„Mafiosi sind exkommuniziert“ — Das päpstliche Anathema und der Applaus der „Zivilgesellschaft“

Verhaftung durch Anti-Mafia-EInheit
Ver­haf­tung durch Anti-Mafia-EInheit

(Cassa­no dell’Jonio) „Die Mafio­si sind exkom­mu­ni­ziert“. Papst Fran­zis­kus schleu­der­te den Clans des orga­ni­sier­ten Ver­bre­chens ein star­kes Anathe­ma ent­ge­gen. Eine wich­ti­ge Aus­sa­ge. Für eine Kampf­an­sa­ge gegen die Mafia ist ein all­ge­mei­ner zivil­ge­sell­schaft­li­cher Kon­sens sicher. Der Applaus von Bevöl­ke­rung, Behör­den, Medi­en und Regie­rung in Ita­li­en ist enorm für die päpst­li­che Kampf­an­sa­ge. Den­noch haf­tet ihr der Geschmack einer kal­ku­lier­ten Ein­sei­tig­keit an. 

Die Mafia for­dert Tote. Die Abtrei­bung for­dert hun­dert Mal mehr Tote. Kein ver­gleich­ba­res Anathe­ma war bis­her vom Papst gegen die Tötungs­in­du­strie zu hören, die unge­bo­re­ne Kin­der und damit die Zukunft der Völ­ker ver­schlingt. Weil es dafür kei­nen Applaus gibt? In der Tat wäre die­sel­be „Zivil­ge­sell­schaft“, die dem katho­li­schen Kir­chen­ober­haupt der­zeit für sei­ne kla­ren Wor­te gegen die Mafia applau­diert, über eine wirk­li­che Kampf­an­sa­ge gegen den „größ­ten Zer­stö­rer von Frie­den und Lie­be“ (Mut­ter Tere­sa), gegen das „größ­te Übel der Mensch­heit“ (Bischof Kurt Krenn), „not amused“.

„Mafiosi nicht in der Gemeinschaft mit Gott“

Papst Franziskus bei Ankunft in Kalabrien
Papst Fran­zis­kus bei Ankunft in Kalabrien

„Die Mafio­si ste­hen nicht in der Gemein­schaft mit Gott, sie sind exkom­mu­ni­ziert““, sag­te Papst Fran­zis­kus am ver­gan­ge­nen Sams­tag in Cassa­no dell’Jonio. Das orga­ni­sier­te Ver­bre­chen Kala­bri­ens ist nicht die Mafia, son­dern die ‚ndran­ghe­ta. Mit dem Begriff „Mafia“ ver­deut­lich­te der Papst daher, daß nicht nur die eigent­li­che Mafia im enge­ren Sinn, das orga­ni­sier­te Ver­bre­chen auf der Insel Sizi­li­en gemeint ist, son­dern alle mafiö­sen Orga­ni­sa­tio­nen. Nament­lich nann­te er jedoch auch die ‚ndran­ghe­ta, um zu sagen, was die­ses Ver­bre­cher­kar­tell „ist: Anbe­tung des Bösen und Ver­ach­tung des All­ge­mein­wohls. Die­ses Böse ist zu bekämp­fen, zu ent­fer­nen, man muß ihm Nein sagen“. Er for­der­te die Men­schen Kala­bri­ens auf, sich nicht die „Hoff­nung rau­ben“ zu las­sen, son­dern „Satan und sei­nen Ver­su­chun­gen abzu­sa­gen: ver­zich­ten wir auf die Göt­zen des Gel­des, der Eitel­keit, des Stol­zes und der Macht“, so der Papst. Star­ke Wor­te in einem Land, das inzwi­schen seit Jahr­hun­der­ten von mafiö­sen Clans bestimmt wird und in dem hohe Arbeits­lo­sig­keit und noch eine höhe­re Jugend­ar­beits­lo­sig­keit herrschen.

Es war nicht das erste Mal, daß Papst Fran­zis­kus die Mafia als exkom­mu­ni­ziert erklärt. Bereits im Herbst des Vor­jah­res sag­te er Ver­gleich­ba­res zur Mafia in Ita­li­en und wie­der­hol­te es Anfang Juni gegen­über dem mexi­ka­ni­schen Staats­prä­si­den­ten Enri­que Pena Nieto, den er in Pri­vat­au­di­enz emp­fing. Mexi­ko lei­det unter einem schran­ken­lo­sen Krieg der Dro­gen­kar­tel­le gegen den Staat und unter­ein­an­der um die Vor­herr­schaft. Die mexi­ka­ni­schen Dro­gen­kar­tel­le belie­fern unter ande­rem den US-Markt. Allein in der mexi­ka­ni­schen Pro­vinz Chi­hua­hua nahe der US-Gren­ze wur­den 2010 2.250 Mord­op­fer im Zusam­men­hang mit der orga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät gezählt. In Ita­li­en gibt es jedes Jahr zwar noch eine Rei­he von Mafia-Mor­den, in der Regel han­delt es sich um inter­ne Abrech­nun­gen oder Clan-Krie­ge. Die Zahl ist gegen­über den 70er Jah­ren jedoch stark zurück­ge­gan­gen. 2009 wur­den in Ita­li­en 90 Mor­de der Mafia zuge­schrie­ben. Seit­her sind es noch weni­ger. Das orga­ni­sier­te Ver­bre­chen bemüht sich längst, sich stil­ler und unauf­fäl­li­ger zu bewe­gen. „Wir haben unse­re Kin­der stu­die­ren geschickt. Die neue Genera­ti­on der ‚ndran­ghe­ta ist ehren­haf­ter denn je“, zitiert ein Unter­su­chungs­be­richt des ita­lie­ni­schen Par­la­ments einen kala­bri­schen Mafioso.

