Neokatechumenaler Weg sieht liturgische Sonderformern erneut von Papst Franziskus bestätigt

Kiko Argüello: Papst läßt erneut liturgische Sonderformen des Neokatechumenalen Wegs bestätigen(Rom) Der Neo­ka­techu­me­na­le Weg (CN) zeigt sich gegen­über Papst Fran­zis­kus über­schweng­lich dank­bar. Der neue Papst hat­te kurz nach sei­ner Wahl die von Bene­dikt XVI. ein­ge­lei­te­te Unter­su­chung der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on gegen lit­ur­gi­sche Son­der­we­ge des Neo­ka­techu­me­nats ein­stel­len las­sen. Die von Kiko Argüel­lo gegrün­de­te Neue Gemein­schaft betrach­te­te ihre lit­ur­gi­schen Beson­der­hei­ten damit als bestätigt.

Am ver­gan­ge­nen 1. Febru­ar, als es zu einer Begeg­nung zwi­schen der Gemein­schaft und dem Papst in der gro­ßen Audi­enz­hal­le des Vati­kans kam, sprach Fran­zis­kus aller­dings eine drei­fa­che Ermah­nung aus. Er erwähn­te dabei nicht aus­drück­lich die Lit­ur­gie, for­der­te das Neo­ka­techu­me­nat jedoch auf, daß es „manch­mal bes­ser sein kann, dar­auf zu ver­zich­ten, jedes Detail zu leben, das Euer Weg ver­langt, um die Ein­heit zwi­schen den Brü­dern zu garan­tie­ren, die die eine kirch­li­che Gemein­schaft bil­den, und von der Ihr Euch immer als ein Teil füh­len müßt“.

Besorgtes Schreiben von Kiko Argüello an Papst Franziskus

Beob­ach­ter sahen dar­in eine Anspie­lung auf die Lit­ur­gie, da die­se in der Ver­gan­gen­heit Haupt­streit­punkt mit den Diö­ze­sen und Pfar­rei­en war. Kiko Argüel­lo sand­te am 15. März einen besorg­ten Brief an Papst Fran­zis­kus, in dem er eine angeb­lich ten­den­ziö­se Aus­le­gung der Papst­wor­te beklagte.
Der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster ver­öf­fent­lich­te nun die Ant­wort von Kuri­en­erz­bi­schof Ange­lo Becciu, dem Lei­ter der Ersten Sek­ti­on des Staats­se­kre­ta­ri­ats (Pro­to­koll­num­mer 40.535) an CN-Grün­der Argüel­lo. Datiert ist das Schrei­ben vom ver­gan­ge­nen 3. April.

Sub­sti­tut Becciu ver­si­chert dar­in Argüel­lo und „alle Ange­hö­ri­gen des Cammi­no“ der „väter­li­chen Nähe“ des Pap­stes und „sei­ner warm­her­zi­gen Ermu­ti­gung“. Der Papst wis­se um den „evan­ge­li­schen Dyna­mis­mus“, die „authen­ti­sche Erfah­rung der Lebens­um­kehr sehr vie­ler Gläu­bi­ger“ und die „guten Früch­te“, die das Neo­ka­techu­me­nat „in der gan­zen Welt“ her­vor­ge­bracht hat. „Sei­ne Hei­lig­keit ist über­zeugt, daß die oben­ge­nann­ten Wor­te, die beab­sich­tig­ten, die Not­wen­dig­keit das kost­ba­re Gut der kirch­li­chen Ein­heit zu schüt­zen, zu unter­strei­chen, sich nicht für Miß­ver­ständ­nis­se eig­nen, zumal sie für jede Form des christ­li­chen Lebens gelten.“

Substitut Becciu bestätigt im Namen des Papstes liturgische Sonderformen

Vor allem aber wür­den die­se Wor­te des Pap­stes nicht die Sta­tu­ten des Neo­ka­techu­me­na­len Wegs „ändern, son­dern sie viel­mehr bestä­ti­gen: was die von Ihnen erwähn­ten Zele­bra­tio­nen der Oster­vi­gil und der Eucha­ri­stie­fei­ern des Sonn­tags betrifft, stell­ten die Arti­kel 12 und 13, in ihrer Voll­stän­dig­keit, den ver­bind­li­chen Bezugs­rah­men dar.“

Abschlie­ßend schrieb der Sub­sti­tut, daß der Papst um das Gebet für sein uni­ver­sa­les Amt bit­te, und „Ihnen, dem inter­na­tio­na­len Lei­tungs-Team und allen Ange­hö­ri­gen des Neo­ka­techu­me­na­len Weges den Apo­sto­li­schen Segen übermittelt“.

Das Schrei­ben von Kuri­en­erz­bichof Ange­lo Becciu bestä­tigt erneut die Inter­pre­ta­ti­on Kiko Argüel­los, daß Papst Fran­zis­kus den lit­ur­gi­schen Son­der­weg des Neo­ka­techu­me­nats akzep­tiert. Denn Arti­kel 12 der Sta­tu­ten besagt ledig­lich, daß das Neo­ka­techu­me­nat die „Pfar­rei zu einer rei­che­ren Fei­er der Oster­nacht anre­gen“ wird. Im Arti­kel 13, Absatz 2 heißt es: „Die Neo­ka­techu­me­nen fei­ern die Sonn­tags­eucha­ri­stie in der klei­nen Gemein­schaft nach der ersten Ves­per des Sonn­tags. […] Die Eucha­ri­stie­fei­ern der neo­ka­techu­me­na­len Gemein­schaf­ten am Sams­tag­abend sind Bestand­teil der sonn­täg­li­chen lit­ur­gi­schen Pasto­ral der Pfar­rei und ste­hen auch ande­ren Gläu­bi­gen offen.“ Und im Absatz 3 steht: „Bei der Fei­er der Eucha­ri­stie in klei­nen Gemein­schaf­ten folgt man den lit­ur­gi­schen Büchern, die für den römi­schen Ritus appro­biert sind, mit den Aus­nah­men, die vom Hei­li­gen Stuhl aus­drück­lich zuge­stan­den wur­den. Was die Aus­tei­lung der Hei­li­gen Kom­mu­ni­on unter bei­der­lei Gestal­ten betrifft, so emp­fan­gen die Neo­ka­techu­me­nen die Kom­mu­ni­on an ihrem Platz im Stehen.“

