Internationale Exorzistenvereinigung von Rom anerkannt

Pater Candido Amantini, von 1961-1992 Exorzist der Diözese Rom
Pater Can­di­do Aman­ti­ni, von 1961–1992 Exor­zist der Diö­ze­se Rom

(Vati­kan) Mit Dekret vom 13. Juni wur­de die Inter­na­tio­na­le Ver­ei­ni­gung der Exor­zi­sten (AIE) von der Kle­rus­kon­gre­ga­ti­on als kano­ni­sches Rechts­sub­jekt aner­kannt. Dies gab der Osser­va­to­re Roma­no in sei­ner heu­ti­gen ita­lie­ni­schen Aus­ga­be bekannt.

Die Ver­ei­ni­gung ent­stand 1990 auf Initia­ti­ve des inter­na­tio­nal bekann­ten Exor­zi­sten Pater Gabrie­le Amor­th von der Gesell­schaft vom Hei­li­gen Apo­stel Pau­lus (SSP) und Pater René Chen­es­se­au vom Orden der Söh­ne der christ­li­chen Lie­be (FC). Einer der bei­den Grün­der, Pater Chen­es­se­au, ein bekann­ter fran­zö­si­scher Exor­zist, ist 2010 ver­stor­ben.

Pater Amor­th, seit 1986 Exor­zist der Diö­ze­se Rom, war von der Grün­dung bis 2000 Vor­sit­zen­der die Inter­na­tio­na­len Exor­zi­sten­ver­ei­ni­gung. Seit­her beklei­det er das Amt des Ehren­vor­sit­zen­den. Er ist Schü­ler von Pater Can­di­do Aman­ti­ni vom Pas­sio­ni­sten­or­den (CP), der von 1961 bis zu sei­nem Tod 1992 Exor­zist der Diö­ze­se Rom war und über Jahr als ange­se­hen­ster Exor­zist der Katho­li­schen Kir­che galt.

Seit 2012 ist Pater Fran­ces­co Bamon­te von den Die­nern vom Unbe­fleck­ten Herz Mari­ens (ICMS), eines 1993 errich­te­ten Ordens diö­ze­sa­nen Rechts, Vor­sit­zen­der der AIE.

Dramatische Realität der Besessenheit „oft unterschätzt“

In der Inter­na­tio­na­len Exor­zi­sten­ver­ei­ni­gung sind mehr als 250 Exor­zi­sten aus 30 Län­dern zusam­men­ge­schlos­sen. Ihr Sitz befin­det sich in Rom. Die AIE ver­an­stal­tet jähr­li­che Tagun­gen, die ein Jahr auf natio­na­ler, ein Jahr auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne statt­fin­den. Sie die­nen der Koor­di­nie­rung der Akti­vi­tä­ten und dem Gedan­ken­aus­tausch zwi­schen den Exor­zi­sten.

Seit 2004 wur­de in Zusam­men­ar­beit mit der AIE an der Päpst­li­chen Uni­ver­si­tät Regi­na Apo­sto­lo­rum ein Aus­bil­dungs­lehr­gang für Exor­zi­sten ein­ge­führt, der sich an Prie­ster und Semi­na­ri­sten wen­det.

„Die Beses­sen­heit ist eine dra­ma­ti­sche Rea­li­tät. Der Exor­zi­sten­dienst der Prie­ster ist daher ein beson­ders wert­vol­ler Dienst zur Befrei­ung der betrof­fe­nen Men­schen, die wir mit Demut und Näch­sten­lie­be beglei­ten“, so Pater Bamon­te. Der AIE-Vor­sit­zen­de hofft, daß „wei­te­re Prie­ster sich die­ser dra­ma­ti­schen Rea­li­tät bewußt wer­den, die häu­fig igno­riert oder unter­schätzt wird“.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Diö­ze­se Rom

12 Kommentare

  1. Wenn man die Arbeit der Exor­zi­sten in Abre­de stellt, behaup­tet man damit impli­zit, im NT stün­de Quatsch in bezug auf die durch Jesus Chri­stus voll­zo­ge­nen Exor­zis­men. Daher ist die Aner­ken­nung der Ver­ei­ni­gung gut und rich­tig.

