„Was passiert mit den emeritierten Päpsten?“ — Gerät die Heilsökonomie ins Stottern?

Emeritierte Päpste: stotternde Heilsökonomie?(Rom) Der Publi­zist Tom­ma­so Scan­dro­glio stell­te sich die Fra­ge, wie es denn mit dem neu­en Phä­no­men eme­ri­tier­ter Päp­ste in der Katho­li­schen Kir­che wei­ter­ge­hen wird. Das Schwe­ben in Hohen Sphä­ren beim Rück­flug von Tel Aviv habe Papst Fran­zis­kus, der ohne­hin nicht mit Wor­ten gei­ze, die Zun­ge beson­ders gelockert. Auf dem Rück­weg aus dem Hei­li­gen Land sprach der Papst mit den Jour­na­li­sten. Ein The­ma beim locke­ren 40 Minu­ten-Plausch war der „eme­ri­tier­te Papst“.

Ein Jour­na­list frag­te Fran­zis­kus, ob auch für ihn ein Ver­zicht auf das Pon­ti­fi­kat vor­stell­bar wäre, und der Hei­li­gen Vater ant­wor­te­te folgendermaßen:

„Ich wer­de das tun, was der Herr mir zu tun sagen wird. […] Aber ich glau­be, daß Bene­dikt XVI. kein Ein­zel­fall sein wird. Ich den­ke, daß er eine Insti­tu­ti­on ist. Vor 70 Jah­ren gab es fast kei­ne eme­ri­tier­ten Bischö­fe. Und jetzt gibt es vie­le davon. Was pas­siert mit den eme­ri­tier­ten Päp­sten? Wir müs­sen auf ihn als eine Insti­tu­ti­on schau­en. Er hat eine Tür geöff­net, die Tür der eme­ri­tier­ten Päp­ste. Wird es wei­te­re geben, oder nicht? Gott weiß es. Aber die Tür ist offen. Ich glau­be, daß ein Bischof von Rom, der spürt, daß sei­ne Kräf­te nach­las­sen – denn heu­te lebt man lang, nicht wahr? – sich die­sel­ben Fra­gen stel­len muß, die sich Papst Bene­dikt XVI. stellte.“

Rücktritt eines Papstes nur bürokratische Frage?

So hin­ge­wor­fen, scheint es, als wäre die Fra­ge nur eine Ange­le­gen­heit der büro­kra­ti­schen Pra­xis. Frü­her mach­te man es so und mor­gen hin­dert nichts dar­an, die Din­ge anders zu machen.

Die Quae­stio ist jedoch von ganz ande­rer Trag­wei­te. Muß der Papst lebens­lang im Amt blei­ben? Wenn wir im Codex des Kir­chen­rechts (CIC) nach­le­sen, kann man dar­aus schlie­ßen, daß das von der Kir­che ver­folg­te Ziel es ist, daß jeder Papst sei­ne Augen als regie­ren­der Pon­ti­fex schließt und nicht als eme­ri­tier­ter Pon­ti­fex. Im Kir­chen­recht fin­det sich kei­ne Stel­le die mehr oder wenig so lau­tet: „Der römi­sche Papst bleibt solan­ge im Amt bis er kei­ne gegen­tei­li­ge Ent­schei­dung trifft.“

Die Cano­nes 322,2 und 44,2 des CIC, die dem Ver­zicht auf das Petrus­amt gewid­met sind, legen kei­ne Norm fest, son­dern eine Aus­nah­me. Kurz­um, das Kir­chen­recht ist dar­auf aus­ge­rich­tet, daß nicht nur das Munus des Nach­fol­gers Petri auf Lebens­zeit ist, son­dern auch sei­ne Amts­aus­übung. Eine Bestä­ti­gung dafür kommt auch von einem Titel des Pap­stes, viel­mehr von sei­nem Titel schlecht­hin, dem, Stell­ver­tre­ter Chri­sti auf Erden zu sein. Und wie wir wis­sen, nahm Chri­stus die Ihm vom Vater anver­trau­te Auf­ga­be bis ans Kreuz wahr. Erst dann sag­te Er: „Es ist vollbracht.“

Jesus erteilte Petrus keinen Auftrag auf Zeit (mit Pensionierung)