Mafia in öffentlicher Wahrnehmung verpönt

Die Mafia, das orga­ni­sier­te Ver­bre­chen gilt im all­ge­mei­nen gesell­schaft­li­chen Kon­sens als ver­pönt, sowohl in den direkt betrof­fe­nen Staa­ten als auch in den ande­ren. Die Kampf­an­sa­ge an die Mafia fin­det daher brei­ten gesell­schaft­li­chen Zuspruch in Ita­li­en, wo das päpst­li­che Anathe­ma aus­ge­spro­chen wur­de, aber eben­so in allen ande­ren Län­dern mit ver­gleich­ba­ren mafiö­sen Struk­tu­ren. Die Mafia ist bis­her die ein­zi­ge Orga­ni­sa­ti­on oder Kate­go­rie gegen­über der Papst Fran­zis­kus eine kate­go­ri­sche Exkom­mu­ni­ka­ti­on, wenn auch mehr als grund­sätz­li­che Fest­stel­lung und nicht im enge­ren recht­li­chen Sinn, aus­ge­spro­chen hat.

Kein vergleichbares Anathema gegen Abtreibung?

Gotteslästerlicher Femen Angriff
Got­tes­lä­ster­li­cher Femen Angriff

Noch kein ver­gleich­ba­res Wort der Exkom­mu­ni­ka­ti­on sag­te Papst Fran­zis­kus bis­her gegen die Abtrei­bungs­in­du­strie, der jähr­lich welt­weit 50 Mil­lio­nen Men­schen zum Opfer fal­len, davon immer­hin meh­re Mil­lio­nen auch in den christ­lich gepräg­ten Staa­ten. Allein in Ita­li­en wur­den 2005 129.000 unge­bo­re­ne Kin­der legal getö­tet, in Deutsch­land wur­den 2013 102.800 unge­bo­re­ne Kin­der straf­frei umge­bracht. Soweit die offi­zi­el­len Zah­len. Die Liste des Schreckens lie­ße sich lan­ge fort­set­zen. Wird es auch ein päpst­li­ches Anathe­ma wie gegen die Mafio­si auch gegen die Kin­der­mör­der geben? Im Gegen­satz zur Mafia ist die Abtrei­bung von einem Cor­don sani­taire der­sel­ben „Zivil­ge­sell­schaft“ umge­ben, die sich zurecht über das orga­ni­sier­te Ver­bre­chen empört

Papst Fran­zis­kus hat dem Anti-Mafia-Kampf unüber­hör­bar den Rücken gestärkt. Wird er auch den Lebens­schüt­zern den Rücken stär­ken? Bis­her deu­tet nichts dar­auf hin, obwohl die Lebens­schüt­zer viel­schich­ti­gen Angrif­fen aus­ge­setzt sind, wie jüngst, als am 14. Juni in Wien der Marsch für die Fami­lie von Links­ex­tre­mi­sten und Homo-Akti­vi­sten ange­grif­fen wur­den mit Sprech­chö­ren wie: „Hät­te Maria abge­trie­ben, wärt ihr uns erspart geblie­ben“. Oder Politsöld­ner, wie die Grup­pe Femen, Kir­chen schän­den, Got­tes­lä­ste­rung zum Pro­gramm erhe­ben und Kir­chen­ver­tre­ter tät­lich angrei­fen. Eine Femen-Paro­le lau­tet „Die Abtrei­bung ist hei­lig“. Die Mafia erhebt kei­nen got­tes­lä­ster­li­chen Anspruch. Sie wür­de sich davor hüten.

Papst Fran­zis­kus weiß natür­lich, daß die Wirk­lich­keit nicht nur aus dem besteht, was gesagt und getan wird, son­dern auch aus dem, was nicht gesagt und nicht getan wird (sie­he Fran­zis­kus und die Diplo­ma­tie des Unmög­li­chen?)

