Orthodoxe Bischöfe werfen Papst Franziskus „Häresie“ vor

Orthodoxe Kritik an Papst Franziskus(Athen/Rom) Zwei grie­chisch-ortho­do­xe Metro­po­li­ten beschul­di­gen Papst Fran­zis­kus der „Häre­sie“. In einer 89 Sei­ten lan­gen Schrift an das „Staats­ober­haupt“ des Vati­kan­staa­tes erhe­ben die bei­den Bischö­fe „Ankla­ge“ gegen das katho­li­sche Kir­chen­ober­haupt und for­dern von Rom, auf den „sata­ni­schen Hoch­mut“ zu ver­zich­ten.

Einer der bei­den Unter­zeich­ner, Bischof Andre­as von Dryin­ou­po­lis, Pogo­nia­ni und Konit­sa ist bereits für ver­gleich­ba­re Initia­ti­ven bekannt. Das gemein­sam mit Bischof Sera­phim von Pirä­us ver­faß­te Schrei­ben wur­de in grie­chi­scher und eng­li­scher Spra­che auf einer in Grie­chen­land sehr popu­lä­ren reli­giö­sen Inter­net­sei­te ver­öf­fent­licht. Die Diö­ze­se Dryin­ou­po­lis, Pogo­nia­ni und Konit­sa unter­steht eigent­lich dem Patri­ar­chat von Kon­stan­ti­no­pel, wird aber fak­tisch von der autoke­pha­len Kir­che von Grie­chen­land ver­wal­tet, der auch die Diö­ze­se Pirä­us unter­steht.

Papst Franziskus als „Staatsoberhaupt“, aber nicht als Bischof angesprochen

Die bei­den Bischö­fe spre­chen Papst Fran­zis­kus als „Exzel­lenz“ und als „Ober­haupt des Staa­tes der Vati­kan­stadt“ an, aber nie als Bischof. Sie geben an, dem Papst „in Lie­be“ zu schrei­ben und vom Wunsch getrie­ben zu sein, „die Häre­ti­ker“ zurück in die hei­li­ge ortho­do­xe Kir­che zu rufen, aus der sich der Papst (der immer nur mit Anfüh­rungs­zei­chen geschrie­ben wird) ent­fernt habe.

Die bei­den grie­chisch-ortho­do­xen Metro­po­li­ten distan­zie­ren sich vom „Geist des Westens und des Öku­me­nis­mus“. Die von Rom ver­tre­te­ne „Häre­sie“, bezeich­nen sie als „geist­li­ches Deli­ri­um“ und brand­mar­ken es als „Papis­mus“. Bischof Andre­as und Bischof Sera­phim schrei­ben, „unab­läs­sig“ dafür zu beten, daß die vom Papst „Getäusch­ten“ und sei­ne „Anhän­ger“ von ihrer „Häre­sie“ ablas­sen und for­dern Papst Fran­zis­kus auf, in die Ortho­do­xie zurück­zu­keh­ren.

„Synkretismus“ und „Papismus“

In ihrem lan­gen Doku­ment wer­fen sie dem Papst “Syn­kre­tis­mus“ vor. Der Katho­li­schen Kir­che spre­chen die bei­den Unter­zeich­ner den Sta­tus als Kir­che ab. Die Gül­tig­keit der von der Katho­li­schen Kir­che gespen­de­ten Sakra­men­te leug­nen die bei­den Metro­po­li­ten aus­drück­lich. Eben­so die Stel­lung des Bischofs von Rom als Papst. Den Pri­mat des Petrus und sei­ne Juris­dik­ti­on über die gan­ze Kir­che ver­wer­fen sie. Das Dog­ma der Unfehl­bar­keit sei eine „Läste­rung“ wider den Hei­li­gen Geist und der Beweis dafür, daß der Papst vom „sata­ni­schen Hoch­mut beses­sen“ sei. Der „Papis­mus“ sei kei­ne Kir­che, „son­dern eine reli­giö­se Gemein­schaft, eine Para-Syn­ago­ge, eine Häre­sie, eine völ­li­ge Per­ver­si­on der Wahr­heit“.

