Christenfeindlichkeit: Die neue alte Front der Kirchengegner

Antichristliche Laizistenfront und der Propagandalüge, daß Gewalt von den Christen ausgehe und sie den sozialen Frieden gefährden würden(Rom/New York) Die Kir­chen­geg­ner geben sich reli­gi­ons­kri­tisch, doch in Wirk­lich­keit ist ihr erstes und eigent­li­ches Feind­bild die Katho­li­sche Kir­che. Das Anlie­gen der Lai­zi­sten ist die Schwä­chung der Kir­che und deren Ver­drän­gung aus dem öffent­li­chen Raum. Und das nicht erst seit den 90er Jah­ren, als die Fra­ge mit neu­er Viru­lenz auf­trat, nach­dem sich der kapi­ta­li­sti­sche Links­li­be­ra­lis­mus des Kom­mu­nis­mus ent­le­digt hat­te und weni­ger Rück­sicht auf die Chri­sten als mög­li­che anti­kom­mu­ni­sti­sche Ver­bün­de­te neh­men muß­te. Eine Neu­auf­la­ge die­ser alten Front fin­det sich in der For­mel: „Je mehr Reli­gio­nen, desto weni­ger Gewalt“. Was vor­der­grün­dig gegen Gewalt gerich­tet scheint, ist tat­säch­lich ein anti­christ­li­ches, bes­ser gesagt, ein anti­ka­tho­li­sches Plä­doy­er für den Plu­ra­lis­mus. In die­sem Sinn emble­ma­tisch ist der von einer Stu­die über reli­giö­sen Plu­ra­lis­mus des Pew Rese­arch Cen­ters in den USA aus­ge­hen­de Leit­ar­ti­kel der Turi­ner Tages­zei­tung La Stam­pa, der gestern unter dem Titel „Je mehr Reli­gio­nen desto bes­ser“ ver­öf­fent­licht wur­de.

Liebe zu „Diversität“ und Multikulturalismus oder nur neues Hemd für alte Christenfeindlichkeit?

Ist es Lie­be zur „Diver­si­tät“, Lei­den­schaft für den Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus, Wunsch zu ver­blüf­fen oder ein­fach nur man­geln­de Sach­kennt­nis? Oder doch ein­fach nur eine neue Vari­an­te der alten euro­päi­schen Chri­sten­feind­lich­keit, mit dem ganz kon­kre­ten Bestre­ben, die Katho­li­sche Kir­che als welt­weit größ­te Reli­gi­ons­ge­mein­schaft zu schwä­chen? Im Umkehr­schluß bedeu­tet die For­mel näm­lich, daß reli­giö­se und kon­fes­sio­nel­le Ein­heit mehr Gewalt bedeu­ten wür­de.

Sta­ti­sti­sche Erhe­bun­gen zu reli­gi­ös moti­vier­ter Gewalt und reli­giö­sem Plu­ra­lis­mus wer­den auf eigen­wil­li­ge Wei­se in Zusam­men­hang gestellt. Dar­aus wird abge­lei­tet, daß in Län­dern, in denen die reli­giö­se Ein­heit beson­ders aus­ge­prägt ist, auch die mei­ste reli­gi­ös moti­vier­te Gewalt statt­fin­de. Genannt wer­den dazu Län­der wie Afgha­ni­stan, Paki­stan, Soma­lia, Indi­en, Ägyp­ten, Irak, Sudan, Syri­en, Jemen und Isra­el. Der Ver­gleich hinkt von Anfang an. Anhand des Zugangs­schlüs­sels lie­ßen sich weit mehr anders­lau­ten­de Bei­spie­le in euro­pä­isch gepräg­ten Staa­ten in Euro­pa, Ame­ri­ka und Ozea­ni­en ins Feld füh­ren. Es ist nicht bekannt, daß im Vati­kan, dem ein­zi­gen theo­kra­ti­schen Staat der Chri­sten­heit Gewalt an der Tages­ord­nung stün­de. Ganz im Gegen­teil.