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Dio­ce­si Cassa­no dell’Jonio/No Mafia/Christianophobie

21 Kommentare

  1. Nur zur Ver­deut­li­chung: Der PAPST HAT NIEMANDEN EXKOMMUNIZIERT in sei­ner Rede am Sams­tag. Gern könnt Ihr dazu auch lesen, wie ich dazu gestern Nach­mit­tag auf mei­ner FB-Sei­te Stel­lung genom­men habe. Echt scha­de, dass Ihr auch auf die­sen Medi­en­hype her­ein­ge­fal­len seit. Und dass, obwohl sich in Euren Rei­hen gut aus­ge­bil­de­te Theo­lo­gen befin­den! http://de.radiovaticana.va/news/2014/06/22/hat_der_papst_die_mafia_exkommuniziert/ted-808650

    • Gestern hat sich das auf Radio Vati­can unter der glei­chen Über­schrift aber noch ganz anders angehört!
      Näm­lich so, als habe der Papst sozu­sa­gen eine unfor­ma­le Spruch­stra­fe verhängt!
      Jedoch schön, dass man in Rom wie­der ange­fan­gen hat zu denken!

      • Die Exkom­mu­ni­ka­ti­on wäre sowie­so unwirksam…wer ist denn „die Mafia“?
        Vor allen Din­gen wird Papst Fran­zis­kus genau den Prie­stern einen Bären­dienst erwie­sen haben, die wirk­lich an vor­der­ster Front gegen das orga­ni­sier­te Ver­bre­chen kämpfen!
        Viel­leicht soll­te er sich das mit der Abschaf­fung des Pan­zer­gla­ses aus dem Papa­mo­bil noch­mal überlegen…falls die „Exkom­mu­ni­zier­ten“ mal einen Betriebs­aus­flug nach Rom machen!

    • Die Inter­pre­ta­ti­on bei Radio Vati­kan ist absurd for­mu­liert. Ich möch­te das mal zitieren:

      „Die­je­ni­gen, die in ihrem Leben, wie die Mafio­si, die­sen Weg des Bösen beschrei­ten, sind nicht in Gemein­schaft mit Gott: Sie sind exkom­mu­ni­ziert!“ Deut­li­che Wor­te des Pap­stes, die aber für Ver­wir­rung gesorgt haben. Sind nun alle Mafio­si am Sams­tag exkom­mu­ni­ziert wor­den? Die Ant­wort lau­tet Nein!

      Um zu ver­ste­hen, was der Papst meint, muss der erste Teil des Sat­zes in den Blick genom­men wer­den: Wer so han­delt, ist nicht in Gemein­schaft mit Gott! Es geht also vor allem um den mora­li­schen Cha­rak­ter der Sün­de, und – zumin­dest zuerst ein­mal – nicht um die Rechts­fol­gen. Der Papst woll­te also sagen: Mafio­si stel­len sich außer­halb der Gemein­schaft der Kir­che, die die Fami­lie Got­tes ist.

      Die­ser Text stammt von der Web­sei­te http://de.radiovaticana.va/news/2014/06/22/hat_der_papst_die_mafia_exkommuniziert/ted-808650
      des Inter­net­auf­tritts von Radio Vatikan

      Die Aus­sa­ge des pap­stes sug­ge­riert sehr wohl, dass jeder, der sich den Mafio­si zurech­net, exkom­mu­ni­ziert sei. Die künst­li­che Unter­schei­dung zwi­schen „exkom­mu­ni­ka­ti­on“ und „nicht in der Gemein­schaft mit Gott ste­hen“ ist abwe­gig — was soll das hei­ßen? Auch wenn man sagt: Jeder, der sich der Mafia zurech­net, ist nicht in der Gemein­schaft mit Gott (also auch nicht mehr in der vol­len Gemein­schaft der Kir­che), aber exkom­mu­ni­ziert ist er nicht, dann ist das ein klas­si­scher Wider­spruch. was soll das?
      Das ist doch Wortklauberei.

      Tat­sa­che ist, dass F. wie­der mal einen sei­ner popu­li­sti­schen Schnell­schüs­se abge­ge­ben hat. Und natür­lich ist nicht jeder, der sich der Mafia zurech­net, auto­ma­tisch „exkom­mu­ni­ziert“! Das ist doch Blöd­sinn! Nur der, der eine schwe­re Sün­de begeht und nicht bereut, die ja mit vol­lem Bewusst­sein getan sein muss, um eine schwe­re Sün­de zu sein, ist „exkom­mu­ni­ziert“. Da aber die Mafi­a­sturk­tur gan­ze Fami­li­en und Clans ver­strickt, in denen die ein­zel­nen sich teil­wei­se erst ein­mal dar­über klar wer­den müs­sen, wo sie war­um ste­hen, ist ein sol­cher Satz tat­säch­lich unbarm­her­zig und plump.
      Dass die Struk­tur an sich selbst wider­christ­lich ist, ist ande­rer­seits klar. Man kann aber kei­ne Abstrak­ti­on „exkom­mu­ni­zie­ren“. Die Exkom­mu­ni­ka­ti­on bzw. die Rede von der „Gemein­schaft mit Gott“ ergibt nur bzgl. der Ein­zel­per­son Sinn.

