Luxemburg führt „Homo-Ehe“ und Adoptionsrecht für Homosexuelle ein

Parlament von Luxemburg beschließt "Homo-Ehe" und Adoptionsrecht für Homosexuelle
Par­la­ment von Luxem­burg beschließt „Homo-Ehe“ und Adop­ti­ons­recht für Homosexuelle

(Luxem­burg) Luxem­burg ist das elf­te Land der Euro­päi­schen Uni­on, das die „Homo-Ehe“ lega­li­siert und das Recht für Homo­se­xu­el­le, Kin­der adop­tie­ren zu können. 

Dem Bei­spiel der Nie­der­lan­de, von Bel­gi­en, Spa­ni­en, Schwe­den, Nor­we­gen, Por­tu­gal, Island, Däne­mark, Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en fol­gend ist nun auch das Groß­her­zog­tum Luxem­burg am Grenz­saum zu Frank­reich und Bel­gi­en als erstes Land des deut­schen Sprach­raums gefolgt. Am 18. Juni 2014 beschloß die Abge­ord­ne­ten­kam­mer, die „Cham­ber“ bei Anwe­sen­heit aller 60 Abge­ord­ne­ten mit gro­ßer Mehr­heit von 56 gegen ledig­lich vier Stim­men die Ein­füh­rung der „Ehe“ zwi­schen zwei Homo­se­xu­el­len. Allein die regie­ren­de Christ­lich Sozia­le Volks­par­tei (CSV), der auch der aus­sichts­reich­ste Kan­di­dat für den EU-Kom­mis­si­ons­vor­sitz Jean-Clau­de Juncker ange­hört, stellt 23 Abge­ord­ne­te. Par­tei- und ideo­lo­gie­über­grei­fend stimm­ten neben Kom­mu­ni­sten, Grü­nen, Sozi­al­de­mo­kra­ten und Libe­ra­len auch die Christ­de­mo­kra­ten für die Gesetzesvorlage.

In zehn Jahren Homosexualität in einem katholischen Land als „Normalität“ durchgesetzt

Justiz­mi­ni­ster Felix Braz zeig­te sich am Ende der Debat­te sehr zufrie­den, denn, so der grü­ne Poli­ti­ker, mit die­ser neu­en Bestim­mung „wird Luxem­burg soli­da­ri­scher und gerech­ter“ wer­den. Die ersten „Homo-Ehen“ wer­den ab Anfang 2015 geschlos­sen wer­den kön­nen, wenn das Gesetz sechs Mona­te nach Annah­me in Kraft tre­ten wird. Der Andrang wird, wie alle ande­ren Län­der zei­gen, zwar beschei­den blei­ben, doch dar­um geht es nicht pri­mär. Der ideo­lo­gi­sche Sieg ist für die Pro­mo­to­ren der Initia­ti­ve entscheidend.

Die Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ ist der vor­läu­fig letz­te Schritt eines Dege­ne­ra­ti­ons­pro­zes­ses, der in Luxem­burg 2004 mit der Aner­ken­nung ein­ge­tra­ge­ner homo­se­xu­el­ler Part­ner­schaf­ten begon­nen hat­te. Den LGBT-Akti­vi­sten genüg­ten zehn Jah­re, um mit­tels einer „Stra­te­gie der klei­nen Schritt“, die Homo­se­xua­li­tät in einem Land, des­sen Ein­woh­ner zu 95 Pro­zent Katho­li­ken sind, als Nor­ma­li­tät zu eta­blie­ren. Das zeigt die Dimen­si­on des errun­ge­nen Sie­ges und umge­kehrt der erlit­te­nen Niederlage.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Cor­ris­pon­den­za Romana

70 Kommentare

  1. Die­se sog. „Christ­de­mo­kra­ten“ sind eine Ver­ei­ni­gung von Judas­sen und zei­gen ein­mal mehr wie sich die Homo­lob­by einer Kra­ke gleich vor­an­ta­stet. Die luxem­bour­gi­schen „Christ­de­mo­kra­ten“ als Hel­fers­hel­fer der Fami­li­en­fein­de. Welch eine Scham- und Skru­pel­lo­sig­keit ! Die Heim­tücke der Homo-Lob­by zielt neu­er­dings auf die Unter­stüt­zung von Papier­chri­sten wie etwa den­je­ni­gen in Luxem­bourg und anders­wo. Wir erin­nern uns immer wie­der an die treff­li­chen Wor­te von Erz­bi­schof Crepal­di von Triest:
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    „Die Homo­se­xu­el­len-Lob­by defi­niert jeg­li­che Kri­tik an ihr in homo­phob und kri­mi­nell um.
    Die Homo-Ideo­lo­gie ist ein HEIMTÜCKISCHES Pro­gramm, das sich fort­schritt­lich und libe­ral aus­gibt, um allen einen Maul­korb auf­zu­set­zen und die Frei­heit zu rauben“
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    Die­se Erkennt­nis lässt uns denn auch ein­stim­men in fol­gen­des Zitat des
    hei­li­gen Franz von Sales:
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    „Der Mensch wird nur dann mit der Welt ‚ gut ste­hen‘ wenn er bereit ist mit ihr unterzugehen“
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    So etwa „Christ„demokrat ledig­lich auf dem Papier sein zu wollen !

    • Für einen Katho­li­ken der Tra­di­ti­on sind die „christ­de­mo­kra­ti­schen“ Par­tei­en nicht mehr wähl­bar. Viel zu sehr hat man sich dort mit den Irr­leh­rern aus Frei­mau­re­rei, Libe­ra­lis­mus und Sozia­lis­mus ein­ge­las­sen. Unge­niert gibt man sich Anthro­po­zen­tris­mus, Posi­ti­vis­mus und Volun­ta­ris­mus hin.

  2. Inter­es­siert sich jemand für mei­ne Mei­nung (GG § 5)?
    Herr Jean-Clau­de Juncker ist ein Anti­christ, sei­ne gan­ze luxemburgische
    „christ­de­mo­kra­ti­sche“ Par­tei ist anti­christ­lich, alle „christ­de­mo­kra­ti­schen“ Volks­par­tei­en Euro­pas sind anti­christ­lich, die welt­wei­te römisch-katho­li­sche Kir­che ist –bis auf einen klei­nen Rest– anti­christ­lich, und Sei­ne „Hei­lig­keit“ Papst Fran­zis­kus ist der Ober-Antichrist.

    • Mal schön halb­lang! Eine „christ­de­mo­kra­ti­sche“ Par­tei ist nicht mit der Kir­che gleich­zu­set­zen. Sagt ein „Christ­de­mo­krat“, Tod­sün­den wie prä­na­ta­ler Mord an Men­schen­le­ben und Homo­se­xua­li­tät sei­en in Ord­nung, mag er dafür Zuspruch aus den Rei­hen sei­ner frei­mau­re­risch infi­zier­ten Par­tei erhal­ten, steht aber trotz Zwei­tem Vati­ka­num und Moder­nis­mus im offe­nen Wider­spruch zur Kirche.

    • Herr Lämm­lein,

      der letz­te publi­zi­stisch wirk­sa­me Deut­sche, der den Papst einen Anti­chri­sten hieß, war Luther.

  3. Wenn in einem Land mit 95 % katho­li­scher Bevöl­ke­rung sol­che Geset­ze durch­ge­bracht wer­den kön­nen, dann stimmt etwas mit der katho­li­schen Reli­gi­on nicht. Dann lie­gen hier kei­ne akzi­den­ti­el­len Män­gel vor, dann haben wir es mit einem System­feh­ler zu tun.

    • [Zustim­mung (unter Beru­fung auf Art. 5 GG^^)! – Wür­de es nur anders for­mu­lie­ren; der Sache nach mei­nen Sie und ich wahr­schein­lich genau das­sel­be (dann völ­lig wider­spruchs­frei zum dep. fidei). Mor­gen etwas aus­führ­li­cher – & allen einen schö­nen Abend!]

  4. So wird nun also auch Luxem­burg den „Lohn“ für sei­ne per­ver­sen Maß­nah­men bekom­men, anders gesagt, GOTTES Stra­fen über sich erge­hen las­sen müs­sen, wenn es auch nicht „poli­ti­cal cor­rect“ ist, so etwas zu sagen. 

    Übri­gens ist es höch­ste Zeit, dass wir für den an Krebs erkrank­ten frü­he­ren Außen­mi­ni­ster Wester­wel­le beten und sei­nen “ “ “ “ “ Ehe­mann“ “ “ “ “ beten, damit sie nicht verlorengehen!

  5. @leo
    Es ist gera­de­zu unglaub­lich, was Sie sich hier an Kom­men­ta­ren lei­sten. Schä­men Sie sich!!!

    • @ Wol­ken­stein

      Ich habe wenig Hoff­nung, dass er sich schä­men wird. Das ist doch lei­der genau die Sprach­wei­se, wie sie auf die­ser Wei­se pro­pa­giert, gedul­det und geför­dert wird 🙁

      • Soll­te hei­ßen: „wie sie auf die­ser Sei­te pro­pa­giert, gedul­det und geför­dert wird.“

      • Es ist zu bezweifeln,dass SIE, vom Aus­druck- „sich schämen“,oder von der „Hoff­nung“ ‚eine Ahnung,haben.„Sprachweise hier“?„Propagiert,geduldet,gefordert“?Vater unser im Himmel,geheiligt wer­de dein Name,.….….….…und füh­re uns nicht in Ver­su­chung und erlö­se uns von dem Bösem,Amen.Beten wir,sprechen wir,wie wir es gelernt haben!

    • Sehr geehr­ter Wolkenstein,
      erklä­ren Sie mir, wie es sein kann, dass in einem Land mit 95 % katho­li­scher Bevöl­ke­rung Abtrei­bungs­ge­set­ze und Hom­oper­ver­si­ons­ge­set­ze gel­ten kön­nen, und erklä­ren Sie mir wei­ter, wie es sein kann, dass katho­li­sche ober­ste Rich­ter in den USA, als Züng­lein an der Waa­ge, sol­che Geset­ze durch­ge­setzt haben, dass sol­che Poli­ti­ker vom Papst die hl. Kom­mu­ni­on emp­fan­gen, den päpst­li­chen Gre­gor­or­den umge­hängt krie­gen und bei Emp­fän­gen päpst­li­che Küss­chen bekommen?
      Ja, ich schä­me mich, dass ich sol­che Kom­men­ta­re schrei­be, aber ist das, was mei­ne Kom­men­ta­re pro­vo­ziert, nicht noch mehr zum Schämen?
      Sind mei­ne Kom­men­ta­re schlim­mer als der Mord an 50 Mil­lio­nenen unge­bo­re­nen Kin­dern jähr­lich, wor­an die katho­li­sche Kir­che mit­be­tei­ligt ist?
      Aber Sie haben recht. Ich muss eine Schreib­pau­se ein­le­gen, um mich nicht wei­ter zu versündigen.
      Heu­te schleu­der­te Papst Fran­zis­kus einen Bann gegen die Mafia in Kalabrien.
      Wann schleu­dert er sei­nen Bann gegen die kri­mi­nel­len Katho­li­ken in den Par­la­men­ten und Regie­ruin­gen, die Got­tes Gebo­te mit den Füßen treten?
      Vor soviel Heu­che­lei und Dop­pel­mo­ral ver­schlägt es mir die Sprache.

      • Mir geht’s wie Ihnen — Sie schrei­ben aus tie­fer Bestür­zung her­aus, aus der Bestür­zung her­aus, die einen packen MUSZ, wenn man wirk­lich glaubt und die Kir­che liebt! Auch Chri­stus pack­te ja ‚der Eifer für das Haus Sei­nes Vaters‘ – in hei­li­gem Zorn schmiß er die Tische von den Geld­wechs­lern um und trieb die gan­ze Ban­de aus dem Hei­lig­tum. Und gegen­über den­je­ni­gen, die die geof­fen­bar­te Leh­re Sei­nes Vaters anma­ßen­der­wei­se ver­zerr­ten und ver­fälsch­ten, war er kei­nes­wegs „sanft“, im Gegen­teil, Er nann­te sie „Nat­tern­ge­zücht! Weiß­ge­tünch­te Grä­ber – prot­zig nach außen hin, aber innen nur modern­de Kno­chen!!“ Das war kein „ver­ständ­nis­vol­ler öku­me­ni­scher Dia­log“, das war eine glas­kla­re Ansage!

        @ Wol­ken­stein & the_­true-life: Es wird ja – wir sind ein frei­es Land, hoff ich zumin­dest – kei­ner gezwun­gen, die Kom­men­ta­re hier zu lesen; wie­so tun Sie sich das also frei­wil­lig an? Wol­len Sie ande­ren ver­bie­ten, frei ihre Mei­nung zu äußern, weil Sie sie nicht teilen??
        Im übri­gen hat Leo Laemm­lein nichts geschrie­ben, was gegen die guten Sit­ten oder gar gegen den Glau­ben wäre; für zwei Män­ner zu beten, die, sich ja ganz offen dazu beken­nend, sich weit von der Leh­re und den Gebo­ten Chri­sti ent­fernt haben, ist nicht „ver­werf­lich“, son­dern ein Akt der Näch­sten­lie­be! Wenn ich sehe, wie sich einer (oder auch ein gan­zes Volk) völ­lig „ver­rennt“ und immer wei­ter von Gott und Sei­nen Gebo­ten abdrif­tet, und ich kei­ner­lei direk­ten Ein­fluß auf die­sen (auf­rich­tig zu bedau­ern­den!) habe, dann kann und MUSZ ich für ihn beten; eher wäre ein Akt gegen die Näch­sten­lie­be, dies zu unter­las­sen! Und: zu ver­su­chen, den Irren­den auf sei­nen Irr­tum auf­merk­sam zu machen, ist ein Akt der Barm­her­zig­keit; heu­te wird das jedoch genau umge­kehrt, wie so vieles …
        … es gibt also nichts, wofür sich Herr Laemm­lein „zu schä­men“ hät­te! Im Gegen­teil, daß er in sei­nen vie­len, erst­klas­si­gen Kom­men­ta­ren genau das offen und so der­ma­ßen „gegen den main stream (auch den pseu­do-kirch­li­chen)“ bekennt, wovon er zutiefst über­zeugt ist, zeugt von Mut, von Auf­rich­tig­keit, von Lie­be zur Kir­che – zu Chri­stus selbst –, von Echt­heit, von scharf­sin­ni­gem und eigen­stän­di­gem Nach­den­ken über alles; für mich ist Leo Laemm­lein / Mer­ca­tor, neben vie­len ande­ren hier auf dem Forum, ein Vor­bild, des­sen Kom­men­ta­re auch mir schon man­ches­mal durch tie­fe Ein­sich­ten, Gedan­ken, inter­es­san­te Hin­wei­se auf die Sprün­ge gehol­fen und mich bestärkt haben! Mer­ci ihm und ‚den vie­len ande­ren‘!^^ „Nur tote Fische schwim­men nie­mals gegen den Strom!“

    • @the true life u.Wolkenstein ‑Leo hat ledig­lich auf eine Sünde,in gan­zem , auf­merk­sam gemacht,dies war ca 2000 Jah­re so,es war kei­ne Schande,auf eine Sünde,aufmerksam zu machen.Ebenso,hat er,zum Gebet,für einen,krebserkrankten Men­schen und sei­ne Angehörige,aufgerufen,für einen MENSCHEN,den ich per­sön­lich sehr schät­ze und eben­so für ihm bete.„Geradezu unglaublich„ist eher ihr Kommentar,indem sie Irgendwas,was in ihrem Kopf schwirrt,ihre Äng­ste und weiss­der­teu­fel­was, Anderen,unterstellen,sogar „der gan­zen Seite“,hier.Ich erlau­be mir,den Ver­dacht auszusprechen,das sie die­se Seite,DIFFAMIEREN, wollen.

