Deutscher Papst-Berater: „Keine Judenmission“ – Karfreitagsbitte für die Juden „problematisch“

Kirche und Synagoge(Bonn/Rom) Der deut­sche Fun­da­men­tal­theo­lo­ge Gre­gor Maria Hoff ist der neue Bera­ter von Papst Fran­zis­kus zum Juden­tum. Am ver­gan­ge­nen 20. Febru­ar erfolg­te sei­ne Ernen­nung zum Con­sul­tor der 1974 von Papst Paul VI. errich­te­ten Päpst­li­chen Kom­mis­si­on für reli­giö­se Bezie­hun­gen zum Juden­tum. Hoff ist Pro­fes­sor für Fun­da­men­tal­theo­lo­gie und Öku­me­ni­sche Theo­lo­gie an der katho­li­schen theo­lo­gi­schen Fakul­tät der Paris-Lodron-Uni­ver­si­tät in Salz­burg. Er gehört bereits der Unter­kom­mis­si­on für die reli­giö­sen Bezie­hun­gen zum Juden­tum der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz an. Über die­se erfolg­te dann auch die Beru­fung nach Rom, wo er den Platz des Aache­ner Theo­lo­gen für Öku­me­ne, Hans Her­mann Hen­rix ein­nimmt. Die Gesprä­che dazu, so Hoff in einem Inter­view mit der Deut­schen Wel­le, hät­ten bereits Mit­te 2013 bald nach der Wahl von Papst Fran­zis­kus begon­nen.

Gre­gor Maria Hoff päpst­li­cher Con­sul­tor zum Juden­tum

Die Kom­mis­si­on, die im Gefol­ge der Kon­zils­kon­sti­tu­ti­on Nostra aeta­te von 1965 ent­stand, ist unter ande­rem mit der Vor­be­rei­tung der Rei­se des Pap­stes ins Hei­li­ge Land befaßt. Anson­sten gehe es, so Hoff, in der Kom­mis­si­on vor allem um die Abfas­sung „bedeu­ten­der Doku­men­te“, die „die Posi­tio­nen der Kir­che, von Papst und Vati­kan zum Juden­tum zum Aus­druck“ brin­gen.

Einer der The­men­be­rei­che, mit denen sich Hoff als Fun­da­men­tal­theo­lo­ge und nun­mehr auch als Papst-Bera­ter befaßt, ist die Fra­ge, „ob die Mis­sio­nie­rung der Juden für die Kir­che ein The­ma sein kann“. Denn, so Hoff apo­dik­tisch: „Die katho­li­sche Kir­che betreibt ja kei­ne Juden­mis­si­on“. Papst Fran­zis­kus habe, so Hoff, in sei­nem Apo­sto­li­schen Schrei­ben Evan­ge­lii Gau­di­um „betont, daß Gott wei­ter­hin im Volk des Alten Bun­des, also dem von ihm zuerst erwähl­ten, jüdi­schen Volk Isra­el wirkt“. Wei­te­re Fra­gen, mit denen sich der Theo­lo­ge und Öku­me­ni­ker befaßt, sind „Drei­fal­tig­keit und Mono­the­is­mus“.

2015: 50 Jah­re Nostra ateta­te – Fran­zis­kus „über­denkt“ Kar­frei­tags­bit­te „hof­fent­lich“

Die römi­sche Kom­mis­si­on wer­de sich mit dem „fünf­zig­jäh­ri­gen Jubi­lä­um“ von Nostra Aeta­te zu befas­sen haben, das 2015 began­gen wird. Die­se Kon­zils­kon­sti­tu­ti­on habe einen „ganz gro­ßen Ein­schnitt bedeu­tet“. Denn „seit­dem haben sich die Bezie­hun­gen zwi­schen der katho­li­schen Kir­che und dem Juden­tum mas­siv ver­än­dert“, so Hoff. Das gel­te „gera­de in Deutsch­land“, wo die Bezie­hun­gen „sehr gut und inten­siv“ sei­en.

