Zum Geheimnis des Menschen als „Imago Dei“ — Zum Friedensgebet im Vatikan an Pfingsten 2014

Gast­kom­men­tar von Han­na Jüng­ling

Reflexionen über die Geschlechter — Friedensgebete?

(Ein­schub aus aktu­el­lem Anlass des Frie­dens­ge­be­tes im Vati­kan am Pfingst­tag 2014)

War­um kann und darf ein Katho­lik nie­mals zusam­men mit ande­ren Men­schen, die nicht Jesus Chri­stus beken­nen, gemein­sam Gott anru­fen?

Es spricht allein aus logi­schen und phi­lo­so­phi­schen Grün­den alles dage­gen – vor­aus­ge­setzt man hält Gott für ein Wesen, das nicht durch den Men­schen kon­zi­piert wer­den darf.

Das 1. Gebot des Deka­logs ver­bie­tet es: Ego sum Domi­nus Deus tuus, qui edu­xi te de ter­ra Aegyp­ti, de domo ser­vi­tu­tis. Non habe­bis deos ali­e­nos coram me. (Exo­dus 20, 2 f)
Der Gott, der da spricht, ist ein Gott, der aus der Skla­ve­rei führt, der frei macht. Neben IHM kann man kei­ne ande­ren Göt­ter mehr haben. Wer es den­noch tut, macht sich wie­der unfrei und fällt damit vom Glau­ben ab.
Die­ses 1. Gebot des Deka­logs wird spä­ter von Jesus aus­ge­legt:

Et inter­ro­ga­vit unus ex eis legis doc­tor ten­tans eum: „Magi­ster, quod est man­da­tum magnum in Lege?“ Ait autem illi: „Dili­ges Domi­num Deum tuum in toto cor­de tuo et in tota ani­ma tua et in tota men­te tua: hoc est magnum et pri­mum man­da­tum. Secund­um autem simi­le est huic: Dili­ges pro­xi­mum tuum sicut tei­p­sum. In his duo­bus man­da­tis uni­ver­sa Lex pen­det et Pro­phe­tae“. – Und es frag­te ihn einer von den Geset­zes­leh­rern: „Mei­ster, wel­ches ist das größ­te Gebot im Gesetz?“ Er sag­te: „Lie­be den Herr, dei­nen Gott mit dei­nem gan­zem Her­zen, dei­ner gan­zen See­le und dei­nem gan­zen Geist: das ist groß und zuerst geben. Ein wei­te­res aber ist ihm gleich: Lie­be dei­nen Näch­sten wie dich selbst. In die­sen bei­den habt ihr das gan­ze Gesetz und die Pro­phe­ten.“ (Mt. 22, 35 ff)

Wel­ches ist das größ­te Gebot? Die Got­tes- und die Näch­sten­lie­be, dies glei­cher­ma­ßen – auch hier wie­der das Wort : „simi­le“.
Die Got­tes­lie­be ist nicht „mehr“ oder „wich­ti­ger“ als die Näch­sten­lie­be, son­dern sie ist „zuerst gege­ben“, „pri­mum man­da­tum“, „zuerst“ im Sin­ne eines sinn­vol­len Auf­baus, aber das zwei­te Gebot, das genau­so groß, „secund­um autem simi­le“ ist, ist nicht weni­ger, son­dern genau­so viel und aus dem glei­chen Wesen her­aus gesagt, mit glei­cher Not­wen­dig­keit.
„Simi­le“ über „Simi­le“!
Wie aus Gott Vater, der „zuerst“ ist, Got­tes Sohn gezeugt ist, vor aller Zeit und dar­um nicht zeit­lich zu ver­ste­hen, so folgt aus dem Gebot, die­sen Gott zu lie­ben, dass wer IHN liebt, zwin­gend, sofern die­se Lie­be wahr­haf­tig ist, auch den Näch­sten lie­ben muss. Umge­kehrt muss man schlie­ßen: wer den Näch­sten nicht liebt, kann auch Gott nicht lie­ben. Aber nie­mand kann den Näch­sten in ange­mes­se­ner Wei­se lie­ben, ohne zuvor aus der Lie­be Got­tes her­aus zu leben. Und von der mensch­li­chen, durch die Sün­de ent­stell­ten, immer eigen­nüt­zi­gen Lie­be zu ande­ren Men­schen her ist es unmög­lich, zur wah­ren Got­tes­lie­be zu kom­men.
Und zuletzt, in Anknüp­fung an die Refle­xio­nen über die Geschlech­ter: Wie die Frau aus dem Mann geschaf­fen wur­de, bei­de aber aus und von Gott, folgt aus der Got­tes­lie­be immer die Näch­sten­lie­be. Wie der Mensch Got­tes „Simi­le“ ist, wie die Frau das „Simi­le“ des Man­nes, so ist die Näch­sten­lie­be das „Simi­le“ der Got­tes­lie­be.
Wer die­sen Gott liebt, den drei­fal­ti­gen Gott, der kann unmög­lich in des­sen Nähe Göt­ter ertra­gen, Göt­ter, die der Mensch erson­nen hat. Aber voll­ends unmög­lich ist es, mit Men­schen zu beten, deren Reli­gio­nen den drei­fal­ti­gen Gott aus­drück­lich und reak­tio­när leug­nen. Es ist unlo­gisch und hebt sich gewis­ser­ma­ßen selbst auf.

Selbst im Alter­tum wuss­te jeder Mensch, dass man nicht gemein­sam ver­schie­de­ne Göt­ter anbe­ten kann. Die Ver­schie­den­heit der Göt­ter bestand nicht in ihrer Anzahl oder ihren Namen, son­dern dar­in, dass sie unter­schied­li­che Bil­der von Gott vor­stell­ten. Vom Pro­phe­ten Jona wird berich­tet, wie er vor einem unan­ge­neh­men Auf­trag Got­tes floh, auf ein Schiff stieg und in die ent­ge­gen gesetz­te Rich­tung fuhr. Gott ließ das Meer brau­sen und die Schiffs­leu­te rie­fen vol­ler Ver­zweif­lung ihre jewei­li­gen Göt­ter an: Et timu­er­unt nau­tae et cla­ma­ver­unt unus­quis­que ad deum suum. (Ionah 1, 5) – Und die Schiffs­leu­te fürch­te­ten sich und schrien ein jeder zu sei­nem Gott …

Zurück also zu Jor­ge Ber­go­glio, der sich „Fran­zis­kus“ nennt, aber den Begriff „Papst“ ver­mei­det. Er hat, nach dem Vor­bild sei­ner bei­den Vor­gän­ger, zusam­men mit einem Juden und einem Mus­lim zu dem „einen Gott Abra­hams“ gebe­tet, der angeb­lich von Juden, Chri­sten und Mus­li­men gleich ver­ehrt und geglaubt wer­de.
Dass er dies am Pfingst­fest und auf vati­ka­ni­schem Boden tat, ist absurd, abwe­gig, sakri­le­gisch, also unver­zeih­lich aus katho­li­scher Sicht.
Das Pfingst­fest ist das Fest der Kir­che, die allei­ne auf Gott, dem all­mäch­ti­gen Vater, auf dem Sohn und des­sen Heils­tat auf Gol­go­tha, immer leib­haf­tig gegen­wär­tig im Mess­op­fer - ecce ego vobis­cum sum omni­bus die­bus usque ad con­sum­ma­tio­nem sae­cu­li (Mt. 28, 20)und sie­he, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende die­ser Welt­zeit — und dem Hei­li­gen Geist grün­det, den wir als „Angeld“ am Pfingst­tag, bei unse­rer Tau­fe und bei der Fir­mung, man­che auch bei der Prie­ster­wei­he erhal­ten haben.

