Australien entzieht Weihbischof Williamson Einreisevisum

Auf Inter­ven­ti­on von Austra­li­an Jewish News wur­de ver­gan­ge­ne Woche Bischof Wil­liam­son von den austra­li­schen Behör­den das Ein­rei­se­vi­sum annul­liert. Angeb­lich woll­te er vom 22–25. Juni nach Vic­to­ria in Austra­li­en rei­sen, um dort Wei­hen und For­mun­gen des „Wider­stan­des“ zu spenden.

Im Som­mer 2008 hat­te Bischof Wil­liam­son in einem Inter­view die Juden­mor­de des NS-Regimes ver­harm­lost. Die Pius­bru­der­schaft nann­te die Äuße­run­gen Wil­liam­son inakzeptabel. 

Bischof Wil­liam­son wur­de im Okto­ber 2012 aus der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. aus­ge­schlos­sen.

30 Kommentare

  1. Das mag über­trie­ben sein. Es ist überzogen.
    Aber davon abge­se­hen ist vie­les, sehr vie­les, was die­ser Bischof von sich gege­ben hat, eine Schan­de und üble Ver­frem­dung für den katho­li­schen Glau­ben. Er ist eines der Bei­spie­le dafür, wie alles mög­li­che, was „tra­di­tio­nell“ klingt, wie ein eiser­ner Helm über das gesetzt wird, was die Kir­che eigent­lich gelehrt hat­te und es der­ma­ßen ver­formt, dass die Außen­welt nun den­ken muss, Katho­li­ken sei­en Anti­se­mi­ten, dop­pel­zün­gi­ge Zyni­ker, Machos und sol­che, die „Ideen“ mit Geist ver­wech­seln. Ein Blick in „Kyrie elei­son“ offen­bart sehr schnell, wie wirr die­ser Mann denkt. Ein Bei­spiel, ganz neu:

    „Kurz gesagt ist der Kon­zi­lia­ris­mus die Fäul­nis, und die „Kon­zils­kir­che“ ein ver­fau­len­der Teil der mensch­li­chen Sei­te der ein­zi­gen gött­lich-mensch­li­chen Kir­che. Wäh­rend die katho­li­sche Kir­che bis zum Ende der Zeit exi­stie­ren wird (Mat­thä­us 28,20), bleibt in der Geschich­te die „Kon­zils­kir­che“ nur eine von vie­len Parasiten-„Kirchen“, wel­che von dem lebt, was sie ver­dirbt und das ver­dirbt, wovon sie lebt. Sol­len die ver­wor­re­nen und ver­wir­ren­den Libe­ra­li­sten doch dahin gehen, wo der Pfef­fer wächst!

    Kyrie elei­son.

    Die Kir­che ist ein Ver­bund aus Got­tes und Men­schen Angesicht.
    Ver­fau­len kann der mensch­li­che Teil, der gött­li­che jedoch nicht.“

    (Quel­le: http://eleisonkommentar.blogspot.de/)

    Das sind wirk­li­che Irr­leh­ren! Und neben­bei gesagt redet Wil­liam­son genau­so wie F.! Bei­de sehe die Kir­che als etwas an, was befleckt wer­den kann!
    Die Kir­che ist die Braut Chri­sti, und sie kann nicht ver­fau­len! Denn da, wo wirk­lich Got­tes und Men­schen Ange­sicht sich ver­schmol­zen haben, näm­lich in Jesus Chri­stus, des­sen leib die Kir­che ist, kann nichts ver­fau­len. Wil­liam­son irrt total, denn das, was da fault, ist nicht die Kir­che, son­dern das, was Emme­rich als „Men­schen­mach­werks­kir­che“ bezeich­net. Das ist nicht der Leib Chri­sti, das sind kei­ne Bischö­fe, das sind kei­ne Päp­ste. Es sind Leu­te, die ja gar nicht Kir­che sein wol­len, Kir­che, wie sie recht­gläu­big immer ver­stan­den wur­de. Noch nie­mals hat man einen, der kein Christ sein woll­te, zwang­haft als Chri­sten bezeich­net — war­um soll­te man also eine Insti­tu­ti­on, die nicht die tra­di­tio­nel­le Kir­che sein will, für die „rei­ne Braut“ hal­ten, die nun vor sich hin fault?
    Die Pfor­ten der Höl­le wer­den die Kir­che nicht über­wäl­ti­gen, das ist Jesu Wort, und es steht über einem Wil­liam­son. Was immer auf Erden fault — es ist nicht die Kir­che, denn die stellt unser Herr, unser Lieb­ha­ber und Bräu­ti­gam, rein und flecken­los vor SEINE Augen.

    • …das heißt: nicht das mesnch­li­che ver­sus gött­li­che Ant­litz der Kir­che fault, denn das geht doch nicht, weil Jesus Chri­stus ein mensch­li­ches Ant­litz hat! Und es ist nur SEIN Ant­litz, das uns ein das mensch­li­che Gesicht zurück­gibt, das „gott­fä­hig“, also fähig zur Ver­ei­ni­gung mit IHM ist. 

      Wie kann einer also sagen, der mensch­li­che Teil die­ses „Ver­bun­des“ namens Kir­che kön­ne ver­fau­len! das ist nichts weni­ger als ver­steck­ter Aria­nis­mus, der auch das Mensch­li­che an Chri­stus her­ab­wür­digt unter das Gött­li­che an IHM.

      • Sor­ry, aber neh­men Sie bit­te den Kate­chis­mus in die Hand. Nach der Leh­re der katho­li­schen Kir­che hat sie eine See­le, ist sie hei­lig: Durch den in ihr wir­ken­den Chri­stus, das hl. Mess­op­fer, die Sakra­men­te, den Glau­ben. Und sie ist mensch­lich ver­fasst, wie eine juri­sti­sche Person.
        Und die­se mensch­li­che Ver­fasst­heit weist immer wie­der Flecken auf, dunk­le Epo­chen. Wer nur ansatz­wei­se die Kir­chen­ge­schich­te kennt, für den ist das selbstverständlich.
        Die­se mensch­li­che Ver­fasst­heit ist doch nicht iden­tisch mit der Mensch­heit des Gott­men­schen Jesus Chri­stus. Das zu behaup­ten, ist nun wirk­lich häre­tisch. Ich gehe jedoch davon aus, dass es Ihrer Unkennt­nis geschul­det ist.
        Bit­te, neh­men Sie den Kate­chis­mus zur Hand.

        • Scha­de, dass Sie Ihre Kri­tik stets in gif­ti­gem und ober­leh­rer­haf­tem Volka­bu­lar vortragen…
          Zur Sache: Das, was an der Kir­che Kir­che ist, kann nicht ver­fau­len. Viel­leicht soll­ten Sie selbst ein­mal Kate­chis­men nicht nur zur Hand neh­men, son­dern auch lesen, und v.a dif­fe­ren­ziert beden­ken, mög­li­cher­wei­se auch zur Kennt­nis meh­men, dass hier eine älte­re Dis­kus­si­on vorliegt:

          „Die Kir­che ist hei­lig, weil hei­lig sind Jesus Chri­stus (ihr unsicht­ba­res Ober­haupt), der Geist, der sie belebt; weil in ihr hei­lig sind die Leh­re, das Opfer und die Sakra­men­te; weil alle Chri­sten beru­fen sind, sich zu hei­li­gen, weil vie­le tat­säch­lich hei­lig waren, sind und sein wer­den.“ (Pius X., Kate­chis­mus, § 109)

          Was heißt das? Das heißt, dass Got­tes und Men­schen Ant­litz in der Kir­che rein und hei­lig sind. Das Mensch­li­che in der Kir­che ist, sofern es über­haupt „Kir­che“ ist, unbe­fleckt. Andern­falls ist das nicht die Braut Chri­sti, erst recht nicht der Leib Chri­sti, denn die ist nach den Wor­ten des Apo­stels flecken­los. Die Sünd­haf­tig­keit, der Schmutz, der Dreck, die Häre­sie inmit­ten der Kir­che — das mag ja für Sie auch noch Kir­che sein. Sie fol­gen damit weni­ger der Tra­di­ti­on als dem Kon­zils­geist und der pro­ble­ma­ti­schen Enzy­kli­ka Pius XII. „Mysti­ci cor­po­ris“. Pro­ble­ma­tisch, weil sie ein Bild vom Leib Chri­sti ent­wer­fen will, das auch den Dreck noch inte­griert — und das ist schon damals vie­len übel aufgestoßen.

