Medienkampagne gegen Kirche, Klinik und Kardinal

Kardinal Joachim Meisnervon Hubert Hecker

Am 16. Mai wer­den im Kai­ser­saal des Frank­fur­ter Römers zwei Repor­ter des Köl­ner Stadt-Anzei­gers mit dem Wäch­ter­prei­ses der Stif­tung „Frei­heit der Pres­se“ aus­ge­zeich­net. Die bei­den „cou­ra­gier­ten“ Jour­na­li­sten Peter Ber­ger und Joa­chim Frank hät­ten durch „hart­näcki­ge Recher­che und Bericht­erstat­tung“ einen „Skan­dal in kirch­li­chen Kli­ni­ken“ auf­ge­deckt.

Der konstruierte Skandal

Eine Köl­ner Not­fall­ärz­tin hat­te am 15. 12. 2012 ein mut­maß­li­ches Ver­ge­wal­ti­gungs­op­fer erst­ver­sorgt ein­schließ­lich einer Rezept­aus­stel­lung für die ‚Pil­le danach’. Anschlie­ßend ließ sie beim nahen St. Vin­zenz-Hospi­tal nach­fra­gen, ob die Kli­nik eine foren­si­sche Unter­su­chung zur Siche­rung gerichts­ver­wert­ba­rer Spu­ren vor­neh­men könn­te. Die kon­tak­tier­te Gynä­ko­lo­gin sag­te dazu wahr­heits­ge­mäß: „Das ist bei uns nicht mög­lich.“ Denn die nach­ge­frag­te Kli­nik hat­te weder die Erlaub­nis noch die medi­zi­nisch-tech­ni­schen Gerä­te, um die ent­spre­chen­de Unter­su­chung der Anony­men Spu­ren-Siche­rung (ASS) durch­füh­ren zu kön­nen. Die Kli­nik-Ärz­tin emp­fahl der Not­fall­ärz­tin, die Pati­en­tin in eins der fünf Köl­ner ASS-Kran­ken­häu­ser zu über­wei­sen – auch um eine bela­sten­de Dop­pel­un­ter­su­chung zu ver­mei­den.

Die­se Nach­fra­ge eben­so wie die Wei­ter­ver­wei­sung sind all­täg­li­che Vor­gän­ge in einem Kli­nik­be­trieb, etwa wenn ein Kran­ken­haus kei­ne frei­en Lie­ge­plät­ze, kei­ne Ärz­te-Kapa­zi­tä­ten oder wie hier – kei­ne Kom­pe­tenz in der Behand­lung hat.

Wo also war hier ein „Skan­dal“ auf­zu­decken? Wie­so soll die­ser All­tags­vor­gang „hart­näcki­ge Recher­che“ erfor­dert haben? Gegen­über wem wäre „kri­ti­sche Wach­sam­keit“ not­wen­dig gewe­sen? Wor­in schließ­lich soll die „Cou­ra­giert­heit“ der Jour­na­li­sten bestan­den haben?

Oder sol­len die Jour­na­li­sten dafür geehrt wer­den, daß sie aus einem bana­len Vor­gang einen media­len Skan­dal gegen die Kir­che „kon­stru­ier­ten“? Tat­säch­lich ent­fach­ten die bei­den Jour­na­li­sten einen Sturm im media­len Was­ser­glas und hör­ten im Rau­schen des Blät­ter­wal­des das Echo ihre „Skandal!“-Rufe. Denn sie kon­stru­ier­ten aus dem Tele­fon-Gespräch von zwei Medi­zi­ne­rin­nen um einen Platz für einen foren­si­sche Unter­su­chung ein Hil­fe-Ver­wei­ge­rungs­dra­ma: „Es ist haar­sträu­bend, daß ver­ge­wal­tig­ten Frau­en in katho­li­schen Kli­ni­ken die Hil­fe ver­wei­gert wird“, schrieb Joa­chim Frank im Vor­spann sei­nes KStA-Bei­trag zwei Tage nach dem Erst­ar­ti­kel. Dazu setz­te die Zei­tung groß das „Ein­gangs­por­tal des St. Vin­zenz-Hospi­tals“ ins Bild — so als wäre eine Ver­ge­wal­tig­te in per­so­na am Klinik­ein­gang ‚abge­wie­sen’ wor­den. Die­ser unzu­tref­fen­de Vor­wurf von ‚Hil­fe­ver­wei­ge­rung’ ist als eine geziel­te Ver­leum­dung der Jour­na­li­sten zur Ruf­schä­di­gung der kirch­li­chen Kli­ni­ken anzu­se­hen.