Schwa­dro­nier­ten nicht sämt­li­che Päp­ste seit Johan­nes XXIII. immer­zu von immer „Neu­en Pfing­sten“? Soll­te ein ande­rer Geist als der Hei­li­ge Geist, die drit­te gött­li­che Per­son, soll­te ein ande­rer Geist, als der Bräu­ti­gam Mari­ens aus­ge­gos­sen wer­den, haben doch auch die­sel­ben Päp­ste die wah­re Maria zurück­ge­drängt in die objek­tiv-heils­ge­schicht­li­che Bedeu­tungs­lo­sig­keit, was nicht ver­wech­selt wer­den darf mit der sub­jek­ti­ven Mari­en­schwär­me­rei, die sie alle auf ihre Wei­se, v.a. aber Johan­nes Paul II., pfleg­ten und deren fau­le Früch­te in merk­wür­di­gen „Mari­en­er­schei­nun­gen“ bestehen, deren end­lo­ses Pala­ver nie und nim­mer zur ech­ten Mut­ter­got­tes und ihren ech­ten Erschei­nun­gen passt?
Non solum autem, sed et nos ipsi pri­m­i­ti­as Spi­ri­tus haben­tes, et ipsi intra nos gemi­mus adop­tio­nem filio­rum exspec­tan­tes, redemp­tio­nem cor­po­ris nostri (Röm. 8, 23) – Wir aber, obwohl wir die Erst­lings­ga­be des Gei­stes haben, seuf­zen doch in uns in Erwar­tung der Adop­ti­on als Kin­der und der Erlö­sung unse­res Lei­bes.
Pfing­sten ist nicht das Fest einer wie auch immer zu defi­nie­ren­den Voll­endung, son­dern das Fest, an dem die Kir­che Jesu Chri­sti gegrün­det wur­de durch den Hei­li­gen Geist selbst, der die Jung­frau Maria zur Braut erhob und uns mit und aus ihr den Sohn Got­tes schenk­te. Er ist „Anzah­lung“, eine „Früh­frucht“, wir haben nicht auf einen Schlag die gan­ze Fül­le der Got­tes­kind­schaft. Wir brau­chen also nicht stän­dig neue „Erst­lings­früch­te“ von wel­chen Gei­stern auch immer, son­dern das ste­ti­ge Wachs­tum im Hei­li­gen Geist, der ein für alle­mal aus­ge­gos­sen wur­de am Pfingst­tag, damals in Jeru­sa­lem. Mit Sei­ner Aus­gie­ßung beginnt unse­re „Ver­gött­li­chung“ erst, und wehe dem, der zurück­fällt hin­ter die sakra­men­ta­le Ver­sie­ge­lung durch den Hei­li­gen Geist und plötz­lich nur noch den „Gott Abra­hams“ anbe­tet. Der Katho­lik betet sicher­lich zum Gott Abra­hams, aber die­ser Gott ist aus­schließ­lich der, der sich durch und mit Maria in unse­re Welt gebo­ren hat als wah­rer Gott und wah­rer Mensch. Wer das nicht bekennt, glaubt nicht an den Gott Abra­hams und Saras, der ein­zi­gen und recht­mä­ßi­gen Frau Abra­hams.

Wie uns der Apo­stel Pau­lus dar­legt, muss der Abra­ham, den die Katho­li­ken als ihren Vater betrach­ten, von einer Frau her gese­hen wer­den: von Sara! Wer Abra­ham nicht als den Ehe­mann Saras ansieht, der ist – nach dem hei­li­gen Pau­lus – kein wah­rer Sohn Abra­hams. Ich zitie­re deutsch nach der Ein­heits­über­set­zung:

Ihr, die ihr euch dem Gesetz unter­stel­len wollt, habt ihr denn nicht gehört, was im Gesetz steht? In der Schrift wird gesagt, dass Abra­ham zwei Söh­ne hat­te, einen von der Skla­vin, den andern von der Frei­en. Der Sohn der Skla­vin wur­de auf natür­li­che Wei­se gezeugt, der Sohn der Frei­en auf­grund der Ver­hei­ßung. Dar­in liegt ein tie­fe­rer Sinn: Die­se Frau­en bedeu­ten die bei­den Testa­men­te. Das eine Testa­ment stammt vom Berg Sinai und bringt Skla­ven zur Welt; das ist Hagar — denn Hagar ist Bezeich­nung für den Berg Sinai in Ara­bi­en — und ihr ent­spricht das gegen­wär­ti­ge Jeru­sa­lem, das mit sei­nen Kin­dern in der Knecht­schaft lebt. Das himm­li­sche Jeru­sa­lem aber ist frei, und die­ses Jeru­sa­lem ist unse­re Mut­ter. Denn es steht in der Schrift: Freu dich, du Unfrucht­ba­re, die nie gebo­ren hat, brich in Jubel aus und jauch­ze, die du nie in Wehen lagst! Denn vie­le Kin­der hat die Ein­sa­me, mehr als die Ver­mähl­te. Ihr aber, Brü­der, seid Kin­der der Ver­hei­ßung wie Isaak. Doch wie damals der Sohn, der auf natür­li­che Wei­se gezeugt war, den ver­folg­te, der kraft des Gei­stes gezeugt war, so geschieht es auch jetzt. In der Schrift aber heißt es: Ver­stoß die Skla­vin und ihren Sohn! Denn nicht der Sohn der Skla­vin soll Erbe sein, son­dern der Sohn der Frei­en. Dar­aus folgt also, mei­ne Brü­der, dass wir nicht Kin­der der Skla­vin sind, son­dern Kin­der der Frei­en. (Gala­ter 4, 21 ff) ((Latei­nisch nach der Nova Vul­ga­ta:
21 Dici­te mihi, qui sub lege vul­tis esse: Legem non audi­tis?
22 Scrip­tum est enim quo­ni­am Abra­ham duos fili­os habuit, unum de ancil­la et unum de libe­ra.
23 Sed qui de ancil­la, secund­um car­nem natus est; qui autem de libe­ra, per pro­mis­sio­nem.
24 Quae sunt per alle­go­ri­am dic­ta; ipsae enim sunt duo Testa­men­ta, unum qui­dem a mon­te Sinai, in ser­vi­tu­tem generans, quod est Agar.
25 Illud vero Agar mons est Sinai in Ara­bia, respon­det autem Ieru­sa­lem, quae nunc est; ser­vit enim cum fili­is suis.
26 Illa autem, quae sur­sum est Ieru­sa­lem, libe­ra est, quae est mater nostra;
27 scrip­tum est enim: „Laeta­re, ste­ri­lis, quae non paris, erum­pe et excla­ma, quae non par­tu­ris, quia mul­ti filii desert­ae magis quam eius, quae habet vir­um“.
28 Vos autem, fra­tres, secund­um Isaac pro­mis­sio­nis filii estis.
29 Sed quo­mo­do tunc, qui secund­um car­nem natus fuer­at, per­se­que­ba­tur eum, qui secund­um spi­r­itum, ita et nunc.
30 Sed quid dicit Scrip­tu­ra? „Eice ancillam et fili­um eius; non enim heres erit fili­us ancil­lae cum filio libe­rae“.
31 Ita­que, fra­tres, non sumus ancil­lae filii sed libe­rae.))

Es gibt also nicht den „gemein­sa­men Gott Abra­hams“!
Es gibt den Gott Abra­hams und Saras und den Gott Abrams, Sarais und Hagars (um es poin­tiert zu sagen). Der Hl. Pau­lus ord­net Hagar dem Juden­tum zu, das unter dem Gesetz seufzt, aber den Sohn Got­tes ver­wor­fen und getö­tet hat. Sol­che Juden sind Knech­te, sie sind Skla­ven der Sün­de, Skla­ven wie Hagar, die Skla­vin der Sün­de wur­de, weil Sarai – wie sie da noch hieß — Gott nicht glaub­te und mein­te, sie müs­se sich durch eine ande­re, die sie sich unter­warf, Kin­der schaf­fen. Man kann Sarai mensch­lich und natür­lich ver­ste­hen, aber was sie tat, war unter Sün­de gesche­hen. Abram – wie er damals noch hieß — dage­gen tut, wie Adam schon unter Sün­de das, was der Mann nicht tun soll, tat, näm­lich wider bes­se­res Wis­sen und aus Bequem­lich­keit das Fal­sche, wozu ihn sei­ne Frau drängt: Cum­que ille, so heißt es lapi­dar, acquie­sce­ret deprecan­ti. (Gen. 16, 2) – und jener dann gab der Drän­gen­den nach.
Abram wuss­te, dass Gott ihm mit Sarai einen Nach­kom­men geben wür­de. War­um gab er ihr nach? Sarais Moti­ve sind nach­voll­zieh­bar. Sie sün­dig­te aus Ver­zweif­lung über die lan­ge War­te­zeit. Abrams Moti­ve dage­gen sind nicht nach­voll­zieh­bar … wenn man nicht Feig­heit, Bequem­lich­keit und prie­ster­li­che Schwä­che anneh­men will, denn sein per­sön­li­cher Glau­be schien doch nicht geschwächt wie der sei­ner Frau?!