Dar­um noch ein­mal, die Fra­ge ist nicht nur kirch­li­cher Art, son­dern vor allem theo­lo­gi­scher. Das Kir­chen­recht schließt nicht aus, daß ein Papst, wie die Ent­schei­dung von Bene­dikt XVI. zeigt, wenn er dies mit sei­nem Gewis­sen geprüft und zum Schluß gekom­men ist, daß Gott ihm dies nahe­legt, auf sein Amt ver­zich­ten kann, ein Amts­ver­zicht legi­tim ist. Er kann jedoch nur eine Aus­nah­me sein, die durch außer­ge­wöhn­li­che Umstän­de und Grün­de gerecht­fer­tigt wird. Viel­mehr, soweit ist das Kir­chen­recht ein­deu­tig, darf er nicht zur Regel wer­den. Man­che wer­den nun ein­wer­fen: Die Fra­ge des päpst­li­chen Amts­ver­zichts sei kein Dogma.

Dem ist ent­ge­gen­zu­hal­ten, daß Jesus Chri­stus bei der Beauf­tra­gung des Petrus nichts davon sag­te, daß es sich um einen Auf­trag auf Zeit han­delt. Petrus dach­te, als er für sei­ne Zeit bereits im vor­ge­rück­ten Alter war, nicht an einen „Amts­ver­zicht“ aus Alters­schwä­che. Man darf anneh­men, daß er dar­in einen Ver­rat an Chri­stus gese­hen hätte.

Dem ist auch ent­ge­gen­zu­hal­ten, daß nicht alles, was nicht als Dog­ma defi­niert ist, des­halb erlaubt ist. Es ist auch kein Dog­ma, daß man 100 Jah­re alt wer­den muß, und doch scheint es, als befän­den sich die mei­sten in einem Wett­ren­nen, die­ses Ziel unbe­dingt zu errei­chen. Anders aus­ge­drückt: Daß die Dau­er des Petrus­dien­stes lebens­läng­lich zu sein hat, lei­tet sich nicht von einer posi­ti­vi­sti­schen Norm gött­li­chen Rechts ab, son­dern ist kon­sti­tu­ti­ver Teil der Natur des Petrusam­tes. Das Ziel, auf das das Petrus­amt aus­ge­rich­tet ist, ist immer das Wohl der Kir­che. Daher kann auch die Aus­nah­me eines Amts­ver­zichts nur mit der­sel­ben Ziel­rich­tung erfol­gen, näm­lich zum Wohl der Kirche.

Papst Franziskus und ein administratives Verständnis des Petrusamtes

Papst Fran­zis­kus scheint in sei­nem Höhen­plausch den Blick­win­kel auf den Kopf zu stel­len. Die Beru­fung auf Lebens­zeit wird von ihm zur Aus­nah­me erklärt und der Rück­tritt zu einer Art juri­di­scher Kate­go­rie des Kir­chen­rechts erho­ben. Fran­zis­kus spricht wört­lich vom „eme­ri­tier­ten Papst“ als einer „Insti­tu­ti­on“. Eine Insti­tu­ti­on ist eine nor­ma­ti­ve Grö­ße, die eine eigen­stän­di­ge recht­li­che Wirk­lich­keit dar­stellt. Sol­len Prie­ster mit 70, Bischö­fe mit 75, Kar­di­nä­le (als Papst­wäh­ler) mit 80 und Päp­ste mit 85 aus dem Amt scheiden?

War­um schlägt Papst Fran­zis­kus eine sol­che Lösung vor? Viel­leicht aus zwei Grün­den. Erstens scheint es, daß er sein Munus als Papst als rein admi­ni­stra­ti­ven Cha­rak­ter zu ver­ste­hen scheint, so als wäre er irgend­ein Ange­stell­ter unter vie­len ande­ren, als wür­de er eine Funk­ti­on beklei­den, die ihres tran­szen­den­ten Wesens ent­klei­det und daher gewis­ser­ma­ßen entsa­kra­li­siert ist. Papst Fran­zis­kus scheint das Petrus­amt wie irgend­ein belie­bi­ges ande­res mensch­li­ches Amt zu sehen, und da nur mensch­li­ches Amt, kann es auch wie jedes ande­re mensch­li­che Amt enden. Alle gehen wir frü­her oder spä­ter in Pen­si­on, lau­tet die hori­zon­ta­le Perspektive.