  6. Am Bei­spiel der soge­nann­ten – nie­mals exi­stie­ren­den – Homo“ehe“ hat die Kir­che einen Ver­hal­tens Codex für katho­li­sche Par­la­men­ta­ri­er her­aus­ge­ge­ben. Der­sel­be Codex kann selbst­re­dend auch in Bezug auf den Mas­sen­mord an unge­bo­re­nen beseel­ten Kin­dern über­tra­gen wer­den. Nie­mand kann nur nach Gut­dün­ken „ein biss­chen katho­lisch“ sein wol­len und anson­sten das Neu­hei­den­tum zele­brie­ren wollen.
    Aus­zü­ge aus:
    KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE
    ERWÄGUNGEN ZU DEN ENTWÜRFEN
    EINER RECHTLICHEN ANERKENNUNG
    DER LEBENSGEMEINSCHAFTEN
    ZWISCHEN HOMOSEXUELLEN PERSONEN
    [….]
    4. Es gibt kei­ner­lei Fun­da­ment dafür, zwi­schen den homo­se­xu­el­len Lebens­ge­mein­schaf­ten und dem Plan Got­tes über Ehe und Fami­lie Ana­lo­gien her­zu­stel­len, auch nicht in einem wei­te­ren Sinn. Die Ehe ist hei­lig, wäh­rend die homo­se­xu­el­len Bezie­hun­gen gegen das natür­li­che Sit­ten­ge­setz ver­sto­ßen. Denn bei den homo­se­xu­el­len Hand­lun­gen bleibt « die Wei­ter­ga­be des Lebens […] beim Geschlechts­akt aus­ge­schlos­sen. Sie ent­sprin­gen nicht einer wah­ren affek­ti­ven und geschlecht­li­chen Ergän­zungs­be­dürf­tig­keit. Sie sind in kei­nem Fall zu bil­li­gen ».(4)
    Homo­se­xu­el­le Bezie­hun­gen wer­den « in der Hei­li­gen Schrift als schwe­re Ver­ir­run­gen ver­ur­teil­t… (vgl. Röm 1,24–27; 1 Kor 6,10; 1 Tim 1,10). Die­ses Urteil der Hei­li­gen Schrift erlaubt zwar nicht den Schluss, dass alle, die an die­ser Ano­ma­lie lei­den, per­sön­lich dafür ver­ant­wort­lich sind, bezeugt aber, dass die homo­se­xu­el­len Hand­lun­gen in sich nicht in Ord­nung sind ».(5) Die­ses mora­li­sche Urteil, das man bei vie­len kirch­li­chen Schrift­stel­lern der ersten Jahrhunderte(6) fin­det, wur­de von der katho­li­schen Tra­di­ti­on ein­mü­tig angenommen.
    6.[….]
    Wer­den homo­se­xu­el­le Lebens­ge­mein­schaf­ten recht­lich aner­kannt oder wer­den sie der Ehe gleich­ge­stellt, indem man ihnen die Rech­te gewährt, die der Ehe eigen sind, ist es gebo­ten, klar und deut­lich Ein­spruch zu erhe­ben. Man muss sich jed­we­der Art for­mel­ler Mit­wir­kung an der Pro­mul­ga­ti­on und Anwen­dung von so schwer­wie­gend unge­rech­ten Geset­zen und, soweit es mög­lich ist, auch von der mate­ri­el­len Mit­wir­kung auf der Ebe­ne der Anwen­dung ent­hal­ten. In die­ser Mate­rie kann jeder das Recht auf Ein­spruch aus Gewis­sens­grün­den gel­tend machen.
    [….]
    7.[….]
    Wie die Erfah­rung zeigt, schafft das Feh­len der geschlecht­li­chen Bipo­la­ri­tät Hin­der­nis­se für die nor­ma­le Ent­wick­lung der Kin­der, die even­tu­ell in sol­che Lebens­ge­mein­schaf­ten ein­ge­fügt wer­den. Ihnen fehlt die Erfah­rung der Mut­ter­schaft oder der Vater­schaft. Das Ein­fü­gen von Kin­dern in homo­se­xu­el­le Lebens­ge­mein­schaf­ten durch die Adop­ti­on bedeu­tet fak­tisch, die­sen Kin­dern Gewalt anzu­tun in dem Sinn, dass man ihren Zustand der Bedürf­tig­keit aus­nützt, um sie in ein Umfeld einzuführen,
    [….]
    10. Wenn alle Gläu­bi­gen ver­pflich­tet sind, gegen die recht­li­che Aner­ken­nung homo­se­xu­el­ler Lebens­ge­mein­schaf­ten Ein­spruch zu erhe­ben, dann sind es die katho­li­schen Poli­ti­ker in beson­de­rer Wei­se, und zwar auf der Ebe­ne der Ver­ant­wor­tung, die ihnen eigen ist. Wenn sie mit Geset­zes­vor­la­gen zu Gun­sten homo­se­xu­el­ler Lebens­ge­mein­schaf­ten kon­fron­tiert wer­den, sind fol­gen­de ethi­sche Anwei­sun­gen zu beachten.
    Wird der gesetz­ge­ben­den Ver­samm­lung zum ersten Mal ein Geset­zes­ent­wurf zu Gun­sten der recht­li­chen Aner­ken­nung homo­se­xu­el­ler Lebens­ge­mein­schaf­ten vor­ge­legt, hat der katho­li­sche Par­la­men­ta­ri­er die sitt­li­che Pflicht, klar und öffent­lich sei­nen Wider­spruch zu äußern und gegen den Geset­zes­ent­wurf zu votie­ren. Die eige­ne Stim­me einem für das Gemein­wohl der Gesell­schaft so schäd­li­chen Geset­zes­text zu geben, ist eine schwer­wie­gend unsitt­li­che Handlung.
    Wenn ein Gesetz zu Gun­sten homo­se­xu­el­ler Lebens­ge­mein­schaf­ten schon in Kraft ist, muss der katho­li­sche Par­la­men­ta­ri­er auf die ihm mög­li­che Art und Wei­se dage­gen Ein­spruch erhe­ben und sei­nen Wider­stand öffent­lich kund­tun: Es han­delt sich hier um die Pflicht, für die Wahr­heit Zeug­nis zu geben. Wenn es nicht mög­lich wäre, ein Gesetz die­ser Art voll­stän­dig auf­zu­he­ben, könn­te es ihm mit Beru­fung auf die in der Enzy­kli­ka Evan­ge­li­um vitae ent­hal­te­nen Anwei­sun­gen « gestat­tet sein, Geset­zes­vor­schlä­ge zu unter­stüt­zen, die die Scha­dens­be­gren­zung eines sol­chen Geset­zes zum Ziel haben und die nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf das Gebiet der Kul­tur und der öffent­li­chen Moral ver­min­dern ». Vor­aus­set­zung dafür ist, dass sein « per­sön­li­cher abso­lu­ter Wider­stand » gegen sol­che Geset­ze « klar­ge­stellt und allen bekannt » ist und die Gefahr des Ärger­nis­ses ver­mie­den wird.(18) Dies bedeu­tet nicht, dass in die­ser Sache ein restrik­ti­ve­res Gesetz als ein gerech­tes oder wenig­stens annehm­ba­res Gesetz betrach­tet wer­den könn­te. Es geht viel­mehr um einen legi­ti­men und gebüh­ren­den Ver­such, ein unge­rech­tes Gesetz wenig­stens teil­wei­se auf­zu­he­ben, wenn die voll­stän­di­ge Auf­he­bung momen­tan nicht mög­lich ist.
    11. Nach der Leh­re der Kir­che kann die Ach­tung gegen­über homo­se­xu­el­len Per­so­nen in kei­ner Wei­se zur Bil­li­gung des homo­se­xu­el­len Ver­hal­tens oder zur recht­li­chen Aner­ken­nung der homo­se­xu­el­len Lebens­ge­mein­schaf­ten füh­ren. Das Gemein­wohl ver­langt, dass die Geset­ze die ehe­li­che Gemein­schaft als Fun­da­ment der Fami­lie, der Grund­zel­le der Gesell­schaft, aner­ken­nen, för­dern und schüt­zen. Die recht­li­che Aner­ken­nung homo­se­xu­el­ler Lebens­ge­mein­schaf­ten oder deren Gleich­set­zung mit der Ehe wür­de bedeu­ten, nicht nur ein abwe­gi­ges Ver­hal­ten zu bil­li­gen und zu einem Modell in der gegen­wär­ti­gen Gesell­schaft zu machen, son­dern auch grund­le­gen­de Wer­te zu ver­dun­keln, die zum gemein­sa­men Erbe der Mensch­heit gehö­ren. Die Kir­che kann nicht anders, als die­se Wer­te zu ver­tei­di­gen, für das Wohl der Men­schen und der gan­zen Gesellschaft.
    Rom, am Sitz der Kon­gre­ga­ti­on für die Glau­bens­leh­re, am 3. Juni 2003, dem Gedenk­tag der hei­li­gen Mär­ty­rer Karl Lwan­ga und Gefährten.
    Joseph Card. Ratzinger
    Präfekt
    Ange­lo Amato, S.D.B.
    Titu­lar­erz­bi­schof von Sila
    Sekretär
    -
    Schliess­lich noch ein Zitat von Papst Leo XIII.:
    -
    „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Wider­stand zur Pflicht, Gehor­sam aber Verbrechen!“

  7. Bei aller Lie­be für katholisches.info, die­ses Mal muss man Herrn Nar­di aber vor­wer­fen schlecht recher­chiert zu haben. Seit dem 20. Okto­ber ist die CSV des Herrn Juncker näm­lich nur noch Oppositionspartei…

    • @ Patriæ Patro­na — Nichts­de­sto­trotz schrieb der CSV-Poli­ti­ker, Lau­rent Mosar, der bis zum Okto­ber Prä­si­dent der chambre des députés war in einer CSV-Publi­ka­ti­on (CSV= Juncker­par­tei) fol­gen­des: ” Das Par­la­ment hat die­se Woche die Geset­zes­vor­la­ge gestimmt, die u. a. die gleich­ge­schlecht­li­che Ehe erlaubt und die Adop­ti­on von Kin­dern für homo­se­xu­el­le Paa­re öff­net. Der Text ist auf Punkt und Kom­ma genau der­sel­be wie der­je­ni­ge, der von der vor­he­ri­gen Regie­rung hin­ter­legt und von ihr gemein­sam mit den Mehr­heits­frak­tio­nen über­ar­bei­tet wor­den ist. Die­ser Text straft somit die Behaup­tung Lüge, die frü­he­ren CSV-Mini­ster hät­ten lee­re Schub­la­den hinterlassen.”

  8. @ Leo Laemm­lein: Ich schreib ein­fach mal, wie ich das jetzt[!] for­mu­lie­ren wür­de, nach­dem ich für mich eini­ge ‚Umi­den­ti­fi­zie­run­gen‘ vor­neh­men muß­te, um mein Den­ken, das, ohne daß ich mir des­sen bewußt gewe­sen wäre, wegen fal­scher bzw. noch feh­len­der Infor­ma­ti­on lan­ge Zeit z.T. von fal­schen Vor­aus­set­zun­gen aus­ging, mei­nem per­sön­li­chen (aber von vie­len geteil­ten) Beob­ach­tungs­be­fund / den Tat­sa­chen anzu­pas­sen, und zwar unter der Rand­be­din­gung, daß mein Den­ken in kei­ner­lei Wider­spruch zu mei­nem (inva­ri­an­ten, unver­än­dert geblie­be­nen) Glau­ben ste­hen darf. Mein Den­ken, mei­ne Ansich­ten, mein ’neu­es System‘ dür­fen also in kei­ner­lei Wider­spruch ste­hen a) zu mei­nem Glau­ben, und b) zu den Tat­sa­chen! In die­sem ’neu­en System‘ wür­de ich also for­mu­lie­ren (ein erster Ver­such / „Ent­wurfs­sta­di­um“!):

    1. Es besteht kei­ne Iden­ti­tät, d.h. kei­ne vol­le Deckungs­gleich­heit, zwi­schen der einen Kir­che Chri­sti, der Einen, Hei­li­gen, Katho­li­schen und Apo­sto­li­schen, und der Orga­ni­sa­ti­on, die frü­he­stens am 21. Nov. 1964 (Unter­schrift unter ‚Lumen gen­ti­um‘), spä­te­stens am 7./8. Dez. 1965 (Abschluß des Kon­zils) ent­stan­den ist; in einem „neu­en Pfing­sten“ wur­de eine „neue Kir­che“ gegrün­det, die ‚deu­ter­ova­ti­ka­ni­sche pseu­do-Kir­che (DP)‘, die ihrer Inten­ti­on nach auch gar nicht iden­tisch sein woll­te mit der einen Kir­che Chri­sti (’sub­si­stit in‘!); die DP hat einen ihrer „neu­en Theo­lo­gie“ ent­spre­chen­den „neu­en Kult“, ein „neu­es Gesetz“ und neu- bzw. umde­fi­nier­te Ämter; ist also, wie schon Erz­bi­schof Lef­eb­v­re bemerk­te, im Grun­de eine „neue Reli­gi­on“, zumin­dest aber eine neue Kon­fes­si­on (die solan­ge vlt. noch christ­lich zu nen­nen ist, solan­ge noch die Gott­heit Chri­sti und die Aller­hei­lig­ste Drei­fal­tig­keit geglaubt und ver­kün­det wird; aber auch das schwin­det ja mehr und mehr, soll auch, in den Augen nicht weni­ger, schwin­den, zu einem ganz bestimm­ten Ziel). – Die­se „neue Kir­che“ ist also eine rein-mensch­li­che Grün­dung, nicht iden­tisch (sein wol­lend) mit der gött­li­chen Grün­dung Chri­sti, die jedoch welt­weit (lei­der) als ‚katho­li­sche Kir­che‘ fir­miert und besetzt hält (oder zumin­dest ‚aus­schließ­lich mit­be­nutzt‘), was Eigen­tum der Kir­che Chri­sti ist – ohne jedoch wirk­lich iden­tisch mit die­ser zu sein.
    2. Der Glau­be der Kir­che Chri­sti ist in sich wider­spruchs­frei und ein­deu­tig defi­niert (das ist der Glau­be der DP jedoch nicht, was neu­lich auch dem Kom­men­ta­tor Fran­zel auf­fiel, und vie­len ande­ren). Die­ser Glau­be ist ein für alle­mal und unver­än­der­lich fest­ge­legt (und voll­stän­dig schrift­lich doku­men­tiert, regu­la fidei remo­ta / depo­si­tum fidei – kann also nicht unbe­merkt mehr im Nach­hin­ein ver­än­dert / ver­fälscht werden).

  9. [erste Fort­set­zung]
    3. Die abso­lut siche­re Zusa­ge des ’non pra­e­valeb­unt‘ gilt aus­schließ­lich der einen Kir­che Chri­sti, wel­che a) infal­libel, und b) inde­fek­ti­bel ist. Sie gilt jedoch NICHT einer rein-mensch­li­chen Institution.
    4. Die Kir­che Chri­sti kann somit in kei­ner Wei­se „umge­wan­delt“ oder gar zer­stört wer­den. Was da also vor aller Augen so star­ken (und von Men­schen gewoll­ten) Umwand­lun­gen und Ver­än­de­run­gen unter­wor­fen ist; was sich immer wei­ter trans­for­miert und von sei­nem Ursprung ent­fernt; was immer weni­ger die Leh­re Chri­sti selbst ver­kün­det; wor­über so vie­le so der­ma­ßen ent­setzt sind – das ist (glück­li­cher­wei­se) nicht die Kir­che Chri­sti! Die­je­ni­gen also, die die vol­le Absicht hat­ten, die Kir­che Chri­sti (ganz in ihrem Sin­ne) zu ver­än­dern, und die­je­ni­gen, die im Sinn hat­ten (und haben), die Kir­che Chri­sti selbst zu zer­stö­ren (durch so durch­grei­fen­de Ver­än­de­run­gen, daß ihre Iden­ti­tät, ihr Wesen gänz­lich umge­wan­delt wird und ver­lo­ren geht – was der Kir­che Chri­sti jedoch gar nicht mög­lich wäre!), die­se also hat­ten glück­li­cher­wei­se kei­ner­lei Erfolg mit ihrem letzt­lich anti­christ­li­chen Ansin­nen; was sie in der Tat völ­lig ver­än­dert haben, was jetzt, vor unse­ren Augen, in sei­nem uns bekann­ten Wesen schier zusam­men­bricht, ist NICHT die Kir­che Chri­sti, ganz im Ein­klang mit Sei­ner siche­ren Zusage!
    5. Je mehr sich die DP in ihrer Iden­ti­tät ver­än­dert, je wei­ter sie sich von Chri­stus als wah­rem Gott und wah­rem Men­schen ent­fernt, je mehr sie geschwächt und je offen­sicht­li­cher ihr Ver­fall wird – desto stär­ker wird die Kir­che Chri­sti selbst! Obwohl es sich völ­lig para­dox und „unge­heu­er­lich“ anhört – wenn man mal drü­ber nach­denkt, erkennt man’s, denn: desto mehr Men­schen wachen auf und mer­ken, daß da etwas ganz und gar nicht mehr stimmt; und begin­nen, nach­zu­den­ken; erken­nen und durch­schau­en die­se mega-Cha­ra­de, die größ­te in der Geschich­te der Mensch­heit; wen­den sich zurecht und ent­setzt ab – und fin­den, hof­fent­lich, zur wah­ren Kir­che Chri­sti, die somit tat­säch­lich nur noch aus einer ‚klei­nen Her­de‘ besteht, aber treu im Glau­ben, unver­än­dert und stark!

  10. [zwei­te Fortsetzung]
    6. Denn die Mit­glied­schaft in der Kir­che Chri­sti, in der katho­li­schen Kir­che, nicht der DP (bei der mehr und mehr nicht der Glau­be, son­dern for­ma­le Mit­glied­schaft und Unter­ord­nung, Gehor­sam, das not­wen­di­ge und völ­lig hin­rei­chen­de Kri­te­ri­um dar­zu­stel­len schei­nen), ist defi­niert a) durch die Tau­fe, b) durch das Bekennt­nis des vol­len katho­li­schen Glau­bens, und zwar so, wie er etwa bis zum Zeit­punkt des Todes von Papst Pius XII. wider­spruchs­frei und ein­deu­tig defi­niert war (und immer noch ist). Alle spä­te­ren (ver­such­ten!) Ver­än­de­run­gen, die im Wider­spruch dazu ste­hen, sind – im Bezug auf die Kir­che Chri­sti – null und nich­tig; die­se ist von all den Ver­än­de­run­gen, die (aus unse­rer Sicht) jetzt so fürch­ter­li­che Fol­gen zei­ti­gen, NICHT betroffen!
    Aus der Defi­ni­ti­on der Kri­te­ri­en für die Mit­glied­schaft zur Kir­che Chri­sti folgt, daß sehr vie­le Men­schen, die Mit­glie­der der DP sind, nicht zur Kir­che Chri­sti gehö­ren – denn sie haben den Glau­ben nicht; man­che (und abso­lut gese­hen auch: vie­le) aller­dings schon. Es gibt also – trotz nicht bestehen­der Iden­ti­tät – eine nicht-lee­re Schnitt­men­ge zwi­schen der Kir­che Chri­sti und der DP.

  11. [drit­te Fsg.]
    7. Der „Papst“ ist nicht der Papst! D.h., auch die DP kennt ein Amt, des­sen aktu­el­ler Trä­ger ‚Papst‘ genannt wird – es liegt also eine (täu­schen­de) Homo­ny­mie vor (lei­der!!). Ich selbst wer­de in Zukunft den Titel ‚Papst‘ nur noch im stren­gen Sin­ne anwen­den auf jeden recht­mä­ßi­gen Nach­fol­ger des hl. Apo­stels Petrus; den Trä­ger des „ana­lo­gen“ Amts der DP jedoch nen­ne ich pseu­do-Papst, psP, wie ich auch die DP eine pseu­do-Kir­che, psK, nen­ne, und zwar nach der Grund­be­deu­tung des Verbs ψεύδειν /pséudein/ – ‚täu­schen‘ (ich sag halt nicht mehr „Kon­zils­kir­che“, weil’s nur EINE Kir­che gibt! die Ver­wir­rung unse­rer Zeit ist v.a. auch eine Ver­wir­rung der Begrif­fe – das ist ja das Raf­fi­nier­te; genia­le Täu­schung! des­we­gen ver­su­che ich zunächst, mög­lichst prä­zi­se die Begriff­lich­kei­ten zu defi­nie­ren, um ‚das alles‘ über­haupt gei­stig packen und irgend­wie kom­mu­ni­zie­ren zu können).
    8. Ein pseu­do-Papst der pseu­do-Kir­che könn­te nur dann (wirk­li­cher) Papst, PP (‚Pastor Pastorum‘ oder ‚Papa‘), der katho­li­schen Kir­che, KK, sein, und zwar per defi­ni­tio­nem, wenn er (zugleich) Mit­glied die­ser KK, also der Kir­che Chri­sti, ist. [Anm.: wahrsch. ist für einen Papst eine dop­pel­te Mit­glied­schaft, also sowohl in der psK wie in der KK, nicht mög­lich; für den ein­zel­nen Gläu­bi­gen schon – wenn er den vol­len Glau­ben hat, sowie die feste Inten­ti­on, Mit­glied der Kir­che Chri­sti zu sein; wenn er also die psK irr­tüm­lich für die KK hält.]
    9. Der der­zei­ti­ge psP ist kein PP. Sedes ergo Sanc­ta Apo­sto­li­ca Roma­na vacat. Ich kann den psP sogar ver­ste­hen – inner­halb SEINES Systems denkt und han­delt er nur kon­se­quent; nur ist sein System eben nicht iden­tisch mit der einen Kir­che! Ich kann nicht den psP bzw. sein Tun ableh­nen, ohne zugleich das System abzu­leh­nen, wel­ches er reprä­sen­tiert; und ich brau­che mich auch gar nicht mehr zu wun­dern oder zu empö­ren über sei­ne Hand­lungs­wei­se (und die der vie­len psB, pseu­do-Bischö­fe – die also von ihm ihre Juris­dik­ti­on bezie­hen; von denen jedoch vie­le gül­tig geweiht sind, mit Sicher­heit schon mal die der nicht-latei­ni­schen Riten). Dies muß­te ich ja nur so lan­ge, als ich ihn für den Papst, und „sein System“ für voll­stän­dig iden­tisch mit der katho­li­schen Kir­che hielt. Jetzt, nach­dem ich ein­mal das Schlimmst­mög­li­che ange­nom­men habe, kann ich das alles wesent­lich ent­spann­ter betrach­ten, nüch­ter­ner, kla­rer, sine ira et stu­dio. Der größ­te ‚hei­li­ge Zorn‘ packt mich also nicht wegen F selbst (der nur logi­sche Kon­se­quenz ist), son­dern wegen der Ereig­nis­se ab 1958 (bzw. 1962, nach lan­ger Vor­be­rei­tung)! Zumal die dama­li­gen Haupt­ver­ant­wort­li­chen (v.a. G.B. Mon­ti­ni!) in der Leh­re der Kir­che wohl unter­rich­tet waren; sie wuß­ten ganz genau, was sie woll­ten und taten – und haben sovie­le, auch ihre Mit­brü­der im Bischofs­amt, auf so raf­fi­nier­te Wei­se getäuscht, auf dem Kon­zil (prä­zi­ser: pseu­do-Kon­zil) selbst und nach­her „bei der Umsetzung“.

