„Kann es so dumme Bösartigkeit überhaupt geben?“ — Neuer Schlag gegen Franziskaner der Immakulata

Pater Stefano Maria Manelli Franziskaner der Immakulata(Rom) Der Apo­sto­li­sche Kom­mis­sar der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta zeig­te dem Orden erneut die har­te Faust. Pater Fidenzio Volpi, seit Juli 2013 von der Ordens­kon­gre­ga­ti­on zum Kom­mis­sar ernannt, mach­te dem Ordens­grün­der Pater Ste­fa­no Maria Manel­li ein „Geburts­tags­ge­schenk“ der beson­de­ren Art.

Manel­li, der bis zur kom­mis­sa­ri­schen Ver­wal­tung auch Gene­ral­mi­ni­ster des Ordens war, beging am 1. Mai sei­nen 81. Geburts­tag. Aus die­sem Anlaß woll­te er sich zum Mut­ter­haus des Ordens nach Fri­gen­to bege­ben, wo sei­ne Eltern, die Die­ner Got­tes Set­ti­mio und Licia Manel­li begra­ben sind und um dort eine Hei­li­ge Mes­se zele­brie­ren zu kön­nen. Der Kom­mis­sar ver­wei­ger­te ihm jedoch den Zugang. Pater Manel­li steht unter Haus­ar­rest und muß für jeden Orts­wech­sel beim Kom­mis­sar um Erlaub­nis bit­ten. Die­ser unter­sag­te ihm, das Grab sei­ner Eltern auf­su­chen zu dür­fen und am ersten Tag des Mari­en­mo­nats Mai dort die Hei­li­ge Mes­se fei­ern zu dür­fen. „Es scheint unglaub­lich, daß es eine so dum­me Bös­ar­tig­keit über­haupt geben kann, doch lei­der ist es wahr“, so Ris­cos­sa Cri­stia­na zum Vorfall.

Muß der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte bemüht werden?

Eini­ge Gläu­bi­ge über­le­gen eine Anzei­ge vor dem Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rech­te, wie die staat­li­che ita­lie­ni­sche Pres­se­agen­tur ANSA berichtete.
„Vie­le has­sen Pater Manel­li und den Orden der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta, der reich an Beru­fun­gen ist, weil die­se geweih­ten Brü­der und Schwe­stern in völ­li­ger Armut leben und ihren Blick auf Jenen rich­ten, der für unse­re Ret­tung ans Kreuz geschla­gen wur­de“, so Mes­sa in Lati­no. Das hart­näcki­ge Bemü­hen um per­sön­li­che Hei­li­gung in der Armut und Ein­fach­heit ande­rer Zei­ten, die anhäng­li­che Nach­fol­ge des hei­li­gen Franz von Assi­si und des hei­li­gen Maxi­mi­li­an Kol­be ließ bereits seit Jah­ren unter Ange­hö­ri­gen ande­rer Orden bis hin­ein in die Ordens­kon­gre­ga­ti­on Neid, Miß­gunst und tie­fe Abnei­gung gegen den fran­zis­ka­ni­schen und maria­ni­schen Orden von Pater Manel­li entstehen.

Unter Bene­dikt XVI., der dem Orden mehr­fach sein Wohl­wol­len zum Aus­druck brach­te, konn­ten die­se Kräf­te aber nicht gegen die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta vor­ge­hen. Um so schnel­ler schrit­ten sie nach der Wahl von Papst Fran­zis­kus zur Tat und schie­nen sich ihrer Sache ziem­lich sicher zu sein. Die Geneh­mi­gung der kom­mis­sa­ri­schen Ver­wal­tung durch den neu­en Papst gab ihnen Recht. Fran­zis­kus stimm­te nicht nur der kom­mis­sa­ri­schen Ver­wal­tung zu, son­dern beraub­te den Orden auch jeder Ein­spruchs­mög­lich­keit gegen die Maßnahmen.

Noch keine Geste von Papst Franziskus für Gemeinschaften der Tradition

Tat­säch­lich setz­te Papst Fran­zis­kus bis­her noch kei­ner­lei Geste des Wohl­wol­lens oder der Akzep­tanz gegen­über den Gemein­schaf­ten des Alten Ritus. Statt des­sen kri­ti­siert er immer wie­der und kryp­tisch einen „Neo-Pela­gia­nis­mus“, der als Schel­te an tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Katho­li­ken ver­stan­den wer­den kann. Papst Fran­zis­kus bleibt jedoch auch in sei­ner Kri­tik unscharf, sodaß zwar kei­ne siche­ren Schlüs­se dar­aus gezo­gen wer­den kön­nen,  sehr wohl aber ein Kli­ma bedient und geför­dert wird, das wenig tra­di­ti­ons­freund­lich ist. Tra­di­ti­ons­geg­ner füh­len durch den amtie­ren­den Papst den Rücken gestärkt.