      Zu Recht wei­sen hier vie­le drauf hin, dass in unse­rer Mit­te schwer­ste Sün­den mit vol­lem Bewusst­sein und ohne Reue began­gen wer­den, F. dar­auf aber nur zu sagen weiß, dar­über sol­le man nicht stän­dig reden…

  2. Bischof Nun­zio Galan­ti­no, Diö­ze­san­bi­schof von Cassa­no dell‘Jonio und Gene­ral­se­kre­tär der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz for­der­te dies müs­se Kon­se­quen­zen im Leben der Kir­che haben und Prie­ster soll­ten bekann­ten Mafio­si die Hl. Kom­mu­ni­on ver­wei­gern und als Tauf­pa­ten ausschließen.

    Haben die ande­ren, die in schwe­rer Sün­de leben nicht auch die­se Für­sor­ge ihrer Hir­ten verdient?

  3. Die Mafia ist in der Tat eine Gei­sel der Mensch­heit. So ent­sorgt die­se kri­mi­nel­le Orga­ni­sa­ti­on vor der Küste Kala­bri­ens ille­gal radio­ak­ti­ve Abfäl­le aus der Medi­zin­tech­nik. Auch wer­den Medi­ka­men­te gestreckt und so mit erheb­li­chen Gewinn­span­nen über dunk­le Kanä­le in Nord­eu­ro­pa auf den Markt geschleust. Das sind nur eini­ge Bei­spie­le für die abscheu­li­chen Ver­bre­chen die­ser Orga­ni­sa­tio­nen, die der Papst nun so deut­lich brand­markt. Ob sich die­se Ver­bre­cher von der Exkom­mu­ni­ka­ti­on wirk­lich beein­drucken las­sen, das ist ein ganz ande­re Frage.

    Der Papst setzt häu­fig Akzen­te, die von den Medi­en gie­rig auf­ge­grif­fen wer­den, die aber dann auf merk­wür­di­ge Wei­se wie­der ver­puf­fen, so wie es bei der jüng­sten Nah-Ost Frie­dens­in­itia­ti­ve zu sehen ist. Statt einer Hin­wen­dung zum Frie­den wie­der nur Tote und Elend. 

    Als wenn einem das Evan­ge­li­um zwi­schen den Fin­gern zer­rin­nen wür­de und man irgend­wie mit lee­ren Hän­den dasteht, so füh­le ich mich lei­der häu­fig, wenn ich die Pre­dig­ten des Pap­stes lese. Im ersten Moment erscheint das Gesag­te wun­der­bar, doch dann greift man ins Lee­re, steht auf schwan­ken­dem Boden und fin­det kei­nen Halt. In einer wirk­lich sehr schwer zu beschrei­ben­den Art, bleibt alles was der Papst sagt, unbe­stimmt, ja auf eigen­tüm­li­che Wei­se vage. Für mich eine bedrücken­der Zustand.

    • Bes­ser als im letz­ten Absatz gesche­hen kann man die „Wir­kung“ des Hei­li­gen Vaters wohl nicht mehr beschrei­ben: Alles zer­rinnt… nichts ist klar. Nichts bleibt, an dem man sich auf­rich­ten könn­te! Wer Ori­en­tie­rung sucht, der sucht sie beim pro­mi­nen­te­sten Bewoh­ner des vati­ka­ni­schen Gäste­hau­ses vergebens.

    • so ganz ähn­lich wie Sie, Sua­rez, hab ich das mal auf kath.net geschrie­ben, lei­der kam der Bei­trag nie online…

      bei den soge­nann­ten Fran­zis­kus-Per­len ist es wie mit Sand­bur­gen, man denkt, man hät­te eine Burg ent­deckt, aber beim Betre­ten oder Anfas­sen zer­brö­selt sie… hof­fent­lich kommt nicht noch irgend­wann die Flut. Sind Latein­ame­ri­ka­ner von Haus aus eher unprä­zi­ser oder liegt’s dar­an, daß der Jesui­ten-Orden seit den 60ern glaubt, daß Sozio­lo­gie die Fort­set­zung der Theo­lo­gie fürs 20. Jh ist?

      • Unter einer Per­le ver­steht man gemein­hin ja etwas kost­bar Sel­te­nes. Mitt­ler­wei­le habe zumin­dest ich den Ein­druck, ein­fach vor lau­ter „Per­len“ ganz schwind­lig zu werden.

        So pre­dig­te Papst Fran­zis­kus heu­te sehr ein­dring­lich über Mt 7,1–5. Ich erin­ne­re mich aber noch recht genau an das Scal­fa­ri-Inter­view, in dem das sub­jek­tiv mensch­li­che Gewis­sen vom Papst zur Ent­schei­dungs­in­stanz über Gut und Böse erho­ben wur­de, Das hat­te sei­ner­zeit auch bei mir zu erheb­li­chen Irri­ta­tio­nen bezüg­lich der katho­li­schen Leh­re geführt. Lese ich nun die heu­ti­ge Pre­digt, steht das dem frü­her Gesag­ten dia­me­tral ent­ge­gen. Auch weiß ich nicht, wor­auf der Papst genau hin­aus will. Sol­len wir uns nun in einen mora­li­schen Rela­ti­vis­mus ein­rich­ten und alles um uns her­um in stoi­scher Gelas­sen­heit akzeptieren?

