Die falsche Ökumene – Kardinal Giuseppe Siri

Bergoglio anglikanisch? Justin Welby, Oberhaupt der anglikanischen Weltgemeinschaft segnet auf dessen Wunsch Papst Franziskus
Ber­go­glio angli­ka­nisch? Justin Wel­by, Ober­haupt der angli­ka­ni­schen Welt­ge­mein­schaft seg­net auf des­sen Wunsch Papst Fran­zis­kus

(Vati­kan) Am 16. Juni emp­fing Papst Fran­zis­kus den angli­ka­ni­schen Erz­bi­schof von Can­ter­bu­ry und Ober­haupt der angli­ka­ni­schen Welt­ge­mein­schaft, Justin Wel­by in Audi­enz. Am Ende der Audi­enz ließ sich Papst Fran­zis­kus von Wel­by seg­nen. Der Papst hat­te Wel­by aus­drück­lich dar­um gebe­ten.
Radio Vati­kan ver­öf­fent­lich­te über das Tref­fen die nach­fol­gen­de Mel­dung. Im Anschluß dar­an ver­öf­fent­li­chen wir einen Aus­zug aus einem Leit­ar­ti­kel von Erz­bi­schof Giu­sep­pe Kar­di­nal Siri von Genua zum The­ma „Die fal­sche Öku­me­ne“ .

Radio Vatikan zur Papstaudienz für Justin Welby

Weg­ge­fähr­ten in der Nach­fol­ge des Herrn: So bezeich­ne­te Papst Fran­zis­kus an die­sem Mon­tag sich selbst und sei­nen Gast, den Ehren­pri­mas der angli­ka­ni­schen Kir­che und Erz­bi­schof von Can­ter­bu­ry, Justin Wel­by. Gemein­sam arbei­te man im Wein­berg des Herrn, sei man Pil­ger zu sei­nem Reich.

„Auch uns scheint der Herr zu fra­gen: Über was habt ihr euch auf dem Weg unter­hal­ten?“, zitier­te der Papst die Geschich­te des Rangst­rei­tes unter den Jün­gern aus dem Mar­kus­evan­ge­li­um.

„Auch wir füh­len uns – wie die Jün­ger – ver­wirrt wegen der Distanz, die zwi­schen der Fra­ge des Herrn und unse­rer ärm­li­chen Ant­wort besteht. Unter sei­nem barm­her­zi­gen Blick kön­nen wir nicht vor­täu­schen, dass unse­re Tei­lung kein Skan­dal wäre, kein Hin­der­nis für die Ver­kün­dung des Evan­ge­li­ums von der Erlö­sung der Welt.“

Die vol­le Ein­heit kön­ne einem weit ent­fernt vor­kom­men, trotz­dem sei sie der Ori­en­tie­rungs­punkt, auf den alle Schrit­te zuge­hen müss­ten, so der Papst wei­ter. Beson­ders wür­dig­te er den Ein­satz Wel­bys gegen den Men­schen­han­del, auf die­sem Feld gebe es bereits viel Zusam­men­ar­beit.

„Ich den­ke auch beson­ders an das Akti­ons-Netz gegen den Han­del mit Frau­en, das von vie­len Ordens­frau­en und Insti­tu­tio­nen geschaf­fen wur­de. Wir enga­gie­ren uns gemein­sam im Kampf gegen die­se neue Form der Skla­ve­rei. Wir sind als Jün­ger gesandt, um die ver­wun­de­te Welt zu hei­len. Ich dan­ke Gott, dass er uns gemein­sam die­ser fürch­ter­li­chen Pla­ge die Stirn bie­ten lässt, mit Geduld und Ent­schlos­sen­heit.“

„Ver­ges­sen Sie die drei ‚P’ nicht!“ füg­te der Papst auf Eng­lisch an. „Die drei ‚P’?“ „Pray­er, Peace and Pover­ty“, ant­wor­te­te der Papst, also Gebet, Frie­den und die Armen. „Wir müs­sen gemein­sam gehen“, schloss er sei­ne Anspra­che dann, und Wel­by ant­wor­te­te mit den­sel­ben Wor­ten, „Wir müs­sen gemein­sam gehen!“

„Die falsche Ökumene“ von Kardinal Giuseppe Siri

Der Unter­schied zwi­schen Katho­li­ken und Nicht-Katho­li­ken, so sehr sie auch Brü­der sein wol­len, liegt auf der Glau­bens­ebe­ne. Man muß den Mut haben das zu sagen und es immer zu sagen. Eben­so rut­schi­ge wie höf­li­che Tak­ti­ken zu gebrau­chen, alle Inhal­te undeut­lich in einem unsi­che­ren Zwie­licht zu ver­schlei­ern, das die unan­ge­neh­men Aspek­te besei­tigt, bedeu­tet nicht, Öku­me­ne zu betrei­ben. Eine sol­che ist es, wenn sie unter Ein­satz jeder Tugend, mit allen per­sön­li­chen Opfern, mit aller festen Geduld und mit der herz­lich­sten Näch­sten­lie­be kla­re Gren­zen setzt.