Im Bild ein jun­ger römi­scher Stu­dent, der Pater Manel­li zum 81. Geburts­tag besuch­te. „Papst Fran­zis­kus, laß uns Dei­ne Stim­me hören! War­um fin­dest Du Zeit, den Orden zu maß­re­geln, aber kei­ne Zeit, Pater Manel­li und die abge­setz­te Ordens­lei­tung zu emp­fan­gen und anzu­hö­ren?“, so Ris­cos­sa Cri­stia­na.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Mes­sa in Latino

25 Kommentare

  1. Ist bekannt, dass die „Katho­li­sche“ Jun­ge Gemein­de ( „KJG“) in einem auf die aktu­el­le Euro­pa­wahl bezo­ge­nen Papier die kosten­lo­se Abtrei­bung für Jugend­li­che for­dert, damit sie ihre sexu­el­le Selbst­be­stim­mung auch wirk­lich aus­le­ben kön­nen? Das soll der­zeit laut Pro­pa­gan­da­ab­sicht der KJG (Bun­des­ebe­ne) in die Pfarr­grup­pen der KJG getra­gen und ver­wen­det wer­den. Daraif wird audrück­lich, wenn auch wohl nicht in Kennt­nis des­sen, ver­wie­sen auf http://www.katholisch.de, das sich als „das Inter­net­por­tal der katho­li­schen Kir­che in Deutsch­land“ bezeichnet.

  2. Die­se bös­ar­ti­ge Dumm­heit ist unbe­greif­lich. In eige­nem Inter­es­se müss­te die Ordens­kon­gre­ga­ti­on die­sen Kom­mis­sar Volpi erset­zen. Wie tief muss der Hass sein, der die­sen Mann beherrscht?

    • „Die­ser Mann..“ Volpi ist doch nur der aus­füh­ren­de Arm und könn­te nie­mals so empö­rend bru­tal und unmensch­lich zuschla­gen, wenn es ihm nicht von höhe­rer und höch­ster Stel­le so auf­ge­tra­gen wäre. Volpi ist doch in die­sem wider­li­chen Schach­spiel ideo­lo­gi­schen Macht­er­halts nur der dum­me Bau­er, der sei­nen Namen für ande­re beschmutzt. Und der Herr Papst macht sich nur mehr lächer­lich und unglaub­wür­dig, wenn er unab­läs­sig von der Zärt­lich­keit und Barm­her­zig­keit Got­tes flö­tet, dabei aber Jako­bi­ner­me­tho­den an sei­nen Kon­gre­ga­tio­nen duldet.

  3. eine unglaub­li­che ver­hee­ren­de Ent­wick­lung um die­sen ver­dien­ten Orden.Was invi­dia cle­ri­ca­lis und ava­ri­tia monacha­lis alles vermögen.Als jun­ge Ordens­per­son woll­te ich vor 50 Jah­re einen theo­lo­gi­schen Trak­tat dar­über schrei­ben, was Gott gedankt ver­hin­dert wur­de und mir dadurch wohl viel Fege­feu­er erspart hat,Aber es bleibt mir bezüg­lich die­ser cau­sa wie­der­mal die ket­ze­ri­sche Fra­ge :wel­cher Geist ist bei die­ser Sache Pate gestan­den? Urban VI ?

  4. Die­ses Ver­bot, das Grab der Eltern zu besu­chen und damit auch die Zele­brsti­on der Hl. Mes­se am Begräb­nis­ort zu ver­hin­dern, ist eine skan­da­lö­se Ungerechtigkeit.
    Ich fra­ge mich immer wie­der, ob jemand wirk­lich glaubt, dass Papst Franz nichts davon weiß.
    Mei­ne Über­zeu­gung ist, dass er genau über das infor­miert ist, was den Fran­zis­ka­nern der Imma­cu­la­ta geschieht.
    Wenn das die Barm­her­zig­keit des Pap­stes ist, dann möch­te ich sei­ne Unbarm­her­zig­keit nicht kennenlernen.
    Unter­schrif­ten­ak­tio­nen hel­fen nichts. Hier hilft nur, den Gehor­sam zu verweigern.