Bevor ich mich wie­der den Gedan­ken des hei­li­gen Pau­lus zuwen­de, möch­te ich die­se merk­wür­di­ge Geschich­te um Abram, sei­ne recht­mä­ßi­ge Ehe­frau Sarai, die unter­joch­te und miss­brauch­te Magd Hagar und die bei­den Kin­der Isma­el und Isaak noch ein biss­chen betrach­ten:
Wie erwähnt, erin­nert die­se Geschich­te an den Sün­den­fall. Die Frau wird vom Satan ver­sucht und geschwächt, weil sie der Sün­de in den Gedan­ken Ein­lass gewährt hat. Sie fällt ab vom Glau­ben und will selbst das schaf­fen, was ihr Gott schein­bar ver­sagt hat, obwohl Er es doch ver­spro­chen hat: ein Kind. Sie for­dert ihren Mann, der an so etwas offen­sicht­lich nicht im Traum gedacht hat­te, dazu auf, Ehe­bruch zu bege­hen mit einer Unfrei­en, die sich auch sexu­ell erge­ben muss, wenn man es von ihr ver­langt. Es ist eine grau­en­vol­le Geschich­te, und nie­mand soll sie mit dem Hin­weis, dass frü­her sol­cher­lei Din­ge eben üblich waren, ver­harm­lo­sen. Nie­mand kann es Hagar ver­übeln, dass sie ihr klei­nes biss­chen Vor­rang, das sie durch die Schwan­ger­schaft erwirbt, gegen Sarai, die sie unter dem Dik­tat der Sün­de förm­lich pro­sti­tu­iert hat, in aller Schär­fe aus­spielt. Abram war ein nor­ma­ler Mann, und er wird sich gefreut haben, dass nun wie auch immer doch ein Nach­kom­me ins Leben gekom­men ist … Was tut Sarai? Sie beschul­digt Abram als den Ver­ur­sa­cher des unwür­di­gen Zustan­des.
Er weiß aller­dings, dass die Situa­ti­on unrecht ist, denn er gibt Sarai auf deren Drän­gen hin die Magd samt dem ille­gi­ti­men Sohn in die Hand: „Hier ist dei­ne Magd. Tu mit ihr, was du willst.“ (V. 6) Hagar läuft davon in die Wüste. Dort begeg­net ihr ein Engel und for­dert sie auf, zurück­zu­ge­hen zu Sarai und die har­te Behand­lung zu ertra­gen: denn Sarai ist vor dem gerech­ten Gott trotz ihrer Sün­de die recht­mä­ßi­ge Frau, und in ihr – nicht in einer ande­ren Frau – will Er Abram seg­nen. Er ver­heißt Hagar die Geburt eines Soh­nes, und Er selbst legt des­sen Namen fest: Isma­el, das heißt „Gott hört“, „denn der Herr hat auf dich gehört in dei­nem Leid“ (V. 11)
Gott muss sich, weil Er gerecht ist, erbar­men über die­ses bedau­erns­wer­te Geschöpf Hagar, er sieht, dass sie eine domi­nier­te, miss­brauch­te, aber auch selbst böse Frau ist und spricht eigen­ar­ti­ge Wor­te über die­sen Sohn aus, den sie gebä­ren wird. Wir soll­ten genau auf sie ach­ten:

Er wird ein Mensch sein wie ein Wild­esel. Sei­ne Hand gegen alle, die Hän­de aller gegen ihn! Allen sei­nen Brü­dern setzt er sich vors Gesicht. Da nann­te sie den Herrn, der zu ihr gespro­chen hat­te: El-Roï (Gott, der nach mir schaut). Sie sag­te näm­lich: Habe ich hier nicht nach dem geschaut, der nach mir schaut? Dar­um nann­te sie den Brun­nen Beer-Lahai-Roï (Brun­nen des Leben­di­gen, der nach mir schaut). Er liegt zwi­schen Kadesch und Bered. Hagar gebar dem Abram einen Sohn und Abram nann­te den Sohn, den ihm Hagar gebar, Isma­el. Abram war sechs­und­acht­zig Jah­re alt, als Hagar ihm Isma­el gebar. (V. 12 ff)

Gott sagt einen auf­säs­si­gen Sohn und ein auf­säs­si­ges, wider­spen­sti­ges Volk vor­aus, eine streit­süch­ti­ge Ban­de, die sich immer­zu und von jeder­mann unge­recht behan­delt fühlt. Die­ses Volk trägt förm­lich den Makel sei­ner Stamm­mut­ter auf sich, das Zurück­ge­setzt­sein, das Sich-selbst-Recht-Ver­schaf­fen, in gewis­ser Wei­se und para­dox den Fluch, der seit dem Sün­den­fall über der Frau liegt: die Unter­joch­te begehrt auf und will sich Recht ver­schaf­fen. Sie ist zu Unrecht unter­jocht und es ist nicht rich­tig, dass sie miss­braucht und unter­wor­fen wird, das ist kei­ne Fra­ge! Gott ist für Hagar dar­um aus­schließ­lich der, der nach ihr schaut, der sich über sie erbarmt. Sie sieht in Gott einen star­ken Bei­stand, des­sen Rea­li­tät für sie aus­schließ­lich inso­fern rele­vant ist. Was Er sonst sein könn­te für sie, inter­es­siert sie nicht. Sie nennt ihren Gott nach sich selbst! Gott wird sich spä­ter gegen­über Moses als der offen­ba­ren, der kei­nen aus­sprech­ba­ren Namen hat, der aber der ist, der er ist und Sei­ne Erwähl­ten in immer tie­fe­re Tie­fen der Got­tes-Erkennt­nis füh­ren will!

Als Gott mit Abram einen for­mel­len Bund schließt, ver­langt er von allen männ­li­chen Per­so­nen in sei­nem Haus­halt, auch den Skla­ven, die Beschnei­dung. Damit wird gleich von Anfang an aus­ge­schlos­sen, dass Isma­el irgend­ein beson­de­res Recht ein­for­dern könn­te, denn er wird mit sei­nem Vater Abram beschnit­ten wie alle Män­ner und Kna­ben im Haus, und Sarai ist immer noch kin­der­los. Gott stellt eine wei­te­re For­de­rung auf: „Man wird dich nicht mehr Abram nen­nen. Abra­ham wirst du hei­ßen (Vater der Men­ge).“ (Gen. 17, 5) Er schärft ihm mehr­fach ein, recht­schaf­fen zu leben vor IHM und den geschlos­se­nen Bund zu hal­ten. Die Sache mit Hagar ist schwe­re Sün­de! Wei­ter sagt er den ent­schei­den­den Satz: „Dei­ne Frau Sarai sollst du nicht mehr Sarai nen­nen, son­dern Sara (Her­rin).“ (V. 15) Wenn Gott zuvor gesagt hat, aus Abra­ham wür­den meh­re­re Völ­ker her­vor­ge­hen, die aber nicht alle in Sei­nen Bund gehö­ren, so sagt er jetzt etwas noch Schwer­wie­gen­de­res:

Ich will sie (Sara) seg­nen und dir auch von ihr einen Sohn geben. Ich seg­ne sie, sodass Völ­ker aus ihr her­vor­ge­hen; Köni­ge über Völ­ker sol­len ihr ent­stam­men.“ Da fiel Abra­ham auf sein Gesicht nie­der und lach­te. Er dach­te: Kön­nen einem Hun­dert­jäh­ri­gen noch Kin­der gebo­ren wer­den und kann Sara als Neun­zig­jäh­ri­ge noch gebä­ren? Dann sag­te Abra­ham zu Gott: Wenn nur Isma­el vor dir am Leben bleibt! Gott ent­geg­ne­te: Nein, dei­ne Frau Sara wird dir einen Sohn gebä­ren und du sollst ihn Isaak nen­nen. Ich wer­de mei­nen Bund mit ihm schlie­ßen als einen ewi­gen Bund für sei­ne Nach­kom­men. Auch was Isma­el angeht, erhö­re ich dich. Ja, ich seg­ne ihn, ich las­se ihn frucht­bar und sehr zahl­reich wer­den. Zwölf Für­sten wird er zeu­gen und ich mache ihn zu einem gro­ßen Volk. Mei­nen Bund aber schlie­ße ich mit Isaak, den dir Sara im näch­sten Jahr um die­se Zeit gebä­ren wird. (Gen. 17, 16 ff)

Gott han­delt hier gerecht, ohne sich von Sei­nem Plan abbrin­gen zu las­sen. Er sieht, dass es nicht Hagars und Isma­els Schuld ist, dass sie in ihre Lage gebracht wor­den sind. Er hat sich über die­se bei­den erbarmt, und er nimmt auch sein Wort nicht zurück, dass in Abram alle Geschlech­ter geseg­net sein sol­len. Aber Hagar ist nicht die recht­mä­ßi­ge Frau!
Sei­nen Bund schließt Er nicht mit Isma­el, son­dern mit Isaak, dem Sohn, den Sara, die „Her­rin“, gebä­ren wird. Es klingt auch an, dass Abra­ham sich Saras Ver­zweif­lung erge­ben hat, anstatt sie, wie es sei­ne prie­ster­li­che Auf­ga­be gewe­sen wäre, zum Glau­ben und Aus­har­ren zu ermu­ti­gen. So kann man ver­ste­hen, war­um Gott Saras Kind seg­net, und dies ganz, es zu einem Königs­kind macht, Isma­el dage­gen, an den Abra­ham sich gehängt hat, nicht in die­ser Wei­se seg­nen wird. Der Herr sieht tat­säch­lich in einer wei­ter rei­chen­den Form auf das „Elend sei­ner Magd“: „Quia respe­xit humi­li­tatem ancil­lae suae.“ (Magni­fi­cat)