  12. [vier­te]
    1o. Eine Mög­lich­keit, die­se gan­ze Hypo­the­se zu veri­fi­zie­ren: wenn kei­ne Iden­ti­tät mehr besteht zw. der Kir­che Chri­sti und jener psK; wenn der Stuhl Petri wirk­lich vakant – dann stün­de das System, wel­ches jetzt als ‚katho­li­sche Kir­che‘ auf­tritt, ja nicht mehr (gene­rell und als sol­ches, son­dern nur noch par­ti­ell, in ein­zel­nen Per­so­nen) unter dem Bei­stand des Hei­li­gen Gei­stes; also auch viel­fa­cher Ent­zug und Ver­lust der Amts­gna­de (durch so vie­le fal­sche Inten­tio­nen und Unglau­ben wohl auch der hei­lig­ma­chen­den) – ich mei­ne, die Aus­wir­kun­gen eines sol­chen Ver­lu­stes sind schon seit lan­gem deut­lich zu spü­ren, ste­hen vor aller Augen.
    11. Also: es kann ja nach die­ser Vor­aus­set­zung gar nicht mehr anders sein – daß Feh­ler über Feh­ler gemacht wer­den, daß die­ses nur mehr rein mensch­li­che, ja rein mensch­lich sein wol­len­de System immer wei­ter von der Wahr­heit abweicht und abstürzt (und zwar irrever­si­bel – der ‚point of no return‘ ist bereits über­schrit­ten); daß wir eben zwangs­läu­fig genau das erle­ben, was wir (der Sache nach) zurecht so bekla­gen – wor­über wir uns jedoch eigent­lich nicht sehr zu wun­dern bräuch­ten, denn es gibt eben kein supra-natu­ra­les Kor­rek­tiv mehr; die­sem wird der Weg ver­sperrt, ja, man scheint es auch gar nicht mehr zu wollen.
    12. Denn „Sie“ haben, erst die einen, dann die ande­ren, und schließ­lich fast alle, Ihm, dem Hei­lig­ma­cher, in gren­zen­lo­sem Hoch­mut, der Ursün­de, letzt­lich doch gesagt (ob nun bewußt oder halb-bewußt – so jeden­falls kommt’s bei mir an, und nicht nur bei mir), Grund-Tenor: „DER MENSCH, d.h. wir alle, wir ste­hen jetzt auf eige­nen Bei­nen, sind auf­ge­klärt und eman­zi­piert, brau­chen Dich erst­mal (so) nicht mehr! Wir kön­nen das auch allei­ne – WIR bau­en uns UNSEREN Welt­frie­den und UNSERE Welt­ge­sell­schaft SELBST!! Und Dei­ne Sakra­men­te betrach­ten wir nicht mehr als heils­wirk­sa­me Gna­den­mit­tel, son­dern als rei­ne Zei­chen UNSERER Gemein­schaft, zumal, wo wir doch nun über die­se alte, pri­mi­tiv-magi­zi­sti­sche ‚pipe­line theo­lo­gy‘ so weit erha­ben sind und es jetzt so viel bes­ser wis­sen, als alle Jahr­hun­der­te vor uns! So bit­ten wir kon­se­quen­ter­wei­se auch nicht mehr aus­drück­lich um Dich, den Hei­li­gen Geist, son­dern um den ’spi­ri­tus princi­pa­lis‘ – den fürst­li­chen Geist [neue For­mel der Bischofs­wei­he – auch dies eines der vie­len, oft genug wohl nur unbe­wußt, d.h. unfrei­wil­lig ehr­lich, gesetz­ten und ent­lar­ven­den Zei­chen: Mene, mene, tekel u‑pharsin]!!“ – So weit, so schlecht: sie haben Ihm nicht mehr ver­traut (die neue Exege­se, die vie­len Leug­nun­gen, pseu­do-Ratio­na­li­sie­run­gen und Ent­my­tho­lo­gi­sie­run­gen usw. usf. – nichts als der blan­ke Unglau­be!); sie woll­ten also, nur noch sich sel­ber ver­trau­end und ihrer Wis­sen­schaft, „alles neu machen“ und die Regeln neu defi­nie­ren; Er nimmt ihre freie Ent­schei­dung zur Kennt­nis und hin­dert sie nicht, ihr Werk, ihren Turm­bau, soweit zu voll­enden – bis die­ser völ­lig in sich zusam­men­kracht; denn …

  13. … wirk­li­che (Selbst-) Erkennt­nis und tie­fe Ein­sicht in den eige­nen Hoch­mut und Wahn­witz, in die eige­ne Schuld­haf­tig­keit, Arm­se­lig­keit und trotz allem Fort­schritt immer noch bestehen­de exsi­sten­ti­el­le Erlö­sungs­be­dürf­tig­keit sind anders nicht mög­lich, als in einem tota­len Schei­tern die­ses „neu­en und eige­nen Weges“; unter die­ser Vor­aus­set­zung also wird es wohl noch viel schlim­mer kom­men (und kom­men müssen).

    • Lie­ber GW!
      Was wer­den Sie aus Ihrer Erkennt­nis her­aus nun tun, wel­che Kon­se­quen­zen dar­aus ziehen?

      Gebannt, aber auch ver­schreckt, las ich Ihre Äusserungen.
      Ich bin theo­lo­gisch nicht so sehr gebil­det, habe nur mei­nen tie­fen Glau­ben, der mir geschenkt wur­de und set­ze dar­über­hin­aus mei­ne gan­ze Hoff­nung auf den Herrn.

      Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob ich alles genau so ver­stan­den habe, wie Sie es dar­zu­le­gen ver­such­ten und was davon zutref­fend ist oder sein könnte.
      Ich wer­de dar­über nach­den­ken müssen.
      Aber eines spü­re ich: Wäh­rend des Lesens Ihrer Erkennt­nis­se, die Sie für sich gewon­nen haben, hat sich in mir etwas verändert.
      Was genau es ist, kann ich (noch) nicht sagen.
      Ob das erste Erschrecken bleibt oder einer Erleich­te­rung weicht…?

      Und was wären dann die Konsequenzen?

    • Lie­be Mari­en­zweig, erst­mal vie­len Dank für Ihren Kom­men­tar! – Ich hat­te vor­hin schon mal in ein doc getippt, um ein biß­chen zu recht­fer­ti­gen, daß ich hier über­haupt sowas schrei­be; auch ich bin in vie­lem (natür­lich!) noch nicht sicher; ich kopie­re es mal hierhin:

      Der Text geht noch (etwas) wei­ter, hab aber ein schlech­tes Gewis­sen, weil’s nun wirk­lich ziem­lich läng­lich ist, das alles; kann man kei­nem zumu­ten, der sich nicht wirk­lich dafür inter­es­siert; jetzt kämen noch die ‚Kon­se­quen­zen für die tra­di­tio (ins­bes. SSPX)‘, so wie ich das z.Zt. sehe, natür­lich ganz sub­jek­tiv – wer­de es nur hier­hin kopie­ren (hat­te es ein Biß­chen „vor­skiz­ziert“, in einem doc), wenn’s jeman­den inter­es­siert und die Red. es erlaubt, natür­lich; was ich schrei­be, ist schon „hef­tig“, ich weiß – aber ich schrei­be offen, ehr­lich, ohne jeden „Anspruch“, daß DAS jetzt die „allein-selig­ma­chen­de Letz­te Wahr­heit“ sei – denn die liegt ja schon fest (wer da etwas hin­zu­fü­gen woll­te, wäre anma­ßend, und nicht nur das!); und bin dank­bar für jede Kri­tik! Das alles kann und WILL also nur einer von vie­len ‚Denk-Bei­trä­gen‘ sein, von allen, die hier kom­men­tie­ren, mehr nicht; so wie ich von den Bei­trä­gen, ja vom Den­ken ande­rer pro­fi­tie­re, so kann / muß ja auch ich was dazu bei­tra­gen, also gebend und neh­mend zugleich mich betei­li­gen. Wenn auch nur ein ande­rer Mensch etwas auch / sogar mit mei­nen „Bei­trä­gel­chen“ anfan­gen kann, habe ich nicht umsonst getippt; wenn’s jeman­den nicht inter­es­siert, kann er’s ja ein­fach igno­rie­ren … – und klar ist, daß ich mit alle­dem kei­nem ‚zu nahe tre­ten‘ oder gar ‚pro­vo­zie­ren‘ will (aber viel­leicht zum Den­ken anre­gen)! Es ist halt ein­fach nur mein per­sön­li­cher Ver­such, in die­ser Zeit, in die­sem Dra­ma, wenig­stens eini­ger­ma­ßen ‚Durch­blick‘ zu gewinnen …

      Ich sehe das so: wir kön­nen (und soll­ten) ein­an­der hel­fen, wirk­lich zu ver­ste­hen, so gut es geht. Der Herr hat uns ja dafür unsern Ver­stand gege­ben! Und jeder kann dazu bei­tra­gen, muß das alles aber auch mal ganz ’sel­ber durch­den­ken‘; man müß­te jedes ein­zel­ne Argu­ment „durch­prü­fen“, ob die Vor­aus­set­zun­gen über­haupt stim­men usw. usf. – ich schrieb letz­tens, ‚Katho­li­sches‘ (und vie­le ande­re gute Blogs) sind ja auch sowas wie rie­si­ge ‚Denk­ma­schi­nen‘; jeder kann sei­ne Gedan­ken – und sei­en es auch erst­mal nur ‚Ent­wür­fe‘ – bei­steu­ern, jeder kann geben und neh­men zugleich; ande­rer Gedan­ken bewer­ten und die eige­nen bewer­ten las­sen; für mich: sehr hilf­reich! – Dies alles vor­aus­ge­schickt, wage ich vlt. doch, noch (suk­zes­si­ve) wei­te­re Unter­punk­te / Gedan­ken hin­zu­zu­fü­gen. Und: Das alles ist erst­mal nur ein Ver­such einer ‚Dia­gno­se‘ (und z.T. auch gewag­ter ‚Pro­gno­se‘); wenn die Dia­gno­se stimmt (und das muß natür­lich dis­ku­tiert wer­den), dann kann man an die The­ra­pie gehen, Kon­se­quen­zen zie­hen, Stra­te­gien erar­bei­ten usw. – aber auch ich ste­he da noch ganz am Anfang, muß noch sehr viel mehr recher­chie­ren und viel, viel nachdenken .….

    • Ich fin­de, man müß­te jetzt, 5o Jah­re nach dem Kon­zil, ein­mal Bilanz zie­hen! Mich wür­de inter­es­sie­ren: was glau­ben die Men­schen WIRKLICH, die ihre Zuge­hö­rig­keit zur katho­li­schen Kir­che beken­nen? Und zwar auf der gan­zen Welt — DAS ist doch erst­mal das Wich­tig­ste, das Fun­da­ment; statt­des­sen kam „von Rom“ die­se Erhe­bung zu der gan­zen ‚Ehe‑, Fami­li­en- und Sexu­al­pro­ble­ma­tik‘ oder wie man’s bezeich­net. Was als aller­er­stes inter­es­sie­ren soll­te, ist doch, ob da über­haupt noch Glau­be vor­han­den ist, und zwar in so grund­sätz­li­chen Fra­gen wie:
      — Exi­stiert Gott?
      — Glau­ben Sie an die Gott­heit Jesu Christi?
      — Glau­ben Sie an die Aller­hei­lig­ste Dreifaltigkeit?
      — Glau­ben Sie an ein Leben nach dem Tod?
      — Glau­ben Sie, daß Ihr Han­deln hier auf Erden erheb­li­che Kon­se­quen­zen für Ihre Exi­stenz nach dem Tode haben wird?
      — Glau­ben Sie, daß bei der hl. Mes­se Chri­stus selbst in Leib und Blut, See­le und Gott­heit, wahr­haft, wirk­lich und wesent­lich gegen­wär­tig ist? usw. usf.
      Wenn ich z.B. lese, daß bei einer Umfra­ge (unter den Katho­li­ken!) zum ‚Öku­me­ni­schen Kir­chen­tag‘ 2oo3 / Ber­lin um 7o% nicht mehr an die Trans­sub­stan­tia­ti­on und Real­prä­senz glau­ben, dann ist das Haupt­pro­blem doch der weit­ge­hen­de Ver­lust jedes über­na­tür­li­chen Glau­bens; und nicht sowas wie die ‚Akzep­tanz der katho­li­schen Ehe­mo­ral‘, das ist doch völ­lig nach­ge­ord­net bzw. nur Kon­se­quenz. Wenn das Fun­da­ment nicht mehr trägt, stürzt auch alles ande­re ein, bzw. mache ich mir dann kei­ne Gedan­ken über … den Stuck in den Innen­räu­men, den Anstrich der Fas­sa­de oder so; das mein‘ ich …

      • - Exi­stiert Gott?
        — Glau­ben Sie an die Gott­heit Jesu Christi?
        — Glau­ben Sie an die Aller­hei­lig­ste Dreifaltigkeit?
        — Glau­ben Sie an ein Leben nach dem Tod?
        — Glau­ben Sie, daß Ihr Han­deln hier auf Erden erheb­li­che Kon­se­quen­zen für Ihre Exi­stenz nach dem Tode haben wird?
        — Glau­ben Sie, daß bei der hl. Mes­se Chri­stus selbst in Leib und Blut, See­le und Gott­heit, wahr­haft, wirk­lich und wesent­lich gegen­wär­tig ist? 

        Die­se Fra­gen genau sind es, die gestellt wer­den soll­ten — und kein Drum-her­um-reden gel­ten lassen.
        Spä­te­stens auf dem Kran­ken- bzw. Ster­be­bett drän­gen sich Fra­gen auf.
        Aber vor­her wer­den vie­le den­ken: „Irgend­et­was wird es schon geben!“
        Ist GOTT „Irgend­et­was“?

      • @GW und Marienzweig:

        Es heisst rich­tig — ad letz­ter „Satz zum Glau­ben“: .… dass Chri­stus durch die hl. Wand­lung selbst in Leib und Blut, See­le und Gott­heit, wahr­haft leben­dig und wirk­lich wesen­haft (nicht wesent­lich) gegen­wär­tig ist.

        Wo Chri­stus ist, da sind immer auch der Vater und der Hl. Geist, ein Gott in 3 Per­so­nen; daher ist die Gött­li­che Drei­fal­tig­keit in den kon­se­krier­ten Gestal­ten von Brot und Wein wahr­haft leben­dig und wirk­lich wesen­haft gegenwärtig.

    • Erst­mal lie­ben Dank @ Mari­en­zweig, Car­lo, Eck­stein und Kyrillus!

      @ Mari­en­zweig: ich hof­fe, ich habe nicht den Ein­druck ver­mit­telt, als wol­le ich jetzt (spe­zi­ell oder nur) Sie da in ein kom­pli­zier­tes / umfas­sen­des Gespräch ver­wickeln, über mei­ne „Pri­vat-Ideen“ 😉 [die aber nicht allein die Mei­nen sind!] – und auch nicht Herrn Laemm­lein (der mir aber den „Auf­hän­ger“, die Idee gege­ben hat, das zu schrei­ben; dan­ke!); ich schrei­be, selbst wenn ich auf einen best. Kom­men­tar ant­wor­te, ja egtl. immer ‚@ alle‘ und bin somit dank­bar für jede Reaktion! 

      @ Car­lo – dan­ke für die Linx; ich woll­te ja auch nicht irgend­wie Par­tei ergrei­fen in einer Aus­ein­an­der­set­zung inner­halb (bzw. jetzt z.T. auch außer­halb, für die, die wirk­lich for­mell aus­ge­tre­ten sind) der FSSPX; ich ver­su­che, als Außen­ste­hen­der / nicht-Invol­vier­ter bei­de Sei­ten aus ihrer Posi­ti­on her­aus zu ver­ste­hen, soweit mir mög­lich, und kann auch nur sagen, wie man­ches eben auf einen Außen­ste­hen­den wie mich WIRKT, viel­leicht wir­ken muß, viel­leicht nicht nur auf mich … – aber mehr (natür­lich) nicht, klar.