Undifferenzierte Schuldzuweisung an Religion mit Hintergedanken

Der Zugang zur Fra­ge ist daher offen­kun­dig falsch gewählt, da die eth­nisch-kul­tu­rel­le Kom­po­nen­te und macht­po­li­ti­sche Inter­es­sen feh­len und die Gewich­tung der Ele­men­te falsch ist. Die genann­ten Nega­tiv­bei­spie­le befin­den sich im außer­eu­ro­päi­schen mos­le­mi­schen oder hin­du­isti­schen Ein­zugs­be­reich.

Und selbst in den mei­sten genann­ten Nega­tiv­bei­spie­len wäre eine Unter­schei­dung zwi­schen inter­nem Kon­flikt und exter­ner Mili­tär­in­ter­ven­ti­on zu unter­schei­den. In den mei­sten Fäl­len geht die Gewalt von isla­mi­sti­schen Mili­zen und Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen aus. Die Chri­sten spie­len in allen genann­ten Bei­spie­len für die Kon­flik­te kei­ne Rol­le, sind aber über­all Opfer der Gewalt. Das gilt für Soma­lia, Ägyp­ten, Indi­en und in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren auch für Syri­en. Sie sind Angriffs­ziel ver­schie­de­ner reli­giö­ser und poli­ti­scher Frak­tio­nen und durch­wegs Opfer. Nicht anders lie­gen die Din­ge in Isra­el, das erstaun­li­cher­wei­se von La Stam­pa in einem Atem­zug mit Afgha­ni­stan und Soma­lia genannt wur­de. Ende des Zwei­ten Welt­krie­ges waren 30 Pro­zent der Bewoh­ner des­sen, was die Chri­sten­heit das „Hei­li­ge Land“ nennt, Chri­sten. 50 Pro­zent waren Mos­lems und 20 Pro­zent Juden. Heu­te beträgt der christ­li­che Anteil nicht ein­mal mehr drei Pro­zent.

Christen als Opfer nicht als Täter

In Syri­en befin­det sich mit Baschar al-Assad eine ver­gleichs­wei­se lai­zi­sti­sche Regie­rung an der Macht, das die Reli­gi­ons­frei­heit immer­hin mehr ach­te­te als die mei­sten isla­mi­schen Staa­ten. Die fast zehn Pro­zent Chri­sten des Lan­des wer­den von den angrei­fen­den isla­mi­sti­schen Mili­zen syste­ma­tisch bekämpft.

Nicht viel anders zeigt sich die Lage im benach­bar­ten Irak. Nach mehr als elf Jah­ren des Krie­ges ist die Zahl der Chri­sten von 1,5 Mil­lio­nen auf 300.000 zurück­ge­gan­gen. Inne­r­is­la­mi­sche Kon­flik­te erschüt­tern die­ses und ande­re isla­mi­sche Län­der. In der Chri­sten­heit ist aber zwi­schen Katho­li­ken und Ortho­do­xen nicht annä­hernd ein ver­gleich­ba­rer Kon­flikt bekannt wie zwi­schen Sun­ni­ten und Schii­ten.

Afgha­ni­stan, Soma­lia und Sudan mögen reli­gi­ös kom­pak­te Staa­ten sein. Es sind aber isla­mi­sche Staa­ten und Quel­le der Kon­flik­te ist das staat­lich ver­ord­ne­te Gesetz der Scha­ria. Eine ver­all­ge­mei­nern­de Über­tra­gung die­ser isla­mi­schen Beson­der­heit auf ande­re Reli­gio­nen ist völ­lig unzu­läs­sig und intel­lek­tu­ell unred­lich. Ähn­li­ches lie­ße sich, wenn schon, für Indi­en und den Hin­du­is­mus sagen. In einem alten Kul­tur­kampf ver­sucht der Hin­du­is­mus immer neu eine kul­tu­rell-reli­giö­se Homo­ge­ni­sie­rung des Sub­kon­ti­nents.