    • Ich mei­ne nicht, dass Gehor­sams­ver­wei­ge­rung hier eine gute Lösung wäre. Es wür­de nur bedeu­ten, in die gestell­te Fal­le tappen.
      War­um drin­gen die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta nicht auf eine Über­prü­fung, ob das Vor­ge­hen gegen sie rech­tens ist? Dass ihnen prak­tisch die Zele­bra­ti­on der Alten Mes­se ver­wehrt wird — ist das nicht eine Ver­let­zung von Summorum pon­ti­fi­cum? Dass ihr Orden zer­schla­gen wird — ist das nicht gegen das Kir­chen- und Ordensrecht?
      War­um beschrei­ten sie nicht den recht­li­chen Dienst­weg? War­um appel­lie­ren sie nicht an Papst Franziskus?
      Wenn Pater Manel­li gegen Volpis Ver­bot han­delt, wer­den die Fein­de des Ordens auf­schrei­en: sehr, was für Rebel­len das sind, seht, was für ein Anstif­ter zum Unge­hor­sam der Ordens­grün­der ist!
      Das Grund­pro­blem sehe ich dar­in, dass die­ser Orden von Anfang an die unge­rech­ten Maß­nah­men gegen ihn hin­ge­nom­men und nicht sich mit Rechts­mit­teln gewehrt hat.
      Da nut­zen auch kei­ne Unter­schrif­ten­ak­tio­nen, so gut sie gemeint sind. (Ich habe auch unter­schrie­ben, nutz­lo­ser­wei­se.) Ent­we­der das Vor­ge­hen gegen die Imma­ku­la­ta-Brü­der ist rech­tens, dann ist es nicht, die Obrig­keit mit Kam­pa­gnen unter Druck zu set­zen, oder es ist nicht rech­tens und unge­recht, dann muss die Cau­sa ener­gisch durch­ge­foch­ten und auf Recht und Gerech­tig­keit gedrun­gen werden!

  5. Selbst unab­hän­gig davon, dass es sich bei Pater Manel­li um den Grün­der des Ordens han­delt — allein schon einem alten Mann den Besuch des Gra­bes sei­ner Eltern zu ver­wei­gern, ist für sich gese­hen schon eine enor­me Lieb­lo­sig­keit, abso­lut unsen­si­bel und schockie­rend unmenschlich.
    Dazu kommt noch das Ver­bot der Zele­bra­ti­on der Hei­li­gen Messe.
    Wie gna­den­los und selbst­ge­recht ist die­ser Pater Volpi!
    Er muss sich sehr sicher füh­len, wenn er so ent­schie­den hat.

    • Genau so sehe ich das auch. Ich ver­ste­he außer­dem nicht wie­so Ber­go­glio alles Alte abschaf­fen möch­te, wo doch die Kir­che, wenn sie nicht mehr kon­ser­va­tiv ist, sich schritt­wei­se selbst auf­gibt. Jesus sag­te doch in Mat­thä­us 5, 18–19:

      18 Amen, das sage ich euch: Bis Him­mel und Erde ver­ge­hen, wird auch nicht der klein­ste Buch­sta­be des Geset­zes ver­ge­hen, bevor nicht alles gesche­hen ist.

      19 Wer auch nur eines von den klein­sten Gebo­ten auf­hebt und die Men­schen ent­spre­chend lehrt, der wird im Him­mel­reich der Klein­ste sein. Wer sie aber hält und hal­ten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

      • dafür ist er ja auf den Stuhl Petri gehieft wor­den — um der von innen her­aus zer­stör­ten Kir­che den letz­ten Stoß zu geben…aber er hat die Rech­nung ohne den Herrn gemacht.

  6. Man soll­te die welt­li­che Gerichts­bar­keit her­aus­hal­ten, es gilt zurecht das Wort des Apo­stels Pau­lus: „Bringt es einer von Euch, der einen Rechts­streit mit dem ande­ren hat, über sich, sein Recht bei den Unge­rech­ten zu suchen statt bei den Hei­li­gen? Wißt ihr denn nicht, daß die Hei­li­gen die Welt rich­ten wer­den? Und wenn die Welt von Euch gerich­tet wird, seid Ihr da nicht zustän­dig in den gering­fü­gig­sten Rechtssachen?“
    Korin­ther­brief, 6. Kapitel

    • Sie haben recht: die staat­li­che (und oft­mals anti-kirch­li­che) Gerichts­bar­keit soll­te her­aus­ge­hal­ten wer­den. Das wür­de noch weit mehr Scha­den verursachen.
      Papst Fran­zis­kus soll­te nun­mehr han­deln, damit das Trei­ben gegen die Fran­zis­ka­ner end­lich aufhört.

  7. Was ist eigent­lich in unse­rer Kir­che los?
    Angeb­lich tele­fo­niert Franz I. mit wie­der­ver­hei­ra­te­ten Kiosk­be­sit­zern im Zuge einer all­ge­mei­nen Barm­her­zig­keit der­weil sich ande­re „Her­ren“ wie zu Zei­ten Sta­lins verhalten…
    Ich fas­se es nicht!