  2. Eine kur­ze Dar­le­gung von Hw Pater Jörg Mül­ler bez. der drei Ebe­nen dämo­ni­scher Stö­run­gen:
    -

    1.
    Die Bedräng­nis (obses­sio)

    Alle Men­schen erle­ben dies, beson­ders jene, die bewusst christ­lich leben.Es han­delt sich um Ver­su­chun­gen, Attacken, Irri­ta­tio­nen des Bösen mit dem Ziel, den Men­schen auf dem Weg zu Gott zu blockie­ren und zu ärgern.

    2.
    Die Umses­sen­heit (cir­cum­ses­sio)

    Sol­che Men­schen wer­den mit
    Zudring­lich­kei­ten gequält, erlei­den uner­klär­li­che see­li­sche, gei­sti­ge oder kör­per­li­che Schmer­zen,
    manch­mal mit Auf­for­de­rung zum Sui­zid,
    mit nächt­li­chen Alp­träu­men, dif­fu­sen Stö­run­gen wie Schat­ten­se­hen, Käl­te­ge­füh­len, Blocka­den.
    Oft steckt hin­ter sol­chen Sym­pto­men eine Ver­flu­chung,
    aber auch fahr­läs­si­ge Kon­tak­te mit Spi­ri­ti­sten und Magi­ern.

    3.
    Die Beses­sen­heit (pos­se­sio)

    Sie ist sehr sel­ten,
    kann
    selbst­ver­schul­det sein durch
    frei­wil­li­ges Ein­las­sen auf okkul­te Prak­ti­ken
    oder kann
    von Gott
    als Prü­fung zuge­las­sen sein.
    Es han­delt sich um eine
    Inne­woh­nung eines oder meh­re­rer böser Gei­ster,
    die nur durch den
    gro­ßen Exor­zis­mus gebannt wer­den kön­nen.
    Abhän­gig­keit und Unter­wer­fung sind typisch.

    -

    Wei­ter­füh­rend umreisst der Chef-Exor­zist des Vati­can — Hw Pater Gabrie­le Amor­th — in sei­nem Buch :„Exor­zi­sten und Psych­ia­ter“ die Ursa­chen für Beses­sen­heit:

    -

    „Es gibt
    vier Ursa­chen für teuf­li­sche Beses­sen­heit oder Heim­su­chun­gen teuf­li­schen Ursprungs.
    Zwei Ursa­chen sind unver­schul­det — für sie ist der Betrof­fe­ne nicht ver­ant­wort­lich.
    Die ande­ren zwei sind schuld­haft
    – für sie ist die mensch­li­che Ver­ant­wort­lich­keit ganz offen­sicht­lich.

    unver­schul­det:

    Es kann sich ein­fach um eine
    gött­li­che Zulas­sung han­deln,
    so wie Gott auch eine Krank­heit zulas­sen kann.
    Der Zweck ist, der Per­son eine
    Gele­gen­heit der Rei­ni­gung zu geben
    und die Mög­lich­keit, Ver­dien­ste zu erwer­ben.
    Ich könn­te eine lan­ge Liste von Hei­li­gen und Seli­gen auf­zäh­len,
    die zeit­wei­se teuf­lisch beses­sen waren
    (die hl. Gemma Gal­ga­ni, die sel. Ange­la von Foloi­gno, der sel. Don Cala­b­ria…)
    Es kann sich frei­lich
    auch ein­fach um teuf­li­sche Heim­su­chun­gen han­deln, wie Schlä­ge, Stür­ze und Ähn­li­ches.
    Davon gibt es bekann­te Bei­spie­le aus dem Leben des hl. Pfar­rers von Ars und Pater Pios.