Wenn ein Bild mehr sagt, als ein Artikel verschleiert

Der La Stam­pa-Arti­kel wur­de mit einem Bild aus Zen­tral­afri­ka ver­öf­fent­licht. Dar­auf ist ein Schwar­zer zu sehen, der demon­stra­tiv damit droht, die Keh­le durch­zu­schnei­den. Die Bild­le­gen­de lau­tet „Ein Mit­glied der christ­li­chen Anti-Bala­ka in Ban­gui, Zen­tral­afri­ka“. Das ein­zi­ge Bei­spiel reli­giö­ser Gewalt, das der Auf­satz bild­lich sug­ge­riert, ist damit Gewalt von Chri­sten. Nicht Gewalt von Isla­mi­sten, obwohl die mei­sten genann­ten Län­der der Scha­ria unter­lie­gen. Nicht Gewalt von Hin­dus, obwohl allein in Indi­en jeder sieb­te Erden­be­woh­ner lebt. Eine bemer­kens­wer­te Ver­dre­hung der Tat­sa­chen. Das Bild legt damit offen, was der Arti­kel nur ver­schlei­ernd nahe­legt: Es soll der Ein­druck ver­mit­telt wer­den, daß die Gewalt von den Chri­sten aus­geht und schuld dar­an die Reli­gi­on ist. Im Umkehr­schluß sei das Chri­sten­tum zurück­zu­drän­gen und die­se im Westen statt­fin­den­de Ver­drän­gung als Ein­satz für den Frie­den und gegen die Gewalt gerecht­fer­tigt.

In Wirk­lich­keit lie­gen die Din­ge ganz anders als dar­ge­stellt oder zumin­dest sug­ge­riert. Die Zen­tral­afri­ka­ni­sche Repu­blik ist mehr­heit­lich christ­lich. Die 15 Pro­zent Mos­lems des Lan­des ver­such­ten mit Hil­fe aus­län­di­scher isla­mi­scher Mili­zen aus dem Tschad und dem Sudan die Macht im Land zu über­neh­men und das Land zu isla­mi­sie­ren. Nach dem Sieg über die Isla­mi­sten neh­men nun die soge­nann­ten Anti-Bala­ka-Mili­zen Rache für die Ver­bre­chen der Mos­lems. Dabei han­delt es sich aber nicht um christ­li­che, son­dern um weit­ge­hend ani­mi­sti­sche Mili­zen, was die Schluß­fol­ge­run­gen von La Stam­pa nicht nur strau­cheln läßt, son­dern die anti­christ­li­che Pro­pa­gan­da­ab­sicht ent­larvt. Anti-Bala­ka erkennt man an Voo­doo-ähn­li­chen Amu­let­ten, die sie um den Hals tra­gen und die man bei Chri­sten nicht fin­det. Auf dem von La Stam­pa ver­öf­fent­lich­ten Bild ist nicht, wie die Bild­un­ter­schrift behaup­tet, ein Christ zu sehen, son­dern ein Ani­mist.

Die antichristliche Absicht hinter dem Vorwand

Was aber ist mit der La Stam­pa-The­se und Nige­ria? Das schwarz­afri­ka­ni­sche Land weist einen hohen reli­giö­sen Plu­ra­lis­mus auf, ist aber Schau­platz bru­ta­ler Mas­sa­ker, deren Ver­ur­sa­cher eine isla­mi­sti­sche Miliz ist. Was ist mit Kuwait und ande­ren Län­dern der ara­bi­schen Halb­in­sel, wo aber Isla­mi­sten die Zer­stö­rung aller christ­li­chen Kir­chen for­dern? Was ist mit dem kom­mu­ni­sti­schen Nord­ko­rea oder Viet­nam, wo ein teils uner­bitt­li­cher Kampf gegen Reli­gi­on und beson­ders gegen Chri­sten geführt wird?