        Mir scheint auch, dass der Papst, obwohl kein Befrei­ungs­theo­lo­ge im klas­si­schen Sinn, vom Geist der Befrei­ungs­theo­lo­gie stark beein­flusst ist, zumin­dest was die von Ihnen ange­spro­che­ne Sozio­lo­gi­sie­rung des Glau­bens anbe­trifft. Wer hier auch nur wagt, sei­ne inne­re Unru­he zu äußern, erfährt zum Teil schnell wüten­de Reak­tio­nen, wie ich auch schon erle­ben durfte.

      • Es ist wohl schon so, dass da Men­ta­li­täts­un­ter­schie­de bestehen, aber beden­ken wir, dass erstens Papst Fran­zis­kus gebür­ti­ger Ita­lie­ner ist und die haben z.B einen Tho­mas von Aquin her­vor­ge­bracht und auch Igan­ti­us von Loyo­la, nicht so unprä­zi­se war.
        Ich hal­te das Gan­ze, dass Sua­rez so schön beschreibt für Papst Fran­zis­kus spe­zi­al! und fin­de es schlimm!

  4. Daß die Mafia, bzw. das orga­ni­sier­te Ver­bre­chen ganz all­ge­mein, nicht mit Katho­li­zis­mus und Chri­sten­tum zu ver­ein­ba­ren sind, steht sicher­lich außer Frage…aber ein­fach in Bausch und Bogen alle zu exkom­mu­ni­zie­ren wäre kir­chen­recht­lich sowie­so nicht möglich!
    Wer wären dann die Nächsten?
    Könn­te ja sein, daß der Hei­li­ge Vater mit dem Niveau eines Dorf­pfar­rers (höch­stens!) mor­gen dann schon alle exkom­mu­ni­ziert, die bei Rot über die Ampel gehen.
    Wozu braucht man in einer barm­her­zi­gen Lie­bes­kir­che denn noch ein Kirchenrecht?

    Es wird von Tag zu Tag schlimmer…

    • es ging bei Igna­ti­us dar­um, dass der der Grün­der des Jesui­ten­or­dens, wel­chem unser aktu­el­ler Papst ange­hör­te, war.
      Der Punkt war hier ein­fach, dass man die Wider­sprüch­lich­keit der päpst­li­chen Äuße­run­gen nicht aus sei­ner Ordens­zu­ge­hö­rig­keit erklä­ren kann.

  5. Von der geschlif­fe­nen Spra­che Papst Bene­dikt emer. ver­wöhnt, ist die Aus­drucks­wei­se und Bil­der­spra­che sei­nes Nach­fol­gers, ‑Stich­wort „Fle­der­maus-Chri­sten“- äusserst gewöhnungsbedürftig.
    Vor allem aber redet Papst Fran­zis­kus zu viel.
    Täg­li­che Pre­dig­ten ‑auch Per­len genannt‑, irri­tie­ren­de Inter­views, Spon­tan-Aus­sa­gen im Flug­zeug oder sonst­wo, Tele­fon­an­ru­fe — das kann auf Dau­er nicht gutgehen.
    Nicht die Quan­ti­tät ist ent­schei­dend, son­dern die Qualität!
    Per­len sind ihrer Natur nach rar, nicht in jeder Muschel sind sie zu finden.
    Papst Fran­zis­kus, auch als rede­freu­di­ger Süd­län­der, soll­te dem Rech­nung tragen.