Gott beginnt sei­nen Heils­bund nicht mit einer Skla­vin, nicht mit der unter­wor­fe­nen Frau, die durch den Sün­den­fall vom Mann beherrscht wird, wie es dort heißt (Gen. 3, 16), son­dern – mit einer HERRIN! Mit einer frei­en Frau. ER selbst hat sie zuvor frei gemacht und ihr den Namen der Frei­en gege­ben. Sie ist Hin­weis auf Maria, die spä­ter den Sohn Got­tes gebä­ren wird. Als sie Abra­ham auf­for­dert, die Skla­vin samt ihrem Sohn Isma­el hin­aus­zu­wer­fen, damit nicht Isma­el Abra­ham mit Isaak beerbt, — die Text­stel­le, die der hei­li­ge Pau­lus zitiert (Gen. 21, 10), bestä­tigt Gott dies­mal das Wort der Frau an den Mann: „Höre auf alles, was dir Sara sagt!“ (V. 12) — Sara ist nun, da Er es bestimmt, tat­säch­lich „Her­rin“ und „Hil­fe“ für den Mann, adiuto­ri­um. Inter­es­sant aber auch, dass Abra­ham dies­mal erst ein­mal mit Gott redet, bevor er auf sei­ne Frau hört. Es ist etwas ins Lot gekom­men zwi­schen dem Mann und der Frau, trotz aller Sün­de, die hier immer noch quä­lend im Raum wirkt. Es ist wie ein schwa­cher Licht­streif am Hori­zont, eine Ahnung von dem, was erst noch ein­mal, wenn die Zei­ten sich erfüllt haben wer­den, sein wird.

Maria wird Jahr­hun­der­te danach von IHM selbst voll­kom­men frei, auch frei von der Sün­de, geschaf­fen wer­den. Maria ist und bleibt Jung­frau – eine Frau, über die kein Mann ein Recht hät­te, son­dern allei­ne Gott selbst. Was Er mit Maria voll­zieht, wird unter Aus­schluss jeder männ­li­chen Zustim­mung oder Mit­spra­che voll­zo­gen. Ihr „Fiat“ ist das Wort einer völ­lig frei­en Frau! Maria ist vor Gott von Men­schen völ­lig unab­hän­gig, ER selbst hat sie so geschaf­fen und ohne Bela­stung durch die Erb­sün­de und per­sön­li­che Sün­den ins Leben geru­fen, wie Eva vor dem Sün­den­fall, viel­leicht sogar noch inten­si­ver, eben weil sie kei­nen Mann erkennt. Die Kir­che grün­det sich nicht auf den Fluch durch die Sün­de, der den gegen­sei­ti­gen Kampf um Domi­nanz zwi­schen den Geschlech­tern bedeu­tet. Sie grün­det nicht auf dem Kampf des Man­nes um sei­ne Herr­schaft nicht nur über die Frau, aus der der Mann sei­ne Kin­der her­aus zeugt, son­dern auch über ande­re Män­ner. Isma­el spie­gelt die­sen ungu­ten Teil Abra­hams und ist wie ein Sinn­bild für den Mann unter Sün­de: einer­seits zu bequem, zu stolz und zu fei­ge, vor Gott zu ste­hen und für Sein wah­res Gebot ein­zu­ste­hen, dane­ben immer im Kampf um die Macht, immer auf Kriegs­pfa­den, immer auf der Suche nach Objek­ten, die er unter­wer­fen kann, ein Getrie­be­ner und den Trie­ben Aus­ge­setz­ter. Unschwer ist in die­ser Ein­stel­lung der isla­mi­sche Anspruch auf Herr­schaft und Domi­nanz zu erken­nen. Aber die Kir­che grün­det auch nicht auf dem ver­zwei­fel­ten Kampf der Frau um Gerech­tig­keit, den Hagar führt, eine Art frü­he Femi­ni­stin, die das Joch, das man ihr unge­rech­ter­wei­se auf­er­legt, abschüt­teln will und ihre Got­te­s­er­kennt­nis dar­auf redu­ziert, in Ihm einen „Rächer der Ent­erb­ten“ sehen zu wol­len. Die Kir­che grün­det auch nicht auf der bit­te­ren Eigen­mäch­tig­keit Sarais, die Ihm Sei­ne Ver­hei­ßung nicht glaubt und sich an Sei­ne Stel­le als Han­deln­de setzt. Unschwer ist auch in der Hal­tung der bei­den Frau­en die Auf­säs­sig­keit und Eigen­mäch­tig­keit der ismae­li­ti­schen Reli­gi­on zu sehen, die sich Frie­den erst dann vor­stel­len kann, wenn ihr selbst Recht gesche­hen ist. Und Recht geschieht ihr dann, wenn sie sich alle Welt unter­jocht hat und ihre Gedan­ken durch­ge­setzt hat, die alle dar­auf abzie­len, vor der Welt etwas zu gel­ten.

Aber wie sagt der hei­li­ge Pau­lus in der Nach­fol­ge zu ver­schie­de­nen Schrift­stel­len: Nicht das natür­lich, nach dem Wil­len des Man­nes Gezeug­te ist geseg­net, son­dern das, was ER ver­heißt und gibt!

Gott grün­det die Kir­che in aller Ver­bor­gen­heit, neu und in so tie­fen Heils­ge­heim­nis­sen, dass wir sie nicht aus­den­ken kön­nen. Ohne gro­ße Wor­te wird der unsäg­li­che Riss zwi­schen den Geschlech­tern auf­ge­ho­ben, weil er das „Simi­le“ zum Zer­würf­nis des Men­schen mit sei­nem Schöp­fer bedeu­tet. Die­ser Bruch zwi­schen Gott und Mensch soll auf­ge­ho­ben wer­den. Dies kann nur gesche­hen, wenn zugleich auch der Bruch zwi­schen Mann und Frau geheilt wird. Still­schwei­gend, fast voll­stän­dig ver­schlei­ert, erschafft sich Gott eine voll­kom­me­ne Frau, eine wah­re „Her­rin“, um durch sie als der Herr selbst zu uns zu kom­men und an unse­rer Stel­le unse­ren unwür­di­gen Zustand zu süh­nen und zu been­den. Die­ser Gedan­ke ist so uner­hört, dass man fast nicht wagt, ihn zu den­ken. Und doch ist das die Leh­re der Kir­che.

Es ist zwar wahr, dass Gott sich auch der Nach­kom­men Hagars erbarmt hat, aber sie sind nicht Trä­ger des Heils­bun­des, den er mit Isaak fort­ge­führt hat. Isaak, dem Sohn der Her­rin!
Nun mag einer ein­wen­den, dass doch die Israe­li­ten zurück­ge­hen auf Isaak. Das ist wahr, aber der hei­li­ge Pau­lus sagt uns, dass man nur dann ein Nach­kom­me Isaaks sein kann, wenn man Nach­kom­me von des­sen Mut­ter, der Her­rin Sara ist.

Wie ist das zu ver­ste­hen?