          Ich neh­me an, dass Sie nicht wis­sen, dass es die­se Debat­te dar­über gibt, ob Pius XII. mit Mysti­ci cor­po­ris zu weit gegan­gen sei, wenn er zuge­steht, dass die wah­ren Glie­der der Kir­che, solan­ge sie nicht in regel­rech­ten Häre­si­en leben, auch als „beschmutz­te“ Glie­der immer noch „Kir­che“ darstellen.
          In man­chen Krei­sen sprach man schon damals von einem tota­len Umsturz der Meta­pho­rik hin­sicht­lich der Kir­che. Mas­siv fin­den Sie das bei Mary Ball Martinez. 

          Wie aber auch immer die­se Dis­kus­si­on geführt wird — sie betrifft nicht die­ses Wil­liam­son-Zitat. Denn selbst Pius XII. hät­te nie­mals zuge­stan­den, dass auch noch die Häre­ti­ker zur Kir­che gehö­ren bzw. Glie­der am mysti­schen Leib Chri­sti sind. Es ist dabei ziem­lich schnup­pe, ob sie sich bereits for­mal außer­halb der Kir­che gestellt haben oder — weil das heu­te ja nicht mehr nötig ist seit dem Vat II — auch inner­halb der Kir­che als Häre­ti­ker bestens ver­or­ten können.

          Wie man es also dreht: das, was Wil­liam­son hier benennt, sind nicht klei­ne Sün­der, die hier mal Brot aus der Schub­la­de geklaut haben und da mal einen klei­nen obzö­nen Tag­traum hat­ten, son­dern Häre­ti­ker. Und sie sind als Häre­ti­ker nicht „fau­len­de Bestand­tei­le“ der hei­li­gen Kir­che, son­dern sie sind schlicht und ein­fach nicht Kirche.

          • Hören Sie doch bit­te mit Ihren Unter­stel­lun­gen auf: Ich habe doch auf die Hei­lig­keit, die See­le der Kir­che aus­drück­lich hin­ge­wie­sen. Sie ist unzerstörbar.
            Es gibt jedoch die mensch­li­che Ver­fasst­heit der Kir­che. Die­se wird nicht nur — aber auch — von Ihnen immer wie­der durch eine ver­kehr­te Spi­ri­tua­li­sie­rung ver­zerrt bis zur Unkennt­lich­keit.. Die­se mensch­li­che Ver­fasst­heit wur­de von Jesus Chri­stus ein­ge­setzt, sie ist jedoch kei­nes­wegs mit ihm, mit Sei­ner hl. Mensch­heit, identisch.
            Wo die­se Theo­rien, die auch Sie zu ver­tre­ten schei­nen, kur­sie­ren, ist mir nicht bekannt, sie schei­nen nur in win­zig klei­nen Grup­pie­run­gen ver­tre­ten zu werden.
            Sie wären mir des­halb auch gleich­gül­tig, wenn Sie nicht immer wie­der die Iden­ti­tät der hei­li­gen Mensch­heit Jesu Chri­sti mit der mensch­li­chen Ver­fasst­heit Sei­ner Kir­che her­stel­len wür­den. Sor­ry, aber das ist wirk­li­cher Unsinn.
            Das wäre so, als wür­den Sie behaup­ten, der Papst sei nicht der Stell­ver­tre­ter Jesu Chri­sti auf Erden, son­dern mit Ihm iden­tisch geworden.
            Das haben Sie nicht gesagt. Doch ihre Theo­rie läuft direkt dar­auf hinaus.
            Sie haben Pius X. lei­der nur halb zitiert, ich vervollständige:
            „165:
            Wor­in besteht der Leib der Kirche?
            Der Leib der Kir­che besteht in dem, was sie an Sicht­ba­rem und Äußer­li­chem besitzt, sei es in der Ver­samm­lung ihrer Glie­der, sei es in ihrem Lehr­amt, sei es in der äuße­ren Ord­nung und Regie­rung.“ (Hl. Pius X., Kom­pen­di­um der christ­li­chen Leh­re, S. 105).
            Noch nie wur­de ernst­haft die äuße­re Ord­nung, die „Ver­samm­lung der Glieder…die Regie­rung“ mit dem Ant­litz Jesu Chri­sti identifiziert.
            Wäre es so, wäre der natür­li­che Zustand der Kir­che die Sedis­va­kanz. Chri­stus wirkt im Hei­li­gen Geist in den Glie­dern der Kir­che, doch das bedeu­tet nie­mals Sei­ne Iden­ti­tät mit den Gliedern.
            Ganz sicher gehö­re ich nicht zu der win­zi­gen Grup­pe der Sedis­va­kan­ti­sten, die die Enzy­kli­ka „Mysti­ci cor­po­ris“ von Pius XII. in Fra­ge stel­len, die eine behaup­te­te Sedis­va­kanz inzwi­schen auch auf Pius XII. aus­deh­nen. Die strei­ten­de Kir­che auf Erden ist immer auch eine Kir­che der Sün­der. Der Hei­li­gen und der Sün­der. Die Tri­um­phie­ren­de Kir­che im Him­mel ent­spricht Ihrer Vor­stel­lung der Strei­ten­den Kir­che auf Erden. Doch die mei­sten Mit­glie­der der tri­um­phie­ren­den Kir­che dürf­ten durch die Läu­te­rung des Fege­feu­ers gegan­gen sein. Der Lei­den­den Kir­che ange­hört haben. Dies nicht aus­ein­an­der­zu­hal­ten, eine voll­kom­men rei­ne Kir­che auf Erden zu for­dern, ist, mit Ver­laub, konfus.
            Das The­ma hier war: Bischof Wil­liam­son wur­de die Ein­rei­se nach Austra­li­en ver­wei­gert. Auf Initia­ti­ve von Austra­li­an Jewish News. Dies ist eine Gefahr für die christ­lich fun­dier­te Grund­la­ge der west­li­chen Zivi­li­sa­ti­on. Wenn nicht mehr die Geset­ze ent­schei­den, son­dern mäch­ti­ge Lob­by-Grup­pen, wer in ein Land ein­rei­sen darf oder wer nicht.
            Nur weil es den all­seits unbe­lieb­ten Bischof Wil­liam­son betrifft, ist die­ser Vor­gang den­noch alles ande­re als harm­los. Wen trifft es morgen?

          • @ zeit­los

            Lei­der ver­ste­hen Sie nicht, was ich geschrie­ben habe…wahren Sie also die Con­ten­an­ce — Sie grei­fen — meist, indem Sie sogar per­sön­lich wer­den und schul­mei­stern — an und soll­ten als jemand, der mit har­ten Ban­da­gen kämpft, selbst wenig­stens Wider­spruch aus­hal­ten können.