  6. Und wer noch so alles ( alsm„humaner Gut­mensch“ ) exkom­mu­ni­ziert ist, hat von der Pfar­rei Sankt Mar­tin Hw. André Win­gen klar­ge­stellt; die gesam­te Seil­schaft der mör­de­ri­schen Abtrei­bung. Dies in einem Arti­kel des dor­ti­gen Pfarr­blat­tes von Neu­kir­chen an der Wild, Natür­lich wur­de er sogleich vom „huma­nen“ Sumpf attackiert. Immer­hin erhielt er Rücken­deckung durch den Bischof ( Heu­te kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit mehr!)
    Hier sein Artikel:
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    „Wel­che Poli­ti­ker wol­len Sie in Zukunft wählen?
    Eine seel­sorg­li­che Auf­klä­rung im Hin­blick auf zukünf­ti­ge EU- und Österreich-Wahlen
    Es ist unse­re christ­li­che Ver­ant­wor­tung in der Gesell­schaft – beson­ders dann, wenn die Situa­ti­on es erfor­dert –, für den Glau­ben und die Wahr­heit Zeug­nis abzu­le­gen. Das gilt auch für Wah­len. Ande­rer­seits dür­fen wir als Chri­sten uns nicht durch Untä­tig­keit oder Falsch-Wäh­len mit­schul­dig machen, wenn gott­lo­se Geset­zes­vor­schlä­ge Geset­ze wer­den. Als Seel­sor­ger bin ich ver­pflich­tet, auf eini­ge Din­ge hinzuweisen.
    Abtrei­bung: Täg­lich wer­den welt­weit tau­sen­de Schul­klas­sen ver­nich­tet, beson­ders in Euro­pa. Vor­sätz­li­che Abtrei­bung ist Mord. Es kann und darf kei­ne Aus­nah­men für Abtrei­bung geben, auch nicht im Fal­le von Ver­ge­wal­ti­gung oder Lebens­ge­fahr der Mut­ter. Das Leben des Kin­des im Mut­ter­schoß unter­steht nicht dem frei­en Wil­len der Mut­ter oder des Vaters, der Poli­tik oder der Will­kür des Zeit­gei­stes. Es gibt kein Men­schen­recht auf Abtrei­bung, es gibt aber sehr wohl das Men­schen­recht des Kin­des auf das Leben. Herr über das mensch­li­che Leben ist allein GOTT, unser Herr und Schöpfer.
    Eine Par­tei, die die Abtrei­bung befür­wor­tet oder auch nur zur Debat­te zuläßt, ist nicht wählbar.
    Es muß aber jedem Katho­li­ken bewußt sein, daß auf Abtrei­bung die auto­ma­ti­sche Exkom­mu­ni­ka­ti­on steht (CIC Can. 1398), die nicht ein­mal aus­ge­spro­chen wer­den muß, weil sie mit dem Ver­bre­chen der Abtrei­bung von selbst in Kraft tritt.
    Somit sind nicht nur die armen Müt­ter, falls sie vor­sätz­lich ihr Kind abge­trie­ben haben, exkom­mu­ni­ziert, aber auch ihre even­tu­ell mit­schul­di­gen Ehe­män­ner oder Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen (die oft Druck aus­üben), die abtrei­ben­den Ärz­te genau­so wie die Poli­ti­ker, wel­che durch Geset­ze die Abtrei­bung för­dern, wie auch jeder ande­re Mitschuldige.
    Es gibt Bischö­fe, die den Mut hat­ten, gewis­sen Poli­ti­kern die hl. Kom­mu­ni­on öffent­lich zu verweigern.
    Die Abtrei­bung ist die größ­te Ver­nich­tungs­wel­le des Men­schen aller Zei­ten und geschieht am wehr­lo­se­sten aller Men­schen, dem noch Unge­bo­re­nen. Das Pro­blem geht wei­ter mit der For­schung an Embryo­nen zu medi­zi­ni­schen Zwecke und deren Lage­rung als Labor­ma­te­ri­al mit anschlie­ßen­der Vernichtung.“
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  7. Mafia als Symbol
    Der moder­ne Staat strebt seit den Tagen der abso­lu­ti­sti­schen Köni­ge danach, sei­ne Bür­ger aus allen Grup­pen­bin­dun­gen zu befrei­en, die nicht sei­ne eige­nen sind, denn der moder­ne Staat liebt nur das von der Kraft (s)einer Grup­pe befrei­te, geschwäch­te Indi­vi­du­um. Nicht nur die bösen Kor­po­ra­tio­nen (Mafia) sind schlecht, auch Reli­gi­on, Fami­lie und ande­re „Kor­po­ra­tio­nen“ sind schlimm, nur das Indi­vi­du­um ist gut. Kampf gegen den „Staat in Staa­te“ lau­te­te der poli­ti­sche Slo­gan. Die beste Beschrei­bung die­ser Ent­wick­lung fin­det sich bei Alexis de Toc­que­vil­le (Der alte Staat und die Revo­lu­ti­on), indem er die Kon­ti­nui­tät die­ser Ent­wick­lung durch alle poli­ti­schen Wir­ren selbst einer fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on hin­durch aufzeigt.

    Was ist also wirk­lich neu?
    Zum einen ist neu, dass die katho­li­sche Kir­che sich ein­deu­tig und mit Freu­de auf die Sei­te des moder­nen Staa­tes stellt. Einen ande­ren Staat gibt es ja auch nicht mehr und in EVANGELII GAUDIUM fin­den wir die Stich­wor­te mit Kampf gegen Kor­rup­ti­on oder Steu­er­hin­ter­zie­hung und als das Grund­übel unse­rer Zeit wird dia­gno­sti­ziert, dass der Mensch nicht im Mit­tel­punkt ste­he (zum Bei­spiel im Kapi­tel Wirt­schaft) und dass das „Ende der Geschich­te“ noch nicht erreicht sei. Staats­na­he Ethik oder eben Ethik einer selbst­ver­lieb­ten („ich bin der Staat“) Zivilgesellschaft.
    Zum ande­ren ist neu, dass der in der sub­jek­ti­ven Wahr­neh­mung als Eman­zi­pa­ti­on erleb­te Pro­zess der Befrei­ung sich umkehrt in einen poli­ti­schen Exhi­bi­tio­nis­mus (Pus­sy Riots), im Grun­de das Bild einer (Gegen)-Madonna, indem dem „gött­li­chen“ Men­schen nichts Sün­de sein kann. Der Begriff der Eman­zi­pa­ti­on zeigt inzwi­schen sein häss­li­ches Gesicht, indem sich Befrei­ung bis zur Ent­ker­nung der Per­sön­lich­keit und der pri­va­ten Iden­ti­tät des Bür­gers stei­gert. Was wir erle­ben, ist doch das Ende jener (pro­te­stan­ti­schen) Bür­ger­lich­keit, die sich in kri­ti­scher Distanz, aber gleich­wohl in Bezug auf das Chri­sten­tum noch zu einer selbst­be­stimm­ten Sitt­lich­keit bekann­te. Nun ist aber der christ­li­che Kul­tur­kon­text so weit geschwächt, dass die­se Selbst­be­stim­mung vom Wis­sen um die eige­nen Wur­zeln befreit ist.

