Ist Methol Ferré Stichwortgeber für Papst Franziskus Beurteilung der Welt von heute?

Barack Obama und Papst Franziskus: Orientiert sich Franziskus bei der Beurteilung der Welt von heute an Methol Ferré?(Vati­kan) Der Papst und der Phi­lo­soph. Sein Name ist Alber­to Methol Fer­ré. Laut dem Vati­ka­ni­sten San­dro Magi­ster ori­en­tiert sich Papst Fran­zis­kus an ihm bei der Beur­tei­lung der Welt und dem Ver­such der vor­herr­schen­den neu­en Kul­tur, dem „liber­ti­nen Athe­is­mus“ ent­ge­gen­zu­wir­ken. Dazu gehö­re, so Magi­ster, das auf­fal­lend stren­ge Gesicht, das der Papst bei sei­ner Begeg­nung mit US-Prä­si­dent Barack Oba­ma auf­setz­te. Die Fra­ge ist nach wie vor, wel­che Ele­men­te das Den­ken von Papst Fran­zis­kus prä­gen, Motor sei­nes Han­dels sind und wohin er die Kir­che füh­ren möch­te. Die Gesamt­heit der päpst­li­chen Aus­sa­gen und Hand­lun­gen erge­ben noch immer kei­ne erkenn­ba­re Rich­tungs­an­ga­be. San­dro Magi­ster unter­nahm einen neu­en Ver­such, die­se Fra­gen zu ent­schlüs­seln. Ob es ihm gelun­gen ist, muß eben­so offen blei­ben, wie die Fra­ge, ob Papst Fran­zis­kus den geeig­ne­ten Ansatz für eine Ant­wort auf die Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit hät­te, soll­ten Magi­sters Über­le­gun­gen zutref­fend sein.

US-Präsident Obama und das ernste Gesicht von Papst Franziskus

Bei sei­ner Begeg­nung mit Barack Oba­ma ver­schwieg Papst Fran­zis­kus nicht, was die ame­ri­ka­ni­sche Regie­rung von der katho­li­schen Kir­che in den USA trennt. Kon­kret ging es dabei um das „Recht der Reli­gi­ons­frei­heit und die Gewis­sens­ver­wei­ge­rung“, wie das Pres­se­amt des Vati­kans nach dem Tref­fen bekannt­gab.

Jor­ge Mario Ber­go­glio mag nicht den direk­ten Kon­flikt, schon gar kei­nen öffent­li­chen und am wenig­sten mit den Mäch­ti­gen die­ser Welt. In poli­ti­schen Fra­gen läßt er den loka­len Epi­sko­pat han­deln, den er am Beginn sei­nes Pon­ti­fi­kats aus­drück­lich dazu auf­for­der­te. Wäh­rend Papst Fran­zis­kus mit den bis­he­ri­gen Staats­gä­sten freund­lich, scher­zend, teils aus­ge­las­sen mit süd­län­di­schen Wan­gen­küs­sen wie mit der argen­ti­ni­schen Staats­prä­si­den­tin Cri­sti­na Kirch­ner, teils für sei­nen Rang ziem­lich unan­ge­mes­sen wie sei­ne Ver­nei­gung samt Hand­kuß für die jor­da­ni­sche Köni­gin Rania umging, war sein Ver­hal­ten gegen­über US-Prä­si­dent Barack Oba­ma auf­fäl­lig distan­ziert. Der Umgang mit dem mäch­tig­sten Mann der Welt war von Bemü­hen um Distanz geprägt. Auf den offi­zi­el­len Fotos der Begeg­nung ist ein Papst mit stren­gem, ern­stem Gesicht zu sehen. Eine Mimik, die man vom argen­ti­ni­schen Kir­chen­ober­haupt so nicht gewohnt ist und die um so mehr mit dem auf­ge­setzt-über­trie­be­nen Lächeln des ame­ri­ka­ni­schen Staats­ober­haup­tes kon­tra­stier­te.

Lateinamerikanische Distanz zu den USA oder grundsätzliche Skepsis gegenüber den Mächtigen der Welt?