  8. Es nützt uns nichts, wenn wir nun immer wei­te­re Jahr­zehn­te dar­über spe­ku­lie­ren, wie denn das alles sein kann, uns wun­dern, ent­set­zen, jam­mern, und dann wie­der „dif­fe­ren­zie­ren“, um die armen Päp­ste, die viel­leicht gar nicht anders kön­nen, zu unter­stüt­zen, v.a. wenn sie von „fal­scher Sei­te“ aus ange­grif­fen werden…
    Es hilft alles nichts, und man kann es immer wie­der nur wie­der­ho­len: seit Johan­nes XXIII. haben wir inkon­si­sten­te Cha­rak­te­re auf dem Stuhl oder mei­net­we­gen neben dem Stuhl Petri. Nur sol­che Cha­rak­te­re sind geeig­net, ein sol­ches Ver­wirr­spiel zu spie­len. Ein ech­ter Stell­ver­tre­ter Chri­sti dürf­te nie­mals inkon­si­stent sein.
    Aber trö­sten wir uns doch mit der Fehl­bar­keit der Päp­ste! Sagen wir uns doch: ach, so ein Papst ist doch auch nur ein Mensch, dem Jacke näher ist wie Hose, des­sen Herz vol­ler Hass steckt, der macht­gie­rig und fei­ge ist. Ja, wir sind ja gut instru­iert, auch von from­mer Sei­te, nun alle Augen zuzu­drücken und sol­che Män­ner anzu­er­ken­nen und zu behan­deln, als wäre sie ER, wie es einem Papst eigent­lich zukom­men sollte.
    Und so machen wir wei­ter und wei­ter, und wenn sie nicht gestor­ben sind, dann leben sie noch heu­te. Fragt sich nur wo?

    Dabei gilt: wer so etwas tut oder zulässt, wie oben beschrie­ben, ist ein rei­ßen­der Wolf und han­delt im Auf­trag des Rudels. Gestern hat­ten wir das Evan­ge­li­um von den rei­ßen­den Wölfen.

    • Der neue Kurs der Kon­zils- und Nach­kon­zils-Päp­ste ist nicht ihrem Cha­rak­ter geschul­det, son­dern sol­che Päp­ste wur­den gewählt und ein­ge­setzt, die den neu­en Kurs weiterfuhren.
      Sehen wir die Lage als Prü­fung unse­res Wil­lens zur Wahr­heit, als Her­aus­for­de­rung an unse­re Red­lich­keit, aber auch unse­ren Intel­lekt an! Ver­su­chen wir, die wirk­li­chen Ursa­chen der Gescheh­nis­se zu ergründen!
      Hat­te Joseph Ratzinger/ Papst Bene­dikt XVI. in gewis­ser Wei­se recht, dass kein Bruch zwi­schen vor­her und nach­her besteht? Offen­kun­di­ge Brü­che fan­den statt in der Lit­ur­gie, der Glau­bens­leh­re, der Moral… Aber viel­leicht ist die Kon­ti­nui­tät ja woan­ders zu suchen und dort tat­säch­lich gegeben?
      Wie konn­te es denn zur heu­ti­gen Lage kom­men? Lie­gen die Ursa­chen nur in Abwei­chun­gen von einer rich­ti­gen Kir­che, die bis Vati­ca­num II Bestand gehabt hät­te, hin einer fal­schen; von gläu­bi­gen Päp­sten hin zu ungläu­bi­gen; von guten Cha­rak­te­ren hin zu schlechten?
      Wur­de die Kurs­än­de­rung 1962–65 in den Augen der dama­li­gen Kir­chen­füh­rung (ich stel­le mir ein klei­nes, inof­fi­zi­el­les, aber mäch­ti­ges katho­li­sches Gre­mi­um vor) not­wen­dig, um ein altes Ziel mit neu­en Mit­teln zu errei­chen? War die Kurs­än­de­rung ein stra­te­gi­scher Wech­sel, weil mit dem bis­he­ri­gen Kurs das Ziel nicht mehr erreich­bar war?
      Vom über­na­tür­li­chen Gesichts­punkt, sub spe­cie aeter­ni­ta­tis kön­nen die Jahr­zehn­te seit dem Kon­zil als zuneh­men­der Glau­bens­ab­fall gedeu­tet wer­den, der in die gro­ße Apost­asie (2 Thess; Offb) mün­den kann, wenn vor­her kei­ne gro­ße Umkehr geschieht.
      Aber ließ sich die katho­li­sche Kir­che denn immer nur von über­na­tür­li­chen Moti­ven lei­ten? War sie seit den Kai­sern Kon­stan­tin und Theo­dosi­us nicht immer wie­der gefähr­det, auch ein Reich von die­ser Welt sein zu wol­len? Stich­wör­ter: Staats­kir­che, Kon­stan­ti­ni­sche Schen­kung, pseu­doisi­do­ri­sche Dekre­ta­len, Bul­le Unam sanc­tam, Über­ord­nung des sacer­do­ti­um über das regnum im Hoch­mit­tel­al­ter bis zum Anspruch der Päp­ste auf Welt­herr­schaft, Jesui­ten­or­den, moder­ne Konkordate, …
      Mir scheint, ein Schlüs­sel zum Ver­ständ­nis der römi­schen „Poli­tik“ seit Papst Pius XII. sind die macht­vol­len –teils öffent­li­chen, gro­ßen­teils aber geheim­hal­te­nen, hin­ter­grün­di­gen und unter­grün­di­gen– Bestre­bun­gen zur Schaf­fung eines Welteinheitsstaates.
      Um die Welt heu­te zu ver­ste­hen, muss man fra­gen: Wer hat Inter­es­se an einem Welt­ein­heits­staat? Wie wol­len die inter­es­sier­ten Grup­pen einen sol­chen gestal­ten? Was unter­neh­men sie, um ihn in ihre Kon­trol­le zu bekom­men? (Dabei sind grob mate­ri­el­le Inter­es­sen eben­so im Spiel wie reli­giö­se Pro­phe­tie und Uto­pie.) Wel­che Reli­gio­nen stre­ben von ihrem Wesen aus zur Weltherrschaft?
      Eine simp­le Fra­ge zum Schluss: War­um emp­fan­gen die Päp­ste UN-Sekre­tä­re und ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­den­ten, wenn sie ihnen nicht, wie die hll. Apo­stel es taten, Jesus Chri­stus verkündigen?
      H i e r muss man m.E. nach­boh­ren, wenn man begrei­fen will, was in Rom abgeht. Dann könn­te Fran­zis­kus sich auf ein­mal als logi­scher Nach­fol­ger von Bene­dikt herausstellen…