            „Die Kir­che kann näm­lich nicht eins ohne das ande­re sein; das wäre eben­so wider­sin­nig wie die Behaup­tung, der Mensch sei nur Leib oder nur See­le. Die Ver­ei­ni­gung und Zusam­men­ge­hö­rig­keit die­ser zwei Bestand­tei­le ist zum Wesen der wah­ren Kir­che eben­so not­wen­dig, wie etwa die inni­ge Ver­ei­ni­gung von See­le und Leib für die mensch­li­che Natur. Die Kir­che ist nicht etwas Leb­lo­ses, son­dern der mit über­na­tür­li­chem Leben aus­ge­stat­te­te Leib Chri­sti. Chri­stus, ihr Haupt und Vor­bild, wäre auch nicht voll­stän­dig, woll­ten wir in ihm nur die sicht­ba­re mensch­li­che Natur erblicken, wie ein Pho­ti­us und ein Nesto­ri­us, oder nur die unsicht­ba­re gött­li­che Natur, wie die Mono­phy­si­ten. Er ist viel­mehr ein Wesen aus bei­den und in bei­den Natu­ren, der sicht­ba­ren wie der unsicht­ba­ren. So ist auch sein mysti­scher Leib nur des­halb die wah­re Kir­che, weil ihre sicht­ba­ren Bestand­tei­le Kraft und Leben emp­fan­gen aus den über­na­tür­li­chen Gna­den und jenen übri­gen Gaben, aus denen ihr eigen­tüm­li­ches Wesen und ihre Natur her­vor­geht.“ (Leo XIII. „Satis cognitum“)

            Es ist die gehei­lig­te mensch­li­che Natur — wie Jesus wah­rer Mensch und wah­rer Gott ist, unteil­bar, und unver­mischt, so auch die Kir­che, sei­ne rei­ne Braut, sein mysti­scher Leib: mensch­lich und gött­lich, unge­trennt und unver­mischt. Das hat mit tri­um­phie­ren­der, strei­ten­der etc. Kir­che erst ein­mal nichts zu tun. Auch das, was Pius X. wei­ter schreibt, ist davon nicht berührt. Wer den wah­ren Glau­ben bekennt und vom Hei­li­gen Geist umge­stal­tet wird, also in der „for­ma Dei“, der aller­se­lig­sten Jung­frau und Got­tes­mut­ter, so schrieb es Augu­sti­nus, IHM zum Eben­bild geformt wird, reprä­sen­tiert die­ses hei­li­ge und flecken­ko­se mensch­li­che Gesicht mit Chri­stus und Maria, das die Kir­che hat.

            Wer sün­digt und die Sün­de nicht bekämpft, wer den Hl. Geist nicht spür­bar und erkenn­bar an sich arbei­ten lässt, wer die Gotes­mut­ter als for­ma Dei ablehnt und meint, sel­ber an sich her­um­ba­steln zu müs­sen, der macht es sich und der rei­nen Kir­che als einer, der ihre Unver­sehrt­heit angreift, schwer.
            Den­noch schafft kein sol­cher Mensch es, die Kir­che in ihrer Unver­sehrt­heit zu beschä­di­gen. Er beschä­digt am Ende nur sei­ne eige­ne See­le und — wer sich von ihm nicht distan­ziert — auch ande­re Seelen.

            Von all dem aber spricht Wil­liam­son ja nicht. Er spricht vom „fau­len“ (sprich: häre­ti­schen) Lehr­amt, das er aber den­noch aner­kennt, dafür aber verflucht. 

            Das ist absurd und grö­ßen­wahn­sin­nig zugleich.

    • Ja, genau so ist es. Hat­te von die­ser abstru­sen und häre­ti­schen „Fau­le-Apfel-Alle­go­rie“ auf dem Blog von POS gele­sen, dach­te, ich seh nicht rich­tig „, — was man­che für aben­teu­er­li­che pseu­do-intel­lek­tu­el­le Seil­tän­ze auf­füh­ren, dabei der Leh­re (und letzt­lich auch ihrem eige­nen Glau­ben, ohne es zu mer­ken) mas­si­ven Scha­den zufü­gend bzw. einen hohen Preis zah­lend, um nur jaaa um den ein­zig logi­schen (wenn auch fürch­ter­li­chen) Schluß noch irgend­wie drum her­um zu kom­men. Dann wird sogar mun­ter pro­te­stan­ti­siert oder gar aria­ni­siert, „Haupt­sa­che, wir sind kei­ne […]!“ — Aber den o.g. Blog find ich sehr auf­schluß­reich, wie auch einen, tja, mal ohne Namen nen­nen zu wol­len, auf jeden Fall sehr ‚anti­mo­der­nist-isch orga­ni­sier­ten‘ Blog. Da sind auch gute Bei­trä­ge über die Ekkle­sio­lo­gie, den Begriff „Kon­zils­kir­che“, und das Pro­blem, die regu­la fidei pro­xi­ma durch die remo­ta erset­zen zu wol­len; die Par­al­le­le zw. Luthers ’sola scrip­tu­ra‘ zu einem eben­so unka­tho­li­schen ’sola tra­di­tio‘ — und zwar ganz in EIGENER Aus­le­gung. Funk­tio­niert so nicht. Auch Cas­si­cia­cum / „mate­ria­li­ter-Päp­ste“ hal­te ich mitt­ler­wei­le für eben­so exi­stent wie den Mann im Mond. Oder den sogar noch eher als jene 😉 !

  2. @zeitschnur, ich kann mich Ihrer Ein­schät­zung anschlie­ßen. Über die besag­te Stel­le bin ich im Elei­son-Kom­men­tar auch gestol­pert. Über­haupt fin­de ich, dass sein „Gleich­nis vom fau­len­den Apfel“ ziem­lich an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen und dar­über hin­aus phy­sio­lo­gisch unstim­mig ist. Bischof W. hat in der Ver­gan­gen­heit durch­aus gute Denk­an­stö­ße gege­ben. Aber seit gerau­mer Zeit fällt mir an sei­nen Tex­ten ein Zug auf, den man häu­fig bei Men­schen trifft, die sich ver­rannt haben, die — ver­mut­lich ohne es zu wol­len — einen sek­tie­re­ri­schen Weg ein­ge­schla­gen haben. Hof­fent­lich endet Bischof W. nicht als eine der vie­len (pseudo-)traditionalistischen Sumpf­blü­ten. Das wäre wirk­lich traurig.

  3. Man mag zu Bischof Wil­liam­son ste­hen wie man will, aber Unter­stel­lun­gen hat auch er nicht, wie kein Mensch, verdient.
    Nie­mals hat er dem Sin­ne nach behaup­tet, die rei­ne Braut, die Kir­che, fau­le vor sich hin. Man darf davon aus­ge­hen, dass er in der Lage ist, das äuße­re Erschei­nungs­bild der Kir­che mit ihren Amts­trä­gern und ihre See­le, das Wir­ken unse­res Herrn im Hei­li­gen Geist, das Mess­op­fer, die Sakra­men­te, den Glau­ben, zu unterscheiden.
    Die Maß­nah­me von Austra­li­an Jewish News ist unde­mo­kra­tisch, eng­stir­nig, rechts­wid­rig. Es zeigt, wie viel Macht jüdi­sche Orga­ni­sa­tio­nen haben.
    Jede unkon­trol­lier­ba­re Macht, egal von wel­cher Insti­tu­ti­on mit wel­cher Welt­an­schau­ung, kann mög­li­cher­wei­se gefähr­lich wer­den. Es geht nicht, Men­schen, deren Aus­sa­gen man nicht akzep­tie­ren kann, die Ein­rei­se in ein Land zu verbieten.
    Wenn nicht mehr die Geset­ze ent­schei­den, son­dern mäch­ti­ge Lob­by-Grup­pen, ist das eine gefähr­li­che Ent­wick­lung. Das Pro­blem geht über die Per­son Bischof Wil­liam­son weit hinaus.
    Ich dach­te, das sei mal Kon­sens im „frei­en Euro­pa“, über­haupt in der „frei­en Welt“ gewe­sen. Ich habe mich offen­sicht­lich getäuscht.

    • „Die Kir­che ist ein Ver­bund aus Got­tes und Men­schen Angesicht.
      Ver­fau­len kann der mensch­li­che Teil, der gött­li­che jedoch nicht.“ (Richard Wil­laim­son — Quel­le oben)

      Ja, das sind lei­der kei­ne Unter­stel­lun­gen. Von Unter­schei­dungs­ver­mö­gen lei­der kei­ne Spur…

      Wer glaubt, dass es fau­len­de mensch­li­che Antei­le an der Kir­che gibt, der glaubt nicht recht­gläu­big. Was an der Kir­che, sofern es sich um die Kir­che han­delt, mensch­lich ist, grün­det im Gott­men­schen Jesus Chri­stus, wird geformt nach Sei­ner rei­nen Mut­ter Maria (Augu­sti­nus: Guss­form) und ist beru­fen zur…Seligkeit. Der Mensch ist beru­fen zur Seligkeit.