Auf den 89 Sei­ten lie­fern die bei­den Bischö­fe auch detail­lier­te Anga­ben dar­über, was sie für die „schwer­wie­gend­sten Irr­tü­mer“ der Katho­li­schen Kir­che hal­ten. Dazu gehört, daß der Papst „das Ange­bot des Teu­fels ange­nom­men“ habe, einen Staat zu regie­ren. Die Punk­te rei­chen von der theo­lo­gi­schen Streit­fra­ge des „filio­que“ im Niz­ä­no-Kon­stan­ti­no­po­li­ta­ni­schen Glau­bens­be­kennt­nis über das Unfehl­bar­keits­dog­ma, die päpst­li­che Juris­dik­ti­on, die Tau­fe durch Bespren­gen (Asper­si­on) und die Tren­nung des Taufsa­kra­ments von der Fir­mung, die Art der eucha­ri­sti­schen Kon­se­kra­ti­on, die feh­len­de Kom­mu­ni­on unter bei­der­lei Gestal­ten (kein Lai­en­kelch), das Feh­len der Klein­kin­der­kom­mu­ni­on, die Mari­en­dog­men der unbe­fleck­ten Emp­fäng­nis und der Him­mel­fahrt, die Leh­re vom Fege­feu­er, die Abläs­se, den Zöli­bat für Prie­ster, bis zur Aner­ken­nung der unier­ten Kir­chen durch Rom.

Kommunion für Vladimir Luxuria und „satanische Kabbala“

Zum Beleg ihrer Anschul­di­gung füh­ren die bei­den Bischö­fe eine Rei­he von Medi­en­be­rich­ten an, dar­un­ter zum Bei­spiel die Kom­mu­ni­on für den sich als Bud­dhi­sten bezeich­nen­den Trans­ve­sti­ten Vla­di­mir Luxu­ria bei der Toten­mes­se für Don Gal­lo (sie­he eige­nen Bericht Don Gal­lo, der Prie­ster der fast alles leug­ne­te – Skan­dal bis ins Grab).

Die direk­ten Angrif­fe gegen Papst Fran­zis­kus rei­chen von der Seg­nung der Har­ley David­son Motor­rä­der, über die Art, wie der Welt­ju­gend­tag in Bra­si­li­en statt­fand, bis zur Gewäh­rung von Abläs­sen über Twit­ter. Selbst eine angeb­li­che Zusam­men­ar­beit Ber­go­gli­os mit dem argen­ti­ni­schen Mili­tär wäh­rend der Dik­ta­tur wur­de erneut bemüht.

Vie­le Sei­ten sind einer Kri­tik am Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil gewid­met und an der Öff­nung für den „inter­re­li­giö­sen Dia­log“. Kri­ti­siert wird auch die Hal­tung der Katho­li­schen Kir­che gegen­über dem Juden­tum, das von der „Ver­ant­wor­tung für die Kreu­zi­gung Jesu“ frei­ge­spro­chen wer­de, wäh­rend „das Juden­tum“ mit der „sata­ni­schen Kab­ba­la und dem dämo­ni­schen Tal­mud jeden Tag den Ret­ter der Welt“ kreu­zi­ge.

„Papst der Juden, Freimaurer, Amerikas, der Neuen Weltordnung“

Papst Fran­zis­kus wird die Fuß­wa­schung am Grün­don­ners­tag an Mos­lems und Frau­en im Jugend­ge­fäng­nis 2013 zum Vor­wurf gemacht, aber eben­so die bevor­ste­hen­de Hei­lig­spre­chung von Johan­nes XXIII. und Johan­nes Paul II.

Auf wei­te­ren Sei­ten wird eine zu nach­gie­bi­ge Hal­tung der Katho­li­schen Kir­che zur “Homo-Ehe“ kri­ti­siert und Papst Fran­zis­kus als „Papst der Juden, der Rab­bi­nen, der Frei­mau­rer, der Dik­ta­to­ren, Ame­ri­kas, des Öku­me­nis­mus und der Neu­en Welt­ord­nung“ bezeich­net, der den ortho­do­xen Chri­sten nichts zu bie­ten habe. Des­halb kön­ne es „kei­ne Kom­pro­mis­se zwi­schen Ortho­do­xie und Papst­tum geben“.