Was soll­te das für eine Rück­kehr zur vol­len Ein­heit unter den Gläu­bi­gen sein, wenn der beschrit­te­ne Weg mit Miß­ver­ständ­nis­sen und Halb­wahr­hei­ten gepfla­stert ist? Es steht fest, daß die Brücke des römi­schen Pri­mats zu über­schrei­ten ist, und wenn man sie nicht bewußt über­schrei­tet, nicht den ein­zi­gen und wah­ren Zweck der Öku­me­ne erreicht.

So zeich­net sich die wirk­li­che Gefahr in die­ser begei­stern­den Mate­rie ab. Das sind jene, von denen die Gefahr aus­geht, aus der Öku­me­ne ein Sam­mel­su­ri­um erstick­ter Glau­bens­leh­ren zu machen. Es gibt Autoren, die unter Miß­brauch ihres Theo­lo­gen­seins oder der Wür­de der For­schung eine katho­li­sche Glau­bens­wahr­heit nach der ande­ren zer­trüm­mern, indem sie das Lehr­amt zer­brö­seln oder igno­rie­ren. Sie las­sen am Wis­sen zwei­feln, daß Got­tes Wahr­heit nur eine und per­fekt ist, die in einem Punkt geleug­net, wegen ihrer inne­ren Logik und Har­mo­nie zwangs­läu­fig zur Leug­nung der gan­zen führt.

Sie ver­ste­hen nicht, daß Gott alles einem Lehr­amt anver­traut hat, das so gewiß und gött­lich garan­tiert ist, daß man behaup­ten kann “quod Eccle­sia semel docuit, sem­per docuit“. Viel­leicht haben sie auch ver­ges­sen, daß die Sicht­bar­keit der Kir­che und ihre mensch­li­che Wirk­lich­keit sie kei­nes­wegs kom­pro­mit­tie­ren, son­dern die Hand Got­tes in dem bewei­sen, was Er mensch­li­chen Hän­den anver­traut hat, das sonst heu­te nicht mehr bestehen wür­de und seit unvor­denk­li­chen Zei­ten bereits tot wäre. Unse­re Brü­der erwar­ten uns, aber sie erwar­ten uns im Tages­licht und nicht in den unge­wis­sen Schat­ten der Nacht.

Kar­di­nal Giu­sep­pe Siri in Reno­va­tio, XII (1977), Heft 1, S. 3–6

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Osser­va­to­re Roma­no

25 Kommentare

  1. Wir stel­len fest; Papst Fran­zis­kus hat sich ( ein­mal mehr wie schon der­einst noch als Kar­di­nal in Argen­ti­ni­en ) von einem Lai­en seg­nen las­sen.

    Der hl. Augu­sti­nus zeigt sich wenig „dia­log­be­reit“, wenn er über Häre­si­en schreibt:
    -
    „In Vie­lem sind sie mit mir, in Weni­gem sind sie nicht mit mir;
    aber wegen die­ses Weni­gen, in dem sie nicht mit mir einig gehen, 
    nützt ihnen das Vie­le nichts, wor­in sie mit mir sind“
    -
    Mitt­ler­wei­le scheint sich eine Art „Öku­me­ni­tis“ ver­brei­tet zu haben. Ein jeder redet ganz wie es ihm gefällt; häre­ti­sche, von der einen hei­li­gen katho­li­schen und apo­sto­li­schen Kir­che abge­fal­le­nen ( also kei­ne „Kir­chen­spal­tung“ !), pro­te­stan­ti­sche Gemein­schaf­ten wer­den flux zu einer ang. „Kir­che“ her­bei­ge­re­det. Aus dem Schrei­ben „Domi­nus Jesus“ des dama­li­gen Prä­fek­ten der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, Kar­di­nal Ratzi­ner aus dem Jah­re 2000:
    -
    „Die kirch­li­chen Gemein­schaf­ten hin­ge­gen, die den gül­ti­gen Epi­sko­pat und die ursprüng­li­che und voll­stän­di­ge Wirk­lich­keit des eucha­ri­sti­schen Myste­ri­ums nicht bewahrt haben,
    sind
    N I C H T
    Kir­chen im eigent­li­chen Sinn; die in die­sen Gemein­schaf­ten Getauf­ten sind aber durch die Tau­fe Chri­stus ein­ge­glie­dert und ste­hen des­halb in einer gewis­sen, wenn auch nicht voll­kom­me­nen Gemein­schaft mit der Kir­che.
    Die Tau­fe zielt näm­lich hin auf die vol­le Ent­fal­tung des Lebens in Chri­stus durch das voll­stän­di­ge Bekennt­nis des Glau­bens, die Eucha­ri­stie und die vol­le Gemein­schaft in der Kir­che.
    »Daher dür­fen die Christ­gläu­bi­gen sich
    NICHT
    vor­stel­len, die Kir­che Chri­sti sei nichts ande­res als eine gewis­se Sum­me von Kir­chen und kirch­li­chen Gemein­schaf­ten — zwar getrennt, aber noch irgend­wie eine; und
    es steht ihnen kei­nes­wegs frei anzu­neh­men, die Kir­che Chri­sti bestehe heu­te in Wahr­heit nir­gend­wo mehr, son­dern sei nur als ein Ziel zu betrach­ten, das alle Kir­chen und Gemein­schaf­ten suchen müs­sen«.
    In Wirk­lich­keit »exi­stie­ren die Ele­men­te die­ser bereits gege­be­nen Kir­che in ihrer gan­zen Fül­le in der katho­li­schen Kir­che “