Die von der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on 1988 „ad expe­ri­men­tum“ gewähr­te Aus­nah­me ist die Vor­zie­hung des Frie­dens­gru­ßes nach den all­ge­mei­nen Fürbitten.

Neokatechumenat feiert weiterhin „abgesonderte und rituell bizarre Messen“

„Seit­her schwen­ken die Neo­ka­techu­me­na­len die­ses Schrei­ben mit der groß­zü­gi­gen Aus­le­gung ihrer Sta­tu­ten begei­stert und füh­len sich noch mehr auto­ri­siert, mit ihren abge­son­der­ten und ritu­ell bizar­ren Mes­sen fort­zu­fah­ren“, so San­dro Magi­ster. Das Neo­ka­techu­me­nat fei­ert wei­ter­hin die Sonn­tags­mes­se bereits am Sams­tag­abend, in geson­der­ten Räum­lich­kei­ten und unter Aus­schluß von Nicht-Mit­glie­dern. Wei­ter­hin wird die Hei­li­ge Kom­mu­ni­on in bei­der­lei Gestalt emp­fan­gen und den Gläu­bi­gen zu ihrem Sitz­platz gebracht, wo sie ursprüng­lich sit­zend ein­ge­nom­men wur­de. Ob der Kom­mu­nion­emp­fang nach ent­spre­chen­der Anwei­sung Roms inzwi­schen ste­hend erfolgt, wird von man­chen bezwei­felt. Ein knien­der Kom­mu­nion­emp­fang stand auch von Sei­ten Roms ohne­hin nie zur Diskussion.

Andere Ermahnungen des Papstes werden ignoriert

Die bei­den ande­ren päpst­li­chen Ermah­nun­gen vom 1. Febru­ar igno­riert das Neo­ka­techu­me­nat gänz­lich. Der Papst for­der­te Rück­sicht auf die ört­li­che Kul­tur, wohin­ge­gen der CN in alle Län­der ein Ein­heits­for­mat expor­tiert; und Respekt für die Frei­heit des Ein­zel­nen, soll­ten Ange­hö­ri­ge des Neo­ka­techu­me­nats sich von die­sem tren­nen wol­len oder ande­re For­men des christ­li­chen Lebens außer­halb des Cammi­no suchen.

Text: Set­ti­mo Cielo/Giuseppe Nardi
Bild: Set­ti­mo Cielo

27 Kommentare

  1. noch­mals:

    kar­di­nal meis­ner hat bei der erst kürz­lich vor dem neo­kat gehal­te­nen vor­trag in köln gesagt er und ratz­in­ger hät­ten nichts gegen ihre Liturgie!

  2. Das hier habe ich dann unter „wei­te­re Arti­kel“ gefun­den, vom 12. April 2012. Unbe­dingt lesen!
    Wir wer­den jetzt sehen, dass immer mehr Ver­än­de­run­gen ein­ge­führt wer­den, die von lan­ger Hand geplant waren und wo Papst Bene­dikt dage­gen gehal­ten hat, solan­ge es ihm eben mög­lich war. 

    https://www.katholisches.info/2012/04/12/seltsame-messe-die-der-papst-nicht-will-vatikan-untersucht-ritus-des-neokatechumenats‑2/

    Unter dem Titel: Die Tau­fe wird jetzt öku­me­nisch habe ich gestern Abend die­sen inter­es­san­ten Arti­kel gele­sen: http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/taufe-als-verbindungspunkt-der-konfessionen‑1.18286771
    Das ist mit Sicher­heit alles ande­re als harm­los, denn ich könn­te mir gut vor­stel­len, dass gera­de das Tauf­ver­spre­chen „wider­sagt ihr Satan — ja ich wider­sa­ge“ dass dies dann abge­schafft wird. Und somit wäre die Tau­fe wir­kungs­los. Und sonst wird Satan ja nir­gends mehr erwähnt…
    Inter­es­sant ist da auch, dass dies schon seit 1973 in Pla­nung ist. Die­ses Pon­ti­fi­kat ist kein Zufall, genau­so wenig wie die Ver­än­de­run­gen die momen­tan zwar erst Tröpf­chen­wei­se daher kom­men, aber bald Schlag auf Schlag erfol­gen werden. 

    Und dann wagen sich mitt­ler­wei­le immer mehr Bischö­fe, Kar­di­nä­le, Pater und Prie­ster zu den merk­wür­dig­sten Ansich­ten an die Öffent­lich­keit. Habe ich doch in unse­rem Pfarr­blatt einen Arti­kel gele­sen, da behaup­tet ein katho­li­scher Pater, dass selbst Pflan­zen und Tie­re See­len haben und es sicher einen Him­mel für Scha­fe, Ele­fan­ten, Hun­de und Kat­zen usw. gibt. Ver­mut­lich ein­fach in einer ande­re Form.