„Anklageschrift“ richtet sich an orthodoxe Christen

Die Kri­tik rich­tet sich grund­sätz­lich gegen jede Annä­he­rung zwi­schen Katho­li­ken und Ortho­do­xen und steht damit in einer lan­gen ortho­do­xen Tra­di­ti­on, die sich in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten deut­lich abge­schwächt hat. Noch unter Johan­nes Paul II. ver­wei­ger­te der Erz­bi­schof von Athen und ganz Grie­chen­land jede Zusam­men­ar­beit, ja sogar eine Begeg­nung mit dem Papst. Die Zei­ten haben sich seit­her geän­dert und unter allen ortho­do­xen Kir­chen fehlt nur mehr eine per­sön­li­che Begeg­nung zwi­schen dem Papst und dem Patri­ar­chen von Mos­kau. Die bei­den Bischö­fe Andre­as Trem­pelas und Sera­phim Ment­zelo­pou­los gehö­ren die­ser har­ten Linie an, deren Zuspruch schwin­det.

Die 89 Sei­ten der Ankla­ge­schrift sind daher weni­ger an die Katho­li­sche Kir­che gerich­tet, als viel­mehr im inner­or­tho­do­xen Streit zu lesen. Die bei­den Bischö­fe kri­ti­sie­ren die Hal­tung des Öku­me­ni­schen Patri­ar­chen Bar­tho­lo­mä­us I., ohne die­sen zu erwäh­nen, und des­sen gute Kon­tak­te zu Rom, die Ende Mai in einer gemein­sa­men Rei­se mit Papst Fran­zis­kus nach Jeru­sa­lem zum Aus­druck kommt, die vom Patri­ar­chen ange­regt wor­den war. Die Ortho­do­xie sucht nach einer schritt­wei­sen Annä­he­rungs­pha­se unter Johan­nes Paul II., beson­ders seit dem Pon­ti­fi­kat Bene­dikts XVI. einen Schul­ter­schluß mit Rom gegen das, was der deut­sche Papst als „Dik­ta­tur des Rela­ti­vis­mus“ kri­ti­siert hat­te.

Bereits 2012 war Bischof Sera­phim von Patri­arch Bar­tho­lo­mä­us scharf kri­ti­siert wor­den, weil er sich nicht an den von allen kano­nisch aner­kann­ten ortho­do­xen Kir­chen gefaß­ten Beschluß zum Dia­log mit der Katho­li­schen Kir­che hält.

Torniellis Seitenhieb gegen „ultrarechte Katholiken“

Schwe­rer wiegt, daß in die Ankla­ge­schrift, einer dif­fu­sen Mischung ernst­zu­neh­men­der klas­si­scher ortho­do­xer Posi­tio­nen und wir­rer Anschul­di­gun­gen, auch berech­tig­te Kri­tik ein­ge­streut ist. Eini­ge Vati­ka­ni­sten, wie Andrea Tor­ni­el­li, die im neu­en Kli­ma des argen­ti­ni­schen Pon­ti­fi­kats die­sem eine „devo­te“ Geste ent­bie­ten woll­ten, nütz­ten den unge­wöhn­li­chen Angriff einer ortho­do­xen Min­der­hei­ten­po­si­ti­on, die unter katho­li­schen Chri­sten auf wenig Ver­ständ­nis sto­ßen dürf­te, um „ultra­rech­te katho­li­sche Inter­net­sei­ten und Publi­ka­tio­nen“ anzu­grei­fen. Sie wer­den im Umkehr­schluß mit ihrer Kri­tik am Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil und an nach­kon­zi­lia­ren Ent­wick­lun­gen, aber auch mit ihrer Kri­tik am der­zei­ti­gen Pon­ti­fi­kat in die Nähe der bei­den ortho­do­xen Metro­po­li­ten gerückt, die Tor­ni­el­li mit „Tali­ban“ gleich­setzt.

Die ein­sei­ti­ge Bot­schaft ist klar, da Tor­ni­el­li nichts von „ultra­lin­ken katho­li­schen Inter­net­sei­ten und Publi­ka­tio­nen“ schreibt, die im sel­ben unzu­läs­si­gen Umkehr­schluß mit ihrer Kri­tik am „Papis­mus“, am Unfehl­bar­keits­dog­ma, am Papst als Staats­ober­haupt oder den maria­ni­schen Dog­men in die Nähe der bei­den „unor­tho­do­xen“ grie­chisch-ortho­do­xen Metro­po­li­ten gerückt wer­den könn­ten.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can Insi­der