Das ist nur ein Bei­spiel für diver­se jour­na­li­sti­sche Fehl­lei­stun­gen bei der Arti­kel-Serie der bei­den Repor­ter. Daß ihnen dafür der Wäch­ter­preis für „her­aus­ra­gen­de publi­zi­sti­sche Lei­stun­gen“ ver­lie­hen wer­den soll, ist Teil des ‚Köl­ner Medi­en­skan­dals’, wie der angeb­li­che ‚Köl­ner Kli­ni­k­en­skan­dal’ bes­ser hei­ßen soll­te.

Gnadenlose Vor-Urteile gegen Kirche und Kardinal

Der Köl­ner Stadt-Anzei­ger rühmt sich in einem Arti­kel vom 9. 4. 2014 im Zusam­men­hang mit der Nomi­nie­rung für den „Wäch­ter­preis der Tages­pres­se“ einer jour­na­li­sti­schen Groß­tat: Die Redak­teu­re Peter Ber­ger und Joa­chim Frank hät­ten durch „hart­näcki­ge Recher­che und Bericht­erstat­tung“ auf die „Grad­li­nig­keit und Grund­satz­treue“ der katho­li­schen Kir­che soviel „Druck“ aus­ge­übt, daß es zu einem „ein­ma­li­gen Sin­nes­wan­del“ der Kir­che gekom­men sei. Medi­en­po­li­tisch sol­len die Repor­ter also für eine erfolg­rei­che Skan­da­li­sie­rung geehrt wer­den.

Für die Erhö­hung des Skan­dal-Drucks auf den Köl­ner Kar­di­nal war vor allem der Chef­kor­re­spon­dent des Köl­ner Stadt-Anzei­gers, Joa­chim Frank, ver­ant­wort­lich. In einem Kom­men­tar vom 17. Janu­ar unter der Über­schrift: „Ver­stö­ren­der Rigo­ris­mus der Kir­che“ setz­te Frank wider bes­se­ren Wis­sens Falsch­aus­sa­gen an wie die­se: „Katho­li­sche Kli­ni­ken dür­fen nicht über die ‚Pil­le danach’ auf­klä­ren.“ Erst am Tag vor­her hat­te der Kran­ken­haus­trä­gers die­ses Gere­de rich­tig­ge­stellt. Wei­ter­hin behaup­te­te Frank kon­tra­fak­tisch, daß „kirch­li­chen Mit­ar­bei­tern die frist­lo­se Kün­di­gung droht“, wenn sie über die ‚Pil­le danach’ auf­klär­ten. Schließ­lich macht er dem St. Vin­zenz-Hospi­tal die Nicht-Unter­such­tung von gerichts­ver­wert­ba­ren Spu­ren zum Vor­wurf, wozu die Kli­nik weder Erlaub­nis noch die tech­ni­schen Mit­tel hat­te.

Auf der Basis die­ser drei Falsch­aus­sa­gen fäll­te Joa­chim Frank dann sein gna­den­lo­ses Vor-Urteil: Erklä­ren lie­ße sich das Ver­hal­ten von Kli­ni­ken und Kir­che „nur mit Abge­brüht­heit, Lebens­fer­ne und Welt­fremd­heit“. Der ver­nich­ten­de Aus­druck „Abge­brüht­heit“ gegen­über Ver­ge­wal­ti­gungs­op­fer ziel­te auf Kar­di­nal Meis­ner, der im letz­ten Abschnitt des Kom­men­tars aus­drück­lich genannt wird. Dar­über hin­aus schimpft Frank über die „zöli­ba­tä­re Prie­ster­ka­ste“, die über ihre Prin­zi­pi­en (‚Abtrei­bung ist Tod­sün­de’) den Men­schen ver­ges­sen wür­de.

In einem wei­te­ren Kom­men­tar vom 18. Janu­ar mit dem Titel: „Die see­len­lo­se Moral der Kir­che“ bringt Frank noch grö­ße­re Wort-Geschüt­ze in Stel­lung. Die „Kir­chen­obe­ren“ wür­den „eine see­len­lo­se Moral pre­di­gen“. Und dann eine über­zo­ge­ne Zer­schla­gungs­kri­tik: Für die­ses „unse­li­gen“ System gel­te, was ein angeb­li­cher Theo­lo­ge schon über die Syste­ma­tik des kirch­li­chen Rechts gesagt habe: „Man kann sie nicht refor­mie­ren. Man kann sie nur spren­gen“

In sei­ner maß­lo­sen Kri­tik an der kirch­li­chen Moral­leh­re mit Spren­gungs- und Zer­stö­rungs­phan­ta­sien erin­nert Frank an den Kir­chen­has­ser Vol­taire. Und die­ser Mann spielt sich gleich­zei­tig als theo­lo­gisch-kirch­li­cher Heil­dok­tor auf: Mit dem Titel sei­nes neu­en Buches fragt er: „Wie kurie­ren wir die Kir­che?“
Auf sol­che Rat­schlä­ge nach Dr. Eisen­barts Metho­den, die Pati­en­ten mit bra­chia­ler Gewalt zu hei­len, kann die Kir­che gern ver­zich­ten.