      @ Eck­stein – dan­ke für die­sen Hin­weis / Kor­rek­tur! Auch das ein The­ma, ja eines der wich­tig­sten Kern-The­men der Leh­re der Kir­che Chri­sti über­haupt, die hl. Eucha­ri­stie, also ein The­ma, das ich noch sehr viel genau­er, prä­zi­ser ver­ste­hen will und muß, so gut ich’s eben kann, also als nicht-Theo­lo­ge. Und ich glau­be wirk­lich, daß sehr, sehr vie­le Pro­ble­me heu­te vor allem auf eine ‚Ver­wir­rung der Begrif­fe‘ zurück­ge­hen; ja, der Moder­nis­mus (und nicht nur der! son­dern auch der aller­nied­rig­ste, der durch­ein­an­der­wirb­ler, ist ja qua­si sein „Mar­ken­zei­chen“…) stif­tet ja mit vol­ler Absicht die­se Ver­wir­rung, so daß sich jede Klar­heit und wohl­de­fi­nier­te Leh­re zu dif­fu­sem Nebel ver­flüch­tigt; was, sar­ka­stisch gesagt, ande­rer­seits jedoch ganz „prak­tisch“ ist; mit einem „fle­xi­ble­ren Wahr­heits­be­griff“ (glaub­te nicht auch Mara­dia­ga, mein‘ ich, einen sol­chen gegen­über dem der­zei­ti­gen Prä­fek­ten Mül­ler ‚anmah­nen‘ zu sol­len?) kann man halt bes­ser „Poli­tik“ machen; das ist wohl immer eine star­ke Ver­su­chung, vor der man auf der Hut sein, die man erken­nen, der man weh­ren muß …

      • Lie­ber GW!
        Machen Sie sich kei­ne Gedanken!
        Ich füh­le mich durch Sie nicht irgen­wie genö­tigt und zwangs­wei­se in eine uner­wünsch­te Dis­kus­si­on verwickelt.
        Im Gegen­teil, ich begrü­ße Dis­kus­sio­nen, in denen jeder sei­ne Gedan­ken, Anre­gun­gen und auch Kri­tik aus­spre­chen darf und kann.
        Heu­te mor­gen habe ich die Hl. Mes­se in der Kapel­le eines nahe gele­ge­nen Fran­zis­ka­ne­rin­nen­klo­sters besucht.
        Der Prie­ster dort, ein alter gebrech­li­cher Mann, auf einen Rol­la­tor gestützt, hat die Hl. Mes­se unge­mein inten­siv gehalten.
        Viel­leicht ent­stand die­ser mein Ein­druck aber auch nur auf­grund sei­ner Gebrechlichkeit.
        Wenn Sie den Ein­druck gewon­nen haben, dass es neben der wah­ren Kir­che evt. noch eine Pseudo‑, eine Neben­kir­che gibt, so kann man dies lei­der all­zu oft so sehen.
        Aber heu­te mor­gen früh kam mir der Gedan­ke, dass mei­ne per­sön­li­che Bezie­hung zu Jesus Chri­stus als Sohn Got­tes unab­hän­gig von der Ört­lich­keit und den Gege­ben­hei­ten inten­siv gelebt wer­den kann und soll.
        Ob beschei­de­ne Klo­ster­ka­pel­le, ob Dom und aller Strei­tig­kei­ten in der „welt­li­chen“ Kir­che zum Trotz — ist es nicht die­se Bezie­hung, die letzt­end­lich zählt.
        Sie spra­chen wei­ter oben einer­seits von Stuck an den Wän­den und gleich­zei­tig zer­bre­chen­dem Fundament.
        Die­ses Fun­da­ment habe ich heu­te mor­gen für mich per­sön­lich als ganz fest und trag­fä­hig erlebt.
        Inmit­ten der vor­wie­gend ziem­lich betag­ten Fran­zis­ka­ne­rin­nen und des grei­sen Prie­sters war mir, als wäre ich auf einer Insel, gebor­gen und sicher.
        Und drau­ßen die har­ten, manch­mal schockie­ren­den Tat­sa­chen und die sich abzeich­nen­den frag­wür­di­gen Ent­wick­lun­gen in der „welt­li­chen“ Kirche.
        Ich glau­be, wir müs­sen uns auf eige­ne Füße stel­len, immer, wo es geht, Zeug­nis geben, nie unse­ren Glau­ben ver­leug­nen, den je indi­vi­du­el­len Glau­bens­weg gehen, auf den Herrn vertrauen.
        Wie unser Ein­tre­ten für die wah­re Kir­che noch wei­ter aus­se­hen könn­te, weiß ich im Moment noch nicht.
        „Auf den Herrn ver­trau­en und die Spat­zen pfei­fen las­sen“ — hat Don Bos­co damit recht oder ist das zuwenig?

      • Ja, so ist es — man muß sich immer wie­der klar­ma­chen, in Erin­ne­rung rufen, nie­mals ver­ges­sen, wor­um es über­haupt wirk­lich geht: um das Fun­da­ment, um den Glau­ben, um Ihn — Chri­stus selbst!
        Bei all den (ja auch not­wen­di­gen) ‚theo­lo­gisch-poli­ti­schen Debat­ten‘, auch um ‚das Kon­zil‘, den diver­sen ‚Flü­gel­kämp­fen‘, der ‚in- und exter­nen Poli­tik‘, der ‚Papst­fra­ge‘, der Sor­ge um das Wohl der jeweils eige­nen Gemein­schaft / Grup­pe inner­halb der Kir­che uvm., bei alle­dem muß man dar­auf ach­ten, daß das nie­mals zu einem Selbst­zweck ent­ar­tet; maß­los über­be­wer­tet wird; das man sich dar­in ver­zet­telt und ver­liert, so daß man den Blick auf das Eigent­li­che, das Zen­trum ver­liert, auf Chri­stus! – Man sieht also, „der Feind lau­ert über­all“, über­all gibt es Ver­su­chun­gen, die man als sol­che erken­nen muß (was nicht immer ‚ganz tri­vi­al‘ ist); immer wie­der muß man sein eige­nes Den­ken über­prü­fen, kor­ri­gie­ren, neu aus­rich­ten, ‚reka­li­brie­ren‘, und der Maß­stab ist Chri­stus selbst; Den wir immer bit­ten müs­sen, daß Er uns in alle­dem bei­ste­he, daß Er uns nach Sei­nem Wil­len hel­fe, immer kla­rer zu sehen, und vor allem, daß unser Blick immer auf Ihn Selbst aus­ge­rich­tet bleibe!

  14. [hier also Nº 5 – Kon­se­quen­zen für die ‚tra­di­tio‘]
    13. Es wird also wohl noch viel schlim­mer kom­men (müs­sen), so daß u.a. endlich
    auch die SSPX nicht mehr dar­um her­um kom­men wird, den bestehen­den Zustand zur Gän­ze anzu­er­ken­nen, d.h. auf Sedis­va­kanz (samt ekkle­sio­lo­gi­schen Impli­ka­tio­nen – ‚Ekkle­sio­va­kanz oder ‑pri­va­ti­on‘, schwer zu sagen) zu erken­nen [Anm.]; daß sie sich die­se ‚Opti­on‘ nicht offen gehal­ten hat (wie ja mal der Erz­bi­schof selbst), war m.E. ein Feh­ler – der sich heu­te bit­ter rächt; eigent­lich ent­spricht es doch ganz ihrer Logik, daß Bischof Fel­lay / Gene­ral­haus und Supe­rio­ren (scheint’s immer noch so sehr) nach der end­li­chen ‚Regu­la­ri­sie­rung‘ stre­ben, um von genau denen „aner­kannt“ zu wer­den, von denen Erz­bi­schof Lef­eb­v­re sag­te, daß doch in Wirk­lich­keit sie selbst schon längst in die Häre­sie und ins Schis­ma gegan­gen sei­en! Ich kann Prie­ster und Gläu­bi­ge des ‚Wider­stands‘ einer­seits voll­kom­men ver­ste­hen, muß ande­rer­seits aber auch eine Inkon­se­quenz im Den­ken fest­stel­len: Ursa­che der der­zei­ti­gen Pro­ble­me, des der­zei­ti­gen (fal­schen) Kur­ses ‚der Spit­ze‘ ist letzt­lich ein ‚Feh­ler in der Dia­gno­se‘! Man kann Men­zin­gen jeden­falls nicht (inner­halb des m.E. logisch fal­schen SSPX-Systems, ohne vol­le[!] Aner­ken­nung aller Fak­ten) den Kurs vor­wer­fen, den es zur Zeit fährt – er ist nur kon­se­quent. [Anm.: ‚auf Ekkle­sio- und Sedis­va­kanz erken­nen‘ – und wenn auch erst­mal so, daß im Bezug auf die Papst­fra­ge nie­man­des Gewis­sen (mehr) gebun­den wird; daß es den hw. Herrn Patres erlaubt wer­de, das ‚una cum‘ im Kanon weg zu las­sen, wenn sie dies nicht mehr mit ihrem Gewis­sen ver­ein­ba­ren können!]
    14. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re hat­te sich 1988 in der Tat selbst exkom­mu­ni­ziert – jedoch nicht aus der Kir­che Chri­sti, wel­che er nie ver­las­sen hat; son­dern aus der psK. Mora­lisch und inner­halb der KK hat er abso­lut rich­tig gehan­delt; inner­halb der psK jedoch ‚ille­gal‘, so daß er & die 4 aus einer Gemein­schaft aus­ge­schlos­sen wur­den, der sie ja sowie­so nicht ange­hö­ren wollten.
    15. Daß die ‚klei­ne Her­de‘, auf der gan­zen Welt ver­streut, auch vie­le ‚Diver­gen­zen‘ zeigt, (völ­lig über­flüs­si­ge) Que­re­len und Ver­wir­rung, ist kein Wun­der, hat sie doch kei­nen Hir­ten mehr, kein leben­di­ges Lehr­amt; in vie­len Sach­fra­gen gespal­ten, ist sie aber doch geeint in dem einen Glau­ben! – „Schla­ge den Hir­ten, und die Her­de wird sich zer­streu­en.“ (Zach 13,7; Mt 26,31; Mk 6,34)
    16. Ich selbst ver­mu­te mitt­ler­wei­le ganz stark, daß in jener psK als sol­cher[!] kei­ner­lei wirk­li­che Erneue­rung (d.h. ja Bekeh­rung) von innen[!] her­aus mehr mög­lich ist (wohl aber bei – hof­fent­lich vie­len! – ein­zel­nen Men­schen, v.a. durch bestän­di­ge Aufklärung!).
    17. Die ‚Rück­kehr der Tra­di­ti­on‘ und das ‚Mit­hel­fen bei der Erneue­rung von innen her­aus‘ hal­te ich daher (spä­te­stens seit den Ereig­nis­sen der letz­ten Jah­re) für nicht mehr mög­lich – also für ziem­lich illu­so­risch (und es schmerzt, das so schrei­ben zu müs­sen!), ja für hoch­gra­dig gefähr­lich für alle, die dies ver­su­chen (oder ver­sucht haben – z.B. FSSP, Cam­pos oder FI).

    • Für eine vol­le Wie­der­ein­glie­de­rung mit Rom grund­sätz­lich offen zu sein und eine ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­rung dann abzu­schlie­ßen, wenn der Inhalt einer sol­chen mit der durch den Grün­der skiz­zier­ten Linie ver­ein­bar ist, war stets die Hal­tung wie auch die Direk­ti­ve von Abp. Lef­eb­v­re — einem „Römer“ durch und durch. 

      Des­halb ging er auch stets nach Rom, und wahr­schein­lich nicht nur dann, wenn man ihn aus­drück­lich geru­fen hat­te. Auch war er es, der sag­te, dass nicht er es sein wer­de, der sich von Rom tren­ne (den umge­kehr­ten Fall — den „Raus­schmiss“ — wollte/konnte er somit nicht ausschließen). 

      Und genau­so hat sich Bp. Fel­lay bis­her doch auch ver­hal­ten! Als Rom im Juni 2012 qua­si zum Abschluss der im 2008 mit der Prie­ster­bru­der­schaft begon­ne­nen Gesprä­che plötz­lich die unbe­ding­te Annah­me von V2 sowie die „Licei­ty“ der Neu­en Mes­se zur Bedin­gung mach­te, brach er die „Übung“ ab. — Für die soge­nann­te „Resi­stance“ gab es außer Rebel­li­on und also nicht den gering­sten Grund

      Dass unter BXVI. ein ver­gleichs­wei­se gün­sti­ges Kli­ma für die Tra­di­ti­on in Rom herrsch­te, kann doch nie­mand bestrei­ten. TROTZDEM bestand Bp. Fel­lay von Anfang an auf einer wesent­lich „stren­ge­ren“ For­mu­lie­rung für eine Wie­der­ein­glie­de­rung, als Abp. Lef­eb­v­re sie im 1988 zunächst geschlos­sen hat­te (für den Rück­zug war ja „nur“ die Hin­hal­te­tak­tik um ein kon­kre­tes Datum für eine Bischofs­wei­he verantwortlich). 

      Dass der SSPX-Gene­ral­rat sich — schon VOR Fran­zis­kus — kei­ner Illu­si­on über den Zustand der Kir­che hin­gab, kann ja nach­ge­le­sen wer­den: „A Church hor­ri­b­ly dis­fi­gu­red, to be sure, a plan­ta pedis usque ad ver­ti­cem capi­tis.“ ABER: „a Church that in spi­te of all still has as its head Our Lord Jesus Christ.“ 

      Von die­sem Punkt, lie­ber GW, schei­nen Sie sich lei­der zu ent­fer­nen. Darf ich Ihnen, das Ein­ver­ständ­nis der Redak­ti­on vor­aus­ge­setzt, 2 m.E. äußerst lesens­wer­te Brie­fe von Fr. Lais­ney SSPX an Expo­nen­ten der soge­nann­ten „Resi­stance“ empfehlen?

      http://www.sspxasia.com/Documents/Society_of_Saint_Pius_X/2013–04-19_Fr_Laisneys_answer_to_%20Fr_Chazal.pdf

      http://www.sspxasia.com/Documents/Society_of_Saint_Pius_X/2013–04-13_FL_Answer_to_Bishop_Williamson.pdf

      Die Situa­ti­on ist furcht­bar. Zumin­dest vor­über­ge­hend stellt man sich viel­leicht am besten ein­fach mal taub und glaubt/vertraut, glaubt/vertraut und glaubt/vertraut dafür desto stärker.

      • Ja, Sie haben Recht — auch ich hät­te mir noch bis … ja, zum Feb. 13 so sehr gewünscht, daß es zu einer Eini­gung kom­me, zwi­schen der SSPX und ‚Rom‘; auch mir tat das Pon­ti­fi­kat von BXVI so gut, ich hat­te Hoff­nun­gen geschöpft … wie so vie­le; sei­ne berühm­te Rede vor der Kurie, Weih­nach­ten 2oo5 (nein, egtl. schon die wun­der­ba­re, pro­gram­ma­ti­sche Pre­digt vorm Kon­kla­ve, ‚Dik­ta­tur des Rela­ti­vis­mus‘ und so) hielt ich für den ‚lang-ersehn­ten Anfang der Wen­de‘, die ‚Reform der Reform‘ usw. usf. – und dann kam DER CHOC schlecht­hin, das blan­ke Ent­set­zen (nein, das ist jetzt nicht über­trie­ben; weiß noch, wie auch ich im Früh­jahr 2o13 hier kom­men­tiert habe, so wie die mei­sten …) … – und das gan­ze „kon­ser­va­ti­ve Kar­ten­haus (oder Luft­schloß?)“ brach jäh in sich zusam­men. Auf­schlag auf dem har­ten Boden der Wirk­lich­keit (autsch!); Ernüch­te­rung, aber die tota­le. Gut so. – So kam’s dann alles …

    • Noch ein­mal: Ich bin kir­chen­ge­schicht­lich, kir­chen­recht­lich und über­haupt theo­lo­gisch nicht beson­ders belesen.
      Ich war zwar immer katho­lisch , doch durch bestimm­te Umstän­de kam ich erst vor ca. 10 Jah­ren zu einem tie­fen und beglücken­den Glauben.
      Auf die­sem Glau­bens­weg habe ich mich nicht um Kon­zils­pa­pie­re, Erklä­run­gen, Schrif­ten geküm­mert, son­dern habe begon­nen, Gebe­te wie­der neu zu ler­nen, die ich nicht sicher oder gar nicht mehr beherrschte.
      Dazu gehör­te sogar ‑ich schä­me mich fast, es zu sagen- das Credo.
      Auch habe ich mir das Lied­gut wie­der ange­eig­net und mich mit dem Leben von Hei­li­gen beschäftigt.
      Das war es, was mich wirk­lich inter­es­sier­te. Ich war wie ein Schwamm, der alles in sich aufsog.
      Es war eine wun­der­ba­re Zeit! Die katho­li­sche Kir­che wur­de mir zur Hei­mat und das war mir genug.
      Jetzt, wo ich schon län­ger in ihr bin, sehe ich auch eher die Mängel.
      Nicht die Män­gel der Leh­re Got­tes, son­dern die Män­gel der­je­ni­gen, die sie ver­kün­di­gen sollten.
      Und ich sehe auch zuse­hends mei­ne eige­nen Mängel.

      Die fun­dier­te Art von Bil­dung, wie sie auf die­sen Sei­ten häu­fig erkenn­bar wird, habe ich nicht.
      Lan­ger Rede kur­zer Sinn: Ich bin kei­ne idea­le Dis­kus­si­ons­part­ne­rin für Sie.
      Es wäre schön, wenn sich ande­re, die mehr ver­ste­hen, ein­brin­gen wür­den. Jedoch ich fürch­te, die­se Sei­te ist zeit­lich schon zu alt, als dass sich noch vie­le dar­auf ver­ir­ren werden.
      Ihre Über­le­gun­gen jeden­falls haben etwas in mir angestoßen.
      Sie sagen, Sie müss­ten noch viel nachdenken.
      Dies gilt auch für mich!
      Frü­her dach­te ich in mei­ner Unwis­sen­heit: Es gibt nur Tra­di­ti­ons­be­wuss­te und Liberale.
      Dass es viel kom­pli­zier­ter ist, weiß ich inzwischen.
      Und dass sich die Tra­di­ti­ons­be­wuss­ten schon unter sich auf­spal­ten, ist bestürzend.
      Mein Ein­druck ist, dass die sog. Fort­schritt­li­chen viel mehr zusammenhalten.
      Sie eint der Wil­le, die Kir­che mit­samt der Leh­re so chic und bequem zusam­men­zu­nä­hen, dass das Kostüm allen passt und kei­nem zu eng wird.

      Natür­lich soll­te Kir­che für a l l e da sein, wie auch Jesus Chri­stus für uns und alle da ist!
      ER ist Lie­be, Treue und Hin­ga­be und hat dafür einen hohen Preis bezahlt.
      Aber ist das gleich­be­deu­tend mit einem Klei­dungs­stück incl. groß­zü­gi­gem Stretching-Effekt?

  15. Lie­ber @GW, bei aller Wert­schät­zung, aber mei­nes Erach­tens sind Sie dabei, sich mit Ihrem „System“ in etwas zu verrennen. 

    Ohne Zwei­fel, was Sie hier vor­rech­nen, ist gleich­sam eine „sau­be­re Lösung“, alles geht wie in einer Glei­chung auf – aber, ich geste­he, das gera­de stört mich dar­an – wie an allen sedis­va­kan­ti­sti­schen „Situa­ti­ons­be­rei­ni­gun­gen“. Sie schreiben:

    „Die­je­ni­gen also, die die vol­le Absicht hat­ten, die Kir­che Chri­sti (ganz in ihrem Sin­ne) zu ver­än­dern, und die­je­ni­gen, die im Sinn hat­ten (und haben), die Kir­che Chri­sti selbst zu zer­stö­ren (durch so durch­grei­fen­de Ver­än­de­run­gen, daß ihre Iden­ti­tät, ihr Wesen gänz­lich umge­wan­delt wird und ver­lo­ren geht – was der Kir­che Chri­sti jedoch gar nicht mög­lich wäre!), die­se also hat­ten glück­li­cher­wei­se kei­ner­lei Erfolg mit ihrem letzt­lich anti­christ­li­chen Ansin­nen; was sie in der Tat völ­lig ver­än­dert haben, was jetzt, vor unse­ren Augen, in sei­nem uns bekann­ten Wesen schier zusam­men­bricht, ist NICHT die Kir­che Chri­sti, ganz im Ein­klang mit Sei­ner siche­ren Zusage!“

    „Glück­li­cher­wei­se“: Sehen Sie, das eben stört mich. Man macht es sich schlicht zu ein­fach mit die­ser glat­ten Glei­chung. Statt die Not­si­tua­ti­on aus­zu­hal­ten, ent­rinnt man ihr vor­schnell. „Glück­li­cher­wei­se“: auf die­ses Glück gilt es zu ver­zich­ten, um der Wahr­heit wil­len. Was logisch auf­geht, muss noch lan­ge nicht der Wirk­lich­keit entsprechen. 