    Die Ursa­che kann auch in einer
    Ver­wün­schung lie­gen,
    die ein ande­rer über jeman­den aus­ge­spro­chen hat:
    Das betrof­fe­ne Opfer hat da
    kei­ne Schuld,
    son­dern Schuld hat der­je­ni­ge, der sie her­vor­ruft.
    Auch der unschul­dig­ste Mensch
    (z.B. ein noch im Mut­ter­schoß befind­li­ches Klein­kind)
    kann Opfer einer Ver­wün­schung sein, die das Ziel hat,
    jeman­dem durch den Teu­fel Böses anzu­tun.
    Das kann auf vie­ler­lei Wei­se gesche­hen:
    durch eine
    Behe­xung, dadurch dass man etwas auf den Kör­per legt,
    durch Ver­flu­chung, durch den Bösen Blick, durch Macum­ba-Zau­ber usw.
    Hier kommt man in den umfang­rei­chen Bereich der
    Magie und Hexe­rei,
    der uns all­zu weit außer­halb unse­res The­mas brin­gen wür­de.
    Ich beschrän­ke mich dar­auf zu sagen,
    dass Gott den Men­schen frei erschaf­fen hat
    und auch frei, dem Ande­ren Böses anzu­tun.
    Wie man einen Kil­ler anheu­ern kann, einen Ande­ren umzu­brin­gen,
    so kann man auch einen mit dem Teu­fel Ver­bun­de­nen anheu­ern,
    eine teuf­li­sche Ver­wün­schung gegen einen Ande­ren aus­zu­spre­chen.

    schuld­haft:

    Der Umgang mit gefähr­li­chen Per­so­nen und das Auf­su­chen sol­cher Orte.
    Wer sich an Zau­be­rer, Kar­ten­le­ger, Hexer wen­det, wer spi­ri­ti­sti­sche Sit­zun­gen
    und sata­ni­sche Sek­ten auf­sucht, wer Okkul­tis­mus, Toten­be­schwö­rung
    (auch in Form auto­ma­ti­schen Schrei­bens, die heu­te sehr ver­brei­tet ist) betreibt.
    Alle die­se Leu­te set­zen sich der Gefahr aus
    (auch wenn sie in den mei­sten Fäl­len kei­ne Fol­gen fest­stel­len kön­nen),
    teuf­li­sche Ein­flüs­se oder sogar eine Beses­sen­heit zu erlei­den.
    In die­sen Fäl­len ist die
    Ver­ant­wort­lich­keit der Betref­fen­den ganz offen­sicht­lich.
    Manch­mal wir das in der leicht­sin­nig­sten Absicht in Kauf genom­men:
    zum Bei­spiel im Fall eines Bluts­pak­tes mit Satan.

    Auch die vier­te Ursa­che macht den Han­deln­den
    voll dafür ver­ant­wort­lich:
    Man kann in teuf­li­sche Heim­su­chun­gen ver­fal­len,
    weil man bestän­dig in schwe­rer und viel­fa­cher Sün­de lebt.
    Ich glau­be, dass dies der Fall des Judas im Evan­ge­li­um ist,
    über den uns schließ­lich gesagt wird: „Satan ging in ihn ein.“
    Mir sind Fäl­le von Jugend­li­chen vor­ge­kom­men, die
    Dro­gen nah­men und sich gemein­schaft­lich schwe­rer Ver­bre­chen
    und sexu­el­ler Per­ver­sio­nen schul­dig mach­ten:
    schwe­re und andau­ern­de Sün­den, die sie zu Skla­ven des Dämons mach­ten.
    Ich habe auch
    gro­ße Schwie­rig­kei­ten fest­ge­stellt,
    Frau­en zu befrei­en, die
    neben ande­ren Grün­den,
    die die Beses­sen­heit her­vor­ge­ru­fen hat­ten,
    abge­trie­ben hat­ten.“
    -