      „Qui­cum­que vult sal­vus esse,
      ante omnia opus est, ut tene­at catho­li­cam fidem:
      Quam nisi quis­que inte­gram invio­la­tam­que servaverit,
      absque dubio in aeter­num peribit.

      Jeder, der da selig wer­den will,
      der muss vor allem den all­ge­mei­nen Glau­ben festhalten.
      Jeder, der die­sen nicht unver­sehrt und unver­letzt bewahrt,
      wird ohne Zwei­fel auf ewig ver­lo­ren gehen.“

      Ath. Cre­do)

      Die, von denen Wil­liam­son spricht, hal­ten schon lan­ge nicht mehr am all­ge­mei­nen Glau­ben fest, sind also, wenn sie nicht umkeh­ren, Ver­lo­re­ne. Die Kir­che kann nie­mals, nie­mals aus sol­chen bestehen, deren Weg ins Ver­der­ben führt.

      Es ist eine den­ke­ri­sche Anstren­gung, die hier unter­nom­men wer­den muss, um zu begrei­fen, dass es Wahn­sinn ist, von einem „fau­len­den“ oder über­haupt „fäul­nis­fä­hi­gen“ mensch­li­chen Ant­litz der Kir­che zu spre­chen. Ja, soweit hat es der Kon­zils­geist gebracht, dass auch die „Tra­di­ti­on“ das nicht mehr unter­schei­den kann.

      Karl Rah­ner sprach von der „sün­di­gen Kir­che“, Kar­di­nal Leh­mann hängt sich ger­ne dran und JPII mein­te gar, sich für die Sün­den der Kir­che ent­schul­di­gen zu müssen…
      …nun ja, wer sich da ein­rei­hen will in die­se Theo­lo­gie, der steht aller­dings nicht mehr auf dem Boden der Tradition.

      • Noch­mal: Der Glau­be der katho­li­schen Kir­che hat bis zum Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil immer wie­der unter­schie­den: Zwi­schen der tri­um­phie­ren­den Kir­che im Him­mel, der strei­ten­den Kir­che auf Erden und der süh­nen­den oder lei­den­den Kir­che im Fegefeuer.
        Es gehör­te zum Basis­wis­sen der Katho­li­ken, dass die strei­ten­de Kir­che hier auf Erden aus Sün­dern und aus Hei­li­gen besteht. Dazu gehö­ren auch die Päpste.
        Um auf Bischof Wil­liam­son zu kom­men: Ich näh­re mich nicht von sei­nen Kom­men­ta­ren. Ich fin­de sei­ne Wort­wahl im zitier­ten Kom­men­tar teil­wei­se unglücklich.
        Doch was soll das Gan­ze hier? Dem Mann wur­de die Ein­rei­se ver­wei­gert in ein Land, das er nicht nur besu­chen woll­te, son­dern in dem er auch erwar­tet wurde.
        Mit wel­chem Recht? Das ist die Fra­ge. Was nimmt sich Austra­li­an Jewish News her­aus, die­se Rei­se ver­bie­ten zu lassen?
        Statt auf die­se Fra­ge ein­zu­ge­hen, wer­den Sät­ze aus einem Kom­men­tar des Bischofs her­aus­ge­klaubt, der hier über­haupt kein The­ma war, der hier nicht voll­stän­dig abge­druckt wur­de, und zum Haupt­the­ma erhoben.
        Damit ist Kon­fu­si­on vorprogrammiert.
        Es bedarf kei­ner den­ke­ri­schen Anstre­nung, son­dern des ein­fa­chen Glau­bens­wis­sens, um zu ver­ste­hen: Die Kir­che Jesu Chri­sti besteht aus der leh­ren­den und der hören­den, aus der regie­ren­den und der gehor­chen­den Kir­che. Zu der gehor­chen­den Kir­che gehö­ren wir.
        Wenn die leh­ren­de Kir­che aktu­ell gegen den tra­dier­ten Glau­ben lehrt und wir das erken­nen, hört die Gehor­sams­pflicht auf. Nie­mand kann uns zwin­gen, gegen den über­lie­fer­ten Glau­ben neue The­sen zu glauben.
        Doch uns steht das Recht nicht zu, Päp­ste abzu­set­zen oder für abge­setzt zu erklären.
        Die­se wir­re Logik der Sedis­va­kan­ti­sten ist eine wirk­li­che Pla­ge: Sie wer­fen den nicht mehr gehor­chen­den Katho­li­ken Unge­hor­sam gegen den Papst vor. Sie selbst aber gehen viel wei­ter und erklä­ren ihn für abge­setzt. Was ihnen weder nach dem Kir­chen­recht, noch nach dem katho­li­schen Glau­ben zusteht.
        Wenn Kar­di­nä­le auf­ste­hen, einen neu­en Papst wäh­len, weil der regie­ren­de Papst ein Häre­ti­ker ist, dann ist das ihr Recht oder ihre Pflicht. Gegen­päp­ste gab es in der Kir­che. Aber kei­ne Sedis­va­kanz mit leben­den, regie­ren­den Päp­sten und das seit mehr als 50 Jahren.
        Es bedarf nun wirk­lich kei­ner den­ke­ri­schen Anstren­gung, um fest­zu­stel­len, dass es dann kei­ne „apo­sto­li­sche Kir­che“ mehr geben wür­de. Die apo­sto­li­sche Suk­zes­si­on wäre end­gül­tig geris­sen ohne gül­tig geweih­te Bischö­fe. Dann hät­te die katho­li­sche Kir­che eines ihrer vier Merk­ma­le ver­lo­ren: Das unun­ter­bro­che­ne Band zu den Apo­steln. Wo gül­tig geweih­te Bischö­fe her­kom­men, wenn selbst Pius XII. schon nicht mehr Papst war, die­se Fra­ge beant­wor­ten Sedis­va­kan­ti­sten nie.
        Schlim­mer noch: Auch Pius XI. steht dann in Fra­ge. Denn sein geist­li­cher „Lieb­lings­sohn“, den er geför­dert hat, war Euge­nio Pacel­li, Pius XII.
        Das Ver­hält­nis der Sedis­va­kan­ti­sten nicht nur zum Papst­tum, son­dern der gesam­ten Hier­ar­chie scheint ins­ge­samt gebrochen.
        Lei­der schwappt das in The­men über, die damit nichts zu tun haben.