      • „Hat­te Joseph Ratzinger/ Papst Bene­dikt XVI. in gewis­ser Wei­se recht, dass kein Bruch zwi­schen vor­her und nach­her besteht? “

        Das hat Ratz­in­ger so nie behaup­tet, im Gegen­teil: er hat den Bruch in der Kon­zils­in­ter­pre­ta­ti­on dia­gno­sti­ziert und auf­ge­ru­fen, die­sen Buch durch eine „Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät“ zu über­win­den. Ob eine Kon­ti­nui­tät jedoch letzt­lich über­haupt besteht, hät­te sich in die­sem Pro­zess von selbst her­aus­ge­stellt. Ich den­ke, dass die­se „Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät“ nur ein Theo­rem war, mit des­sen Hil­fe er die Kon­zils-ver­/­be-ses­se­nen behut­sam zum Licht der Erkennt­nis füh­ren woll­te. Ich inter­pre­tie­re Bene­dikt noch immer so, dass es ihm eigent­lich um die Über­win­dung des Kon­zils unter Ver­mei­dung neu­er Brü­che ging. Ver­stan­den hat ihn und sei­ne Absicht wohl nie­mand, am aller­we­nig­sten die soge­nann­ten Tra­di­tio­na­li­sten, die ja irrea­ler Wei­se vol­ler Unge­duld die Kon­ter­re­vo­lu­ti­on, sprich die Abschaf­fung des Kon­zils von ihm ver­lang­ten und erwar­te­ten. Das war auch nicht red­lich. Und nun haben wir den jesui­ti­schen Salat.

      • @ Leo Lämmlein

        „Cha­rak­ter“ kann auch ein Pro­to­typ oder Spie­ler sein…
        Auch wenn Päp­ste nicht immer net­te Män­ner und manch­mal auch mora­lisch total ver­kom­me­ne Gesel­len waren und ihre Macht­spie­le trie­ben, soll­te doch eines nicht aus den Augen ver­lo­ren werden:
        Wenn ein Rodri­go Bor­gia hur­te und mor­de­te, dann ist das sehr schlimm — es sind Tod­sün­den. Aber er ver­leg­te sich völ­lig auf poli­ti­sche Macht­spie­le und die Befrie­di­gung nied­ri­ger, per­sön­li­cher Trie­be. Er trat nicht als spi­ri­tu­el­le Gestalt auf.
        Und das ist der sprin­gen­de Punkt!
        Wir hat­ten schlech­te Päp­ste, aber ihre Schlech­tig­keit waren schlech­te Nei­gun­gen, Feig­heit und Machtgier.
        Kei­ner trat aber als geist­li­cher Füh­rer auf und ver­such­te aus eige­nem Antrieb, die Leh­re umzukrempeln.
        Wir hat­ten jedoch noch viel mehr sehr gute Päp­ste, die wirk­li­che Hir­ten waren — das war und ist der Normalfall.
        Es geht nicht ums „Men­scheln“. Es geht um die bewuss­te Abkehr vom über­lie­fer­ten Glau­ben nicht nur pri­vat, son­dern als Hir­te für die gan­ze Kirche.
        Ich weiß, dass vie­le fas­zi­niert sind von Spe­ku­la­tio­nen dar­über, wer wohl im Hin­ter­grund die Dräh­te zieht.
        Das ist jedoch nicht unse­re Auf­ga­be, dar­über zu spe­ku­lie­ren: ent­we­der man weiß etwas sicher oder eben nicht. Gerüch­te­kü­che ist immer eine Problemverstärkung.
        Man muss von dem aus­ge­hen, was man ratio­nal wahr­neh­men kann oder was einem viel­leicht in einer begna­de­ten Schau zur Kennt­nis kommt (dies aber immer mit Vor­sicht und Zurück­hal­tung behandelt).