  3. In der nach­kon­zi­lia­ren Kir­che also Exor­zi­sten? Wo ste­hen die genau? Natür­lich kann nie­mand bestrei­ten, dass es die­se Rea­li­tä­ten ver­schie­de­ner Gra­de der Bela­stun­gen gibt.
    Aber ich habe gro­ße Vor­be­hal­te gegen­über dem moder­nen Exor­zis­mus, v.a. nach­dem ich erken­nen muss­te, dass es da in der nach­kon­zi­lia­ren Kir­che eine ganz star­ke Hot­line zwi­schen pseu­do­tra­di­tio­nel­len, öku­me­ni­sti­schem Wackel­kurs und Cha­ris­ma­tis­mus gibt. Auch Gabrie­le Amor­th hat ja kei­ne Pro­ble­me, mit angli­ka­ni­schen Lai­en, die auch irgend­wie „exor­zie­ren“, zusam­men­zu­ar­bei­ten. Und der Kol­lek­tiv­ex­or­zis­mus gehört längst zum cha­ris­ma­ti­schen Hand­werks­zeug, dem gera­de auch vie­le kon­ser­va­ti­ve Prie­ster, mög­lichst mit auf­fal­len­der Prie­ster­klei­dung, sich erge­ben haben. Und was mir in mei­ner per­sön­li­chen Erfah­rung äußerst unan­ge­nehm auf­fiel, das ist, dass sol­che Prie­ster ger­ne erst mal dämo­ni­sie­ren, bevor sie sich einer ver­nünf­ti­gen Debat­te stel­len. Ist man auf theo­lo­gi­scher Ebe­ne nicht ihrer Mei­nung, hat auch gute Grün­de, wird das Gespräch ver­wei­gert, und es fließt sub­til ein, man könn­te vom Bösen beses­sen sein — also die alte abgrund­tie­fe Unred­lich­keit, die die Macht dadurch erhält, dass sie alles, was nicht mit­hüpft und ‑springt, eben dämo­ni­siert. Sehr ein­fach — das taten auch schon die Juden mit Jesus, ein alter Trick. Der Gip­fel der Ver­ket­ze­rung derer, die dem per­sön­li­chen Gel­tungs­wahn der ein­zel­nen irgend­wie ins Mes­ser lau­fen. Da ist der ein­zel­ne schach­matt, und die Kir­che hat dies­be­züg­lich schlimm­ste Tage gese­hen. Daher ist das Dekret Dei fili­us des Vat. I so wich­tig, das uner­bitt­lich ein­for­dert, dass alle Din­ge des Glau­bens ver­nünf­tig abge­han­delt wer­den müs­sen und ein tum­ber Fide­is­mus häre­tisch ist.
    ich bin also skep­tisch in einer Kir­che, deren geist­li­che Ver­fas­sung so ver­kom­men ist, dass da aus­ge­rech­net die­ses sen­si­ble Gebiet nicht um so ver­kom­me­ner ist.
    Sprich: Prie­ster, die auf mich sel­ber einen bela­ste­ten Ein­druck machen (auch der oben abge­bil­de­te wirkt nicht gera­de ver­trau­en­er­weckend), sind der Mei­nung, die könn­ten über Gei­ster befeh­len, weil sie Prie­ster sind. Dabei sind sie doch selbst längst nicht mehr im geist­li­chen Schutz der Kir­che, wie sie ein­mal lehr­te, auch sind ihre Wei­hen ver­än­dert wor­den und geschwächt. Da unter­lau­fen dann auch ger­ne mal gra­vie­ren­de Feh­ler, wie eben doch das neu­gie­ri­ge Belau­schen des­sen, was die Gei­ster alles so aus­plau­dern. Natür­lich weiß man, dass man das nicht dürf­te, tut es aber eben doch und ver­schanzt sich hin­ter der Behaup­tung, man habe ja unge­fragt all das gesagt bekom­men. Wenn dann in einem der dra­ma­tisch­sten Fäl­le wie der armen A.M. selbst in der ARD die Ton­auf­nah­men mit den Gei­ster­stim­men auf­tau­chen, weiß man: Glau­be kei­nem soge­nann­ten Exor­zi­sten in die­ser Kir­che auch nur irgend­et­was. Sei auf der Hut! Die­se Män­ner rei­ßen womög­lich die Leu­te erst in das hin­ein, wor­aus sie sie zu befrei­en gehaup­ten.
    Äußer­ste Vor­sicht ist ange­sagt!