La Stam­pa for­mu­liert eine von den Fak­ten wider­leg­te The­se mit weit­rei­chen­den Fol­gen. Im Wider­spruch zu Nic­colò Mac­chia­vel­li wird behaup­tet, daß die reli­giö­se Ein­heit nicht mehr ein instru­men­tum reg­ni sei, das sozia­le Sta­bi­li­tät garan­tie­re. Im Umkehr­schluß müs­se es daher der reli­giö­se Plu­ra­lis­mus sein, der den Frie­den siche­re. Das sagt La Stam­pa zwar nicht, stellt aber die logi­sche Fort­set­zung des Gedan­ken­gan­ges dar.

Der Arti­kel wäre nicht wei­ter von Bedeu­tung, wür­de er nicht einen Grund­te­nor wider­ge­ben, der im west­li­chen Kon­text auf der Ent­schei­dungs­ebe­ne mit anti­christ­li­chem, kon­kret jedoch vor allem anti­ka­tho­li­schem Ein­schlag ver­brei­tet, wenn nicht sogar Maß­stab des Han­delns ist.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: La Stam­pa (Screen­shot)

4 Kommentare

  1. Ja, es stimmt die auf­klä­re­ri­sche Welt ist oft kir­chen­feind­lich, beson­ders gegen die römisch­ka­tho­li­sche Kir­che; sie ver­tritt unver­rück­ba­re Wer­te — das macht sie angreif­bar, da das Indi­vi­du­um Mensch nicht mehr allein zu Maß­schnur genom­men wer­den kann; dies ist ein gro­ßes Ärger­nis für die schein­bar Auf­ge­klär­ten. Gleich­wohl tra­gen die Bischö­fe ein gro­ßes Maß an Selbst­ver­schul­den dar­an, denn sie zei­gen nicht klar kan­te — Papst Johan­nes Paul II erzwang ein­fach den Aus­stieg aus der Abtrei­bung durch die „Schein­be­ra­tung“; Abtrei­bung — so das BVG — ist rechts­wid­rig — bleibt aber straf­frei, wenn bestimm­te regu­la­ri­en ein­ge­hal­ten wer­den; die katho­li­sche Kir­che kann nach den gebo­ten Jesu Chri­sti nie­mals einer Abtrei­bung das Wort reden; vie­le Bischö­fe in Deutsch­land wol­len dem Zeit­geist nach­ge­ben und ver­ra­ten ihr apo­sto­li­sches Amt — sie schwät­zen die Sät­ze des Zeit­gei­stes nach und mer­ken gar, dass sie nütz­li­che Ido­ten der sog. auf­ge­klär­ten wer­den. Papst Fran­zis­kuns pp wird auf­pas­sen müs­sen, dass es ihm nicht auch so geht. ner­gi­sches ter­rai ist nicht mit san­da­len zu beackern; das wird er noch ler­nen oder auch nicht.

    • Völ­lig rich­tig gese­hen. Man las­se aber unse­re „Stra­te­gen“ nicht dar­aus fol­gern, dass wir mit ver­rück­ba­ren Wer­ten unan­greif­bar wür­den.
      Ich schät­ze an katholisch.info, dass hier Mei­nungs­frei­heit herrscht, anders­wo kommt man bei dem Ver­dacht auf die lei­se­ste Kri­tik an Ber­go­glio auf die BLACKLIST. Ich bin natür­lich auf die­ser Liste.

      • da bin ich sicher auch drauf-und das freut mich ausser­or­dent­lich-et exul­ta­vit spi­ri­tus meus in Deo salu­tari meo!-
        denn ich habe nichts mehr zu ver­lie­ren.

        • Das mit der BLACKLIST ist leicht her­aus­zu­be­kom­men. Nur anschrei­ben (Redak­ti­on), dann kommt die Nach­richt.
          Ich mag dort auch nicht mehr mit­ma­chen.
          Die Hoch­prei­sun­gen auf Ber­go­glio sind ja nur noch pein­lich.

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