Kliniken und Kardinal knicken vor dem medialen Skandalisierungsdruck ein

Der KStA und in sei­nem Fahr­was­ser alle ande­ren Main­stream-Medi­en hat­ten seit dem 16. Janu­ar 2013 mit einem Trom­mel­feu­er von Vor­wür­fen gegen Kir­che und Kli­ni­ken gewal­ti­gen Recht­fer­ti­gungs­druck gegen­über der katho­li­sche Kir­che auf­ge­baut. Wie haben die Skan­da­li­sier­ten dar­auf reagiert, also katho­li­sche Kli­ni­ken und das Erz­bis­tum Köln?

Schon am Tag der Erst­pu­bli­ka­ti­on wies der Kran­ken­haus­trä­ger in einer Pres­se­kon­fe­renz die Anschul­di­gun­gen des Köl­ner Stadt-Anzei­gers zurück: Druck und Dro­hun­gen gegen das Kli­nik-Per­so­nal im Zusam­men­hang mit der ‚Pil­le danach’ habe es nicht gege­ben. Ent­spre­chend ihrer Richt­li­ni­en gewähr­lei­ste­ten die Kran­ken­häu­ser eine umfas­sen­de Heil­be­hand­lung – auch an Ver­ge­wal­ti­gungs­op­fern.

Zu dem kon­kre­ten Fall aller­dings ver­säum­te der Pres­se­spre­cher des Trä­ger­ver­eins die Rich­tig­stel­lung, daß die Kli­nik­ärz­tin tele­fo­nisch ein ande­res Kran­ken­haus mit ASS-Kom­pe­tenz emp­foh­len hat­te. Indem er sich für die angeb­li­che ‚Abwei­sung’ des Ver­ge­wal­ti­gungs­op­fers ent­schul­dig­te, hat­te er im Prin­zip das fälsch­li­che Anschul­di­gungs­sche­ma der Pres­se über­nom­men. Die Medi­en fühl­ten sich somit in ihrem Ansatz bestä­tigt.

Unter dem zuneh­men­den Skan­da­li­sie­rungs­druck mit wil­den Spe­ku­la­tio­nen und fal­schen Fol­ge­run­gen sah sich Kar­di­nal Meis­ner nach einer Woche gedrängt, eben­falls eine Betrof­fen­heits-Erklä­rung abzu­ge­ben. Die­se Ent­schul­di­gung wirk­te sich noch fata­ler aus. Denn der Kar­di­nal war auf das Medi­en-Mär­chen eines angeb­li­chen Hil­fe-Ver­wei­ge­rungs­dra­ma her­ein­ge­fal­len: „Die Pati­en­tin hat in gro­ßer Not Hil­fe gesucht und kei­ne Auf­nah­me gefun­den.“ Damit hat­te der Köl­ner Kir­chen­obe­re erneut die Phan­tom-Abwei­sung einer „Hil­fe suchen­den Frau“ am Klinik­ein­gang bestä­tigt, was die Medi­en schon immer sug­ge­rier­te.

Inzwi­schen hat­te der KStA schon ein neu­es Skan­dal-Faß auf­ge­macht: Es herr­sche angeb­lich Miß­trau­en, Dro­hung und Angst vorm Job­ver­lust in kirch­li­chen Kli­ni­ken im Zusam­men­hang mit der ‚Pil­le danach’, die in katho­li­schen Ein­rich­tun­gen nicht ver­schrie­ben wer­den durf­te. Dabei knüpf­te die Zei­tung an den Schluß der Ent­schul­di­gungs­er­klä­rung an, in der Meis­ner die Nicht-Ver­schrei­bung der ‚Pil­le danach’ bekräf­tigt hat­te: „Weil die­se eine befruch­te­te Eizel­le töten kann, lehnt die katho­li­sche Kir­che sie wie jede ande­re Metho­de der Abtrei­bung ab“ — zitiert aus der FAZ vom 22. Janu­ar. Nach die­ser Mel­dung rich­te­te die Pres­se ihr media­les Trom­mel­feu­er uni­so­no gegen die Hal­tung der Kir­che als rigo­ri­stisch, lebens­fern und rea­li­täts­fremd.

Eine Woche nach Meis­ners Ent­schul­di­gung und zwei Wochen nach dem Erst­be­richt des KStA hat­te die media­le Skan­da­li­sie­rung schließ­lich auch den Köl­ner Kar­di­nal erreicht: Mit sei­ner Erklä­rung vom 31. Janu­ar 2013 gab Meis­ner die bis­he­ri­ge kirch­li­che Posi­ti­on zur ‚Pil­le danach’ auf.