    Hw Robert Mäder anno 1921:
    -
    „Sobald die hei­li­ge Hostie ver­schwin­det, 
    wird die Kir­che 
    ein archi­tek­to­ni­scher Unsinn. 
    Wenn der König nicht mehr da ist, muß man nicht mehr Gotteshäuser,sondern nur noch mög­lichst prak­ti­sche Ver­samm­lungs­lo­ka­le errich­ten. 

    -
    Fast scheint es so, dass sich heu­te auch katho­li­sche Kir­chen­bau­ten Letz­te­rem mehr und mehr anglei­chen

    Hw Mäder wei­ter:
    -
    „Dar­um ist die 
    pro­te­stan­ti­sche Kir­chen­bau­kunst seit 400 Jah­ren auf fal­schen Wegen gewan­delt. 
    Sie hat gebaut, als ob der König noch da wäre. 
    Sie hat für einen Taber­na­kel gebaut (der in Wirk­lich­keit nicht mehr vor­han­den war) 
    anstatt nur noch für die Kan­zel zu bau­en.

    Die katho­li­sche Reli­gi­on ist die Reli­gi­on des gegen­wär­ti­gen Chri­stus. 
    Nicht alle Katho­li­ken sind von die­ser Wahr­heit durch­drun­gen. 
    Vie­le sehen nur das Rie­sen­ge­bäu­de eines him­mel­ra­gen­den Gedan­ken­bau­es, 
    vor dem alle Syste­me der Phi­lo­so­phen als Lehm­fi­gu­ren, 
    Hüt­ten und Bara­ken eines Tages erschei­nen. 
    Vie­le sehen im Katho­li­zis­mus nur die schö­ne Moral. 
    Sie betrach­ten den Katho­li­zis­mus nur von der Stra­ße 
    oder höch­stens mit einem Blick vom Haupt­por­tal.

    Wer den Katho­li­zis­mus wirk­lich in sei­nem tief­sten inner­sten Wesen ken­nen ler­nen will, 
    der muß wei­ter nach vor­ne gehen, 
    bis zum Aller­hei­lig­sten, dort, wo Jesus ist. 
    Sein Katho­li­zis­mus muß eucha­ri­stisch wer­den, den­ken, han­deln. 
    Katho­li­zis­mus 
    ohne den leben­di­gen Mit­tel­punkt der hei­li­gen Hostie 
    ist toter, see­len­lo­ser Katho­li­zis­mus.

    -

  2. Hier und dort mögen die Angli­ka­ner als direk­te Abspal­tung von der einen, hei­li­gen, katho­li­schen und apo­sto­li­schen Kir­che uns näher­ste­hen als ande­re pro­te­stan­ti­sche Gemein­schaf­ten, ins­be­son­de­re in Din­gen der Lit­ur­gie, aber die enor­men Zerr­bil­der der Leh­re Chri­sti, die dort gelebt wer­den, wie bei­spiels­wei­se die „Ordi­na­ti­on“ von Frau­en, ver­deut­li­chen die unüber­wind­ba­re Trenn­li­nie. Die unier­ten Ost­kir­chen zei­gen, daß die Ein­heit mit Rom auch nach einer Wei­le der Tren­nung mög­lich ist. Woll­ten die Angli­ka­ner ernst­haft zurück­keh­ren wol­len, müß­ten sie ihren gan­zen Laden auf­lö­sen, sich in die römi­sche Kir­che ein­glie­dern. Die Miß­stän­de der heu­ti­gen Angli­ka­ner müß­ten in einer der­ar­ti­gen Situa­ti­on kom­plett beho­ben wer­den. Sich als Stell­ver­tre­ter Chri­sti auf Erden vom Ober­haupt einer häre­ti­schen Gemein­schaft „seg­nen“ zu las­sen, ist ein fal­sches Signal, das die Angli­ka­ner in ihrer Irr­leh­re nur unnö­tig auf­wer­tet.