    Pfingst­geist oder Kulturrevolution
    Päd­ago­gisch gilt als Regel: die Schü­ler da abho­len, wo sie ste­hen. Aus den Hand­lun­gen und sym­bo­li­schen Gesten von Papst Fran­zis­kus kön­nen wir able­sen, wo Fran­zis­kus glaubt, den moder­nen Men­schen abho­len zu müs­sen und zu kön­nen. Die Fra­ge aber, die hier immer wie­der dis­ku­tiert wird, ist die, ob Fran­zis­kus abho­len will. Solan­ge er abho­len will, kön­nen wir von Inkul­tu­ra­ti­on und einer Art Pfingst­geist spre­chen. Andern­falls soll­ten wir von der „Zärt­lich­keit“ und „Barm­her­zig­keit“ einer neu­en Kul­tur­re­vo­lu­ti­on sprechen.

    • Für mich ist das etwas arg sozio­lo­gisch, was Sie da schreiben. 

      Mich erstaunt immer wie­der, wie wenig Raum Gott heu­te unter Katho­li­ken gege­ben wird. Wenn in einem im Mis­sio-Maga­zin erschie­ne­nen Inter­view mit Kar­di­nal Mül­ler zu lesen ist, dass der Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on sagt: „Aber wir sol­len auch nicht ein System sta­bi­li­sie­ren und aufs Jen­seits ver­trö­sten.“, dann stimmt mich das schon nachdenklich. 

      Wird der Glau­be an die Auf­er­ste­hung nun zur Vertröstung? 

      Liegt nicht in der Abwen­dung vom Welt­li­chen, dem Stre­ben nach Macht, Reich­tum und unbe­grenz­ter Lust­erfül­lung, der Schlüs­sel, um die sowohl mate­ri­el­le als auch see­li­sche Armut der Men­schen unse­rer Zeit zu überwinden?

      Hat nicht Jesus, als er sag­te, „Mein König­tum ist nicht von die­ser Welt. Wenn es von die­ser Welt wäre, wür­den mei­ne Leu­te kämp­fen, damit ich den Juden nicht aus­ge­lie­fert wür­de. Aber mein König­tum ist nicht von hier.“(Joh 18,36) deut­lich gemacht, wor­um es geht?

      Seit dem Pon­ti­fi­kat Fran­zis­kus haben sich die Akzen­te in der Glau­bens­ver­kün­di­gung merk­lich ins Welt­li­che ver­scho­ben. Offen­bar scheint im Vati­kan der Glau­be an ein Leben nach dem Tod nicht mehr tra­gend für den Glau­ben zu sein. Statt Spi­ri­tua­li­tät hört man immer häu­fi­ger sozio­lo­gi­sche Termini. 

      Offen­bar voll­zieht man im Vati­kan die Aus­ein­an­der­set­zung nach, die auf phi­lo­so­phi­scher Ebe­ne in den 80er Jah­ren von der Frank­fur­ter Schu­le aus­ge­tra­gen wur­de, wo es um das Ver­hält­nis von Theo­rie und Pra­xis ging. Resul­tie­rend aus der Dis­kre­panz von Theo­rie und Pra­xis such­te der Mar­xis­mus nach Lösun­gen die Welt­re­vo­lu­ti­on doch noch ins Werk zu setzen.

      Der Zustand der Welt ist seit­dem nicht bes­ser, son­dern schlech­ter gewor­den. Die Befrei­ungs­theo­lo­gie, heu­te all­seits in pro­gres­si­ven Kir­chen­krei­sen geach­tet, hat in Latein­ame­ri­ka das Leid der Men­schen nicht merk­lich min­dern kön­nen, im Gegen­teil, durch die Befrei­ungs­theo­lo­gie sind Ele­men­te mar­xi­sti­schen Den­kens in die katho­li­sche Theo­lo­gie ein­ge­drun­gen, die, wie zumin­dest mir scheint, vom Kern des Glau­bens wegführen.

      Die Ein­zig­ar­tig­keit des Men­schen darf kei­nem Kol­lek­ti­vis­mus geop­fert wer­den, eben­so wenig wie einem schran­ken­lo­sen hedo­ni­sti­schen Indi­vi­dua­lis­mus, der die Wür­de des Men­schen aus dem Blick ver­liert, weil er sie in die tota­le Befrie­di­gung irdi­scher Genüs­se auflöst.