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20 Kommentare

  1. Die­se ortho­do­xen Bischö­fe wer­fen eini­ges zusam­men. Die Mari­en­dog­men sind unan­tast­bar und wer­den immer und für alle Zei­ten Gül­tig­keit haben. Über ande­res wird sicher­lich, in brü­der­li­chem Gei­ste hof­fent­lich, gestrit­ten wer­den.
    Die­se har­ten Wor­te der ortho­do­xen Bischö­fe sind aber vor allem der furcht­ba­ren Zer­stö­rung und Plün­de­rung Kon­stan­ti­no­pels gegen den aus­drück­li­chen Wil­len des dama­li­gen Pap­stes durch katho­li­sche, west­li­che Chri­sten im Jah­re 1204 geschul­det. Die­se Wun­de war sehr tief und ist es offen­bar imm­mer noch.
    Die­se schreck­li­che Tat aber hat­te nicht nur dem Fall der Stadt an die Tür­ken im Jah­re 1453 Vor­schub gelei­stet. Die­se Tat hattte m.Er. auch indi­rekt die Spal­tung der west­li­chen Chri­sten­heit zur Fol­ge. Manch­mal zei­gen sich Unta­ten erst nach lan­ger Zeit und in ande­rem Gewand. Das böse Gewis­sen kommt nicht zur Ruhe und sucht sich Aus­we­ge, die eben­falls nicht gut waren.

    Man kann getrost sagen, daß die Ein­heit der Chri­sten nur mit den Ortho­do­xen zustan­de kom­men wird. Denn wir sind als west­li­che oder röm.-katholische Chri­sten ein wich­ti­ger Teil der gesam­ten Chri­sten­heit, aber nicht alles. Eine Wie­der­ver­ei­ni­gung mir den Ortho­do­xen hät­te vie­le gute Früch­te zur Fol­ge.
    Papst Johan­nes Paul II. hat­te bei sei­nem Athen-Besuch im Jah­re 2001 vor Ort eine aus­drück­li­che Bit­te um Ent­schul­di­gung für „1204“ gespro­chen- und sie fand viel Beach­tung bei den Grie­chen.

    • Dog­men kön­nen nicht mehr rück­gän­gig gemacht wer­den. War­um übri­gens nur die Mari­en­dog­men nicht?
      Die Dog­men von der Unfehl­bar­keit des Pap­stes genau­so wie das vom Filio­que und die erwähn­ten Unge­reimt­hei­ten — aller­dings nicht auf­sei­ten der RKK! — bei der Eucha­ri­stie­fei­er eben­so wie der ortho­do­xe Unge­hor­sam gegen­über dem Gebot Jesu zur Unauf­lös­lich­keit der Ehe kön­nen nie­mals mehr ohne völ­li­ge Zer­stö­rung der RKK auf­ge­ge­ben wer­den.
      Sowohl die Pro­gres­si­sten als auch die Tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen schie­len zur Ortho­do­xie und mei­nen, die RKK kön­ne sich dar­an ori­en­tie­ren: die einen hin­sicht­lich der Wie­der­ver­hei­ra­tung nach einer Schei­dung und der Auf­ga­be des päpst­li­chen Pri­mats, die ande­ren hin­sicht­lich angeb­lich „authen­ti­sche­rer“ lit­ur­gi­scher Voll­zü­ge.
      Die RKK ist also von zwei Sei­ten in gro­ßer Gefahr, in die Irr­tü­mer der Ortho­do­xie abzu­stür­zen.
      Denn es sind Irr­tü­mer und die Päp­ste haben das auch stets genau so genannt.
      Das Pam­phlet der bei­den ortho­do­xen Bischö­fe spricht das Dilem­ma von der Gegen­sei­te her ganz deut­lich aus. Man muss ihnen sogar dank­bar sein, dass sie es tun: nur so ent­zau­bert sich viel­leicht die Ortho­do­xie als Spie­gel­flä­che der Reform­sehn­süch­te sowohl „rechts“ als auch „links“ von der ein­zi­gen katho­li­schen Wahr­heit. Und die ist dem Papst und sei­ner Kir­che ver­hei­ßen — nie­mand ande­rem.
      Dass die­ser Papst seit Jahr­zehn­ten ein Pro­blem­fall ist, trifft dar­über hin­aus und davon unab­hän­gig zu.

      • Stim­me mit Ihnen über­ein, daß natür­lich nicht nur die Mari­en­dog­men, son­dern auch alle ande­ren unan­tast­bar sind.
        Neben man­chen über­wind­ba­ren theo­lo­gi­schen Unter­schie­den im Sin­ne der röm.-kath. Kir­che spie­len aber auch histo­ri­sche und gei­stes­ge­schicht­li­che Gege­ben­hei­ten eine gro­ße Rol­le im Ver­hält­nis zwi­schen Ost- und West­kir­che. Und nicht zuletzt das Petrus­amt.
        Die Ver­ei­ni­gung, wenn sie kommt, kann nur vom Him­mel bewirkt wer­den.