    Sie haben recht: dass ihr Wesen „gänz­lich umge­wan­delt wird und ver­lo­ren geht“ – das ist in der Kir­che Chri­sti nicht mög­lich. Aber das ist ja auch nicht gesche­hen. Die himm­li­sche Kir­che bewahrt ihr Wesen rein, und eben­so die irdi­sche Kir­che, die von erste­rer nicht zu tren­nen ist. Aber die irdi­sche Kir­che ist in einem schreck­li­chen Kampf begrif­fen, und es ist deren Fein­den gelun­gen, sie aus dem Innern zu bekämp­fen. Ihr Wesen kön­nen sie nicht zer­stö­ren, aber ihr Ant­litz schwer entstellen.

    Was jedoch tun Sie – wenn Sie sich auf Ihr Sedisvakantismus-„System“ wirk­lich ein­las­sen? Sie ver­las­sen den Kampf­platz, um sich „glück­li­cher­wei­se“ in einer den­ke­ri­schen Enkla­ve ein­zu­rich­ten! Aber das ist vir­tu­ell, und eben dar­um auch so schön logisch und leicht zu kon­stru­ie­ren. Gera­de der Umstand, dass die Glei­chung so leicht auf­geht, soll­te Sie miss­trau­isch machen!

  16. (Fort­set­zung)

    Vor kur­zem haben wir uns noch mit Fra­gen im Zusam­men­hang mit der Quan­ten­phy­sik beschäf­tigt, und das Forum hat von Ihrer Fach­kom­pe­tenz pro­fi­tiert. „Die Welt ist tief, und tie­fer als der Tag gedacht“ dich­tet Nietz­sche, und Wis­sen­schaft­ler wie Ber­nard d’Espagnat oder der kürz­lich ver­stor­be­ne Hans-Peter Dürr den­ken heu­te in ähn­li­chem Sinn. Wol­len Sie wirk­lich ein so ein­fa­ches Strick­mu­ster wie das des Sedis­va­kan­tis­mus auf die Kir­che anwen­den, auf jene Insti­tu­ti­on, die Der gegrün­det hat, durch Den und in Dem der Vater Alles erschaf­fen hat? Glau­ben Sie nicht, dass die­se Insti­tu­ti­on – als der mysti­sche Leib Chri­sti – über unaus­denk­ba­re Tie­fen ver­fügt, die ihr die Spann­kraft ver­lei­hen, über alle schreck­li­chen Ent­stel­lun­gen und Wun­den sieg­haft zu blei­ben? Wol­len Sie die Span­nung, den Not­stand wirk­lich flie­hen, statt ihn in sei­ner Bit­ter­keit auszuhalten? 

    Erz­bi­schof Lef­eb­v­re, den Sie erwäh­nen, hat sich immer klar gegen den Sedis­va­kan­tis­mus gewandt, auch wenn das eini­ge ger­ne umdre­hen wür­den. Aber da ist nichts zu machen.

    Ich zitie­re aus einem Vor­trag von 1980 in Angers. Lef­eb­v­re spricht ein­fach, aber wesent­lich. Und im Gegen­satz zu den Sedis­va­kan­ti­sten spre­chen sei­ne Argu­men­te die natür­li­che Ver­nunft spon­tan an. Das ist kein unwich­ti­ges Kri­te­ri­um. Obwohl die sedis­va­kan­ti­sti­sche Glei­chung so gut auf­geht, so sim­pel ist, über­zeugt sie m. E. die natür­li­che Ver­nunft nicht. Es haf­tet ihr unaus­rott­bar etwas Aus­ge­dach­tes, Erklü­gel­tes an. 

    Es ist gleich­sam, wie wenn ein Schal­ter von Posi­tiv zu Nega­tiv umspringt. Die Wirk­lich­keit wird verlassen. 

    (Viel­leicht haben Sie, @Marienzweig, etwas davon emp­fun­den, wenn Sie von Erschrecken spre­chen, und davon, dass sich etwas in Ihnen ver­än­dert hät­te…? Von Her­zen wür­de ich Ihnen – und @GW – ans Herz legen wol­len: Fol­gen Sie nur nicht der Ver­füh­rungs­kraft eines „in sich logi­schen“ Konstruktes!)

    Dage­gen Lef­eb­v­re 1980 (eine sprach­lich von frem­der Hand geglät­te­te – nicht ver­bes­ser­te – Ver­si­on steht auch auf pius.info): „Sie kön­nen sich den­ken, daß ich mit tie­fem Schmerz gese­hen habe, wie eini­ge mei­ner Prie­ster die Bru­der­schaft ver­las­sen haben. Sie waren mit der Linie mei­nes Ver­hal­tens, die ich seit der Grün­dung der Bru­der­schaft immer ein­ge­hal­ten habe, nicht ein­ver­stan­den. Ich habe immer den Papst aner­kannt, ich habe Papst Paul VI. besucht, ich habe Papst Johan­nes Paul II. besucht; wenn er es mor­gen von mir ver­langt, bin ich bereit, Papst Johan­nes Paul II. wie­der­zu­se­hen. – Aber ich bin auch bereit, Wahr­hei­ten aus­zu­spre­chen! (…)

    • Was ist nur pas­siert, dass dies alles gesche­hen konnte?
      Wäh­rend die hal­be Welt von Papst Fran­zis­kus´ Art und Auf­tre­ten ange­tan, ja sogar begei­stert ist, wer­den hier sehr ern­ste und Besorg­nis erre­gen­de Sach­ver­hal­te, die mit eben die­ser Art zu tun haben, diskutiert.
      Auch Papst Bene­dikt hat­te sei­ne Kri­ti­ker, Zeit­gei­stori­en­tier­te eben.
      Und wie oft wur­de sogar Hass und Häme über ihn aus­ge­gos­sen, Bei­spiel Tita­nic-Titel­sei­te. Aber stets wuss­te man, wor­an man mit ihm war. Viel­leicht war das auch einer der Grün­de für die Ableh­nung, die er erfuhr.
      Und nun Papst Franziskus!
      Wofür steht er, was will er errei­chen, was ändern, was bewahren?
      Soviel Verwirrung!
      In mei­ner Unwis­sen­heit dach­te ich frü­her, es gäbe die Tra­di­tio­na­li­sten (Pius-Bru­der­schaft) und die sog. Konservativen.
      Bei­den gegen­über stün­den dann die Pro­gres­si­ven, die alles ver­än­dern wollen.
      Nun stel­le ich fest, es gibt auch unter den Lehr­amts­treu­en gro­ße Entfremdung.
      Banal aus­ge­drückt: Papst­fans und Papst­kri­ti­ker. Der Riss geht mit­ten durch die Katholiken!
      Und nun? Wie geht es wei­ter mit der Kir­che des Herrn, die doch auch „unse­re“ Kir­che sein darf?

      • Ja, lie­be Mari­en­zweig, Ihr Kum­mer, Ihre Besorg­nis sind auch die Mei­nen! Aber dazu spä­ter mehr, will in Ruhe auf Ihrer aller Kom­men­ta­re ein­ge­hen. Und jetzt schon mal vie­len Dank!^^

      • Wie es mit der Kir­che wei­ter­geht, weiß nur Gott allein. Wir kön­nen nur ver­mu­ten; und müs­sen stets auch damit rech­nen, uns zu irren, fehl­zu­ge­hen. Selbst dem libe­ra­len Rom gegen­über. Ich glau­be, die­ses inner­li­che Kor­rek­tiv ist wich­tig, um sich nicht zu ver­här­ten und, so der Hei­li­ge Geist einem hilft, sich tief und ver­ant­wort­lich um den inner­li­chen Erwerb der Wahr­heit zu bemühen. 

        Des­halb den­ke ich, dass Sie, @Marienzweig, es ganz rich­tig machen. Sie las­sen sich von Ihrem star­ken Glau­ben lei­ten. Sie wün­schen sich zwar Ori­en­tie­rung und Halt, und wir alle wür­den uns das mehr wün­schen, als wir es zur Zeit vom Lehr­amt erhal­ten. Aber Sie fol­gen auch Ihrer glau­ben­den Intui­ti­on, und wenn die­se Ihnen sagt, dass etwas mit dem gegen­wär­ti­gen Papst nicht stimmt, wischen Sie den Ein­druck nicht ober­fläch­lich von der Seele. 

        Wohin Fran­zis­kus die Kir­che füh­ren wird, das kann heu­te noch nie­mand mit Gewiss­heit sagen. Aber der besorg­nis­er­re­gen­den Anzei­chen sind genug. Ich glau­be, Sie, @Marienzweig, sind ein Bei­spiel, wie es geht: Sie las­sen sich weder von den „Jubel­ka­tho­li­ken“ (im Lager der Pro­gres­si­ven wie – nicht sel­ten beson­ders abge­schmackt, da in sich wider­sprüch­lich – der Kon­ser­va­ti­ven) noch von den „Extre­mi­sten“ des tra­di­tio­nel­len Lagers (Sedis­va­kan­ti­sten) mit Beschlag bele­gen. Sie fol­gen Ihrer glau­ben­den Intui­ti­on, ver­zich­ten auf die Sicher­heit, die all die­se Posi­tio­nen ver­spre­chen. Ist es doch eine Sicher­heit auf Kosten der Wahr­heit. Las­sen Sie sich von den Gra­ben­kämp­fen nicht ver­wir­ren und auch wei­ter­hin nicht fest­le­gen, mit Beschlag bele­gen, auch wenn der Wunsch nach Sicher­heit nur zu ver­ständ­lich ist. Gott der Herr­scher, Gott der Barm­her­zi­ge, Er, das Drei­fal­ti­ge Geheim­nis und der Reich­tum unse­res Seins, Gott die Lie­be, sei mit Ihnen!

        Wenn ich Ihnen zwei klei­ne Bücher emp­feh­len dürf­te, die einen bei der Ori­en­tie­rung im Glau­ben heu­te unter­stüt­zen kön­nen, wären dies von Mar­cel Lef­eb­v­re: „Offe­ner Brief an die rat­lo­sen Katho­li­ken“, und von Wal­ter Hoe­res: „Der Auf­stand gegen die Ewig­keit. Kir­che zwi­schen Tra­di­ti­on und Selbstzerstörung.“

  17. (Fort­set­zung Zitat)

    „Ich bin nicht mit jenen ein­ver­stan­den, die sagen, „es gibt kei­nen Papst“. Ich glau­be, es ist sehr ernst, so zu spre­chen. Dass ein Papst libe­ral ist, hat noch nicht zur Fol­ge, daß er nicht mehr exi­stiert. (…) Wir müs­sen auf einer festen Linie blei­ben und dür­fen nicht im Lauf der Schwie­rig­kei­ten, die wir erle­ben, vom rech­ten Weg abkom­men. Man wür­de durch extre­me Lösun­gen ver­sucht sein und könn­te sagen: „Nein, der Papst ist nicht nur libe­ral, er ist Häre­ti­ker, ver­mut­lich mehr als Häre­ti­ker, also gibt es kei­nen Papst.“ Das ist falsch. Als Libe­ra­ler ist er nicht not­wen­di­ger­wei­se Häre­ti­ker, also auch nicht außer­halb der Kir­che. Man muß zu den not­wen­di­gen Unter­schei­dun­gen befä­higt sein, um auf einem siche­ren Weg zu blei­ben, um wirk­lich in der Kir­che zu bleiben. 

    Wenn nicht, wohin kämen wir? Kein Papst mehr, hie­ße kei­ne Kar­di­nä­le mehr! Wenn der Papst nicht Papst gewe­sen wäre, als er die Kar­di­nä­le ernannt hat­te, sind die­se Kar­di­nä­le nicht Kar­di­nä­le und kön­nen nicht mehr einen Papst wäh­len. Wird es dann also ein Engel vom Him­mel sein, der uns einen Papst bringt?

    Absurd! Und gefähr­lich! Denn wir wür­den viel­leicht zu Lösun­gen kom­men, die wirk­lich schis­ma­tisch sind. Man wür­de auf den Papst von Palmar de Troya kom­men, der exkom­mu­ni­ziert ist, der mich exkom­mu­ni­ziert hat, der den Papst exkom­mu­ni­ziert hat, der alle exkom­mu­ni­ziert hat? Man wür­de bei der Kir­che von Tou­lou­se, bei der Kir­che von Rou­en lan­den – ich weiß nicht wo – bei den Mor­mo­nen, bei den Pflingstlern, bei den Adven­ti­sten oder sonst wo. Die See­len wären ver­lo­ren! Dafür will ich jeden­falls nicht die Ver­ant­wor­tung übernehmen. 

    Man wird mich viel­leicht streng fin­den, wenn ich von den Prie­stern, die sich wei­gern, die­ser Linie zu fol­gen, ver­lan­ge, uns zu ver­las­sen. Aber ich will den Wolf nicht in den Schaf­stall ein­füh­ren. Wenn ich heu­te sage, es gibt einen Papst, sind wir noch nicht ver­pflich­tet, ihm in allem zu fol­gen. Es kann Hir­ten geben, die nicht im vol­len Sinn des Wor­tes gute Hir­ten sind. Wir sind da nicht ver­pflich­tet, ihnen in allem zu fol­gen. Aber dar­über hin­aus zu sagen, daß es kei­nen Papst gibt — nein! 

    So zu spre­chen führt wie­der dazu, unter den Tra­di­tio­na­li­sten Spal­tun­gen her­vor­zu­ru­fen und eben das will ich nicht.“

  18. [bevor ich auf Ihre Kom­men­ta­re, ver­ehr­te Mit-Kom­men­ta­to­ren, ein­ge­he, soll­te ich vlt. noch die letz­ten Punk­te aus die­ser, ja, ‚Skiz­ze‘, hier unten anfü­gen; sonst blie­be es unvoll­stän­dig – ist aber, wie ich fin­de, nur im Gan­zen zu ver­ste­hen; also hier mal der Rest]

    18. Der o.g. Zer­falls­pro­zeß hat m.E. jetzt eine sol­che (auch ‚psy­cho­lo­gi­sche‘) Dyna­mik ange­nom­men, daß er, aus mensch­li­cher Sicht jeden­falls, wohl so nicht mehr zu stop­pen ist (jeden­falls nicht, ohne daß die­ses System schließ­lich völ­lig zer­split­tern wird); der Rück­tritt von BXVI war wohl wirk­lich eine Erklä­rung der fak­ti­schen Regie­rungs­un­fä­hig­keit – jedoch nicht unbe­dingt der von Bene­dikt selbst, son­dern der psK, der „Kon­zils­kir­che“! Allein schon das unge­heu­re Thea­ter um das ‚pro mul­tis‘, der enor­me Wider­stand gegen auch nur die­se eine, klei­ne Ände­rung, ‚Reform der Reform‘, hat ja gezeigt, daß der Papst, wenn er wirk­lich nach sei­nem Amt pflicht­ge­mäß han­deln woll­te und müß­te, gera­de­zu ein Schis­ma damit her­auf­be­schwört, einen regel­rech­ten ‚Mas­sen­auf­stand‘, v.a. der Deutsch­spra­chi­gen (sie­he auch den ‚Fall Tebartz-van Elst‘!) – bei wei­te­ren ‚unpo­pu­lä­ren Maß­nah­men‘ hät­te er doch einen regel­rech­ten „Krieg mit den Medi­en“ und einen wei­te­ren Mas­sen­aus­tritt von Mil­lio­nen ris­kiert, bis hin zum Zusam­men­bruch (min­de­stens) der ‚mit­tel­eu­ro­päi­schen Volks­kir­chen‘, also des gan­zen Systems; die Kir­che ist fak­tisch unre­gier­bar gewor­den und BXVI hat wohl resi­gniert die Kon­se­quen­zen gezo­gen; er hät­te es, neh­me ich per­sön­lich jeden­falls an, nicht wei­ter mit sei­nem Gewis­sen ver­ein­ba­ren kön­nen, unter dem Zwang die­ser unend­lich trau­ri­gen Rea­li­tä­ten wei­ter über das schwei­gen zu müs­sen, wor­über er hät­te in aller Deut­lich­keit reden müs­sen, wo er hät­te wirk­lich ‚durch­grei­fen‘ müs­sen, an so vie­len Stel­len; wie gesagt, mei­ne per­sön­li­che Vermutung!
    19. Stün­de uns nach dem der­zei­ti­gen etwa ein ‚Mara­dia­ga-Pon­ti­fi­kat‘ ins Haus, so wür­de der
    maso­nisch-neo­gno­stisch-apo­sta­ti­sche Kurs ‚weg von Chri­stus‘ – bis hin zur schließlichen
    (und apo­ka­lyp­ti­schen!) Apo­theo­se des MENSCHEN – wohl bei­be­hal­ten; so schlimm dies an
    sich auch wäre, so wür­de es doch noch viel mehr Men­schen die Augen öff­nen; ein zweites,
    ‚pseu­do-kon­ser­va­ti­ves Pon­ti­fi­kat‘ à la Ratz­in­ger wür­de kei­nen grund­le­gen­den Kurswechsel
    mehr bewir­ken kön­nen, son­dern die not­wen­di­ge Ent­wick­lung allen­falls (etwas) retardieren
    – und bei vie­len Men­schen letzt­lich ver­geb­li­che Hoff­nun­gen wecken und ihnen wie­der nur
    Sand in die Augen streu­en; also, so bit­ter es klingt: lie­ber Dolan oder Mara­dia­ga als Ranjith
    oder Turk­son (fällt mir nicht leicht, dies zu schrei­ben!); so bit­ter es ist: jeder wei­te­re Schritt auf den (wenn ich recht haben soll­te, ja not­wen­di­gen!) völ­li­gen Zusam­men­bruch hin, wie etwa eine noch­ma­li­ge „Auf­wer­tung“ der Bischofs­kon­fe­ren­zen und des Kol­le­gia­li­täts­prin­zips, wei­te­re syste­ma­ti­sche Schwä­chung der Kurie und v.a. des Papst­amts selbst, Diver­gen­zen in der Dok­trin, „Annul­lie­rungs­pra­xis“, fak­ti­sche Abschaf­fung des Zöli­bats uvm. â†’