  3. „Es gibt Autoren, die unter Miß­brauch ihres Theo­lo­gen­seins oder der Wür­de der For­schung eine katho­li­sche Glau­bens­wahr­heit nach der ande­ren zer­trüm­mern, indem sie das Lehr­amt zer­brö­seln oder igno­rie­ren. Sie las­sen am Wis­sen zwei­feln, daß Got­tes Wahr­heit nur eine und per­fekt ist, die in einem Punkt geleug­net, wegen ihrer inne­ren Logik und Har­mo­nie zwangs­läu­fig zur Leug­nung der gan­zen führt.“ —

    Das hat Kar­di­nal Siri so for­mu­liert, als sei das Lehr­amt nicht betrof­fen von dem, was er kri­ti­siert. Aber die Cha­rak­te­ri­sie­rung, die er da for­mu­lier­te, trifft doch seit Jahr­zehn­ten auf das Lehr­amt zu: allen vor­an häre­ti­sche Päp­ste — denn nach sei­ner Cha­rak­te­ri­sie­rung sind unse­re Päp­ste häre­tisch seit Johan­nes XXIII. -, gefolgt von zahl­rei­chen häre­ti­schen Bischö­fen.
    Es war Johan­nes XXIII., der mit sei­nen Aus­füh­run­gen anfing, Wahr­hei­ten zu leug­nen. Die Eröff­nungs­re­de zum Kon­zil ent­hält zwei sol­che Leug­nun­gen, die gra­vie­rend sind: 1. eine Wie­der­ho­lung nach der Leh­re der Kir­che ein­ma­li­ger heils­ge­schicht­li­cher Ereig­nis­se wie Pfing­sten, Zöna­kel am Grün­don­ners­tag (man muss sich klar­ma­chen, dass bis dahin die Idee, man kön­ne Heil­s­er­eig­nis­se wie „Pfing­sten“ oder den „Abend­mahls­saal“ zum „zwei­ten Mal“ initi­ie­ren, immer als das auf­ge­fasst wor­den wären, was sie sind: fre­vel­haft!), und 2. die all­ver­söh­nen­de Behaup­tung, dass alle (!) Men­schen „von Geburt an“ erlöst sei­en.
    Und fort­an wur­de „eine katho­li­sche Glau­bens­wahr­heit nach der andern zer­tüm­mert“ — vom Lehr­amt selbst, stets ver­folgt von Theo­lo­gen, denen das alles nicht schnell genug ging/geht.
    So ganz klar hat der Kar­di­nal also offen­bar trotz einer schar­fen Ana­ly­se doch nicht gese­hen…

  4. Nach dem Dekret über den Öeku­me­nis­mus „Uni­ta­tis red­in­te­gra­tio“ des 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zils han­delt Ber­go­glio fol­ge­rich­tig. „Eben­so sind die­se getrenn­ten Kir­chen und Gemein­schaf­ten trotz der Män­gel, die ihnen nach unse­rem Glau­ben anhaf­ten, nicht ohne Bedeu­tung und Gewicht im Geheim­nis des Hei­les. Denn der Geist Chri­sti hat sich gewür­digt, sie als Mit­tel des Hei­les zu gebrau­chen, deren Wirk­sam­keit sich von der der katho­li­schen Kir­che anver­trau­ten Fül­le der Gna­de und der Wahr­heit her­lei­tet.“ (Rahner/Vorgrimler, Klei­nes Kon­zils­kom­pen­di­um, S. 233).
    Alle Kon­zils­vä­ter, die die­ses Doku­ment unter­schrie­ben haben, haben ver­sagt, auch die Kon­zils­vä­ter Lef­eb­v­re und Siri.
    Ihr Ver­sa­gen ist mehr als ver­ständ­lich, die glau­bens­treu­en Kon­zils­vä­ter waren in einer unhalt­ba­ren Posi­ti­on: Ent­we­der, sie geben den über­lie­fer­ten Glau­ben min­de­stens teil­wei­se auf oder sie tren­nen sich vom Papst. Die Ein­heit mit dem Papst war für glau­bens­treue Katho­li­ken unan­tast­bar und sie soll­te es auch heu­te sein.
    Erz­bi­schof Lef­eb­v­re hat sich revi­diert, er hat spä­ter dem Glau­ben den Vor­rang gege­ben. Kar­di­nal Siri nie.
    Hof­fent­lich kom­men kei­ne nach­fol­gen­de Kom­men­ta­re, die über Kar­di­nal Siri her­fal­len. Eine sol­che Prü­fung soll­te einem glau­bens­treu­en Kar­di­nal, wie Giu­sep­pe Siri es immer war, erspart blei­ben.