Wäh­rend des Pon­ti­fi­kats von Papst Bene­dikt XVI. habe es jedoch „auch Irri­ta­tio­nen“ gege­ben, so wegen der Neu­for­mu­lie­rung der Kar­frei­tags-Für­bit­te für den über­lie­fer­ten Ritus. Hoff hält die Neu­fas­sung für „pro­ble­ma­tisch“ und „erhofft“ sich „von Fran­zis­kus, daß er die­se For­mu­lie­rung noch ein­mal über­denkt“. Eine „wirk­li­che Bela­stung“ stel­le das aber kei­ne dar. Die Bezie­hun­gen sei­en „so gut“, daß man „auch sol­che Irri­ta­tio­nen mit­ein­an­der aus­tra­gen kann“.

Die „Bedeu­tung des Staa­tes Isra­el in sei­ner Exi­stenz“, wegen der „theo­lo­gi­schen Bedeu­tung des Lan­des“, der „Erwäh­lung des jüdi­schen Vol­kes“ und der „Fra­ge nach dem Exi­stenz­recht des Staa­tes Palä­sti­na sowie die Men­schen­rechts­fra­gen“ sei­en eine „ganz sen­si­ble Mate­rie, die zum Teil theo­lo­gi­sche Fra­ge­stel­lun­gen“ berüh­ren, so Hoff.

Papst besucht Isra­el, nicht das Hei­li­ge Land

Hoff sprach in sei­nem Inter­view mit der Deut­schen Wel­le nie von einer Rei­se von Papst Fran­zis­kus ins „Hei­li­ge Land“, son­dern aus­schließ­lich von einer „Isra­el-Rei­se“. Bei die­ser Rei­se „nach Isra­el“ wer­de sich zei­gen, wel­che Akzen­te der Papst „set­zen wird“. „Fran­zis­kus wird den katho­lisch-jüdi­schen Bezie­hun­gen sicher gut tun“, ist sich der deut­sche Fun­da­men­tal­theo­lo­ge und Papst-Bera­ter jedoch sicher. Dies hät­ten bereits sei­ne „sehr star­ken per­sön­li­chen Bezie­hun­gen zu der jüdi­schen Gemein­de in Bue­nos Aires“ gezeigt.

Hoff geht davon aus, daß der Papst in „Isra­el“ ein „bestimm­tes Kli­ma“ in die Gesprä­che brin­gen wer­de und eine „pro­gram­ma­ti­sche“ Aus­sa­ge mit dem Inhalt machen wer­de: „Gott wirkt wei­ter­hin im Volk des alten Bun­des“.
Anson­sten wer­de der Papst in der Nah­ost­fra­ge kei­ne bestimm­te Posi­ti­on ergrei­fen. Er wür­de sich, so Hoff, nur „in die Brennes­seln set­zen“.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Straß­bur­ger Mün­ster

25 Kommentare

  1. „In die Brennes­seln set­zen“ tut der Papa Ber­go­glio sich tag­täg­lich, und zwar vor Gott, dem Herrn, des­sen Kir­che er so flei­ßig demo­liert. Doch das ist ihm egal, Haupt­sa­che man eckt ja nicht beim „Volk des alten Bun­des“ an, und fährt nach „Isre­al“ und ja nicht ins „Hei­li­ge Land“! Kann die­ser Mann eigent­lich noch krie­che­ri­scher und pein­li­cher agie­ren? Pfui!!!

  2. Damit hat sich genau das Erfüllt was in La Salet­te uns allen vom Him­mel mit­ge­teilt wur­de:
    „ROM WIRD DEN GLAUBEN VERLIEREN“ den mit die­sen Wor­te wird klar dass der Vati­kan gewillt ist den Auf­trag Got­tes unse­res Herrn der an die Apo­stel ergan­gen ist zu Ver­ra­ten:

    Mat­thä­us. 28.16–20
    Der gro­ße Auf­trag Jesu
    Die elf Jün­ger aber gin­gen nach Gali­läa auf den Berg, wohin sie Jesus beschie­den hat­te. Und da sie ihn sahen, bete­ten sie ihn an, eini­ge aber zwei­fel­ten. Da trat Jesus vor sie und sprach zu ihnen: „Mir ist alle Gewalt gege­ben im Him­mel und auf Erden. Gehet dar­um hin und macht alle Völ­ker zu Jün­gern, indem ihr sie tauft auf dem Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Gei­stes und sie lehrt alles zu hal­ten, was ich euch auf­ge­tra­gen habe. Seht, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt“