    Machen wir uns nichts vor. Da wer­den selbst from­me Gläu­bi­ge so in die Irre geführt, dass nur der Hei­li­ge Geist uns da (hin­durch) füh­ren kann.

    • Nach­trag:

      Komm, Hei­li­ger Geist,
      und gie­ße aus Dein Geschenk der Lie­be, der Weis­heit und der Erkennt­nis über mei­ne demü­ti­ge Seele.
      Erfül­le mich mit dem Licht der Wahr­heit, damit ich die Wahr­heit Got­tes unter­schei­den kann von den Lügen, die von Satan und sei­nen Engeln ver­brei­tet werden.
      Hilf mir, die Fackel zu ergrei­fen und die Flam­me des Erken­nens auf all die­je­ni­gen zu über­tra­gen, denen ich begeg­ne, durch Chri­stus, unse­ren Herrn. Amen.

    • „Und somit wäre die Tau­fe wirkungslos“

      das ist Unsinn!sie ist wirk­sam auch ohne das!

      kein Apo­stel hat dies die Täuf­lin­ge gefragt!oder frag­te phil­li­pus das den Äthiopier?
      wer sich zu Chri­stus al den Mes­si­as und sohn got­tes bekennt wider­sagt auto­ma­tisch dem satan.

      außer­dem gab es schon unter bene­dikt die gegen­sei­ti­ge Aner­ken­nung der tau­fe in Deutsch­land von fast allen konfessionen!

      • Die Tau­fe zum Kind Got­tes ist selbst­ver­ständ­lich gül­tig, ja. Das mit der Not­tau­fe habe ich auch schon mal gemacht, als ich eine Fehl­ge­burt hat­te. Oder bei einem abge­trie­be­nen Kind, einer Bekann­ten. Aber dass wir im Hei­li­gen Sakra­ment der Tau­fe Satan bewusst wider­sa­gen hat mit Sicher­heit einen Grund. Mir wur­de als Kind von mei­nen Gross­el­tern erklärt, dass wenn wir die­ses „ich wider­sa­ge Satan“ aus­spre­chen, wir von Gott einen beglei­ten­den Schutz erhal­ten, als ein beson­de­res Geschenk Got­tes, für uns Eltern und für unser Kind. Das mein­te ich mit wir­kungs­los, wenn wir das ein­fach mal weg­las­sen. Dann fehlt die­ser beson­de­re Schutz. Mit dem Geschenk des frei­en Wil­lens hat es uns Gott nicht gera­de leich­ter gemacht. Und so gese­hen ist auch nicht alles selbst­ver­ständ­lich und auto­ma­tisch. Der freie Wil­le zwingt uns immer wie­der zu einer bewuss­ten Ent­schei­dung. Sich zur Hel­li­gen Drei­fal­tig­keit zu beken­nen, ist m.E. (lei­der) noch kein Schutz vor Satans Einfluss.

        • Wenn die Tau­fe nicht die­ser Schutz ist — was dann?
          Das Wider­sa­gen ist kein Schutz vor etwas, son­dern eine akti­ve Absa­ge an alles, was dem ent­ge­gen­steht, wohin­ein man gera­de getauft wurde:

          „Wer die Tau­fe emp­fängt und dadurch Christ wird, ver­pflich­tet sich, den Glau­ben zu beken­nen und das Gesetz Chri­sti zu beob­ach­ten. Des­halb wider­sagt er allem, was sich dem ent­ge­gen­stellt.“ (Pius X., Kat. § 297)

          Es geht also dar­um, dass der Täuf­ling sich bewusst wer­de, dass die Tau­fe eine Absa­ge an den „Teu­fel, sei­ne Wer­ke und all sei­ne Pracht“ bedeu­tet (eben­da § 298/299).

          Die Tau­fe IST an sich selbst die­se Abkehr, die­se Umkehr. Die Absa­ge an den Satan ist eine Bewusst­wer­dung für den Men­schen, nicht eine magi­sche For­mel, die einen nun noch mal beson­ders schützt.
          Sie sagen ja selbst: das muss man immer wie­der tun und in wie viel per­sön­li­cher Not rufen wir nicht genau dies: „Mit dem Advers­a­ri­us habe ich nichts zu schaf­fen. Jesus Chri­stus ist mein Herr!“ Das gehört zum Kreuz jedes Christenlebens.

    • Eine Tau­fe ist dann gül­tig, wenn sie mit Über­gie­ßen von Was­ser und der For­mel (durch einen zwei­ten Men­schen) „Ich tau­fe, dich, NN, im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Gei­stes“ gespen­det wird. Die Tau­fe kann prin­zi­pi­ell von jedem Men­schen gespen­det wer­den, sogar von einem Nicht­chri­sten — als Not­tau­fe. Sie muss nicht von einem Wei­he­trä­ger gespen­det sein. Im Extrem­fall gilt sogar die „Begier­de­tau­fe“: jemand will die Tau­fe emp­fan­gen, kann sie aber aus bestimm­ten Grün­den nicht emp­fan­gen. In die­sem Fall gilt sogar das Begehr nach der Tau­fe als „Tau­fe“.
      Das alles ist natür­lich nicht der Nor­mal­fall, zeigt aber, wor­um es der Kir­che dabei stets ging.
      Die­ser Ritus geht zurück auf Jesus selbst in Mt 28, 19. Wer sich zu IHM bekennt, sagt damit der Fin­ster­nis ab.