        • „Die apo­sto­li­sche Suk­zes­si­on wäre end­gül­tig geris­sen ohne gül­tig geweih­te Bischö­fe“ — ja, der Satz stimmt natür­lich, so wie Sie ihn geschrie­ben haben. Aber die Vor­aus­set­zung ist ja (glück­li­cher­wei­se) nicht gege­ben — auch in Zei­ten der Sedis­va­kanz wur­de (und wird) ja prin­zi­pi­ell gül­tig geweiht; es gel­ten die Kri­te­ri­en ‚wie immer‘: rich­ti­ge Mate­rie, Form und Inten­ti­on — völ­lig unab­hän­gig davon, ob der Stuhl Petri nun besetzt ist oder nicht.
          Und eine Sedis­va­kanz mit leben­den, regie­ren­den Päp­sten ist, auch da haben Sie ja abso­lut Recht, ein Wider­spruch in sich (eben­so aller­dings, wie der Begriff des ‚papa hae­re­ti­cus‘!) — nur sagen die Sedis­va­kan­ti­sten ja gera­de, daß wir (ab einem best. Zeit­punkt) eben kei­ne regie­ren­den Päp­ste mehr haben, son­dern nur Men­schen, die, kor­rekt gesagt, das Papst­amt bloß ’simu­lie­ren‘ — also nur pseu­do- oder Schein-Päp­ste sind.
          Und: schon die (per­sön­li­che) Fest­stel­lung, daß das, was man als gül­ti­ges Lehr­amt betrach­tet, (den­noch) gegen den tra­dier­ten Glau­ben leh­re, stün­de der ‚hören­den Kir­che‘ eben­so wenig zu, wie die (wie­der nur per­sön­li­che, noch nicht rechts­wirk­sa­me!) Fest­stel­lung, daß eine bestimm­te Per­son nicht Papst sei — wobei ja exakt das­sel­be Kri­te­ri­um ange­wandt wird, näm­lich der tra­dier­te Glau­be. „Rein recht­lich“ dürf­te ich mir auch nie­mals anma­ßen, Doku­men­te, die immer­hin von einem (dann) recht­mä­ßi­gen Öku­me­ni­schen Kon­zil ver­ab­schie­det wur­den, der­ma­ßen infra­ge zu stellen.
          Mir scheint wirk­lich, die „Tra­dis“ wer­fen den „Sedis“ exakt das­sel­be vor, was auch sie tun — wobei jedoch das, was die „Tra­dis“ tat­säch­lich tun, abso­lut unmög­lich ist: sie stel­len sich über ein Lehr­amt, wel­ches sie als sol­ches jedoch aus­drück­lich und prin­zi­pi­ell anerkennen!
          Auf den Punkt gebracht: nicht die Sedis­va­kan­ti­sten rich­ten über einen Papst (was auch gar nicht mög­lich wäre), son­dern die (nicht-sedis­va­kan­ti­sti­schen) Tra­di­tio­na­li­sten! Sie rich­ten oder ‚befin­den‘ ja in der Tat über einen Men­schen, den sie ganz bewußt als Papst aner­ken­nen (dito für ‚DAS Kon­zil‘ und die Hierarchie).

          • Ich glau­be, es ist der­sel­be Irr­tum im Bezug auf die ‚kano­ni­sche Papst­wahl‘ wie bei der Tau­fe (die­ses „Argu­ment“ hat­te ich auch irgend­wo mal gele­sen); eine egtl. nur not­wen­di­ge Bedin­gung wird für eine hin­rei­chen­de gehal­ten: not­wen­di­ge, jedoch nicht hin­rei­chen­de Vor­aus­set­zung für die Mit­glied­schaft in der einen Kir­che Chri­sti ist die Tau­fe; not­wen­di­ge, jedoch nicht hin­rei­chen­de Bedin­gung für das legi­ti­me Inne­ha­ben des Petrusamts ist die ‚for­mal nach dem kano­ni­schen Ver­fah­ren erfolg­te Wahl‘ im Konklave.
            Wei­te­re Bedin­gung, und zwar nach dem ius divinum, ist, sowohl für die Mit­glied­schaft in der Kir­che als auch für das Petrus­amt, eben: der gan­ze katho­li­sche Glau­be! — Wes­halb Häre­ti­ker weder Glie­der der Kir­che sind, noch (eben wegen ihrer nicht-Mit­glied­schaft) Päp­ste sein (und also auch nicht wer­den) kön­nen — was, ent­spre­chend, für alle Ämter der Hier­ar­chie gilt.

        • Noch zu dem „fau­len Apfel“ — wie­so ver­wen­det Bischof Wil­liam­son nicht das Bild, wel­ches Chri­stus ver­wen­det: das vom Wein­stock und sei­nen Reben? — Das fin­de ich viel anschau­li­cher: wenn man­che Reben abknicken, „sich abschnü­ren“, dann wer­den sie nicht mehr vom Wein­stock ver­sorgt; sie sehen dann noch eine Zeit­lang eini­ger­ma­ßen „frisch“ aus, fan­gen dann aber an, zu ver­wel­ken. Genau das ist durch VII ja pas­siert. D.h., bei einem üppig und wild wach­sen­den Wein­stock kann man auf den ersten Blick gar nicht erken­nen, ob eine Rebe (frisch) abge­knickt ist; man muß schon ent­we­der sehr genau hin­se­hen, oder war­ten, bis Tei­le des Blatt­werks sicht­lich ver­trock­nen. Es kann sogar pas­sie­ren, daß der größ­te Teil der Ran­ken in Wirk­lich­keit schon nicht mehr mit dem Stämm­chen ver­bun­den sind, obwohl der Wein­stock als Gan­zer, von fer­ne betrach­tet, noch „üppig und frisch“ wirkt, bis das Ver­wel­ken und damit das Abge­trennt­sein so vie­ler Reben über­haupt erst sicht­bar wird (und in genau der Pha­se befin­den wir uns jetzt). — Ich fin­de das Bild jeden­falls viel sin­ni­ger und der Wirk­lich­keit ent­spre­chen­der / „ana­lo­ger“, und man damit weit mehr illu­strie­ren, als mit so’nem „fau­len Apfel“.

          • Ja, es ist, wie zeit­schnur unten sagt; ich ver­glei­che mal wei­ter mit dem Bild vom Wein­stock: also, ein vom Baum getrenn­ter Apfel muß sowie­so zur Gän­ze dahin­schwin­den, ent­we­der ver­hut­zeln oder ganz ver­fau­len oder eben auf­ge­ges­sen wer­den. — Beim Wein­stock jedoch kön­nen (fast) alle Reben abge­trennt bzw. abge­knickt wer­den (auch ohne daß man das sofort voll bemer­ken wür­de), ja, es kann sogar das Stämm­chen selbst ober­halb der Wur­zel (die sehr tief geht) abge­sägt wer­den „mit allem, was dran­hängt“, und schließ­lich ver­trock­nen (und was mit die­sen Tei­len gesche­hen wird, sagt uns Chri­stus ja sehr … anschau­lich-dra­stisch), und den­noch kann er wie­der neu aus­schla­gen, von der Wur­zel her. — Das kann der Apfel nicht mehr, der dafür egtl. eher (aber nicht ganz) dem Bild vom Wei­zen­korn entspricht.

          • @ GW

            Dan­ke für Ihre Ausführungen.

            Ich möch­te etwas noch zu beden­ken geben: Die Angst, es könn­te kei­ne Suk­zes­si­on mehr geben, mag man ja mensch­lich und — Ver­zei­hung — in der Klein­gläu­big­keit haben. Das kann jeder psy­cho­lo­gisch ver­ste­hen. Aber es ist den­noch Kleinglaube.

            Mir geht mit der Ori­en­tie­rung an Maria erst auf, WIE klein­gläu­big wir da sind!

            Sie stand unter dem Kreuz, die gan­ze Tra­di­ti­on bekennt sie als anwe­send bei der Kreuz­ab­nah­me (Pie­tà) und wohl auch der Grab­le­gung — wie­so soll­te eine Mut­ter da aus­ge­rech­net nicht anwe­send sein, wenn ihr Kind begra­ben wird (es sei denn sie wur­de gewalt­sam gehin­dert)? Aber wesent­lich ist, dass SIE, egal, wo sie nun exakt phy­sisch mit dabei war: SIE war die ein­zi­ge, die glaub­te, dass ER nicht im Grab blie­be. Sie war die ein­zi­ge, die IHM wirk­lich glaubte.

            Und nun fra­ge ich uns alle: Glau­ben wir, dass die Pfor­ten der Höl­le Sei­nen Leib nicht über­win­den wer­den? Glau­ben wir das in aller Auf­rich­tig­keit, ohne uns etwas zurecht­zu­le­gen über den Zustand des Lehr­am­tes und der Kir­che, ohne das Kir­chen­ver­ständ­nis zu mani­pu­lie­ren und zu verfälschen?

            Ich möch­te anders her­um for­mu­lie­ren: lasst uns doch glau­ben, dass die Kir­che in IHM wur­zelt, auch wenn Sein Stell­ver­tre­ter abge­schnit­ten wor­den sein soll­te, denn ER selbst kann, wenn ER will, auch Petrus noch ein­mal schicken und einen recht­mä­ßi­gen Papst ein­set­zen, der SEINEN Wil­len tut. Ich bin eher bereit die­se unglaub­li­che Mög­lich­keit zu glau­ben, als mich einem mor­bi­den Kir­chen­ver­ständ­nis zu erge­ben, das letzt­end­lich phi­lo­so­phisch im Moder­nis­mus gründet.