Die Fra­ge ist, woher die­ser Distan­zie­rungs­drang gegen­über der stärk­sten Welt­macht rührt. Han­delt es sich nur um eine grund­sätz­li­che macht- oder sozi­al­po­li­ti­sche Skep­sis gegen die USA, wie sie in Latein­ame­ri­ka auch in der Kir­che weit­ver­brei­tet ist? Oder konn­te die Hal­tung des Pap­stes gar nicht anders sein, wie San­dro Magi­ster meint, „ange­sichts einer radi­kal kri­ti­schen Hal­tung, die Papst Fran­zis­kus in sei­nem Inne­ren gegen­über den heu­ti­gen welt­li­chen Mäch­ten“ hege. Eine Hal­tung, die der Papst nie aus­drück­lich öffent­lich for­mu­lier­te, aber mehr­fach andeu­tungs­wei­se zu erken­nen gab. Dazu gehört auch auf dif­fu­se Wei­se die häu­fi­ge Nen­nung des Teu­fels als des gro­ßen Wider­sa­chers gegen das Chri­sten­tum im Bereich von Poli­tik und Wirt­schaft. Magi­ster nennt dazu auch die Pre­digt vom 18. Novem­ber 2013, in der sich Papst Fran­zis­kus gegen ein gleich­ge­schal­te­tes Den­ken wand­te, das „Men­schen­op­fer“ for­der­te und die­se sogar durch das Gesetz schützt.

Wer prägt päpstliches Denken: Leon Bloy, Robert Hugh Benson oder Alberto Methol Ferré?

„Ber­go­glio ist kein ori­gi­nel­ler Den­ker“, so Magi­ster. Sei­ne lite­ra­ri­schen Para­me­ter schei­nen, laut eige­ner Anga­be, der eigen­wil­li­ge katho­li­sche Fran­zo­se Leon Bloy, den er am Beginn sei­nes Pon­ti­fi­kats ein­mal erwähn­te, und vor allem Robert Hugh Ben­son, der Sohn eines angli­ka­ni­schen Erz­bi­schofs von Can­ter­bu­ry, der zum katho­li­schen Glau­ben kon­ver­tier­te und den apo­ka­lyp­ti­schen Roman Der Herr der Welt schrieb. Ihn nann­te Papst Fran­zis­kus bereits mehr­fach.

Der Papst und der PhilosophPapst Ber­go­glio scheint sich jedoch in sei­ner Ber­ur­tei­lung der moder­nen Welt vor allem von einem Phi­lo­so­phen lei­ten zu las­sen. Sein Name ist Alber­to Methol Fer­ré. Der Uru­gu­ay­er aus Mon­te­vi­deo über­schritt häu­fig den Rio de la Pla­ta, um in Bue­nos Aires sei­nen Freund, den Erz­bi­schof zu besu­chen. Methol Fer­ré ist 2009 acht­zig­jäh­rig ver­stor­ben. 2007 erschien ein Gesprächs­buch, das nun in Argen­ti­ni­en in einem Nach­druck neu auf­ge­legt wur­de. ((Alber­to Methol Fer­ré, Alver Metal­li, „El Papa y el filó­so­fo“, Edi­to­ri­al Bib­los, Bue­nos Aires, 2013)) „Das Buch ist nicht nur von kapi­ta­ler Bedeu­tung, um sei­ne Sicht der Welt zu ver­ste­hen, son­dern auch die sei­nes Freun­des, der inzwi­schen Papst gewor­den ist“, so Magi­ster.

„Genialer Denker vom Rio de la Plata“

Bei der Vor­stel­lung der Erst­aus­ga­be in Bue­nos Aires, lob­te Kar­di­nal Ber­go­glio das Buch als von „meta­phy­si­scher Tie­fe“. 2011 bezeich­ne­te ihn Ber­go­glio im Vor­wort zum Buch eines gemein­sa­men Freun­des, von Guz­mán Car­ri­qui­ry Lecour, eben­falls Uru­gu­ay­er und als Sekre­tär der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on für Latein­ame­ri­ka der rang­höch­ste Laie im Vati­kan, als den „genia­len Den­ker vom Rio de la Pla­ta“. Ein Lob, das der dama­li­ge Erz­bi­schof von Bue­nos Aires aus­sprach, weil Methol Fer­ré im genann­ten Gesprächs­buch die nach dem Fall des mes­sia­ni­schen mar­xi­sti­schen Athe­is­mus die neue vor­herr­schen­de Ideo­lo­gie sicht­bar mach­te und sezier­te. Es han­delt sich um jene domi­nan­te Ideo­lo­gie, die der Uru­gu­ay­er den „liber­ti­nen Athe­is­mus“ nann­te.