    Womit ja ein­deu­tig klar sein dürf­te das der Vati­kan end­gül­tig den Mis­si­ons­auf­trag fal­len las­sen will und aus der Einen, Hei­li­gen, Katho­li­schen und Apo­sto­li­schen Kir­che Got­tes unse­res Herrn, die „Kon­zils­kir­che“ ali­as „Die Neue Kir­che“ for­men möch­te und dabei auch kei­ne Rück­sicht auf die „unsterb­li­chen See­len der Men­schen“ nimmt,
    Johan­nes 14, 6
    »Jesus spricht zu ihm Ich bin der Weg, die Wahr­heit und das Leben. Nie­mand kommt zum Vater denn durch mich.«

    Und da dies nicht im Sin­ne Got­tes unse­res Herrn sein kann, muss man sich halt Fra­gen wem will der Vati­kan Die­nen??? Vor kur­zen habe ich ja im Zusam­men­hang mit Fran­zis­kus gele­sen
    „Hape­mus Papam il Pro­ble­ma“

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

  3. Viel­leicht soll­te man dem neu­en Con­sul­tor mal sagen, dass die Mis­si­on der Juden von den bei­den Apo­stel­für­sten Petrus und Pau­lus betrie­ben wor­den ist (Apg 2,37–41; Röm 9–11). Schon mal etwas vom „Mis­sion­auf­trag Chri­sti“ gehört? „Eun­tes ergo doce­te omnes gen­tes: bap­tiz­an­tes eos in nomi­ne Patris, et Filii, et Spi­ri­tus Sanc­ti: docen­tes eos ser­va­re omnia quæcumque man­da­vi vobis. — Gehet also hin und leh­ret alle Völ­ker und tauf­et sie im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Gei­stes und leh­ret sie alles hal­ten, was Ich euch gebo­ten habe (Mt 28,19–20).“ Aber nein, die katho­li­sche Kir­che betreibt ja kei­ne Juden­mis­si­on.

    Was den Staat Isra­el angeht: ist es nicht so, dass die ortho­do­xen Juden den Staat Isra­el ableh­nen, da sie in einer von Gott auf­er­leg­ten Ver­ban­nung leben müs­sen, die zu been­den sie nicht das Recht haben? Also leh­nen die ortho­do­xen Juden den Staat ab und die­je­ni­gen, die ihn aner­ken­nen, sind säku­la­re Juden, für die das Juden­tum mehr ein Iden­ti­fi­ka­ti­ons­merk­mal mit dem Staat ist als eine Reli­gi­on. Es ist für sol­che Leu­te kein Pro­blem zu sagen „Ich bin Jude und Athe­ist.“
    Die Kir­che hat in der diplo­ma­ti­schen Spra­che übri­gens immer das Wort „Staat Isra­el“ ver­mie­den und statt­des­sen vom „Hei­li­gen Land“ gespro­chen. Aber dass sich jetzt eini­ges ändert ist ja wohl nichts beson­de­res mehr.

    Dass dem Hei­li­gen Vater die Diplo­ma­tie, die Bezie­hun­gen zu den Juden schein­bar wich­ti­ger sind als der Mis­si­ons­be­fehl sei­nes Vor­ge­setz­ten, Chri­stus, zeigt sich auch in der „Holo­caust­ge­den­k­lit­ur­gie“, die von der jüdi­schen Frei­mau­rer­lo­ge „B‘nai B‘rith“ („Söh­ne des Bun­des“) in der Kathe­dra­le von Bue­ons Aires (die noch dazu der Aller­hei­lig­sten Drei­fal­tig­keit geweiht ist), mit sei­nem Mit­tun, ver­an­stal­tet wur­de (https://www.katholisches.info/2013/03/22/bnai-brith-gedenkliturgie-in-kathedrale-von-buenos-aires-mit-kardinal-bergoglio/).

  4. Wenn Jesus nicht der Mes­si­as der Juden ist, ist er auch nicht der Chri­stus der Hei­den. Von daher habe ich nie ver­stan­den, wie man als Christ gegen Juden­mis­si­on sein kann. Fin­de aber gut, dass man von Isra­el spricht, denn Isra­el ist das Hei­li­ge Land, und nur Isra­el auf sei­nem gan­zen histo­ri­schen Gebiet. Einen Staat Palä­sti­na hat es nie gege­ben und so Gott will wird es ihn auch nie geben.