            Lasst uns doch glau­ben, dass IHM kein Ding unmög­lich ist. Wir müs­sen es nicht rich­ten — das ist doch wun­der­bar. Wir müs­sen nur treu blei­ben — nicht einem angeb­li­chen häre­ti­schen „Papa“, son­dern IHM. Sind wir es? Und wo ist ER heu­te? ER ist immer da, wo Sei­ne Mut­ter ist, unter deren Man­tel wir flie­hen dür­fen, wo Sein himm­li­scher Hof­staat ist, ER ist zur Rech­ten des Vaters und nicht weit vom hei­li­gen Geist, der die­ser blas­phe­mi­schen Show in Rom nur lacht, umge­ben von Sei­nen Hei­li­gen, die wir anru­fen und um Für­spra­che und Beglei­tung anfle­hen dürfen.

            Wir haben eigent­lich genü­gend Heils­mit­tel bekom­men, die nicht nur „toter Buch­sta­be“ des „depo­si­tum fidei“, son­dern leben­di­ge Kir­che sind. Was hin­dert uns, sie zu ergreifen?

            Ja: es ist der Stolz, der Hoch­mut und der blan­ke Unglau­be, der IHM offen­bar nichts zutraut. IHM, der auf­er­stan­den ist, durch ver­schlos­se­ne Türen ging und doch aß und trank wie ein Mensch. Es ist Unglau­be, wenn wir mei­nen, wir müss­ten die apo­sto­li­sche Suk­zes­si­on um jeden Preis, auch um den Preis der Wahr­heit sichern.

            ER ist der Herr, und nie­mand wird IHM das rau­ben kön­nen. Lasst uns das glauben!

          • „Glau­ben wir, dass die Pfor­ten der Höl­le Sei­nen Leib nicht über­win­den wer­den? Glau­ben wir das in aller Auf­rich­tig­keit, ohne uns etwas zurecht­zu­le­gen über den Zustand des Lehr­am­tes und der Kir­che, ohne das Kir­chen­ver­ständ­nis zu mani­pu­lie­ren und zu ver­fäl­schen?“ — JA, ich glau­be, ich WILL glau­ben, un-be-dingt im Wort­sin­ne (auch nicht bedingt durch mei­nen klei­nen Ver­stand oder mein begrenz­tes Vor­stel­lungs­ver­mö­gen)! Sie spre­chen mir aus dem Her­zen — ER ist der Herr, Er ist der Sou­ve­rän; Er fragt jeden ein­zel­nen von uns: „Wollt nun auch ihr gehen?“ — NEIN, und eben des­halb MUSZ ich so den­ken, wie ich den­ke; ich kom­me gar nicht dar­um her­um, es geht nicht anders! Kei­ne „fau­len Äpfel“ bit­te, und auch kei­ne eben­so fau­len Kom­pro­mis­se mehr (womit ich jedoch nie­man­dem nahe tre­ten will; ich bin mir ja sicher, daß wir alle guten Wil­lens sind und kei­ne ande­re Inten­ti­on haben, als — zu glau­ben! wenn jemand vor sei­nem Gewis­sen die­sen Gedan­ken­schritt nicht voll­zie­hen kann, oder glaubt, er kön­ne nicht; wenn jemand da bestimm­te Wider­sprü­che sieht [von denen ich per­sön­lich jedoch glau­be, daß sie eben nicht bestehen, im Gegen­teil!], dann kann und muß ich das natür­lich respek­tie­ren [auch wenn ich per­sön­lich dies für objek­tiv falsch hal­te]; aber eben­so bit­te auch ich zumin­dest um Respekt für alle, die eben, nicht leicht­fer­tig, son­dern nach reif­li­cher Über­le­gung und gera­de um des Glau­bens wil­len, ehr­lich zu die­ser Ein­sicht gekom­men sind — denn, per­sön­lich und sub­jek­tiv schuld­haft han­delt bzw. spricht ja nur jemand wider bes­se­res Wis­sen! wenn also jemand aus sei­nem Glau­ben her­aus zu einer best. Erkennt­nis gekom­men ist, oder zumin­dest zutiefst davon über­zeugt ist, daß [selbst wenn es sich hin­ter­her doch als falsch her­aus­stel­len soll­te], aber trotz­dem die­ser Erkennt­nis etwa aus Feig­heit vor den Men­schen oder aus „rein-poli­ti­schem Kal­kül“ oder auch aus Ego­is­mus her­aus, zuwi­der han­delt oder öffent­lich etwas ande­res bekennt, d.h. die­se Erkennt­nis, die nun mal da ist in Herz und Ver­stand, leug­net, dann [und nur dann] wäre dies wirk­lich schuldhaft).

          • oK, dann muß ich das natür­lich zu aller­erst mal auf mich sel­ber anwen­den, wenn ich etwa vom „Auf­füh­ren aben­teu­er­li­cher pseu­do-intel­lek­tu­el­ler Seil­tän­ze“ schrieb (das ‚pseu­do‘ hät­te ich in DIESEM Fal­le vlt. bes­ser weg­ge­las­sen); ich kann nur sagen, daß die­se Kon­struk­ti­on von Bischof Wil­liam­son auf mich viel­leicht so wir­ke, darf ihm aber natür­lich NICHTS irgend­wie unter­stel­len. Ich muß also davon aus­ge­hen, daß auch er (jeden­falls zur Zeit, in sei­nem aktu­el­len Den­ken) ein­fach nicht anders kann (so wie ich selbst); daß er ganz auf­rich­tig ist. — Ich glau­be, gera­de in einer leben­di­gen Dis­kus­si­on sind eine gewis­se, tja, ‚poin­tier­te Pole­mik‘ (das Wort jetzt i.S. der Kir­chen­vä­ter), auch ein ‚Sich-Auf­re­gen‘, ein lei­den­schaft­li­ches Enga­ge­ment oder auch mal ein Sar­kas­mus, def­ti­ge Iro­nie, durch­aus erlaubt (oder?) — wenn die Grund­hal­tung im Bezug auf ein­an­der die rich­ti­ge ist, wenn’s nicht per­sön­lich wird, völ­lig her­ab­las­send, ande­ren den Glau­ben abspre­chend, anma­ßend, belei­di­gend oder gar ver­ach­tend. — So halt.

          • @ GW

            Über die Auf­rich­tig­keit eines ande­ren kann ich meist nichts wis­sen — weder posi­tiv noch nega­tiv. Ob jemand nicht anders kann oder ein­fach nicht anders will oder sich ver­rannt hat (wie oben jemand schrieb) — es bleibt ein Stück­weit im Dunkeln.
            Manch­mal kennt man jeman­den sehr gut, und erlebt daher schmerz­lich, dass er das Gute nicht will. Auch das gibt es.

            Ob jemand nicht anders kann — ich weiß es ein­fach nicht. Aber gene­rell gilt ganz ratio­nal: was jemand sagt, muss man auch so als „sein“ State­ment sei­nes Her­zens ernstnehmen.

            Aber ich möch­te ein­fach appel­lie­ren dar­an, unse­ren Herrn nicht zu ver­ra­ten, IHM alles zuzu­trau­en, auch die Ret­tung Sei­ner rei­nen und gelieb­ten Braut und alles dar­an zu set­zen, was an mir oder an Dir/Ihnen liegt, ein durch die Gna­de und den unbe­ding­ten eige­nen Wil­len geheil­tes Glied am Lei­be Chri­sti Glied zu sein und blei­ben und immer mehr zu werden.

            Es wider­strebt mir, auch nur einen Spalt zu öff­nen, um der Nach­läs­sig­keit oder Träg­heit, der Feig­heit und Unauf­rich­tig­keit Ein­lass zu gewähren.
            Auch glau­be ich nicht, dass unser Herr dem ein­zel­nen nicht Chan­cen über Chan­cen anbie­tet, vom Irr­tum los­zu­kom­men. Daher kann auf Dau­er nie­mand im Irr­tum ver­har­ren, es sei denn, er stimmt dem Irr­tum selbst zu.