      Es gibt aber eine Pro­ble­ma­tik bei der gan­zen Geschich­te: die „Begier­de­tau­fe“ kann nur der äußer­ste Extrem­fall sein, wenn jemand unver­schul­det trotz festen Wil­lens nicht getauft wer­den konnte.
      Das ist nicht zu ver­wech­seln mit der All­ver­söh­nungs­leh­re Rah­ners vom „anony­men Chri­sten­tum“, das aus allen Men­schen Chri­sten ohne Bedin­gun­gen machen will. Leh­ren heißt für ihn — und Johan­nes Paul II ist die­ser Sicht gefolgt (!) — den Men­schen bewusst machen, dass sie schon gerecht­fer­tigt sind. Wenn sie es nicht bewusst wis­sen, sind sie aber den­noch geret­tet. Die­se Leh­re ver­wischt den Unter­schied zwi­schen objek­ti­vem Heils­wil­len Got­tes und dem sub­jek­ti­ven Ergrei­fen des Indi­vi­du­ums, ohne das jedoch nach der Leh­re der Kir­che kei­ner geret­tet wer­den kann: auf den Wil­len des Indi­vi­du­ums kommt es ent­schei­dend an!

      • auf den Wil­len des Indi­vi­du­ums kommt es ent­schei­dend an!

        alles ande­re wäre gegen die von Gott geschenk­te Freiheit!
        wirk­lich eine schlim­me Häre­sie die eine gan­ze Genera­ti­on ver­dor­ben hat und noch lan­ge nach­wir­ken wird.

        kein Volk hat der welt soviel Unheil gebracht wie das deut­sche-sei­en es ver­rück­te oder Theologen!hätten wir nicht so vie­le deut­sche hei­li­ge wäre das gan­ze land schon längst exkom­mu­ni­ziert worden.

      • Wenn es eine „Begier­de­tau­fe“ geben soll, dann bit­te ich Sie mir zu beant­wor­ten: Ver­leiht die­se „Tau­fe“ die Gna­de der Wie­der­ge­burt in Chri­stus, wie die eine Was­ser­tau­fe? Ja oder Nein?

        • Es gibt sie. Sie ist als „Blut­tau­fe“ v.a. in zahl­rei­chen vor­kon­zi­lia­ren Dog­ma­tik­lehr­bü­chern bezeugt. Am 23.1. wur­de frü­her der Gedenk­tag der Hl. Mär­ty­re­rin Eme­ren­tia­na gefei­ert, die durch ihr Blut getauft wur­de (sie war noch unge­tauf­te Katechu­me­nin). Im KKK sind das § 1258–59. In die­ser Hin­sicht weicht der KKK in kein­ster Wei­se von dem ab, was bis­her gelehrt wur­de. Erst in § 1260 wird es kri­tisch (hier greift die All­ver­söh­nungs­leh­re und man muss sich dann fra­gen, wozu noch Mission?)

          Man­che Sedis schüt­ten wie­der mal das Kind mit dem Bade aus: Es geht nicht dar­um, dass hier­mit ein Nor­mal­fall erzeugt wer­den soll, nach dem man ohne sakra­men­ta­le Tau­fe getauft sein kann. Hier wur­de von der Kir­che (s. Tho­mas v. Aquin, Sum­ma theol. TP q. 66 a. 11 f) eine beson­de­re Gna­den­si­tua­ti­on umschrie­ben und kei­ner­lei Regel abge­lei­tet. Die Regel ist und bleibt die Tau­fe. Im römi­schen Kate­chis­mus wur­de das The­ma nicht direkt berührt, aber stets auf eine zügi­ge Tauf­pra­xis gedrun­gen. Das lässt dar­auf schlie­ßen, dass die Tau­fe mit Was­ser und der For­mel die Gan­de der Wie­der­ge­burt schenkt. Dass Gott aber in begna­de­ten Fäl­len auch anders ver­fah­ren kann, weil ER Gott ist und sich von einem klei­nen Men­schen nicht vor ein „Ja oder Nein?“ wie vor ein Tri­bu­nal stel­len lässt, soll­te eigent­lich schon die natür­li­che Got­tes­furcht lehren.

          • @zeitschnur: Ich ver­ste­he Sie also so, dass Sie glau­ben: „Ja, die Begier­de­tau­fe ver­leiht die Gna­de der Wie­der­ge­burt in Christus“. 

            Ich möch­te dar­auf ant­wor­ten: dass die Quel­len, auf denen die Theo­rie der „Begier­de­tau­fe“ beruht (näm­lich St. Tho­mas Aqui­nas und St. Alp­hon­sus Ligu­o­ri), aus­drück­lich ver­nei­nen, dass „Begier­de­tau­fe“ (eigtl. bap­tis­mus fla­mi­nis, was sich kor­rekt nicht als Begie­der­tau­fe über­setzt) die­se Gna­de verleiht. 

            St. Alp­hon­sus glaub­te, dass Begier­de­tau­fe aus­schließ­lich für jene in Fra­ge kam, die an die Hei­li­ge Drei­fal­tig­keit und die grund­sätz­li­chen Myste­ri­en des Chri­sten­tums kann­ten und glaub­ten. Er glaub­te NICHT, dass Begier­de­tau­fe für Nicht­gläu­bi­ge oder Häre­ti­ker mög­lich ist. 