Methol Fer­ré ent­stamm­te aus einer kir­chen­feind­li­chen, agno­sti­schen Fami­lie. Bereits als Jugend­li­cher bekehr­te er sich zum katho­li­schen Glau­ben. Poli­tisch gehör­te er immer der gemä­ßig­ten Lin­ken an und gilt als „uru­gu­ay­ischer Pero­nist“. Von 1975 bis 1992 war er Mit­glied einer Arbeits­grup­pe des Rats der Latein­ame­ri­ka­ni­schen Bischofs­kon­fe­ren­zen (CELAM) für die Seel­sor­ge. Von 1980 bis 1984 gehör­te er dem Päpst­li­chen Lai­en­rat in Rom an. Der Grund sei­nes frü­hen Aus­schei­dens ist nicht ganz klar.

Libertiner Atheismus, das „neue Opium für das Volk“ und die „freimaurerische Ökumene“

Kar­di­nal Ber­go­glio beschrieb die­se Ideo­lo­gie damals wie folgt: „Der hedo­ni­sti­sche Athe­is­mus und sei­ne neo-gno­sti­schen Able­ger sind zur domi­nan­ten Kul­tur mit glo­ba­ler Ver­brei­tung gewor­den. Sie bestim­men die Atmo­sphä­re der Zeit, in der wir leben. Sie sind das neue Opi­um für das Volk. Das ‚Ein­heits­den­ken‘, das sozi­al und poli­tisch tota­li­tär ist, hat auch gno­sti­sche Struk­tu­ren: es ist nicht mensch­lich, son­dern wie­der­holt die ver­schie­de­nen For­men eines abso­lu­ti­sti­schen Ratio­na­lis­mus, durch die jener nihi­li­sti­sche Hedo­nis­mus zum Aus­druck kommt, den Methol Fer­ré beschreibt. Es domi­niert der ‚zer­stäub­te The­is­mus‘, ein dif­fu­ser The­is­mus ohne Flei­sch­wer­dung in der Geschich­te. Im besten aller Fäl­le höch­stens ein Bau­mei­ster der frei­mau­re­ri­schen Öku­me­ne.“

Im Gesprächs­buch ver­tritt Methol Fer­ré den Stand­punkt, daß der neue Athe­is­mus „radi­kal sein Erschei­nungs­bild ver­än­dert hat. Er ist nicht mehr mes­sia­nisch, son­dern liber­tin. Er ist nicht revo­lu­tio­när im sozia­len Sinn, son­dern Kom­pli­ze des Sta­tus quo. Er inter­es­siert sich nicht für Gerech­tig­keit, aber für alles, was ermög­licht, einen radi­ka­len Hedo­nis­mus zu pfle­gen. Er ist nicht ari­sto­kra­tisch, son­dern hat sich in eine Mas­sen­phä­no­men ver­wan­delt.“

 Die „Wahrheit“ des libertinen Atheismus?