            Die Kir­che war daher gegen Häre­ti­ker bis vor 50 Jah­ren uner­bitt­lich — gegen­über ihrer Hart­näckig­keit, nicht gegen­über ihrer See­le. Immer ging sie davon aus, dass das, was sie zu glau­ben vor­legt, auch ange­nom­men wer­den muss und nicht zur ewi­gen Dis­kus­si­on des Sün­ders, der nicht ver­ste­hen kann oder will, ver­schwen­det wer­den darf.

            Wir befin­den uns auf schma­lem Grat und — wie ich glau­be — kann uns nur noch Gott selbst hel­fen, nicht abzu­stür­zen. Aber ich glau­be, ich WILL glau­ben, dass ER uns hält, auch dann WILL ich es glau­ben, wenn ich es mit mei­ner klei­nen Kraft nicht schaf­fe, dar­an zu glau­ben. Dann möch­te ich, dass Maria für mich, an mei­ner Stel­le glaubt, und dies vollkommen.

  4. Aus ekkle­sio­lo­gi­scher Sicht hat S. E. Wil­liam­son natür­lich ein Pro­blem: Er setzt nach wie vor die Ein­heit der Tra­di­ti­on zur „Kon­zils­kir­che“ vor­aus, also die „Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät“. Inso­fern irrt er gewal­tig, denn alles, was in der Deu­ter­ova­ti­ka­ni­schen Kir­che geschieht, ist ohne Tra­di­ti­on, weil die­se Kir­che nach dem „sub­sitit in“ gar nicht ist, also kein Sein hat. Und wo nichts ist, gibt es kei­ne Tra­di­ti­on. Also soll­te er sich nicht über das, was im Vati­kan und den „Diö­ze­sen“ geschieht auf­re­gen, da es mit der Römisch-Katho­li­schen Kir­che nichts zu tun hat.
    Wozu aufregen?
    @ Maxi­mi­li­an Con­rad: Das ist kein sek­tie­re­ri­scher Weg, son­dern der direk­te Weg in die Hölle!
    Wer mich kennt, weiß, daß ich die Römisch-Katho­li­sche Kir­che zur Zeit OHNE Papst sehe, da die­se Kir­che sich noch nicht die Mit­tel genom­men hat, das Papst­tum wie­der­her­zu­stel­len und die Kir­che fort­be­stehen zu las­sen. Hier gibt es soviel Feig­heit, auch bei S. E. Wil­liam­son, der nicht ein­mal zu kon­se­krie­ren wagt, um ja nicht wie­der exkommun­ziert zu wer­den, obwohl gera­de (um mich an @ GW zu wen­den) in den Krei­sen des Wider­stan­des durch­aus theo­lo­gisch und kano­ni­stisch gut gear­bei­tet wird und ihm (Wil­liam­son) die Argu­men­te auf dem Gol­de­nen Tablett gelie­fert wer­den. Wenn er JETZT nicht kon­se­kriert, dann ist er ein Miet­ling, der sei­ne Scha­fe im Stich läßt, da es ohne Wei­hen und Fir­mun­gen in der Kir­che nicht geht!
    Also, auch aus „Ultra-tra­di­tio­na­li­sti­scher“ Sicht führt Wil­liam­son einen unend­li­chen Eier­tanz auf, der, wenn er so wei­ter prak­ti­ziert wird, im Desa­ster endet!
    O DOMINE MISERERE NOBIS!

    • Vol­le Zustim­mung @ Herrn Rhein — eben­so bezüg­lich Ihrer vie­len ande­ren Kom­men­ta­re, auch an ande­rem Ort. Auch die­se haben mir dabei gehol­fen, all­mäh­lich kla­rer zu sehen. — Aber trotz­dem habe ich (natür­lich) noch vie­le Fra­gen, u.a. die­se hier: für wen / wel­che Grup­pe genau soll­te Bischof Wil­liam­son kon­se­krie­ren (den ich jedoch kei­nes­wegs ‚pau­schal‘ angrei­fen woll­te; den „fau­len Apfel“ und sein fal­sches Geschichts­bild muß ich jedoch ableh­nen, klar; wie auch die Tat­sa­che, daß er sich, wie vie­le ande­re der ‚Wider­stand­sprie­ster‘, lei­der immer noch nicht dazu durch­rin­gen kann, nun end­lich mal alle ‚ideo­lo­gi­schen, ekkle­sio­lo­gi­schen, poli­ti­schen und/oder psy­cho­lo­gi­schen Scheu­klap­pen‘ ganz fal­len zu las­sen, was jetzt jedoch nicht bös gemeint ist)? — Und noch eine Fra­ge zu einem Begriff: Sie erwähn­ten mal das Wort ‚Kon­zils­se­dis­va­kan­tis­mus‘ (und lehn­ten die­sen, mein‘ ich, ab!?) — was bedeu­tet das? — Anson­sten ver­mu­te auch ich per­sön­lich mitt­ler­wei­le ganz stark, daß, wie Sie mal geschrie­ben haben, der 21. Nov. 1964 tat­säch­lich einen ter­mi­nus ante quem für den Ein­tritt die­ser ‚außer­or­dent­li­chen Sedis­va­kanz‘ dar­stellt, d.h. die­se trat aller­spä­te­stens an die­sem Tage ein, durch die Unter­zeich­nung von ‚Lumen gen­ti­um‘ bzw. des ’sub­si­stit in‘. Viel­leicht tra­fen aber schon zum Zeit­punkt der Wahl Mon­ti­nis (und Ron­cal­lis?) die Bedin­gun­gen von ‚Cum ex apo­sto­la­tus‘ zu (auf Ber­go­glio jedoch m.E. ziem­lich sicher — alles, was er nach sei­ner, wenn mei­ne Hypo­the­se stimmt, nur der Form nach kano­nisch erfolg­ten Wahl gesagt hat, wür­de dies nur bestä­ti­gen). — Zu Ron­cal­li darf ich mir noch kei­ne Ein­schät­zung erlau­ben, da ich noch viel zu wenig über ihn weiß (etwa: gibt’s auch bei ihm schon mani­fest-häre­ti­sche Äuße­run­gen aus der Zeit vor sei­ner Wahl? uvm.).

      • PS: Gera­de Ihren lan­gen Kom­men­tar (weit mehr als Kom­men­tar!) vom 11. Juni gele­sen, Neu­pla­to­nis­mus und die Par­al­le­len zur Modern[istisch]en und Kon­zils­theo­lo­gie; mit­rei­ßend, min­de­stens! Und für mich völ­lig neu; also ein wei­te­res die­ser (span­nen­den!) ‚Groß-The­men‘ …

  5. Ich möch­te noch ein­mal — all­ge­mein — auf die Enzy­kli­ka „Satis cogni­tum“ von Leo XIII. hin­wei­sen. Hier kann man sie lesen: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Satis_cognitum_%28Wortlaut%29

    Die wah­re Kir­che kann weder von Fäul­nis befal­len wer­den, noch kann man, wenn sie es denn doch täte, behaup­ten, das sei dann eben das „Mensch­li­che“ an ihr, das Gött­li­che aber bliebe.

    Eine sol­che Aus­sa­ge wider­spricht dem recht­gläu­bi­gen Kir­chen­ver­ständ­nis zutiefst: denn die Kir­che muss sicht­bar und unsicht­bar zugleich sein. Eine Kir­che, die man nur als „gött­li­che Insti­tu­ti­on“ für wahr hält, in ihrer mensch­li­chen Erschei­nung aber für prin­zi­pi­ell unwahr (und das folgt logisch aus der Mei­nung, sie kön­ne, was ihren mensch­li­chen Teil betrifft, fau­len), ist eine pro­te­stan­ti­sche Kirche.