    Ich gebe es zu: Immer wie­der bedaue­re ich es, dass wir Chri­sten nicht die kraft­vol­le Gebets­spra­che der Psal­men haben. Wir dür­fen sie auch nicht nach­ah­men, sie sind inspi­riert, nicht an irgend­ei­nem Schreib­tisch vorm PC ent­stan­den.
    Aber die Fra­ge stellt sich mir: Herr, war­um wer­den wir die­ser Prü­fung aus­ge­setzt?
    Und wie lan­ge noch? Womit haben wir die­ses 2. Vati­ka­ni­sche Kon­zil ver­dient, womit Paul VI. und alle sei­ne Nach­fol­ger? Womit Ber­go­glio?
    Ich den­ke, nicht nur das 2. Vati­ka­ni­sche Kon­zil gehört auf den Prüf­stand, son­dern auch die recht­gläu­bi­ge, aber theo­lo­gisch behä­bi­ge vor­kon­zi­lia­re Kir­che gera­de ab der 1950-Jah­re.
    In der das Kreuz zwar noch über­all zuge­gen war, aber das Zen­tral­sym­bol des katho­li­schen Glau­bens, das Zen­tral­sym­bol unse­rer Erlö­sung, nicht mehr leben­dig genug in einem leben­dig geleb­ten Glau­ben war.
    Erz­bi­schof Lef­eb­v­re hat es erkannt, bzw. ver­sucht, es nach­zu­ho­len: In jedem sei­ner Bücher kommt er immer wie­der auf das Mess­op­fer zurück, das ins Leben über­tra­gen wer­den „muss“, nicht nur andäch­tig gefei­ert wer­den soll. Das ist die unbe­ding­te Vor­aus­set­zung. Der Erz­bi­schof schreibt es fast auf jeder Sei­te, bzw. er sagt es fast in jeder Pre­digt.
    Sei­ne „geist­li­chen Söh­ne“ nicht mehr. Ja, sie haben das Mess­op­fer bewahrt, haben dafür viel Geg­ner­schaft, Ver­ach­tung ertra­gen. Aber sie geben sich, was die For­mung der Gläu­bi­gen anbe­trifft, lie­ber Sehe­rin­nen hin, die vom zen­tra­len Glau­bens­ge­heim­nis weg­füh­ren. Ich möch­te auch die­sen Satz nicht pau­schal auf alle anwen­den, aber die Ten­denz ist nicht zu bestrei­ten.
    Eine katho­li­sche Kir­che, die nicht mehr auf das Kreuz zen­triert ist, befin­det sich im Nie­der­gang, es ist unab­än­der­lich.
    Wir haben Ber­go­glio ver­dient.

  5. Fort­set­zung: Es reicht nicht nur, dog­ma­tisch rich­tig zu glau­ben, so not­wen­dig dies auch ist. Die vor­kon­zi­lia­re Kir­che am Vor­abend des 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zils dul­de­te kei­ne Häre­si­en, sie war dog­ma­tisch recht­gläu­big. Und doch fiel sie wie eine rei­fe Frucht den Neo­mo­der­ni­sten wäh­rend des 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zils in den Schoß. Das Kon­zil von Tri­ent war so unend­lich weit weg, nicht weni­ge Fröm­mig­keits­for­men waren sen­ti­men­tal. Sen­ti­men­ta­li­tät hat Pius X. immer gefürch­tet, weil sie eine Fein­din des Glau­bens ist, eine Weg­be­rei­te­rin der Häre­sie.

    Das Foto oben ist furcht­bar. Ber­go­glio lässt sich vom Ober­haupt der angli­ka­ni­schen Welt­ge­mein­schaft seg­nen. Das ist eine Art von Glau­bens­ab­fall, ein Ver­rat an der Kir­che Jesu Chri­sti.

    Hl. Pius V., hl. Pius X., bit­tet für uns!

  6. Ohne dass ich dies hät­te ganz genau begrün­den kön­nen, — als ich obi­ges Foto zum ersten­mal sah, „wuss­te“ ich intui­tiv: „Da stimmt etwas nicht, es kann nicht sein!“
    Die­ser Ein­druck blieb, ein Gewöh­nungs­ef­fekt trat nicht ein.
    „Gott sei Dank!“, möch­te ich sagen.

  7. Die­se angli­ka­ni­sche „Kir­che“ geht auf den Mör­der und Ehe­bre­cher Hein­rich VIII. zurück. Die dama­li­gen Bischö­fe waren alle­samt fei­ge und um ihre Macht­be­fug­nis bedacht bis auf einen ein­zi­gen.
    Das scheint Fran­zis­kus zu igno­rie­ren. Tau­sen­de eng­li­sche Katho­li­ken wur­den ohne Hir­ten ver­folgt, gemar­tert und getö­tet.
    Seit wann gibt ein ver­dor­be­ner, schlech­ter Baum gute Früch­te?