  19. → die­se gan­ze KATASTROPHE also ist viel­leicht wirk­lich not­wen­dig – um der Wahr­heit wil­len; damit schließ­lich allen Men­schen guten Wil­lens (end­lich) die Augen aufgehen!
    2o. Das Ratzinger’sche Pro­jekt der ‚Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät‘ (die auch ich selbst ein­mal begrüßt hat­te, frü­her …), ist somit defi­ni­tiv geschei­tert, und zwar wegen fal­scher Vor­aus­set­zun­gen – es muß­te also scheitern.
    21. Ziel einer wirk­li­chen Restau­ra­ti­on kann nicht sein, ein­fach „zurück vor’s Kon­zil – und dann fest­frie­ren“; das Jahr 1958 kann nur ein erster Ori­en­tie­rungs- und Hal­te­punkt sein, von dem aus dies­mal die RICHTIGE Rich­tung ein­zu­schla­gen ist; hat man die fal­sche Abzwei­gung erwischt, geht man zurück zur letz­ten Weg­ga­be­lung und wählt den (oder einen mög­li­chen) ande­ren Weg – nun aller­dings in ech­ter Demut vor Gott, und um vie­le (bit­te­re, aber scheint’s not­wen­di­ge!) Erfah­run­gen reicher.
    22. Das alles kann aber noch vie­le Jah­re oder sogar Jahr­zehn­te dau­ern; die o.g. Orga­ni­sa­ti­on, ja die gesam­te Mensch­heit hat, so befürch­te ich, noch lan­ge nicht ihren gei­sti­gen und mora­li­schen Tiefst­punkt (oder auch das zeitl. Maxi­mum des über alle Men­schen gemit­tel­ten Abstands oder Abfalls von dem Einen und Drei­fal­ti­gen Gott) erreicht.
    23. Pflicht des ein­zel­nen also: unbe­ding­tes Fest­hal­ten an und tief­stes, ja kind­li­ches (und nicht kin­di­sches), akti­ves (und nicht rein-pas­si­ves) Ver­trau­en in Chri­stus, den Pan­to­kra­tor – Er ist der Sou­ve­rän, kei­ner sonst. – Kein Defai­tis­mus, kein Fata­lis­mus; Erfül­lung der per­sön­li­chen Pflich­ten in jeder Hin­sicht; Augen auf und sich infor­mie­ren; kei­ner Nach­richt mehr ohne siche­re Bestä­ti­gung Glau­ben schen­ken; per­sön­li­cher Ein­satz da, wo irgend mög­lich; wich­tig: Auf­klä­rung anderer!
    24. Und nie, nie­mals ver­ges­sen: NON PRÆVALEBVNT !!! – D.h., „sie“ HABEN bereits ver­lo­ren, und im tief­sten Innern spü­ren sie das wohl auch; sie ver­fal­len in wil­den Aktio­nis­mus – erste Zei­chen von Panik, Zei­chen der Schwä­che! – Unse­rer dage­gen wer­den immer mehr; wir kämp­fen an Sei­ner Sei­te (sofern wir das nur wirk­lich wol­len!), und unter dem Schut­ze Sei­ner aller­se­lig­sten Mut­ter! Er schenkt uns Gna­de über Gna­de, soviel wir nur brau­chen – wenn wir nicht auf­hö­ren, uns Ihm und Ihr anzu­ver­trau­en als Sei­ne Kin­der und Sei­ne Strei­ter, Män­ner und Frau­en mit­ein­an­der und an einer Sei­te; und nicht auf­hö­ren, stets um das zu bit­ten, was Er so ger­ne gibt, in Über­fül­le! – „Sie“ dage­gen kämp­fen, vie­le, und vie­le wohl, ohne sich des­sen bewußt zu sein – lei­der und hof­fent­lich (also für ihr eige­nes See­len­heil; igno­ran­tia invin­ci­bi­lis, Irr­tum) –, unter dem Ban­ner des­sen, der schon längst ver­lo­ren hat!!!
    BELLVM IAM EST, ET PERNICIES (sed nullus, vere­or, Pastor in ter­ra, et nullus Impe­ra­tor [kla­ge ich mal mit Dan­te^^] …). HOMO MVNDEQVE MISER – CONVERTERE AD DEVM, DOMINVM TVVM – AD CRVCEM EIVS, SPEM TVAM VNICAM (und ganz bestimmt nicht die UN, wie ein­mal ein gewe­se­ner Erz­bi­schof von Mai­land mein­te). – CONVERTAMVR IGITVR OMNES AD SOLAM VERITATEM, QUÆ EST CHRISTVS IESVS DOMINVS ET DEVS IN ÆTERNVM.

  20. Lie­ber Kyr­il­lus, vie­len Dank, daß Sie so aus­führ­lich auf mei­ne ‚läng­li­chen Aus­las­sun­gen‘ ein­ge­gan­gen sind; auch des­halb habe ich ja gewagt, dies so offen zu schrei­ben, um es von den Mit-Kom­men­ta­to­ren bewer­ten zu las­sen, um eben auch ande­re Mei­nun­gen einzuholen.
    Ich will mal „ein paar Pflöcke ein­hau­en“, das, was für mich jetzt schon defi­ni­tiv fest­steht, was ich mit Bestimmt­heit sagen kann:
    — mei­ne ein­zi­ge Inten­ti­on ist: ‚ein­fach nur katho­lisch‘ zu sein – mit allen Konsequenzen!
    — ich habe hohen Respekt vor Erz­bi­schof Lef­eb­v­re und der FSSPX und bin ihnen sehr dank­bar, haben doch gera­de ihre Tex­te mir wie vie­len in vie­lem die Augen geöff­net; die Kir­che Chri­sti braucht (auch) die FSSPX, und zwar als sol­che – frei, und nicht “in Ket­ten” (sie­he etwa das trau­ri­ge Schick­sal der FI);
    — ich gehö­re von Haus aus kei­ner ‚Grup­pe‘ wel­cher Art auch immer an; bin unab­hän­gig und den­ke frei; nach dem Feb./März 13 war ich gezwun­gen, die Augen auf­zu­ma­chen und mich ein­mal genau­er damit zu befas­sen, was mit der Kir­che in den letz­ten 5o Jah­ren und mehr nun wirk­lich pas­siert ist; muß­te erken­nen, daß mei­ne bis­he­ri­ge ‚kon­ser­va­ti­ve Posi­ti­on‘ so nicht mehr zu hal­ten war; auch die Tex­te des Erz­bi­schofs, u.a. in der gewal­ti­gen Text­samm­lung ‚Damit die Kir­che fort­be­stehe‘, haben mich über­zeugt, ich kann ihm in zumin­dest FAST allem zustim­men; Sie wis­sen so gut, nein, sicher weit bes­ser als ich, was der Erz­bi­schof im Bezug auf ‚Rom‘ schon alles gesagt hat; mit Zita­ten Lef­eb­v­res zu arbei­ten, bringt nichts; er wider­sprach sich teil­wei­se selbst, mein­te zu dem einen Zeit­punkt dies, zu dem ande­ren jenes; im Übri­gen kann mir der Erz­bi­schof nur eine Ori­en­tie­rung, eine Richt­schnur sein, an der ich mich ori­en­tie­ren kann, soweit wider­spruchs­frei mög­lich; mehr nicht – ich bin aber in kei­ner Wei­se an ihn gebun­den; er war ein groß­ar­ti­ger, viel­leicht wirk­lich hei­lig­mä­ßi­ger Mensch, ein Diplo­mat, ein Kämp­fer, ein Vor­bild, ohne Zwei­fel – aber er war ein MENSCH!
    — ich weiß jetzt, wo ich ste­he; zu ste­hen habe – auf Sei­ten des glau­bens­treu­en Wider­stands gegen jedes System, wel­ches die Kir­che Chri­sti in wel­cher Wei­se auch immer in ihrem Wesen ver­än­dern oder sie sogar (durch ‚tota­le Trans­for­ma­ti­on‘ von innen her­aus) zer­stö­ren will;
    — ich suche jedoch nicht (pri­mär) eine Grup­pe, son­dern in allem und vor allem – DIE WAHRHEIT!!
    — ich weiß, daß alles, was ich habe, also auch mein Ver­stand, allein Dem gehört, von Dem ich es bekom­men habe, und zwar nicht zu mei­nem eige­nen, bloß zeit­li­chen Nut­zen und „Ver­gnü­gen“, son­dern damit ich es Ihm zur Ver­fü­gung stel­le; es in Sei­nen Dienst stel­le nach Sei­nem Wil­len; daß ich da kämp­fe, wo Er mich hin­stellt! Ich will also gera­de nicht vom Kampf­platz wei­chen, im Gegen­teil! â†’

  21. - mein Fun­da­ment: mein Glau­be, mei­ne Ver­nunft, die, wie neu­lich schon mal geschrie­ben, in mir untrenn­bar mit ein­an­der ver­bun­den sind; kom­me ich, auf dem Fun­da­ment des Glau­bens ste­hend, durch den Gebrauch die­ser mir gege­be­nen Ver­nunft zu einer bestimm­ten siche­ren Erkennt­nis, dann habe ich mich an die­se zu hal­ten, ob mir das Erkann­te nun gefal­len möge oder nicht, d.h. völ­lig unab­hän­gig davon, was ich ‚füh­le‘! Grund­ge­set­ze mei­nes Den­kens sind die princi­pia iden­ti­ta­tis, con­tra­dic­tio­n­is, et exclu­si tertii;
    — ich habe zumin­dest die abso­lu­te mora­li­sche Gewiß­heit, daß ich nicht die mora­li­sche Gewiß­heit (mehr) habe, daß „die Kir­che“ die Kir­che und „der Papst“ der Papst ist; daß der Mensch Jor­ge M. Ber­go­glio also wirk­lich Sein Stell­ver­tre­ter auf Erden ist, mit der Inten­ti­on, auch als sol­cher zu han­deln in dem Amt, daß ihm von Chri­stus selbst vor­ge­ge­ben ist; über das er nicht ver­fügt, das er also nicht von sich aus, und selbst nicht mit Zustim­mung des Welt­epi­sko­pats, je wür­de ändern kön­nen, so wenig wie Sei­ne Kir­che selbst!
    — ich habe in obi­ger Skiz­ze tat­säch­lich das schlimmst-mög­li­che Sze­na­rio ein­mal ange­nom­men und bin so inner­lich dar­auf vor­be­rei­tet; ich selbst bin nun­mehr völ­lig des­il­lu­sio­niert in jeder Hin­sicht, ver­traue allein auf Ihn; und das ist gut so! Denn nun kann ich mich wirk­lich auf das Wesent­li­che kon­zen­trie­ren – auf Ihn, Christus!
    — es ist für mich als „Neu­en“ eben sehr schmerz­lich zu sehen, wie die­ser ‚Wider­stand‘ in so vie­le, ein­an­der z.T. hart „bekrie­gen­de“ Grup­pen auf­ge­spal­ten ist – wo sie doch eigent­lich auf der­sel­ben Sei­te ste­hen und mit[!] ein­an­der kämp­fen soll­ten, und nicht gegen ein­an­der, dadurch auch wert­vol­le Kräf­te, ja, gera­de­zu ver­schleu­dernd (zu Nut­zen und Plai­sier allein jener Zer­stö­rer!); ich bin über­zeugt davon, daß bei­de (oder vlt. bald / jetzt schon drei!?) ‚Groß­grup­pen‘ kei­ne ande­re Inten­ti­on haben, als zur einen Kir­che Chri­sti zu gehö­ren und für die­se zu kämp­fen (natür­lich im gei­sti­gen und geist­li­chen Sin­ne, klar) – und daß bei­de Grup­pen wirk­lich zur einen Kir­che gehö­ren! Aus­ge­nom­men sind selbst­ver­ständ­lich sol­che Extrem-Grup­pen wie die­se Palma­ria­ner usw., das ist völ­lig klar, bedarf gar kei­ner Debatte!
    — was mir defi­ni­tiv miß­fällt, ist, wenn bei­de Grup­pen ein­an­der ‚häre­ti­sie­ren, schis­ma­ti­sie­ren, gar (pseu­do-) anathe­ma­ti­sie­ren‘! Oder die Gewis­sen, und zwar im Bezug auf eine Sach­fra­ge, zu bin­den ver­su­chen – was BEIDEN ein­fach nicht zusteht; das wäre Anma­ßung; sowie­so hat kei­ne von bei­den ‚Groß­grup­pen‘ Juris­dik­ti­on – oder bei­de Grup­pen haben sie!!! Und zwar auf­grund erklär­ten Not­stands, auch die FSSPX; sie müß­ten sie gar nicht erst ‚von Rom‘ bezie­hen; so wie der Erz­bi­schof selbst sich auf eben die­sen Not­stand beru­fen hat, 1988!
    — was ich mir so sehr wün­sche: daß die­se bei­den Grup­pen wie­der auf ein­an­der zuge­hen; mit ein­an­der reden; viel­leicht eine For­mel fin­den, wie man die­se Fra­ge erst­mal soweit es geht, offen las­sen kann; daß man sie nicht über­be­wer­tet, kei­ne ‚Ideo­lo­gie‘ aus ihr macht (und zwar auf bei­den Sei­ten!!); →

  22. - eines ist voll­kom­men klar: zur Zeit steht es sowie­so nie­man­dem ein­zel­nen zu, da irgend­ei­ne „rechts­wirk­sa­me[!] Fest­stel­lung“ zu tref­fen (aller­dings auch nicht im Bezug auf die Kon­zils­be­schlüs­se!); dies steht ja nur einem zwei­fels­frei authen­ti­schen (dann von ALLEN Recht­gläu­bi­gen[!] aner­kann­ten) zukünf­ti­gen uni­ver­sa­len Lehr­amt zu!
    — uolo mihi perÅ¿vaderi – nec uolo in- (uel Å¿e-) dvci. & perÅ¿vaÅ¿vs Å¿vm! – Per­sön­li­che Gewis­sens­ent­schei­dun­gen brau­che ich nicht zu recht­fer­ti­gen; so wie ich die ande­rer respek­tie­re, so bit­te ich dar­um, daß auch die Mei­nen respek­tiert werden.

    Das sind also die ‚Rand­be­din­gun­gen‘ mei­nes Den­kens, in die­sem Rah­men hat es sich zu bewe­gen, treu zur defi­nier­ten Leh­re der Kir­che Chri­sti! – War­um soll­te ich mich über­haupt (jetzt schon) defi­ni­tiv im Bezug auf eine Sach­fra­ge fest­le­gen, fest­le­gen las­sen? Und von wem?? – Dage­gen sträu­be ich mich, und ich will mich nicht, sozu­sa­gen, ‚ver­ein­nah­men‘ las­sen, von kei­ner Grup­pe; ich gehö­re der Kir­che Chri­sti, DAS ist VOELLIG klar; aber kei­ne der o.g. Grup­pen soll­te sich einen ‚Allein­ver­tre­tungs­an­spruch‘ anma­ßen (womit ich nicht sage, daß es über­haupt eine Grup­pe tat­säch­lich tue; ich sage nur: ‚KEINE soll­te sich ~‘!).
    Zum Stich­wort ’sich ver­ren­nen‘: Sie wis­sen wie ich, wem vor allem und von wem die­ser Vor­wurf gemacht wur­de, und heu­te noch ger­ne gemacht wird!? Auch einem Erz­bi­schof Lef­eb­v­re, auch einem Pfar­rer Milch wur­de genau dies vor­ge­wor­fen, „sich ver­rannt zu haben“ (die­ser wur­de sogar ins Klo­ster geschickt, damit er „in sich gehe“!); und doch sind sie, mir auch dar­in Vor­bil­der, stark geblie­ben, haben sich nicht beir­ren las­sen, von nie­mand! – Und es war übri­gens genau die­ses ungu­te Gefühl des Gekün­stel­ten, Erklü­gel­ten, mit Müh und Not und aller Kraft ad hoc Kon­stru­ier­ten, und zwar wohl aus ‚prag­ma­ti­schen, poli­ti­schen Grün­den‘ Kon­stru­ier­ten, das mich miß­trau­isch mach­te – im Bezug auf das Kon­strukt des ‚reco­gni­ze and resist‘! Mir ist jetzt völ­lig klar, daß es so jeden­falls nicht geht; ich hal­te es sogar für den Urirr­tum, das Grund­pro­blem, die ‚Mut­ter aller wei­te­ren Pro­ble­me‘. – Wer geht übri­gens den leich­te­ren, den beque­me­ren, den ver­füh­re­ri­schen Weg? Die­je­ni­gen, die um der erkann­ten Wahr­heit wil­len auf alle Sicher­hei­ten, auch mate­ri­el­le, ver­zich­ten, vie­le Ent­beh­run­gen inkauf neh­men und sich auf einen stei­ni­gen Pfad bege­ben, in unge­wis­se irdi­sche Zukunft, allein im uner­schüt­ter­li­chen Ver­trau­en auf Gott, der für die Sei­nen schon sor­gen wird; die jetzt geschol­ten wer­den als „Starr­sin­ni­ge“, „Auf­wieg­ler“, „Unge­hor­sa­me“, „in ihr eige­nes Den­ken (Selbst-) Ver­lieb­te“, „Abtrün­ni­ge“, „Extre­mi­sten“ und wie sonst noch (wie, inter­es­san­ter­wei­se, einst der Erz­bi­schof selbst, von Mon­ti­ni und sei­nem brei­ten Weg, sei­ner Gemein­schaft); oder nicht viel­leicht eher die­je­ni­gen, die, wie bei der dama­li­gen Weg­ga­be­lung die Vie­len in Mehrheits-„Kirche“ und Mehr­heits­ge­sell­schaft, auch heu­te brav auf dem brei­ten Weg der trau­ten Gemein­schaft, der mate­ri­el­len Sicher­heit, des Aner­kannt­seins blei­ben? â†’

  23. Gera­de die soll­ten sich stets selbst­kri­tisch und ehr­lich fra­gen, was denn ihre wirk­li­chen Moti­ve sei­en; geht es ihnen wirk­lich um DIE WAHRHEIT, und sei die­se noch so „unbe­quem“, oder viel­leicht eher um die Sicher­heit der Gemein­schaft, die Aner­ken­nung durch die Mehr­heit? Das muß sich eben jeder sel­ber fra­gen, immer. Auch ich selbst, klar. –
    Scha­de, ich hät­te dies alles, auch den obi­gen Text, bes­ser unter das stel­len sol­len, was ich hier neu­lich mal über mei­ne „Kar­rie­re“ (mal iro­nisch gesagt, „vom Cons zum Trad“) und mei­nen Stand­punkt zu skiz­zie­ren ver­sucht hat­te; ich flie­he sozu­sa­gen von einem System, wel­ches ich (end­lich) als in sich FALSCH erkannt habe, und stel­le nun (wohl ver­ständ­li­cher­wei­se mit eini­ger Ent­täu­schung) DAS fest – daß die­je­ni­gen, von denen (allen!) ich über­zeugt bin, daß sie der tra­di­tio, dem Glau­ben (und der hl. Mes­se!) aller Zei­ten wirk­lich treu sind und den Mut hat­ten und haben, für die Wahr­heit zu kämp­fen, tat­säch­lich in sich tief gespal­ten sind. Und ich ver­mu­te, daß es sehr vie­len so geht …
    … quod dixi, dixi. Mehr möch­te ich dazu erst­mal nicht mehr sagen. – Vie­len Dank Ihnen und allen Kom­men­ta­to­ren, LG, Ihr GW.