    • Zum The­ma „Staat Palä­sti­na“:
      Irgend­wie bin ich per­sön­lich da zwei­ge­teilt, und ich weiß nicht, was rich­tig ist.
      Auf der einen Sei­te sagt mir mein Ver­stand, dass die Ara­ber dort ein Recht auf Selbst­be­stim­mung haben, wes­halb es einen Staat „Palä­sti­na“ geben soll­te.
      Auf der ande­ren Sei­te ist da mein Bauch­ge­fühl, das mir sagt, dass Beth­le­hem in Isra­el sein muss und nicht in Palä­sti­na. Das bedeu­tet: alles Isra­el, kein Palä­sti­na.
      Wenn Ver­stand und Bauch­ge­fühl 2 unter­schied­li­che Ansich­ten haben, ist das eine sehr schwie­ri­ge Situa­ti­on, zumin­dest für mich.

    • @Oberschlesien: „Einen Staat Palä­sti­na hat es nie gege­ben und so Gott will wird es ihn auch nie geben.Welchen Gott mei­nen Sie denn?Hat dem­nach Ihrer Mei­nung nach, „Gott“ eine Nationalität?Bevorzugt Er also ein klei­nes unbe­deu­ten­des Wüsten­volk bär­ti­ger Kretins,unter Auschluss der gel­ben Rasse,der Schwar­zen und ande­rer Völker,die schon „da waren“ ‚Bevor Juden über­haupt auf unse­rem Pla­ne­ten exi­stier­ten? Sol­che Mär­chen kön­nen uns gestoh­len blei­ben‚¨!

    • Auch noch Gott dafür ein­span­nen wol­len, daß der Staat Isra­el wei­ter­hin die Palä­sti­nen­ser unter­jocht — frev­le­ri­scher geht es nicht mehr.

    • Was will Gott? Stei­ni­gung von Ehe­bre­chern? Hand­ab­hacken bei Dieb­stahl? Ver­ge­wal­ti­gung von 9jährigen Mäd­chen, und das auch noch als Ehe bezeich­nen? Völ­ker­mord an Chri­sten und Juden? Wohl eher nicht. Des­halb unter­stüt­ze ich Isra­el und bin gegen einen wei­te­ren mus­li­mi­schen „Gottes„staat im Hei­li­gen Land.

      • Ach, bil­den Sie sich etwa ein, daß Gott den Völ­ker­mord an den Palä­sti­nen­sern will?
        Ich weiß, ich weiß, einen rich­ti­gen Völ­ker­mord betreibt Isra­el der­zeit nicht — aber weit davon ist es auch nicht.

        Die Stei­ni­gung war auch durch Juden durch­aus üblich — den­ken Sie an den hei­li­gen Ste­pha­nus, nur so als Bei­spiel.

        Und mit der­ar­ti­gen Ver­leum­dun­gen wie die von Ihnen kann man natür­lich vie­le Ver­bre­chen „recht­fer­ti­gen“.

        • Jaja, die Palä­sti­nen­ser sind sogar so weit von einem wirk­li­chen Völ­ker­mord ent­fernt, dass sie das schnell­ste Bevöl­ke­rungs­wachs­tum der Welt haben.

          https://en.wikipedia.org/wiki/Demographics_of_the_Palestinian_territories#UN_estimates_.5B20.5D

          Was sie da von sich geben ist eine Ver­höh­nung aller Men­schen, die wirk­lich durch einen Geno­zid ums Leben kamen, und außer­dem auch noch eine grob geschnitz­te Lüge. Kurz, eines Chri­sten unwür­dig. Und es ist mir rela­tiv egal, was bei Juden vor­her mal so üblich war, mich inter­es­siert, was bei den Mos­lems heu­te üblich IST — und von der Scha­ria vor­ge­schrie­ben.

          • Zwar betreibt der Staat Isra­el kei­nen direk­ten Völ­ker­mord, ent­zieht den Palä­sti­nen­sern durch sei­ne ver­bre­che­ri­sche Sied­lungs­po­li­tik aber immer mehr deren Lebens­grund­la­ge, was durch­aus in Rich­tung schlei­chen­der Völ­ker­mord geht. Der Lüg­ner, Men­schen­ver­äch­ter und ‑ver­höh­ner ist also „ober­schle­si­en“.