Zwei­tens, weil laut einer gewis­sen imma­nen­ten Sicht­wei­se, es die Pra­xis ist, die die Regeln/Institutionen schafft und nicht umge­kehrt. Eine Sicht­wei­se, in der die Norm durch die Fak­ten gebo­gen wird. Gemäß die­sem Den­ken genügt eine Aus­nah­me – im kon­kre­ten Fall der Amts­ver­zicht eines Pap­stes – um aus der Aus­nah­me eine Regel zu machen.

Papstrücktritt Teil der Heilsökonomie oder Ausdruck, daß sie ins Stottern geraten ist?

Der Papst erwähnt, daß es vor 70 Jah­ren noch kei­ne eme­ri­tier­ten Bischö­fe gab, die Geschich­te der Kir­che dann aber einen ande­ren Weg ein­ge­schla­gen hat. Im Lau­fe der Kir­chen­ge­schich­te hat das Papst­tum ver­schie­de­ne Aus­drucks­for­men gefun­den, die jedoch nichts an sei­ner Natur änder­ten, son­dern danach trach­te­ten, die­se noch sicht­ba­rer zu machen. Vor allem waren alle auf die Heils­öko­no­mie aus­ge­rich­tet. Damit stellt sich nach den Aus­sa­gen in luf­ti­ger Flug­hö­he von Papst Fran­zis­kus, mit denen er Rück­trit­te von Päp­sten zur selbst­ver­ständ­li­chen Norm erho­ben und dies mit dem eben­so lapi­da­ren wie bana­len Hin­weis „denn heu­te lebt man lang“, die Fra­ge: Ist auch der Ver­zicht auf das Petrus­amt und die Ein­füh­rung pen­sio­nier­ter Päp­ste auf die Heils­öko­no­mie aus­ge­rich­tet oder signa­li­siert es, daß die­se ins Stot­tern gera­ten ist?

Einleitung/Übersetzung: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Cor­ris­pon­den­za Romana

11 Kommentare

  1. Soll­te sich Papst Fran­zis­kus am Ver­hal­ten des eme­ri­tier­ten Pap­stes Bene­dikt ori­en­tie­ren und eben­falls vor der Zeit zurück­tre­ten, wür­de es für sei­nen Nach­fol­ger sehr schwie­rig werden.
    Soll­te die­ser näm­lich die Absicht haben, trotz Anzei­chen von Krank­heit sein Amt bis zum Tod aus­üben zu wol­len, bekä­me er unter Umstän­den mas­si­ven Druck von inner­halb und ausser­halb der Kirche.
    Die Welt — fixiert auf Fit­ness, Kraft und vita­le Aus­strah­lung — wäre ver­mut­lich nicht mehr bereit, einen kran­ken, sicht­bar altern­den und lei­den­den Papst zu akzep­tie­ren. Dadurch wür­de ein Zwang ent­ste­hen, sich eben­falls schleu­nigst zurück­zu­zie­hen, wenn die Zeit gekom­men ist.
    Das Lei­den des kran­ken Papst Johan­nes Paul II hat vie­le berührt, eini­ge viel­leicht sogar zur Kir­che zurückgeführt.
    Die­se Mis­si­on, auch Krank­heit und Leid sicht­bar und frucht­bar wer­den zu las­sen, wäre dem Petrus-Nach­fol­ger und womög­lich den fol­gen­den ver­mut­lich verwehrt.

    • Sie spre­chen wie­der­mal die Din­ge ganz genau an.Mich hat die letz­te Pha­se des Pon­ti­fi­kats JPII seher, sehr beeindruckt,Dieser sport­li­che gut­aus­se­hen­de, intel­li­gen­te und mit so rei­chen Gaben Got­tes bevor­zug­te, selbst­be­wuss­te, welt­ge­wand­te her­vor­ra­gen­de Papst.der sicher auch um sei­ne Vor­zü­ge wuss­te- hat sich dem Myste­ri­um des Lei­dens und Abster­bens nicht entzogen-„ein ande­rer wird dich gür­ten und dich füh­ren wohin du nicht willst.„Wie haben die Fern­seh­leu­te genüss­lich die letz­ten ergrei­fen­den Segens­sze­nen eines schon dem Tod Geweih­ten mit Häme vor­ge­führt ( mir in schmerz­li­cher Erin­ne­rung das Schwei­zer Fern­se­hen! ganz krass-da haben die Medi­en­be­auf­trag­ten der Kir­che schandvollversagt!)Danke dem hl.Papst für sein Bei­spiel im Leben und im Sterben.
      frei­lich ein Rück­tritt des jetz­ti­gen Pap­stes wäre ein unge­ahn­tes Glück und eine Befrei­ung eines für mich fürch­ter­li­chen Jochs.Herr es gesche­he Dein hoch­hei­li­ger Wil­le im Him­mel und auf Erden.fiat fiat!