Die Medi­en tri­um­phier­ten. Der KStA schrieb den „Sin­nes­wan­del“ des Kar­di­nals auf sei­ne Druck-Fah­nen. Der Spie­gel titel­te: Meis­ner bil­ligt ‚Pil­le danach’ für Ver­ge­wal­ti­gungs­op­fer“. So pau­schal hat­te das der Köl­ner Ober­hir­te kei­nes­wegs getan, aber sei­ne Erklä­rung ließ wachs­wei­che Inter­pre­ta­tio­nen zu.
Der Kar­di­nal hat­te zwar an der betref­fen­den kirch­li­chen Lehr­po­si­ti­on nichts geän­dert: „Wenn ein Prä­pa­rat die Ein­ni­stung einer bereits befruch­te­ten Eizel­le ver­hin­dert, ist das nach wie vor nicht ver­tret­bar.“ Er hat­te jedoch auch fest­ge­stellt, daß zu Prä­pa­ra­ten mit nicht-abtrei­ben­dem Wirk­prin­zip nichts ein­zu­wen­den sei.

Nach Bera­tung mit Fach­leu­ten gehe er vom „neue­sten Stand der medi­zi­ni­schen Wis­sen­schaft“ aus, ließ der Kar­di­nal ver­lau­ten. Doch die dann fol­gen­den Aus­sa­gen waren wis­sen­schaft­lich kei­nes­wegs abge­si­chert: Sie unter­stell­ten in einem Gut-Böse-Sche­ma, als wenn bei den zwei auf dem deut­schen Markt befind­li­chen Prä­pa­ra­ten das eine mit dem Wirk­prin­zip Nida­ti­ons­hem­mung als schlecht anzu­se­hen sei, weil es den Embryo abtrei­be, das ande­re dage­gen aus­schließ­lich die Ver­hin­de­rung von Eisprung und Befruch­tung bewir­ke und damit unbe­denk­lich sei.

In Wirk­lich­keit haben die bei­den gebräuch­li­chen Prä­pa­ra­te eine ähn­li­che Wirk­wei­se, bei der nur der „Haupt­wirk­me­cha­nis­mus“ die Unter­drückung des Eisprungs ist. Von zahl­rei­chen Wis­sen­schaft­lern und meh­re­ren Ärz­te­ver­ei­ni­gung wur­de aber bestä­tigt, daß bei bei­den Wirk­stof­fen die Abtö­tung der befruch­te­ten Eizel­le in der Gebär­mut­ter­schleim­heit und beim Trans­port dahin wis­sen­schaft­lich nicht aus­zu­schlie­ßen sei.

Aus die­sen Tat­be­stän­den ist zu fol­gern, daß die Ein­nah­me der ‚Pil­le danach’ „eine abtrei­ben­de Wir­kung haben kann“ und damit abzu­leh­nen ist. Das ist genau die Lehr­po­si­ti­on der Kir­che, die auch der Kar­di­nal bis zum 31. Janu­ar 2013 ver­tre­ten hat­te.

Es ist ein bis­her ein­ma­li­ger Vor­gang in der Kir­che, daß ein ein­zel­ner Kar­di­nal ohne Abspra­che mit dem Papst und ohne Erör­te­rung in den Kar­di­nals­kol­le­gi­en eine wich­ti­ge Ände­rung bei einer prak­tisch-ethi­schen Wei­sung vor­ge­nom­men hat. Nach­dem Meis­ners ethi­sche „Kehrt­wen­de“ von den Medi­en ein­hel­lig gelobt wur­de, war die nach­träg­li­che Zustim­mung der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz zu der Kar­di­nal­s­ent­schei­dung eben­falls eher dem Öffent­lich­keits­druck geschul­det als Ergeb­nis einer sach­li­chen und offe­nen Debat­te in der Bischofs­ver­samm­lung.

Wenn man bedenkt, wie lan­ge und kon­tro­vers die Behand­lung von wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen in der Kir­che auf ver­schie­de­nen Ebe­nen erör­tert wird, dann wird die ein­sa­me Ent­schei­dung des Köl­ner Kar­di­nals umso pro­ble­ma­ti­scher.

Letzt­lich ist der Schnell­schuß von Meis­ner aus dem media­len Skan­da­li­sie­rungs­druck zu erklä­ren, aller­dings nicht zu recht­fer­ti­gen. Die Kir­che wur­de ins­be­son­de­re vom KStA-Chef­kor­re­spon­dent Joa­chim Frank als lebens­frem­de Prin­zi­pi­en­rei­te­rin beschimpft, der Kar­di­nal als rigo­ro­ser und men­schen­feind­li­cher Obe­re kari­kiert; er wür­de mit einer gehö­ri­gen Por­ti­on Abge­brüht­heit die Not der Frau­en über­ge­hen.