Was Sara aus­zeich­net ist, dass Gott sie erwählt hat als „Her­rin“, hat doch Er selbst ihr den Namen „Her­rin“ trotz und nach all dem sünd­haf­ten Unglück, das sie selbst her­vor­ge­ru­fen hat, gege­ben. Wäh­rend Hagar sich anmaßt, Gott einen Namen zu geben, tut Sara dies nicht und wird statt­des­sen mit­samt ihrem Mann von Gott „umbe­nannt“. Man muss es beach­ten, dass der hei­li­ge Pau­lus die wah­re Stamm­li­nie eben nicht pri­mär über Abra­ham defi­niert, denn der ist durch sei­ne und Saras schwe­re Sün­de an Hagar Vater ver­schie­de­ner Völ­ker, auch sol­cher, die nicht dem Heils­bund ange­hö­ren. Der hei­li­ge Pau­lus defi­niert die Heils­li­nie viel­mehr aus­drück­lich über die Frau, über Sara, die „Her­rin“, die „Freie“, die das „Himm­li­sche Jeru­sa­lem“, wie er sie nennt, das Reich Got­tes, die Kir­che, gewis­ser­ma­ßen als Vor­läu­fe­rin Mari­ens dar­stellt.
Die Juden aber sahen damals wie heu­te nur auf Abra­ham. Bis zum heu­ti­gen Tag ach­ten sie Sara nicht ernst­haft als Her­rin so hoch wie Abra­ham. Die Miss­ach­tung ihrer eige­nen Mut­ter setzt sie zurück und macht sie zu Söh­nen, die sich ver­hal­ten, als wären sie Nach­kom­men der Skla­vin. Wer Sara und mit ihr die Frau all­ge­mein nicht hoch­ach­tet, kann auch Maria nicht ver­ste­hen und lie­ben. Und wer die Frau Maria nicht liebt, bene­dic­ta est in mulie­ri­bus, wird Jesus nicht als den wah­ren Gott und den wah­ren Men­schen aner­ken­nen kön­nen, als der ER selbst ver­stan­den wer­den will. Immer wie­der wird gesagt, die Stel­lung der Frau habe zur Zeit Jesu im Juden­tum einen Tiefst­stand erreicht. Das Juden­tum hat sich dar­aus bis heu­te nicht erho­ben und sich damit selbst alle Wege ver­sperrt, dar­an zu glau­ben, dass Gott sich aus einer Frau gebä­ren ließ!

Beim Islam ist die Lage leich­ter zu ver­ste­hen: die­se Reli­gi­on bezieht sich ein­deu­tig zurück auf Isma­el und Hagar, hat sich also selbst als Reli­gi­on der Skla­vin defi­niert. Ihre Exi­stenz ist förm­li­che Kon­kur­renz zum Juden­tum und zum Chri­sten­tum – also den Reli­gio­nen, die sich auf Isaak zurück­füh­ren. Das Glau­bens­be­kennt­nis des Islam, die 112. Sure des Koran, ist der aus­drück­li­che Wider­spruch gegen den Drei­fal­tig­keits­glau­ben. Gott sei der, der nicht zeu­ge und nicht gezeugt sei und er habe einen gewis­sen Pro­phe­ten. Damit ist Jesus Chri­stus abge­schmet­tert. Wie Gott es ihrer Stamm­mut­ter vor­her­ge­sagt hat, sind sie wie ein wil­der Esel, der mit jeder­mann im Streit liegt, mili­tä­ri­sche Macht haben und jeder­mann über die Wahr­heit beleh­ren will, die er sich, wie einst Hagar, selbst zurecht­legt: Elroi – der Gott, der nach ihrem Bil­de ver­stan­den ist und „auf sie schaut“, ist der wah­re Gott. Den drei­fal­ti­gen Gott, der sich nicht, wie der isla­mi­sche Gott in 99 Attri­bu­ten anspre­chen lässt, son­dern viel­mehr ver­schlei­ert im „Simi­le“ lebt, leh­nen sie ab.

Es hat mich schon vor Mona­ten geschau­ert, als Ber­go­glio sag­te, er sei „ein Sün­der, auf den der Herr geschaut hat“. Ber­go­glio wie­der­holt damit fast wört­lich das, was Hagar gesagt hat, die nicht unse­re Stamm­mut­ter ist! Denn sie bastelt sich den Unaus­sprech­li­chen Namen ego­zen­trisch zurecht, und mit ihr der, der angeb­lich der „Papst“ ist? ((Vgl. mei­nen dama­li­gen Arti­kel zu die­ser Aus­sa­ge Ber­go­gli­os hier https://zeitschnur.blogspot.de/2013/10/vor-dem-allerheiligsten.html))

Aber bereits Johan­nes Paul II. hat die Erklä­rung des hei­li­gen Pau­lus, ganz genau­so wie es die Juden tun, ein­fach über­gan­gen. Er behaup­tet pola­ri­sie­rend in Mulie­ris digni­tatem: „Um aber sei­nen Bund mit der Mensch­heit zu schlie­ßen, hat­te er sich nur an Män­ner gewandt: Noach, Abra­ham… Am Anfang des Neu­en Bun­des, der ewig und unwi­der­ruf­lich sein soll, steht die Frau.“ ((Mulie­ris digni­tatem, 11))
Johan­nes Paul II. pola­ri­siert hier die Wahr­heit, viel­leicht auch, um den Öku­me­nis­mus der Reli­gio­nen nicht zu gefähr­den. Er hat jedoch unrecht: Gott schloss Sei­nen Bund mit Noach nicht „nur“ mit dem Mann, son­dern mit ihm stell­ver­tre­tend für die Frau und auch die recht­mä­ßi­gen Söh­ne aus die­ser Frau und deren Frau­en. Das lässt sich leicht bewei­sen. Zu Noach sagt Gott bei­spiels­wei­se: „Komm her­aus aus der Arche, du, dei­ne Frau, dei­ne Söh­ne und die Frau­en dei­ner Söh­ne! (…)“ Er ruft also Män­ner und Frau­en – nicht „nur“ die Män­ner …

Der Herr roch den beru­hi­gen­den Duft (des Brand­op­fers) und der Herr sprach bei sich: Ich will die Erde wegen des Men­schen nicht noch ein­mal ver­flu­chen; denn das Trach­ten des Men­schen ist böse von Jugend an. Ich will künf­tig nicht mehr alles Leben­di­ge ver­nich­ten, wie ich es getan habe. So lan­ge die Erde besteht, sol­len nicht auf­hö­ren Aus­saat und Ern­te, Käl­te und Hit­ze, Som­mer und Win­ter, Tag und Nacht. (Gene­sis 8, 15 ff)

Dass der Bund mit Abra­ham wesent­lich und am Ende sogar nur über die Frau Sara zu Maria und damit zu Jesus Chri­stus führt, haben wir bereits gese­hen. Die Aner­ken­nung die­ser Tat­sa­che bedeu­tet aber auto­ma­tisch den Gra­ben min­de­stens ein­mal unab­weis­bar zum Islam hin …

Des unge­ach­tet ist es bemer­kens­wert, dass Gott den Bund, den er in Chri­stus mit uns schließt, tat­säch­lich durch die stell­ver­tre­ten­de und ein­sa­me Ent­schei­dung einer Frau, das „Fiat“ Mari­as, geschlos­sen hat. Es wäre aber auch hier unsin­nig, nun zu glau­ben, Er habe den Bund „aus­schließ­lich“ mit einer Frau geschlos­sen. Maria ist „Bun­des­la­de“. Der Bund mit ihr ver­lö­re jeden Sinn, wenn sie nicht IHN in die Welt getra­gen hät­te, den Sohn Got­tes. Maria hät­te ihre Mis­si­on nicht voll­zie­hen kön­nen, wäre ihr nicht Josef an die Sei­te gestellt wor­den, der eben­falls durch sein Ein­ver­ständ­nis in die Zumu­tung, ein frem­des Kind anzu­er­ken­nen, in die­sen Bund ein­ge­tre­ten ist. Nein – bei Gott geschieht alles über Ver­mitt­lung über die mul­ti­di­men­sio­na­len Bild­wel­ten des „Simi­le“ und man­nig­fal­ti­ger „Suk­zes­sio­nen“. Das ist es, was in unse­rem Glau­ben jeden zu einem König und zu einer Köni­gin macht, der oder die jeden Macht­an­spruch gegen Gott und Mensch fah­ren lässt. Nie­mand ist hier, den Gott nicht über­reich schmücken wür­de mit Talen­ten und Cha­ris­men, jeden anders und jeden mehr als er je erwar­tet hät­te! Gott wen­det sich eben nicht „nur“ mal an den Mann mal an die Frau – Gott sei Dank!

Das Frie­dens­ge­bet Ber­go­gli­os sprach nur den Gott Abra­hams direkt an.
Das ist die aus­drück­li­che Apost­asie.
Es hilft nichts, wenn Ber­go­glio mor­gen wie­der ein klein wenig vom Kreuz, vom Teu­fel oder der „Mama“ schwa­dro­niert.
Im Gebet hat er unse­ren Herrn umgan­gen, als wol­le er sagen, er ken­ne ihn nicht. Kenn­te er IHN, müss­te er unab­läs­sig von IHM reden.
Da er IHN nicht anbe­tet, hofft er nicht auf IHN.
Lieb­te er IHN, könn­te Er gar nicht anders, als zu IHM zu beten, denn dann wäre er SEIN Stell­ver­tre­ter, ohne den er nichts mehr tun woll­te.
Dass ER, nur ER (!), Weg, Wahr­heit, Leben ist, das glaubt Ber­go­glio nicht.
Wür­de er es glau­ben, hät­te er es dem Juden und dem Mus­lim vor­ge­tra­gen und geglaubt, dass ER Sei­nen Frie­den dazu gibt, auch und gera­de dann, wenn die bei­den ande­ren ihre Schwer­ter gezückt hät­ten.