      • Beim Schrei­ben hat­te ich eine ähn­li­che Emp­fin­dung, wie Sie sie in Ihrem letz­ten Absatz aus­ge­drückt haben.
        Aber es ging mir zunächst um das zugrun­de­lie­gen­de Pro­blem: Ein­mal zurück­ge­tre­ten könn­te die­ser ein­ma­li­ge Vor­gang zur zwar unaus­ge­spro­che­nen, doch erwar­te­ten Pflicht für die Nach­fol­ger wer­den, der sie sich kaum wür­den ent­zie­hen können.

        • man könn­te resi­gniert fest­stel­len, dass in der Kir­che auch nur schön gere­det wird, dar­über dass jeder wich­tig und Gott gewollt und vol­ler Wür­de und der­glei­chen ist.
          Jedoch das im Grun­de nur Lip­pen­be­kennt­nis­se sind, weil auch in der Kir­che nur die taf­fen, fit­ten, tol­len was zu sagen haben.
          Die nicht ganz so fit­ten, tol­len und taf­fen eig­nen sich ledig­lich als Objekt des Gut­t­uns der fitten!
          Ich kann es nur immer wie­der beto­nen in sei­nen letz­ten Jah­ren hat JPII das gelebt, was er in einem sei­ner ersten apo­sto­li­schen Schrif­ten geschrie­ben hat, dass er näm­lich an die heil­brin­gen­de Kraft des Lei­den glaubt!
          Ja es ist ver­ständ­lich, dass Päp­ste und Bischö­fe zurück­tre­ten und Kar­di­nä­le nicht am Kon­kla­ve teil­neh­men dür­fen, wenn sie über 80 sind, aber rich­tig ist es nicht!
          Natür­lich kann, darf, soll und muss auch ein Papst die Arbeit dele­gie­ren, wenn er nicht mehr kann, aber er müss­te genau­so wie die Bischö­fe im Amt bleiben.
          Mei­nes Erach­tens hat auch Papst Bene­dikt genau das ver­sucht, indem er gesagt hat „ich die­ne der Kir­che wei­ter“ und wei­ter in wei­ßer Sou­ta­ne und Fischer­ring? zu sehen ist.
          Aber es ist und bleibt wider­sprüch­lich, wobei ich ver­mu­te, dass Bene­dikt nach Vati­kan­leaks und viel­leicht als Ergeb­nis der Unter­su­chungs­ko­mis­si­on das siche­re Gefühl haben muss­te, im Fall zuneh­men­der Schwä­che wirk­lich her­ein­ge­legt zu werden.