Das viel­leicht inter­es­san­te­ste Ele­ment in der Ana­ly­se Methol Fer­rés fin­det sich in sei­ner Ant­wort auf die Her­aus­for­de­rung, vor die das neue hege­mo­nia­le Den­ken stellt: „So war es mit der Refor­ma­ti­on, so war es mit der Auf­klä­rung und dann mit dem mes­sia­ni­schen Mar­xis­mus. Einen Feind besiegt man, indem man das Beste sei­ner Intui­tio­nen über­nimmt und noch wei­ter­geht.“ Und was sei am liber­ti­nen Athe­is­mus wahr? „Die Wahr­heit des liber­ti­nen Athe­is­mus liegt in der Wahr­neh­mung, daß die Exi­stenz eine inti­me Bestim­mung des Genus­ses hat, daß das Leben selbst für eine Genug­tu­ung geschaf­fen ist. Mit ande­ren Wor­ten. Der tie­fe Kern des liber­ti­nen Athe­is­mus ist ein ver­bor­ge­nes Bedürf­nis nach Schön­heit.“

Kirche einziges Subjekt, das dem neuen Atheismus „entgegentreten kann“

Der liber­ti­ne Athe­is­mus „per­ver­tiert“ die Schön­heit, weil „er sie von der Wahr­heit und dem Guten und damit von der Gerech­tig­keit trennt“, so Methol Fer­ré. Man kann den wah­ren Kern des liber­ti­nen Athe­is­mus nicht durch ein argu­men­ta­ti­ves oder dia­lek­ti­sches Vor­ge­hen befrei­en. Noch weni­ger durch Ver­bo­te, Alarm­ru­fe oder durch das Dik­tat abstrak­ter Regeln. Der liber­ti­ne Athe­is­mus ist kei­ne Ideo­lo­gie, son­dern eine prak­ti­sche Metho­de. Einer Pra­xis muß man eine ande­re Pra­xis ent­ge­gen­set­zen: eine bewuß­te Pra­xis, wohl­ge­merkt, die intel­lek­tu­ell gerü­stet ist. Histo­risch gese­hen ist die Kir­che das ein­zi­ge Sub­jekt auf der Welt­büh­ne, das heu­te dem liber­ti­nen Athe­is­mus ent­ge­gen­tre­ten kann. Für mich ist nur die Kir­che wirk­lich post-modern.“

Die Über­ein­stim­mung zwi­schen der Sicht­wei­se Methol Fer­rés und sei­nem Freund Ber­go­glio und nun­meh­ri­gen Papst Fran­zis­kus sei „beein­druckend“, so Magi­ster. Dazu gehö­re, so der Vati­ka­nist, auch die Wei­ge­rung des Pap­stes, „ohne Unter­schei­dung eine Men­ge von Leh­ren auf­zu­drän­gen“, wie Fran­zis­kus in sei­nem Inter­view mit der Jesui­ten­zeit­schrift Civil­tà  Cat­to­li­ca am 19. Sep­tem­ber 2013 sag­te. Die Leh­re der Kir­che dür­fe, so der Papst, nicht zu einer Ideo­lo­gie unter vie­len wer­den, son­dern müs­se das „Herz zum Glü­hen“ brin­gen und jede Art von Krank­heit und Wun­den hei­len und den Men­schen die Freu­de zurück­ge­ben.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Set­ti­mo Cie­lo

11 Kommentare

  1. In mei­nen Augen ist der neue Athe­is­mus nichts ande­res als der Ver­such eini­ger weni­ger Hel­fers­hel­fer des aller nied­rig­sten (Frei­mau­rer) einen Keil zwi­schen Gott den Herrn und sei­nen Kin­dern zu trei­ben und das geschieht am erfolg­reich­sten durch das Ver­dre­hen der Wer­te, also aus Gut= Böse und aus Böse = Gut zu for­men. Und das geschieht nun ein­mal wie­der­um am besten durch eine völ­lig falsch ver­stan­de­ne Barm­her­zig­keit, christ­li­che Fein­des- Näch­sten­lie­be. Und das neue Opi­um für das Volk ist der „Gen­der­wahn“ also die sexu­el­le Per­ver­si­on und die damit ein­her­ge­hen­de Leug­nung des Gott­ge­woll­ten mensch­li­chen Geschlechts. Und genia­le Den­ker sind nur Men­schen die im Sin­ne Got­tes unse­res Herrn, sei­nes Hei­li­gen Wil­lens, der Glau­bens­leh­re und der Hei­li­gen Tra­di­ti­on sei­ner Einen, Hei­li­gen, Katho­li­schen und Apo­sto­li­schen Kir­che wir­ken, und kei­ne Men­schen­fürch­ti­gen „Wen­de­häl­si­gen Plau­der­ta­schen“

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

  2. Ich habe noch nichts davon gemerkt, dass Papst Fran­zis­kus ver­sucht, der „ver­bor­ge­nen Sehn­sucht des liber­tä­ren Athe­is­mus nach Schön­heit“ mit der wah­ren Schön­heit zu ant­wor­ten!
    Eher scheint es doch so zu sein, dass Papst Fran­zis­kus von Schön­heit nichts hält!