Das waren Schlag-Wor­te, Begriffs-Attacken, Phra­sen-Sti­che, die das christ­li­che Selbst­ver­ständ­nis der Kar­di­nals tref­fen soll­ten und sein Herz tra­fen. Nach die­sem media­len Nie­der-Schlag kurz vor Ende sei­ner Amts­zeit nahm er bedrängt den Rat eines „medi­zi­ni­schen Fach­manns“ an, der ihn mit fal­scher wis­sen­schaft­li­cher Sicher­heit einen ver­meint­li­chen Aus­weg aus sei­nem Dilem­ma zu wei­sen schien.

Bild: Rai­mond Spek­king

12 Kommentare

  1. Die Frank­fur­ter hät­ten ihren Preis bes­ser Mani­pu­la­ti­ons-Award genannt, die bei­den Preis­trä­ger und in ihrem Gefol­ge die ande­ren Main­stream-Medi­en haben ver­dreht, gelo­gen, mani­pu­liert und des­in­for­miert , um nur ja ihre Bot­schaft von der frau­en­feind­li­che Kir­che an den Leser zu brin­gen und Druck, auf die Kir­che aus­zu­üben, um die Aner­ken­nung der „Pil­le danach“ als Not­fall­me­di­ka­ment zu erzwin­gen. Jeder weiß inzwi­schen wie der betref­fen­de Fall abge­lau­fen ist, dass von der melo­dra­ma­tisch und trä­nen­reich beschrie­be­nen Abwei­sung der jun­gen Frau durch alle katho­li­schen Kran­ken­häu­ser mit nach­fol­gen­der unwür­di­ger Odys­see durch Kölns Kli­ni­ken nicht die Rede sein kann.
    Wäre die Not­ärz­tin, die die Vor­ga­ben für die Katho­li­schen Häu­ser genau kann­te, nicht auf Kra­wall aus­ge­we­sen, hät­te sie gar nicht erst demon­stra­tiv zuerst dort um Wei­ter­be­hand­lung ersucht- son­dern gleich eine städ­ti­sche Kli­nik ange­ru­fen, aber das wäre dann ja ganz ohne Empö­rungs­hype abge­gan­gen.

  2. Leo XIII zur Pres­se­frei­heit: „Eine unheil­vol­le, abscheu­li­che Frei­heit, wahr­haft zur Unter­drückung der Mas­sen.“

    Die Pres­se­frei­heit zeigt uns immer wie­der ihre häß­li­che Frat­ze. Es wird gelo­gen, kon­stru­iert, wich­ti­ge Details weg­ge­las­sen, sich lustig gemacht ganz im Sin­ne der Besit­zer der Pres­se­or­ga­ne (meist der NWO Ideo­lo­gie ver­fal­len). Die abso­lu­te Wahr­heit soll­te erste Pres­se­pflicht sein, aber wo ist sie zu fin­den?

    Wir wer­den über­häuft mit Irr­tü­mern. Nur ganz weni­ge mer­ken es. Die Mas­se lässt sich dage­gen auf­het­zen. Beson­ders belieb­tes Opfer ist die Römisch Katho­li­sche Kir­che. Und was macht unse­re gelieb­te Kir­che? Sie gibt ein jäm­mer­li­ches Bild ab. Sie ist unfä­hig sich zu weh­ren.

    Ganz im Sin­ne Charles Mau­rras: „Es gibt Schwä­chen, die tyran­nisch, Kraft­lo­sig­kei­ten die bös­ar­tig sind, und Besieg­te, die ver­die­nen, es zu sein.“

  3. Sehr gut recher­chier­ter Arti­kel! War­um bloß bekom­men immer die fal­schen die Prei­se? Ergän­zend darf ich auf die Iro­nie des Schick­sals hin­wei­sen, dass die angeb­lich neu­en „wis­sen­schaft­li­chen“ Erkennt­nis­se, die man Kar­di­nal Meis­ner weis­ge­macht hat, aus der Feder der Welt-Berufs-Abtrei­ber-Prä­si­den­tin stam­men. Sie­he http://b‑logos.de/?p=1141

