Mario Palmaro — Vorbild des christlichen Lebens und der Wahrheit

Mario Palmaro, bereits durch seine Krankheit gezeichnet, mit seiner Frau Annamaria und den vier Kindern anläßlich der Preisverleihung durch Fede & Cultura im Mai 2013(Mon­za) Drei Daten, drei Ereig­nis­se, die mit dem Leben eines auf­rech­ten Strei­ters für die Wahr­heit zusam­men­hän­gen. Am Sonn­tag, den 9. März starb nach lan­ger schwe­rer Krank­heit der Rechts­phi­lo­soph Mario Palma­ro im frü­hen Alter von erst 45 Jah­ren. Wäh­rend sein Kör­per ver­fiel, war sein Geist bis zum letz­ten Atem­zug rege. Er starb betend, umge­ben von sei­ner Fami­lie, den eng­sten Freun­den und prie­ster­li­chem Bei­stand. Am 12. März fand in der Kathe­dra­le von Mon­za das Requi­em und anschlie­ßend die Beer­di­gung statt. Am 11. März, wie durch Fügung gewirkt, erschien sein letz­tes Buch: „Die­ser Papst gefällt zu sehr“, das sei­ne kri­ti­schen Anmer­kun­gen zum der­zei­ti­gen Pon­ti­fi­kat sam­melt und als Ver­mächt­nis gese­hen wer­den kann. Der Histo­ri­ker Rober­to de Mattei wid­me­te Mario Palma­ro einen dank­ba­ren Nach­ruf. Freun­de haben unter­des­sen eine Initia­ti­ve gestar­tet, um den Unter­halt für die Wit­we und vor allem die Kin­der Mario Palma­ros zu sichern. Wir ver­öf­fent­li­chen den Nach­ruf von Rober­to de Mattei. Im Anschluß dar­an fin­den sich die Anga­ben zur Soli­da­ri­täts­ak­ti­on für die Fami­lie Palma­ro.

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Mario Palmaro (1968–2014) — Ein Nachruf

von Rober­to de Mattei

Das Leben eines Men­schen ent­schei­det sich in sei­nem Ster­ben, weil in jenem ent­schei­den­den Moment die See­le vor dem Ange­sicht Got­tes erscheint und Objekt des unan­fecht­ba­ren Urteils Sei­ner unend­li­chen Gerech­tig­keit und Barm­her­zig­keit ist.

Vor Ihm bestehen zu kön­nen, des­sen kann sich nie­mand sicher sein. Es ist eine Gna­de, um die stän­dig zu bit­ten gilt, beson­ders im täg­li­chen Ave Maria, das mit der fle­hent­li­chen Bit­te schließt, die Got­tes­mut­ter möge in der ent­schei­den­den Todes­stun­de Für­spra­che für uns hal­ten. Mario Palma­ro ist tot. Auch die letz­ten Mona­te sei­nes irdi­schen Daseins leb­te er trotz der schwe­ren Krank­heit auf vor­bild­haf­te christ­li­che Wei­se. Auf alle, die sich ihm näher­ten, strahl­te er jene Ruhe und jenen Lebens­mut aus, zu denen nur jene fähig ist, die in einen tie­fen inni­gen Glau­ben ein­ge­taucht sind.

Das Leben eines Chri­sten, wenn er Uni­ver­si­täts­do­zent, Wis­sen­schaft­ler, Publi­zist und Jour­na­list ist, wie es Mario Palma­ro war, wird auch nach sei­nem öffent­li­chen Wir­ken beur­teilt, die sei­nem Tod vor­aus­ge­hen. Mit dem nahen­den Tod und wenn man sich des­sen bewußt ist, fügen sich bei einem gläu­bi­gen Men­schen die Dimen­sio­nen von Den­ken und Han­deln unaus­weich­lich zu einer Ein­heit zusam­men. So herrsch­te eine tie­fe fol­ge­rich­ti­ge Über­ein­stim­mung in der Art, mit der Mario Palma­ro sei­ner Krank­heit und dem Tod gegen­über­trat und jenem Geist, der ihn in den letz­ten Mona­ten sei­nes Lebens dazu dräng­te, sei­ne Stim­me zur dra­ma­ti­schen aktu­el­len Kri­se der Kir­che zu erhe­ben. Auch die­se Kri­se ähnelt einer Ago­nie, wenn wir nicht wüß­ten, daß die Kir­che unsterb­lich ist und daß sie dazu bestimmt ist, über die Geschich­te zu tri­um­phie­ren und von nie­man­dem gebro­chen wer­den kann.