    • Das sehe ich auch so.

      Die gegen Ende des Arti­kels zitier­ten Gedan­ken Methol Ferrés schei­nen mir in der Tat beden­kens­wert.

      „Histo­risch gese­hen ist die Kir­che das ein­zi­ge Sub­jekt auf der Welt­büh­ne, das heu­te dem liber­ti­nen Athe­is­mus ent­ge­gen­tre­ten kann. Für mich ist nur die Kir­che wirk­lich post-modern.“
      Er hat recht! Die katho­li­sche Kir­che hät­te unge­heu­er viel zu bie­ten, wonach gera­de unse­re Zeit dür­stet. Aber sie ver­birgt ihre Schät­ze, ihr wah­res Ant­litz. Sie klebt an den über­hol­ten „Errun­gen­schaf­ten“ der Moder­ne fest, denen sie sich im 2. Vati­ka­num öff­ne­te, statt ihre Chan­ce wahr­zu­neh­men, in der Post-Moder­ne der Welt vor Augen zu hal­ten, wo ihr „ver­bor­ge­nes Bedürf­nis nach Schön­heit“ (und nicht nur die­ses) ein­zig Nah­rung erhal­ten kann.

      Neh­men wir den Novus Ordo: Er ist ein typi­sches Kind der Moder­ne; durch­ra­tio­na­li­siert wie die Flach­dä­cher der 60er/70er Jah­re, kei­nes­wegs schön, vor­der­grün­dig, ohne Tie­fe, kei­nes­wegs dazu geeig­net, „ver­bor­ge­ne Bedürf­nis­se“ zu stil­len. Auch die für ihn gebau­ten häss­li­chen Kir­chen sind typi­sche Exem­pel der „Moder­ne“ und ver­decken das Ant­litz der Kir­che bis zur Unkennt­lich­keit, statt es der Welt zu reprä­sen­tie­ren.

      Was wir seit dem 2. Vati­ka­num erle­ben, ist in Theo­rie und Pra­xis mehr­heit­lich ein Schmu­se­kurs mit der Moder­ne, mit ihrem Ratio­na­li­täts­op­ti­mis­mus, ihrem „huma­nen“ Imma­nen­tis­mus, ihrer Wis­sen­schafts­gläu­big­keit. Und weil des­halb das Ant­litz der wah­ren Kir­che immer stär­ker ver­schüt­tet wur­de, kann sie heu­te dem von der Moder­ne ent­täusch­ten, inmit­ten der post-moder­nen „Dik­ta­tur des Rela­ti­vis­mus“ nach Alter­na­ti­ven suchen­den Men­schen kein Anker, kein Fels mehr sein. Nur wenn sie den Mut fin­det, ihre Bot­schaft wie­der kohä­rent, mit der Wucht der Wahr­heit, mit der ihr eige­nen über­welt­li­chen Erha­ben­heit und Schön­heit, zu ver­kün­den, wird sie zu der Instanz, die gera­de durch den radi­ka­len Kon­trast zum ver­ne­bel­ten post­mo­der­nen Plu­ra­lis­mus anzie­hend wirkt. Sie wird Befrem­den ern­ten, gewiss, aber Mut wirkt ansteckend, und gera­de im Befrem­den liegt die Chan­ce für eine Peri­pe­tie.

  3. Ber­go­glio ist kein ori­gi­nel­ler Den­ker. Nein, das ist er nicht. was bei ihm her­aus­kommt, ist wirk­lich nur noch befremd­lich. Das Amt ist fünf Num­mern zu groß für ihn. Wel­che Kräf­te stan­den hin­ter sei­ner wahl ? Gut konn­ten sie es mit der Kir­che nicht gemeint haben.