      Das Grund­übel moder­ner Zeit liegt doch dar­in, dass der Arme sowie der Rei­che das­sel­be Inter­es­se ver­fol­gen, nur eben dem Armen die Mit­tel der Umset­zung feh­len. Dar­um ist der mitt­ler­wei­le häu­fig zu hören­de Dua­lis­mus von Arm und Reich als mora­li­sche Kate­go­rie nicht wirk­lich tra­gend. Christ­li­cher Glau­be setzt Ent­welt­li­chung vor­aus, sie ist das Wesens­merk­mal der Bot­schaft Chri­sti, was ja nicht heißt, dass uns die Welt = Schöp­fung nicht zu inter­es­sie­ren habe. Ich den­ke häu­fig an die frü­he­ren Auf­brü­che der Kir­che, wie sich Hei­li­ge zurück­zo­gen, wie Orden gegrün­det und Klö­ster gebaut wur­den. Wenn man heu­te die Aus­sa­gen mit­ten aus der Kir­che ver­nimmt, han­del­te es sich dabei nur um Irrtümer.

    • @ eiss

      Bis zu „Pfingst­geist und Kul­tur­re­vo­lu­ti­on“ fin­de ich Ihre Ana­ly­se sehr gut — aber den Rest ver­ste­he ich nicht. Da ist doch ein gedank­li­cher und argu­men­ta­to­ri­scher Bruch?!

      Aus dem obe­ren, in sich stim­mi­gen Teil, folgt die Fra­ge: Wenn die­se Ana­ly­se stimmt — wel­che Ziel­rich­tung müss­te dann die Kir­che, mit dem Papst an der Spit­ze, vorgeben?
      Anders: dass er die Men­schen „abho­len“ kön­nen soll­te, mag man anneh­men oder bezwei­feln, viel­leicht ist das nicht so wich­tig, wie man uns das ein­ge­trich­tert hat. Fra­ge ist doch eher: wohin müss­te uns ein Papst abho­len? Es wäre nicht schlecht, hier ganz inten­siv und eng­stens IHN zu suchen und von IHM auch die Inspi­ra­ti­on zu erwar­ten. Denn die Ant­wort kann kein Mensch machen.
      Wie immer man ansetzt: Es muss um eine Umkehr, einen förm­li­chen Aus­zug aus die­sem „Ägyp­ten­land“ geben, das Sie beschrei­ben. Mit „Abho­len“ soll­te man sich nicht mehr all­zu viel beschäf­ti­gen, sonst bleibt man in dem Sumpf näm­lich hän­gen. Es geht wie­der ums „Her­aus­ru­fen“ und Weg­ge­hen, Ausziehen.

      • IIH suchen, ver­ehr­ter zeit­schnur, heißt, da stim­me ich mit Ihnen voll und ganz über­ein, eine Rich­tung ein­zu­schla­gen, die vom Welt­li­chen weg­führt und nicht einen wei­te­ren der unend­li­chen Ver­su­che zu unter­neh­men, einen irgend gedach­ten schlech­ten Welt­zu­stand durch eine poli­ti­sche Uto­pie über­win­den zu wollen. 

        Kurz gesagt: Ent­welt­li­chung, wie es Papst Bene­dikt nicht müde wur­de hervorzuheben.

      • „Kurz gesagt: Ent­welt­li­chung, wie es Papst Bene­dikt nicht müde wur­de hervorzuheben.“

        M.E. han­del­te er, lei­der, in einem gra­vie­ren­den Punkt, näm­lich sei­nem gesund­heit­lich begrün­de­ten Rück­zug, sel­ber sehr „welt­lich“, wer­ter Suarez.

  8. Der Jesui­ten-Orden sieht sich doch seit Gene­ral Arup­pe eher als Ent­wick­lungs­hel­fer denn als reli­giö­se, katho­li­sche Ordensgemeinschaft
    Und mein Haupt­vor­wurf an sie, eben­so an die Befrei­ungs­theo­lo­gie und an das gan­ze „ver­giß die Armen nicht“-Gedöns à la Fran­zis­kus ist: Ihr tut nix, um die Armen da raus­zu­ho­len, ihr geht nur hin und hal­tet Händ­chen mit ihnen vor den TV-Kame­ras. War­um lau­fen denn so vie­le in Latein­ame­ri­ka zu den evan­ge­li­ka­len Sek­ten? Weil man sich dort für wirt­schaft­li­chen Erfolg nicht ent­schul­di­gen muß… womit ich nicht dem angel­säch­si­schen Kapi­ta­lis­mus das Wort reden will. Aber wenn man Armut wirk­sam bekämp­fen wür­de, wären ja die gan­zen Sozio­lo­gen und Befrei­ungs­theo­lo­gen plötz­lich arbeitslos…
    Und was wird denn in Kala­bri­en wirk­lich bes­ser nach der gro­ßen Fran­zis­kus-Show? Dro­gen-Dea­ler im Gefäng­nis besu­chen, aber die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta unter Haus­ar­rest stellen?
    Und gleich­zei­tig hat man in vie­len Gegen­den Schwie­rig­kei­ten, eine Mes­se zu fin­den, die noch eine Mes­se ist…

    so genug geschimpft, der Hei­li­ge Geist wird das schon wie­der hinbiegen

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