  4. Eine „Ehrung“ für Durch­trie­ben­heit, Hin­ter­list und ver­bis­se­ner Kir­chen­feind­lich­keit. Ganz im Ein­klang mit dem „human gut­mensch­li­chen“ Kult des Todes. Haupt­sa­che „mehr­heits­ge­fäl­lig“. Das bedenk­lich schwa­che jour­na­li­sti­sche Niveau als Spie­gel­bild einer Gesell­schaft im Selbst­ver­göt­te­rungs­wahn. Der Preis „Frei­heit der Pres­se“ als schlech­ter Witz. Die gegen­der­ten Medi­en sind längst über­wie­gend Mario­net­ten der Abtrei­bungs- und Homo­lob­by. „Frei­heit“ nur solan­ge die „neue Weltor­dung“ nicht un Fra­ge gestellt wird. Wahr­heits- und Kir­chen­feind­lich­keit gehö­ren heu­te zu den „jour­na­li­sti­schen Grund­ei­gen­schaf­ten.“ Kar­rie­re ohne Drang­sa­lie­rung der Kir­che aus­ge­schlos­sen. Dafür sor­gen schon die frei­mau­re­ri­schen Fin­ster­lin­ge in den Chef­re­dak­tio­nen mit ihrer „frei­en Gesin­nungs-Dik­ta­tur“.

    Auf­schluss­rei­ches vom sich zum wah­ren Glau­ben bekehrt haben­de ehem. Frei­mau­rer Mau­rice Cail­let auf die Fra­ge, wel­chen Din­gen die Frei­mau­re­rei am mei­sten Auf­merk­sam­keit schen­ke:
    -
    „Die öffent­li­che Mei­nung zu beein­flus­sen.
    Vor allem zu den The­men, die die Frei­mau­re­rei auf poli­ti­scher Ebe­ne vor­an­trägt
    und die sie für wich­tig für ihre Plä­ne hält.
    Die Abtrei­bung: damals, als das Gesetz dis­ku­tiert wur­de,
    wur­de enor­mer Druck auf die Medi­en aus­ge­übt,
    um die Mei­nung der Mas­sen zu len­ken,
    aber noch mehr Druck wur­de auf die Poli­ti­ker der Rech­ten aus­ge­übt,
    die sich 1974 dann tat­säch­lich nicht mit Ent­schie­den­heit wider­setz­ten,
    sodaß das Gesetz ohne Pro­ble­me durch­ging.
    Heu­te sind die The­men:
    Homo-Ehe, Rela­ti­vis­mus, Liber­ti­na­ge, Ver­hü­tungs­mit­tel,
    Schei­dung, Hedo­nis­mus, Genuß­sucht, die Ableh­nung des Lei­dens.
    Der Mensch muß frei sein, sich dem Genuß hin­zu­ge­ben.
    Das ist die Bes­se­rung der Mensch­heit, auf die die Frei­mau­re­rei abzielt.“
    -
    Schon zu sei­ner Zeit ( Ende 19. Jahr­hun­dert) hat der Frei­mau­rer Baron Moses Mon­te­fio­ri (Blum­berg) auf einem „Inter­na­tio­na­len Ober­rat“ gefor­dert:
    -
    „Solan­ge wir nicht die Pres­se der gan­zen Welt in Hän­den haben, ist alles was ihr tut, ver­geb­lich; wir müs­sen die Zei­tun­gen der gan­zen Welt beein­flus­sen, um die Völ­ker zu täu­schen und zu betäu­ben.“

  5. Unter dem fol­gen­den Link fin­den wir die Sei­te der Loge „zum ewi­gen Dom“
    Logen­kul­tur: Zum Ewi­gen Dom http://www.zum-ewigen-dom.de/ueber-uns/logenkultur.html
    dort fin­den wir dann den Ein­trag:
    Was gut ist wird wei­ter gereicht: ein gehei­mes Rezept zur Her­stel­lung eines Duft­was­sers ( Eau-de-Colo­gne von Johann Maria Fari­na gegen­über dem Jülichs-Platz), die Kunst des Schau­spiels (die Fami­lie Mil­lo­witsch), das Her­aus­ge­ben von Zei­tun­gen (das Ver­lags­haus DuMont Schau­berg) …

    Also der Ver­lag DuMont Schau­berg, der Her­aus­ge­ber des Köl­ner Stadt­an­zei­gers ein Frei­mau­rer­blatt. Das erklärt sicher eini­ges.