        Man kann nur immer wie­der kon­sta­tie­ren: den Päp­sten fehl­te seit dem Kon­zil die inne­re Kon­si­stenz. Ihr Han­deln ist nicht grad­li­nig, auch wenn man unter­stellt, dass sie bewusst einer Zer­stö­rungs­ab­sicht folg­ten und sich auf ein Ver­wirr­spiel ein­lie­ßen, um die­se Absicht zu kaschieren.

        Und zum Schluss: die­se Apost­asie ist schon da. Was wol­len Sie mehr? Noch nie gab es einen glo­ba­len Abfall die­ser Art, konn­te es auch nicht geben, weil die Welt ja erst zuneh­mend mit dem Chri­sten­tum in Berüh­rung gekom­men war. Noch nie haben Päp­ste in einer so lan­gen Abfol­ge von Jahr­zehn­ten Stein um Stein die Leh­re ver­dreht und zer­stört — und das ist was ande­res, alds Land­stücke zu ergau­nern oder eine Mätres­se im Bett zu haben. Wäh­rend erste­res pri­va­te Ver­ge­hen sind, die der jewei­li­ge Pon­ti­fex allei­ne aus­ba­den wird in der ande­ren Welt, hat letz­te­res eine unmit­tel­ba­re Aus­wir­kung auf den Glau­ben und das See­len­heil (!!!) ALLER.

      • @Leo Laemm­lein:

        Ich glau­be, Sie spre­chen sehr Beden­kens­wer­tes an. Natür­lich geht es in die­sem Kon­text — um etwas kon­kre­ter zu wer­den — zu guten Tei­len auch um die Frei­mau­re­rei. Wobei die Fra­ge der Nähe gera­de Johan­nes XXIII. (und Paul VI.) zu ihr sicher kei­ne müßi­ge Spe­ku­la­ti­on, son­dern von vital­stem Inter­es­se ist. Natur­ge­mäß ist dies­be­züg­li­che Recher­che schwie­rig, und nicht ein­fach ist es, seriö­se Infor­ma­ti­on und Gerüch­te aus zwei­ter Hand zu unterscheiden.
        Ich kann Ihnen nur zustim­men: „Sehen wir die Lage als Prü­fung unse­res Wil­lens zur Wahr­heit, als Her­aus­for­de­rung an unse­re Red­lich­keit, aber auch unse­ren Intel­lekt an! Ver­su­chen wir, die wirk­li­chen Ursa­chen der Gescheh­nis­se zu ergründen!“

  9. wer­te zeitschnur
    Sie haben ja in vie­lem Recht.
    Nur was sol­len wir tun?
    Wie schon öfter aus­ge­führt, hat Chri­stus sei­ner Kir­che, mit­samt ihren Ämtern, Dau­er ver­hei­ßen und das, obwohl er als der Sohn des all­mäch­ti­gen und all­wis­sen­den Got­tes, der ja auch sel­ber Gott und somit all­mäch­tig und all­wis­send ist, gewusst haben muss, was in den Jah­ren 1964ff in sel­bi­ger Kir­che gesche­hen wird.
    Und dazu kommt, was Sie, wer­te Zeit­schnur, auch immer wie­der beto­nen, dass in der Zeit des Kon­zils Din­ge sicht­bar gewor­den sind, die schon seit lan­gem im Gebälk der Kir­che nisteten.
    Es also nicht so, ist, das bis zum Kon­zil alles wun­der­voll und gut war, son­dern vie­les von dem Unfug, der nach­kon­zi­li­ar Gestalt wur­de, schon vor­her gedacht wur­de, nur durch die Stren­ge der Lit­ur­gie sozu­sa­gen nicht das Bild der Kir­che bestim­men konnte.

    Sorum gese­hen ist, dass was Sie immer so ver­ach­tungs­voll schreiben:
    (Ich zitiere)
    Aber trö­sten wir uns doch mit der Fehl­bar­keit der Päp­ste! Sagen wir uns doch: ach, so ein Papst ist doch auch nur ein Mensch, dem Jacke näher ist wie Hose, des­sen Herz vol­ler Hass steckt, der macht­gie­rig und fei­ge ist. Ja, wir sind ja gut instru­iert, auch von from­mer Sei­te, nun alle Augen zuzu­drücken und sol­che Män­ner anzu­er­ken­nen und zu behan­deln, als wäre sie ER, wie es einem Papst eigent­lich zukom­men sollte.