    • Den Vor­wurf im Grun­de genom­men „moder­ni­sti­scher Exor­zi­sten“ hal­te ich für etwas weit her­ge­holt. Moder­ni­sten zeich­nen sich für gewöhn­lich durch „Ratio­na­lis­mus“ aus. Selbst in der Hei­li­gen Schrift ver­su­chen sie Jesus Chri­stus in die „histo­ri­sche Per­son“ und die „Per­son der Wun­der­mär­chen“ zu spal­ten, was offen­kun­dig häre­tisch ist.

      Für das Vor­han­den­sein einer Beses­sen­heit gibt es deut­li­che Kri­te­ri­en: Scheu vor den Sakra­men­ten, vor bestimm­ten Wor­ten, vor geweih­ten oder geseg­ne­ten Gegen­stän­den usw. Ver­stel­lung der Ton­la­ge, sobald ein böser Geist durch einen Beses­se­nen spricht. Ein böser Geist kann in allen mög­li­chen Fremd­spra­chen ant­wor­ten, die dem Beses­se­nen unbe­kannt sind. Dies sind nur eini­ge Kri­te­ri­en, die eine Beses­sen­heit erken­nen las­sen.

      Was die legi­ti­men Fra­gen an Satan und sei­ne Spieß­ge­sel­len anbe­langt, so sind die­se klar umgrenzt. Mit der Kraft Jesu Chri­sti müs­sen die­se Dämo­nen wahr­heits­ge­mäß auf die Fra­ge nach ihrem Namen ant­wor­ten. Auch die Fra­ge nach der Dau­er der bis­he­ri­gen Beses­sen­heit gehört zu die­sem Kreis. Jeder ordent­li­che Exor­zist weiß, daß bei­spiels­wei­se Fra­gen an die bösen Gei­ster nach zukünf­ti­gen Ereig­nis­sen nur zwei For­men von Ant­wor­ten zu Fol­ge haben kön­nen. Ent­we­der lügt das dia­bo­li­sche Wesen, da es nicht län­ger von Gott zur wahr­heits­ge­mä­ßen Anga­be gezwun­gen wird, oder es sagt von sich aus, daß eine Ant­wort nichts zur Sache tut.

      Inso­fern ist davon aus­zu­ge­hen, daß ein miß­bräuch­lich arbei­ten­der „Exor­zist“ auf einer ähn­li­chen Ebe­ne wie ein Magi­er bzw. Okkul­tist anzu­sie­deln ist. Er dürf­te sich näm­lich selbst die schlimm­sten Dämo­nen ein­fan­gen.