  6. Die Pres­se­frei­heit hat nun schon immer 2 Sei­ten. Ein Teil schreibt die Wahr­heit und der ande­re halt nur Tei­le eines Gesche­hens, man läss­te wich­ti­ge und ent­schei­den­de Vor­komm­nis­se ein­fach uner­wähnt und so lässt sich geschickt eine „Wahr­heit“ zim­mern. Das Schlim­me ist jedoch, dass sich alle dann auf die Pres­se­frei­heit bzw. auf die Mei­nungs­frei­heit beru­fen. Und wenn es dann noch gegen die Katho­li­sche Kir­che geht, da sind nur Schlag­wor­te wich­tig. Wahr­heit ist im Kampf gegen die Kir­che nur hin­der­lich. Wenn man allein den Lügen­wald im Bezug auf Miss­brauch in der Kir­che bedenkt. Von der Oden­wald­schu­le wird in den Medi­en so gut wie nichts berich­tet, obwohl erst vor weni­gen Tagen wie­der Vor­fäl­le bekannt wur­den. Nein, da wird ver­schwie­gen.… Mit Lug und Trug ver­su­chen die Medi­en Stim­mung gegen die Kir­che und beson­ders gegen die tra­di­ti­ons­treu­en Gläu­bi­gen und Gemein­schaf­ten zu machen. Was ich jedoch als ein beson­de­res „Zei­chen“ sehe, ist der Tag der Ver­lei­hung! Am 16. Mai wird des hei­li­gen Johan­nes von Nepo­muk gedacht. Jener Hei­li­ger, der um der Wah­rung des Beicht­ge­heim­nis­ses grau­sa­me Mar­tern erdul­de­te und dann so miss­han­delt und gefes­selt in die Mol­dau gewor­fen wur­de. Der Hei­li­ge, der für die Wahr­heit Zeug­nis ableg­te!

    • @ Gre­go­ri­us, bei allem Respekt, aber daß über die jüng­sten Vor­fäl­le in der Oden­wald­schu­le „so gut wie nichts berich­tet“ wor­den ist, ist schlicht und ein­fach falsch.

      Die Zei­tun­gen, zumin­dest hier im Rhein-Main-Gebiet, ein­schließ­lich der über­re­gio­na­len Blät­ter wie FAZ und FR, haben aus­führ­lich dar­über berich­tet, zum Teil mit Hin­ter­grund­ar­ti­keln, auch Ver­tre­ter des Ver­eins der Opfer der Oden­wald­schu­le kamen zu Wort und heu­te wird über die For­de­rung eini­ger hes­si­scher Pol­ti­ker berich­tet, die Schu­le zu schlie­ßen.
      Mei­ner Mei­nung nach sind die aktu­el­len Fäl­le auch bei aller Scheuß­lich­keit nichgt so gra­vie­rend, wie die frü­her bekannt gewor­de­nen. Das schlägt sich auch im Umfang der Bericht­erstat­tung nie­der.

      Anson­sten kann ich mich über die Begei­ste­rung eini­ger für eine Wie­der­ein­füh­rung der Zen­sur nur wun­dern. Die Wahr­heit zu ver­dre­hen, oder Fak­ten weg­fal­len zu las­sen, ist kei­ne Eigen­schaft, die es nur bei Lin­ken gibt. Wer weiß, was über die Skan­da­le bei der Vati­kan­bank, die Cau­sa Tebartz-van Elst oder die Miß­brauchs­fäl­le in den Medi­en über­haupt berich­tet wor­den wäre, hät­te es die Zen­sur gege­ben und die Kir­che ein Recht, zu ent­schei­den, was „wahr“ ist, und damit über sie berich­tet wer­den darf.

  7. Sach­li­cher Bei­trag. Nicht zu ver­ges­sen: Joa­chim Frank hat auf­grund sei­ner eige­nen Vita ein gestör­tes Ver­hält­nis zur römisch-katho­li­schen Kir­che. Und die­sen Frust pro­ji­ziert er in sei­ne Arti­kel­chen hin­ein. Bedau­er­lich wie Bischö­fe ihm dabei noch Schüt­zen­hil­fe lei­sten, sie­he z.B. Bep­po Over­beck im besag­ten Werk „Wie kurie­ren wir die Kir­che?“ So bestimmt nicht.

  8. @Gerd Hengs­ber­ger
    Vie­len Dank für die­sen Hin­weis.
    Noch eini­ge Ergän­zun­gen:

    Das Fir­men­lo­go des Ver­lag­hau­ses Schau­berg-Dumont ist von frei­mau­re­ri­scher Sym­bo­lik durch­setzt.

    Die bun­des­wei­ten Ver­strickun­gen; aus dem „Bun­des­an­zei­ger“ Jah­res­be­richt 2006:
    -

    Wirt­schaft­lich mit Wir­kung zum Beginn des Geschäfts­jah­res 2006 haben die bei­den bis­he­ri­gen Mit­ge­sell­schaf­ter Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und Her­aus­ge­ber­ge­mein­schaft Wert­pa­pier-Mit­tei­lun­gen ihre Geschäfts­an­tei­le an den Gesell­schaf­ter DuMont Schau­berg bzw. ein Toch­ter­un­ter­neh­men von MDS über­tra­gen, das nun­mehr als Allein­ge­sell­schaf­ter sämt­li­che Geschäfts­an­tei­le hält.
    -

    „Bun­des­an­zei­ger“ 2008:
    -
    Die Bun­des­an­zei­ger Ver­lags­ge­sell­schaft mbH ist als Toch­ter­un­ter­neh­men in den Kon­zern­ab­schluss der M. DuMont Schau­berg Expe­di­ti­on der Köl­ni­schen Zei­tung GmbH & Co. KG ein­be­zo­gen, der im elek­tro­ni­schen Bun­des­an­zei­ger am 10. Dezem­ber 2008 ver­öf­fent­licht wur­de. Sie nimmt unter Bezug­nah­me auf den bereits ver­öf­fent­lich­ten Befrei­ungs­be­schluss die Befrei­ung nach § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch.