    • Noch eine Ergän­zung: unter denen, die oder die nicht, mehr oder weni­ger ent­schie­den (auch was die mög­li­chen Impli­ka­tio­nen und Kon­se­quen­zen betrifft), auf Sedis­va­kanz erken­nen, also auf bei­den Sei­ten, gibt es sol­che, die ‚alle ande­ren‘ nun für Häre­ti­ker und/oder Schis­ma­ti­ker hal­ten, und sol­che, die dies nicht tun; die also jedem Men­schen einen wirk­li­chen Irr­tum in gutem Glau­ben zuge­ste­hen, oder die Tat­sa­che, daß Erkennt­nis­se lang­sam rei­fen (müs­sen); daß dem einen schon viel mehr Fak­ten bekannt sind, als dem ande­ren; die sich noch dar­an erin­nern, daß viel­leicht auch sie selbst ein­mal, im Nach­hin­ein betrach­tet, falsch gedacht haben. – Egal wel­che Posi­ti­on ich selbst nun ein­mal ein­neh­men wer­de (wenn über­haupt eine der bei­den ‚Groß-Alter­na­ti­ven im Wider­stand‘ [gemeint jetzt natür­lich nicht der inner-/au­ßer­halb der SSPX]) – ich gehö­re jetzt schon zu Letz­te­ren; es ist zwar letzt­lich eine zutiefst dok­tri­nel­le (und m.E. auch eine ent­schei­den­de), aber doch eine Sach­fra­ge; jeg­li­ches Ideo­lo­gi­sie­ren (wie auch ver­schie­de­ne, ech­te Extre­mis­men) leh­ne ich ab; ich tre­te ent­schie­den für eine Ent­span­nung, „Ent­kramp­fung“ und Zusam­men­ar­beit ein, soweit nur mög­lich; gegen­sei­ti­ge „Äch­tun­gen“ soll­ten unbe­dingt zurück­ge­nom­men wer­den, wie auch jeg­li­che „Denk- (oder Rede-) Ver­bo­te“ im Bezug auf eine Sach­fra­ge, falls sol­che irgend­wo (noch) bestehen soll­ten, was ich jedoch kei­ner Grup­pe zu unter­stel­len mir anma­ßen möch­te! – „Tie­fer hän­gen!!!“ – Und ich bin mir sicher, daß jeden­falls die mei­sten, in bei­den „Lagern“, kei­ne ande­re Inten­ti­on haben, als auch ich selbst: katho­lisch zu sein, mehr nicht!

    • Ach ja, genau, auch ich will mal mit einem Lef­eb­v­re-Zitat schlie­ßen (Oyster Bay Cove/NY, 1983), ich find’s gera­de­zu genialisch^^

      «Je ne dis pas que le pape n’est pas pape, mais je ne dis pas qu’on ne peut pas dire que le pape n’est pas le pape.» 

      • Um den Inhalt ganz zwei­fels­frei zu ver­ste­hen, möch­te ich Sie bit­ten, lie­ber GW, das Zitat zu übersetzen.
        Danke!

      • Wird gemacht^^ — also: „Ich sage nicht, daß der Papst nicht Papst ist, ich sage aber [auch] nicht, daß man nicht sagen kann, daß der Papst nicht der Papst ist.“

    • Und noch eine Ergän­zung zu der Fra­ge, wer den jeweils „beque­me­ren Weg“ geht, wer evtl. bloß in fal­sche[!] Sicher­hei­ten flüch­tet usw.; ich seh’s so: es gibt ja BEIDE Versuchungen:
      a) den ver­ständ­li­chen, zutiefst mensch­li­chen Wunsch nach Sicher­heit in der Gemein­schaft — der aber nie­mals gegen die Wahr­heit gerich­tet sein dürf­te; und
      b) den (grund­sätz­li­chen) ‚rebel­li­schen Drang‘, ‚Rebel­len­tum‘ als Selbst­zweck; auch das Rebel­lie­ren darf nie­mals gegen die Wahr­heit gerich­tet sein; man darf im Gegen­teil nur um der Wahr­heit wil­len ‚rebel­lie­ren‘. – Also, es gibt eben die Ver­su­chun­gen in bei­den Rich­tun­gen; und immer spielt die per­sön­li­che Psy­cho­lo­gie eine gewich­ti­ge Rol­le; wir sind eben Men­schen! So muß sich also jeder immer sel­ber über­prü­fen, was sei­ne WIRKLICHEN, inner­sten Moti­ve sind; ob er sich nicht viel­leicht selbst belügt, was vor­macht etc. pp.; so mag das bei jedem ‚Wider­stand‘ sein, dem ersten, Lef­eb­v­re, de Castro-Mey­er uvm., gegen das Kon­zil und (fak­tisch) gegen Mon­ti­ni; den zwei­ten, inner­halb die­ses Wider­stands, Anfang der Acht­zi­ger­jah­re, gegen das ‚recognize-&-resist‘ (Aus­tritt der Neun); den drit­ten, ab 1988, gegen die ‚ille­ga­len Wei­hen‘ (Grün­dung der FSSP); den vier­ten, jetzt gegen den (aus Sicht der Betref­fen­den) zu weit gehen­den Kurs ‚Rich­tung Rom‘ / ‚Ver­rat an den eige­nen Grund­sät­zen, Idea­len, Zie­len‘ usw. (ich selbst kann und darf da kei­ner­lei Par­tei ergrei­fen, klar!); ich glau­be, jedes­mal gab es wel­che (und wahr­schein­lich die mei­sten, hoff‘ ich zumin­dest), die auf­rich­tig um der Wahr­heit wil­len, aus ech­ter Über­zeu­gung, ‚in den Wider­stand gin­gen‘, und auch sol­che, die (ob nun bewußt oder unbe­wußt) dar­in letzt­lich nur eine Gele­gen­heit sahen, ihrer eige­nen, grund­sätz­li­chen „rebel­li­schen Art“, ihrem „Ego“, Gel­tung ver­schaf­fen zu kön­nen; sol­che, die nie mit nichts zufrie­den sind — die IMMER, fast egal unter wel­chen Umstän­den, in prin­zi­pi­el­le Oppo­si­ti­on gehen.

    • So mei­ne ich das, und das gilt ja sowie­so grund­sätz­lich bei uns Men­schen, bei all unse­ren Hand­lun­gen und Ent­schei­dun­gen; jeder muß sich stets auf­rich­tig fra­gen: „War­um mache bzw. will ich das WIRKLICH? Was sind mei­ne eigent­li­chen inne­ren Moti­ve??“ – Klar, das ist natür­lich tri­vi­al, aber es scha­det nie, auch dem eige­nen Den­ken immer mit einem gesun­den Miß­trau­en zu begeg­nen, immer wie­der zu prü­fen, und das gilt halt für alle, für abso­lut jeden. Also – auch die­je­ni­gen, die den (jewei­li­gen) ‚resi­stance-Leu­ten‘ vor­wer­fen, sie han­del­ten letzt­lich bloß ‚um ihres (über­stei­ger­ten) Egos wil­len‘ (o.ä.), soll­ten sich hüten, über die ‚wah­ren Beweg­grün­de‘ ande­rer vor­schnell (oder über­haupt) zu rich­ten, und soll­ten sich des­sen bewußt sein, daß auch ihre eige­ne Posi­ti­on (also bei der jewei­li­gen Mehr­heit blei­ben zu wol­len) nicht unbe­dingt Ergeb­nis abso­lut neu­tra­ler und ratio­na­ler Über­le­gung sein muß, son­dern in Wirk­lich­keit auf eben sol­chen ‚psy­cho­lo­gi­schen Grün­den‘ beru­hen kann, die sie ‚den Ande­ren‘ vor­hal­ten; Moti­ven wie dem Stre­ben nach Sicher­heit in der Gemein­schaft, die Angst davor, als „Außen­sei­ter“ abge­stem­pelt zu wer­den. Eine wie gro­ße (und ver­hee­ren­de) Rol­le gera­de die­ses Motiv wirk­lich spie­len kann, wis­sen wir ja aus unse­rer eige­nen Geschich­te. – Das ande­re Motiv spielt jedoch eine nicht min­der fata­le Rol­le in der Geschich­te, z.B. bei allen sog. ‚Revo­lu­tio­nen‘, mit all ihren (meist) schreck­li­chen Folgen.

  24. Kyr­il­lus, vom 24. Juni 2014 um 18:02

    Dan­ke, lie­ber Kyrillus!
    Ihre Wor­te haben mich sehr gestärkt.
    Wei­ter oben, in einer Ant­wort an GW, (25.6. 7.18 Uhr) habe ich soeben vom heu­ti­gen Besuch der Hl. Mes­se in einer nahen Klo­ster­ka­pel­le berich­tet (noch nicht freigeschaltet).
    Dort habe ich in etwa das emp­fun­den, was Sie so ermu­ti­gend for­mu­liert haben.
    Danke!
    In einer Welt, in der so vie­les zusam­men­zu­bre­chen droht, brau­chen wir Mut, Kraft, Hoff­nung und Gott­ver­trau­en — und auch dasVer­trau­en in uns selbst.

    • Es freut mich sehr, dass Sie mei­ne Wor­te, wie Sie sagen, ermu­tigt haben! 

      Was ich dem von Ihnen hier und wei­ter oben Gesag­ten aus eige­ner Erfah­rung noch bei­fü­gen könn­te, wäre die Emp­feh­lung, nach Mög­lich­keit in die Alte Mes­se zu gehen. Der grei­se Prie­ster, von dem Sie spre­chen (der, wie ich anneh­me, eine Mes­se nach dem NOM gefei­ert hat) wur­de sicher noch eini­ges vor der Lit­ur­gie­re­form geweiht. Ich habe die Erfah­rung gemacht, dass es gera­de die­se älte­ste Genera­ti­on ist, unter denen Ein­zel­ne noch her­vor­ste­chen durch Inten­si­tät und Glaub­wür­dig­keit (neben den­je­ni­gen unter den Jüngsten/Jüngeren, die für sich die Alte Mes­se ent­deckt haben). Ich den­ke, wenn, dann liegt das zu einem Gut­teil an der prä­gen­den Sub­stanz, die ihnen in Kind­heit, Semi­nar und jun­gen Prie­ster­jah­ren durch das wah­re Mess­op­fer „ein­ge­impft“ wur­de. Manch­mal sogar unab­hän­gig davon, wel­che Posi­tio­nen (ob mehr libe­ral oder kon­ser­va­tiv) sie heu­te vertreten. 

      Die Mes­se aller Zei­ten ist ein gei­sti­ges Kunst­werk erha­ben­ster Tie­fe, und wir kön­nen gar nicht aus­mes­sen, in wel­chen Tie­fen der See­le sie in der Kraft Chri­sti wirkt – vor­aus­ge­setzt, man lässt sich inten­siv auf sie ein. In ihr lebt die wah­re Gestalt der Kir­che wie in einem uner­schöpf­li­chen Quell­born, und wer sie auch nur unvoll­kom­men erfasst (nie­mand durch­dringt sie auch nur annä­hernd ganz), erfasst impli­zit die Kir­che (ob mehr unbe­wusst, halb­be­wusst oder mit der Zeit sich zu vol­le­rem Bewusst­sein klä­rend); sie ist, davon bin ich zutiefst über­zeugt, der objek­ti­ve Anker und Magnet auch und gera­de heu­te für jedes sub­jek­ti­ve, an der Wahr­heit sich aus­rich­ten­de Glau­bens­stre­ben. Des­halb mei­ne Emp­feh­lung – die viel­leicht ja ganz über­flüs­sig ist…

  25. Lie­ber @GW, dan­ke für Ihre dif­fe­ren­zier­ten Aus­füh­run­gen – auf die ich schon aus Zeit­man­gel lei­der nicht mit der nöti­gen Sorg­falt ein­ge­hen kann.

    Ich ver­ste­he voll­kom­men Ihren Stand­punkt, „von Haus aus kei­ner Grup­pe wel­cher Art auch immer“ anzu­ge­hö­ren, unab­hän­gig zu sein und frei den­ken zu wol­len. Dass ich Erz­bi­schof Lef­eb­v­re zitiert habe, war auch kei­nes­wegs um einer Apo­lo­gie der FSSPX wil­len, son­dern schlicht, weil er stich­hal­ti­ge Argu­men­te ein­bringt. Und was Sie über die bei­den Ver­su­chun­gen – Rebel­li­on um der Rebel­li­on, Gemein­schaft um der Gemein­schaft wil­len – schrei­ben: vol­le Zustim­mung; dass aus Kol­lek­ti­vis­mus wah­rer Glau­be erwach­se, ist ja gera­de ein Ideo­lo­gem der ver­fälsch­ten Lehre. 

    Über alle die­se Grund­satz­fra­gen brau­chen wir gar nicht zu debat­tie­ren, denn ich tei­le Ihre Offen­heit und ach­te Ihre Akri­bie und Ihren unbe­ding­ten Wil­len zur Wahr­heit hoch! 

    Aber es scheint mir doch ein Unter­schied dar­in zu lie­gen, „in obi­ger Skiz­ze (…) das schlimmst-mög­li­che Sze­na­rio ein­mal ange­nom­men“, als blo­ße Denk­mög­lich­keit nur durch­ge­dacht zu haben, im Ver­gleich zu Ihrem anfäng­li­chen Bekennt­nis, dies sei, wenn­gleich erst im Ent­wurfs­sta­di­um, Ihr „neu­es System“. 

    Sie schrei­ben des wei­te­ren: „kom­me ich, auf dem Fun­da­ment des Glau­bens ste­hend, durch den Gebrauch die­ser mir gege­be­nen Ver­nunft zu einer bestimm­ten siche­ren Erkennt­nis, dann habe ich mich an die­se zu hal­ten, ob mir das Erkann­te nun gefal­len möge oder nicht, d.h. völ­lig unab­hän­gig davon, was ich ‚füh­le‘!“

    Da wäre ich vor­sich­ti­ger. Wie kann doch die Ver­nunft ange­sichts der Wirk­lich­keit irren, auch wenn sie logisch völ­lig kor­rekt schließt! Denn die Fra­ge ist ja immer, ob die Schlüs­se auf einer adäqua­ten, holi­sti­schen Ein­schät­zung der kon­kre­ten Situa­ti­on, auf rich­ti­gen Urtei­len, gleich­sam auf dem jewei­li­gen Aus­mes­sen des gan­zen Hori­zonts beru­hen. Und wer möch­te da behaup­ten, irr­tums­frei zu sein? 

    Und was heißt das recht eigent­lich: auf dem Fun­da­ment des Glau­bens ste­hen? Auch wenn man die gül­ti­ge Leh­re der Kir­che durch und durch kennt, ist damit über den inner­li­chen Erwerb die­ser Wahr­heit in Chri­sto, mit der Hil­fe des Hei­li­gen Gei­stes, noch nichts gesagt; und dar­in kön­nen wir ja alle wachsen. 

    Aus allen die­sen Grün­den kann es gefähr­lich sein, auf Ver­nunft­schlüs­se zu ver­trau­en „völ­lig unab­hän­gig davon, was ich füh­le“. So grund­falsch es ist, den Glau­ben moder­ni­stisch auf das je sub­jek­ti­ve Gefühl zu redu­zie­ren, d.h. ihn natu­ra­li­stisch auf die psy­cho­lo­gi­sche Ebe­ne her­un­ter­zu­bre­chen, so grund­falsch wäre es auch, der christ­li­chen Urka­te­go­rie des „Her­zens“ – als der vom Hei­li­gen Geist befruch­te­ten tief­sten Mit­te geist­durch­wirk­ten Gefühls – nicht gebüh­ren­den Raum zu geben.

  26. (Fort­set­zung)

    „Gefühl“ – das kann eben bei­lei­be nicht nur „Bauch­ge­fühl“ sein, wie heu­te so ger­ne kurz­ge­schlos­sen. Des­halb kann die gläu­bi­ge Intui­ti­on, befruch­tet vom Hei­li­gen Geist, See­le und Bewusst­sein sehr wohl bestim­men, ohne dass die Ver­nunft dem immer nach­kom­men könn­te! Gläu­bi­ge Intui­ti­on, „Gefühl“ im hohen und höch­sten Sin­ne, kann einen auch und gera­de war­nen vor in sich noch so logi­schen, aber vor­ei­li­gen, fal­schen Ver­nunft­schlüs­sen. „Le cÅ“ur a ses rai­sons que la rai­son ne connaît pas.“ (Pas­cal)

    Das alles hängt zutiefst mit der Wahr­heit des wun­der­vol­len Pau­lus­worts zusam­men (1 Kor 13,2): „Und wenn ich die Gabe der Weis­sa­gung hät­te, und wüss­te alle Geheim­nis­se, und besä­ße alle Wis­sen­schaft, und wenn ich alle Glau­bens­kraft hät­te, so dass ich Ber­ge ver­set­zen könn­te, hät­te aber die Lie­be nicht, so wäre ich nichts.“

    In einer Schrift des (Ihnen bestimmt bestens bekann­ten) Sedis­va­kan­ti­sten­pa­ters Antho­ny Ceka­da steht übri­gens, was es mit dem von Ihnen ange­führ­ten Zitat Lef­eb­v­res auf sich hat: http://www.monarchieliga.de/images/9/9a/Cekada-neun-gegen-lefebvre.pdf
    Die Wor­te, nicht aus Lef­eb­v­res eige­ner Hand stam­mend, son­dern von Ceka­da über­lie­fert, fie­len nicht 1983, son­dern schon 1979, und zwar – wäh­rend eines Mit­tag­essens! Es gilt also (wie immer), die Wor­te der Situa­ti­on und dem Kon­text ent­spre­chend zu interpretieren. 

    Auf­grund die­ser Äuße­rung wäh­rend eines Mit­tag­essens Patres gegen­über, deren dezi­dier­te Posi­ti­on Lef­eb­v­re natür­lich kann­te, wirft Ceka­da ihm in der erwähn­ten Schrift übri­gens vor, wenig spä­ter einen „Sal­to“ gemacht zu haben, als er sich – wie es schon vor­her sei­ne Hal­tung gewe­sen war – in einer Schrift zur offi­zi­el­len Posi­ti­on der FSSPX expli­zit gegen den Sedis­va­kan­tis­mus ver­wahr­te. Wenn Sie mich fra­gen: eine brü­chi­ge Argumentation!