      • Ver­zei­hen Sie — aber ich schrieb nicht „moder­ni­sti­scher Exor­zis­mus“, son­dern „moder­ner Exor­zis­mus“. Das ist ein erheb­li­cher Unter­schied.
        Mei­ne Fra­ge ist, wie in einer geist­lich ver­kom­me­nen Kir­che, deren theo­lo­gi­sche Vor­aus­set­zun­gen nicht mehr hin­rei­chen, um okkul­ten Phä­no­me­nen ange­mes­sen zu begeg­nen, wirk­lich ein wirk­sa­mer Exor­zis­mus mög­lich sein kann.
        Wenn Sie mich fra­gen: gar nicht.
        Jun­ge Prie­ster wei­sen zu recht auf die vor­han­de­ne Pro­ble­ma­tik hin, aber sind sie nicht selbst für die Auf­ga­be total ver­dor­ben? Schau­en Sie sich im Inter­net die abstru­sen Film­chen des Pfar­rers Chri­sti­an Sie­be­rer an. Einer der „Pfaffenheini“-Filme für die Alte Mes­se ist im Grun­de für jeden, der noch ein Mini­mum an Stil und Ernst hat, ein Lächer­lich­ma­chen der Alten Lit­ur­gie https://www.youtube.com/watch?v=kbjoct2nfHE oder hier https://www.youtube.com/watch?v=PLh-EUsVBOM&list=PL35BC02E3A29CE61E
        Jeder spürt doch: da passt etwas nicht zusam­men! Und sol­che Bei­spie­le könn­te ich noch mehr erzäh­len, blei­be aber bei die­sem, weil die­ser Herr sich ja auch durch­aus öffent­lich so prä­sen­tiert, man das also auch öffent­lich ver­han­deln darf.
        Genau­so sind sei­ne Web­sites. Sie ähnelt in Stil und Metho­de Gothic-Sei­ten. Wir­ken irgend­wie fin­ster. Wie der Prie­ster oben auf dem Bild. Es läuft mir kalt den Rücken her­un­ter.
        Es tut mir leid — aber zu sol­chen „Exor­zi­sten“ kann man eigent­lich kein Ver­trau­en haben.
        Ich wie­der­ho­le noch mal, was ich oben schon sag­te: in einer geist­lich total ver­kom­me­nen Kir­che ist die­ses sen­si­ble The­ma umso ver­kom­me­ner!
        Was sicher auch ein gro­ßes Pro­blem dar­stellt ist, dass durch die zurück­ge­sun­ke­ne Fröm­mig­keit, die ver­sickern­den gebets­schät­ze der all­ge­mei­nen Kir­che auch der ein­zel­nen Prie­ster kei­ne Kraft mehr schöp­fen kann aus der Kir­che.

        Ja, jetzt hab ich es sel­ber klar, was ich mei­ne: aus einer total geschwäch­ten Kir­che kann nicht mehr die Kraft zum wirk­sa­men Exor­zis­mus geschöpft wer­den.

        Der Unter­schied zu Jesus: ER schöpf­te aus Sei­ner Gott­heit die Kraft. Der Prie­ster kei­ne eige­ne Kraft, ist ja kein Zau­be­rer! Er bedarf des geist­li­chen Schat­zes der Kir­che — und der hat sich ver­rin­gert. Der Prie­ster hat eine for­mel­le Voll­macht, auf die­sen Schatz Zugriff zu neh­men. Mehr nicht. Ist er selbst nicht rein, hält er sich nicht genau an das, was ihm ver­ord­net ist, wird er aus­glei­ten und den Bela­ste­ten noch tie­fer rein­rei­ßen. Von einer Anrei­che­rung durch die oben von mir genann­ten metho­den war aber nie­mals die Rede. Es ist furcht­ba­re Eigen­mäch­tig­keit sol­cher Prie­ster. Und sie wol­len es nicht wahr­ha­ben. Sie spie­geln damit aber nur das all­ge­mei­ne Cha­os wie­der, was wie­der­um ein Hin­der­nis ist, hier segens­reich zu wir­ken.

      • @Zeitschnur

        … Aber Hw. Sie­be­rer ist ein Tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ner Prie­ster : wenn man also “ „zu sol­chen „Exor­zi­sten“ kein Ver­trau­en haben kann“.… Wem kann man denn ver­trau­en ?