    Wir sehen bei Wil­liam­son das Pro­blem man­cher Tra­di­tio­na­li­sten wie­der­um auf­schei­nen: sie opfern das rei­ne und objek­ti­ve Kir­chen­ver­ständ­nis der Tra­di­ti­on der „Ele­men­te-Ekkle­sio­lo­gie“, die sie doch so vehe­ment am Vati­ca­num II kri­ti­sie­ren. das „Sub­si­stit-in“ machen sie sich zu eigen, um das „Sub­si­stit-in“ ihrer moder­ni­sti­schen Fein­de zu bekriegen.
    Und das Schlimm­ste ist: sie erfas­sen es nicht! Denn Wil­liam­son erfasst ganz offen­sicht­lich nicht — auch sicht­bar an der Tat­sa­che, dass er hier einen Fluch aus­spricht, der ihm über­haupt nicht zusteht, denn nur das ordent­li­che und außer­or­dent­li­che päpst­li­che Lehr­amt darf Bann­flü­che aus­spre­chen — , dass eine sol­che Vor­stel­lung von einer fau­len­den Kir­che häre­tisch ist. Jeder von Fäul­nis ange­krän­kel­te Apfel erholt sich nie mehr, son­dern fault voll­ends zusam­men. das wider­spricht der Leh­re von der Unüber­wind­lich­keit und Unver­sehrt­heit der Kir­che. Wil­liam­son scheint zu glau­ben, dass er dazu beru­fen ist, das fau­len­de ordent­li­che Lehr­amt zu ver­flu­chen und sich an des­sen Stel­le zu setzen.
    Wahr ist dage­gen: die Kir­che kann kein fau­len­des Lehr­amt haben — das, was da Lehr­amt spielt, kann nicht das Lehr­amt sein. Und wahr ist auch, dass nie­mand, auch kein vagan­ter Bischof, das Recht hat, das Lehr­amt nun erset­zen zu wol­len, indem es ihm hul­digt oder nicht (denn fak­tisch sind auch die Pius­leu­te Sei­dis­va­kan­ti­sten — sie legen doch ein blo­ßes Lip­pen­be­kennt­nis ab und machen anson­sten, was sie wol­len) und sich selbst für das Fähn­lein der sie­ben Auf­rech­ten hält.

    Wir haben alle­samt das Pro­blem, dass wir eben kei­ne regu­la pro­xi­ma haben, uns an der Hin­ter­la­ge ori­en­tie­ren müs­sen, dies aber auf eige­ne Faust, und wer sich dabei nicht an die Got­tes­mut­ter klam­mert, hat kei­ne Chan­ce, nicht fehl­zu­ge­hen wie der Pro­te­stan­tis­mus schon immer fehl­ging im Wahn, es genü­ge eine wie auch immer defi­nier­te regu­la remota.

    Das Phä­no­men Wil­liam­son ist so furcht­bar, weil es sym­pto­ma­tisch für unse­re inne­re Ver­fas­sung ist: jeder „weiß“ ein biss­chen was und spielt sich als Kryp­to-Lehr­amt auf. War­um? Weil wir fak­tisch kein Lehr­amt haben.

    Es ist das Äon des fah­ren­den Vol­kes („wan­dern­des Got­tes­volk“) — auch in der Tradition…weil der Kopf sich vom Kopf gelöst hat…

    • Hoch­ge­ehr­ter Zeitschnur,

      Für Ihre äusserst gedie­ge­ne und fun­dier­te Bei­trä­ge auf die­sem Forum möch­te ich herz­lichst danken.
      Sie haben die jet­zi­ge schwie­ri­ge Situa­ti­on sehr ana­ly­tisch und fun­da­men­tal fest­ge­stellt und mei­ster­haft ver­wor­tet, was vie­le ein­fa­che Gläu­bi­gen instink­tiv anfühl­ten und vermuteten.
      Beson­ders Ihr Hin­wei­sen auf die Got­tes­mut­ter Maria hat mich tief getroffen.

      Record­a­re, Vir­go Mater, in con­spec­tu Dei,
      ut loqua­ris pro nobis bona,
      et ut aver­tat indi­gna­tio­nem suam a nobis.

  6. Die­ser Mann ist lei­der nicht nur ein noto­ri­scher Ver­harm­lo­ser, son­dern auch ein Rebell und Auf­wieg­ler, ohne dass von ihm oder sei­nen Höri­gen je etwas ver­langt wor­den wäre, das gegen den Glau­ben gerich­tet war. Ist in die­sem Fall also ganz gut, wenn er, statt am ande­ren Ende der Welt auch noch Ver­wir­rung zu stif­ten, nun auf sei­ner Schol­le sit­zen­blei­ben muss.

    Zumal er doch ver­spro­chen hat­te, sei­ne zum Zeit­punkt sei­ner skan­da­lö­sen Äuße­run­gen allein auf den „Leuch­ter-Report“ abstel­len­den gegen­ständ­li­chen Kennt­nis­se nun­mehr ver­tie­fen zu wol­len. Was wohl dar­aus gewor­den ist…

    • Folg­lich, weil er ein Ver­harm­lo­ser und ein Rebell und Auf­wieg­ler ist, darf Austra­li­an Jewish News dafür sor­gen, dass er nicht nach Austra­li­en ein­rei­sen darf. Einem solch bösen und schreck­li­chen Mann darf man ganz ein­fach das Ein­rei­se­vi­sum ver­wei­gern. Es ist also eine Fra­ge des rech­ten Glau­bens, ob jemand ver­bo­ten wird, in ein Land zu rei­sen. Der Tugend­grad ent­schei­det dar­über. Und Orga­ni­sa­tio­nen wie Austra­li­an Jewish News sind die Tugendwächter.

      • „The­re was not one Jew kil­led by the gas cham­bers. It was all lies, lies, lies.“ 

        Auf sol­che Äuße­run­gen eines Aus­län­ders, wie die­ser sie in Kana­da, sinn­ge­mäß auch in den USA, in Argen­ti­ni­en und in Deutsch­land mach­te, scheint Austra­li­en nun mal kei­ne Lust zu haben.

  7. Wie­so wird Wil­liam­son hier als Weih­bi­schof titu­liert? Er ist ein ganz nor­ma­ler, wenn auch sus­pen­dier­ter Bischof. Das gilt selbst­ver­ständ­lich, obwohl er wegen sei­ner poli­ti­schen Äuße­run­gen nicht ernst genom­men wird.

    • Nun, weil er kei­ne Juris­dik­ti­on besitzt und sei­ne ursprüng­li­chen Auf­ga­ben allein im Spen­den der Wei­hen und Fir­mun­gen bestand, ganz wie die Hilfs­bi­schö­fe der Diö­ze­san­ober­hir­ten, die man im dt. Sprach­raum ja auch „Weih­bi­schof“ nennt.

  8. Dass Austra­li­an Jewish News auf sol­che Aus­sa­gen kei­ne Lust hat, ist sehr gut nach­voll­zieh­bar. Doch Ein­rei­se­vi­sen wer­den bekannt­lich nicht nach Lust oder Unlust erteilt, das sind ein­fach kei­ne Kriterien.
    Wenn Katho­li­ken nach Aus­sa­gen gin­gen, die gegen Jesus Chri­stus, gegen die hei­lig­ste Drei­fal­tig­keit, gegen den katho­li­schen Glau­ben, gegen die katho­li­sche Kir­che ins­ge­samt, in blas­phe­mi­scher, lüg­ne­ri­scher Form von Mos­lems, Juden, Athe­isten getä­tigt wer­den, dann dürf­te die Zahl der Ein­rei­se­er­laub­nis­se dra­stisch sin­ken weltweit.
    Doch Katho­li­ken ver­fü­gen nicht über die Macht, das Anse­hen, das Juden, Mos­lems, Athe­isten ent­ge­gen­ge­bracht wird. Selbst wenn sie solch mäch­ti­ge Insti­tu­tio­nen hät­ten: Sie soll­ten es blei­ben las­sen. Welt­an­schau­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen soll­ten auf der Ebe­ne nicht geführt werden.

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