            St. Alp­hon­sus schreibt, dass die­se Begier­de­tau­fe angeb­lich die Ver­ge­bung der Sün­den­schuld ver­leiht: „Die Wind­tau­fe [bap­tis­mus fla­mi­nis] ersetzt den wah­ren Fluss der Tau­fe in Hin­sicht auf die Ver­ge­bung der Sün­den, nicht jedoch in Hin­sicht auf das Zei­chen, wel­ches die Tau­fe ein­prägt, noch auf den vol­len Erlass der Sün­den­stra­fe: sie wird als Wind­tau­fe bezeich­net, weil sie durch den Impuls des Hei­li­gen Gei­stes voll­zo­gen wird, der ein Wind genannt wird.“ (Moral­theo­lo­gie, Band V, Buch 6, Nr. 96).

            Auch der Hl. Tho­mas von Aquin behaup­te­te nie­mals, dass die „Begier­de­tau­fe“ ind er Lage ist, die Sün­den­stra­fe voll zu erlas­sen (wie es aus­schließ­lich bei der Was­ser­tau­fe der Fall ist). Die vol­le Sün­den­stra­fe wird nur bei der Was­ser­tau­fe erlas­sen. St. Alp­hon­sus mein­te daher, dass jemand, der in Begier­de­tau­fe stirbt, ins Fege­feu­er müss­te. Eben­so St. Tho­mas (Sum­ma, Teil III, F. 68, A. 2, Ant­wort auf Ein­wand 2).

            Papst Paul III., Das Kon­zil von Tri­ent, Sit­zung 7, Kan. 5 über das Sakra­ment der Tau­fe, ex cathe­dra: „Wenn irgend­je­mand behaup­tet, dass die Tau­fe [das Sakra­ment] optio­nal, das heißt, nicht not­wen­dig für das Heil sei (vgl. Joh. 3:5): er soll Anathe­ma sein.“ 

            Papst Cle­mens V., Kon­zil von Vien­ne, 1311–1312, ex cathe­dra: „Dane­ben muss eine Tau­fe, die alle erneu­ert, die in Chri­stus getauft sind, von allen Gläu­bi­gen bekannt wer­den, eben­so wie ‚ein Gott und ein Glau­be’ [Eph. 4:5], in Was­ser zele­briert im Namen des Vaters, des Soh­nes und des Hei­li­gen Gei­stes, glau­ben wir, dass sie in glei­cher Wei­se für Erwach­se­ne wie Kin­der das voll­kom­me­ne Mit­tel zum Heil ist.“ 

            Papst Pius XII, Media­tor Dei (#43), 20. Nov. 1947: „In glei­cher Wei­se, näm­lich dass die Tau­fe das unter­schei­den­de Merk­mal aller Chri­sten (chri­stia­nos omnes) ist, und dazu dient, sie von denen zu unter­schei­den, die nicht gerei­nigt wor­den sind in die­sem rei­ni­gen­den Strom und in der Fol­ge kei­ne Glie­der Chri­sti sind.“

            Papst Pius XI, Quas Pri­mas (# 15), 11. Dez. 1925: „In der Tat wird die­ses König­reich in den Evan­ge­li­en als sol­ches gezeigt, in das die Men­schen sich durch Buße vor­be­rei­ten Ein­tritt zu erlan­gen; dar­über hin­aus kön­nen sie dort nicht ein­tre­ten, außer durch Glau­be und Tau­fe, die, wenn auch ein äuße­rer Ritus, doch eine inner­li­che Erneue­rung kenn­zeich­net und zur Fol­ge hat.“

          • @ kein­na­me

            Schön, jetzt haben Sie Ihre Argu­men­te losgelassen. 

            Bloß habe ich nicht das gesagt, woge­gen Sie argumentieren.

            Ich bit­te dar­um, genau zu lesen und im übri­gen eine voll­stän­di­ge Quel­len­auf­nah­me vor­zu­neh­men. Es gibt dar­über mas­sen­haft Lite­ra­tur und Untersuchungen.

            Bei der Begierdetaufe/Bluttaufe ging es noch nie um eine „Opti­on“. An die­sem nicht unbe­deu­ten­den Detail hängt Ihre gan­ze schie­fe Argumentation.

    • Die Tau­fe ist immer dann WIRKSAM, wenn sie in der vor­ge­schrie­be­nen­Wei­se (das Was­ser muss flie­ßen und die For­mel muss kor­rekt sein — wie Zeit­schnur hier unten schon gesagt hat -, die Exor­zis­men und das Tauf­ver­spre­chen sind zweit­ran­ging) und auch „in der Inten­ti­on“ gespen­det wird, die die Kir­che bei Ihre Spen­dung immer schon hat­te: Die Erb­sün­de zu über­win­den und ein Kind Got­tes aus dem Täuf­ling zu machen. Des­halb kann die Tau­fe in Not­fäl­len auch von Lai­en oder sogar Nicht­chri­sten gespen­det wer­den. Man geht davon aus, dass die impli­zi­te Inten­ti­on, sich dem, was die Kir­che mit der Tau­fe tut, nicht aus­drück­lich zu wider­set­zen, genügt. D.h. auch z.B. ein Mos­lem, der kei­ne Ahnung hat, was er da macht, wird gül­tig und wirk­sam tau­fen, weil er sich der Inten­ti­on der Kir­che gar nicht wider­set­zen kann, weil er die­se nicht kennt. Außer­halb der Not­fäl­le ist die­se Spen­dung durch Lai­en oder Nicht­chri­sten nicht ERLAUBT. D.h. Pro­te­stan­ten, die an die Erb­sün­de glau­ben, und die Tau­fe als Sakra­ment der Ret­tung vor der ewi­gen Ver­damm­nis ver­ste­hen und die rich­ti­ge (Kurz-)Form benut­zen, tau­fen gül­tig, aber uner­laubt. — Aller­dings wird es span­nend, wenn jemand trotz der rich­ti­gen Form, öffent­lich eine kon­trä­re Inten­ti­on äußert: Z.B. ein Prie­ster vor der Tauf­ge­mein­schaft die Ersün­de leug­net und die Tau­fe nicht mehr als Befrei­ung des Täuf­lings von der Ver­wor­fen­heit aner­ken­nen will. Dann muss man davon aus­ge­hen, dass die Gül­tig­keit der Tau­fe zumin­dest unsi­cher ist. In so einem Fall soll­te man die Tau­fe „sub con­di­tio­ne“ wie­der­ho­len lassen.