            Sau­di-Ara­bi­en ist nicht die gan­ze moham­me­da­ni­sche Welt, die Greu­el­pro­pa­gan­da „ober­schle­si­ens“ also falsch.
            Und über­haupt: Daß es im heu­ti­gen Isra­el kei­ne Stei­ni­gun­gen usw. gibt, liegt doch nur dar­an, daß das heu­ti­ge Isra­el grund­sätz­lich ein säku­la­rer Staat ist. Wenn die Mosai­sten (also Juden in reli­giö­sem Sin­ne) dort könn­ten, wie sie woll­ten …
            Schäch­ten bei­spiels­wei­se dür­fen sie ja und bege­hen das denn auch (ich weiß, auch unter Moham­me­da­nern ist die­se Bar­ba­rei ver­brei­tet, aber eben auch unter Juden).

  5. Zuerst die Juden, dann die Hei­den… Emp­feh­lens­wert ist das Buch „Das Heil kommt von den Juden“ von Roy Schoeman, einem bekehr­ten Juden, der wie Pau­lus sich danach sehnt, dass sein Volk zu Chri­stus und der Kir­che fin­den. Das Schlim­me ist ja, dass wir nicht nur nicht die Juden, son­dern auch die ande­ren nicht mehr mis­sio­nie­ren, weil wir alle Reli­gio­nen als defi­zi­tä­re, doch wah­re Heils­we­ge anse­hen. Und bei Pro­te­stan­ten und Ortho­do­xen sucht auch kei­ner deren Kon­ver­si­on. Wo bit­te gibt es denn noch Mis­si­on, die ein­deu­tig zu Chri­stus und zur Kir­che hin­führt? Das aber ist der ein­zi­ge Weg zum Heil. Das sagt sogar das Mis­si­ons­de­kret von Vat 2, Ad Gen­tes Nr. 7

  6. Wie kann man so gegen das Neue Testa­ment reden? Ist Nostra aeta­te viel­leicht auch so ein Bei­spiel dafür, dass die Leh­re der Kir­che offi­zi­ell nicht ange­tat­stet, aber pasto­ral den Zeit­ver­hält­nis­sen ange­passt wird, wie Kas­per sich jüngst in sei­nem Fami­li­en­re­fe­rat aus­zu­drücken pfleg­te? Die­se Her­me­neu­tik ist so ver­lo­gen! Soll man doch ehr­lich sagen, dass man sich nicht nur von Lit­ur­gie, Moral­l­leh­re und Tra­di­ti­on, son­dern auch von der Schrift ver­ab­schie­det und längst eine neue Kir­che errich­tet hat und dass die, die da nicht mit­ma­chen und quer­trei­ben, gefäl­ligst aus dem Fen­ster sprin­gen sol­len.

    • Nostra aeta­te ist ein Doku­ment der Ver­wir­rung, des Rela­ti­vis­mus. Ver­schie­de­nes wird da durch­ein­an­der gebracht. Es ist Teil des Unglücks Vati­ka­num II.

  7. Der Juden­mis­si­on wird bereits in meh­re­ren ex cathe­dra Äuße­run­gen nach­kon­zi­lia­rer … wie Johan­nes Paul II., Bene­dikts XVI. und zuletzt auch in Gau­dii Evan­ge­li­um die Absa­ge erteilt. Fran­zis­kus Ber­go­glio betont in „Gau­dii“ sogar, dass sein Schrei­ben als lehr­amt­lich ist. Ganz abge­se­hen davon will Ber­go­glio mit sol­chen Schrei­ben in Fra­gen des Glau­bens und der Moral die gesam­te Chri­sten­heit leh­ren, was die Bedin­gun­gen für „unfehl­ba­re ex cathe­dra“ Aus­sa­gen, wie im Vati­ka­num 1 fest­ge­legt, erfüllt. Für wen Ber­go­glio der hei­li­ge Vater und Vikar Chri­sti sein will, der kann ein­fach bestimm­te Din­ge nicht igno­rie­ren oder ableh­nen, die bei einem Papst als unfehl­bar gel­ten wür­den (einschl. Kano­ni­sie­run­gen wie die am 27. April). Des­we­gen ist die theo­lo­gi­sche Posi­ti­on einer bestimm­ten Grup­pie­rung gera­de so absurd, die Teil der Kir­che Chri­sti sein will, aber zugleich die Hier­ar­chie und als lehr­amt­li­che Aus­sa­gen beab­sich­tig­te Tex­te ablehnt, wäh­rend sie (die Grup­pie­rung) gleich­zei­tig gegen ein abso­lu­tes wort­wört­li­ches Ver­ständ­nis der Dog­men (Tri­ent) ist und sogar behaup­tet, dass Hin­dus, Mos­lems etc. in der katho­li­schen Kir­che sein kön­nen, weil „sie nicht durch ihre fal­sche Reli­gi­on geret­tet wer­den, son­dern in ihr“. Die­se Grup­pie­rung hat sich auf ortho­do­xe Lit­ur­gie spe­zia­li­siert, aber das wor­auf es ankommt, d.h die unfehl­ba­ren Dog­men, das ist ihr fremd.