    Schliess­lich über die enor­me Ein­fluss­nah­me des frei­mau­re­ri­schen Ver­la­ges aus Wiki­pe­dia:
    -
    Der Ver­lag ver­fügt in der Köl­ner Medi­en­land­schaft über eine enor­me Mei­nungs­macht, da abge­se­hen von der Lokal­aus­ga­be der Bild-Zei­tung alle loka­len Tages­zei­tun­gen in Köln im Ver­lag M. DuMont Schau­berg erschei­nen. Die Inhal­te der Köl­ni­sche Rund­schau
     ver­ant­wor­tet Hel­mut Hei­nen
    , Prä­si­dent des Bund Deut­scher Zei­tungs­ver­le­ger
    . Zudem ist die Her­aus­ge­ber­fa­mi­lie ein fester Bestand­teil des Köl­ner Estab­lish­ments
    . Im Zusam­men­hang damit wird den Publi­ka­tio­nen des Ver­la­ges vor­ge­wor­fen, über städ­ti­sche Affä­ren und Skan­da­le (z.B. die Vor­fäl­le im Zusam­men­hang mit der Köl­ner Mes­se
     und dem Immo­bi­li­en­fond­s­in­itia­tor
     Josef Esch
     und der­Bank Sal. Oppen­heim
    ) nur ver­hält­nis­mä­ßig knapp und wenig inve­sti­ga­tiv zu berich­ten. Die­se Vor­wür­fe bestrei­tet der Ver­lag.

    Nach dem Zwei­ten Welt­krieg
     ging der Stadt-Anzei­ger nach dem Wie­der­erschei­nen 1949 als füh­ren­de Köl­ner Zei­tung aus einem har­ten Wett­be­werbs­kampf mit der 1946 gegrün­de­ten, der CDU nahestehenden„Kölnischen Rund­schau
    “ her­vor.
    1964 kam die Bou­le­vard­zei­tung
     „Express
    “ auf den Markt, die die Mono­pol­stel­lung
     der „Bild
    „in der Regi­on bre­chen konn­te.
    Nach der Deut­schen Wie­der­ver­ei­ni­gung
    erfolg­te die Über­nah­me der„Mitteldeutschen Zei­tung
    „. Das loka­le Kon­kur­renz­blatt „Köl­ni­sche Rund­schau
    „wur­de 1999 über­nom­men.
    Am 6. Juli 2005 hob das Ober­lan­des­ge­richt (OLG) Düs­sel­dorf das Veto des­Bun­des­kar­tell­amts
     auf. DuMont Schau­berg durf­te dar­auf­hin höhe­re Antei­le (2012: 18%) am Ver­lag des Bon­ner
     Gene­ral-Anzei­ger
     über­neh­men.
    2006 wur­den 50 Pro­zent der Antei­le und eine Stim­me der „Frank­fur­ter Rund­schau
    „von dem Medi­en­be­tei­li­gungs­un­ter­neh­men­Deut­sche Druck- und Ver­lags­ge­sell­schaft
    der SPD
     sowie alle Antei­le des­Bun­des­an­zei­ger
     Ver­lags über­nom­men. Am 13. August des­sel­ben Jah­res wur­den 25 Pro­zent der israe­li­schen Haa­retz-Grup­pe
     in Form einer Direkt­in­ve­sti­ti­on von 25 Mil­lio­nen Euro gekauft.
    Am 13. Janu­ar 2009 teil­te der Ver­lag mit, dass er die Akti­vi­tä­ten der Mecom Group
     in Deutsch­land übernimmt.[9]
     Dazu gehör­ten der Ber­li­ner Ver­lag
     mit der „Ber­li­ner Zei­tung
    „und die „Ham­bur­ger Mor­gen­post
    „. Mecom erziel­te nach eige­nen Anga­ben für die gesam­ten Publi­ka­tio­nen einen Ver­kaufs­preis von 152 Mil­lio­nen Euro.
    -

  9. Preis für „her­aus­ra­gen­de publi­zi­sti­sche Lei­stun­gen“. Sicher soll­te es: „her­aus­ra­gen­de pro­pa­gan­di­sti­sche Lei­stun­gen“ hei­ßen. Ist womög­lich Ver­se­hen?

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