  4. Es bleibt zu beden­ken, dass die ie Tak­tik der Frei­mau­re­rei, dahin zielt,
    dass die Frei­mau­re­rei nicht sel­ber Poli­tik machen soll son­dern dass sich die Poli­ti­ker wie Frei­mau­rer ver­hal­ten sol­len.
    Mit ande­ren Wor­ten:
    Die in der „Logen-Arbeit“ aus­ge­heck­ten glau­bens- und kir­chen­feind­li­chen „Wer­te und Denk­mo­del­le“ sol­len gleich­sam zu den „Eigen­schaf­ten und Hand­lungs­vor­ga­ben“ für die Poli­ti­ker wer­den.

    Oder mit den Wor­ten des Frei­mau­rers J. R. von Biber­stein:
    -
    „In der Frei­mau­re­rei waren die
    auf­klä­re­ri­schen Idea­le von reli­giö­ser und kon­fes­sio­nel­ler Tole­ranz,
    kos­mo­po­li­ti­scher Ein­stel­lung, Huma­ni­tät und Brü­der­lich­keit ver­kör­pert.
    Ins­be­son­de­re,
    weil die­se Prin­zi­pi­en die reli­giö­sen, staat­lich-natio­na­len und stän­di­schen Schran­ken rela­ti­vier­ten, konn­te die Frei­mau­re­rei als eine Art pri­va­te und kon­kre­te Vor­weg­nah­me
    auf eine idea­le Wert- und Sozi­al­ord­nung erfah­ren wer­den“
    -

    Der ehe­ma­li­ge Frei­mau­rer Mau­rice Cail­let bestä­tigt denn auch die Frei­mau­re­rei als trei­ben­de Kraft des „liber­ti­nen Athe­is­mus“ mit all sei­nen Vari­an­ten und Fol­ge­er­schei­nun­gen. Aus­zug aus einem Inter­view vom 20. Febru­ar 2013 im „Inter­net­ra­dio Culturacattolica.it“
    -
    „Wel­ches sind die Din­ge, denen die Frei­mau­re­rei am mei­sten Auf­merk­sam­keit schenkt?

    Die öffent­li­che Mei­nung zu beein­flus­sen.
    Vor allem zu den The­men, die die Frei­mau­re­rei auf poli­ti­scher Ebe­ne vor­an­trägt
    und die sie für wich­tig für ihre Plä­ne hält.
    Die Abtrei­bung: damals, als das Gesetz dis­ku­tiert wur­de,
    wur­de enor­mer Druck auf die Medi­en aus­ge­übt,
    um die Mei­nung der Mas­sen zu len­ken,
    aber noch mehr Druck wur­de auf die Poli­ti­ker der Rech­ten aus­ge­übt,
    die sich 1974 dann tat­säch­lich nicht mit Ent­schie­den­heit wider­setz­ten,
    sodaß das Gesetz ohne Pro­ble­me durch­ging.
    Heu­te sind die The­men:
    Homo-Ehe, Rela­ti­vis­mus, Liber­ti­na­ge, Ver­hü­tungs­mit­tel,
    Schei­dung, Hedo­nis­mus, Genuß­sucht, die Ableh­nung des Lei­dens.
    Der Mensch muß frei sein, sich dem Genuß hin­zu­ge­ben.
    Das ist die Bes­se­rung der Mensch­heit, auf die die Frei­mau­re­rei abzielt.“
    -

  5. „Der hedo­ni­sti­sche Athe­is­mus und sei­ne neo-gno­sti­schen Able­ger sind zur domi­nan­ten Kul­tur mit glo­ba­ler Ver­trei­bung gewor­den. Sie bestimm­ten die Atmo­sphä­re der Zeit, in der wir leben. Sie sind das neue Opi­um für das Volk.“ — das sind sehr rea­li­sti­sche und kla­re Wor­te des dama­li­gen Kar­di­nals Ber­go­glio. Erfreu­lich!