    Noch­mals: es liegt mir nichts dar­an, Lef­eb­v­re und die FSSPX unge­recht­fer­tigt zu ver­tei­di­gen. Wie ich schon ein­mal sag­te, ich bin weder Pius- noch Petrus- noch sonst ein „Jün­ger“. Aber es geht mir um die gerech­te Unter­schei­dung der Geister.

    Und ich geste­he, da sehe ich auf Sei­ten der Sedis­va­kan­ti­sten häu­fig einen stu­ren For­ma­lis­mus, Pedan­te­rie statt Groß­her­zig­keit, ein selbst­zu­frie­de­nes Argu­men­tie­ren auf­grund ver­meint­lich über­le­ge­ner, im Grun­de aber recht kal­ter, lie­bes­schwa­cher, ja funk­tio­na­li­sier­ter „Glau­bens­treue“. Es über­rascht in die­sem Zusam­men­hang nicht, dass die Hoch­burg der Sedis­va­kan­ti­sten die USA sind, Hoch­burg auch einer funk­tio­na­li­sier­ten Ver­nunft. (Dort leben übri­gens vie­le Sedis­va­kan­ti­sten wie Ceka­da recht gedie­gen und bedür­fen nicht unbe­dingt unse­rer Bewun­de­rung für ihren Mut, zumal sie von den Gemein­den unter­stützt wer­den, die sie z.T. noch zu FSSPX-Zei­ten auf­ge­baut hat­ten, bevor sie deren Immo­bi­li­en nach durch­foch­te­nem Rechts­streit – zu dem man ohne Zwei­fel auch anders ste­hen kann, als Ceka­da in der erwähn­ten Schrift – „an sich nahmen“.)

  27. Auf Ceka­das intel­li­gen­te, aber teil­wei­se doch auch als dreist zu bezeich­nen­den Argu­men­te zu die­ser Sache hier wei­ter ein­zu­ge­hen, qua­si als Exem­pel für eine bestimm­te Den­kungs­art, wür­de viel zu weit füh­ren. Auf­fal­lend ist jeden­falls – selbst­re­dend – das Unver­ständ­nis dafür, dass (davon bin ich über­zeugt) Erz­bi­schof Lef­eb­v­re aus Lie­be zur Kir­che die Ver­hand­lun­gen mit Rom such­te. Oft wird ja auch hier im Forum von bestimm­ter Sei­te wie­der­holt, dass es „poli­ti­sche“ Über­le­gun­gen gewe­sen sei­en, wel­che Lef­eb­v­res Argu­men­te gegen den Sedis­va­kan­tis­mus bestimm­ten. Dass bei­des, Ver­hand­lun­gen und Argu­men­te, aus der­sel­ben Sor­ge und Lie­be zur Kir­che Chri­sti stam­men könn­te – an sich ein ganz ein­fa­cher, natür­li­cher Gedan­ke – scheint Ceka­da und den mei­sten Sedis­va­kan­ti­sten nicht in den Sinn kom­men zu wol­len. „Ver­bohrt­heit“ hat Lef­eb­v­re den Neun vor­ge­wor­fen. Es bleibt jedem selbst über­las­sen, sich dazu sei­ne Mei­nung zu bilden.

    Was die „Zusam­men­ar­beit“ über die in der Tat enner­vie­ren­den Grä­ben hin­weg anbe­langt, die Sie ver­stärkt sehen möch­ten, so scheint mir dies den­noch nicht so ein­fach. Wenn die Lie­be zur Kir­che die einen dazu führt, unter Bedin­gun­gen Ver­hand­lun­gen mit Rom zu suchen, wohin­ge­gen die andern zum Schluss kom­men, dass es sich hier­bei nur mehr um eine „Pseu­do-Kir­che“ hand­le: wie soll­te man sich da so ein­fach in die Arme fal­len können? 

    Ich bin mir, ich geste­he es, auch nicht sicher, ob Sie Ihre sym­pa­thisch offe­ne, fle­xi­ble Denk­wei­se auf die Dau­er nicht zu opfern bereit sein müss­ten, wenn Sie sich wahr­haft und end­gül­tig auf ein „sedis­va­kan­ti­sti­sches System“ und des­sen Ver­tre­ter ein­lie­ßen. Ich ver­ste­he aber auch gut, dass gera­de die syste­ma­tisch-logi­sche Geschlos­sen­heit die­ser Posi­ti­on und man­che ihrer ohne Zwei­fel so intel­li­gen­ten wie elo­quen­ten Ver­fech­ter Sie als syste­ma­tisch und metho­disch den­ken­den Phy­sik­stu­den­ten beson­ders ansprechen.

    • 😉 — klar, da ist was dran. – Erst ein­mal vie­len Dank, lie­ber Kyr­il­lus, für Ihre Wor­te; ich kann Ihnen (auch jetzt sofort, nach schnel­lem Lesen) in den aller­mei­sten Punk­ten, die Sie anspre­chen, nur zustim­men, und zwar ‚mit Herz und Ver­stand‘, auf­rich­tig! Etwa über das Ver­hält­nis oder den Span­nungs­bo­gen zwi­schen dem Ver­stand und dem Gefühl, dem tie­fen Füh­len … wohl auch dem sen­sus fidei, dem ‚Glau­bens­in­stinkt‘, der schon wach wird und einen war­nen kann, noch bevor der Ver­stand es voll erfaßt hat; genau die­ses The­ma hat­ten wir neu­lich schon mal an ande­rer Stel­le. – Vie­les, nein, eigent­lich alles, was Sie sagen, ist beden­kens­wert — des tie­fen Nach­den­kens wert! Und Sie haben Recht, wenn Sie beob­ach­ten, daß ich einer­seits von „Ver­such / Skiz­ze“ schrei­be, dann aber auch von „mei­nem System“ (was natür­lich gar nicht ‚mei­nes‘ bzw. ‚allein von mir erdacht‘ ist, klar); und dann sage ich ja auch, daß ich mich viel­leicht gar nicht ‚end­gül­tig fest­le­gen (las­sen) will‘, oder nicht in eines der bei­den ‚gro­ßen Syste­me‘, die sich jetzt eben (feste) eta­bliert haben, und mir ist klar, daß die Grä­ben (mitt­ler­wei­le sicher­lich) tief sind …
      … eben — ich bin ja in Wirk­lich­keit immer noch am Nach­den­ken, mich Infor­mie­ren, Lesen, und ich glau­be fast (nein, bin mir sicher — das ist ja das Schö­ne!), daß das auch nie ein Ende haben wird — außer DAS Ende, das mei­nes irdi­schen Lebens. Die ‚katho­li­sche Welt‘, die Welt des Glau­bens, ist so rie­sen­groß, da gibt es so unend­lich viel zu ent­decken, daß ich mir des­sen bewußt bin, daß das, was ich „weiß“ (oder zu wis­sen glau­be), doch bloß ein, mal pathe­tisch gesagt, win­zi­ges Gischt­tröpf­chen am Ran­de des Pazi­fi­schen dar­stellt. Und auch des­we­gen: so inter­es­sant, so span­nend die ‚Papst-Fra­ge‘ auch sein mag, so span­nend es für mich ist, jetzt, im Nach­hin­ein und als Außen­ste­hen­der einen klei­nen Ein­blick in die­se gan­ze Ent­wick­lung zu bekom­men, so klar ist aber auch, daß, wie ich auch oben @ Mari­en­zweig schrieb, der Zen­trum mei­nes Glau­bens nicht die ‚Papst­fra­ge‘ sein kann! Ich habe hier — mich stän­dig auf­for­dernd — u.a. auch Schee­bens ‚Myste­ri­en‘ lie­gen; dann gilt es, schlicht und ein­fach noch mal die Bibel (mög­lichst ganz bzw. zusam­men­hän­gend) zu lesen, in Ruhe, mit viel Refle­xi­on; und so vie­les mehr (und „so ganz neben­bei, am Ran­de“ gibt’s da natür­lich noch die Phy­sik, Mathe, „das Rech­nen“ 😉 ). Ich habe mir jetzt vor­ge­nom­men, nach­dem ich mich jetzt län­ge­re Zeit vor allem mit die­sen ’sehr aktu­el­len The­men‘ (so der letz­ten 5o Jah­re) befaßt habe, noch­mal ‚zu den Fun­da­men­ten‘ zu gehen — und die ‚Tages­po­li­tik‘ mal außen vor zu las­sen; und auch gar nicht mehr über das ‚S‑Thema‘ nach­zu­den­ken, son­dern das alles ‚im Unter­be­wußt­sein wei­ter rei­fen‘ zu las­sen (das pas­siert ja, auch wenn man gar nicht mehr kon­kret über ein best. The­ma nach­denkt, so scheint es, als wer­de das den­noch ‚wei­ter­ver­ar­bei­tet‘, irgend­wo in den Tie­fen des Ver­stan­des). Wie immer wer­de ich auch die­se Dis­kus­si­on spei­chern und nach eini­ger Zeit noch­mal reinsehen.

      • [Korr. 2: was aber jetzt kei­ne fal­sche ‚Heils­ge­wiß­heit‘ dar­stel­len soll, noch natürlicher!^^]

      • [Korr. 3 — das pas­siert, wenn man *viel* zu schnell tippt, seufz …: ‚das ist ja das Schö­ne‘, ja, eben die gera­de­zu unend­li­che Tie­fe und Wei­te des katho­li­schen, des all­um­fas­sen­den Uni­ver­sums – man stößt nie­mals an ein Ende, und for­sche man auch ein gan­zes Leben­lang! – und es heißt ‚das Zen­trum‘; oder ‚der Kern‘, sc. ‚unse­res Glau­bens‘; das Wort ‚Außen­ste­hen­der‘ ist auch sub­op­ti­mal; wenn auch sti­li­stisch unschön, aber ‚Neu­ling‘ viel­leicht – oder eine Mischung aus bei­dem^^ – und, hört sich irgend­wie ‚ego­zen­trisch‘ an, jedoch bemü­he ich mich bewußt, nicht mit ‚man‘ etc. unzu­läs­sig zu ver­all­ge­mei­nern (oder das, was ich sel­ber den­ke, auf ande­re, auf ein anony­mes ‚man‘ zu schie­ben); darf ja red­li­cher­wei­se nur über mein eige­nes ‚forum inter­num‘ Aus­sa­gen tref­fen, und zwar wahr­heits­ge­mäß; nicht aber über das ande­rer spe­ku­lie­ren; die jeweils ‚eige­ne Per­son‘ ist, so gese­hen, das Unwich­tig­ste von der Welt, inter­es­siert ande­re NICHT; kann jedoch als Bei­spiel benutzt wer­den, wenn ver­mu­tet wer­den kann, daß eige­nes Beob­ach­ten, Durch­den­ken, Erle­ben ‚gene­risch‘ sein könn­te, also auch von ande­ren beob­ach­tet, durch­dacht oder erlebt wor­den sein könn­te; jeder Leser kann halt, wenn er will, sich über­le­gen, ob er was damit anfan­gen kann, ob es ihm vlt. ähn­lich geht; sein eige­nes Den­ken mit dem ver­glei­chen, was ich selbst da so von mir gebe, mehr nicht … – hm, ist das nicht auch die ‚Gene­ral-Apo­lo­gie‘ für Memoi­ren-Lite­ra­tur, für jeg­li­che Auto­bio­gra­phie? Klaus Mann z.B. „recht­fer­tigt“ die Sei­ne aus­drück­lich damit – und die schrieb er sin­ni­ger­wei­se mit Anfang 2o!^^ – aber gut, daß er’s getan hat, auch wenn er des­we­gen von vie­len mit Spott über­häuft wur­de – man erfährt sehr viel über jene Zeit, die ‚Wei­ma­rer Repu­blik‘, das ‚Kolo­rit‘, die irre Zeit der Infla­ti­on, das intel­lek­tu­el­le Leben damals … – noch so ein mega-The­ma!^^ – genau, wie Sie oben schrei­ben, ein Ver­fal­len in ’stu­ren For­ma­lis­mus, Pedan­te­rie, funk­tio­na­li­sier­te „Glau­bens­treue„ ‚ ist eben auch eine der vie­len Ver­su­chun­gen, deren man sich klar sein muß; dem gegen­über­zu­stel­len sind ech­te Groß­her­zig­keit und wahr­haft ‚katho­li­sche Weite‘!]

      • [Korr. 4 (schlimm …): unsau­ber for­mu­liert; K.M. schrieb nicht nur eine Auto­bio­gra­phie; die zwei­te am Ende sei­nes … auch sehr tra­gi­schen Lebens; ‚The Tur­ning Point — Der Wen­de­punkt‘; die­se ist hoch­in­ter­es­sant, auch von histo­ri­schem Inter­es­se, wie ich fin­de; bemer­kens­wert, wie früh K.M. die Natio­nal­so­zia­li­sten und Hit­ler wirk­lich durch­schaut hat, noch vor vie­len anderen.]

    • Sie erwähn­ten ja u.a. Hans Peter Dürr (daß er ver­stor­ben, wuß­te ich gar nicht — das tut mir leid, ist ein ech­ter Ver­lust! auch ihn will ich noch mal lesen, ein Buch von ihm hat­te ich mal in der Biblio­thek ent­deckt und gleich aus­ge­lie­hen [weiß den Titel aber nicht mehr], aber Dürr ist auch einer der­je­ni­gen, die ein­fach nur zum tie­fen Nach­den­ken ein­la­den, und zwar gera­de über die Grund­la­gen!) — jeden­falls, Dürr erzähl­te in einem Inter­view mal, wie sie das damals in der ‚Hei­sen­berg-Grup­pe‘ in Mün­chen gehand­habt hat­ten, als Dürr noch Hei­sen­bergs Assi­stent war: wenn sie bei einem bestimm­ten The­ma, einer kom­pli­zier­ten Rech­nung, was auch immer, an einen bestimm­ten Punkt ange­kom­men waren, mein­te Hei­sen­berg: „So, jetzt wer­den wir erst ein­mal gar nicht mehr davon reden; laßt uns das in zwei oder drei Wochen noch­mal bespre­chen — dann wis­sen wir mehr!“ – Sehr wei­se, genau so ist es; wenn man an einen bestimm­ten Punkt ange­kom­men ist (und erst­mal nicht mehr wei­ter­weiß oder sich in tau­send Ein­zel­hei­ten zu ver­zet­teln droht), dann ist das Beste, was man machen kann (find ich zumin­dest): die Sachen kom­plett weg­le­gen, ‚aus dem Blick‘, gar nicht mehr anrüh­ren; ganz ent­span­nen und was völ­lig ande­res machen. Und dann wie­der her­vor­ho­len — das wirkt auch beim Ler­nen wun­der, funk­tio­niert sogar bei mir, die­se Metho­de!^^ – Das mach ich jetzt auch. – Also, noch­mal vie­len Dank für jeden Kom­men­tar, es grüßt Sie und alle Mit­kom­men­ta­to­ren – bis zum näch­sten ‚Dis­put‘ (nein, ich wür­de eher sagen, ‚ech­tem Dia­log‘!), bin schon sehr gespannt – Ihr GW.

    • Noch ein PS: Sie, ver­ehr­ter Kyr­il­lus, schlu­gen ja ein­mal vor, daß man meh­re­re, ja … ‚the­men­be­zo­ge­ne Strän­ge‘ eröff­nen könn­te, so daß man auch nach län­ge­rer Zeit immer wie­der anknüp­fen, die Dis­kus­si­on wei­ter­füh­ren kann usw. – dazu wür­de ich gern eine zwei­te Idee ‚bei­steu­ern‘: man könn­te ein­mal eine ‚offe­ne Biblio­gra­phie‘ erstel­len, also gemein­sam (wo jeder Kom­men­ta­tor Vor­schlä­ge zu machen kann), eine Art ‚Weg zur Erkennt­nis‘ – wel­che Bücher soll­te man in wel­cher Rei­hen­fol­ge lesen, wenn man … ’stut­zig gewor­den‘ ist, wenn man merkt, daß in Kir­che und Welt eini­ges, gelin­de gesagt, ’sehr merk­wür­dig‘ läuft. Um über­haupt erst­mal einen Über­blick zu bekom­men; um das Wis­sen dann zu ver­tie­fen usw., z.B. 1. die wich­tig­sten Schrif­ten von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re; 2. ‚Der Rhein fließt in den Tiber‘; 3. die ‚Kur­ze kri­ti­sche Unter­su­chung / Otta­via­ni-Inter­ven­ti­on‘; 4. Bücher von Diet­rich von Hil­de­brand; 5. Kar­di­nal Siri ‚Geth­se­ma­ne‘; 6. de Mattei usw. usf. – was eben für Men­schen hilf­reich sein kann, die im ’nor­mal-kon­zils­kirch­li­chen Kon­text‘ auf­ge­wach­sen sind, sich aber noch gar nicht wirk­lich mit dem befaßt haben, was in der Kir­che seit 5o Jah­ren (und in Wirk­lich­keit ja schon viel län­ger, wohl min­de­stens seit der ‚Auf­klä­rung‘, der frz. Revo­lu­ti­on) wirk­lich geschah und geschieht. – Aber mir ist bewußt, daß ‚Katho­li­sches‘ nicht auch noch „sol­che Fäs­ser“ auf­ma­chen KANN; aber viel­leicht ja spä­ter ein­mal …!? – Ich bin mir jeden­falls sicher, daß eben immer mehr Men­schen ‚auf­wa­chen‘ wer­den, daß auch die­ses Maga­zin, die­ses Forum, immer reich­li­cher fre­quen­tiert wird … mit allen guten Fol­gen! Hof­fen wir!!

      • Nach­trag: Der Titel des o.g. Buches von Dürr ist übri­gens ‚Das Netz des Phy­si­kers‘. Gestern Abend wäre ich wohl nicht mehr drauf gekom­men, jetzt fällt’s mir plötz­lich ein, Bei­spiel für die­sen „(Gedan­ken-) Weg­leg­ef­fekt“. In einer Rezen­si­on aus der ‚Zeit‘ fin­de ich ein schö­nes Zitat dar­aus, wel­ches die ‚rei­ne Leh­re des frei­en Mark­tes‘ nach A. Smith kri­ti­siert; mal ein ganz ande­res, aber eben­falls sehr span­nen­des, wich­ti­ges The­ma: „[W]ir soll­ten die Vor­stel­lung auf­ge­ben, daß ein Hau­fen ego­isti­scher, raff­gie­ri­ger, ehr­gei­zi­ger, riva­li­sie­ren­der Men­schen sozu­sa­gen als auto­ma­ti­sches Neben­pro­dukt eine in sich har­mo­ni­sche und mit ihrer Umwelt ver­träg­li­che mensch­li­che Gesell­schaft erzeugt.“

  28. Dan­ke auch Ihnen, lie­ber @GW, dass Sie uns an Ihren gei­sti­gen Erfah­run­gen teil­neh­men lassen.

    Dass Sie Hei­sen­bergs Vor­schlag auch in rebus reli­gio­sis fol­gen und „alles ‚im Unter­be­wußt­sein wei­ter rei­fen‘“ las­sen — à la bon­ne heure!

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