        • Es gibt römisch-katho­li­sche Dog­men, die unver­ein­bar sind mit der ortho­do­xen Glau­bens­leh­re.
          Zu beach­ten ist wei­ter, dass für die Ortho­do­xen nicht nur die Dog­men ver­bind­lich sind, son­dern sämt­li­che Kano­nes, die von öku­me­ni­schen Kon­zi­li­en ange­nom­men wur­den, von denen der gering­ste Teil dog­ma­tisch, der weit­aus grö­ße­re Teil das Kir­chen­recht, die Dis­zi­plin, den Kult usw. betrifft. (Die alten Öku­me­ni­schen Kon­zi­li­en waren kei­nes­wegs nur dog­ma­tisch, wie man­che Tra­di­tio­na­li­sten glau­ben.)
          Des­halb kann es auch nicht zu einer Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men, solan­ge nicht wenig­stens eine der Par­tei­en von ihren bis­he­ri­gen Glau­bens­sät­zen abrückt, sei es inhalt­lich, sei es von ihrer Ver­bind­lich­keit und Heils­not­wen­dig­keit.
          Auch der Him­mel kann nicht den Satz bzw. das onto­lo­gi­sche Prin­zip vom (aus­ge­schlos­se­nen) Wider­spruch auf­he­ben.

      • Aus dem Can­ti­cum der Lau­des von heu­te mor­gen (1 Sam 2,1–10):
        „… Nie­mand ist hei­lig, nur der HERR, denn außer dir gibt es kei­nen Gott; kei­ner ist ein Fels wie unser Gott…“
        Dar­über sol­len wir nicht ein­fach hin­weg­le­sen, son­dern nach­sin­nen, was es bedeu­tet.

        • Man muss in Kor­re­spon­denz lesen zu „Tu es Petrus. Et super hanc petram aedi­fi­c­abo eccle­si­am meam.“ (Mt. 16, 18)

          Deutsch: „Du bist Petrus, Und auf die­sen Fel­sen will ich mei­ne Kir­che bau­en.“

          Das NT weist immer wie­der dar­auf hin, dass sowohl Him­mel als auch Erde hier­ar­chisch geführt wer­den. Nun ist aber die­se „Hier­ar­chie“ kei­ne welt­li­che Hier­ar­chie, die ein womög­lich noch wesens­mä­ßi­ges Wert- und Macht­ge­fäl­le aus­drücken wür­de.

          Immer wie­der leuch­tet das so schwer ver­kraft­ba­re Para­dox des abso­lut „erge­be­nen Herr­schers“ auf. Der Herr macht sich zum Die­ner für uns.

          Gan­ze Kir­chen­re­gio­nen sind des­we­gen abge­fal­len von der Mut­ter Kir­che: sie woll­ten nicht, dass ein Skla­ve, der hin­ge­schlach­tet wird, unser Herr ist. In man­nig­fa­chen Dis­kus­sio­nen drückt sich dies aus: in der Fra­ge, ob nicht Jesus dem Vater doch min­de­stens sub­or­di­niert sein müs­se (Aria­nis­mus), oder doch nicht als Gott unlös­bar vom Men­schen ins Fleisch kam (Nesto­ria­nis­mus), oder nicht ein­fach Mensch gespielt hat, ohne Mensch zu sein (Mono­phy­si­tis­mus), oder nur Mensch war ohne ech­ter Gott zu sein (Moder­nis­mus), in der Phan­ta­sie, dass Jesus eben doh dem Vater sub­or­di­niert sein muss, weil der Hl. Geist doch nicht auch von IHM aus­ge­hen kann, von IHM, dem Die­ner und Opfer­lamm etc.

          Dass Gott auch nicht bloß ein­fach Amne­sti­en erlas­sen woll­te, zeigt uns, dass ER sich mit sei­ner Schöp­fung so ver­bun­den hat, dass ER in uns sein Fleisch sieht und wir dies wohl auch sind — andern­falls hät­te ER sich kaum die Mühe gemacht, die ER sich gemacht hat. Wen ER zum Fel­sen beruft, der IHN sicht­ba machen soll für alle Welt, der muss bereit sein zum Mar­ty­ri­um.
          Und genau da hakt es.