      • @Judith…Antworte hier­mit ungefragt.Wem und wie,Zeitschnur glaubt,bekennt sie hier täglich,auf eine,für die Anderen,wertvolle Weise,aus vol­lem Gottvertrauen.Wem sie vertrauen,hatten sie gesagt.Auch das Wort Tradition„,passt„hier,mann schlägt die Katholiken,vermeintlich,mit eige­nen „Tugenden“.Bin eben empfindlich,dass in heutiger„,Aufbruchkirche“,noch Exor­zi­sten insta­liert werden,im Namen der Tradition.Kenne,von der Theo­lo­gie ein Minimum,jedoch,als Arzt in der Psychiatrie,vor vie­len Jahren,weiss ich gut,wie .…..Und,in „Kommunismus„aufgewachsen,erlebte ich auch.…Genug.Glauben wir auf den Drei­ei­n­i­gen Gott,die Hei­li­ge Mut­ter Maria.….Sein Wil­le gesche­he…

      • @Judith:

        Nach­dem ich mir die oben ver­link­ten „Pfaffenheini“-Videos ange­se­hen habe, fra­ge ich mich, ob es eine Pro­vo­ka­ti­on war, zu schrei­ben, dass Sie die­sem Prot­ago­ni­sten (und sonst offen­bar kei­nem mehr) ver­trau­en. Das kann doch nicht Ihr Ernst sein?

      • Ver­ehr­te Judith,

        es genügt nicht, dass jemand sagt: „Ich bin tra­di­ti­ons­ver­bun­den“, eini­ge Tra­di­tio­nen kol­por­tiert, auch die Hl. Mes­se im tra­dier­ten Ritus, die­se Moti­ve aber mit so viel ande­rem anrei­chert, dass sich Pius X. oder (und das genügt schon:) eine mei­ner tief­gläu­bi­gen nie­der­baye­ri­schen Tan­ten im rabe umdre­hen wür­den.
        Nie­mand soll­te glau­ben, dass der advers­a­ri­us nicht gera­de die „Alte-Messe“-und „Tra­di­ti­ons-Sze­ne“ beson­ders gut im Griff. Sie hal­ten sich für Wahr­heits­apo­stel, sehen auf die „Kon­zils­kir­chen­leu­te“ all­zu oft her­ab, weil sie — was ja zutrifft — den Bezug zum Glau­ben der Kir­che, wie das Lehr­amt ihn dog­ma­tisch dar­ge­legt, das Volk aber auch in der Fröm­mig­keits­pra­xis und Refle­xi­on uns über­ge­ben hat, ver­lo­ren haben.
        All­zu­oft ist aber hin­ter den super­kor­rek­ten For­men, die man auch ger­ne noch anrei­chert durch alle mög­li­chen ande­ren „tra­di­tio­nel­len“ Geset­ze, die nach einem star­ren pro­te­stan­ti­schen Schrift­prin­zip neu kre­iert wer­den, aber, sobald man sie antippt, zu Staub zer­fal­len.
        In der „Tra­di­ti­on“ gibt es ein Ein­falls­tor für die Fin­ster­nis, und es ist der Hoch­mut des Recht­gläu­bi­gen, der nicht damit rech­net, dass auch Katech­mis­mus­star­re, stän­di­ges Beich­ten, alte Mes­se und Sou­ta­ne nicht hel­fen, wenn nicht das gan­ze Herz an den über­ge­ben wur­de, der allei­ne mit all sei­nen Gewal­ten, sei­ner aller­se­lig­sten Mut­ter, allen Engeln und Hei­li­gen die­sen Schutz geben kann.
        Ich möch­te nie­man­dem weh­tun, aber ich möch­te den­noch nicht ver­schwei­gen, dass ich — selbst in Lie­be zu dem, was uns über­ge­ben wur­de — doch erken­ne, wie viel hier durch­ein­an­der gewor­fen wird.
        Wie vie­le „Tra­dis“ sind denn wirk­lich getreue Katho­li­ken i.S. der alten Kir­che?
        Wie vie­le kun­geln aus poli­ti­schen Grün­den mit den Pro­te­stan­ten und gera­ten lehr­mä­ßig ins Schleu­dern?
        Wie vie­le bil­den sich ein, sie müss­ten nun aus der Ortho­do­xie Wahr­heit und v.a. Äußer­lich­kei­ten schöp­fen — ohne zu beden­ken, dass die Ortho­do­xie weit­rei­chen­de Irr­leh­ren ver­tritt, die kei­nes­weg snur Lap­pa­li­en sind (wozu auch ein Schis­ma, wenn’s nicht so wäre?)
        Wie vie­le hän­gen außer­christ­li­chen Leh­rern an, Swa­mis, Gurus, Eso­te­ri­kern aller Art, alles inter­es­san­te Per­so­nen, kei­ne Fra­ge: aber es heißt, von jenen muss man sich voll­stän­dig lösen, sonst steigt der böse über sie in unse­rer Erin­ne­rung ein und ver­dirbt die gute Saat durch Vor­täu­schung von Ähn­lich­kei­ten!
        Und zuletzt: wie vie­le sind ver­bun­den mit den Cha­ris­ma­ti­kern, die das Kreuz scheu­en und nur die Eupho­rie wol­len? Allein die auch hier schon vor­ge­brach­te Ansicht, der Hl. geist sei nicht genug ver­ehrt wor­den, zeigt, dass der, der so spricht, von Tra­di­ti­on kei­ne Ahnung hat, denn wie vie­le Gebe­te zum Hl. Geist sind uns über­kom­men, und das Volk hat sie z.T. täg­lich geru­fen!