  8. Wenn ich mir jetzt als römi­scher Prie­ster wünsch­te, von einem pro­te­stan­ti­schen Pfar­rer geseg­net zu wer­den, so rich­tig in einer hl. Mes­se, dann wäre das in Ord­nung? Wer könn­te das unter­sa­gen?

  9. Papst Leo XIII. hat in dem Apo­sto­li­schen Schrei­ben APOSTOLICAE CURAE ( de fide ) letzt­ver­bind­lich geur­teilt: Die Wei­hen der Angli­ka­ner sind nicht gül­tig! Wenn ein Nach­fol­ger im Amt sich von einem aka­tho­li­schen Reli­gi­ons­die­ner öffent­lich seg­nen läßt, haben wir es mit einem sehr ern­sten Vor­gang zu tun.- Ich stel­le wie­der die Fra­ge: Wie gei­stig gesund ist Papst Franz­i­kus?

    • Zwi­schen Wei­he und Segen gibt es aber einen Unter­schied. Bei der Wei­he einer Per­son oder eines Gegen­stan­des wird die­ser Mensch oder die­se Sache in den Dienst Got­tes gestellt. Ein Segen ist eine Bit­te an Gott, sei­ne hei­li­gen Kräf­te auf die­se Per­son, die­ses tie­ri­sche oder pflanz­li­che Lebe­we­sen oder die­sen Gegen­stand wir­ken zu las­sen. Daß bei­spiels­wei­se die angli­ka­ni­sche „Prie­ster­wei­he“ ungül­tig ist, ist auf Grund der „Ordi­na­ti­on“ von Frau­en offen­kun­dig. Bezieht sich das Schrei­ben von Papst Leo XIII. auch auf die Seg­nun­gen?

      • the_true-life@ Neh­men Sie mir es nicht übel, aber imit Ihrer Ant­wort haben wir es mit Bana­nen­bie­ge­rei zu tun. Ich kann mir schlecht vor­stel­len, daß sich der „Lai­en­erz­bi­schof“ von Can­ter­bu­ry her­aus­nimmt, unge­be­ten den Papst zu seg­nen. Hier kann man nur schlie­ßen, er ist um einen Segen gebe­ten wor­den.

      • Chlodwig@ Ich stau­ne immer wie­der, wie herz­haft hier theo­lo­gi­siert wird. Der Segen eines Prie­ster, der einer Per­son erteilt wird, spen­det der Prie­ster in Per­so­na Chri­sti, das heißt: Chri­stus spen­det durch den Prie­ster den Segen. Das geschieht aber nur, wenn der Prie­ster oder der Bischof gül­tig geweiht sind. Die Angli­ka­ni­schen Kult­die­ner sind nicht gül­tig geweiht, ergo spen­den sie auch kei­nen Segen in Per­so­na Chri­sti. Guter Rat: Viel­leicht mal anti­qua­risch eine vor­kon­zi­lia­re Dog­ma­tik kau­fen und dar­in gründ­lich stu­die­ren.

    • Gewiß, man könn­te an Fran­zis­kus Gei­stes­zu­stand zwei­feln. Doch er macht die­se Din­ge ganz bewußt. Mir scheint es, daß er schon lan­ge an der Gegen­wart unse­res Hei­lan­des im Aller­hei­lig­sten Altarsa­kra­ment zwei­felt. Die­se Real­prä­senz ist ja ein Hin­der­nis in sei­ner Zuwen­dung zu Pro­te­stan­ten und Juden. Die­ser Bischof von Rom ist eine grau­sa­me Heim­su­chung. Allein Gott weiß, war­um er uns dies auf­er­legt. Es über­steigt jedoch mei­ne schlimm­sten Befürch­tun­gen was die­ser Ber­go­glio macht. Quo vadis Fran­zis­kus???

  10. Man muss nicht im geist­li­chen Stand sein, um einen ande­ren Men­schen zu seg­nen. Man muss eben­so wenig katho­lisch sein, um einen ande­ren Men­schen zu seg­nen. Unter­stel­len wir dem Herr­gott, dass er sei­nen Segen nur durch einen Katho­li­ken über die Welt streu­en will, ent­spricht das einem sehr selt­sa­men Got­tes­bild und ‑ver­ständ­nis und zeugt von einem gro­ßen Hoch­mut gegen­über dem uner­forsch­li­chen Rat­schluss und Heils­plans Got­tes.
    Inso­fern spricht nichts dage­gen, dass sich Papst Fran­zis­kus von Erz­bi­schof Wel­by seg­nen lässt. Ein Segen ist was Gutes, etwas Hei­li­ges. Das soll­te man nicht mit dem eige­nen Klein­geist im Nacken schlecht­re­den. Gott wirkt auf so vie­le Wei­se, dass sich so man­cher Katho­lik, ob ein „Nor­ma­lo“, ein Pro­gres­si­ver oder einer der „Tra­di­ti­on“ eigent­lich lie­ber mal ver­wun­dert die Augen rei­ben soll­te, anstatt sei­ne eige­ne Sicht zum Modell für alle zu erklä­ren!
    In die­sem Sin­ne allen einen wun­der­schö­nen und geseg­ne­ten son­ni­gen Abend :-)!