Text: Han­na Jüng­ling
Bild: Jan Pro­vost: Abra­ham und Sara wird die Geburt eines Soh­nes ange­kün­digt

11 Kommentare

  1. Pau­lus selbst sagt es ja: Sara wur­de zu Hagar. Sowohl die Nach­kom­men Saras wie Hagars bezeich­net er als Unfreie. Und aus Isaak, dem Erben, wur­de soz. Isma­el.

    Maria ist anders als Sara und kann nicht mit die­ser in einem Atem­zu­ge genannt oder ver­gli­chen wer­den, denn Maria ist unver­gleich­lich und ein­zig­ar­tig. Maria wur­de nach Got­tes Rat­schluß ohne Erb­sün­de emp­fan­gen und blieb und ist immer­wäh­ren­de Jung­frau und Got­tes­ge­bä­re­rin. Und mehr noch: ein Schwert durch­drang ihre See­le ange­sichts der Kreu­zi­gung ihres Soh­nes.
    Wir haben es mit einer neu­en Schöp­fung zu tun. D.h.: der Bund Got­tes mit Abra­ham führt nur „äußer­lich“ über Sara/Isaak zu Maria. Des­we­gen heißt es auch: Neu­es! Testa­ment, das gleich­wohl mit/seit Abra­ham ff. sei­nen Vor­läu­fer hat und hoch zu ach­ten ist.
    Die „Din­ge“ und Gescheh­nis­se vor Abra­ham betref­fen nicht allein das Volk Isra­el und die Ismae­li­ter, son­dern die gesam­te Mensch­heits­fa­mi­lie.

    Wenn der Papst nun mit einem Juden und einem Mos­lem gebe­tet hat mit Ver­weis auf Abra­ham, dann hat er Chri­stus nicht geleug­net, weil Abra­ham sich ja freu­te, den „Tag Chri­sti“ zu sehen — und er hat ihn gese­hen, sagt Jesus selbst.
    Das heißt doch posi­tiv gesagt: den bei­den, Perez und Abbas, ist unge­wollt (wahr­schein­lich) durch den Papst die christliche/wahre Sicht­wei­se über Abra­ham soz. mit­ge­teilt wor­den. (Und die­se wah­re Sicht­wei­se ist die Sicht­wei­se Abra­hams selbst). Denn der Papst war ja der Gast­ge­ber und hat­te das Sagen.

    Zusam­men­ge­faßt: durch das Beten mit dem Papst haben sich sei­ne Gäste ob gewollt oder nicht auf die christ­li­che Sicht­wei­se über Abra­ham ein­ge­las­sen. Kein Wun­der eigent­lich, daß der Imam dann sei­ne bekann­te Ant­wort dar­auf gege­ben hat- das war eine Abwehr­hal­tung.

    • „Pau­lus selbst sagt es ja: Sara wur­de zu Hagar. Sowohl die Nach­kom­men Saras wie Hagars bezeich­net er als Unfreie. Und aus Isaak, dem Erben, wur­de soz. Isma­el.“

      Das haben Sie geschrie­ben. Ich weiß zwar, was Sie mei­nen, fin­de aber, dass Sie einen ent­schei­den­den Denk­feh­ler machen. Las­sen Sie es mich dar­le­gen:
      Nicht Sara wird zu Hagar!
      Sara ist Sara, Hagar ist Hagar.
      Isra­el hat mit der Erschei­nung Jesu eine Weg­schei­de erreicht: ein Teil — die Apo­stel, die vie­len Frau­en etc. folg­ten ihrer Mut­ter Sara und konn­ten vie­le Hei­den dazu­ge­win­nen, die mit Freu­den eben­falls Sara wähl­ten, als sie erfuh­ren, dass auch sie geru­fen sind — d.h. sie erkann­ten Jesus als den Chri­stus an. Der ande­re Teil, der v.a. durch das jüdi­sche Prie­ster­tum geprägt ist und den größ­ten Teil der reli­giö­sen Füh­rung aus­mach­te, folg­te jedoch Hagar. Pau­lus sagt: „…ihr ent­spricht das gegen­wär­ti­ge Jeru­sa­lem, das mit sei­nen Kin­dern in der Knecht­schaft lebt..“
      Er meint ja nicht, dass das „gegen­wär­ti­ge Jeru­sa­lem“ kom­plett Isra­el abbil­det, son­dern eben die­se reli­giö­se Schicht, die ihren Ret­ter ver­wor­fen hat und damit zurück­ge­sun­ken ist in den Zustand Hagars.

      Die Kin­der Hagars aber leug­nen Jesus.
      Was ich sagen woll­te ist: es gibt nicht „den“ Gott Abra­hams. Man muss sich ent­schei­den, ob man dem Gott Saras und Isaaks oder dem Gott Hagars und Isma­els fol­gen will, bei­de jedoch kön­nen sich zurecht in gewis­ser Wei­se auf Abra­ham beru­fen. Hier steckt eine Tra­gik, die auf die Sün­de Abra­hams und Saras zurück­geht. Gott hat sich erbarmt, und er wür­de auch die gegen­wär­ti­gen Kin­der Hagars als Kin­der Saras anneh­men, wenn sie nur woll­ten. Sie wol­len aber nicht.

      Ich den­ke, die von Ihnen zitier­te Johan­nes­stel­le (Kap. 8) wirft das Pro­blem der „wah­ren“ und eben nicht wah­ren Kin­der Abra­hams auf. Jesus spricht an die­ser Stel­le den Juden, von denen er gera­de abge­lehnt wur­de, als sol­che, die kei­ne Kin­der Abra­hams, son­dern des Satans sind.

      Ich den­ke, Ihre Argu­men­te könn­ten hin­hau­en, wenn ein Katho­lik in Gegen­wart eines Gläu­bi­gen einer Reli­gi­on, die Jesus nicht kennt und von IHM nicht spricht, Jesus Chri­stus aus­drück­lich anbe­tet!
      Nun leh­nen aber Juden­tum und Isalm Jesus als Gott aus­drück­lich ab!
      Jesus selbst nann­te sol­che „Kin­der des Satans“.
      Den­ken Sie wirk­lich, man kann „Kin­dern des Satans“, die sich lan­ge Kin­der Abra­hams nen­nen — das hat­ten wir ja alles schon zur Zeit der Evan­ge­li­en — gegen ihren erklär­ten Wil­len, gewis­ser­ma­ßen „unter der Hand“ den rech­ten Glau­ben über­zie­hen?
      Ich hal­te die­se Mei­nung für naiv. Sie unter­schätzt den Bösen und schlägt alle War­nun­gen, nicht an einem Joch mit den Ungläu­bi­gen zu zie­hen, in den Wind, die auch von Jesus stammt. Uns ist gesagt, dass wir dann die Herr­schaft über uns selbst ver­lie­ren wer­den. F. hat die Herr­schaft ver­lo­ren. Wir wer­den es in Kür­ze sehen.

      Und im übri­gen hat F. tra­gi­scher­wei­se den schüt­zen­den und ret­ten­den Namen Jesu im gemein­sa­men Gebet eben nicht genannt — wie soll ER dann bei­ste­hen und ein­tre­ten für ein Gebet, das IHN drau­ßen ließ.

  2. Sehr geehr­te Frau Jüng­ling, sei­en Sie bit­te nicht so streng mit SARA. Sie hat nur getan, was in der dama­li­gen Gesell­schaft üblich war. So han­del­ten Frau­en, wenn sie unter Kin­der­lo­sig­keit lit­ten. Ich lese nir­gends in der Hl. Schrift, daß Gott Sara wegen ihrer Initia­ti­ve dem gött­li­chen Ver­spre­chen etwas auf die Sprün­ge zu hel­fen, geta­delt hät­te. Auch die Stammüt­ter Lea und Rachel haben sich auf die­se Wei­se zusätz­li­che Kin­der ver­schaft

    • …aber aber — ich äuße­re doch immer wie­der Ver­ständ­nis für sie…mir klingt aber Jesu „Von Anfang an ist es nicht so gewesen…wegen der Här­te eurer Her­zen“ in den Ohren…
      Auch spricht der gan­ze Ver­lauf der Geschich­te ja für sich, oder? Gott muss da nie­man­den mehr extra tadeln bei der ver­fah­re­nen Situa­ti­on.
      Ihr Hin­weis auf Rahel und Lea ist gut — aber anders, als Sie es mei­nen: die bei­den ver­meh­ren sich über ihre Skla­vin­nen ja um die Wet­te. Und war­um? Weil Jakob Lea über­haupt nicht woll­te, son­dern um Rahel jah­re­lang gedient hat und von sei­nem Onkel betro­gen wur­de. Die Geschich­te wird ja trau­rig genug geschil­dert. Jakob lieb­te nur Rahel und woll­te eigent­lich nur Rahel. Lea hat man ihm, nach­dem man ihn trun­ken gemacht hat, unter­ge­scho­ben, und Gott seg­net sie zum Trost mit Kin­dern. Rahel ist unfruchtbar…das Wett­ren­nen ist also nicht etwas „Übli­ches“ und dar­um okay, son­dern hier wird eine furcht­ba­re Rea­li­tät geschil­dert, die auch in kei­ner Wei­se beschö­nigt oder ver­harm­lost, son­dern in ihrer Unmensch­lich­keit nüch­tern beschrie­ben wird…