        Nun — sol­cher­art ver­wirr­te Men­schen betä­ti­gen sich als Exor­zi­sten, und ihre Hir­ten sind ihnen kein gutes Kor­rek­tiv: was erwar­ten Sie da, lie­be Judith?

      • Wer­te Zeit­schnur,
        dan­ke Ihnen für Ihre Ant­wort.
        Inzwi­schen habe ich mir die „Pfaffenheini“-Videos ange­se­hen (und nicht nur die oben ver­link­ten Vide­os) : Unbe­ha­gen, Ekel­ge­fühl, sogar Angst… Aus Respekt gegen­über dem Prie­ster­tum, will ich nichts wei­ter dazu sagen.
        „…was erwar­ten Sie da, lie­be Judith?“
        Ich erwar­te da nichts mehr.

  4. „Passend„zu der neu­zei­ti­ger Organisation,die das Wort Kir­che geklaut hat.Wer entscheidet,WEM WAS aus­ge­trie­ben wird?Und wie?Neuzeitig,Multidisziplinär,!,Fachleute.Neue Methoden,…Am besten massenhaft,..die,die nicht „weitergehen“(zärtlich),im„Glauben im Aufbruch“,…Geeignete Ein­rich­tun­gen aufbauen,Laienexorzisten.…Der o.g.Exorzist aus Rom,wird ausgewechselt,wegen irgend­ei­nem neu­em Tabu.…Was wird der Satan aus­trei­ben wollen?Nun,mann konn­te zur Ver­bren­nung zugreifen,dies geschieht bereits,massenhaft,in irgen­ei­nem Namen des „Friedens“.Es geschieht bereits.In Namen von Irgendwas.Vielleicht wird es „später„wieder eko­lo­gi­scher gemacht,bio,ein Scheiterhaufen,…falls noch das Holz überlebt.…Jedoch,die Heils­ge­schich­te kann nicht unge­sche­hen gemacht werden,nicht vom Mensch,nicht vom Satan.Der Drei­ei­n­i­ge Gott ist ewig da,unter uns…Die unbe­fleck­te Mut­ter ‚die wah­ren Heiligen,die 2000 Jah­re des Zeug­nis­ses der ewi­gen Wahrheit,…die Eucharistie.…Dank sei dem Gott.…Vater unser.…Gelobt sei Jesus Chri­stus…

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