    • Sie täu­schen sich.

      Seg­nen kön­nen
      1. Vater und Mut­ter ihr Kind
      2. Prie­ster und Bischof die Gläu­bi­gen.

      Was Sie mei­nen könn­ten, ist eher das heid­ni­sche „Glück wün­schen“. Lei­der ist die katho­li­sche Sakral­spra­che in den All­tag über­nom­men wor­den, ohne dass die Bedeu­tung noch ver­stan­den wird. Wenn z. B. bei Bezug einer Woh­nung eine „Ein­wei­hungs­fe­te“ gefei­ert wird, fin­det kei­ne „Wei­he“ statt.

      • Wür­de eine Woh­nung im katho­li­schen Sin­ne geweiht wer­den, dann wäre sie fort­an Got­tes direk­tes Eigen­tum. Dann dürf­te sie nur noch zu Sei­ner Ver­herr­li­chung bei­spiels­wei­se als Kapel­le genutzt wer­den.

  11. the_true-life@ Ich wür­de Ihnen bei­pflich­ten, wenn sich P.F. von sei­nem Kam­mer­die­ner seg­nen ließ. Hier ist der Segens­spen­der aber der aka­tho­li­sche „Erz­bi­schof“ von Can­ter­bu­ry, das geist­li­che Ober­haupt der ankli­ka­ni­schen Hoch­kir­che und der ihr ange­schlos­se­nen welt­wei­ten Glied­kir­chen. P.F. erwar­te­te offen­kun­dig von die­sem Wür­den­trä­ger einen „prie­ster­li­chen“ Segen.

    • Damit bewe­gen Sie sich auf dem Pfad der Spe­ku­la­tio­nen, Petrus. Ob unser Hl. Vater den Erz­bi­schof von Can­ter­bu­ry aus­drück­lich um einen „prie­ster­li­chen“ Segen gebe­ten hat, ent­zieht sich unse­rer Kennt­nis.

  12. wenn er kon­se­quent wäre, dann hät­te er sich auch von den Fran­zis­ka­nern der Imma­ku­la­ta seg­nen las­sen kön­nen… Der Rest ist Schwei­gen (Shake­speare, Ham­let)

  13. Wie dank­bar dür­fen wir doch sein, dass er sich wenig­stens von einem Nach­fol­ger des gro­ßen Ehe­bre­cher­bi­schofs Cran­mer von Hein­richs VIII, Gna­den hat seg­nen las­sen. Es hät­te bei Ber­go­gio durch­aus auch ein Voo­doo­he­xer sein kön­nen. Aber was nicht ist, das kann ja noch wer­den. War­um trägt er eigent­lich noch die wei­ße Sou­ta­ne- die­ses bei­na­he letz­te Relikt des Papst­am­tes lie­ße sich doch treff­lich durch etwas Ande­res erset­zen. Eine Kut­te aus Sack­lei­nen wäre doch was Net­tes.

  14. @ Pun­ta Cana

    Lei­der unter­lie­gen Sie da einem Irr­tum. In der Pasto­ra­len Ein­füh­rung ins deutsch­spra­chi­ge Bene­dik­tio­na­le heißt es ganz klar:

    „„Auf Grund des all­ge­mei­nen oder beson­de­ren Prie­ster­tums oder eines beson­de­ren Auf­tra­ges kann JEDER Getauf­te und Gefirm­te seg­nen. Je mehr aber eine Seg­nung auf die Kir­che als sol­che und auf ihre sakra­men­ta­le Mit­te bezo­gen ist, desto mehr ist sie dem Trä­ger eines Dienst­am­tes (Bischof, Prie­ster, Dia­kon) zuge­ord­net.“ (Nr. 18) Bei Feh­len geweih­ter Amts­trä­ger kön­nen auch Lai­en zu sol­chen Dien­sten der Seg­nung beauf­tragt wer­den. Hier­bei geht es um Anläs­se, zu denen jemand als offi­zi­el­ler Reprä­sen­tant der Kir­che auf­tritt, im Namen der Kir­che han­delt, als geweih­ter Amts­trä­ger oder des­sen Ver­tre­ter. Doch im pri­va­ten, im fami­liä­ren Bereich, im Mit­ein­an­der glau­ben­der Chri­sten kann und darf jeder Christ seg­nen (…).“

    Sicher­lich ist der Erz­bi­schof von Can­ter­bu­ry getauft (wenn auch nicht katho­lisch, aber die Tau­fe wird ohne­hin gegen­sei­tig aner­kannt) und auch „im Mit­ein­an­der glau­ben­der Chri­sten“ darf „JEDER CHRIST“ seg­nen. Die Aus­sa­ge der Kir­che ist hier also ein­deu­tig.