      Eine klei­ne Anmer­kung noch: ich kann­te einen Afgha­nen, der in sol­chen Ver­hält­nis­sen auf­ge­wach­sen ist, mit zunächst unfrucht­ba­rer Haupt­frau (sei­ner Mut­ter dann spä­ter…), einer Zweit­ne­ben­frau fürs Kin­der­ge­bä­ren und am Ende noch einer Dritt­ne­ben­frau, um das ent­stan­de­ne Defi­zit und die Kon­kur­renz unter den Frau­en aus­zu­glei­chen. Sein Kom­men­tar als Mus­lim, der in einer Gesell­schaft auf­ge­wach­sen ist, die das „üblich“ fin­det: „Das ist unmensch­lich und bar­ba­risch — die Fol­ge­pro­ble­me sind so gra­vie­rend, das kann sich kei­ner von außen vor­stel­len. Das kann Gott nicht wol­len.“

      Und genau­so lesen sich auch die AT-Berich­te: es ist bar­ba­risch. Dass Gott gnä­dig han­delt, zeigt uns Sei­ne Lie­be zu uns, aber dass Sei­ne Gerech­tig­keit damit belei­digt wur­de, hat uns Jesus ja spä­ter deut­lich genug gesagt, als Er die­ses trei­ben als Aus­druck der Sün­de abwehr­te und Sei­nen Jün­gern ver­bot, oder?

  3. Sehr schön hat Hw Alex­an­der Metz von der Petrus-Bru­der­schaft
    das Geheim­nis der Aller­hei­lig­sten Drei­fal­tig­keit umschrie­ben.….
    sei­ne Aus­füh­run­gen sol­len in einem kur­zen Abriss wie­der­ge­ge­ben wer­den:

    Kraft der Ver­nunft
    — die jeder erschaf­fe­nen See­le zusam­men mit dem frei­en Wil­len inne ist.….
    die Eben­bild­lich­keit Got­tes -
    kann jeder Mensch zur Erkennt­nis kom­men,
    dass es einen Gott gibt.…

    das „ÄUSSERE“ Got­tes gleich­sam

    Wenn wir also gefragt wer­den
    „Glaubst du an Gott“ ?
    dann ant­wor­ten wir
    „Nein, son­dern ich weiss, dass es Ihn gibt“

    Wenn also die Rede davon ist, dass
    „alle an den Einen Gott glau­ben wür­den“
    so betrifft dies allei­ne das „Äusse­re“.….

    Und von die­sem „Äusse­ren“ wer­den nun
    men­schen­ge­dach­te Vor­stel­lung zu
    fal­schen Reli­gio­nen bzw. Irr­leh­ren.….
    ja, selbst bei Katho­li­ken wird immer wie­der ange­dacht,
    wie sie denn Gott „lie­ber ger­ne hät­ten“.…
    doch all die­sen men­schen­ge­dach­ten Got­tes-Vor­stel­lun­gen ist Eines gemein­sam. KEINE führt zur Erlö­sung und zur Erret­tung !
    +

    Das „INNERE“ Got­tes aber.…
    kann allei­ne kraft der durch die hl. Tau­fe geschenk­ten
    hei­lig­ma­chen­den Gna­de des wah­ren Glau­bens
    erkannt wer­den.….
    durch die Selb­stof­fenba­rung des zur Süh­ne der Sün­den Mensch gewor­de­nen ein­ge­bo­re­nen Soh­nes Got­tes Jesus Chri­stus
    Das „Inne­re“ Got­tes.….
    die Aller­hei­lig­ste Drei­fal­tig­keit .….
    unser Herr und Gott Jesus Chri­stus lässt uns also im Glau­ben
    als sei­ne ange­nom­me­nen Kin­der
    einen Blick in das inner­ste Wesen Got­tes schau­en.….
    Wel­ches uns frei­lich den­noch unbe­greif­lich blei­ben wird.…
    Ein Gott in Drei Wesens­glei­chen Per­so­nen.

    Der Eine Wah­re Gott.

    Der Eine Wah­re Gott aber.….
    Sein „Inne­res“
    kann allei­ne im unfehl­ba­ren Leh­re der Hei­li­gen Mut­ter Kir­che.…
    im wah­ren Glau­ben erkannt wer­den,
    soweit es durch unse­ren erschaf­fe­nen Ver­stand mög­lich ist.

    Den­ken wir denn auch immer an die uner­mess­li­che Gna­de
    als ange­nom­me­ne Kin­der Got­tes
    durch den wah­ren Glau­ben zur Erkennt­nis
    Sei­nes Inne­ren Wesens der Aller­hei­lig­sten Drei­fal­tig­keit
    kom­men zu dür­fen.…
    das Glau­bens­ge­heim­nis an die Aller­hei­lig­sten Drei­fal­tig­keit
    ist gleich­sam auch das Glau­bens­be­kennt­nis an die Erlö­sung von Sün­de und Tod .
    -

  4. „Er wird ein Mensch sein wie ein Wild­esel. Sei­ne Hand gegen alle, die Hän­de aller gegen ihn! Allen sei­nen Brü­dern setzt er sich vors Gesicht. Da nann­te sie den Herrn, der zu ihr gespro­chen hat­te: El-Roï (Gott, der nach mir schaut). “

    Eine etwas holz­schnitt­ar­ti­ge Inter­pre­ta­ti­on, dies auf Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten als Gan­ze zu bezie­hen. Ins­be­son­de­re unter Beru­fung auf Pau­lus dürf­te es sich auf die Ent­schei­dung des ein­zel­nen Gläu­bi­gen für oder gegen Chri­stus bezie­hen, sei er nun ursprüng­lich Hei­de, Jude oder (spä­ter) Mos­lem. Und es dürf­te auch inner­halb des Vol­kes der Gläui­gen die­je­ni­gen mei­nen, die ihre Inter­pre­ta­ti­on der Leh­re der Kir­che der amt­li­chen Leh­re der Kir­che, reprä­sen­tiert vom Papst als Sym­bol der Ein­heit vor­zie­hen.

  5. Ein sehr aus­drucks­star­kes Zitat — dies­mal von Johan­nes dem Täu­fer vor der öffent­li­chen Erschei­nung des Herrn:

    „Bringt Frucht her­vor, die eure Umkehr zeigt,
    und meint nicht, ihr könn­tet sagen: Wir haben ja Abra­ham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus die­sen Stei­nen Kin­der Abra­hams machen.
    Schon ist die Axt an die Wur­zel der Bäu­me gelegt; jeder Baum, der kei­ne gute Frucht her­vor­bringt, wird umge­hau­en und ins Feu­er gewor­fen.
    Ich tau­fe euch nur mit Was­ser (zum Zei­chen) der Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stär­ker als ich und ich bin es nicht wert, ihm die Schu­he aus­zu­zie­hen. Er wird euch mit dem Hei­li­gen Geist und mit Feu­er tau­fen.
    Schon hält er die Schau­fel in der Hand; er wird die Spreu vom Wei­zen tren­nen und den Wei­zen in sei­ne Scheu­ne brin­gen; die Spreu aber wird er in nie erlö­schen­dem Feu­er ver­bren­nen.“

    (Mat­thä­us 3, 8 ff)