      • Sie spre­chen Din­ge an, die vie­le berüh­ren. Alle wol­len katho­lisch sein, aber die wenig­sten sind bereit das Kreuz zu tra­gen. Und Jesus sagt ein­deu­tig, wer mir nach­fol­gen will, der tra­ge sein Kreuz. Ich glau­be nicht, dass JP II, sein Kreuz zur Schau stel­len woll­te, wie eini­ge mei­nen. Er hat sich mit Zurück­hal­tung gezeigt. Aber wie­so soll­te er das Kreuz öffent­lich ver­stecken (ver­leum­den), das Gott ihm auf­ge­tra­gen hat? Jesus hat gesagt, wer mich vor den Men­schen bekennt, den wer­de auch ich vor mei­nem Vater beken­nen. Das Kreuz gehört nun mal zum Chri­sten­tum und Christ­sein. Und ich kom­me hier ein­mal auf die „neue“ Kir­che, nach dem letz­ten Kon­zil zu spre­chen. Vie­le wol­len dies nicht wahr­ha­ben, weil sie wie wir alle an die eine hei­li­ge katho­li­sche Kir­che glau­ben und doch ist unter dem Vor­wand des 2. Vati­ka­nums eine neue Kir­che ent­stan­den, die nicht die Absicht der Kon­zils­vä­ter (und auch nicht des Kon­zils) war, denn der Kate­chis­mus und das Mis­sa­le aus dem Jah­re 1962 im Gebrauch der Pius­bru­der­schaft, sind appro­biert vom nun Hei­li­gen Johan­nes XXIII. Der Begriff neue Kir­che stammt von Bischof Dr. Rudolf Gra­ber, Fest­an­spra­che zum Rosen­kranz­fest 7. Okto­ber aus dem Jah­re 1984 in Born­ho­fen. Er sag­te: „Ein böses Wort geht um, ein Wort das Erstau­nen und Bestür­zung aus­löst, das Wort von einer neu­en Kir­che. Er sagt dann, kei­ner möch­te als ewig Gest­ri­ger gel­ten, also ändert man und lässt weg, was nicht mehr in unse­re Zeit passt, z.B. die Höl­le oder man lässt die Fas­sa­den, lässt die Begrif­fe ste­hen und füllt sie mir andern Inhal­ten. So war es zur Zeit der Refor­ma­ti­on, die Mess­ge­wän­der, Pro­zes­sio­nen, Abläs­se bis nach Rom blie­ben, im Innern war aber alles anders gewor­den. Das Wort Glau­be. Nie­mand will Athe­ist sein, aber das Ziel des Glau­bens ist ein ande­res gewor­den: cre­do in homi­nem. Der Glau­be an den Men­schen. Er sagt dann zu den Anwe­sen­den — Wir wäh­len etwas ande­res: Chri­stus. In einem Glau­bens­se­mi­nar spricht der Lei­ter dau­ernd vom „guten Men­schen Jesus“, bis eine Frau frägt: Ist das alles? Ist Jesus nicht mehr? Da gaben die Bes­ses­se­nen von Gera­sa eine bes­se­re Ant­wort. Sie schrien: „Was willst du von uns, Jesus, Sohn Got­tes?“ (Mt 5, 28).
        Ich fra­ge nun ist das Lei­den von Papst JP II, der eigent­lich erste gro­sse Papst in der neu­en Kir­che, nicht Süh­ne gera­de für die­se neue Kir­che? Ist mit Papst Fran­zis­kus, dem eigent­li­chen Voll­ender der neu­en Kir­che, das Aus­mass der Ver­wü­stung der einen hei­li­gen katho­li­schen und apo­sto­li­schen Kir­che noch nicht genü­gend sicht­bar? Wir ken­nen die Gedan­ken Got­tes nicht, aber ist es nicht das Werk des hei­li­gen Gei­stes, das Lei­den des hei­li­gen Pap­stes Johan­nes Paul II und unser Lei­den unter dem Joch von Papst Fran­zis­kus, ein ande­rer Fran­zis­kus, damit wir erken­nen wie die Bes­ses­se­nen von Gera­sa? Das Wei­zen­korn, unse­re Hoff­nung, wird viel Früch­te tragen.

    • Von wem soll­te sich ein Papst denn bit­te unter Druck set­zen las­sen? Er ist der Chef, genau­ge­nom­men der stell­ver­tre­ten­de Chef. Druck von außer­halb der Kir­che hat es schon seit Beginn der Kir­che gege­ben. Wer wür­de es bit­te von inner­halb der Kir­che wagen, dem stell­ver­tre­ten­dem Chef zur Abdan­kung zu drän­gen? Kei­ner ist dazu in der Lage. Im Gegen­satz kann der Papst jeden abset­zen und er wür­de wohl kaum jeman­den in sei­ner näch­sten Nähe dul­den, der ihn damit pie­sackt, den Stuhl Petri frei­zu­ma­chen. Wenn er dann aber zurück­tritt, könn­te er dann ja wenig­stens sei­nen Nach­fol­ger, einen Mann sei­nes Ver­trau­ens, sel­ber ernen­nen. Ich habe mich schon immer gefragt, ob ein Papst sei­nen Nach­fol­ger sel­ber und allein ernen­nen könn­te. Es hat so etwas soweit ich weiß nie gege­ben. Aber gera­de bei einem Rück­tritt stellt sich mir die­se Fra­ge. Bene­dikt hät­te zum Bei­spiel Ange­lo Sco­la ernen­nen kön­nen, den er sehr geschätzt hat. Oder ist die Ent­schei­dung über den Nach­fol­ger die ein­zi­ge Ange­le­gen­heit, in der das Kar­di­nals­kol­le­gi­um mäch­ti­ger ist als der Papst? Der Papst kann jeden Bischofs­stuhl der Welt beset­zen, nur sei­nen eige­nen nicht?
      Per Mari­am ad Christum.