  3. Das ist alles sehr schräg — Mes­sen, ande­nen nur Mit­glie­der der Gemein­schaft teil­neh­men dür­fen — so etwas dürf­te es doch wohl nicht geben! Und auch sonst — was soll das!?

    Wie­so hat F. dafür soviel Ver­ständ­nis, für die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta aber nicht?

  4. Eigent­lich muß man die Leu­te bewundern,die jah­re­lang Ideo­lo­gie und Lit­ur­gie des NK erdulden…mir per­sön­lich fällt es schon schwer,bei you­tube auch nur einen einzigen,von Kiko ver­ton­ten Psalm (oder was auch immer das dar­stel­len soll) kom­plett anzu­hö­ren! Ein­fach nur entsetzlich…

    War­um legi­ti­miert man die­se soge­nann­te Lit­ur­gie eigent­lich eigent­lich auch noch durch ellen­lan­ge Diskussionen,statt das Kind ein­fach mal beim Namen zu nennen?

    Das sind katho­li­sche Zeu­gen Jehovas…die ihre Häre­si­en unge­hin­dert ver­brei­ten dürfen!!

    • lei­der haben Sie Recht.Eigenartig, dass sich sol­che Sub­kul­tur solan­ge hal­ten kann.als Haupt­grund sehe ich den Moloch des Ame­ri­ka­nis­mus mit sei­nen Sek­ten und deren Sympathisanten.dahinter steht mE Ver­ach­tung des Gött­li­chen, des Schö­nen und Wah­ren und Teu­ern im Sin­ne von Kost­ba­rem-dafür Tri­via­li­sie­rung mit ganz bil­li­ger Jahr­markt­kul­tur über­schwäng­lich gefei­er­tem Sujektivismus.agere con­se­qui­tur esse-wer sol­che Din­ge emp­fiehlt offen­bart sich selbst.habeant sibi!

  5. Ich kann jedem Katho­li­ken, egal ob er die neue oder alte Mess­form besucht, drin­gend die­ses Buch empfehlen:

    „Die Mes­se aller Zei­ten“ von Mat­thi­as Gaudron
    http://www.sarto.de/product_info.php?info=p117_P–Matthias-Gaudron–Die-Messe-aller-Zeiten.html

    Ich ver­die­ne nichts am dem Buch, ich hof­fe nur das es genü­gend Katho­li­ken gibt, die aus ihrem Tief­schlaf erwa­chen und sich mit die­sem, für uns Katho­li­ken, alles ent­schei­de­nen The­ma beschäf­ti­gen. Die paar Euros für die­ses Buch, soll­te jeder ent­beh­ren können!
    Außer­dem ist es nicht schlecht, für Chri­sten ande­re Kon­fes­sio­nen, wo auch sehr viel schief läuft, die­ses Buch durchzulesen.

  6. Die Begier­de­tau­fe ver­leiht die hei­lig­ma­chen­de Gna­de, d.h. die Ret­tung aus der Sün­de und die Teil­ha­be am gött­li­chen Leben, aber nicht den Cha­rak­ter, den die sakra­men­ta­le Tau­fe der See­le ein­prägt. Die­ser Chrak­ter aber ist ein Anrecht auf grö­ße­re Gleich­för­mig­keit mit Chri­stus auf Erden und in sei­ner Herr­lich­keit im Himmel.

    • Tri­ent sagt (7. Sit­zung, Kanon 4) über die Sakramente:

      „Wenn jemand sagt, die Sakra­men­te des neu­en Geset­zes sei­en zum Hei­le nicht not­wen­dig, son­dern über­flüs­sig und die Men­schen erlan­gen ohne die­sel­ben oder ohne das Ver­lan­gen nach ihnen, durch den Glau­ben allein, von Gott die Gna­de (oben, Sitz. 6 von der Recht­fer­ti­gung, Kap. 7 und Kanon 9) der Recht­fer­ti­gung; obwohl die­sel­ben nicht alle Allen ein­zel­nen not­wen­dig sind, der sei im Bann. “

      Wich­tig ist hier das „ohne Ver­lan­gen nach ihnen“. Sakra­ment wer­den nur durch indi­vi­du­el­les Ver­lan­gen danach über­haupt gül­tig, wobei die Kin­der­tau­fe aus­führ­lich in ihrer Gül­tig­keit in Tri­ent erklärt wurde.

      Es ist inso­fern etwas irre­füh­rend, über den feh­len­den „Tauf­cha­rak­ter“ so ver­kürzt zu reden, weil die Begier­de­tau­fe eigent­lich stets nur dann vor­liegt, wenn der Tod der gewünsch­ten Tau­fe zuvor­kommt. Allen­falls noch die Situa­ti­on, dass jemand aktiv behin­dert wird dar­an, getauft zu wer­den (Men­schen in einem radi­ka­len und mili­tan­ten isla­mi­schen Umfeld — wer soll sie tau­fen?), könn­te hier grei­fen. Ob Gott sol­che Men­schen bestraft dafür, dass sie ohne­hin schon gestraft sind, indem sie IHM auch im Him­mel nicht gleich­för­mi­ger wer­den dürfen?

