keit der Bischofs­kon­fe­ren­zen. Dem Papst wird zwar „das letz­te Wort“ über­las­sen, doch die Bischofs­kon­fe­ren­zen bekom­men eine Voll­macht über die Lit­ur­gie, die die Rol­le des Pap­stes gefähr­lich schwächt. Wir haben es erlebt: Bene­dikt XVI. konn­te als Papst nicht mehr mit Auto­ri­tät anord­nen, dass die Wand­lungs­wor­te kor­rekt in die Lan­des­spra­che über­setzt wer­den.
    4. „Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um“ ist gera­de­zu ein „Muster“ für die Wider­sprüch­lich­keit der Kon­zils­do­ku­men­te schlecht­hin.
    Bei­spie­le: Die Orgel soll als das eigent­li­che Musik­in­stru­ment für den Got­tes­dienst wei­ter­hin gel­ten , alle ande­ren wer­den jedoch erlaubt. Die Spra­che soll wei­ter­hin Latein sein, doch die Lan­des­spra­che wird erlaubt. Die Bischö­fe kön­nen es nach ihrem Ermes­sen tun. Die Rol­le des Prie­sters wird nicht offi­zi­ell ent­wer­tet, doch das „hei­li­ge Got­tes­volk“ der­art auf­ge­wer­tet, dass der Prie­ster als Stell­ver­tre­ter Jesu Chri­sti, der das Kreu­zes­op­fer unblu­tig sakra­men­tal voll­zieht, völ­lig in den Hin­ter­grund tritt.

    Fazit: Wenn kei­ne Kri­tik an Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um erfolgt, bleibt der über­lie­fer­te römi­sche Ritus wei­ter­hin in gera­de­zu töd­li­cher Gefahr.
    Das ändert nichts dar­an, dass nach­zu­wei­sen ist, dass die Mes­se Paul VI. weit über Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um hin­aus­geht.

    • Hoch­ge­ehr­ter Zeit­schnur,
      Sie haben es wun­der­bar und glas­klar aus­ge­drückt.
      Tota­le Zustim­mung!

    • Sie haben völ­lig recht, @zeitlos, und es ist wich­tig, den Fin­ger dar­auf zu legen.

      Ich möch­te in die­sem Zusam­men­hang auf einen aus­ge­zeich­ne­ten Arti­kel hin­wei­sen, der den Umstand, dass es sich hier in der Tat um ein Muster an (plan­vol­ler) Ambi­gui­tät han­delt, in aller Deut­lich­keit – und voll­kom­men sach­lich – auf­zeigt:

      http://salbert.tripod.com/SClel.htm

      Der Autor, der katho­li­sche Rechts­an­walt Chri­sto­pher Fer­ra­ra, beschreibt sehr prä­zi­se, was einem bei einer wirk­lich unvor­ein­ge­nom­me­nen und auf­mer­ken­den Lek­tü­re von Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um gleich­sam „in die Augen springt“.

      Ein klei­ner Aus­zug:

      „A few years ago, having grown tired of hea­ring the „con­ser­va­ti­ve“ line on SC, I did what I should have done long befo­re: I sat down and read the docu­ment — line-by-line, word-by-word. It was a clas­sic jaw-drop­ping expe­ri­ence. Anyo­ne with a modi­cum of per­spi­cui­ty can see (at least in retro­spect) that SC was desi­gned by its princi­pal drafts­man, Anni­ba­le Bugni­ni, to aut­ho­ri­ze a lit­ur­gi­cal revo­lu­ti­on, while giving the appearan­ce of lit­ur­gi­cal con­ti­nui­ty. It is a nest of dead­ly ambi­gui­ties which the Coun­cil Fathers can only have appro­ved in the con­fi­dence that the lit­ur­gi­cal tra­di­ti­on of the Roman Rite could not pos­si­b­ly suf­fer a dra­ma­tic rup­tu­re, becau­se it had never hap­pen­ed befo­re.