      • Es muss nicht unbe­dingt ein kon­kre­ter Druck sein, es gibt auch den psy­cho­lo­gi­schen, den unbe­nenn­ba­ren, nicht recht greif­ba­ren Druck.
        Indem man dem Papst z.B. immer wie­der fragt, wie es ihm geht, ob er sich dem Amt gewach­sen fühlt und er sich nicht zuviel zumutet.
        Dies hört sich für­sorg­lich an, kann aber ganz anders gemeint sein. Die Bot­schaft liegt zwi­schen den Worten.
        Dies könn­te dem amtie­ren­den Papst das Gefühl ver­mit­teln, unge­nü­gend zu sein.
        Und dann gibt es auch noch die Pres­se, die dafür sor­gen könn­te, mit ent­spre­chen­den Fotos Stim­mung zu machen (Stich­wort: Papst Bene­dikt und „Titanic“-Foto).
        Ich sage ja nicht, dass es zwangs­läu­fig so kom­men muss, aber die Mög­lich­keit ist nicht ganz auszuschließen.
        Wenn an einen Papst die glei­che, welt­li­che Mess­lat­te ange­legt wird, wie an einen gewöhn­li­chen Poli­ti­ker, unge­ach­tet sei­nes ganz ande­ren Dien­stes, dann ist mei­ne Befürch­tung nicht ganz so weit hergeholt.
        Umso bes­ser, wenn ich mich irren sollte!

  2. Ein altern­der Papst muss sei­ne Gebre­chen nicht unbe­dingt nach außen tra­gen, er könn­te ein­fach im Ver­bor­ge­nen leben und sich nur zu wich­ti­gen Anläs­sen sehen las­sen. Man kann auch regie­ren durch Dele­gie­ren. Ich den­ke an das Bei­spiel Papst Leos XIII., der 93 Jah­re alt wur­de und nie auf den Gedan­ken gekom­men wäre, aus Alter­grün­den sei­nen Rück­tritt einzureichen.

  3. Die Pro­phe­zei­un­gen müs­sen sich erfül­len, wir zer­bre­chen uns über Din­ge den Kopf, die sehr sehr unwich­tig sind. Was Fran­zis­kus oft von sich gibt, ist eigent­lich unin­ter­res­sant. Es bestä­tigt nur den Gang der Zeit.

  4. Als sei­ne Hei­lig­keit, Papst Bene­dikt zurück­ge­tre­ten ist, gab es nur ganz ver­ein­zel­te Kir­chen­recht­ler, die die Mei­nung ver­tre­ten haben, dass ein sol­cher Rück­tritt gar nicht mög­lich ist. Auch die Argu­men­ta­ti­on, dass Wahl und Über­nah­me des Petrusam­tes eine qua­si sakra­men­ta­le Ver­an­ke­rung in der See­le des Betref­fen­den bewri­ken, wider­sprä­che der The­se von einem gül­ti­gen Rück­tritt, denn dann wäre ja ein gött­li­ches Gesche­hen tan­giert. Aber jen­seits aller theo­lo­gi­schen Spe­ku­la­tio­nen war es schon sehr auf­fäl­lig, wie schnell der Rück­tritt akzep­tiert und- und da wur­de ich stut­zig- selbst in den kir­chen­feind­lich­sten Medi­en als groß­ar­ti­ge Geste des Pap­stes gewür­digt wur­de. Seit­dem kann ich mich des Ein­drucks nicht erweh­ren, dass da etwas faul ist. Mei­nes Erach­tens gab es unter den Kar­di­nä­len eine star­ke Min­der­heit, viel­leicht sogar eine Sperr­mi­no­ri­tät, die nie und nim­mer einen Ber­go­glio gewählt hät­ten. Was ist da eigent­lich pas­siert? In der lan­gen Zeit bis zum Kon­kla­ve konn­te doch jeder Ber­go­gli­os Wer­de­gang und sei­ne Rich­tung aus­führ­lich stu­die­ren. Und trotz­dem wur­de er gewählt. Und nach einem Jahr ste­hen wir vor den Trüm­mern, die sein Han­deln ver­ur­sacht. Es kann doch nicht sein, dass Kar­di­nä­le wie Bur­ke, Brand­mül­ler und wie sie alle hei­ßen. schwei­gend der Demon­ta­ge unse­rer Kir­che zuschauen?

  5. Das Papst­amt ist jetzt also nur noch ein „Posten“. Wel­che Mei­ster den wohl bauen?

    Aber was haben sie mit dem armen Papst Bene­dikt XVI angestellt?

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