      Wenn jedoch Jesus am Kreuz dem Schä­cher sagt: „Heu­te noch wirst du mit mir im Para­dies sein“, dann darf man doch schlie­ßen, dass ein Mensch, des­sen Weg so ist, wie er nun mal ist, im Him­mel „mit IHM sein wird“… auch ohne Tau­fe, als Ret­tung aus höch­ster Not gewissermaßen.

      Aus die­sen genann­ten Grün­den haben Dog­ma­ti­ken wie die von Poh­le (1852–1922) eine Abstu­fung dargestellt:
      Die Blut­tau­fe sei voll­kom­me­ner als die Was­ser­tau­fe, die Was­ser­tau­fe jedoch voll­kom­me­ner als eine ander­wei­ti­ge Begierdetaufe.

      Das The­ma ist also sehr kom­pli­ziert und soll­te nicht Gegen­stand von wei­te­ren Ris­sen unter Katho­li­ken sein. Was jedoch der KKK § 1260 lehrt, ist frag­lich und wur­de zuvor so nicht gelehrt.

      (Poh­le, Lehr­buch der Dog­ma­tik. Band III, S. 145 — kann man bei books goog­le online lesen)

      • Blut­tau­fe und Was­ser­tau­fe beru­hen auf fehl­haf­ten Theo­rien von Theo­lo­gen wie St. Tho­mas von Aquin, St. Alp­hon­sus Ligu­o­ri, St. Bern­hard, Kir­chen­va­ter St. Augu­sti­nus. Gott hat aus­schließ­lich Petrus und sei­nen Nach­fol­gern Unfehl­bar­keit unter bestimm­ten Bedin­gun­gen ver­spro­chen. Im von Ihnen zitier­ten Arti­kel von Tri­ent ist das „oder“ („oder ohne das Ver­lan­gen“) nicht kor­rekt über­setzt. Es gibt zahl­rei­che Bei­spie­le, in denen „aut“ (lat. und, oder) in dog­ma­ti­schen Tex­ten und in der Bibel INKLUSIV gebraucht wird, d.h. in dem Sin­ne wie „Ich kann nicht nach Rom fah­ren ohne Auto oder Ben­zin“, d.h. dass bei­des not­wen­dig, uner­läss­lich ist. Was den „Schä­cher“ angeht… der Mis­si­ons­be­fehl zum Tau­fen erging erst nach der Auf­er­ste­hung, eben­so wur­de die Tau­fe erst heils­not­wen­dig nach die­ser Zeit; somit zählt der „Schä­cher“ zu den Gerech­ten des AT, für die die Tau­fe alle­samt nicht heils­not­wen­dig war.

        Bei­spiel­se für den INKLUSIVEN Gebrauch von „aut“:

        Römer 1:21- “… quia cum cog­no­vis­sent Deum non sicut Deum glo­ri­fi­ca­ver­unt aut gra­ti­as eger­unt; sed eva­nu­er­unt in cogi­ta­tio­ni­bus suis et obscu­ra­tum est insi­pi­ens cor eorum.”

        „Denn obgleich sie Gott erkann­ten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt“

        Oder…:

        Titus 1:6- “… si quis sine cri­mi­ne est, uni­us uxoris vir fili­os habens fide­les non in accu­sa­tio­ne luxu­riae aut non subditos.”

        „wenn einer unta­de­lig ist, Mann einer Frau, und treue Kin­der hat, über die kei­ne Kla­ge wegen Aus­schwei­fung oder Auf­säs­sig­keit vorliegt. “

        Zeit­schnur: bedeu­tet es also, dass die Kin­der des Prie­sters ent­we­der nicht aus­schwei­fend sein sol­len ODER (AUT) auf­säs­sig? Nein: es bedeu­tet, dass bei­des (und; weder…noch) aus­ge­schlos­sen sein soll.

        Begier­de- und Blut­s­tau­fe wer­den in kei­nem dog­ma­ti­schen Text gelehrt. Es ist wich­tig zu wis­sen, dass die­se Theo­rien nur auf feh­ler­haf­ten Theo­rien beru­hen, die inzwi­schen soweit wei­ter­ent­wickelt und sich von den ursprüng­li­chen Gedan­ken (St. Tho­mas Aqui­nas & St. Alp­hon­sus Ligu­o­ri) ent­fernt haben, dass selbst Hin­dus und Mos­lems von Begier­de­t­au­fen­ver­tre­tern als mög­lich erlöst zu wer­den ange­se­hen werden.

        • Sie ver­ren­nen sich. Vor allem sind Sie nun wahr­lich kein Lehr­mei­ster für unse­re Kirchenlehrer. 

          Und vor allem sind Sie nicht, gegen unse­re Kir­chen­leh­rer, denen nie­mals in die­ser Sache wider­spro­chen wur­de, son­dern deren Leh­re fak­tisch auch vom Lehr­amt ver­tre­ten wur­de (s.u.), womög­lich noch Lehr­mei­ster Got­tes selbst, der in beson­de­ren Fäl­len vefah­ren kann wie ER es möch­te, denn Er ist gerecht und hat kein Inter­es­se dar­an, dass jemand auf­grund unge­rech­ter Umstän­de ver­lo­ren gehen sollte. 