          In dem Moment in dem die­se Bereit­schaft zurück­kehrt, wird alles ins Lot kom­men.

  2. In man­chen Punk­te stim­me ich die­sen Bischö­fen durch­aus zu: Öku­me­nis­mus, Kom­mu­ni­on an Trans­ve­sti­ten, Welt­ju­gend­tag, Kri­tik am II. Vati­ka­num, Fuß­wa­schung am Grün­don­ners­tag 2013, „Hei­lig­spre­chung“ von Johan­nes XXIII. und Johan­nes Paul II.
    Dass über Twit­ter Abläs­se gespen­det wür­den ist mir neu.

    Mit den ande­ren Punk­ten bin ich aber nicht ein­ver­stan­den. Außer­dem gibt es hier einen Denk­feh­ler: Wenn die Gül­tig­keit der Sakra­men­te nicht gege­ben ist, dann kann es auch kei­ne Kom­mu­ni­on an Trans­ve­sti­ten geben.

    Wie schon geschrie­ben: wir­re Anschul­di­gun­gen und auch berech­tig­te Kri­tik. Die­se „Kri­tik“ die­ser bei­den Bischö­fe will aber nur beschimp­fen und nicht kon­struk­tiv sein, sie ist theo­lo­gisch feh­ler­haft, kei­ne Grund­la­gen der Sakra­men­ten­leh­re wer­den beach­tet.

    So erreicht man gar nichts!

    • ich bin mit Ihnen in allen Punk­ten einverstanden.Doch beden­ken wir Hitz­köp­fe mit unaus­lösch­li­chem Fana­tis­mus gibt es hüben und drü­ben-ich bezeich­ne sie ger­ne als Patres Fera­pont noch Dosto­jew­skis Roman­fi­gur in den Karamasoffs.Es ist die gro­sse Ver­su­chung einer unkri­ti­schen Apo­lo­gie-nein,
      ich möch­te mit Ihnen kräf­tig nachrufen:so erreicht man wirk­lich gar nichts!

  3. Die so genann­te „Ortho­do­xie“, das waren immer Lakai­en des Staa­tes, erst des byzan­ti­ni­schen, dann des rus­si­schen Zaris­mus. Die Unab­hän­gig­keit der Kir­che vom Staat und ihre Inter­na­tio­na­li­tät haben sie ver­ra­ten. Wir soll­ten uns hüten, mit denen Gemein­schaft zu pfle­gen.

    • Dem kann ich mich nur anschlie­ßen. Die­se Posi­tio­nen der bei­den ortho­do­xen Bischö­fe zei­gen nur eins: Öku­me­ne bringt uns nicht wei­ter.

  4. „Papst der Juden, der Rab­bi­nen, der Frei­mau­rer, der Dik­ta­to­ren, Ame­ri­kas, des Öku­me­nis­mus und der Neu­en Welt­ord­nung“ — Auf den Punkt gebracht! Dan­ke! Und ich bin jetzt schon so gespannt, wes­sen Füsse in die­sem Jahr poli­tisch-kor­rekt geknutscht wer­den.

  5. Solan­ge die Ost­kir­chen an so man­chen nicht gering­fü­gi­gen theo­lo­gi­schen Unge­reimt­hei­ten fest­hal­ten, kann und wird es zu kei­ner Glau­bens­ein­heit mit der römisch katho­li­schen Kir­che kom­men.

    So folgt etwa die römi­sche Kir­che bez. dem „filio­QUE“ der Leh­re des hl. Augu­sti­nus ( die im Gegen­satz zur fal­schen sub-ordi­nier­ten Aus­le­gung der Ost­kir­che die RICHTIGE ko-ordi­nier­te Aus­le­gung bekennt ), die RICHTIGERWEISE besagt, dass die Zeu­gung des ein­ge­bo­re­nen Soh­nes Got­tes IN EWIGKEIT kei­ne „Zeit­rei­hen­fol­ge“ beim Her­vor­ge­hen des Hei­li­gen Gei­stes zulas­se und somit der Hei­li­ge Geist vom Vater UND vom Soh­ne aus­ge­he;

    Des­wei­te­ren sei ein­mal mehr auf die nicht gerin­gen wei­te­ren theo­lo­gi­schen Diver­gen­zen zwi­schen der latei­ni­schen Kir­che und der Ost­kir­che hin­ge­wie­sen; nebst dem „filio­que“ auch wei­te­re ost­kirch­li­chen Abir­run­gen:

    -
    — Chri­stus als Haupt von versch. „Natio­nal­kir­chen“

    - die hl. Wand­lung als „meta­bo­le“; der Leib Chri­sti als „Ver­ei­ni­gung“ mit Brot und Wein ( dage­gen die wah­re katho­li­sche Trans­sub­stan­ta­ti­ons-Leh­re der völ­li­gen Wesens­ver­wand­lung in Leib und Blut Chri­sti in nur noch Gestalt von Brot und Wein ! )

    – das Fege­feu­er als läu­tern­de Stra­fe leh­nen sie ab

    – das Dog­ma der unbe­fleck­ten Emp­fäng­nis der aller­se­lig­sten Jung­frau und Got­tes­mut­ter Maria wur­de nicht ange­nom­men; eige­ne Defi­ni­ti­on der Erb­sün­den­leh­re

    – Die Ehe gilt als nicht unbe­dingt unauf­lös­lich

    – Das „end­gül­ti­ge Gericht“ sehen sie erst nach der Auf­er­ste­hung (röm. katho­li­sche Leh­re besagt, das beson­de­re– end­gül­ti­ge– Gericht folgt bereits unmit­tel­bar nach dem Tode !)

    • Noch mal ganz herz­li­chen Dank für die Zusam­men­stel­lung — das ist wirk­lich wich­tig, auf die­se tief­grei­fen­den Dif­fe­ren­zen immer wie­der hin­zu­wei­sen. Sie haben das Koor­di­na­ten­sy­stem total ver­scho­ben.
      Es gibt kei­ne Wahr­heit im wesent­lich Fal­schen.
      Und es ist Wesent­li­ches!

  6. Die ortho­do­xen Bischö­fe, bestä­ti­gen nur was wir ja auch wis­sen. Sie gehen ein biss­chen zu weit. Es wäre wir­kungs­vol­ler und heil­sa­mer gewe­sen, sie hät­ten die Kir­che nach dem 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil der Häre­sie bezich­tigt. Äusse­run­gen in die­se Rich­tung gab es auch schon von Klaus Obenau­er im fol­gen­den Arti­kel.
    https://www.katholisches.info/2013/08/15/evangelistischer-franziskus-oder-papa-haereticus-ein-bedrueckendes-unentschieden/
    Schon rein das selek­ti­ve Ver­kün­den des Evan­ge­li­ums ist eine Häre­sie. Über das Unan­ge­neh­me schweigt man oder man glaubt, dass die Wis­sen­schaft die Unhalt­bar­keit der Erb­sün­de, des Teu­fels bewie­sen hät­te, was ja die Wis­sen­schaft nicht kann, die sel­ber sich nur auf einen Glau­ben stützt, den Glau­ben an die Axio­me, die sel­ber nicht bewie­sen wer­den kön­nen. Lei­der glau­ben mehr Theo­lo­gen an die mate­ria­li­sti­sche Wis­sen­schaft als an den Vor­rang der Bibel, das ist Häre­sie.

  7. Mit die­sen ortho­do­xen Bischö­fen wer­den wir nicht kon­form gehen kön­nen. Bewähr­tes Katho­li­sches darf nicht in Fra­ge gestellt wer­den.

  8. Auch wenn sie an bestimm­ten ent­schei­den­den Stel­len natür­lich noch nicht zur katho­li­schen Wahr­heit vor­ge­drun­gen sind, dan­ke ich Gott, dass es die­se präch­ti­gen ortho­do­xen Bischö­fe gibt, die der Kon­zils­kir­che den Spie­gel vor­hal­ten und ihr zei­gen, dass sie — wie im Mär­chen von des Kai­sers neu­en Klei­dern — nackt ist. So gese­hen darf man sagen, dass die­se Bischö­fe an ent­schei­den­den Stel­len katho­li­scher sind als alle west­lich-katho­li­schen „Hir­ten“.

    Wie im Poli­ti­schen gilt auch hier: aus dem Osten kommt Licht und Ret­tung!

    • War­um dann nicht aus Japan? Das ist das Land der auf­stei­gen­den Son­ne?

      Für den Katho­li­ken für auch in der Poli­tik gilt: unser Licht ist Chri­stus und kommt „ex alto“ (aus der Höhe).

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