  8. Wir kön­nen doch kei­nem Men­schen etwas bes­se­res und grö­sse­res Wün­schen als die Begeg­nung mit Chri­stus. Wie müss­te ich einen Men­schen miss­ach­ten, wenn ich ihm die­se Begeg­nung ver­weh­ren möch­te, oder ihm absicht­lich Stei­ne in den Weg legen wür­de. Sich gegen die Bekeh­rung von Mit­glie­dern einer gewis­sen Volks­grup­pe aus­zu­spre­chen, zeugt doch von stark man­geln­dem Respekt für die betrof­fe­nen Per­so­nen und das Heil ihrer See­len. Ich kann die­se Katho­li­ken nicht ver­ste­hen, die die Mis­si­on als etwas Nega­ti­ves anse­hen, den katho­li­schen Glau­ben als etwas lästi­ges. Die­ser Glau­be, den uns der Hei­land offen­bart hat, ver­bun­den mit der Begeg­nung mit dem Herrn in den Sakra­men­ten, ist doch das Schön­ste und Wun­der­bar­ste was wir auf die­ser Welt emp­fan­gen kön­nen!

  9. Wozu ist denn das gro­sse Geheim­nis der Inkar­na­ti­on pri­mär in sei­ner Sen­dung zu sei­nem aus­er­wähl­ten Volk ‚den Scha­fen Isra­els geschehen?in vanum?
    Wozu die Erlö­sung am Kreuz-hyper pollon?Warum hat denn Gott die Welt sosehr geliebt, dass Er Sei­nen eigen Sohn dahin­ge­ge­ben ‚damit alle, die da glau­ben nicht ver­lo­ren gehen son­dern das ewi­ge Leben haben?ist das ein Pappenstil?da sehen wir wie­der­mal, wie sehr For­schung, die sich ver­selbs­stän­digt-kei­ne Richt­li­ni­en des kano­ni­schen Glau­bens hat- in die Irre führt.Jeder ein­fa­che, arbeits­lo­se Hilfs­ar­bei­ter oder Bau­er in Russ­land ist da bes­ser infor­miert.

  10. Ist Gott also doch Biga­mist? Mei­nes Erach­tens ist die­se Idee und der Ver­zicht auf Juden­mis­si­on got­tes­lä­ster­lich. Die Behaup­tung, der alte Bund bestün­de fort, wur­de schon vom Aqui­na­ten wider­legt: „Novo cedat ritui“!

  11. Ich wün­sche, per­sön­lich und von gan­zem Her­zen, auch dem, der Jude ist, das ewi­ge Heil. Möge er Jesus Chri­stus, unse­ren Herrn, anneh­men mit gan­zem Her­zen und mit gan­zem Ver­stand.

  12. Schon Robert Spa­e­mann hat in der FAZ klar­ge­stellt, dass Gott kein Biga­mist ist. Hier ist ihm zwar in sel­bi­ger Zei­tung von jüdi­scher Sei­te wider­spro­chen wor­den, aber es ist wohl den­noch got­tes­lä­ster­lich zu behaup­ten, Juden müs­se man nicht bekeh­ren.

  13. Dass sich Isra­el Isra­el nennt, ist, wie man ja weiß, eine Anma­ßung. Isra­el darf sich nur der nen­nen, in dem die Ver­hei­ßung an Abra­ham erfüllt ist, dass die Zahl sei­ner Nach­kom­men reich sein wer­de, wie die Zahl der Ster­ne am Him­mel. Seit­dem die Erwäh­lung nach dem Glau­ben erfolgt, muss sich also die Hei­li­ge Katho­li­sche Kir­che Isra­el nen­nen.

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