          Es ist sehr kom­for­ta­bel, wenn man selbst pro­blem­los getauft wer­den konn­te, über ande­re zu Gericht sit­zen zu wol­len, die die Mög­lich­keit aus unglück­li­chen und unge­rech­ten Zustän­den her­aus nicht haben konnten.
          Wir soll­te da etwas zurück­hal­ten­der sein.

          Und im übri­gen hat kein Mensch das ver­tre­ten, woge­gen Sie anargumentieren.

          Was ich Ihnen zuge­ben kann, ist das mit dem Schä­cher — mei­net­we­gen ein Hei­li­ger des AT. 

          Ich habe oben aus­drück­lich mehr­fach eine Abgren­zung zur Rahner’schen Theo­rie vom „anony­men Chri­sten­tum“ vor­ge­nom­men. es ist hoch­gra­dig unred­lich, mir gegen­über nun aus­ge­rech­net dage­gen anzuargmentieren.

          Wer hat übri­gens fest­ge­stellt, dass die Leh­re von der Blut­tau­fe auf „feh­ler­haf­ten Theo­rien“ beru­hen? Wenn die Kir­che die Ver­eh­rung einer Mär­ty­re­rin, die nicht mehr getauft wer­den konn­te, emp­foh­len und zuge­las­sen hat, dann ist das eine fak­ti­sche Zustim­mung zu die­ser Lehre.

  7. Dem ange­hen­den hei­li­gen Johan­nes Paul II. jam­mer­te ein süd­ame­ri­ka­ni­scher Bischof die Ohren voll, die nord­ame­ri­ka­ni­schen Sek­ten hät­ten in Süd­ame­ri­ka so viel Erfolg. Der Hei­li­ge gab zur Ant­wort, er sol­le sich beru­hi­gen, die kath. Kir­che hat auch ihre Sek­ten, z.B. das Neokatechumenat.

    • Ich habe immer noch die unbän­di­ge Hoff­nung, daß wäh­rend der kom­men­den Bischof­syn­ode im Okto­ber eine genü­gen­de Anzahl von Bischö­fen und Car­di­nä­len, vom Hei­li­gen Geist über­wäl­tigt, den Mut auf­brin­gen wer­den und die­sen „Papst“ stür­zen, und mit­samt sei­nen arm­se­li­gen Vor­gän­ger aus dem Vati­can ver­ja­gen wer­den. Es ist an der Zeit klar zu erken­nen, das, je län­ger die­ses „Pon­ti­fi­kat“ dau­ert, der Scha­den, der dem mysti­schen Leib Chri­sti zu gefügt wird sehr, sehr groß sein wird. Es braucht dann min­de­stens 100 Jah­re und 3–4 star­ke, glau­bens­fe­ste Päp­ste, die Kir­che aus die­sen Trüm­mern wie­der erste­hen zu lassen…

      Jesus der Chri­stus hat uns zuge­sagt, daß die Pfor­ten der Höl­le sei­ne Kir­che nicht über­wäl­ti­gen wer­den, Matth. 16:18.
      Wir müs­sen stand­haft blei­ben. Kei­ner dürf­te mehr an einer NOM-Ver­un­stal­tung teil­neh­men. Was ist mit den unend­lich vie­len See­len, die durch die­se neu­en „Hei­li­gen“ in die Irre gelei­tet wur­den, die nicht erkannt haben, das da Miet­lin­ge und kein Hir­te war?? Wenn ich am kom­men­den Sonn­tag die Hei­li­ge Mes­se im überl. röm. Ritus mit feie­re, wer­den mir die­se Fra­gen im Her­zen und und im Kopf sein. Ich kann dann nur hof­fen, das die Barm­her­zig­keit Jesu grö­ßer ist als der Zorn Got­tes… es ist Wei­ßer Sonn­tag, der mir immer wie­der an mei­ne eige­ne 1. Hl. Kom­mu­ni­on 1955 (17. April) vor Augen stellt und mich mit Dank­bar­keit und Freu­de erfüllt… ich gehö­re also zu den­je­ni­gen, die die „alte Mes­se“ als Hei­mat erlebt haben und nicht aus irgend­wel­chen nost­al­gi­schen Gefüh­len dort hin gehen, son­dern die wis­sen: es ist die ein­zig wah­re Hl. Mes­se der Hl. Kath. Kirche!!

      Lau­de­tur Jesus Christus!

  8. Ich weiß, wie die­se „neue“ Bewe­gung ent­stan­den ist und wel­che sinn­vol­len Gedan­ken dahin­ter­ste­hen. Ich muss jedoch sagen, dass ich in unse­rer Gemein­de eher ein Neben­ein­an­der sehe. Eige­ne Mes­sen vor oder nach der „nor­ma­len“ Mes­se, eine sehr auto­ri­tä­re Grup­pe, die wenig Näch­sten­lie­be spü­ren lässt. Vie­len dürf­te auch der eli­tä­re Ansatz sehr gefal­len, der zumin­dest ein­mal unbe­wusst das Gefühl gibt bes­ser zu sein als die ande­ren Chri­sten. Ein trü­ge­ri­scher Irr­tum, mei­nes Erach­tens, was wür­de Jesus dazu sagen? Es kann nicht gut sein, dass man mis­sio­niert und dann die­je­ni­gen gleich von der Gemein­de (die, wie so vie­le ande­re eher im Schrump­fen begrif­fen ist) sepa­riert. Ich bin eigent­lich betrof­fen, wie sich das in der Pra­xis ent­wickeln kann. Es müss­te das Ziel sein, die­se zwei „Gemein­den“ zusam­men­zu­brin­gen, sonst sehe ich da eher nur einen eli­tä­ren Ansatz, der nie zum Ziel füh­ren wird.

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