    ein­fach die Wahrheit.
    Das Wun­der der Kir­che besteht dar­in, dass es sie trotz der Tat­sa­che, dass auch ver­gan­ge­nen Päp­ste das Hemd näher war als die Jacke, es die Kir­che immer noch gibt.
    Es gibt nun mei­nes Erach­tens 2 Mög­lich­kei­ten mit die­ser Tat­sa­che umzu­ge­hen. Das eine ist ein „ist schon immer gut gegan­gen“, „war schon immer so“, „die Kir­che hat das schon immer über­lebt“ also ein Kon­sta­tie­ren des sta­tus quo mit der Fol­ge die Hän­de in den Schoß zu legen, so wei­ter zu machen in gut­bür­ger­li­cher Gemüt­lich­keit, wie bis­her und den lie­ben Gott einen guten Mann sein zu lassen.
    Das ande­re ist die Ver­zweif­lung, das Ver­wer­fen der Kir­che, die ein­fach in der katho­li­schen Kir­che „ist“, wegen der Her­ren die Hir­ten und Ober­hir­ten, fast möch­te man sagen, spie­len und es nicht sind.
    Ich glau­be erst in dem Moment wo wir alle an dem Zustand der Kir­che anfan­gen zu lei­den. Und in die­ser gekreu­zig­te Kir­che Chri­stus sehen; ohne zu über­se­hen, dass die Kir­che sich in einem gewis­sen Sinn ganz von sel­ber in die­se aus­sichts­lo­se Lage, wo sie kaum mehr atmen kann und sich nicht mehr bewe­gen kann (was ja in einem gewis­sen Sinn, der Zustand eines gekreu­zig­ten ist), gebracht hat.
    Genau dann wird Gott uns eine Tür aus dem Dile­ma öff­nen und das ist es, was uns Maria lehrt, das Aus­har­ren unter dem Kreuz.

    • Mir geht es nicht dar­um, die Hoff­nung und den Glau­ben aus­zu­schlie­ßen — das wäre falsch verstanden.
      Es geht dar­um, sich mit der Situa­ti­on scho­nungs­los und red­lich aus­ein­an­der­zu­set­zen und nicht stän­dig immer neue Schlupf­lö­cher zu ent­decken, um sich die Lage schön­zu­re­den und erträg­lich zu machen.
      Das ist Vogelstraußpolitik.
      Ich ver­wer­fe doch nicht die Kir­che! Aber ich bin auch nicht bereit, etwas „Kir­che“ zu nen­nen, was nicht Kir­che ist. Es ist eben nicht im geist­li­chen Innen­raum der Kir­che alles „über­wu­chert“, wie einer mal mein­te. Das kann näm­lich nicht sein:
      Die Kir­che ist — geist­lich gese­hen — eine Braut ohne Flecken und Run­zeln (Schrift­wort!).
      Die Braut wur­de ver­bannt und ande­re geben sich für sie aus. Ich bin nicht bereit, die­se Falsch­mün­zer geist­lich anzuerkennen.
      Und der Herr wird die ver­bann­te Braut ret­ten — nicht die Fast­nachts­ge­stalt, die so tut, als sei sie Braut.
      Mir geht es eher dar­um, zu ver­deut­li­chen, dass wir auf­wa­chen und uns nicht wun­dern, wenn wir ent­we­der in den Main­stream abge­rutscht sind trotz ach so gro­ßer Tra­di­tio­na­li­tät, oder aber mit die­ser Braut ver­bannt werden.
      Die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta füh­ren das als Avant­gar­de vor, bzw. sie fol­gen bereits vie­len klei­ne­ren Klö­stern und Prie­stern nach, die von die­ser fal­schen Braut bereits schon lan­ge ver­bannt wor­den sind.
      Man kann nicht zwei­en Her­ren dienen.

      • So sehr Sie recht haben, wer­te zeit­schnur, aber die Kir­che ohne Flecken und Run­zeln das ist die tri­um­phie­ren­de Kir­che in Himmel!
        Hier auf Erden haben wie die strei­ten­de Kir­che, naja und die sieht grad so aus, als wür­de sie unter­lie­gen und im Todes­kampf liegen.
        Wenn Sie behaup­ten, dass die wah­re Kir­che ver­bannt wur­de, dann müss­te die­se aber irgend­wo zu fin­den sein.
        Wenn ich aber so anfan­ge zu den­ken, gelan­ge ich in Teu­fels Küche!
        So bleibt nur die Idee, dass die Kir­che gewor­den ist wie „die ver­las­se­ne Hüt­te im Gur­ken­feld“ und dergleichen.
        Es ist übri­gens biblisch anzu­neh­men, dass der Kir­che von Gott her ein Zufluchts­ort in der Wüste berei­tet wer­den wird, und ihr von Gott! die Flü­gel ver­lei­hen wer­den dahin zu fliehen.
        Das Haus voll Glo­rie ist jedoch nicht biblisch.
        Wie gesagt, die Lage ist schreck­lich und das Anbie­dern udn Ein­knicken von Bischö­fen udn Kar­di­nä­len an den udn vor dem Main­stream teil­wei­se nicht zum Aus­hal­ten, aber wenn wir die Schrift ernst neh­men, so ist es nicht wei­ter ver­wun­der­lich, steht alles schon geschrieben.
        Oder mei­nen Sie das Wort Chri­sti“ Ver­zweif­le nicht du klei­ne Her­de!“ hät­te nicht immer und immer durch alle Zei­ten hin­durch sei­ne Gültigkeit?