Mit Ales­san­dro Gnoc­chi ver­faß­te Mario Palma­ro für die Tages­zei­tung Il Foglio eine Rei­he von leuch­ten­den Arti­keln. Chef­re­dak­teur Giu­lia­no Fer­ra­ra kommt das Ver­dienst zu, sie ver­öf­fent­licht und nun in Buch­form gesam­melt zu haben. Das Erschei­nungs­da­tum fiel sin­ni­ger­wei­se auf den 11. März, genau zwi­schen Tod und Beer­di­gung von Mario Palma­ro. Das Buch kann damit als sein Ver­mächt­nis an eine gebeu­tel­te und teils ver­irr­te Chri­sten­heit gel­ten. Es trägt den Titel: „Die­ser Papst gefällt zu sehr. Die lei­den­schaft­lich-kri­ti­sche Les­art eines Pon­ti­fi­kats“ (Piem­me, 15 Euro). Es fehl­te unter den Trüf­fel­chri­sten, von denen wir umge­ben sind, nicht an jenen, die sich über die­se Arti­kel empör­ten und ihn beschul­dig­ten, gegen den Papst und impli­zit gegen die Kir­che und den Glau­ben zu sein. Die Ver­leum­der waren häu­fig die­sel­ben, die pri­vat nicht min­der kri­ti­sche Wor­te zum Papst, zu Kar­di­nä­len und Bischö­fen gebrau­chen, öffent­lich aber hul­di­gen. Sie ken­nen nicht den Schmerz und die Lie­be, die Katho­li­ken wie Palma­ro und Gnoc­chi gedrängt haben, offen zu sagen, was ande­re den­ken, aber nicht aus­spre­chen. Mario Palma­ro war Vor­sit­zen­der einer Ver­ei­ni­gung, die sich nicht von unge­fähr „Wahr­heit und Leben“ nennt.

Was Mario Palma­ro in sei­nem letz­ten Lebens­jahr gesagt und geschrie­ben hat, als er den Tod bereits vor Augen hat­te, war auch vom Wunsch beseelt, im Leben Zeug­nis für die Wahr­heit zu geben; in der Wahr­heit und aus der Wahr­heit zu leben; mit lau­ter Stim­me aus­zu­drücken, was ande­re nicht zu sagen wag­ten oder nicht zu sagen ver­moch­ten. Und er wuß­te, kei­ne Zeit mehr für einen Auf­schub zu haben. Es gibt Wor­te, die aus­ge­spro­chen wer­den müs­sen, schrieb er am 13. Mai 2013 an den Euro­pa­ab­ge­ord­ne­ten Car­lo Casi­ni, „wenn wir bemer­ken, daß wir nicht mehr aus­rei­chend Zeit haben, um unse­re Auf­ga­ben zu voll­enden, weil das Ende die­ses Lebens sich mit gro­ßen Schrit­ten nähert. Ande­re wer­den aber die Arbeit fort­set­zen. Und nicht schwei­gen.“

Ich emp­fin­de es als Ehre, aus den­sel­ben Grün­den wie Mario Palma­ro und Ales­san­dro Gnoc­chi von Radio Maria ent­las­sen wor­den zu sein, und möch­te ihnen mei­nen Dank zum Aus­druck brin­gen, daß sie mich ver­tei­digt haben, was viel­leicht sogar die letz­te öffent­li­che Initia­ti­ve von Mario Palma­ro war.

Mario Palma­ro hin­ter­läßt nicht nur eine Erin­ne­rung, son­dern ein Vor­bild für ein christ­li­ches, aus der Fül­le der Wahr­heit geleb­tes Leben. Es ist die­ses Vor­bild, das die Erin­ne­rung an ihn unaus­lösch­lich macht und sei­nen Namen in das Buch des Lebens ein­ge­schrie­ben hat.

Mario Palma­ro ist im Jen­seits, wäh­rend wir noch ins Dies­seits ein­ge­taucht sind. Uns kommt die Auf­ga­be und Pflicht zu, sei­ne Arbeit fort­zu­set­zen. Ohne zu schwei­gen und mit der Gewiß­heit, in ihm eine gei­sti­ge Stüt­ze zu haben.