      A lawy­er knows that the dan­gers in a con­tract from his client’s per­spec­ti­ve lie not so much in what the terms of the con­tract pro­vi­de as in what they per­mit the other par­ty to do. The dan­ger is in the loo­p­ho­les. Qui­te sim­ply, SC per­mits all man­ner of dra­stic things to be done to the Roman lit­ur­gy. It is one long collec­tion of loo­p­ho­les. If a lawy­er ent­ru­sted with the task of pro­tec­ting the Roman lit­ur­gy from harm­ful inno­va­ti­on had draf­ted this docu­ment, he would be guil­ty of gross mal­prac­ti­ce.“

  6. Mit Herz­klop­fen habe ich jetzt erst die soge­nann­te Otta­via­ni — Inter­ven­ti­on gele­sen.
    Die Kar­di­nä­le Otta­via­ni und Bac­ci rich­te­ten einen Brief an P. Paul VI. mit der instän­di­gen Bit­te
    “not to depri­ve us of the pos­si­bi­li­ty of con­ti­nuing to have recour­se to the fruit­ful inte­gri­ty of that Mis­sa­le Roma­num of St. Pius V so high­ly prai­sed by Your Holi­ness and so deeply loved and vene­ra­ted by the who­le Catho­lic world.” Ein Ant­wort erhiel­ten sie nicht.
    Dem Brief bei­gefügt eine bedeut­sa­me Stu­die des NOM, die von bedeu­ten­den römi­schen Theo­lo­gen ver­faßt wur­de.

    http://sspx.org/en/ottaviani-intervention

    Mei­nes Wis­sens kur­siert inzwi­schen auch eine deut­sche Über­set­zung, die im Sar­to Ver­lag erhält­lich ist.

    • Dan­ke für den Link. Hab da grad mal rein­ge­le­sen — ja, Paul VI. hat selbst den Rauch Satans in die Kir­che ein­strö­men las­sen und sehen­den Auges jede Kri­tik igno­riert oder abge­schmet­tert…

      In dem Begleit­brief steht sinn­ge­mäß, dass die Triden­ti­ni­sche Mes­se nicht nur zurück­geht auf älte­ste Quel­len, was in „Quo pri­mum“ ja zu Anfang bezeugt wird, son­dern in Form und Inhalt die maxi­ma­le Bar­rie­re gegen Häre­si­en aller Art ist. Die­ser Ordo hielt den Glau­ben, der vor­han­den und mög­lich war, zusam­men. Der Novus Ordo dage­gen hat den Glau­ben geschwächt und vor­han­de­nen guten Wil­len brüs­kiert. ich den­ke, dass das die mei­sten, die hier posten, aus eige­ner Erfah­rung bestä­ti­gen kön­nen.

      Aber es wird klar, wer Paul VI. war, und es kann einem nur gru­seln: was oder wer hat die­sen Mann nur getrie­ben?

    • Herz­li­chen Dank @IMEK für Ihre Hin­wei­se.
      Ich ler­ne schnell immer mehr dazu, geste­he ich ger­ne, und auch aus eige­nen „Beob­ach­tun­gen“ und Fol­ge­run­gen ten­die­re ich immer mehr dazu, den sog. NO abzu­leh­nen, weil er offen­bar sich als Selbst­be­trug und Betrug erweist.
      So sehr ich Papst Fran­zis­kus schät­ze in vie­lem, nicht allem, was er sagt, so sehr hof­fe ich, daß ihm klar wird, daß es sich beim sog. NO nicht um einen „neu­en Ritus“ han­delt, son­dern viel­mehr, wie es aus­sieht, um einen ver­kehr­ten. Nicht ich sage das, son­dern Prie­ster und ande­re im NO ver­hal­ten und beneh­men sich so und der­art, daß man gar nichts ande­res dazu sagen kann. Der NO wird von Bischö­fen und Prie­stern (und Pfarr­so­wjets und Pfarr­ge­mein­de­re­fe­ren­tin­nen) selbst als ver­kehrt ent­larvt.

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