        • Chri­sti Wort heißt: „Fürch­te dich nicht, du klei­ne Herde!“
          Es gibt kei­ne zwei Kir­chen — eine drecki­ge, ram­po­nier­te auf Erden und eine ohne Flecken und Run­zeln im Him­mel. Auch die eccle­sia mili­tans ist ohen Flecken und Run­zeln. Dass sie kämpft, beschmutzt sie mora­lisch doch nicht!
          Wenn wir schon mit dem Begriff „biblisch“ kom­men wol­len (das ist eigent­lich pro­te­stan­ti­scher Jar­gon, denn „biblisch“ gibt es nicht ohne die Aus­le­gungs­ge­walt des Lehr­amts — 1. Vati­ca­num, lesen Sie die bei­den Dekrete!)
          Ich sprach auch nicht von einem „Haus vol­ler Glo­rie“, nur ganz nebenbei. 

          Sie haben recht — wo ist die ver­bann­te Kir­che? Man kann da ins Schleu­dern kom­men. Tat­sa­che ist aber, dass man alle die­je­ni­gen, die an der alten Leh­re fest­hal­ten wol­len, nach und nach ver­bannt, teil­wei­se sogar durch regel­rech­te Exkom­mu­ni­ka­tio­nen oder Sus­pen­die­run­gen (v.a. Prie­ster) oder ech­te ört­li­che Ver­ban­nun­gen. Wenn Sie die Sache von daher anse­hen, ist es nicht mehr so schwie­rig, die wah­re Braut zu ent­decken… Die ech­te Braut heißt zum Bei­spiel: Fran­zis­ka­ner der Imma­cu­la­ta, vie­le der Vagan­ten­prie­ster, deren Schick­sa­le kei­nen krat­zen, auch nicht die Pius­bru­der­schaft, die selbst mit Hand ange­legt hat, sie zu ver­ban­nen, ja schau­en Sie hin, da gibt es die vie­len Sprach­lo­sen, die in den Gemein­den nicht mehr hei­misch sein kön­nen, weil ihre Lie­be zu IHM täg­lich belei­digt wird udn sie mit IHM ver­stummt sind.
          Ehr­lich gesagt, nein, es ist nicht schwer, die wah­re Braut zu ent­decken, wenn man sie nicht wie­der in ideo­lo­gi­schen Zir­keln ver­mu­tet, die mili­tä­risch orga­ni­siert sind. Denn eines trifft zu: die Braut und ihre Kin­der sind ver­streut, ver­streut zu fin­den: das ist die­se Wüste…

          • Lie­be @zeitschnur, ich sehe die „ech­te Braut“, wie Sie, gera­de in den ein­sa­men glau­bens­treu­en Gemein­de­prie­stern, die meist von einem feind­li­chen Umfeld umge­ben sind; und auch gegen­über den „Vagan­ten­prie­stern“ habe ich gro­ßen Respekt, von den Fran­zis­ka­nern der Imma­ku­la­ta ein­mal gar nicht zu spre­chen. Aber es wäre falsch und selbst schon wie­der eine Art Ideo­lo­gie, das Katho­lisch­sein im ech­ten Sin­ne etwa nur denen zuzu­ge­ste­hen, die sich am stärk­sten ver­folgt oder ver­las­sen sehen. Ihnen gilt unser größ­tes Mit­ge­fühl, das ist sicher! Aber auch in den Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten und der Pius­bru­der­schaft gibt es Prie­ster, die Sie kei­ner fal­schen Ideo­lo­gi­sie­rung ankla­gen kön­nen. So wie in den Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten man­che Prie­ster sind, die dem 2. Vati­ka­num kri­tisch gegen­über ste­hen, wenn­gleich Sie ihre Kri­tik sub­ku­tan hal­ten müs­sen, so hat auch nicht jeder Pius­bru­der aprio­ri eine ideo­lo­gisch ver­eng­te Zerr­bril­le auf.

            Wir soll­ten uns hüten, zusätz­li­che vir­tu­el­le „Front­li­ni­en“ zu zeich­nen, wo doch die rea­len schon zu aus­ge­prägt sind. Am Bild Pfar­rer Milchs (der sowe­nig mein „Held“ ist wie Erz­bi­schof Lef­eb­v­re) lässt sich aber nicht rüt­teln: Der Innen­raum die­ser unse­rer einen katho­li­schen Kir­che ist besetzt und über­wu­chert. Den Beset­zern aus Glau­bens­tie­fe zu wider­ste­hen, das ist die Auf­ga­be: ob „mit­ten drin“, wie die weni­gen tra­di­ti­ons­treu­en Gemein­de­prie­ster oder ein Orden wie die FdI, ob mehr gegen die Rän­der (bzw. Kir­chen­mau­ern), wie die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten und die FSSPX, oder eben „am Ran­de“ (von dem manch beson­ders schar­fer Blick gelin­gen mag) wie die „Vagan­ten­prie­ster“. Ja, selbst die Sedis­va­kan­ti­sten sind, gegen ihren Wil­len, noch in die­sem Innen­raum, der eben kei­ne Türen kennt, es sei denn, virtuelle.

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