    • @ the_­true-life

      Ich unter­lie­ge kei­nem Irr­tum und eine „pasto­ra­le Ein­füh­rung“ hat kei­ne bin­den­de Aus­sa­ge­kraft, son­dern ist die Mei­nungs­äu­ße­rung ihres Ver­fas­sers, eigent­lich Pro­sa.

      „Je mehr aber eine Seg­nung auf die Kir­che als sol­che und auf ihre sakra­men­ta­le Mit­te bezo­gen ist, desto mehr ist sie dem Trä­ger eines Dienst­am­tes (Bischof, Prie­ster, Dia­kon) zuge­ord­net.“

      Als Bei­spiel möch­te ich nur die­sen Satz betrach­ten. Er ist in kein­ster Wei­se ein­deu­tig, wie Sie es dar­le­gen wol­len, son­dern sub­jek­tiv auf unter­schied­li­che Wei­se, je nach Gele­gen­heit und Per­son, inter­pre­tier­bar. Die­se zwei-und mehr­deu­ti­gen Aus­sa­gen, offen­bar im man­cher­orts beschwo­re­nen „Gei­ste des II. vati­ka­ni­schen Kon­zils“ nie­der­ge­schrie­ben, scha­den den Gläu­bi­gen und der Kir­che kurz‑, mit­tel- und lang­fri­stig mehr als dass sie nut­zen. Sie bau­en weder den ein­zel­nen Gläu­bi­gen noch die Gemein­schaft der Gläu­bi­gen auf, son­dern ver­ur­sa­chen Cha­os und för­dern frag­wür­di­ges, wenn nicht sogar sün­di­ges Ver­hal­ten, wenn eine unge­fe­stig­te Per­sön­lich­keit damit umge­hen soll.
      Lei­der muss ich fest­stel­len, dass offen­sicht­lich in den letz­ten Jahr­zehn­ten die chao­ti­schen Kräf­te in der Kir­che sehr zuge­nom­men haben. Es gehen mitt­ler­wei­le Leu­te in den kirch­li­chen Dienst, und die­se wer­den gera­de­zu geför­dert von den dort schon Eta­blier­ten mit einer ähn­li­chen Per­sön­lich­keits­struk­tur, die einen eher chao­ti­schen und insta­bi­len Cha­rak­ter zei­gen. Die­se kom­men im Zeit­ver­lauf sehr schwer mit einer gege­be­nen Ord­nung, festen Regeln, kla­rer Kom­pe­tenz­ver­tei­lung, Selbst­be­herr­schung zum Woh­le und im Dien­ste ande­rer zurecht. Die Opfer­be­reit­schaft fehlt so gut wie ganz, man lässt sich qua­si alles bezah­len. Um es in einem Schlag­wort aus­zu­drücken, die „vater­lo­se Gesell­schaft“ ist mitt­ler­wei­le auch in der Kir­che an die Macht­he­bel und Geld­töp­fe gekom­men. Der kla­re Men­schen­ver­stand sagt jedem, der noch ganz bei Sin­nen ist, dass das nicht gut gehen wird. Wir brau­chen drin­gend Beru­fe­ne und Aus­er­wähl­te, die fähig, wort­ge­wal­tig und eisern guten Wil­lens sind, das Schiff Kir­che mit der Mann­schaft an Bord sicher durch sei­ne Mis­si­on und ans Ziel zu brin­gen. Im Moment düm­pelt man eher bei Flau­te und in Gewäs­sern vol­ler Untie­fen, die nicht wirk­lich beherrscht wer­den, vor sich hin, wäh­rend die Mann­schaft sich unter Deck berauscht, um im Bild des Schif­fes zu blei­ben.

      A pro­pos: Sie haben in Ihrem ersten Kom­men­tar oben mit dem Segen nicht ganz unrecht, so ähn­lich wie Sie es aus­drücken gilt es aller­dings für den Him­mel. Im Him­mel seg­nen wir nicht ein­mal mehr, im Him­mel ist jeder für jeden ein Segen. Auf Erden ist uns aber eine Ord­nung gege­ben, die uns unser Leben und unser Dasein über­haupt erst ermög­licht. Das sagt uns der Hei­li­ge Geist mit sei­nen Gaben.

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