  6. Der Argu­men­ta­ti­on liegt auf der Linie der in EVANGELII GAUDIUM the­ma­ti­sier­ten Inkul­tu­ra­ti­on in eine Kul­tur der Sehn­sucht nach Schön­heit und Freu­de. So gese­hen ant­wor­tet die Freu­de des Evan­ge­li­ums bereits auf das Evan­ge­li­um der Freu­de, die als pur­su­it of hap­pi­ness die Mit­te unse­rer moder­nen Zivi­li­sa­ti­on aus­macht. Bei Inkul­tu­ra­ti­on ist immer die Fra­ge, wer wen akkom­mo­diert. Die Ant­wort dar­auf ist kei­ne phi­lo­so­phi­sche son­dern das Resul­tat eines geschicht­li­chen Rin­gens der kul­tu­rel­len Kon­flikt­kräf­te.

  7. Die liber­ti­ne Frei­mau­re­rei beein­flußt alle Lebens­be­rei­che und hat lei­der auch bei Getauf­ten sehr gro­ßen Ein­fluß gewon­nen und Umkehr ist immer wie­der nötig falls erfor­der­lich. Es geht dabei um eine Rei­he von The­men wie u.a. auch den Kom­mu­nion­emp­fang für zivil „Wie­der­ver­hei­ra­te­te“.
    Zu wün­schen wäre, daß Papst Fran­zis­kus auf die­sem umstrit­te­nen Fel­de das Rich­ti­ge bald fin­det, näm­lich die Bestä­ti­gung der Leh­re, und nicht eine gan­ze Bischofs­syn­ode das Für und Wider über Mona­te damit beschäf­tigt. Denn die The­sen von Kar­di­nal Kas­per üben m.Er. einen unheil­vol­len Ein­fluß auf die gan­ze Kir­che aus.
    Außer­dem soll­te er alle Bischö­fe und Prie­ster ermah­nen und auch dar­auf drin­gen, die hl. Mes­se in Wür­de und Ehr­furcht zu fei­ern und abzu­las­sen vom Selbst­ge­mach­ten…

    • Das Pro­blem ist ein­fach, dass nur noch weni­ge katho­li­sche Chri­sten die Vor­aus­set­zung haben das Ehe­sa­kra­ment zu emp­fan­gen. Die Kir­che soll­te dra­stisch die Zahl der katho­li­schen Ehe­schlie­ßun­gen redu­zie­ren — dann erüb­rigt die Pro­ble­ma­tik des Kom­mu­nion­emp­fang für zivil „Wie­der­ver­hei­ra­te­te“ von selbst. Da schein­bar vie­le Prie­ster die gei­sti­ge Eheun­fä­hig­keit nicht erken­nen sind die­se Ehen auch nicht vor Gott geschlos­sen wur­den — das Ehe­sa­kra­ment setzt einen hei­li­gen Stand vor­aus und die Bereit­schaft die­sen bis zum Tod zu leben. Der Eheun­fä­hig­keit kann die Seel­sor­ge nur mit Barm­her­zig­keit begeg­nen und mit ver­stärk­ter Hei­li­gung und Rei­ni­gung durch die Kom­mui­non.

  8. Man müss­te in Gesich­tern lesen kön­nen. Jeden­falls sieht es mir ganz danach aus, als ob Papst Fran­zis­kus bedrängt — wenn nicht sogar erpresst — drein­schaut. Zumin­dest kri­ti­siert, und man weiß ja, dass er Kri­tik nun mal nicht aus­ste­hen kann. Mit sei­nen Gedan­ken ist er jeden­falls ganz woan­ders. Und Oba­ma zeigt sich in strah­len­der Sie­ger­po­se. Ver­mut­lich geht Oba­ma der „Umbau“ (Abbruch) der hei­li­gen römisch-katho­li­schen Kir­che nicht schnell genug, und das wird er ihm wohl gesagt haben.

    Beten wir alle für den Papst, für Oba­ma, für Putin usw., auf dass sie erken­nen mögen, dass sie nur fremd­be­stimm­te Mario­net­ten in einem bösen Spiel sind und Zuflucht beim HERRN suchen mögen!

Kommentare sind deaktiviert.