    Noch mal wird hier ange­deu­tet, dass die, die sich auf Abra­ham als ihrem Vater beru­fen, fal­sche Abra­hams­kin­der sind bzw. sein kön­nen. Sie schei­nen här­ter als Stein zu sein. Es ist leich­ter, aus Stei­nen Abra­hams­kin­der zu erwecken als aus sei­nen leib­li­chen Nach­kom­men, hier ins­be­son­de­re den leib­li­chen Nach­kom­men Saras und Isaaks, denn ihnen war alles anver­traut wor­den und sie haben es ver­wor­fen. Gott woll­te, dass sie Freie sind — wie das 1. Gebot es ja auch aus­drückt. Sie aber woll­ten Knech­te blei­ben und ande­re knech­ten. Auch das ein typi­sches Merk­mal der Men­ta­li­tät der men­schen­ge­mach­ten Reli­gio­nen: gna­den­los wer­den Men­schen unter­wor­fen, herz­los und kalt für einen Gott, der dem Men­schen anschei­nend ent­ge­gen­steht und ihn zer­stö­ren lässt, wenn er sich nicht der Gewalt unter­wirft.
    Ich freue mich immer mehr, dass in unse­rem Glau­ben nur frei­will­ge Unter­ord­nun­gen exi­stie­ren aus Lie­be, aber nie­mals, nie­mals Unter­wer­fung. Wenn einer im Namen Chri­sti vom ande­ren Unter­wer­fung for­dert, dann ist er kein Christ. Es kann aller­dings vom Gläu­bi­gen gefor­dert wer­den, dass er das, was er vor­gibt zu glau­ben, auch sicht­bar und über­prüf­bar lebt. Nicht aber von dem, der noch nicht glaubt. Den lässt man und betet für ihn.
    Es wird aber auch die Auf­he­bung des „Blu­tes“ ange­kün­digt, die Über­win­dung jedes Sip­pen- oder Volks­den­kens, was aller­dings nicht im Sin­ne einer Gleich­ma­che­rei ver­stan­den wer­den darf, womög­lich noch mit kol­lek­ti­vi­sti­schen Zügen — nein: Gott erweckt sich die wah­ren Abra­hams­kin­der. Da, wo kein Anspruch dar­auf erho­ben wird, son­dern die Bereit­schaft zur Buße das erste ist, wor­auf sich einer beruft.
    Wie schön — das ist die Chan­ce für wirk­lich jeden!
    Dass es nur über den geht, der mit Feu­er tauft, hat auch das Zitat defen­dors sehr gut gezeigt.

  6. Sehr geehr­te @Zeitschnur,
    wenn Sie sagen, daß Papst Fran­zis­kus in sei­ner Anspra­che Jesus Chri­stus nicht erwähnt habe, dann ist das nicht rich­tig. Er sag­te: „.…An ihn (Gott-Vater) wen­de ich mich im Geist Jesu Chri­sti und bit­te zugleich um die Für­spra­che der Jung­frau Maria, Toch­ter des Hei­li­gen Lan­des und unse­re Mut­ter.…“
    Fer­ner sprach er die bei­den Prä­si­den­ten als „Söh­ne Abra­hams“ an. Und dar­an ist nichts falsch. Er sag­te ja nicht: Erben Abra­hams.

    Bei dem ande­ren Punkt, den Sie sagen, muß ich Ihnen klar wider­spre­chen. Sie schrei­ben, daß die Apo­stel und die zu Chri­stus Bekehr­ten sei­en „ihrer Mut­ter Sara“ gefolgt. Die­se sind aber nicht Sara gefolgt, son­dern dem Herrn Jesus Chri­stus im Hl. Geist- nie­man­dem sonst. Sara, die Frau Abra­hams, wuß­te noch nichts vom Hl. Geist. Wie auch!
    Es war der Hl. Geist, der mit sei­nem Kom­men an dem berühm­ten Pfingst­tag im Jah­re 30 (wohl um den 28. Mai) den Unter­schied kom­plett mach­te. Mit sei­nem Kom­men hat­te sich Gott in sei­ner Gän­ze offen­bart. Dar­auf­hin, gestärkt durch den Hl. Geist, hielt Petrus sei­ne gro­ße Pre­digt. Und dann lie­ßen sich vie­le auf die Hei­lig­ste Drei­fal­tig­keit tau­fen. Das ist etwas ganz ganz Neu­es und hat mit Sara nichts zu tun.

    Und die­je­ni­gen aus dem Volk Isra­el, die nicht glaub­ten und sich nicht auf den Namen des Einen und Drei­fal­ti­gen tau­fen lie­ßen, wur­de das Erbe weg­ge­nom­men und wur­den gei­sti­ger­wei­se und reli­giö­ser­wei­se zu Nach­kom­men Hagars, der Unfrei­en. Zu Erben wur­den und sind die, die an den Namen Jesus glau­ben und sich tau­fen las­sen. Die Chri­sten­heit ist das neue Isra­el kraft des Glau­bens an den einen Herrn und Erlö­ser Jesus Chri­stus.
    Das bedeu­tet aber nicht, die Juden sei­en von Gott ver­sto­ßen; sie sind nicht mehr Erben, aber blei­ben Kin­der des Vaters wie auch der „ver­lo­re­ne Sohn“ Kind des Vaters blieb.

    • Wer­ter Fran­zel,
      der Hl. Geist ist seit Anbe­ginn der Zei­ten da, man fin­det ihn als Geist Got­tes auch eini­ge Male im AT erwähnt.
      Außer­dem hat Gott mit Abra­ham einen ewi­gen Bund geschlos­sen, so dass man argu­men­tie­ren kann, dass das Heil Got­tes auch den Juden zuteil wird.
      Ich schlie­ße mich Ihnen aber voll­stän­dig in einer indi­vi­du­el­len Inter­pre­ta­ti­on im Gegen­satz zu dem kol­lek­ti­vi­sti­schen Ansatz die­ses Auf­sat­zes. Jeder Ein­zel­ne hat es in der Hand, ein Erbe Saras oder Hagars zu sein.

      • Mir scheint, Sie haben den Auf­satz ent­we­der nicht gele­sen oder gar nicht ver­stan­den. Von „Kol­lek­ti­vis­mus“ ist kei­ne Rede. Auch Ihr pole­mi­sches Posting oben ist gemes­sen an dem, was ich ent­wickelt habe, völ­lig inhalts­leer: mein Auf­satz ent­hält eine wesent­lich kom­ple­xe­re Deu­tung, die sogar zwin­gend zur indi­vi­du­el­len Ent­schei­dung über­lei­tet — andern­falls müss­ten die Juden ja „kol­lek­ti­vi­stisch“ noch im Heils­bund sein.
        Wer da wohl kol­lek­ti­vi­stisch argu­men­tiert?
        Lesen Sie bit­te auch mein Posting von heu­te oben 11.52 Uhr, v.a. den Schluss­ab­schnitt — ich schrei­be da das blan­ke Gegen­teil von dem, was Sie in mei­ne Inten­tio­nen hin­ein­in­ter­pre­tie­ren…

        Im übri­gen bin ich — es ist manch­mal fast tra­gisch — die­je­ni­ge, die hier im Forum gegen so man­ches anti­jü­di­sche Posting aus Tra­di­tio­na­li­sten­mund schon ange­schrie­ben hat und muss­te mich dafür neu­lich sogar hier von als Has­ba­ra-Frau anma­chen las­sen. Was ich zu dem The­ma den­ke, habe ich schon sehr oft kund­ge­tan.

        Die Bekeh­rung Isra­els steht jeden­falls noch aus, jeden­falls eines Teils der Juden. Das ist Schrift­wort. Vor­her — nun: sind sie ver­wor­fen?
        Ich wür­de sagen, wer IHN ver­wirft, hat sich selbst ver­wor­fen. Auch das ist Schrift­wort. Wer IHM nicht glaubt, der hat sich selbst gerich­tet. Tut mir leid, da gibt es auch kei­ne Aus­nah­men für Abra­hams­kin­der.

    • @ Fran­zel

      Ich mein­te nicht, er habe Jesus nicht irgend­wann mal erwähnt, son­dern ich sag­te, er hat ihn nicht in dem gemein­sa­men Gebet ange­be­tet und geprie­sen. In dem hat er den „Gott Abra­hams“ ange­ru­fen. Das ist etwas ande­res. Sie zitie­ren ja selbst, dass er vor dem eigent­li­chen Gebet etwas Dif­fu­ses vom „Geist Chri­sti“ sag­te, in dem er nun gleich beten wol­le und Maria „als Toch­ter des Lan­des“ um Für­spra­che bat. Maria ist die Got­tes­mut­ter, das hat er unter­schla­gen — „Töch­ter des Lan­des“ gibt es zuhauf. war­um soll­te man sie um Für­spra­che bit­ten?

      Mei­ne Aus­sa­ge zu Sara haben Sie bewusst miss­deu­tet. Sie wis­sen genau, dass ich mit Sara und Hagar die bei­den Lini­en ver­fol­ge, die der Hl. Pau­lus zeich­ne­te. Er nennt Sara schließ­lich „die „Freie“, das „Himm­li­sche Jeru­sa­lem“, „unse­re Mut­ter“. Ob Sie auch die­sem Zitat wider­spre­chen wol­len? Dass man das dann wei­ter aus­zeich­net hin zu Maria und ihrem Sohn, der der Sohn desa Aller­höch­sten ist, ist eigent­lich klar.

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