Berufungsverhandlung im Fall Asia Bibi beginnt

Freiheit für Asia Bibi(Laho­re) Seit Juni 2009 sitzt die Chri­stin und fünf­fa­che Fami­li­en­mut­ter Asia Bibi in Paki­stan im Gefäng­nis. Im Novem­ber 2010 wur­de sie im ersten Grad wegen Belei­di­gung Moham­meds zum Tode ver­ur­teilt. Am 17. März beginnt in Laho­re das Beru­fungs­ver­fah­ren.

Grund­la­ge des Urteils ist das berüch­tig­te paki­sta­ni­sche Anti-Blas­phe­mie­ge­setz, das Belei­di­gun­gen des Islam, Allahs oder Moham­meds unter Stra­fe stellt. Asia Bibi wur­de von mos­le­mi­schen Frau­en ange­zeigt, die sie unter Druck setz­ten, um sie zur Kon­ver­si­on zum Islam zu bewe­gen. Die Chri­stin habe ihnen in der Dis­kus­si­on gesagt, daß Jesus Chri­stus zur Ret­tung der Men­schen von ihren Sün­den am Kreu­ze gestor­ben ist und frag­te, was denn Moham­med für die Men­schen getan habe.

Die Aus­sa­gen der Mos­le­min­nen genüg­ten, um sie zum Tode zu ver­ur­tei­len. Alle inter­na­tio­na­len Pro­te­ste und Appel­le zur Frei­las­sung, dar­un­ter auch von Papst Bene­dikt XVI. fruch­te­ten nichts. Viel­mehr orga­ni­sier­ten Isla­mi­sten gewalt­tä­ti­ge Pro­test­kam­pa­gnen gegen den Papst und die christ­li­che Min­der­heit des Lan­des.

Die paki­sta­ni­sche Regie­run­gen zeig­te auf diplo­ma­ti­scher Ebe­ne die Bereit­schaft, den Fall durch Aus­rei­se Asia Bibis ins Aus­land zu berei­ni­gen. Aus Angst vor dem isla­mi­sti­schen Volks­zorn folg­ten jedoch kei­ne kon­kre­ten Schrit­te. 2011 wur­den der katho­li­sche Min­der­hei­ten­mi­ni­ster Shah­baz Bat­thi und der mos­le­mi­sche Gou­ver­neur der Pro­vinz Pun­jab, Sal­man Taseer von Isla­mi­sten ermor­det, nach­dem sie sich für eine Begna­di­gung Asia Bibis und eine Abschaf­fung oder Abschwä­chung des Anti-Blas­phe­mie­ge­set­zes ein­ge­setzt hat­ten. Seit­her herrscht auf poli­ti­scher und diplo­ma­ti­scher Ebe­ne Still­stand im Fall der christ­li­chen Fami­li­en­mut­ter.

Am 17. März beginnt vier­ein­halb Jah­re nach ihrer Ver­haf­tung die Ver­hand­lung zwei­ten Gra­des vor einem Beru­fungs­ge­richt in Laho­re. Das christ­li­che Cent­re for Legal Aid, Assi­stance and Sett­le­ment (CLAAS) stellt den Rechts­bei­stand für Asia Bibi. Der Direk­tor der paki­sta­ni­schen Sek­ti­on, Jose­oh Fran­cis sag­te: „Der Fall hat unse­re gan­ze Unter­stüt­zung. Wir hof­fen, daß es kei­ne Druck­aus­übung durch Extre­mi­sten auf die Rich­ter gibt. Wenn die Rich­ter in ihrer Ent­schei­dung frei sind, wer­den sie eine gerech­te Ent­schei­dung tref­fen und die Ankla­ge fal­len­las­sen.“

Nasir Sae­ed, der Direk­tor der bri­ti­schen Sek­ti­on ist weni­ger opti­mi­stisch: „Es wird alles ande­re als leicht, vor allem für die Rich­ter, die unter den Augen der gan­zen Welt, vor allem aber der paki­sta­ni­schen Öffent­lich­keit urtei­len müs­sen. Bit­ten wir Gott, daß er ihren Her­zen Mut und Stand­haf­tig­keit ver­leiht.“

Text: Asianews/Giuseppe Nar­di
Bild: Asia­news

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