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Initiative zur Unterstützung von Palmaros Familie

Freun­de und Mit­strei­ter des ver­stor­be­nen Rechts­phi­lo­so­phen und katho­li­schen Publi­zi­sten Mario Palma­ro haben eine Initia­ti­ve ins Leben geru­fen, um zum Unter­halt der Wit­we und der vier min­der­jäh­ri­gen Kin­der bei­zu­tra­gen, die im Alter zwi­schen sie­ben und drei­zehn Jah­re alt sind. Anna­ma­ria Palma­ro, die Wit­we Mario Palma­ros sorg­te bis­her als Haus­frau für die Kin­der. Durch den frü­hen Tod ihres Man­nes steht sie nun auch vor der Fra­ge, wie sie den Unter­halt für die Fami­lie bestrei­ten kann. „Fede & Cul­tu­ra“ und „Ris­cos­sa Cri­stia­na“ laden alle Freun­de ein, die Mario Palma­ros Ein­satz für die Katho­li­sche Kir­che und die Ver­tei­di­gung der Wahr­heit und die Bewah­rung des Glau­bens­gu­tes geschätzt haben, nach Mög­lich­keit, ihren Bei­trag zu lei­sten, damit die Kin­der von Mario und Anna­ma­ria Palma­ro eine gute Aus­bil­dung erhal­ten.

Wer ein Zei­chen der Hil­fe und der Soli­da­ri­tät set­zen möch­te, kann dies unter fol­gen­den Mög­lich­kei­ten tun.

Bank­an­wei­sung auf das Post­kon­to IT57V0760111700001013008808 lau­tend auf Fede e Cul­tu­ra, Ver­wen­dungs­zweck „Per famiglia Palma­ro“ (Für Fami­lie Palma­ro)

Mit Kre­dit­kar­te oder Pay­pal über die Inter­net­sei­te von Fede & Cul­tu­ra „Unter­stüt­zung für Fami­lie Palma­ro“. Durch Anklicken der But­tons „Dona­zio­ni“ öff­net sich eine siche­re Sei­te für Über­wei­sun­gen. Als Ver­wen­dungs­zweck scheint bereits oben links „Für Fami­lie Palma­ro“ auf.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ris­pon­den­za Roma­na

6 Kommentare

  1. Da will ich ger­ne eine Spen­de machen, statt Blu­men fürs Begräb­nis, wo ich nicht teil­neh­men konn­te wegen der Ent­fer­nung.

  2. Viel­leicht könn­te über ein inlän­di­sches Kon­to die Zah­lung erfol­gen. Das ist zu kom­pli­ziert.

    • Kom­pli­ziert ist es eigent­lich nicht, denn mit IBAN und BIC geht eine inner­eu­ro­päi­sche Über­wei­sung heu­te eben­so ein­fach, schnell und kosten­gün­stig wie mit Kon­to­num­mer und BLZ inner­halb Deutsch­lands. (Frei­lich sind die IBAN ziem­lich lang, wes­halb man auch von „IBAN, der Schreck­li­chen“ spricht.) Doch fehlt lei­der im Arti­kel und auf der Netz­sei­te von Fede et Cul­tu­ra die Anga­be der BIC. Ohne die geht es nicht, zumin­dest mei­ne Haus­bank (Deut­sche Bank) akzep­tiert es ohne BIC nicht. Ich habe ver­sucht, die­se her­aus­zu­be­kom­men, habe aber jetzt zwei grund­ver­schie­de­ne Vari­an­ten. Lei­der bin ich des Ita­lie­ni­schen nicht mäch­tig, sonst wür­de ich mich direkt bei Fede et Cul­tu­ra erkun­di­gen. Aber ich den­ke doch, dass uns die Redak­ti­on von katholisches.info da hel­fen kann.

  3. Wenn das tech­nisch geklärt ist, wür­de ich auch ger­ne etwas spen­den.
    Wenn es auch nicht viel sein kann, denn ich ver­fü­ge über kei­ne gro­ßen Geld­mit­tel.

    Wenn auch Signor Palma­ro sehr jung ster­ben muss­te — so ster­ben dür­fen wie er …
    Im Gebet, im Krei­se der Fami­lie, mit geist­li­chem Bei­stand — so ruhig und ver­trau­ens­voll den Weg zu Gott gehen dür­fen …
    Wenn die­ser Ver­lust für sei­ne Frau und die vier Kin­der auch schwer zu ver­kraf­ten sein mag — sein Art des Abschieds war sicher auch Trost.

  4. Hier kann man die IBAN ein­ge­ben (am besten per copy + paste):

    http://www.iban-rechner.de

    Rechts oben bei IBAN prü­fen. Dann prü­fen las­sen, und schon erscheint auch die BIC. So viel ich weiß, gibt es meh­re­re IBAN-BIC-Rech­ner im Inter­net, bestimmt auch von Ban­ken. Ein­fach mal goo­geln. Die Redak­ti­on von katholisches.info kann natür­lich kei­ne Haf­tung über­neh­men für Fal­sch­über­wei­sun­gen. Also am besten die BIC auf 2 ver­schie­de­nen Web­sei­ten prü­fen.

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